Die Ritter Christi aber kämpfen mit gutem Gewissen die Kämpfe des Herrn und fürchten niemals weder eine Sünde, weil sie Feinde erschlagen, noch die eigene Todesgefahr. Denn der Tod, den man für Christus erleidet oder verursacht, trägt keine Schuld an sich und verdient größten Ruhm. Hier nämlich wird für Christus, dort Christus (selbst) erworben. Er nimmt wahrlich den Tod des Feindes als Sühne gern an und bietet sich noch lieber seinem Streiter als Tröster dar. Ein Ritter Christi, sage ich, tötet mit gutem Gewissen, noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selber, wenn er tötet, nützt er Christus. „Denn nicht ohne Grund trägt er das Schwert, er steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Urteil an dem, der Böses tut, zum Ruhm aber für die Guten.” (Röm 13,4; 1Petr 2,14)

Ja, wenn er einen Übeltäter umbringt, ist er nicht ein Menschenmörder, sondern sozusagen ein Mörder der Bosheit, und mit Recht wird er als Christi Rächer gegen die Missetäter und als Verteidiger der Christenheit angesehen. Wenn er aber selbst umgebracht wird, ist es klar, dass er nicht untergegangen, sondern ans Ziel gelangt ist. Der Tod, den er verursacht, ist Christi Gewinn; wenn er ihn erleidet, sein eigener. Der Christ rühmt sich, wenn er einen Ungläubigen tötet, weil Christus zu Ehren kommt. Wenn ein Christ stirbt, offenbart sich die Hochherzigkeit des Königs, da der Ritter zur Belohnung geführt wird. Ja, über ihn wird der Gerechte frohlocken, wenn er die Vergeltung sieht. Über ihn „sagen die Menschen: Gibt es denn für den Gerechten einen Lohn? Gewiss, es gibt einen Gott, der auf Erden Gericht hält.” (Ps 57,11f) Allerdings dürfte man die Heiden nicht töten, wenn man sie auf einem anderen Weg von den maßlosen Feindseligkeiten und von der Unterdrückung der Gläubigen abhalten könnte. Nun aber ist es besser, dass sie beseitigt werden, als dass das Zepter des Frevels auf dem Erbland der Gerechten lasten soll, damit die Gerechten nicht etwa ihre Hände nach Unrecht ausstrecken.

Was also? Wenn mit dem Schwert dreinzuschlagen für den Christen in keinem Fall erlaubt ist, warum hat dann der Vorläufer Christi den Soldaten auferlegt, sie sollen mit ihrem Sold zufrieden sein, anstatt ihnen den Kriegsdienst ganz und gar zu verbieten. Wenn es aber jedenfalls allen erlaubt ist, die dazu durch Gottes Anordnung bestimmt sind, und die sonst nichts Höheres gelobt haben, wem – so frage ich – steht es besser an, als denen, durch deren starke Hand Zion, unsere befestigte Stadt, zu unser aller Schutz gehalten wird? Sie wird gehalten, damit nach Vertreibung derer, die das göttliche Gesetz überschreiten, das gerechte Volk in Sicherheit einzieht, das dem Herrn die Treue bewahrt. Sicher sollen deshalb die Völker, die am Krieg Lust haben, zerstreut und zerhauen werden: solche Leute, die bei uns Unruhe stiften; alle sollen aus der Stadt des Herrn ausgerottet werden, die Unrecht tun. Sie arbeiten daran, die in Jerusalem niedergelegten unschätzbaren Reichtümer des christlichen Volkes zu rauben, das Heiligtum zu schänden und den heiligen Tempel Gottes in Besitz zu nehmen. Es sollen also beide Schwerter von den Gläubigen gegen die halsstarrigen Feinde gezückt werden, zu zerstören jeden Stolz, der sich gegen die Gotteserkenntnis erhebt, worin der christliche Glaube liegt. „Und die Heiden sollen nicht sagen können: Wo ist ihr Gott?” (Ps 113,2)

Der Heilige Bernhard von Clairvaux in seinem “Liber ad milites templi de laude novae militiae” (BUCH AN DIE TEMPELRITTER LOBREDE AUF DAS NEUE RITTERTUM).

Zerissenheit

Juni 1st, 2015

Gegenstand dieses Blogs ist Gott. Der Begriff Gottes aus atheistischer Perspektive … und inzwischen auch aus theistischer Perspektive. Und je tiefer ich das christlich-theistische Verständnis eintauche, desto klarer wird mir der unversönliche Unterschied zwischen den Welten.

Auf der einen Seite die vernunftbasierte Interpretation weltlicher Ereignisse. Sie fußt auf Rationalismus und Empirismus, Pragmatismus und Materialismus. Es ist eine diesseitige Interpretation. Eine, die von frühester Kindheit an im schulischen und medialen Kontext vermittelt wird. Es geht um das Greifbare, das Planbare, das Lebensnotwendige, das Effektive, das Alternativlose, Todesangst und Lebensgier. Da sieht man die Weltgeschichte, Politik und Wissenschaft. Da sieht man Fortschritt, Erfindungen, philosophische Lehrgebäude. Man sieht Sklaven und Sklavenaufstände … und viele viele Millionen Tote.

Auf der anderen Seite steht die irrationale Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe. Diese Sehnsucht ist nicht rational begründbar, sie ist nicht Gegenstand staatlichen Handelns, kein Gegenstand von Industrie und Handel oder Politik und Wissenschaft. Geborgenheit und Liebe sind menschliche Grundbedürfnisse, die Menschen miteinander teilen müssen. Und man kann diese Gefühle in Familien und anderen Gruppen finden und leben. Und je näher wir anderen Menschen sind, desto größer die Abhängigkeit und desto größer ist auch die Gefahr für Haß und Streit, für Eifersucht und Neid. Hierfür bedarf es einiger Regeln. Diese Regeln des Zusammenlebens sind nicht objektiv begründbar, nicht rational, nicht empirisch-naturwissenschaftlich. Diese Regeln entstammen unserem irrationalen Empfinden, unserer Kommunikation darüber und unserer zwischenmenschlichen Erfahrung – Trial und Error, immer und immer wieder neu, in jeder menschlichen Generation. Ethik ist nicht rational begründbar und – anders als grundlegende Naturgesetze, die personen- und generationenübergreifend gelten – ständigem Wandel unterworfen.

Die irrationale Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe steht der Vernunft und dem Pragmatismus gegenüber. Geist und Gefühl sind Antipoden der Materie und der Vernunft.

Wenn ein Mensch in die Welt geworfen wird, beginnt er zu fragen nach dem was wirklich wichtig ist. Und er findet Antworten bei denen, die ihm am nächsten stehen. Er findet aber auch Antworten bei denen, die ihm seine Fragen beantworten können … oder bei denen, die behaupten es tun zu können und die am lautesten schreien.

In der Schule und in Medien (Radio, Fernsehen, Bücher, Zeitschriften) wird ein Weltbild vermittelt, in dem es um Pragmatismus oder Utilitarismus geht. Es geht um Rationalismus und Materialismus. Erfolg und Ruhm gelten als anstrebenswerte Dinge. Geld und Macht werden zelebriert. Vom Tellerwäscher zum Millionär heißt die Devise. Jeder kann es schaffen. Zunehmende Industrialisierung führt zu dem Badarf nach maschinenähnlichen Arbeitskräften, die Fließbandtätigkeiten verrichten können. Hier stören Familie, Liebe und Sehnsucht nach Geborgenheit. Es geht um Gewinnmaximierung und Selbstoptimierung.

Im Berufsalltag treten diese Werte in den Vordergrund: Unterordnung und Pflichtgefühl, Fleiß und Disziplin. Aber auch Stress und Streit, Entfremdung, Überforderung und Resignation.

Die westliche Konsum-Kultur entfaltet einen ungeheuren Sog, dem sich nur wenige entziehen können. Die zunehmende Konsumsteigerung führt jedoch zu Abhängigkeiten von Energieressourcen (Öl, Erdgas) die wiederum zu kriegerischen Auseinandersetzung … und weiterem entfesselten Konsumismus führen.

Dem entgegen steht … natürlich … die Sensucht nach Geborgenheit und Liebe. Konsum kann diese Bedürfnisse sublimieren. Durch Shoppingtouren oder Glücksspiel, Mediensucht, Drogen, Prostitution, Rausch aller Art kann man sich diese Bedürfnisse betäuben … aber es bleibt eine leere und sinnlose Befriedigung, die ein schales Gefühl und einen Kater hinterläßt … und letztlich – im Extremfall – zur Vernichtung der gesamten wirtschaftlichen Existenz und in die Depression führt.

Auch Naturwissenschaft und Philosophie stehen im Dienst dieser konsumorientierten, materialistischen Ethik. Erkenntnisstreben dient inzwischen überwiegend pragmatischen Zielen. Forschung muß ihre Nützlichkeit beweisen, um alimentiert zu werden. Kurzfristiger meßbarer Erfolg – z.B. durch Publikationsmenge oder -ansehen – gilt als Ausweis wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit.

Aber auch diese Wissenschaftform entfremdet den Menschen von den eigentlichen Fragen. Von seinen eigentlichen Interessen. Indem Wissenschaft mit Wissenschaftsgeschichte verwechselt wird und da wo die reine Paukerei und das Auswendiglernen das Selberdenken ersetzen, entsteht eine Kultur der zunehmenden Expertise und der Profitmaximierung – aber keine Geborgenheit und Liebe, kein Frieden und keine Gerechtigkeit.

Der Konsum – als Nebensache der Existenzsicherung – ist zur Hauptsache der Sinnfindung geworden.

Dem entgegen stellt sich die Verherrlichung und Vergöttlichung der Geborgenheit und Liebe in Form der Religion des Christentums. Dieser Gegenpol entfaltet seine Wirkung durch Gemeinschaft, Überwindung zwischenmenschlicher Ängste durch gemeinsame Aktivitäten, durch Mitteilung, Gespräch, Wahrnehmung und Ernstnehmen von Ängsten und Sorgen. Das gemeinsame Erlebnis von Gesang und Ritus. Die Selbstbekräftigung innerer Bewegungen, die im Widerstreit zur Übermacht äußerer Erwartungen stehen. Kunst und Kultur als Ausdruck des Irrationalen, das hier wergeschätzt wird.

Wenn diese beiden Welten aufeinandertreffen, und die eine Welt mit der anderen begründet und erklärt werden soll, so kommt es notwendig zu Mißverständnissen. Religion – im Sinne der Befriedigung der Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe – läßt sich nicht mittels empiristisch-materialistischer Begrifflichkeiten begründen. Und umgekehrt lassen sich intersubjektive Wahrheitsfindung, Rationalismus und Logik nicht in der Sprache der Liebe und Geborgenheit fassen.

Aber beide können voneinander profitieren. Die Religion kann vom Rationalismus protifieren, indem dieser sie vor dem Hang zum zerstörerischen Personen- oder Sektenkult schützt. Der Rationalismus kann von der Religion profitieren, indem sie ihn vor egoistischer Überheblichkeit bewahrt.

Das eine durch das andere ersetzen zu wollen, endet im Totalitarismus auf die eine oder andere Weise. Beide Perspektiven müssen nebeneinander bestehen bleiben. Die widersprüchlichen Unterschiede gilt es auszuhalten. Das eine läßt sich durch das andere nicht ersetzen. Das eine läßt sich nicht in der Sprache des anderen Sprechen. Aber es gibt die Möglichkeit der Übersetzung, die das Beste aus beiden Kulturen bewahrt.

Ein naturwissenschaftlicher Beweis Gottes mittels psychologischer Forschung dient jedoch nur der Befriedigung unserer Vernunft. Die Vernunft stellt Fragen nach Validität, nach Reliabilität, nach Objektivität. Die Vernunft sucht Gesetzmäßigkeiten des Seins. Die Vernunft abstrahiert und läßt sich nicht mit Hokuspokus abspeisen. Sie will Fakten statt Fiktionen.

Aber eine rein faktenorientierte Rede von Gott ist eine kalte Rede, die Gott nicht gerecht wird. Es ist eine Rede über das Hier und jetzt, über Stein und Bein über Fleisch und Blut im Rahmen unserer bloßen Vernunft. In der Rede von Gott, die überindividuelle Fakten beschreibt, fehlt ein wichtiger Aspekt: Individualität.

In der persönlichen Rede von Gott geht es nicht um Fakten. Es geht um einen möglichst authentischen Ausdruck dessen, wie man Gott erlebt. Hier bedarf es phantasievoller Beschreibungen und eines reichen Wortschatzes oder aber anderen kunstreichen Ausdrucks in Gesang oder Tanz, bildender Kunst oder Ritus.

Gottesausdruck finde ich zum Beispiel in der Beherrschung der Triebe des tierisch-zerstörerischen, des egoistisch-narzisstischen. Es ist im Grunde das was Schiller so beschrieb:

“Beherrschung der Triebe durch die moralische Kraft ist Geistesfreiheit, und Würde heißt ihr Ausdruck in der Erscheinung. Auch die Würde hat ihre verschiedenen Abstufungen und wird da, wo sie sich der Anmut und Schönheit nähert, zum Edeln, und wo sie an das Furchtbare grenzt, zur Hoheit. Der höchste Grad der Anmut ist das Bezaubernde, der höchste Grad der Würde ist Majestät.”

Friedrich Schiller, Über Anmut und Würde, 1793

Die Beherrschung der Triebe kann aber auch etwas tierisch-zerstörerisches, egoistisch-narzisstisches haben, da wo sie sich der Zwanghaftigkeit, dem bedingungslosen Gehorsam in einer Hoheit oder Majestät – wie z.B. in einem Kaiserkult – nähert.

Allein da, wo die Beherrschung – nicht die Leugnung und Unterdrückung – sondern die Lenkung der Triebe wie selbstverständlich möglich ist, da wo wir im Reinen mit uns und dem Kosmos sind, ohne Schuld und vollkommener Freiheit von Abhängigkeiten und Süchten begegnen wir in aller Tiefe Gott.

Eine solche Rede von Gott kann keine Objektivität beanspruchen. Sie ist weder überindividuell noch intraindividuell zeitlos gültig. Sie ist ein Ausdruck persönlicher Lebenserfahrung, die man teilen kann, die man intuitiv verstehen kann, die man nachfühlen kann oder nicht. Sie erschließt sich nicht durch Wissen oder fleißiges Lernen oder blinden Gehorsam sondern allein durch authentisches Dasein in der Zeit.

Ein solch authentisches Dasein in der Zeit bedarf jedoch außergewöhnlichen Mutes. Es bedeutet, dass man sich gegen den Zeitgeist stellen muss, gegen die Anforderungen seines Umfeldes, der Gesellschaft. Es bedeuet, dass man sich beschimpfen und verhöhnen lassen muss. Dass man entwertet wird, weil man an dem allgegewärtigen Kampf ums Überleben nicht teilhat.

Hier bedarf es eines starken Glaubens in die Richtigkeit dieser inneren Bewegungen. Diesen Glauben können die meisten nicht allein tragen. Sie schließen sich in Gemeinschaften zusammen, die sich dem Zeitgeist verweigern. Sie geben sich gegenseitig Mut und Kraft in ihrem Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Ausbeutung, gegen die Zerstörung der Familie und Vereinzelung, in der gemeinsamen Hoffnung, dieses Dasein in der Diaspora mit Gottvertrauen und Zusammenhalt zu bewältigen.

[Der psychologische Gottesbeweis]

Drüben in seinem Blog macht sich der Kollege Josef Bordat Gedanken, warum immer ein naturwissenschaftlicher Beweis für die Existenz Gottes verlangt wird. Er begründet dies mit der vorherrschenden Wissenschaftskultur des “Szientismus”.

Bordat schreibt:

    “Szientisten akzeptieren (als wahr, wertvoll, sinnhaltig, bedeutungsreich) nur das, was mit naturwissenschaftlichen Methoden nachgewiesen ist, allenfalls soll hinzukommen, was sich so nachweisen lässt. Sagen wir’s mal so: Da, wo ich glaube (im Sinne von “vertrauen auf Jemanden”, nämlich auf Jesus Christus), da glauben sie zu wissen (im Sinne von “vertrauen auf Etwas”, nämlich die Universalität der naturwissenschaftlichen Methode).”

Ich fürchte, hier liegt ein Mißverständnis vor. Als Naturwissenschaftler “glaubt” man nicht an die naturwissenschaftliche Methode, man vertraut ihr nicht “blind”.

Naturwissenschaft ist schlicht eine Möglichkeit, Dinge zu zeigen, die für alle Menschen gelten.

Das ist bei Jesus Christus anders. Weltanschauungen gelten nicht für alle Menschen gleich. Menschen sind unterschiedlich. Sie haben unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Lebensstile. Aber man kann sich mit anderen – ähnlichen – Menschen zusammenschließen. Trotzdem – oder gerade deshalb – gibt es immer Unterschiede zwischen Gruppen. Die Gruppe der Katholiken unterscheidet sich von der Gruppe der Protestanten. Die Gruppe der Christen von der der Muslime. Jede Gruppe hat ihre eigenen Gesetze, ihre eigenen Codes und ihre eigenen Riten.

Gravitation dagegen existiert ohne Rücksicht auf Gesetze, Codes und Riten. Gravitation ist objektiv gültig. So wie auch der Ebola-Virus nicht nach Religion, Nationalität oder Hautfarbe fragt. Diese Dinge existieren unabhängig von subjektiven Erfahrungen und Empfindungen.

Wenn man also einen naturwissenschaftlichen Beweis für Gott verlangt, dann will man eigentlich wissen, was an diesem Gotteskonzept, das so vielschichtig ist, eigentlich für alle Menschen gültig sein könnte.

Und dieser Wunsch nach einem objektiv nachweisbaren Gott entspringt dem Wunsch nach einer verlässlichen Ethik.

Wenn man also nach einem objektiven Gott fragt, will man eigentlich wissen, ob man sich richtig verhält.

Wenn evangelische Christen behaupten, ihr Gott sei der einzig wahre und man müsse sich an seine Regeln halten, setzen Muslime oder Hinduisten oder Buddhisten oder Bahai oder Scientologen oder Zeugen Jehovas oder Neuapostoliker oder Katholiken oder oder oder dagegen, dass ihr Gott der einzig wahre sei und allein seine Gebote zu befolgen seien.

Der Wunsch nach einem objektiv naturwissenschaftlich nachweisbaren Gott entspringt also der Unübersichtlichkeit der religiösen Konzepte und dem Wunsch nach Verläßlichkeit und Lösung der vielfältigen religiös-ethischen Konflikte.

Wer könnte dies den Szientisten verdenken.

Aber wie löst man nun dieses Problem befriedigend für Szientisten und Religiöse Menschen?

Indem man man Gott naturwissenschaftlich beweist.

Wie das geht?

Gott ist – das wissen wir inzwischen – ein sehr vielschichtiges Konzept. An den Begriff “Gott” knüpfen sich sehr viele unterschiedliche Bedeutungen. Aber es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Religionen. Und diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich naturwissenschaftlich erforschen.

Darüber hinaus läßt sich die Wirkung von Religion naturwissenschaftlich erforschen. Es läßt sich zeigen, dass Religion glücklich und unglücklich machen kann. Interessant für uns ist, naturwissenschaftlich herauszufinden, welche Religionsbestandteile uns persönlich zugute kommen und welche uns schaden. Wichtig wäre also für uns zu wissen, welche Weltanschauung uns glücklich machen kann – abhängig von unserer Kultur, unserer Sozialisation, unserem Intellekt, unserer Persönlichkeit.

Und es läßt sich naturwissenschaftlich prüfen, mit welchen Mitteln man Menschen diese Einsichten am besten vermitteln kann … und vermutlich wird sich dabei herausstellen, dass ein Mythos mit metaphorischen Geschichten und Gleichnissen, beispielhaften Personen und mit außergewöhnlicher Würdigung durch Riten, Normen und Heiligkeit besonders glaubwürdig erscheint. Und dass das Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit und der eigenen Unwissenheit, die Bereitschaft zu Einsicht und Umkehr entscheidend für die Funktion einer Gruppe und damit das eigene Wohlbefinden ist.

Religion läßt sich mittels der Psychologie naturwissenschaftlich erforschen … und damit läßt sich Gott letztlich auch beweisen.

Es gibt (k)einen Gott

Mai 28th, 2015

Ich bin Atheist gewesen. Ich bin jetzt kein Atheist mehr. Diese Behauptung nehmen mir aber zwei Gruppen von Lesern nicht ab:

Die Antitheisten sagen, dass ich ja gar nicht an den richtigen echten biblischen Gott glaubte. Deshalb sei meine Konversion keine echte Konversion und folgerichtig: langweilig. Wenn ich mich zum orthodox-fundamentalistischen Christentum bekennen würde und wenn ich behauptete, dass ich Gott jetzt kennengelernt habe und dass Gott wirklich und wahrhaftig existiert, könnte man meine Position wenigstens diskutieren. Aber ein weichgespültes Psychochristentum – in dem Gott einfach ein Begriff ist – ist keiner weiteren Diskussion wert.

Die Hardcorchristen sagen, dass Gott nicht nur ein gleichnishafter Begriff ist, sondern wirklich und wahrhaftig als Person existiert. So wie Du und ich. Man könne das zwar nicht beweisen, aber Ameisen können ja Menschen auch nicht beweisen und jede Uhr braucht einen Uhrmacher. Da ist doch klar wir Kloßbrühe, dass es einen Gott gibt, der eine Person ist, die nur so kompliziert ist, dass wir ihn nicht richtig erkennen können. Klar, meine Frau ist auch so kompliziert, dass ich sie oft nicht richtig verstehe. Aber erkennen kann ich sie schon. Also meist.

Ich bin also – wenn es nach Antitheisten und Fundamentalisten geht – kein richtiger Christ. Ein richtiger Christ sagt, dass Gott wirklich und wahrhaftig existiert. Objektiv. Als Person. Und als Entität. Da sind sich Antitheisten und Fundamentalisten erstaunlich einig. Und dann hauen sie sich die immer gleichen Argumente um die Ohren.

Und die Diskussion nimmt kein Ende. Aber vielleicht muss das so sein.

Vielleicht muss diese endlose immer gleiche Diskussion sein. Weil jeder Mensch – oder wenigsten viele – in ihrem Leben diese Fragen haben. Und weil viele es zunächst mißverstehen.

Entweder ist man mit einen Kindergottesbild aufgewachsen, das differenziert werden muss. Oder man hatte gar keinen Gott. In jedem Fall braucht es die differenzierende Diskussion. Vielleicht kann sie, ja darf sie nie enden, diese Diskussion. Weil man dann – wenn man ein bißchen vernünftig ist – irgendwann merkt, dass beide Positionen auf ihre Weise richtig liegen.

Antitheisten haben Recht, wenn sie die Behauptung mancher Theisten kritisieren, dass Gott logisch oder naturwissenschaftlich beweisbar sei. Das ist er nicht. Gott folgt weder den Gesetzen der Logik, noch den Gesetzen der Natur.

Doch daraus zu schließen, dass Gott nicht existiert, ist wiederum etwas weit gefasst. Denn Gott existiert tatsächlich so, dass auch auch der härteste Hardcoreatheist es nicht leugnen kann: In den Köpfen und Herzen der Menschen. Gott ist also in jedem Fall zumindest ein Begriff. Ein Heurismus. Eine Idee.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Gott jetzt bewiesen sei. Aber auch nicht dass er widerlegt ist. Die Sache ist komplizierter.

Begriffe, Heurismen, Ideen beziehen sich auf Sachverhalte. Es sind menschliche Versuche, sehr schwer fassbare Ereignisse und Erlebnisse zu beschreiben. Ein Stein ist ein Stein. Der Reichstag ist der Reichstag. Was das bedeutet, ist nicht sehr schwer zu verstehen und sehr leicht zu zeigen. Aber was ein Paragraph ist oder ein Quant ist schon etwas schwerer zu erklären und zu verstehen. Häufig besteht da auch Uneinigkeit und nur vorläufiges Wissen.

Mit Gott ist das ähnlich. Gott ist sogar noch näher an einem psychischen Phänomen als das Quantenphänomen. Quanten lassen sich nämlich naturwissenschaftlich erforschen und ihr Verhalten läßt sich vorhersagen. Und trotzdem bleiben sie in Ihrer Natur letztendlich für uns unbegreiflich, weil uns die Kategorien fehlen. Mit Gott ist das ähnlich aber eben noch anders. Gott läßt sich ausschließlich durch Reflektion und Meditation, durch Gebet und Ritus, durch Fest und Gesang erahnen(!), mehr nicht.

Wenn ich also sage, Gott sei ein Begriff, dann sage ich nicht, dass dieser Begriff leer ist. Der Begriff beschreibt etwas. Was das ist, ist sehr sehr vielschichtig und mit ein paar Worten nicht beschrieben … aber annäherungsweise mit einem Gefühl: Liebe.

Es kehrt Ruhe ein. Die Zahl der Kommentare läßt nach, die Diskussionen versiegen. Mit einem ehemaligen Atheisten, der sich zum Glauben bekennt, ist die Diskussion nur dann spannend, wenn er zum Fundamentalismus übertritt, zu einem Fundamentalismus, den man als Atheist ja bekämpft.

Windelweiches Alltagschristentum ohne Hardlinerthesen und Höllenstrafendrohungen läßt sich nicht so schön angreifen. Eigentlich läßt es sich gar nicht angreifen. Die liberal-religiöse Haltung glitscht durch die Finger, die endlich ein kontroverses Argument zu fassen kriegen wollen.

Nein, ein lediglich metaphorischer Glaube ist kein lohnendes Feindbild.

Man ist sich ja einig in den Grundfragen: Übernatürliche gasförmige Wirbeltiere gibt es nicht. Gott ist eine Projektion. Religion ist Psychokram. Also wozu noch diskutieren?

Nun ja, der Furor der Neuen Atheisten richtet sich gegen den Glauben per se. Er greift die Religiosität in toto an. Schlecht ist der Glauben, weil er Menschen zur Unmenschlichkeit führt. Dass aber ausschließlich fundamentalistische Gläubige in der Riege der Terroristen und Terrorismusbefürworter zu finden sind, wird in dieser Diskussion unterschlagen.

Der Angriff der Neuen Atheisten, Dawkins, Dennet, Hitchens und Harris galt den fundamentalistischen Monstrositäten, nicht den positiven Aspekten liberal-aufgeklärten Christentums. Sie lasen die Bibel wörtlich, so wie Fundamentalisten es tun und sie zogen daraus ihr demagogisches Potential, so wie das heute die Demonstranten der Pegida tun, wenn sie ihre Forderung nach Abschaffung des Islam mit Terror und Krieg im Nahen Osten begründen – ohne psychosoziale Bedingungen zu berücksichtigen.

Die Argumentation der Neuen Atheisten ist tatsächlich abenteuerlich: Gott exisitert nicht – oder ist extrem unwahrscheinlich. God – the failed hypothesis. Also kann man schließen, dass jede Form von Religiosität von Übel ist, da sie einerseits zu Mord und Totschlag auffordert oder – wenn man das Geschriebene nicht wortwörtlich als historische Geschichtsschreibung oder totalitäres Gesetzbuch akzeptiert – wenigstens eine völlig unrealistische Weltinterpretation liefert.

Mein Irrtum – als ehemaliger Neuer Atheist – ist der Irrtum aller Atheisten. Gott ist nicht die Karikatur, die fundamentalistische Christen und fundamentalistische Atheisten aus ihm machen wollen. Aber nur die Karikatur läßt sich wahlweise als Strohmann angreifen oder als Goldenes Kalb verehren.

Damon Linker hat das in “THE WEEK” exakt ebenso beschrieben


“The faith that the New Atheists set out to mock, refute, and dispel was invariably the least impressive, least informed, least sophisticated, most easily dismissed form of the world’s great religious traditions. If faith for you is believing in the most scripturally literalistic, doctrinally fundamentalist, ahistorical, credulous, theologically illiterate variant of devotion, well, then Harris-Dawkins-Hitchens probably rocked your world. But as any reader with even a cursory religious education discovered by about page 3 of any of their books, the not-great God of the New Atheists was nothing more than a big old Straw Man in the Sky.”

Es ist eine mühevolle Aufgabe, diesen beiden Seiten wieder und wieder zu vermitteln, dass dieser “Gott des Gemetzels” nicht der Gott des Evangeliums ist. Die Autoren des Neuen Testaments richteten sich vehement gegen diese Vereinfachungen.

Denn gerade gegen diese einseitigen Bilder Gottes richtet sich die differenzierende Botschaft Jesu. Gott läßt sich nicht in Worte fassen und nicht begreifen. Gott läßt sich nur empfinden. Und diese Kraft spürt man – auch als Atheist – wenn man sich auf religiöse Praxis einläßt.

Ich hatte in einem früheren Posting geschrieben, dass ich erst allmählich erkannt habe, dass man die Bibel nicht nur wörtlich lesen kann, sondern dass die Texte unterschiedliche Interpretationsebenen haben können. Muriel und ke konnten das nicht verstehen. Ungläubig fragte ke:

    War dir in all den 3½ Jahren, die du dich hier im Blog intensiv mit Religion beschäftigt hast, etwa nicht aufgefallen, dass man religiöse Texte nicht als Tatsachenbeschreibungen lesen muss? O_O

Und Muriel schrieb sarkastisch:

    Ohja, das muss hart sein, wenn man religiöse Texte nicht versteht. Glückwunsch zu dem Erfolg!

Ja. Ich habe die Texte der Bibel nur als historische Tatsachenbeschreibung und als sich auf den Tatsachen gründende moralische Imperative gelesen. Dass es noch andere Textebenen gibt, hat sich mir erst durch den Besuch von Gottesdiensten erschlossen.

Im Grunde funktioniert die Botschaft der Bibel wie unsere alltägliche Kommunikation auf verschiedenen Ebenen. Jeder der gebildeteren Leser kennt sicher das sogenannte Vier-Seiten-Modell der Kommunikation. Hier wird gesagt, dass mit jeder Aussage, die Menschen zu anderen Menschen machen immer vier Botschaften verbunden sind: Eine einfache Sachbotschaft, eine Beziehungsbotschaft, eine Selbstauskunft und ein Appell.

Am Beispiel von Schulz von Thun zitiert nach Wikipedia:

Um Kommunikation zu beschreiben, die durch Missverständigung auf den verschiedenen Ebenen gestört wird, beschreibt Schulz von Thun als Beispiel die folgende Situation: Ein Mann und eine Frau sitzen beim Abendessen. Der Mann sieht Kapern in der Soße und fragt: „Was ist das Grüne in der Soße?“ Er meint damit auf den verschiedenen Ebenen:

Sachebene: Da ist was Grünes.
Selbstoffenbarung: Ich weiß nicht, was es ist.
Beziehung: Du wirst es wissen.
Appell: Sag mir, was es ist!

Die Frau versteht den Mann auf den verschiedenen Ebenen folgendermaßen:

Sachebene: Da ist was Grünes.
Selbstoffenbarung: Mir schmeckt das nicht.
Beziehung: Du bist eine miese Köchin!
Appell: Lass nächstes Mal das Grüne weg!

Die Frau antwortet gereizt: „Mein Gott, wenn es dir hier nicht schmeckt, kannst du ja woanders essen gehen!“

In etwa nach demselben Prinzip funktioniert die biblische Botschaft. Es gibt einen sogenannten “Vierfachen Schriftsinn”.

Bibelstellen lassen sich demnach nicht nur buchstäblich als konkrete historische Aussagen verstehen, sondern können auch als allegorische Aussagen über die Glaubenswirklichkeit, moralisch als Handlungsanweisung für den Glaubenden oder anagogisch als Ausdruck der Hoffnung gelesen werden.

Literalsinn = wörtliche, geschichtliche Auslegung
Typologischer Sinn (Interpretation „im Glauben“) = dogmatisch-theologische Auslegung
Tropologischer Sinn (Interpretation „in Liebe“) = gegenwärtige Wirklichkeit einer Einzelseele
Anagogischer Sinn (Interpretation „in Hoffnung“) = endzeitlich-eschatologische Auslegung

Kombiniert mit dem Vier-Seiten-Modell sieht das so aus:

bible

Sachebene = Literalsinn: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
Typologischer Sinn = Beziehung: Moses hat uns Gottes Gesetz gegeben. Aber Gott ist mehr. Ich bin mehr. Du bist mir mehr.
Tropologischer Sinn = Appell: Mach Dich mit mir auf den Weg zur Wahrheit und zum Leben!
Anagogischer Sinn = Selbstoffenbarung: Ich kann – und werde – Dich erlösen.

Man kann diese Ebenen natürlich – wie im Vier-Seiten-Modell – auch mißverstehen:

Sachebene = Literalsinn: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
Anagogischer Sinn = Selbstoffenbarung: Ich bin ein größenwahnsinniger Wanderprediger und halte mich für die Antwort auf alle Fragen.
Typologischer Sinn = Beziehung: Du bist mein armes Opfer.
Tropologischer Sinn = Appell: Verehre mich, damit ich berühmt werde und eine jahrtausende währende, weltumspannende Religion gründen kann.

Und in diesem Kontext wird wichtig, welche Beziehung wir zu der biblischen Figur des Jesus haben. Es wird wichtig, wie seine Geschichte verlaufen ist. Ist er mächtig, hochbetagt, reich und allgemein verehrt und gewürdigt gestorben, wie es einem erfolgreichen Religionsgründer zukommt – oder ist er elendiglich an einem Holzbalken genagelt verreckt? Sagt er uns, dass wir nur wenn wir schön, reich und berühmt sind, glücklich sein werden und verspricht er uns den Weg dahin? Oder verspricht er etwas anderes …

Ich war ein klassischer A-theist. Ich bin nicht religiös erzogen worden, eher antireligiös-naturwissenschaftlich. Weltanschauliche Fragen spielten in meiner Kindheit und Jugend kaum eine Rolle. Es gab nicht einmal einen Ethik-Unterricht an meinem Gymnasium. Umso größer war meine Neugier. Ich wurde von den Bibliothekarinnen der örtlichen Bibliothek an ein kleines Regal mit philosophischen Schriften geführt, als ich mich für Weltanschauungsfragen zu interessieren begann.

Ich wollte immer wissen, wozu leben wir?
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Sam Harris wollte Noam Chomsky zu einer Debatte zwingen. Noam Chomsky hatte nämlich öffentlich behaupet, Harris sei ein “religiöser Fundamentalist“:

Sam Harris, der als einer der “Vier apokalyptischen Reiter” des Neuen Atheismus gilt und der gegen die Religiosität im Allgemeinen und den muslimischen Fundamentalismus im Besonderen zu Felde zieht, wollte das nicht auf sich sitzen lassen und forderte Chomsky zur Debatte.

Chomsky hatte keine Lust. Er begründete das in einer Email. Sam Harris reichte das nicht. Er schrieb zurück und warf Chomsky dabei allerlei vor – unter anderem die Unterstützung muslimischer Fundamentalisten. Aus diesen Vorwürfen speiste sich dann eine längere Diskussion.

Den Mailverkehr (->Link) hat Sam Harris dann veröffentlicht, um die Öffentlichkeit entscheiden zu lassen, wer hier der Arsch ist. Und die Öffentlichkeit ist sich einig: Harris ist ein Idiot.

Er hatte nämlich behauptet, entscheidend für die Bewertung eines Verbrechens sei allein das Motiv des Täters und nicht die Zahl der Opfer. So seien die Anschläge vom 11.September ein monströses Verbrechen, das heftigste Gegenwehr rechtfertige, da die Motive der “gottesvergifteten Soziopathen” die falschen gewesen seien.

Die Bombardierung einer Medikamentenfabrik im Sudan durch die Clinton-Regierung im Jahr 1998, mit hunderttausenden Opfern, sei jedoch gerechtfertigt dadurch, dass Clinton in bester Absicht gehandelt habe … schreibt Sam Harris von einem Schreibtisch in den USA aus.

Die außenpolitische Naivität von Sam Harris ist herzerfrischend – aber zeigt auch, wie weit er von grundlegensten Einsichten in ethische Fragestellungen entfernt ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Sam Harris mit intellektuellen Riesen anlegt und kläglich scheitert. In seinem Buch “The Moral Landscape: How Science Can Determine Human Values” versucht er zum Beispiel nachzuweisen, dass “Humes Gesetz” nicht gilt und dass man keinem “Naturalistische Fehlschluss” unterliegt, wenn man aus dem Sein ein Sollen ableiten will indem man naturwisschenschaftliche Forschung zur Grundlage ethischer Aussagen macht.