Schopenhauer über Religion

August 13th, 2010

“In früheren Jahrhunderten war die Religion ein Wald, hinter welchem Heere halten und sich decken konnten. Aber nach so vielen Fällungen ist sie nur noch ein Buschwerk, hinter welchem gelegentlich Gauner sich verstecken.”

(A. Schopenhauer, dt. Philosoph, Über Religion)

One Response to “Schopenhauer über Religion”

  1. sapere Says:

    Yacine, Du schreibst:

    in meinem Kopf ist keine Vorstellung eines Gottes, aber bei den Christen z.B. In Form eines Menschen, etc..

    Tja, dann reden wir ja wohl lediglich über subjetive Phantasieprodukte, oder?

    Die gibt es natürlich zuhauf.

    Du meinst also, dass man alle möglichen Phantasieprodukte nicht ausschließen kann. Da hast Du natürlich Recht. 🙂

    Aber die Sache ist ja die, dass Du wahrscheinlich glaubst, ein “Gott” gäbe es unabhängig von menschlicher Phantasie.

    Das Problem mit diesem “Gott”-Dingens ist nun, dass es ja unlogisch und unprüfbar sein soll.

    Dann stellt sich aber ernstlich die Frage wovon Du sprichst.

    Wodurch unterscheidet sich denn z.B. ein unlogisches und unprüfbares “Ding” von einem anderen unprüfbaren und unlogischen Ding?

    Du wirst zugeben müssen, dass Du dazu nichts sagen kannst.

    Es ist leider so, dass wir nur sinnvolle Aussagen über logisch Fassbares und Prüfbares machen können. Alle anderen Aussagen sind leeres Gewäsch.

    Es gibt für uns also nur Dinge, die unser Verstand fassen kann. Und es gibt eine Grenze dieser Faßbarkeit. Was dahinter, also hinter der Grenze unserer Erkenntnisfähigkeit liegt, können wir weder denken, geschweige beschreiben oder quantifizieren.

    Es gibt keine “Dinge” oder “Wesen” hinter der Grenze unseres Erkenntnishorizonts. Weil diese Begriffe (“Wesen”, “Dinge”) nur sinnvoll INNERHALB unseres Erkenntnishorizonts genutzt werden können.

    Wenn Du “Wesen” sagst, meinst Du so etwas wie eine menschliche Person oder vielleicht auch ein Tier hier auf der Erde. Insofern besteht halbwegs Einigkeit worüber wir beide sprechen.

    Wenn Du aber von einem “Wesen” sprechen willst, das “unlogisch” ist, dann können wir sofort aufhören miteinander zu sprechen. Denn entweder wir halten uns an die geltenden Regeln der Logik, die unsere Aussagen für den jeweils anderen sinnvoll und verständlich machen oder wir wir reden beide unlogisches, wirres und sinnloses Zeug.

    Ich will übrigens gar nicht bestreiten, dass ich nicht alles wissen kann und deshalb auch nicht alles ausschließen kann. Aber wenn jemand einen willkürlichen Begriff erfindet und sagt es gäbe ein Objekt das so heißt, es wäre aber von mir nicht begreifbar, dann frage ich mich natürlich, warum es von mir nicht begreifbar sein soll und für den anderen offenbar schon, denn er redet ja darüber:

    Hier noch einmal eine Veranschaulichung dessen, was ich meine:

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