Love

September 2nd, 2016

34 Responses to “Love”

  1. Christina Says:

    Here is love vast as the ocean,
    loving kindness as a flood
    When the prince of life our ransom,
    shed for us His precious blood

    Who his love will not remember,
    who can cease to sing His praise?
    He can never be forgotten,
    throughout heavn“s eternal days

    On the mount of crucifixion,
    fountains opened deep and wide
    Through the floodgates of God“s mercy,
    flowed a vast and gracious tide

    Grace and love like mighty rivers,
    flowed incessant from above
    Heavens peace and perfect justice,
    kissed a guilty world with love

    https://www.youtube.com/watch?list=RDtlwlWGLPE8I&v=v8YOPj5TnUM

  2. sapere Says:

    Ach, Christina, Du und Deine Links 🙂 Wenn ich nicht zufällig mal im Spamordner nach einem Kommentar von Dir suche, gehen Deine Beiträge verloren.

  3. sapere Says:

    Aber ist Dir schon mal aufgefallen, dass diese christliche Erweckungs- und Erbauungsmusik oft ein schales Gefühl hinterläßt.

    Wir haben uns ja bereits darüber unterhalten, dass Du viele der modernen Lobpreislieder inzwischen blöd findest, weil sie nichts mit Gott zu tun haben …

    Ich sag es mal so, mir ist ein ehrliches „i dont believe in an interventionist god“ lieber als tausende scheinheiliger und gefühlloser Lobhudeleien.

  4. Christina Says:

    Ach, Christina, Du und Deine Links 🙂 Wenn ich nicht zufällig mal im Spamordner nach einem Kommentar von Dir suche, gehen Deine Beiträge verloren.

    Ich weiß, nur wäre mein Kommentar auch ohne Link im Spamordner verloren gegangen. Ich habe versucht dir das mehrmals klar zu machen, nur du verstehst das ja nicht, warum auch immer. Außerdem, mir war das Erscheinen meines Kommentars auch nicht so wichtig. Sonst hätte ich dir ja auch wieder eine E-Mail schicken können. Ich wußte ja, irgendwann findest du ihn. 😉 Vielleicht löscht du ihn dann auch, wie in der Vergangenheit schon gewesen. Aber immerhin wirst du ihn vorher lesen, das wußte ich. 😉 Ich wollte halt nur mal ein Gegenstück zu deinem Lied über die Liebe einstellen. Mir war so danach. 🙂

    Aber ist Dir schon mal aufgefallen, dass diese christliche Erweckungs- und Erbauungsmusik oft ein schales Gefühl hinterläßt.

    Kommt drauf an was für welche.

    Wir haben uns ja bereits darüber unterhalten, dass Du viele der modernen Lobpreislieder inzwischen blöd findest, weil sie nichts mit Gott zu tun haben …

    Nichts mit Gott? Lobpreislieder haben wohl alle was mit Gott zu tun. Der Grund, weshalb ich manche nicht so gut finde, ist ein anderer.

    Ich sag es mal so, mir ist ein ehrliches „i dont believe in an interventionist god“ lieber als tausende scheinheiliger und gefühlloser Lobhudeleien.

    Woher nimmst du deine Überzeugung, dass jemand, der so ein Lied wie oben singt, dass aus Scheinheiligkeit und gefühllos tut? Er kann das genausogut aus ehrlichster Überzeugung und mit tiefstem Gefühl tun.

    Und ganz klar, mir ist Ehrlichkeit auch lieber als Scheinheiligkeit. Nenne mir mal eine Person, bei der das nicht so ist. Und wenn „i dont believe in an interventionist god“ jemandes ehrliche Überzeugung ist, nun dann soll er es auch so singen. Ich habe ja nichts dagegen. Es kann aber ebenso gut jemandes ehrliche Überzeugung sein, was oben in dem Lied ausgesagt ist. Dann kann er es auch so singen. Es wäre nur scheinheilig, wenn jemand innerlich denkt „i dont believe in an interventionist god“ und dann das obige Lied singen würde. Das wäre dann scheinheilig. Aber so ist niemand von den beiden Sängern wohl scheinheilig, nehme ich jetzt mal stark an.

    Mein Englisch ist ja, wie du weißt, mehr als miserabel und so hatte ich mir dein Lied mal übersetzen lassen, weil ich die Melodie eigentlich schön fand. Doch den Text fand ich schon sehr merkwürdig – und das nicht wegen der Aussage „i dont believe in an interventionist god“. Vor allen Dingen war mir schleierhaft, warum die Personen im Video alle heulen. Das passt doch gar nicht zum Text. Na ja, ich muss ja auch nicht alles verstehen.

    Habe heute zufällig mal wieder auf deine Seite geklickt und gesehen, dass mein Kommentar freigeschaltet wurde. Nun, das passte ja zeitlich gut, dass ich gerade heute vorbeigeschaut habe. Bis irgendwann dann mal wieder. 🙂

  5. Nemesis Says:

    Hiho! Yoh, Nemesis wird man einfach nicht los 😎 A propos LIEBE:

    Liebt Ihr eigentlich Insekten? Ich liebe Insekten, denn ohne Insekten ist das Leben auf dem Planeten Erde wie wir es kennen ganz schnell zuende. Ich beobachte den absolut erschreckenden, globalen(!) Insektenverlust schon seit einigen Jahren:

    “ 5.10.2016 – Dramatisches Insektensterben in NRW

    Das Landesamt für Umwelt beziffert den Rückgang auf 75 Prozent…“

    “ 4.10.2016 – Global warming collapses symbiotic gut bacteria, killing host insects

    A new study shows that when heat-susceptible bacteria living symbiotically in the guts of insects are exposed to increased temperatures, both the bacteria and the insect are negatively impacted and can die. The study illustrates another way global warming will wreak havoc on life as we know it, setting off deleterious chain reactions among organisms living in symbiosis…“

    LIEBE Grüsse,
    Nemesis

  6. Nemesis Says:

    P.S.:

    Was sagt eigentlich der liebe Gott zum globalen Insektensterben? Christina? Sapere aude? Was sagt der himmlische Cheffe? Wird ER intervenieren? 🙂

  7. sapere Says:

    Ich denke, Nemesis, dass es in Gottes Hand liegt. 🙂 Und dass ich darauf vertrauen kann, dass er alles seinem Ratschluss gemäß lenkt. Deshalb bin ich in dieser Frage ruhigen Herzens. 🙂

  8. sapere Says:

    Christina, Du fragst, warum die Leute alle heulen, wenn der Text doch gar nicht zum Heulen ist.

    Und ich beginne langsam eine Ahnung zu entwickeln, warum wir so oft aneinander vorbeireden. 🙂

    Wenn ich das Video sehe und das Lied höre, ist mir INTUITIV KLAR warum die Leute weinen. Das steht nicht in dem Text. Der Sänger singt nichts eigentlich Trauriges … traurig ist der SUBTEXT. Das was er zwischen den Zeilen sagt. Dieses Lied drückt eine tiefe unerfüllte(!) Sehnsucht aus. Eine hilflose Trauer über die Einsamkeit, die man empfindet, wenn der geliebte Mensch kein Interesse an einem hat. Diese stille Verzeiflung und Hoffnungslosigkeit, dass man gar als Atheist Zuflucht nehmen muss zu einem Glauben an einen Gott, von dem man weiß, dass er auch nicht helfen wird.

    Das versteht man, wenn man es eben mitfühlt. Wenn man das Gefühl kennt. Wenn man die Zwischenebene lesen kann. Wenn man die Metaphern begreift.

    Und das gleiche gilt auch für das Evangelium. Liest man den Text, wie er eben so da steht, ist er nichts anderes als eben ein Text. Aber wenn man ihn mit dem Herzen liest, entdeckt man plötzlich eine Zwischenebene, die eine ganz andere, faszinierende Welt eröffnet. Aber dazubenötigt man die Intuition! Fehlt die, dann sagt einem der Text nichts anderes als ein Geschichtsbuch oder ein Biologiebuch oder ein Gesetzbuch. So wie Du die Bibel liest, ist sie nichts anderes als das.

    Wenn ich in den Text einsteige, gerate ich in eine faszinierende Welt HINTER dem Text. Das ist wie bei C.S. Lewis wenn die Kinder in den Narnia Chroniken in den gewöhnlichen Kleiderschrank steigen und in einer zauberhaften Welt herauskommen. Alle anderen sehen nichts als einen gewöhnlichen Kleiderschrank. Die Kinder aber sehen eine vierte Dimension. So geht es mir mit der Bibel, seitdem ich sie nicht mehr wie ein Fundamentalist – also wörtlich- lese.

  9. Christina Says:

    Hallo sapere aude,

    ich vermute eher, dass du selbst den Text des Liedes nicht ganz verstanden hast – vorausgesetzt,dass die deutsche Übersetzung hier korrekt ist: http://www.songtexte.com/uebersetzung/nick-cave-and-the-bad-seeds/into-my-arms-deutsch-63d68207.html Es geht nicht um eine nicht erwiederte Liebe und darum, dass Gott da auch nicht helfen kann. Im Gegenteil wird von Gott erbeten, dass er sich bloß nicht einmischen soll usw.

  10. sapere Says:

    Ähm, ich fürchte da liegt ein Mißverständnis vor. Die deutsche Übersetzung ist korrekt. Und sie spricht davon, dass der Gott, an den der Sänger nicht glaubt, die Geliebte in seine Arme führen soll. Voraussetzung dafür ist, da sie da offenbar nicht (mehr) ist.

    Und warum sollte er so ein Lied singen?

    Christina, das Weinen der Menschen erschließt sich Dir oder eben nicht. Vielleicht macht es Dir die Sprachbarriere auch schwer, den metaphorischen Gehalt zu erfassen. Aber mir ist klar, warum sie weinen. Sei weinen weil sie unter Trennung oder Verlust leiden.

    Und wie gesagt, es ist eine Frage des Subtextes. Dessen, was ZWISCHEN den Zeilen steht.

    Ich habe das lange auch nicht begriffen. Aber als ich es begriff, war ich überwältigt.

  11. Nemesis Says:

    @sapere aude, #7

    “ Ich denke, Nemesis, dass es in Gottes Hand liegt. Und dass ich darauf vertrauen kann, dass er alles seinem Ratschluss gemäß lenkt. Deshalb bin ich in dieser Frage ruhigen Herzens.“

    Mh, also glaubst Du offenbar doch an einen interventionistischen Gott. Glaubst Du wirklich, dass Gott die Zerstörung (nicht nur) unserer Lebensgrundlagen lenkt? Ja aber dann wäre ja Gott für die Zerstörung (nicht nur) unserer Lebensräume verantwortlich.

    Also ich persönlich denke vielmehr, dass eine globale, menschliche Minderheit für die Zerstörung (nicht nur) unserer Lebensgrundlagen verantwortlich ist^^

    Ich hatte hier auf Deinem Blog mal einen meiner Schwager zitiert, der wörtlich sagte:

    “ Es gibt keinen Klimawandel und wenn doch irgendwas mit dem Klima nicht stimmt, dann drückt Er einen Knopf und das Problem ist gelöst.“

    Hattest Du diese ignorante, wundergläubige Haltung nicht auch kritisiert? Was also unterscheidet dann überhaupt Deine Haltung von der ignoranten Haltung meines Schwagers?! Denkst Du nicht, dass der Mensch als Gast auf diesem Planeten eine VERANTWORTUNG für eben diesen Planeten und ebenso für seine eigenen etwaigen Nachkommen hat?! Willst Du jene etwaigen Nachkommen etwas gänzlich ihrem unverschuldeten Schicksal überlassen mit dem lässigen Statement:

    “ Ich denke, Nemesis, dass es in Gottes Hand liegt. Und dass ich darauf vertrauen kann, dass er alles seinem Ratschluss gemäß lenkt. Deshalb bin ich in dieser Frage ruhigen Herzens.“

    ???

    Ich hoffe sehr, die Jugend wird dereinst genauso gelassen ihrem ökologischen Untergang entgegen sehen, denn solange sich eine gewisse Minderheit auf diesem Planeten für die Lebensgrundlagen ihrer eigenen Nachkommen nicht zuständig fühlt und ihre Verantwortung stattdessen an den lieben Gott im Himmel delegiert, ist deren Untergang besiegelt.

    „kopfschüttel“…

  12. Nemesis Says:

    Nun gut, nehmen wir an, der liebe Gott lenkt tatsächlich den globalen Klimawandel. Dann möchte er wohl seine eigene Schöpfung, den Planeten Erde, GRILLEN:

    https://twitter.com/rahmstorf/status/788393829472800768

    Sapere aude, Du hast doch offenbar einen heissen Draht zum lieben Gott… Kannst Du mir erklären, warum der liebe Gott seine eigene Schöpfung grillt?! Ist der Mann ein Sadist, ein Feuerteufel, ein BRANDSTIFTER? 😎

  13. Nemesis Says:

    Nu ja, ich hab nicht wirklich eine Antwort erwartet. So what, ich hab nix zu verlieren, ich bin hier eh nur auf der Durchreise. Vertrauen wir also darauf, dass der liebe Gott gemeinsam mit Mutter Natur die Ölindustrie bzw Corporate Empire in die richtige Richtung lenken wird: Abwärts– ich bin da recht guter Dinge 3:-)

  14. sapere Says:

    Nemesis, ich denke, dass die Worte „Sadist, ein Feuerteufel, ein BRANDSTIFTER“ menschliche Zuschreibungen sind, die aus der Wut und Verzweiflung herrühren, die mit der Konfrontation mit dem Unvermeidlichen einhergehen.

    Dass Gott uns sterben lässt, ist die denkbar größte Kränkung, die wir uns vorstellen können. Gott wird deshalb gern als größter Schlächter apostrophiert. Alle anderen Katastrophen – also auch die von Dir so gefürchtete Klimakatastrophe – ist ja im Vergleich zum individuellen Tod nur eine Fußnote.

    Anknüpfend an die Epiphanie des letzten Monats, möchte ich sagen, dass unsere Aufgabe ist, dieses individuelle Sterben zu lernen. Und wenn wir das können, könnnen wir auch die Klimakatastrophe als die Notwendigkeit akzeptieren, die sie ist … ohne Gott dafür in Haftung zu nehmen und anzuklagen.

    Besser ist es den Umgang mit dem Unvermeidlichen zu lernen.

    Die eigentliche Frage ist doch nicht, wie wir die Klimakatastrophe verhindern können. Wir können sie nicht verhindern. Wir werden alle sterben. Die eigentliche Frage ist: Kannst Du sterben? Und kannst Du deshalb leben?

  15. Nemesis Says:

    Hoppla, doch eine Antwort. Eine Antwort, die auf meiner Wellenlänge ist^^

    Ich denke, Du kennst mich inzwischen soweit, um erkannt zu haben, dass ich ein Provokateur und Quertreiber bin 🙂 Warum? Nun, das Leben selbst ist ein Provokateur und Quertreiber, nicht wahr? Ständig fordert uns das Dasein heraus, spricht uns an und fordert Antworten. Und so war auch meine Anfrage, ob Gott ein Brandstifter ect sei, gemeint 🙂 Worte auf einem Bildschirm können vielfältig gedeutet werden, buchstäblich je nach Lust und Laune sozusagen denn es fehlt die Mimik, Gestik, Sprachmelodie usw., daher ist es oft schwierig, die Worte des Gegenüber’s zu deuten, daher entstehen nicht selten Missverständnisse. Um also nochmal auf den Brandstifter ect zurückzukommen:

    Ich denke natürlich nicht, dass Gott ein Brandstifter oder gar ein „Schlächter“ ist. Ich denke vielmehr, dass Taten Folgen haben. Jede Tat hat Folgen, es gibt keine Tat ohne Folgen. Der überwiegende Teil des Klimawandels hat menschliches Verhalten als Ursache- es ist also garnicht Gott, der für den Klimawandel verantwortlich ist, sondern eine menschliche, globale Minderheit. Der moderne Mensch hat entweder überhaupt keinen Gott, sondern bloss noch „Materie“, Atome, Meter, Zentimeter usw oder er projiziert Gott (als theistischer Mensch) meist in irgendeinen fernen, abstrakten Himmel. Und die Natur dient vornehmlich zum Ausbeuten. Ich persönlich jedoch sehe in der gesamten Schöpfung den Tempel des Herrn, Gott wohnt also IN der Natur, nicht ausserhalb von ihr. Ebenso lebt der Mensch IN der Natur und nicht ausserhalb von ihr. Der Mensch ist abhängig von der Natur und sollte pfleglich mit ihr umgehen. Es geht ja nicht nur um den Klimawandel, sondern ganz allgemein um die gestörte Beziehung des modernen Menschen zur Natur, zu seiner eigenen Natur. Zwei wesentliche Aspekte sehe ich da:

    Der moderne Mensch hat kaum noch eine lebendige Beziehung zur Natur und daher hat er kaum eine lebendige Bezieung zum sog. „Numinosen“, zum Mysterium, zu Gott, um es in theistischer Sprache zu sagen. Und so sucht denn der moderne Mensch Befriedung, Erfüllung in materiellen Dingen, im endlosen Konsum. Die ökologischen Folgen sind unübersehbar. Der moderne Mensch braucht eine neue Beziehung zum Numinosen, zum Mysterium, zu Gott. Der moderne Mensch muss sich im vornehmlich INNERN weiterentwickeln, nicht bloss im Äusseren. Ich denke, wir sind uns da im Wesentlichen einig. Du persönlich hast diese Notwendigkeit zum inneren Wachstum ja auch für Dich selbst erkannt und bist daher über die rein rationalistische, materialistische Naturwissenschaft hinausgewachsen. Das ist es, was der moderne Mensch bitter nötig hat:

    Er braucht eine lebendige, kreative Verbindung zum Unendlichen, zur Ewigkeit (nenne es ruhig „Gott“), da er sich sonst im Endlichen verliert. Das Endliche allein kann den Menschen niemals dauerhaft befriedigen, da er selbst aus dem Unendlichen, aus der Ewigkeit kommt und daher unendliche Sehnsucht nach dem Unendlichen, nach der Ewigkeit hat. Ohne jene lebendige Beziehung zum Unendlichen verhält sich der moderne Mensch wie ein heimatloses, nimmersattes Ungeheuer, das nach und nach den gesamten Planeten vertilgt, ohne jedoch jemals satt zu werden. Ein hartes Schicksal, nicht wahr?

    Ich gebe Dir Recht:

    Unsere Aufgabe ist es, das Sterben zu lernen, NEU zu lernen. In früheren Zeiten hatten die Menschen eine ganz andere Beziehung zum Sterben, als heute. Der Tod wurde nicht aus dem Alltag verdrängt, der Tod war allgegenwärtig und es gab eine regelrechte Kunst des Sterbens (Ars Moriendi). Das ist übrigens auch laut sämtlicher religiösen Lehrer die Vorraussetzung, um zu Gott zu kommen. Wer nicht stirbt, kann nicht in die Ewigkeit eingehen. Heutzutage gibt es den Tod bloss noch im Kino, im Fernsehen, in der Zeitung oder weggesperrt in Krankenhäusern. Nur wer eine lebendige Beziehung zum Tod hat, kann auch eine lebendige Beziehung zur Ewigkeit, zur Unendlichkeit haben. Der Tod ist gewissermassen die Horizontlinie des beschränkten, rationalen Denkens in Raum und Zeit. Jenseits dieser Horizontline beginnt die Unendlichkeit, die Ewigkeit, Gott.

    Ob wir die Klimakatastrophe verhindern können, weiss ich nicht. Aber wir können lernen, die Natur und Gott und auch uns selbst mit anderen Augen zu sehen und dazu zählt eben, die Natur, die Erde, unsere Heimat mit Respekt und Mitgefühl zu behandeln. Stimmst Du mir da zu?

  16. Nemesis Says:

    Korrektur:

    „Das ist übrigens auch laut sämtlicher religiösen Lehrer die Vorraussetzung, um zu Gott zu kommen.“ soll heissen:

    „Das ist übrigens auch laut sämtlicher ernstzunehmender religiöser Lehrer die Vorraussetzung, um zu Gott zu kommen.“

  17. sapere Says:

    Nemesis, es gibt Dinge in Deinem Text, mit denen ich konform gehe und Dinge, die ich nicht so sehe.
    Ich beginne mal mit den Dingen, die ich uneingeschränkt unterschreiben würde.

    Ich denke natürlich nicht, dass Gott ein Brandstifter oder gar ein „Schlächter“ ist. Ich denke vielmehr, dass Taten Folgen haben. Jede Tat hat Folgen, es gibt keine Tat ohne Folgen. Der überwiegende Teil des Klimawandels hat menschliches Verhalten als Ursache- es ist also garnicht Gott, der für den Klimawandel verantwortlich ist, sondern eine menschliche, globale Minderheit. Der moderne Mensch hat entweder überhaupt keinen Gott, sondern bloss noch „Materie“, Atome, Meter, Zentimeter usw oder er projiziert Gott (als theistischer Mensch) meist in irgendeinen fernen, abstrakten Himmel. Und die Natur dient vornehmlich zum Ausbeuten.

    Soweit d’accord.

    Doch dann

    Ich persönlich jedoch sehe in der gesamten Schöpfung den Tempel des Herrn, Gott wohnt also IN der Natur, nicht ausserhalb von ihr.

    Damit gehe ich nicht konform. Gott ist weder nur „in der Natur“ noch identisch mit ihr. Ich weiß nicht, inwieweit Du eine pantheistische Perspektive vertrittst. Aber Gott ist nicht identisch mit der gesamten (uns begreiflichen) Natur. Gott ist mehr. Weit mehr über die Grenzen des natürlichen und Begreiflichen hinaus. 

    Weiters schreibst Du:

    Ebenso lebt der Mensch IN der Natur und nicht ausserhalb von ihr. Der Mensch ist abhängig von der Natur und sollte pfleglich mit ihr umgehen. Es geht ja nicht nur um den Klimawandel, sondern ganz allgemein um die gestörte Beziehung des modernen Menschen zur Natur, zu seiner eigenen Natur.

    Wieder d’accord. 🙂

    Aber dann schreibst Du:

    Zwei wesentliche Aspekte sehe ich da: Der moderne Mensch hat kaum noch eine lebendige Beziehung zur Natur und daher hat er kaum eine lebendige Bezieung zum sog. „Numinosen“, zum Mysterium, zu Gott, um es in theistischer Sprache zu sagen.

    Ich würde Gott nicht mit „DEM Numinosen“ oder „DEM Mysterium“ ineins setzen. Gott hat die Eigenschaft des Unergründlichen – aber er IST nicht DAS NUMINOSE. 

    Du schreibst weiter:

    Und so sucht denn der moderne Mensch Befriedung, Erfüllung in materiellen Dingen, im endlosen Konsum. Die ökologischen Folgen sind unübersehbar. Der moderne Mensch braucht eine neue Beziehung zum Numinosen, zum Mysterium, zu Gott. Der moderne Mensch muss sich im vornehmlich INNERN weiterentwickeln, nicht bloss im Äusseren. Ich denke, wir sind uns da im Wesentlichen einig.

    Wir sind uns im Wesentlichen darin einig, dass die Menschen eine Beziehung zu Gott – nicht aber zu „DEM Mysterium“  brauchen.

    Du persönlich hast diese Notwendigkeit zum inneren Wachstum ja auch für Dich selbst erkannt und bist daher über die rein rationalistische, materialistische Naturwissenschaft hinausgewachsen. Das ist es, was der moderne Mensch bitter nötig hat:

    Ja.

    Er braucht eine lebendige, kreative Verbindung zum Unendlichen, zur Ewigkeit (nenne es ruhig „Gott“), da er sich sonst im Endlichen verliert.

    Teils richtig. Aber noch einmal: Gott IST nicht das Unendliche oder Die Ewigkeit. Ewigkeit ist eine(!) seiner Eigenschaften. Aber – richtig – die Konzentration auf Gott – nicht Das Unendliche – erlaubt Transzendenz. 

    Das Endliche allein kann den Menschen niemals dauerhaft befriedigen, da er selbst aus dem Unendlichen, aus der Ewigkeit kommt und daher unendliche Sehnsucht nach dem Unendlichen, nach der Ewigkeit hat. Ohne jene lebendige Beziehung zum Unendlichen verhält sich der moderne Mensch wie ein heimatloses, nimmersattes Ungeheuer, das nach und nach den gesamten Planeten vertilgt, ohne jedoch jemals satt zu werden. Ein hartes Schicksal, nicht wahr?

    Interessanter Gedanke. Vernichtung des Endlichen aus Sehnsucht nach dem Unendlichen.

    Du schreibst

    Ich gebe Dir Recht:

    Unsere Aufgabe ist es, das Sterben zu lernen, NEU zu lernen. In früheren Zeiten hatten die Menschen eine ganz andere Beziehung zum Sterben, als heute. Der Tod wurde nicht aus dem Alltag verdrängt, der Tod war allgegenwärtig und es gab eine regelrechte Kunst des Sterbens (Ars Moriendi). Das ist übrigens auch laut sämtlicher religiösen Lehrer die Vorraussetzung, um zu Gott zu kommen. Wer nicht stirbt, kann nicht in die Ewigkeit eingehen. Heutzutage gibt es den Tod bloss noch im Kino, im Fernsehen, in der Zeitung oder weggesperrt in Krankenhäusern. Nur wer eine lebendige Beziehung zum Tod hat, kann auch eine lebendige Beziehung zur Ewigkeit, zur Unendlichkeit haben. Der Tod ist gewissermassen die Horizontlinie des beschränkten, rationalen Denkens in Raum und Zeit. Jenseits dieser Horizontline beginnt die Unendlichkeit, die Ewigkeit, Gott.

    Nein. Gott ist gegenwärtig. Nicht erst nach dem Tod.

    Du schreibst:

    Ob wir die Klimakatastrophe verhindern können, weiss ich nicht. Aber wir können lernen, die Natur und Gott und auch uns selbst mit anderen Augen zu sehen und dazu zählt eben, die Natur, die Erde, unsere Heimat mit Respekt und Mitgefühl zu behandeln. Stimmst Du mir da zu?

    Ja. In diesem Punkt, ja. 🙂

    Ich bemerke, Deine strittigen Argumente sind eingebettet in Selbstverständlichkeiten. Das mußte ich mal auseinanderklamüsern.

    Grundsätzlich besteht Einigkeit über den menschengeamchten Klimawandel und die Notwendigkeit zur Hinwendung zur geistlichen/inneren Sphäre. Dissens besteht über die Eigenschaften und die Definition Gottes. Aber das ist ja nicht neu 🙂

  18. Nemesis Says:

    Werter sapere aude, bevor ich Deinen Kommentar eingehend beantworte, möchte ich noch folgenden Artikel mit Dir teilen:

    “ Trees have friends, feel loneliness, scream with pain and communicate underground via the “woodwide web”. Some act as parents and good neighbours. Others do more than just throw shade – they’re brutal bullies to rival species. The young ones take risks with their drinking and leaf-dropping then remember the hard lessons from their mistakes. It’s a hard-knock life.

    A book called The Hidden Life of Trees is not an obvious bestseller but it’s easy to see the popular appeal of German forester Peter Wohlleben’s claims – they are so anthropomorphic. Certainly, a walk in the park feels different when you imagine the network of roots crackling with sappy chat beneath your feet. We don’t know the half of what’s going on underground and beneath the bark, he says: “We have been looking at nature for the last 100 years like [it is] a machine.”…

    “The thing that surprised me most is how social trees are. I stumbled over an old stump one day and saw that it was still living although it was 400 or 500 years old, without any green leaf. Every living being needs nutrition. The only explanation was that it was supported by the neighbour trees via the roots with a sugar solution. As a forester, I learned that trees are competitors that struggle against each other, for light, for space, and there I saw that it’s just vice versa. Trees are very interested in keeping every member of this community alive.”…

    https://www.theguardian.com/environment/2016/sep/12/peter-wohlleben-man-who-believes-trees-talk-to-each-other

    Das ist es, was der moderne Mensch WIEDER lernen muss:

    Die Natur ist lebendig, leidensfähig, voll Bewusstsein, keine leblose Maschine. Aus meiner Sicht wohnt Gott IN der Natur. Wo sollte denn Gott sonst wohnen, wenn nicht in der Natur, in den Bäumen, auch im Menschen, im gesamten Kosmos? Wo?

  19. Nemesis Says:

    “ We have been looking at nature for the last 100 years like [it is] a machine.”…“

  20. Nemesis Says:

    Nun denn, dann möchte ich Deinen letzten Kommentar hier nun endlich beantworten.

    Zunächst mal freut es mich, dass wir hinsichtlich des anthropogen verursachten Klimawandels und auch, was die eher ungesunde Bezieung des modernen Menschen zur Natur betrifft, übereinstimmen. Ebenso sind wir uns einig, dass der moderne Mensch, so er denn rein rationalistischer Atheist ist und jedwede Wirk- lichkeit jenseits der Naturwissenschaften bestreitet, dringend einen neuen Bezug zur Ewigkeit, zum Transzendenten braucht.

    Nun zu der Frage, ob Gott IN der Natur ist oder nicht. Du schreibst:

    “ Damit gehe ich nicht konform. Gott ist weder nur „in der Natur“ noch identisch mit ihr. Ich weiß nicht, inwieweit Du eine pantheistische Perspektive vertrittst. Aber Gott ist nicht identisch mit der gesamten (uns begreiflichen) Natur. Gott ist mehr. Weit mehr über die Grenzen des natürlichen und Begreiflichen hinaus.“

    Ich sagte ja auch nicht, dass Gott ausschliesslich in der Natur zu finden sei, bzw nicht über die Natur hinausginge. Ich stimme also vollkommen mit Dir überein:

    Gott geht weit, weit über die Grenzen des Natürlichen und Begreiflichen hinaus. Gerade DAS macht ihn ja für die einen so attraktiv und für die anderen so unbegreiflich, ja unglaublich 🙂 Und gerade daher denke ich, braucht der moderne Mensch einen neuen, kreativen Bezug zum Tod, denn der Tod geht ja ebenso in gewisser Weise definitionsgemäss über jede Begrifflichkeit (und somit über die mechanistische Ratio) hinaus. Insofern IST der Tod (jedenfalls aus menschlicher Perspektive) transzendent und eröffnet das Potenzial der Transzendenz. Die urmenschliche, bewusste Erfahrung des Todes war somit ja auch laut Religionsgeschichte die Wurzel jedweder Religion.

    Was die von Dir angesprochene pantheistische Perspektive betrifft, so fühle ich mich dem Pantheismus sehr nahe. Aber eigentlich bin ich letztlich wohl das, was man einen „Kosmo-Theisten“ nennt:

    “ Der Kosmotheismus ist ein Begriff der Religionsphilosophie. Im Kosmotheismus spielt, im Gegensatz zum Theismus, die Welt selbst eine zentrale Rolle als ordnende und schöpfende Kraft. Sie ist nicht der willentliche Akt eines Schöpfergottes, sondern ist von alleine entstanden, bzw. es hat sie schon immer gegeben. Die Trennung von Natürlichem und Übernatürlichem besteht nicht (Monismus).

    Der Kosmotheismus kann sowohl als atheistisch, polytheistisch oder monotheistisch aufgefasst werden. Das verbindende Element ist die Auffassung, dass es eine Kraft gibt, der die Götter bzw. der Gott unterworfen sind, wie Karma oder Dharma im Hinduismus und Buddhismus oder Dao im Daoismus.

    Bezogen auf China gebrauchte Jan Jakob Maria de Groot 1918 den Ausdruck „Universismus“, um die für das altchinesische Denken maßgebliche Überzeugung von der Ordnung des Kosmos und der Entsprechung des menschlichen Mikrokosmos zum Makrokosmos des Universums damit zu bezeichnen. Helmuth von Glasenapp nahm diesen Ausdruck auf und unterschied mit Hilfe des Begriffes Universismus die Religionen, in denen ein „ewiges Weltgesetz“ angenommen wird, wie in der Kosmologie des Daoismus und Konfuzianismus, von solchen Religionen, in denen ein Schöpfergott mit seinem Willen die Welt erschafft, wie dies im Judentum, Christentum und Islam der Fall ist.

    Schwierig zu unterscheiden vom Kosmotheismus ist der Pantheismus: Während sich das Göttliche für den Pantheisten in der Vielfalt der Welt einmalig und einzigartig ausdrückt, ist die Welt für den Kosmotheisten nur eine Erscheinungsform des göttlichen Seins, neben der es noch andere geben könnte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmotheismus

    Ich glaube also insofern nicht an den männlichen, patriarchialen Schöpfer- und Macher-Gott der sog. abrahamitischen Religionen. Dieser Gott setzt einen Anfang der Schöpfung, also einen linearen Zeitpfeil. Genau dieser Zeitpfeil ist so typisch für die abrahamitischen Religionen und, daraus hervorgehend, für die gesamte abendländische Kultur mit all ihrem in der Zeit vorwärtsgerichteten Fortschrittsglauben ect (die abrahmitische Religion und die moderne Kultur inklusive moderner Naturwissenschaft sind sich näher, als das manche Atheisten wahrhaben wollen, grins). Vor jenem „abrahamitischen“, linearen Zeitpfeil hatte der Mensch ein zirkuläres Weltbild, das sich voll an den Kreisläufen der Natur orientierte und eben genau in diesen ein göttliches Wirken erkannte. Dieses Weltbild war im Übrigen sehr matriarchial ausgerichtet (das belegen unzählige archäologische Funde). Schliesslich jedoch fand der Mann aufgrund systematischer astronomischer Beobachtung heraus, dass nicht nur die Frau die Schöpfung in’s Dasein rief, sondern ebenso der Mann. Neun Monate zwischen Zeugung und Geburt sind eine lange Zeit, da ist der männliche Anteil an der Schöpfung erstmal überhaupt nicht offensichtlich. Erst durch Nachrechnen kam der Mann dahinter. Nun denn, gestärkt durch sein neues, schöpferisches Selbstbewusstsein übernahm schliesslich der Mann, mehr oder weniger gewaltsam, das Ruder. All das lässt sich menscheitsgeschichtlich recht gut belegen (siehe dazu übrigens zB auch E. Drewermann!). Jene hier von mir beschriebenen Entwicklungen haben im Übrigen auch einen grossen Anteil an der Misere des modernen Menschen. Die moderne Gesellschaft ist männlich geprägt, es herrscht weitgehend die Ratio, der Verstand, Effektivität, Kampfeswille, Erobererdrang, Entdeckerdrang usw.

    Da ich mich während vieler Jahre ausführlich mit jenen geschilderten Zusammenhängen der Menschheitsgeschichte auseinandergesetzt habe, bin ich schliesslich für mich persönlich zu dem Schluss gekommen, dass mir die lineare, patriarchiale Perspektive der abrahamitischen Religionen nicht genügt. Allerdings möchte ich auch nicht wieder zurück in die matriarchiale Urzeit. Ich persönliche habe für mich eine SYNTHESE beider Perspektiven, sowohl der matriarchal-zirkulären, als auch der patriarchial-linearen Perspektive verwirklicht. Diese Perspektive könnte man als „Spiral“- Perspektive bezeichen, in der Zeit und Ewigkeit, Linearität und Zirkularität, männlich und weiblich ect ineinander, komplementär wirken. Ein Bild für diese Perspektive liefert zB das Symbol des Tao bzw Dao:

    “ Dào bezeichnet in der daoistischen chinesischen Philosophie ein ewiges Wirk- oder Schöpfungsprinzip, das für den Ursprung der Einheit und Dualität und damit für die Entstehung der Welt (Die „Zehntausend Dinge“) verantwortlich ist. Aus Dào entstehen die Polaritäten Yīn und Yáng und dadurch die Gegensätze, aus deren Zusammenspiel sich Wandel, Bewegung und gegenseitige Durchdringung und dadurch die Welt ergibt. Dào ist allumfassend und meint sowohl die dualistischen Bereiche der materiellen Welt als auch die transzendenten jenseits der Dualität. Das Dào ist also sowohl ein Prinzip der Immanenz als auch der Transzendenz. Es stellt den höchsten Seinszustand dar. In seiner transzendenten Funktion, als undifferenzierte Leere ist es die Mutter des Kosmos, als immanentes Prinzip das, was alles durchdringt.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Dao

    Um den Kommentar nicht zu lang werden zu lassen, mache ich hier einen Brake und fahre ein wenig später in einem weiteren Kommentar fort…

  21. Nemesis Says:

    Ich möchte noch etwas ganz Grundsätzliches anmerken, bevor ich fortfahre:

    Ich hatte bis zu meinem 17. Lebensjahr keinerlei wirklichen Bezug zur Religion, ich war also bis dahin rein „weltlich“ orientiert, wenn man so will. Im Alter von 17 Jahren sass ich eines Abends allein in meinem Zimmer und dachte an nichts Besonderes. Ich erinnere mich noch, dass der Mond in mein Fenster schien. Plötzlich und vollkommen unerwartet erfasste mich ein Gefühl unbeschreiblicher Extase, wie ein Feuer, das alles, was ich bis dahin für möglich gehalten hätte, null und nichtig erscheinen liess. Es war, als wäre ich aus meiner gewöhnlichen Haut herausgeschleudert worden und ich erfuhr die Wirklichkeit irgendwie so, wie sie, jenseits meiner bisherigen Vorstellungen, eigentlich und ewig war und ist. Alles war plötzlich genau an seinem richtigen Platz, der Kosmos erschien als ewige Heimat, mein Dasein selbst erschien als ewige Heimat. Es war, als wäre ich in meiner Urheimat angelangt, hineingefallen in eine ewige, ureigene, innere Wesenheit. Ein Feuer unbeschreiblicher Extase hatte mich in diesem Moment für immer verändert. Ich sass einige Minuten vollkommen reglos da, wie gelähmt und dieses unbeschreibliche Feuer der Extase ströhmte durch meinen gesamten Geist und meinen gesamten Körper, bis es schliesslich abebbte und ich mich in meinem gewöhnlichen Zimmer wiederfand. Seitdem war mein Leben vollkommen umgekrempelt und bis heute prägen diese wenigen Minuten mein gesamtes Dasein. Dies ist meine Ausgangserfahrung, von der aus ich hier schreibe. Ich denke, man kann jene Erfahrung in gewisser Weise durchaus mit Deiner Erfahrung von Tod und Wiedergeburt vergleichen.

    Religion, jede Religion, dient mir im Grunde lediglich dazu, eine Sprache zu finden, um jene Grunderfahrung mitzuteilen. Und so rede ich denn zB mit Buddhisten ganz anders, als mit Christen ect. Ich versuche stets, mich der jeweiligen Sprach- und Bilderwelt soweit als möglich anzupassen, um eine Verständigung zu finden. Daher gibt es für mich keine absolut richtige Religion. In meinem Gitarrenunterricht sage ich immer „Erlaubt ist, was funktioniert“. Wenn also jemand durch die christliche Relgion seinen Frieden gefunden hat, dann sehe ich für mich überhaupt keine Veranlassung, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Und daher kann ich mich wirklich, wie ich das ja auch schon einige Male erwähnt habe, zB durchaus mit Dir über Deine Wandlung, Deinen Tod und Deine anschliessende Wiederauferstehung freuen 🙂 Und Du sagtest ja auch selbst, dass Du in erster Linie SUBJEKTIV glaubst, dass Du FÜR DICH den richtigen Weg gefunden hast. Diese Auffassung betrachte ich als tolerant und weise und ich schätze diese Haltung sehr, denn nur so kann es zu einem wirklich fruchtbaren Austausch kommen, ohne, dass der eine versucht, den anderen zu belehren, zu retten, zu bekehren oder weiss der Teufel was 😀

  22. Nemesis Says:

    Nun also weiter mit der Beantwortung Deines letzten Kommentars:

    Du schreibst:

    “ Ich würde Gott nicht mit „DEM Numinosen“ oder „DEM Mysterium“ ineins setzen. Gott hat die Eigenschaft des Unergründlichen – aber er IST nicht DAS NUMINOSE.“

    Nun gut, dann sage ich: Gott hat die Qualität, das Attribut des Numinosen, er hat die Eigenschaft des Mysteriums, des Unergründlichen, der Ewigkeit. Würdest Du dem zustimmen?

    Du schreibst weiter:

    “ Wir sind uns im Wesentlichen darin einig, dass die Menschen eine Beziehung zu Gott – nicht aber zu „DEM Mysterium“ brauchen.“

    Nun gut, dann sage ich: Der moderne Mensch braucht eine Beziehung zu Gott, der unter anderem die Eigenschaft des Mysteriums in sich trägt. Magst Du dem so zustimmen?

    Du schreibst weiter:

    “ Aber noch einmal: Gott IST nicht das Unendliche oder Die Ewigkeit. Ewigkeit ist eine(!) seiner Eigenschaften. Aber – richtig – die Konzentration auf Gott – nicht Das Unendliche – erlaubt Transzendenz.“

    Ok, ich verweise auf meine Antworten weiter oben in diesem Kommentar und formuliere wiederum um: Gott hat die Eigenschaft des Unendlichen, der Ewigkeit. Übrigens, diesen, wie ich finde, sehr wichtigen Satz möchte ich nochmal gesondert aufgreifen:

    “ Aber – richtig – die Konzentration auf Gott – nicht Das Unendliche – erlaubt Transzendenz.“

    Genau hier sehe ich eine Chance für den modernen Menschen. Der moderne Mensch, so er denn ausschliesslich wissenschaftlich-rationalistisch orientiert ist, braucht eine Perspektive der TRANSZENDENZ, eine ERFAHRUNG der Transzendenz, die ihn, genau wie Dich und mich (jeder auf seinem eigenen Weg) von der rein materialistisch-rationalistisch, finalistischen Perspektive befreit. Der Begriff der Transzendenz scheint mir hier den grossen Vorteil zu haben, dass er für sich genommen zunächst mal keine religiöse Festlegung irgendwelcher Art impliziert, sondern durchaus auch für Atheisten annehmbar sein könnte. Wärst Du eigentlich grundsätzlich damit einverstanden, dem modernen Menschen Wege zur Transzendenz jenseits einer bestimmten Religion zu eröffnen (zB auch die Kunst, meditation, die Natur ect kann da eine Menge leisten)? Ich meine, wir können nicht alle Menschen zum Christentum bekehren, soviel sollte nach 2000 Jahren klar sein 🙂

    Du schreibst:

    “ Gott ist gegenwärtig. Nicht erst nach dem Tod.“

    Natürlich ist Gott nicht erst im Tod gegenwärtig, das habe ich ja auch garnicht gesagt. Ich wollte lediglich sagen, dass der Tod den begrenzten Horizont der menschlichen Vernunft markiert. Jenseits die Grenze liegt das Mysterium, als eine Eigenschaft Gottes. Über den Tod zu meditieren kann den Weg zum Transzendenten eröffnen, diese Tatsache haben sich alle Religionen zunutze gemacht (Ars Moriendi), hier sind wir wieder bei der menschheitsgeschichtlichen Wurzel aller Religion:

    Der Tod als existenziell erschütternde Erfahrung, die nach einer Antwort, nach einer transzendenten Antwort verlangt.

    Yoh, genug für heute. Ich bitte um Enschuldigung für das dreimalige Piepen 😉

  23. Nemesis Says:

    Übrigens, ich möchte eine Aussage von mir korrigieren:

    Es nicht wirklich so, dass ich nicht weiss, ob der anthropogene Klimawandel noch zu stoppen sei. Ich hatte, als ich diese Aussage gemacht hatte, für einen Moment den Gedanken, ich müsse ein wenig Optimismus verbreiten und ausserdem ist es seitens der ernstzunehmenden Klimawissenschaftler allgemein üblich, KEINEN Pessimismus zu verbreiten, den sie hoffen IMMER NOCH, dass Politik und Wirtschaft doch noch grundlegend etwas ändern werden, hahahaha. Aber ich sehe mich doch unterm Strich eher gehalten, meinem Nickname auch weiterhin voll und ganz gerecht zu werden:

    It’s over. Wir haben keine Chance mehr, den Klimawandel noch zu stoppen, es sind bereits zuviele Kipppunkte überschritten. Zur Zeit findet in der Arktis ein beispielloser Verlust des Meereises statt. Der Zeitpunkt, wenn wir das erste sog. „Blue Ocean Event“ erleben, ist sehr, sehr nahe, es kann von nun an prinzipiell jedes Jahr passieren, evt schon im nächsten Jahr. Wenn das geschieht, dann wird auf der Nordhalbkugel die wahre, wirkliche Hölle auf Erden losbrechen.

    BITTER, BITTER, BITTER ist das alles. Die Wissenschaft weiss seit annähernd 200(!) Jahren um die Auswirkungen der extremen, anthropogenen CO2- Emissionen. Und DENNOCH haben die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft (incl. der Konsumherde) die knallharten Tatsachen systematisch ignoriert und sie haben ALLE reellen Chancen auf einen Kurswechsel vertan zugunsten reiner, endloser PROFITGIER.

    Kannst Du verstehen, dass ich aus weiser Voraussicht keine Kinder gezeugt habe und unendlich froh darübdr bin? Man opfert EISKALT die Zukunft der Jugend aus reiner Ignoranz und Profitgier. Hätte ich Kinder, ich würde Amok laufen. Aber ich habe keine und bin heilfroh darüber.

    BITTER, BITTER, BITTER ist das alles. Nein, sapere aude, ich habe um mich persönlich keine Angst vor dem Klimawandel, ich befasse mich seit 30 Jahren mit dieser Thematik, somit hatte ich unendlich viel Zeit, mich innerlich darauf vorzubereiten, ich hab nix zu verlieren. Aber ich empfinde immer noch grosse WUT über die unsägliche Ignoranz, mit der man die Jugend und den gesamten Planeten eiskalt in die Hölle schickt. Nun denn:

    Gerechtigkeit wird siegen.

  24. Nemesis Says:

    Der Mensch hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Wenn ein Mensch zB tödlich an Krebs erkrankt ist, dann erwartet man von seinem Arzt schliesslich auch, dass er ihm die Wahrheit sagt und keine zweckoptimistische Schönfärberei betreibt.

    Weiterführende Informationen:

    https://forum.arctic-sea-ice.net/index.php?board=3.0

  25. Nemesis Says:

    Hier die perfekte Illustration der Geschichte- Hieronymus Bosch’s „Garten der Lüste“ (von links nach rechts zu lesen):

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/El_jard%C3%ADn_de_las_Delicias,_de_El_Bosco.jpg

    Willkommen in der Hölle 😎

  26. sapere Says:

    Nemesis, so sehr ich Deinen Ansatz nachvollziehen und verstehen kann … er krankt an einem Problem, an dem alle wissenschaftlich-abstrakte Interpretation der Religiosität krankt … an seiner emotionalen Kälte und Hoffnungslosigkeit … und Deine Hoffnungsloigkeit und Resignation schlägt sich dann letztlich – so habe ich das Gefühl – in Deinen Kassandrarufen zum Klimawandel nieder.

    Du schreibst, Du hättest aus „weiser Voraussicht“ keine Kinder gezeugt – weil Du wußtest, dass die Welt dem Untergang geweiht ist. Aber – Nemesis – Du hast Dich damit nicht nur der Freude, die Kinder und Familie bedeuten beraubt, sondern auch der Hoffnung darauf, dass Gott es gut mit uns meint. Unsere leibliche Existenz, unser Sündhaftigkeit, auch gegenüber der Natur, ist doch bereits eingepreist. Denkst Du, es gäbe hierfür keinen Plan? Denkst Du, es läge in Deiner, unserer, irgendeines Menschen Hand, die Welt in diese Richtung zu lenken, dass andere Menschen weniger Sünden begehen? Wer sind wir, dass wir die anderen für ihre Klimasünden richten könnten? Wir sind wir, zu wissen, was in 10, 20, 100, 1000 Jahren sein wird? Vielleicht kommt die Menschheit durch die unausweichlichen Klimakatastrophen zum Nachdenken?! Vielleicht ändert sich alles in einem uns bisher unbekannten Ausmaß? Wir wissen es nicht. Ich sehe meine Aufgabe darin – auch und gerade – im Angesicht der Apokalypse den guten Mut nicht zu verlieren und meinen Weg zu gehen und auf Gott zu vertrauen. Und hier hilft es mir nicht, die verschiedenen, ihm von Menschen zugeschriebenen – Eigenschaften Gottes zu kennen – sei es Mysterium , Ewigkeit, Transzendenz – und darüber diskutieren zu können. Es ist für mein Leben, für meinen Alltag wichtiger auf die völlig irrationale Zusage „fürchte dich nicht“ zu vertrauen. Denn die Furcht ist ein schlechter Ratgeber. Glaube, Liebe, Hoffnung ein guter.

    Die Menschen – und auch selbst – brauchen keine abgehobene wissenschaftliche Debatte mit Versatzstücken aus Philosophie, Anthropologie, Theologie, Religionswissenschaft, multikulturellen Weisheitslehren oder Poesie. Ich bedarf einer klaren Zusage. Und mag sie auch noch so illusorisch sein. Ich glaube an die Zusagen der Bergpredigt. Diese Worte geben mir die Kraft, meinen Alltag zu bewältigen und mich den Zumutungen der Welt gelassen und voller Vertrauen in den Ratschluss Gottes zu stellen. Selbst wenn da kein Gott wäre. Ich wäre ruhig und gefasst. Und in dieser Verfassung läßt sich das Unvermeidliche besser tragen und das Schöne dankbarer genießen.

  27. Nemesis Says:

    Werter sapere aude, herzlichen Dank für Deinen Reply.

    Ich stimme Dir zu: In der rationalen Wissenschaft haben Emotionen und Hoff- nungen keinen Platz. Und das ist auch gut so. Ich betrachte diese Tatsache also als positiv, im Gegensatz zu Dir, der Emotions- und Hoffnungslosigkeit in der Wissenschaft als Krankheit betrachtet. Wenn ich mich nicht rechtzeitig um Emotions- und Hoffnungslosigkeit bemüht hätte, dann hätte ich nie verstanden, wie das System funktioniert und wo es letztlich hinführt. Allerdings braucht man auch Emotion im rechten Moment, im rechten Kontext, zur rechten Zeit. Zum Beispiel braucht man Emotion, wenn man Musik macht. Da lasse ich dann auch gerne Emotion miteinfliessen, denn Musik funktioniert nicht ohne Emotion. Und auch das Schicksal, das die Kinder dieser Welt erwartet, lässt mich nicht kalt, weckt in mir Emotionen, starke Emotionen, offenbar ganz im Gegensatz zu Dir, der Du auf den lieben Gott vertraust. Wir dürfen gespannt sein, ob Dein Gott all diesen Kindrn helfen wird. Hoffnung brauche ich allerdings keine, ich betrachte Hoffnung als hinderlich, wenn man die Welt so sehen will, wie sie wik- lich ist.

    Du glaubst, ich hätte mich der Freude beraubt, da ich keine Familie gegründet und keine Kinder gezeugt habe? Nun, zunächst mal habe ich eine langjährige Beziehung erleben dürfen, in der es auch ein Kind gab. Und ich habe dieses Kind geliebt, als wäre es mein eigenes Kind. Und ich habe diese Zeit sehr genossen und auch sehr viel dabei gelernt. Das genügt mir vollkommen, ich brauch keine eigenen Kinder. Ausserdem habe ich Freuden kennengelernt, die mich VOLLKOMMEN glücklich machen, ich vermisse da nicht das Geringste. Im Übrigen: Weshalb sollte ich es je bereuen, keine Kinder in dieses System gesetzt habe? Weisst Du, ich hatte, wie gesagt, das Glück, Frau und Kind OHNE Trauschein und ohne eigenes Kind, für dessen Zeugung ich verantwortlich wäre, zu erleben. Ich könnte es mir nicht verzeihen, verantwotlich dafür zu sein, ein Kind in dieses System gesetzt zu haben und DENNOCH sind mir die Freuden von Frau und Kind nicht vorenthalten geblieben. Ich persönlich finde das perfekt, mich macht das glücklich 🙂

    Du fragst, ob ich dächte, wir könnten irgendjemanden von seinen Sünden abhalten? Nö. Warum sollte ich? Ich vertraue da voll und ganz auf Karma/Vipaka:

    Jeder Mensch erntet, was er sät. Soweit ich weiss, steht auch genauso in der Bibel. Wenn man zB den Planeten plattmacht, dann erntet man halt die Folgen davon. Wenn jemand freiwillig aus dem Fenster im 12. Stock springt, obwohl er unzählige Male gewarnt wurde, dass das evt ungesund sein könnte und er springt dennoch, dann muss er halt die Konsequenzen tragen. Und falls ihm ein interventionistischer Zauber-Gott zuhilfe eilt und durch ein Wunder verhindert, dass er sich den Hals bricht: Congratulations 🙂 Und damit ist auch gleich Deine Frage beanwortet, ob wir das Recht hätten, andere für ihre Verfehlungen zu richten:

    Ich sehe keine Veranlassung dazu, andere zu richten. Dafür sind Richter und Staatsanwälte zuständig. Ich habe weder die berufliche Kompetenz, noch die Macht, andere Menschen zu richten. Ich vertraue da, wie gesagt, voll und ganz auf Karma/Vipaka.

    “ Vielleicht kommt die Menschheit durch die unausweichlichen Klimakatastrophen zum Nachdenken?! Vielleicht ändert sich alles in einem uns bisher unbekannten Ausmaß?“

    Die Menschen in den armen Ländern brauchen nicht erst zum Nachdenken kommen, die erleben den Kampf um’s Übrleben 24 Stunden am Tag seit ihrer Geburt. Und die reichen Länder werden das auch lernen, todsicher.

    “ . Und hier hilft es mir nicht, die verschiedenen, ihm von Menschen zugeschriebenen – Eigenschaften Gottes zu kennen – sei es Mysterium , Ewigkeit, Transzendenz – und darüber diskutieren zu können.“

    Wozu dann Dein Blog hier? Wozu die endlosen Diskussionen und tausende von Kommentaren?

    “ Es ist für mein Leben, für meinen Alltag wichtiger auf die völlig irrationale Zusage „fürchte dich nicht“ zu vertrauen. Denn die Furcht ist ein schlechter Ratgeber. Glaube, Liebe, Hoffnung ein guter.“

    Ich brauche nicht auf eine Zusage eines Gottes vertrauen, ich habe diese Zuversicht vollkommen in mir selbst 🙂 Ich sagte ja bereits, ich fürchte mich nicht vor dem Klimawandel, ich habe 30 Jahre Zeit gehabt, mich damit in- und auswendig zu befassen. Und ich habe vor allen Dingen frühzeitig meine persönlichen Konsequenzen daraus gezogen, daher empfinde ich diesbezüglich vollkommenen Frieden. Das wäre allerdings nicht der Fall, wenn ich nicht meine Konsequenzen gezogen hätte und zB Kinder in die Welt gesetzt hätte oder viel Besitz ect gerafft hätte.

    Übrigens, ich vertraue ebenfalls, genau wie Du, auf das, was in der Bergpredigt gesagt wurde. Nur, ich habe das in mir selbst so erfahren, ich brauche da keine Bibel und kein Christentum. Ich find’s aber dennoch völlig OK, wenn andere Leute den Inhalt der Bergpredigt für sich persönlich am Christentum bzw am christlichen Gott festmachen. Ich persönlich lese die Berpredigt jedoch eher in einem karmischen Kontext, als ein universelles Gesetz.

    Also insgesamt können wir doch festhalten:

    Du bist glücklich und zufrieden und ich bin es auch. Das ist wunderbar. Niemand muss dem anderen etwas verkaufen, was er garnicht braucht, weil er es schon hat. Ich finde das geil. Eine perfekte, runde Sache 🙂

  28. Nemesis Says:

    Nur mal so als Gelegenheit, Einblick zu nehmen, wie andere Leute das alles so sehen- eine e-mail, die ich soeben von einem 87jährigen Freund aus den Wäldern Kentuckies erhalten habe:

    “ My precious friend – You know that the human world is suffering from madness, and is on the verge of another of it’s violent psychotic breaks with reality. All the Great Souls that you and I revere have been aware of this fatal illness afflicting humankind since it came into possession of powers beyond it’s ability to manage them very early in it’s history of developing greater intelligence than other species. Each of these Masters of Divine Wisdom have tried to warn us of our fatal trajectory, with inadequate effect so far. I must concur with you that we are in for it – we are going over the giant falls waiting for us at the end of our mad whitewater journey through history.

    What will come after this fatal plunge is uncertain, but the suffering and death it will cause worldwide will be horrific. What remains for us who see this crash coming? I have to agree with Guy that only Love remains. Although much that we have called ourselves will be destroyed, the Love we have nurtured and cherished within ourselves and shared with others will not perish and will last forever.

    Hold fast to the Love in your heart, mike

    PS – A lesson from one of my best teachers:

    http://www.truthdig.com/report/item/American_irrationalism_201610305

  29. Nemesis Says:

    @sapere aude

    A propos „richten“:

    Die Politik und die Wirtschaft (= sog. „Elite“, you know^^) labern sich um Kopf und Kragen, wenn es um den anthropogen verursachten Klimawandel geht, da wird laviert und korrumpiert, was das Zeug hält, und das seit vielen, vielen Jahrzehnten und schliesslich wird weiterhin einfach Business as Usual praktiziert. Wohin führt eine Strategie, die den Kuchen essen und gleichzeitig behalten will? Richtig: Zum Erstickungstod:

    http://www.tagesschau.de/inland/klimaschutzplan-101.html

    „Richten?“ Macht es Sinn, über diese Leute zu richten? Macht es Sinn, über kleine, trotzige und vollkommen uneinsichtige Kinder zu richten, die noch weniger fühlen und denken, als tote Steine? Nö. Das macht keinen Sinn, kostet nur kostbare Zeit und Nerven. Ich nehme es mit einer grossen Portion schwarzem Humor, ich denke, das ist das Beste. Ich bin nur mal gespannt, wie gross das Heulen und Zähneknirschen sein wird, wenn Mutti Natur noch’n paar Brikett nachlegt, bald, sehr bald, auf Mutti ist IMMER Verlass, ob mit oder ohne Politik und Wirtschaft. Ehrlich gesagt:

    Der Mutti sind Politik und Wirtschaft s.c.h.e.i.s.s.e.g.a.l. 🙂

    Ohne Samsara kein Nirvana, das eine bedingt das andere und das ist sehr gut 😉

    „entspannt und amüsiert zurücklehn“

    http://3.bp.blogspot.com/-lsFDri1TwRA/UfV5olaA4AI/AAAAAAAAIhc/d2CgGAH_2fM/s640/2013Toon30.jpg

    Love,
    Nemesis

  30. Nemesis Says:

    @sapere aude

    Nun denn, nach Deiner erneuten Wandlung, die Du recht eindrücklich in Deinem neuesten Blogpost beschreibst ( siehe: http://blog.dignitatis.com/wordpress/2016/10/31/ist-das-christentum-gehirnwaesche-der-maechtigen/ ), möchte ich gerne nochmal folgenden Kommentar von Dir, den Du hier rund eine Woche vor Deiner erneuten Wandlung geschrieben hattest, aufgreifen:

    “ Nemesis, so sehr ich Deinen Ansatz nachvollziehen und verstehen kann … er krankt an einem Problem, an dem alle wissenschaftlich-abstrakte Interpretation der Religiosität krankt … an seiner emotionalen Kälte und Hoffnungslosigkeit … und Deine Hoffnungsloigkeit und Resignation schlägt sich dann letztlich – so habe ich das Gefühl – in Deinen Kassandrarufen zum Klimawandel nieder. „… Es ist für mein Leben, für meinen Alltag wichtiger auf die völlig irrationale Zusage „fürchte dich nicht“ zu vertrauen. Denn die Furcht ist ein schlechter Ratgeber. Glaube, Liebe, Hoffnung ein guter.
    Die Menschen – und auch ich selbst – brauchen keine abgehobene wissenschaftliche Debatte mit Versatzstücken aus Philosophie, Anthropologie, Theologie, Religionswissenschaft, multikulturellen Weisheitslehren oder Poesie…“

    Und nun zu Deiner erneuten Wandlung, da schreibst Du:

    “ Und es mag ja sein, dass die Idee, das Christentum sei eine jüdische Erfindung zur Proselytisierung aller Nichtjuden, ziemlich verrückt klingt, aber sie ist jedenfalls sehr interessant und ich denke, dass es lohnenswert sein könnte, dieser Frage nachzugehen und die üblichen wissenschaftlichen Falsifikationskriterien anzuwenden…

    http://blog.dignitatis.com/wordpress/2016/10/31/ist-das-christentum-gehirnwaesche-der-maechtigen/#comment-13905

    Bedeutet das nun, dass Du hinsichtlich des pösen, pösen Klimawandels jetzt NICHT mehr auf den lieben Gott vertraust und Dich stattdessen DOCH lieber auf WISSENSCHAFTLICHE Kriterien verlässt? Die wissenschaftlichen Belege, dass das Christentum „eine jüdische Erfindung“ sei, bist Du immerhin leider bisher schuldig geblieben 🙂 Also was nun? Vertraust Du auf den lieben Gott, auf die Wissenschaft oder auf was eigentlich? 3:-)

    http://tinyurl.com/qd49smv

    Love,
    Nemesis

  31. Nemesis Says:

    Bangnis

    Im welken Walde ist ein Vogelruf,
    Der sinnlos scheint in diesem welken Walde.
    Und dennoch ruht der runde Vogelruf
    In dieser Weile, die ihn schuf,
    Breit wie ein Himmel auf dem welken Walde.
    Gefügig räumt sich alles in den Schrei.
    Das ganze Land scheint lautlos drin zu liegen,
    Der große Wind scheint sich hineinzuschmiegen,
    Und die Minute, welche weiter will,
    Ist bleich und still, als ob sie Dinge wüßte,
    An denen jeder sterben müßte,
    Aus ihm herausgestiegen.

    – R. M. Rilke

  32. sapere Says:

    Nemesis, ich muss mal präzisieren: Ich habe keine „Wandlung“ vorgenommen. Ich habe geschrieben, dass mein Glaube erschüttert ist. Aber er ist nicht weg. Ich zweifle nur. Und der Zweifel gehört dazu. Und ich trage meine Zweifel vor Euch und frage Euch, was ihr dazu denkt. Nicht um Euch nun zu irgendetwas anderem zu überzeugen, sondern mit mir gemeinsam darüber nachzudenken, was für oder gegen meine Theorien spricht. Ich will Widerspruch. Ich will hören, dass ich Quatsch erzähle und warum. Ich will eine leidenschaftliche Auseinandersetzung an deren Ende Zugewinnn an Weisheit für alle Beteiligten steht. 🙂

  33. Nemesis Says:

    “ Ich will eine leidenschaftliche Auseinandersetzung an deren Ende Zugewinnn an Weisheit für alle Beteiligten steht.“

    Das ist sehr löblich 🙂 Allerdings, wo bleibt jene wissenschaftliche Verifikation Deiner abstrusen These, das Christentum sei eine „Erfindung der Juden“? Du solltest schon auch tatsächlich wissenschaftliche Belege für derlei verirrte Thesen bringen, wenn Dir an einem Zugewinn an Weisheit gelegen ist 🙂

  34. Nemesis Says:

    “ Der Eckstein – Indakhīla Sutta

    „Die Asketen und Brahmanen, ihr Mönche, die da nicht wirklichkeitsgemäß erkennen: ‚Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen‘, die hängen immer wieder an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: ‚Ob der wohl etwas wirklich weiß, wirklich sieht?‘

    Gleichwie da etwa, ihr Mönche, ein Flaum oder ein Baumwollflöckchen, wenn ein leichter Wind es ergreift, auf ebenen Grund geweht wird, da wird es vom östlichen Wind nach Westen geblasen, vom westlichen Wind nach Osten, vom nördlichen Wind nach Süden, vom südlichen Wind nach Norden. Aus welchem Grund? Wegen der Leichtigkeit der Baumwolle.

    Ebenso nun auch, ihr Mönche, ist es bei den Asketen und Brahmanen, die die vier edlen Wahrheiten nicht wirklichkeitsgemäß erkennen: Sie hängen immer wieder an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: ‚Ob der wohl etwas wirklich weiß, wirklich sieht?‘ Aus welchem Grund? Weil sie die vier edlen Wahrheiten nicht geschaut haben. Alle die Asketen und Brahmanen aber, ihr Mönche, die die vier edlen Wahrheiten wirklichkeitsgemäß erkannt haben, die hängen nicht immer an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: ‚Ob der wohl etwas wirklich weiß, wirklich sieht?‘

    Gleichwie da, ihr Mönche, eine eherne Säule oder ein Eckstein, tief eingelassen, gut eingegraben, ob auch aus der östlichen Richtung ein heftiger Sturm und Regen sich erhöbe, aus der westlichen, der nördlichen, der südlichen, die Säule oder der Eckstein nicht schwanken, nicht schwanken, beben und zittern würde. Aus welchem Grunde? Weil, ihr Mönche, der Eckstein tief eingelassen, gut eingegraben ist.

    Ebenso nun auch, ihr Mönche, ist es bei den Asketen und Brahmanen, die die vier edlen Wahrheiten wirklichkeitsgemäß erkennen. Sie hängen nicht immer wieder an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: ‚Ob der wohl wirklich etwas weiß, wirklich sieht?‘. Aus welchem Grunde? Weil sie die vier edlen Wahrheiten wohl geschaut haben. Welche vier? Die edle Wahrheit vom Leiden, die edle Wahrheit von der Leidensentwicklung, die edle Wahrheit von der Leidensauflösung, die edle Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen.“

    http://www.palikanon.com/samyutta/sam56.html#s56_39

    Dieses Sutra erinnert mich an irgendwas 🙂