Leserbriefe

Juni 11th, 2009

Aufgrund einer kürzlich stattfindenden Lesung, zu der ich einige meiner und anderer Ergüsse vorzutragen die Ehre hatte, erhielt ich prompt einen Hörerbrief, den ich hier gern ungekürzt wiedergeben möchte:

|Sie meinten, ich schulde ihnen noch Geld|. Und sie haben ja bereits erklärt, dass ich das nicht widerlegen, dementsprechend nicht abstreiten kann. Das will ich auch gar nicht. Es ist durchaus möglich, dass ich ihnen noch Geld schulde. Allerdings habe ich keine Auswirkung des von ihnen womöglich geliehenen Geldes auf mein Leben mitbekommen. Ich habe keine größeren Anschaffungen getätigt. Auf der anderen Seite führe ich auch nicht so genau Buch.

Ich werde das Geld allerdings nicht zurückzahlen, da ich nicht weiß, ob ich es ihnen schulde oder nicht. Und ich kenne sie nicht gut genug um ihnen zu vertrauen. Was eigentlich die Frage aufwirft, warum sie mir vertraut und Geld gegeben haben. Gemäß dem Fall, dass sie mir überhaupt Geld geliehen haben.

Meiner Familie können sie ruhig davon berichten. Vor denen rechtfertige ich mich in diesen Angelegenheiten schon länger nicht mehr. Außerdem werfen sie sich regelmäßig selber in derartige Abhängigkeiten. Meine Freunde werden ihnen vermutlich nicht glauben, weil ich der finanziell unabhängigste unter ihnen bin und selbst, wenn sie ihnen glauben, ist es ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach völlig egal. Die sind da recht tolerant. Um meinen Ruf dauerhaft, zum Beispiel im beruflichen Umfeld, zu schädigen, ist der Betrag viel zu klein. Heutzutage schert sich keiner mehr um 100 Euro.

Wann haben sie mir das Geld denn angeblich gegeben? Und warum brauchte ich es? Und warum ausgerechnet von ihnen? Und auf welchem Weg haben sie es mir zukommen lassen? Schreiben sie doch mal ein Buch darüber.

Letztlich kann es mir auch egal sein. Ihre Forderung nach Rückzahlung wird keine tatsächlichen Auswirkungen auf mich haben und ob sie im Recht sind, ist letztendlich nicht zu klären. Wir würden nur gegeneinander anreden und ich soll mich dann weiter rechtfertigen und könnte es nicht, weil ich nicht wüsste weswegen und wofür.

Und wenn ich alles richtig verstanden habe, bin ich jetzt Agnostiker.

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