Außergewöhnlich kinderliebe katholische Priester sind hinlänglich bekannt. Allerdings gelten sie als eine entschuldbare Minderheit, eine unschöne Ausnahme von der Regel. Nicht selten ist die einzige Strafe für ihr Verbrechen die Versetzung in eine andere Diözese. Aber auch ganz normale Religionsanhänger begehen Sexualstraftaten und werden natürlich dafür verurteilt. Und es finden sich bei der Analyse von Zusammenhängen zwischen Religiosität von und Sexualverbrechen äußerst interessante Befunde: Die australischen Kriminologen Donna Eshuys und Stephen Smallbone fanden bei schon immer atheistischen (Atheists), vom Glauben abgefallenen (Dropouts), zum Glauben konvertierten (Converts) und schon immer gläubigen (Stayers) Sexualstraftätern folgendes Bild:

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Die religiösen Sexualstraftäter hatten nicht nur doppelt soviele Opfer wie die neuen und alten Atheisten, ihre Opfer waren auch durchschnittlich halb so alt wie die Opfer der Atheisten.

Die Studie von Eshuys und Smallbone zeigt, dass auch die sexuelle Belästigung durch Religiöse einem Muster folgt: Wünschenswertes Verhalten, das Aktivität erfordert, wird durch Religiosität nicht verstärkt, aktiv negatives Verhalten aber ausreichend entschuldigt. Nach dem Prinzip: “Wie kann es schlecht sein, wenn Gott es ermöglicht.” und “Ich werde zu einem Priester gehen, meine Sünden beichten und es nie wieder tun.”

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Literatur:

Eshuys, D., & Smallbone, S. (2006, July). Religious Affiliations Among Adult Sexual Offenders. Sexual Abuse: Journal of Research and Treatment, 18(3), 279-288.

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