Koffein in Hamburgern?

Dezember 17th, 2008

Kennt ihr das auch: Ihr wart bei einer großen Hamburger-Kette und habt Euch mit schlechten Gewissen den Bauch mit Burgern vollgeschlagen. Ein großes Burger-Menü mit Fritten und einem schönen großen Orangensaft, für die Gesundheit. Wenige Stunden später steht ihr im Bett. Selbst als täglicher Kaffeekonsument sollte einem dieses Phänomen nicht entgehen. Und dementsprechend sind solche Zukunftsphantasien:

“The caffeine cannot be tasted in the burgers (…) the caffeine is encapsulated by fat beads in the burger through a patented method and could not reveal any of the chemical and technical details. ‘Once the fat beads get dissolved by enzymes in the stomach, the caffeine is released and the “slap in the face effect” will kick in’ (…). The burgers contain triple the amount of a Starbucks regular medium coffee.”

vielleicht gar keine Phantasie mehr, sondern inzwischen sogar Realität?

Gibt es doch nicht nur bereits koffeiniertes Wasser, Koffein-Minzbonbons und Koffeinseife, sondern auch Koffein-Donuts und -Bagels.

Der Chemie-Ingenieur Dr. Robert Bohannon hatte es im vergangenen Jahr tasächlich geschafft Bagels und Donuts mit Koffein zu versetzen, ohne den natürlichen Bittergeschmack hervortreten zu lassen.

I had the idea for caffeinated pastries several years ago, but the bitter taste of the caffeine would always overwhelm the flavor,” says Dr. Bohannon, who is president of Onasco, Inc. “I eventually worked with some flavoring experts and designed a method to mask the bitterness, which led to successfully adding the caffeine equivalent of one to two cups of coffee to the food item.

Kommen wir nun zur obligatorischen Verschwörungstheorie:

Was könnte Burger-Ketten wohl dazu veranlassen, heimlich Koffein in ihre Burger zu machen?

Vielleicht weil Koffein anregend, sensibilisierend und euphorisierend wirkt und psychische und körperliche Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen erzeugen kann?

Kennt jemand von Euch einen Ernährungswissenschaftler mit Laborerfahrung?

Und wer das alles für reichlich weit hergeholt ansieht, der sollte sich diesen kleinen Film zu Gemüte führen:

Ja, das macht mir Angst.

Dezember 15th, 2008


Die Liga Gottes

Via kirchensumpf.to

“Wer Jesus Christus als Herren und Erlöser annimmt, kommt in den Himmel. Wer Jesus ablehnt, kommt in die Hölle.”

Lieber Herr Blume,

Dezember 15th, 2008

(Dies ist eine Antwort auf einen Diskussionsbeitrag im Brightsblog.)

vielen Dank für ihren Beitrag. Könnten Sie mir bitte erklären, was atheistischer Fundamentalismus sein soll? Fundamentalismus wird ja allgemein als eine Überzeugung verstanden, die sich zu ihrer Rechtfertigung auf eine Grundlage beruft, die auf einer Letztbegründung beruht.

Ich sehe nicht, wo ich mich hier auf Letztbegründungen berufe.

Ich schreibe polemisch. Zugegeben. Sie in meinen Augen aber auch.

Ich will Sie nicht beleidigen. Und es geht Ihnen hier sehr wohl um Sie. Mir geht es allerdings nur um Ihre Argumente.

Ich wiederhole es gern noch einmal: Was Sie betreiben ist Pseudowissenschaft. Ich habe nicht geschrieben, dass das, was Bering, Vaas, Voland, und Norenzayan betreiben, Pseudowissenschaft ist, sondern das, was Sie hier und auf Ihrem Blog und in dutzenden Vorträgen für begierige Laien behaupten.

Ich frage mich, warum Sie sich eigentlich immer hinter Autoritäten verstecken müssen. Warum Veröffentlichungen von richtigen Wissenschaftlern in richtigen wissenschaftlichen Zeitschriften mit variabler Interpretation für Sie immer als Beweis für Ihre merkwürdigen scheinwissenschaftlichen Anschauungen herhalten müssen.

Die Ergebnisse der richtigen Wissenschaftler „passen“ mir sehr wohl, vor allem WEIL ich sie gelesen habe. Ihre absurden INTERPRETATIONEN der Ergebnisse allerdings, die passen mir ganz und gar nicht. Diesen Unterschied sollten Sie bitte bemerken!

Sie schreiben:

Empirische Wissenschaft erstellt Hypothesen, die stets der Falsifikation zugänglich sind. Nichtexistenzen kann sie per Definition nicht beweisen.

Richtig. Genau deshalb sind falsifizierbare Hypothesen zu übernatürlichen Kräften auch regelmäßig falsifiziert worden und werden weiterhin falsifiziert, sofern das prinzipiell möglich ist. Es gibt keinen „Gott“ im Himmel und keinen „Teufel“ unter der Erde. Gebete sind unwirksam oder gar schädlich und „Weihnachtsengel“ sind eine schöne Kindergeschichte. Als Realitätsbeschreibung taugen sie nichts. Ihr „Gott“ ist eine reine Einbildung. Nichts weiter. Soweit meine falsifizierbare Hypothese. Die können Sie mir gern widerlegen.

Was die schädliche Wirkung des Gotteswahns betrifft, ich möchte Ihnen hier nur eine kleine Auswahl von Studien auflisten, die zeigen, welche Zusammenhänge es zwischen religiösem Fundamentalismus und intolerantem, asozialem und mörderischem Verhalten gibt:

Nagoshi, J., Adams, K., Terrell, H., Hill, E., Brzuzy, S., & Nagoshi, C. (2008, October). Gender differences in correlates of homophobia and transphobia. Sex Roles, 59(7), 521-531.

McCann, S. (2008, May). Societal threat, authoritarianism, conservatism, and U.S. state death penalty sentencing (1977-2004). Journal of Personality and Social Psychology, 94(5), 913-923.

Miller M, Hayward R. Religious characteristics and the death penalty. Law and Human Behavior [serial online]. April 2008;32(2):113-123.

Faraz Kazim, S., Aly, Z., Bangash, H., Harchandani, B., Bin Irfan, A., Javed, S., et al. (2008). Attitudes toward suicide bombing in Pakistan. Crisis: The Journal of Crisis Intervention and Suicide Prevention, 29(2), 81-85.

Rogers, M., Loewenthal, K., Lewis, C., Amlôt, R., Cinnirella, M., & Ansari, H. (2007). The role of religious fundamentalism in terrorist violence: A social psychological analysis. International Review of Psychiatry, 19(3), 253-262.

Pargament, K., Trevino, K., Mahoney, A., & Silberman, I. (2007). They killed our Lord: The perception of Jews as desecrators of Christianity as a predictor of anti-Semitism. Journal for the Scientific Study of Religion, 46(2), 143-158.

Wie bereits geschrieben, dies ist eine winzige Auswahl allerjüngster Studien zu Zusammenhängen zwischen Religiosität und ihren gefährlichen Konsequenzen für Staat, Gesellschaft und einzelne Menschen.

Und richtig, ich selbst habe bisher keine Studie zu diesem Thema publiziert – falls Sie dies anmerken wollten. Ich behaupte aber im Gegensatz zu Ihnen auch nicht andauernd, ich würde wissenschaftlich argumentieren. Ich bin hier in deisem Blog Publizist und kein Wissenschaftler. Aber ich habe etwas dagegen, wenn sich Publizisten als Wissenschaftler aufspielen, wie Sie das permanent tun, um ihren grotesken inhaltlichen Ableitungen aus wissenschaftlichen Befunden mehr Gewicht zu verleihen.

Sie fragen, wie sich ein schädliches Merkmal im Evolutionsprozess durchsetzen soll und allein an diesem winzigen Satz sieht man, dass Sie es nicht verstanden haben. Sie haben das Prinzip Evolution genauso falsch verstanden wie alle anderen Laien, die die Evolution zur Unterstützung ihrer weltanschaulichen Absurditäten missbrauchen wollen. Wenn Sie nicht in eine Reihe mit Adolf Hitler gestellt werden wollen, verzichten sie doch bitte einfach darauf, den Glauben an unsichtbare übernatürliche Männer als evolutionären Vorteil zu bezeichnen. Komplexe kulturelle Phänomene haben keinen „Selektionsvorteil“. Und wenn Sie sich auf den Kopf stellen. Es gibt ja nicht einmal eine verlässliche Definition für den Begriff Religiosität, wie können sie da ernsthaft behaupten, dass das auch noch „erfolgreich“ vererbt wird. Das eben meine ich mit Pseudowissenschaft.

Ein Merkmal von Pseudowissenschaft ist es auch, sich auf die eigene „wissenschaftliche“ Seriosität zu berufen. So wie Sie es andauernd mit dem Verweis auf wissenschaftlich Publizierende tun.

Und Sie lesen nicht, was ich schreibe. Ich schrieb von dem Unterschied zwischen verordneter und freiwillig gewählter Weltanschauung. Sowjetunion, China, Nordkorea, Kuba, Kambodscha und all die anderen „atheistisch legitimierten“ Massengräber sind (nebenbei gesagt nicht atheistisch, sondern kommunistisch) genauso verwerflich wie die Massengräber der Indios, der Perser und anderer „ungläubiger“ Opfer religiösen Wahns. Der Unterschied tut sich in frei gewählter Religiosität oder frei gewähltem Kritischem Rationalismus auf. Haben Sie schon einmal davon gehört, dass ein Kritischer Rationalist einem Christen oder Muslim oder Juden eine Morddrohung hat zukommen lassen? Umgekehrt können Sie sich mal Mails wie diese zu Gemüte führen:

Dawkins, you and your atheist friends cannot win. America WILL become a Christian Republic even if we have to write a whole new constitution. Millions of us are dedicated to this righteous cause. We will suceed. And then we will invade godless countries like “Great” Britain and kill all of your heathens.”

Kommen wir noch einmal zu Ihrer Lieblingsmetapher, der Musikalität.

Selbstverständlich kann Musik dazu genutzt werden, Menschen zu foltern oder zu Hass und Gewalt aufzustacheln, aber das können Sie der Sprache auch vorwerfen. Musik ist in diesem Fall – wie die Sprache – ein Mittel zum Zweck. Bei monotheistischer Religiosität liegt der Fall ein wenig anders. In den Basistexten der großen monotheistischen Weltreligionen stehen menschenverachtende Aufforderungen zu Gewalt, Hass, Mord und Totschlag. Die Konsequenzen sehen Sie im sogenannten „Dschihad“ oder z.B. in der Initiative „Poposition 8“ mit denen Homosexuellen die gleichen Rechte wie allen anderen Erwachsenen Menschen verweigert werden sollen.

Der Zweck der monotheistischen Religionen ist es, andere von der Richtigkeit der eigenen Weltanschauung zu überzeugen und – soweit dies nicht möglich ist – zu demütigen und auszugrenzen.

Denn wie sagte es Erzbischof Ludwig Schick kürzlich:

„Mission ist Wesensbestandteil der Kirche, ja, ein Synonym für die Kirche. Wenn Kirche nicht mehr missioniert, ist sie nicht mehr Kirche. Den Bischöfen ist das bewusst; auch aus unserer langen deutschen Tradition heraus. Deutschland ist schließlich eines der Länder, die führend in der Missionstätigkeit sind.“

Sie schreiben:

„Oder ist Charles Darwin für Sie damit auch ein Pseudowissenschaftler?“

Och, Herr Blume, Sie sind ein wirklicher Spaßvogel. Ehrlich.

Natürlich sind die kognitven Grundlagen des komplexen kulturellen Merkmals Weltanschauung (!) eine Sache, die sich in der Evolution des Menschen herausgebildet hat. Zur Weltanschauung gehört aber eben nicht nur der nicht selten auftretende infantile Glaube an Geister, sondern auch das Wissen, dass hier auf der Erde alles mit rechten Dingen zugeht.

Doch schon abergläubisches Verhalten und Rituale finden wir auch bei Tieren, so dass das (bisher nicht eindeutig definierte – also sehr schwammige) Phänomen Religiosität durchaus kein rein menschliches ist und auch nicht unbedingt ein Evolutionsvorteil, sondern ein überflüssiges – und manchmal lebensgefährliches – Überbleibsel darstellen könnte, so wie es der Blinddarm ist, den Sie ja wohl kaum als Selektionsvorteil bezeichnen würden, wenn sich herausstellen sollte, dass es eine Korrelation zwischen Blinddarmgröße und Kinderzahl gibt.

Es gibt ja bekanntlich auch eine Korrelation zwischen Geburtenrate und Storchenaufkommen (LINK). Wie würden sie das denn erklären. Würden Sie die Hypothese, dass die Kinder von Störchen gebracht werden, für diskutabel und wissenschaftlich halten?

Was Sie z.B. empirisch vergleichen, ist das Kooperations-, Beziehungs-, Ehe- und Reproduktionsverhalten in den USA. Und da weisen religiöse Menschen eben eine durschnittlich höhere Ehebereitschaft, niedrigere Scheidungsraten und höhere Kinderzahlen als Konfessionslose auf. In Europa oder Asien sieht die ganze Befundlage wieder völlig anders aus.

Aber wie ich bereits schrieb, ist die Zahl der Ehejahre und Kinder kein Ausweis für die Überlebensfähigkeit oder den evolutionären Vorteil. Auch Joseph Goebbels hatte bekanntlich 6 reizende Kinder …

Und wenn Sie schreiben, dass Sie den hochselektiven Befund, dass „religiöse“ hauptsächlich in den USA mehr Kinder machen, nicht bewerten, dann machen Sie hier sicher wieder einen ihrer köstlichen Scherze. Mir klingt bei Ihnen immer irgendwie das Wort „Selektionsvorteil“ im Ohr. Aber sicher habe ich mich da verlesen.
Ich habe übrigens nicht behauptet, dass Sie Theologe sind. Sie haben in der Religionswissenschaft promoviert und sind dann aus der Wissenschaft ausgestiegen. Sie wildern aber in der Theologie. Das versuchte ich mit meiner Metapher deutlich zu machen.

Und ich beschimpfe nicht SIE. Es geht mir nicht – wie Ihnen – um SIE. Es geht um Ihre absurde Argumentation.

Sie schreiben

Aber bitte machen Sie sich keine Sorgen: Ich bin Ihnen nicht böse, wir Religionswissenschaftler sind den Umgang mit Fundamentalisten aller Art gewöhnt.

Ich bin Ihnen auch nicht böse. Bezeichnen Sie mich ruhig als Fundamentalisten. Sie müssen meiner Polemik ja irgendwie begegnen. Das ist nur gerecht. Auch wenn es keinerlei Gründe gibt, mich als Fundamentalisten zu bezeichnen, wie ich oben bereits bemerkte.

Ich habe einfach ein Problem damit, dass Sie einem abstrusen Glauben an Übernatürliches einen evolutionären „Vorteil“ zusprechen, wo aufgrund der vorhandenen Datenlage keinerlei – ich wiederhole – keinerlei Anlass zu dieser steilen – und wie sie wissen – außerordentlich kontroversen These besteht.
Ihre Propaganda hat einen Zweck über den ich wiederum nur spekulieren kann. Ich möchte um Verzeihung bitten, falls ich hier Unzutreffendes unterstelle und mich dann doch ausnahmsweise ganz kurz auf Motivsuche begeben habe.

Ich gehe davon aus, dass Sie u.a. Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum (deshalb mein Verweis auf Ihre Frau) aufdecken wollen.

Aber bitte verwechseln Sie nicht persönliche Beleidigungen (von denen hier nichts steht) mit polemischer inhaltlicher Kritik. Ich sehe nicht, wo ich Sie persönlich angegriffen hätte.

Wenn Sie meinen, dass ich geschrieben habe, dass Sie einem Gotteswahn anhängen. Dann möchte ich Sie auf die Definition des Wahns verweisen:

1. logisch inkonsistent oder wohlbestätigtem Wissen über die reale Welt widersprechend und
2. trotz gegenteiliger Belege aufrechterhalten, weil die persönliche Gewissheit der Betroffenen so stark ist, dass sie rational nicht mehr zugänglich sind.

Können Sie mir zeigen, dass die Punkte nicht auf Ihren Glauben an einen wundertätigen Jesus Christus zutreffen, der von einer Jungfrau geboren worden sein soll und in den Himmel aufgefahren … und täglich die Gebete von etwa 3 Milliarden Menschen erhört?

Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ich jahrelang völlig falsch lag und völlig erblindet und ertaubt einem Götzen gehuldigt habe. Ich möchte das nun ändern und in den Schoß der einzig wahren Kirche kriechen.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Euch, im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze des Christentums und wie sie zu verstehen bzw. zu befolgen sind.

1. Wenn ich jetzt am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

2. Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Deiner Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

3. Ich weiß nun, daß ich mit keiner Frau sprechen darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist: Wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

4. Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Polen zutreffen, aber nicht auf Franzosen. Könntest Du das klären? Warum darf ich keine Franzosen besitzen?

5. Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß. Allerdings: Bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?

6. In Lev. 21:20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß meine Sehkraft perfekt sein oder gibt’s hier ein wenig Spielraum?

7. Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

8. Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19, weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, daß wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

9. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Greuel handelt und das Ausrottung zur Folge hat, oder soll ich ihm seine gerechte Strafe gleich zukommen lassen?

10. Ich habe neulich ein fremde Frau betrachtet und das als angenehm empfunden. Nun möchte ich mir das Auge ausreißen. (Mt. 5,1 – 7,29) Wie wird das üblicherweise gemacht? Wird das Auge ausgelöffelt oder gestochen?

Ich bin zuversichtlich, daß Ihr mir behilflich sein könnt. Und vielen Dank nochmals dafür, daß Ihr mich darauf aufmerksam gemacht habt, daß Gottes Wort ewig und unabänderlich wahr ist und damit die feste Basis aller unserer moralisch-ethischen Entscheidungen.

Verzweiflung?

Dezember 11th, 2008

Aus der Kategorie “Anfragen, die Google-Nutzer auf dieses Blog führten”:

“Bitte liebes Universum sag mir was ich wollen soll! Danke”

Kennt einer die Antwort?

Die übliche Diskussion

Dezember 10th, 2008

Neulich fragte mich eine Bekannte, ob es nicht auch in meinem Leben merkwürdige Ereignisse gäbe, gute oder schlechte, ungeahnte Zufälle, deren Auftreten ich mir nicht erklären könne.
Wir hatten uns – natürlich – über Übernatürliches unterhalten. Ich hatte sie beobachtet, wie sie strahlte und zustimmend nickte, während sie ihrem etwa zehnjährigen Sohn lauschte, der gerade auseinandersetzte, dass und warum er an einen “Gott” glaubte.

Ich antwortete, dass gerade dafür – also für Zufälle – die Annahme der Existenz eines allmächtigen übernatürlichen Mannes unnötig sei. Es handele sich hierbei – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – um eine Illusion, die unter anderem unsere begrenzte Informationsverarbeitungskapazität und einfach nur fehlendes Wissen zur Grundlage hat. Ein Artikel in der rennomierten sozialpsychologischen Zeitschrift “Journal of personality and social psychology” hat sich dieser Fragestellung angenommen.

Menschen unterschätzen üblicherweise ihre Fähigkeit, Zufriedenheit mit zukünftigen Ereignissen herzustellen. Wenn Menschen solche selbstverursachte Zufriedenheit erfahren, nehmen sie häufig an, dass diese durch einen einflußreichen, weisen und gütigen externen Akteur verursacht sei. In drei experimentellen Studien konnten Daniel Gilbert, Ryan Brown, Elizabeth Pinel und Timothy Wilson zeigen, dass Versuchsteilnehmer, denen es ermöglicht wurde, Zufriedenheit mit Handlungsergebnissen herzustellen, annahmen, dass dies durch einen externen Akteur ermöglicht wurde, der ihre Partnerwahl beeinflusste, ihren Musikgeschmack kannte und wohlwollende Absichten hatte.

Diesen Artikel hatte ich der Bekannten geschickt. Sie antwortete mir folgendermaßen:


Lieber sapere aude,

ich hab schon gemerkt, dass Dir das Thema ziemlich wichtig ist. Manchmal geht es nicht darum, Sachen mit kühlem Kopf zu betrachten. Und gerade die begrenzte Wahrnehmungskapazität spricht ja dafür, dass wir gar nicht allen Sinn erkennen oder erklären können. Es gibt mehr auf dieser Welt, als man mit bloßen Augen sehen kann und in Zahlen
ausdrücken oder mit modernen Geräten messen kann. Davon bin ich ziemlich überzeugt. Ich will Dich nicht überzeugen, aber Atheismus ist einfach auch ein Glaube, und er scheint ja ziemlich stark ausgeprägt zu sein bei Dir. Ich verstehe und empfinde Gott und seine Gegenwärtigkeit als eine völlig andere Dimension, für die es keine Beweise braucht, weil man sie einfach spürt. Du lachst jetzt bestimmt… das ist auch ok. Aber versuche, das eine oder andere mal respektvoll mit dem Thema umzugehen. Hier gibt es nur subjektive Wahrheiten, und da ist einfach nicht die eine wahrer als die andere.

Ich konnte das natürlich so nicht stehen lassen und habe mir folgende Antwort überlegt:

Du schreibst, dass Du bemerkt hast, dass mir das Thema ziemlich wichtig ist. Aber es ist es ist weniger dieses Thema an sich, als vielmehr seine Folgen[Link], die mich dazu bringen, diesem Thema eine erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen.

Und – bevor dieser altbewährte Einwand kommt – ich habe ein Problem mit jeder unbegründeten ideologisierten Weltanschauung, die zu Massenmord und seelischer und körperlicher Verstümmelung im Namen einer absurden Idee führt, also nicht nur mit dem Monotheismus, sondern auch mit Faschismus, Kommunismus, Kapitalismus aber auch dem Szientismus, Profectismus (Fortschrittsglaube) und jeder anderen Form menschenverachtender „–ismen“.

Du schreibst außerdem, dass es manchmal nicht darum geht, Sachen mit kühlem Kopf zu betrachten. Hier muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, was Du mir damit sagen willst. Aber in einem verstehen wir uns wohl sehr gut und stimmen auch vollkommen überein: unserer begrenzten Informations- verarbeitungskapazität und eingeschränkten Erkenntnisfähigkeit durch Mess- und Berechenbarkeit. Nur die Konsequenzen, die wir aus dieser einvernehmlichen Erkenntnis ziehen, sind unterschiedliche:

Ich nehme nur deshalb, weil ich weiß, dass ich nicht alles wissen kann, nicht an, dass es irgendjemanden gibt, der mir das abnimmt. Ich verwechsle das Produkt einer kollektiven Phantasie nicht mit der Wirklichkeit.

Es gibt keinen „Gott“ außerhalb menschlicher Phantasie. Aber häufig wird diese Einbildung mit der Wirklichkeit verwechselt und führt dann nicht selten zu einem Gotteswahn und zu den obengenannten Konsequenzen.

Ich weiß, dass Du mich von nichts überzeugen willst, wenn Du mit mir über diese Fragen kommunizierst. Aber ich will Dich von etwas überzeugen: Von konsequentem Denken und Argumentieren.

Warum legst Du an Deine Forschungstätigkeit andere Maßstäbe an, als an Deine Weltanschauung? Warum nimmst Du Magie an, wo Du, um zu verlässlichen Vorhersagen zu gelangen, auf die Verlässlichkeit der Naturgesetze setzen musst – und kannst?

Warum nimmst Du die Existenz einer vom Körper unabhängigen, unsterblichen Seele an, wo Du doch von neuropsychologischen Erkenntnissen wissen müsstest, dass seelische Vorgänge auf das erstaunliche Zusammenwirken biophysisch-biochemischer Prozesse zurückzuführen sind?

Ich bin kein Atheist (auch wenn ich mich der Einfachheit halber manchmal so bezeichnen lasse).

D.h. ich gehöre keiner benennbaren Gruppe von Menschen an, die, weil sie sich eben mal so nennen, an irgendetwas Konkretes, das eigentlich da ist, aus Ignoranz oder Idiotie nicht glauben. Wenn ich sage, dass es keine Götter gibt, dann heißt das nicht, dass es doch welche gibt und dass mir nur gewisse Einsichten und Fähigkeiten fehlen, die Menschen zu haben glauben, die übernatürliche Wesen für real existent halten. Ich glaube nicht, dass es in unserer Welt ausschließlich mit natürlichen Dingen zugeht, ich weiß es. Ich weiß es genauso sicher, wie ich weiß, dass die Erde mehrere Millionen Jahre alt ist oder dass bereits Menschen auf dem Mond waren. Auch die letzteren Aussagen kann ich nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit treffen, es bleibt also das Restrisiko eines Irrtums, aber ich kann mir ziemlich sicher sein, aufgrund der unübersehbaren Zahl an Beweisen für dieses Wissen.

Du sagst ja auch nicht, dass Du glaubst, dass Dein Sohn Dein Sohn ist, Du weißt es. Du weißt es, weil Du BEWEISE für diese Ansicht hast. Auch wenn es ein Restrisiko eines Irrtums geben könnte.

An Götter zu glauben ist keine Gabe. Es ist lediglich eine Folge intensiver Indoktrination eines empfänglichen Geistes. Hauptsächlich deshalb wird bereits Kleinkindern beigebracht, dass es Götter und Übernatürliches gäbe. Wenn Menschen erst im Erwachsenenalter mit der Frage nach der Existenz von Göttern konfrontiert werden, können sie damit meist nichts anfangen. Das sieht man heute vor allem auch in Ostdeutschland. Die Menschen hier sind ohne die Legende aufgewachsen, dass ein übernatürlicher Mann sich an ein Kreuz nageln ließ, um sogenannte „Erlösung“ für alle zu spendieren. Die Folge ist ein verständliches Desinteresse an religiösen Fragen. Psychologen haben die Tradierung religiöser Ansichten in Ostdeutschland untersucht und kommen zu dem Schluss, dass diese so gut wie nicht vorhanden ist. Dass die Menschen hier einfach kein Interesse an solchem Hokuspokus haben – die Folge ist: 80% Atheisten.

Nur für den Fall, dass Du hier einwenden solltest, dass die moralische Verwahrlosung als Konsequenz fehlender Religiosität ja hier in Ostdeutschland überall zu beobachten ist (Ich höre es oft genug als „Argument“ deshalb gehe ich hier darauf ein):

Erstens beantwortet diese absurde Feststellung nicht die Frage nach der Existenz eines übernatürlichen Mannes, noch ist sie zutreffend. Menschen in Ostdeutschland sind moralisch nicht schlechter als Westdeutsche oder US-Amerikaner (95% glauben an einen Gott) oder Dänen, oder Schweden (80% Gottlose), sie sind nicht krimineller, nicht unhöflicher, nicht unehrlicher, nicht weniger spendenbereit oder ehrenamtlich engagiert. Der (nichtsoziale) Inhalt der Weltanschauung ist unerheblich für das Ausmaß der sozialen Eingebundenheit und des sozialen Engagements. D.h., ob Menschen glauben, dass es übernatürliche Männer gibt oder nicht, ist unerheblich für ihre Menschlichkeit. Entscheidend ist, dass sie anderen helfen wollen, nicht warum.

Ich würde mich also nicht als egozentrischer oder weniger sozial engagiert als Dich wahrnehmen.

Ich bin lediglich ein Mensch, der Dinge nicht unüberprüft glaubt. Für mich sind Tradition, Autorität und Inspiration keine verlässlichen Quellen der Wahrheit. Ich kann mich irren und andere Menschen können sich irren. Und auch unübersehbar große Gruppen von Menschen können sich irren. Das einzige, was uns unsere Irrtümer vergegenwärtigt, vor allem auch gegen Tradition, Autorität und scheinbar geniale Inspiration, sind die natürlichen Tatsachen. Nur durch die Falsifizierbarkeit einer Hypothese über die Welt kannst Du auch von einem Irrtum überzeugt werden. Indem Du eine Hypothese gegen seine Falsifizierbarkeit immunisierst, wie dies z. B. bei Annahmen der Psychoanalyse, der Geisterseherei oder Gottesvorstellungen geschieht, beanspruchst Du Irrtumsfreiheit für Dich und kannst natürlich niemals durch Fakten widerlegt werden, da Du ja von nicht existierenden Dingen sprichst.

Und hier unterscheiden wir uns. Wenn ich sage, dass es keinen Gott gibt und dass ich das beweisen kann, dann kann ich auch widerlegt werden. Du aber behauptest etwas, das sich grundsätzlich widerspricht und das Du weder beweisen noch widerlegen kannst.

Das heißt, Du sprichst hier einerseits über Deine außerordentlich beliebigen subjektiven Gedanken und Gefühle und behauptest gleichzeitig sie bezögen sich auf objektive Tatsachen, als die Du Deinen ausgedachten “Gott” trotzdem darstellst, wenn Du sagst, so etwas exisitert. Denn Du sagst ja nicht, ich glaube, dass mein Glaube an einen Gott exisiert, sondern ich glaube, dass ein Gott existiert.

Wir müssen hier natürlich verschiedene Ebenen aufmachen:

Ich behaupte nur, Gotteshypothesen widerlegen zu können, die prinzipiell widerlegbar sind, wie die, dass z.B. Gebete tatsächlich etwas ändern (Natürlich nicht im Betenden, sondern im Gebetsgegenstand).

Gotteshypothesen, die nicht widerlegbar sind, wie die, dass es einen gasförmigen, geruchlosen, übernatürlichen Geist gibt, den man mit bloßen Augen nicht sehen, in Zahlen nicht ausdrücken und mit modernen Geräten nicht messen kann, der keine Beweise braucht,“ weil man ihn einfach spürt“, solche Gotteshypothesen widersprechen sich nicht nur eklatant selbst (Er braucht zwar angeblich keine Beweise – aber andererseits “spürt man“ ihn einfach), sondern sind auch beliebig und deshalb überflüssig für das Verständnis unserer Welt.

Sie haben keinerlei echten Erklärungswert und vor allem keinen Vorhersagewert. Sie sind lediglich eine Illusion, so wie Astrologie, Telekinese, Pendeln, Homöopathie und ähnliche Überlistungen des menschlichen Verstandes.

Wir wissen, dass wir dazu neigen, in den Dingen mehr zu sehen als darin ist, und das ist auch in Teilen eine erfreuliche menschliche Gabe – die allerdings auch zu unzulässigen Überinterpretationen verleitet – die wir nur durch Fakten korrigieren können.

Als Wissenschaftlerin, die teilweise naturwissenschaftlich-experimentell arbeitet, müßtest Du wissen, dass man selbst bei den banalsten Hypothesen falsch liegen und dass man dem eigenen Irrtum nur durch Hypothesen-TESTUNG auf die Spur kommen kann.

Ich nehme an, dass Du mir naturwissenschaftlichen Reduktionsimus unterstellst. Dass ich Dinge, die man nicht sehen oder messen kann, nicht zu würdigen weiß.

Wie falsch diese Unterstellung ist, möchte ich mit den Worten des großen Physiker Richard Feynman verdeutlichen. Als ihm vorgeworfen wurde, dass ein Naturwissenschaftler, der eine Blume untersucht, deren Schönheit nicht würdigen könne, antwortete er:

“Die Schönheit, die sie für dich hat, entgeht mir keineswegs. Aber ich sehe auch eine tiefere Schönheit, die sich anderen nicht ohne weiteres erschließt. Ich sehe die komplizierte Wechselbeziehungen in der Blüte. Die Blüte ist rot gefärbt. Sie hat eine Farbe – bedeutet das, dass sie sich in der Evolution entwickelt hat, um Insekten anzulocken? Damit haben wir eine neue Frage. Können Insekten Farben sehen? Haben sie ein Gespür für Ästhetik? Und so weiter. Ich verstehe nicht, wie eine Blüte an Schönheit verlieren soll, wenn wir sie untersuchen. Es kommt immer nur Schönheit hinzu.”

Ich lache nicht darüber, dass Du an die Existenz von Geistern glaubst. Es ist Deine Privatangelegenheit. Dass Du es aber als selbstverständlich ansiehst finde ich dagegen sehr bedenklich und stark diskutabel. Und wenn Du Dich dazu mir gegenüber äußerst, kannst Du natürlich nicht damit rechnen, dass ich darüber hinweggehe und es ebenfalls als selbstverständlich akzeptiere oder toleriere.

Eine Weltanschauung ist keine Hautfarbe oder Herkunft. Weltanschauungen sind änderbar. Wir leben glücklicherweise in einer Gesellschaft in der der respektvolle Diskurs über verschiedene Weltentwürfe möglich sein muss. Zu einem respektvollen Diskurs gehört allerdings auch, dass man eine absurde Überzeugung auch als solche bezeichnen darf, wenn man das, 1., angemessen begründet und ,2., keine Doppelstandards setzt. D.h., dass man sich ebenfalls sagen lässt, dass man absurde Überzeugungen vertritt.

Respektvoller Diskurs bedeutet dabei aber eben nicht, dass man die Ansichten des anderen unbesehen respektiert, sondern vor allem seine Person. D.h. ich stelle nicht Dich als Person generell infrage, weil Du einem gewöhnlichen Aberglauben anhängst. Ich begegne Dir als vernünftigem Menschen, der inhaltliche Kritik annehmen kann und sie von persönlicher zu trennen weiß. Sonst wäre ja jede Auseinandersetzung mit Dir sinnlos.

Ich denke also nicht, dass der Glaube an Götter und sonstige übernatürliche Dinge, wie Wunder oder Seelen eines besonderen Respektes würdig wären. Warum sollte es das? Du hast eine Hypothese über die Welt, die falsch ist. Warum sollte ich das nicht ansprechen und entsprechend infragestellen und ausführlich begründen dürfen?

An Geister und Götter zu glauben ist so falsch und absurd, wie an Glücksbringerfunktion von vierblättrigen Kleeblättern oder Hufeisen zu glauben, weil es weder Magie, noch Geister und Götter gibt. Und das ist keine Frage von subjektiver Wahrheit, wie Du schreibst.

Es gibt unzählige Beweise für die Unwirksamkeit – oder gar Schädlichkeit – von Gebeten, für die Unrichtigkeit verschiedenster Glaubensinhalte (z.B. bei Homosexualität), für die Ungültigkeit verschiedenster Prophetien oder Weissagungen und für die Nichtexistenz eines „Gottes“ im Himmel oder eines Teufels unter der Erde.

Götter und Geister sind nicht mehr als das Produkt menschlicher Phantasie. Soweit meine (falsifizierbare) Hypothese. Solltest Du den Gegenbeweis antreten können, wären ich und die Welt Dir zu außerordentlichem Dank verpflichtet. Solange Du das nicht kannst, gelten die Naturgesetze und die Befunde der Naturwissenschaften, die keine Götter, Geister und andere übernatürlich Dinge vorsehen. Naturgesetze sind keine subjektiven Wahrheiten. Sie gelten objektiv – von unserer Einsichtsfähigkeit unabhängig.

Dein Gottesbild ist – wenn es ein christliches ist – ein anerzogenes Phantasieprodukt, das unmenschliche Konsequenzen haben kann. Denn es lehrt Autoritätshörigkeit und blindes Vertrauen. Das sind die Werte, die ganze Völker ins Verderben führen können.

Ich möchte mit einem kleinen Spruch schließen, der in den USA derzeit für Aufregung sorgt. Die Stadtverwaltung Washingtons wurde per Gerichtsbeschluss dazu verpflichtet, religiöse Symbolik zur Weihnachtszeit im Rathaus aufzustellen. Eine Gruppe Atheisten – die dadurch auch eingeladen waren, sich zu beteiligen – stellte – als Kontrast zur üblichen Krippenszene – einen Spruch auf, der inzwischen einmal gestohlen wurde zu diversen Demonstrationen vor dem Rathaus führte:

artatheistsignolympia.jpg

Siehe auch die Medienberichterstattung zum Thema.

Die alternative Krankheit

Dezember 10th, 2008

Die Sympathie für alternative Heilverfahren ist ungebrochen. Zwei Drittel der Deutschen vertrauen sich Umfragen zufolge unkonventionellen Therapien an. Sie schlucken Bachblüten-Essenzen und homöopathische Kügelchen oder wenden sich an Geistheiler.

schreibt die Süddeutsche heute.

Weil ein siebenjähriges Mädchen an Diabetes starb und er es versäumt hatte, sie zur Behandlung ins Krankenhaus zu schicken, ist ein Heilpraktiker vor dem Landgericht Waldshut-Tiengen zu 7.500 Euro Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden.

schreibt der Südkurier.

I’m watching you

Dezember 9th, 2008

Höllehöllehölle

Dezember 9th, 2008

Es ist vor allem diese entsetzliche Bigotterie und schwiemelige Rabulistik, die mich bei der Argumentationsweise von Gottessöhnen und -töchtern regelmäßig verzweifeln läßt.
Ja, ich weiß, es gibt ein Buch mit dem vielsagenden Titel “Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren“, aber kann das helfen, angesichts des flexiblen Standpunktwechsels im Bezug auf einen real nicht existenten Gesprächsgegenstand?

Wie z.B. die Hölle?

Kein Christ glaubt ernsthaft (wörtlich) an die Hölle. So die landläufige Sprachregelung. Und wahrlich, sie spielt in den Predigten der großen Kirchen eher eine untergeordnete Rolle. Nichtsdestotrotz ist die Vorstellung von diesem Ort, den es nicht gibt so präsent wie eh und je:

Und was entgegnet man nun einem Menschen, der behauptet, dass die Hölle nichts mit dem Christentum zu tun hat? Was sagt man einem Freund des Übernatürlichen, wenn er wieder behauptet, dass kein vernünftiger Mensch ernsthaft an die wortwörtliche Korrektheit der Geschichte von der Auferstehung, der Junfrauengeburt, der Erschaffung der Welt in sechs Tagen oder Wunderheilungen und Sintfluten glaubt?

Dem sollte man vielleicht die Unterhaltung zwischen Richard Dawkins und John Lennox empfehlen, in der Lennox, ein Professor für Mathematik an der University of Oxford, frei von der Leber weg darüber fabuliert, dass die Bibel wörtlich wahr sei, nicht symbolisch, nicht metaphorisch, nein, wortwörtlich wahr.

Es tut so manches Mal sehr weh, wenn man dieser grotesken Selbstdemontage lauschen muß. Und oft, in diesen quälend langen, mit Absurditäten gesättigten 30 Minuten, fragt man sich, warum Dawkins hier oder dort eigentlich nicht vehement widerspricht, sollte ihm, angesichts solch bizarrer Behauptungen, die sonst so exzellente Rhetorik urplötzlich abhanden gekommen sein? Nein, Dawkins ist einfach nur baß erstaunt aber auch erfreut, hier endlich ein besonders schillerndes Exemplar der Sorte Gläubiger vor sich sitzen zu haben, die ihre auffällig widersprüchlichen weltanschaulichen Ansichten nicht bemänteln oder verschämt wegdiskutieren, sondern klar und deutlich bekennen – was einschließt, dass der Verzehr eines Shrimpscocktails oder das Arbeiten am Samstag augenblicklich zum Tod durch Steinigung führen müßte. (Noch mehr Widersprüche, Absurditäten, Ungerechtigkeiten, Hass, Intoleranz und Homophobie finden sich hier). Angesichts eines solch unerschrockenen intellektuellen Selbstmords, wie ihn Lennox begeht, muss man schweigen und genießen … bei einem Shrimpscocktail … zur Erholung … vom arbeitsreichen Samstag.