sein.gifReligiöse Sozialwissenschaftler in den USA sind sich einig: Religiöse Menschen sind zufriedener und Religiöse sind glücklicher. Ihre Daten haben sie in den USA erhoben. Dort bezeichnen sich 80% bis 90% der Menschen als religiös, was die Aussagenverlässlichkeit für nichtreligiöse Länder einschränkt. Im letzten Jahr hat Liesbeth Snoep eine kleine Analyse des “World Values Survey” vorgenommen. Sie verglich dabei die Antworten der Einwohner von Dänemark, Niederlande und USA auf die Frage: “Wie zufrieden sind Sie mit ihrem Leben?” mit der Zeit, die Sie mit anderen in der Kirche verbrachten, ihrer Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Organisation oder Konfession, der Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs, der Bedeutung eines “Gottes” in jemandes Leben sowie Gebetshäufigkeit und Meditation außerhalb der Kirche.

Liesbeth Snoep fand – wie zu erwarten war – sehr schwache aber signifikante Korrelationen für die US-amerikanische Stichprobe zwischen den unterschiedlichen Maßen für Religiosität und Glücksempfinden. Die Korrelationen für die Dänen und die Niederländer waren durchweg nicht signifikant. Was natürlich nicht notwendig den Umkehrschluss zuläßt, dass die Niederländer und Dänen auch ohne Religion sehr glücklich sind – aber zumindest scheint es keine erhebliche Rolle zu spielen.

Die Erklärung für diesen Effekt finden wir wohl in einer speziellen Korrelation: Die Zeit, die man mit anderen in der Kirche verbrachte, schien der beste Prädiktor für Zufriedenheit der Amerikaner in dieser Studie zu sein, was nicht verwundert. In nichtreligiösen Gesellschaften, wie den skandinavischen, gibt es eine stärkere soziale Absicherung und reichlich religionsfreie Angebote zufriedenstellender sozialer Aktivitäten.

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Literatur:

Snoep, L. (2008, June). Religiousness and happiness in three nations: a research note. Journal of Happiness Studies, 9(2), 207-211.

One Response to “Religiosität und Glückseligkeit”

  1. Toni Says:

    Die Freude der Statistik. Wenn man die unterliegenden Fragen nicht behandeln will – warum Religion denn nun glücklich machen soll und ob das stimmt bzw. wünschenswert ist – kann man damit gut ignorieren.

    Ich habe gerade eben einen ähnlichen Eintrag zu diesem Thema geschrieben: http://www.rolleyes.de/blog/2009/01/16/humanitat-ohne-gott/ Das anhängende YouTube-Video ist eine schöne atheistische Antwort dazu.

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