Sam Harris wollte Noam Chomsky zu einer Debatte zwingen. Noam Chomsky hatte nämlich öffentlich behaupet, Harris sei ein “religiöser Fundamentalist“:

Sam Harris, der als einer der “Vier apokalyptischen Reiter” des Neuen Atheismus gilt und der gegen die Religiosität im Allgemeinen und den muslimischen Fundamentalismus im Besonderen zu Felde zieht, wollte das nicht auf sich sitzen lassen und forderte Chomsky zur Debatte.

Chomsky hatte keine Lust. Er begründete das in einer Email. Sam Harris reichte das nicht. Er schrieb zurück und warf Chomsky dabei allerlei vor – unter anderem die Unterstützung muslimischer Fundamentalisten. Aus diesen Vorwürfen speiste sich dann eine längere Diskussion.

Den Mailverkehr (->Link) hat Sam Harris dann veröffentlicht, um die Öffentlichkeit entscheiden zu lassen, wer hier der Arsch ist. Und die Öffentlichkeit ist sich einig: Harris ist ein Idiot.

Er hatte nämlich behauptet, entscheidend für die Bewertung eines Verbrechens sei allein das Motiv des Täters und nicht die Zahl der Opfer. So seien die Anschläge vom 11.September ein monströses Verbrechen, das heftigste Gegenwehr rechtfertige, da die Motive der “gottesvergifteten Soziopathen” die falschen gewesen seien.

Die Bombardierung einer Medikamentenfabrik im Sudan durch die Clinton-Regierung im Jahr 1998, mit hunderttausenden Opfern, sei jedoch gerechtfertigt dadurch, dass Clinton in bester Absicht gehandelt habe … schreibt Sam Harris von einem Schreibtisch in den USA aus.

Die außenpolitische Naivität von Sam Harris ist herzerfrischend – aber zeigt auch, wie weit er von grundlegensten Einsichten in ethische Fragestellungen entfernt ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Sam Harris mit intellektuellen Riesen anlegt und kläglich scheitert. In seinem Buch “The Moral Landscape: How Science Can Determine Human Values” versucht er zum Beispiel nachzuweisen, dass “Humes Gesetz” nicht gilt und dass man keinem “Naturalistische Fehlschluss” unterliegt, wenn man aus dem Sein ein Sollen ableiten will indem man naturwisschenschaftliche Forschung zur Grundlage ethischer Aussagen macht.

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