Dieser Satz wird auf einer →Webseite einer evangelikalen “Nachrichtenagentur” affirmativ →recycelt. Evangelikale sind – als extremistische Monotheisten – besonders “fromm” und damit auch außergewöhnlich überzeugte Anhänger einer RELIGION.

Bedeutet das nun, dass Evangelikale Homosexualität plötzlich gut finden?

Wir erinnern uns, die Evangelische Allianz, möglicherweise die einflussreichste Organisation christlicher Fundamentalisten in Deutschland, verbreitet auf ihrer Webseite →Dokumente in denen Homosexualität als “schöpfungswidrige Anomalie” bezeichnet wird und untersützt Organisationen, die Veranstaltungen zur “Heilung” von Homosexualität anbieten.

Wenn aber ein evangelikales Nachrichtenorgan Homosexualität als Religion bezeichnet, hat das merkwürdigerweise nichts damit zu tun, dass man auch bei Evangelikalen zur Besinnung gekommen wäre.

Man zitiert die stinkend homophoben Thesen eines Autors der →WELT und der →WELTWOCHE nämlich u.a. →folgendermaßen:

„Nach der erfolgreichen Emanzipation dürfte man eigentlich erwarten, dass die Homosexuellenbewegung etwas lockerer wird und die penetrante ‚Sichtbarkeit’ zurückstellt. Schwulsein wäre dann einfach eine sexuelle Veranlagung, eine Privatsache, die nach den Regeln des guten Geschmacks endlich wieder diskreter behandelt würde. Man läuft ja auch sonst nicht dauernd mit offenem Hosenladen herum.“

Merkwürdig nur, dass der Autor und das “Nachrichtenportal” der fundamentalistischen Christen dabei vergessen, dass es sich bei Heterosexualität ebenfalls um “eine sexuelle Veranlagung” handelt, die vor allem von christlichen Kirchen gern und oft mit großer Vehemenz unterstützt wird. Man könnte im Duktus des WELT-Autors auch zurückfragen:

„Nach der erfolgreichen Emanzipation dürfte man eigentlich erwarten, dass die Heterosexuellenbewegung etwas lockerer wird und die penetrante ‚Sichtbarkeit’ zurückstellt. Straightsein wäre dann einfach eine sexuelle Veranlagung, eine Privatsache, die nach den Regeln des guten Geschmacks endlich wieder diskreter behandelt würde. Man läuft ja auch sonst nicht dauernd mit offenem Hosenladen herum.“

Eine kurze Klarstellung, falls die Gegenüberstellung es nicht klar genug gemacht hat: Homosexualität bedeutet nicht, dass man mit einem außergwöhnlichen sexuellen Appetit ausgestattet ist und seinen gesamten Alltag komplett durchsexualisiert. Es bedeut, dass man liebt und geliebt werden und sich dabei nicht dazwischenreden lassen will, schon gar nicht von Leuten, die das Wort “Liebe” wie eine Monstranz vor sich her tragen.

Übrigens, was den variantenreichen sexuellen Appetit evangelikaler Christen angeht, ein →prominentes Beispiel verdeutlicht vielleicht die Gemeinsamkeiten von Menschen aller Denominationen: Die Folgen öffentlicher Bekenntnisses der Homosexualität können verheerend für den Betroffenen sein – vor allem da, wo Menschen sich offen zum Glauben an Götter bekennen. Der Unterschied zwischen Sexualität und Weltanschauung ist:

Religion kann man Menschen aufzwingen.

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