Und noch mehr Unfug

Dezember 27th, 2008

    Nichts hat für uns einen häßlicheren Anblick als die Vernunft, wenn sie nicht auf unserer Seite ist.
    Halifax

Natürlich stößt man in Diskussionen mit religiösen Fanatikern immer wieder auf die immer gleichen Argumente. Ein paar dieser immer gleichen Argumente sind u.a. die Anwendung des kritischen Rationalismus auf die Gotteshypothese, die noch vorhandenen Lücken in der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, die angeblichen Lücken im Bibel-Wissen des Bibel-Kritikers, der Metaphorik-Vorwurf, der Intoleranzvorwurf, das Religiöse-sind-nicht-alle-doof-Argument und das Kultur=Religion-und-ist-deshalb-unvermeidlich-Argument.

Beim Reli-Blümchen entspann sich in den letzten Tagen wieder eine Diskussion um den Unsinn, den ein Rabbi verzapft hatte und den unser Blümchen zitierenswert fand.

Yitzack Block meint da:

    „Daher hättest du das Judentum widerlegt, könntest du G-tt beweisen. Würdest du etwas anbeten, das du sehen oder berühren kannst, so betetest du nicht zu G-tt, sondern zu einem Götzenbild (siehe die zehn Gebote.”

Absurd, oder? Ist doch ein Götzenbild ist eine Abbildung (!) einer Sache, nicht die Sache selbst. Damit man etwas „abbilden“ kann, muß die Sache aber eigentlich existieren. Ein orthodoxer, sprich konsequenter Judaismus, in der von Blümchen zitierten Form weitergedacht, müßte allerdings nicht nur die Vermeidung der Benennung eines Gottes, sondern schlicht auch jede larvierte Erwähnung, Umschreibung, ja alle Vorstellung und Erwägung der Existenz ablehnen – und damit natürlich auch jede Verherrlichung oder teleologische Interpretation.

Nun ja. Geschenkt. Nach dem Abbruch der Diskussion durch Blümchen sprang plötzlich „Yankel Moishe“ auf die Bühne der Diskussion und meinte, dass ich mich wohl fürchte. Wovor ich mich fürchten sollte, vergaß er dabei zu erklären. Er faselte etwas von Gödels „Unvollständigkeitssatz” und „dunkler Materie“, die beide – in seinen Augen – wohl die prinzipielle Unbeweisbarkeit von Unbeweisbarem demonstrierten sollten und meinte, dass man an einen „Gott“ nur freiwillig glauben könne, weil, wenn man wisse, nicht mehr freiwillig glauben könne. Ja natürlich nicht, wird da der vernunftgeleitete Denker entgegnen. Und was ist wohl mehr wert, Wissen oder Glauben?

Hier nun meine weiterführende Antwort:

Yankel, wovor sollte ich mich fürchten? Sollte ich mich fürchten? Du hast Gödel offenbar nicht verstanden. Gödel hat mit seinem „Unvollständigkeitssatz” lediglich die Unfähigkeit logischer Systeme belegt, die eigene “Abgeschlossenheit” zu beweisen.

Mathematik, Logik, CL oder KI sind künstliche Systeme, die auf „natürlichen“ Algorithmen aufbauen, sich aber wegen ihrer systemisch abgeschlossenen Definition mit zunehmendem Abstraktionsgrad selbst widersprechen können – vor allem im absurden Versuch die eigene Abgeschlossenheit logisch zu fundieren.
Man kann die artifiziell-logische Selbstwidersprüchlichkeit bei zunehmendem Abstraktionsgrad vulgärlogisch mit der guten alten Geschichte vom Kreter, der behauptet, dass alle Kreter lügen, veranschaulichen.

Populärwissenschaft oder computerlinguistische Expertise helfen uns also bei der Frage nach der Beweisbarkeit nicht logisch-mathematischer, sondern auch angeblich physikalischer Wahrheiten nicht weiter.

Aber was Du mit Deinem mißglückten Beispiel sagen wolltest, war wohl, dass Logik – und die Sprache in der sie formuliert wird – und die Physik irgendwann notwendig an Grenzen kommen. Soweit so gut. Ich denke darin sind wir uns einig.

Worüber wir uns aber offenbar nicht einig sind, ist die Konsequenz, die wir aus dieser Erkenntnis ziehen. Wie in der Geschichte vom Philosophen und Theologen, die sich streiten, wer wohl die Wissenschaft betriebe, die der Wahrheit näher käme, behauptet der Theologe, Philosophie sei, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Theologie aber ist, erwidert der Philosoph, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum und mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und ruft: “Ich hab sie.”

Der Streit geht um die Beweisbarkeit der Behauptung, dass es ein Subjekt gibt, das nicht nur das Universum geschaffen hat, etwas, wofür es einiges an physikalischen und mathematischen Kenntnissen braucht, sondern das noch heute jeden Tag die Gebete von 3 Milliarden Menschen gleichzeitig erhört (eine bemerkenswerte Bandbreite), ihre Sünden vergibt, weiß, wenn sie böse Gedanken denken, sich Sorgen um unsere sexuellen Vorlieben macht und ganz schön wütend werden kann, wenn man es ignoriert. Ein Subjekt, das die Kreuzzüge, 30-jährigen Religionskrieg, den Holocaust oder den 11. September nicht verhindert hat, Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüche herstellt und damit hunderttausende Menschen auf einmal auslöscht. Ein Subjekt, das Menschen und Tiere mit Behinderung entstehen lässt, Seuchen, Hungersnöte und Kriege über die Welt verbreitet und uns alle liebt.

Wenn Du behauptest, das hat alles Dein „Gott“ gemacht, dann will ich dafür Beweise. So wie Du Beweise dafür verlangen würdest, wenn ich behaupten würde, dass ich Deine Frau geschwängert habe und dass Du mir 10.000 Euro schuldest. Bevor nicht irgendwie selbstevident ist oder es verlässliche Zeugenaussagen dafür gibt, dass die Dinge, die in der Welt passieren von einem unsichtbaren Mann gemacht wurden, solange glaube ich nur das, was einer empirischen Überprüfung zugänglich ist und sorge dafür, dass alle Menschen diese Überlegungen anstellen können.

Und solange bin ich wütend über Bemerkungen von Pfaffen, Bischöfen und Päpsten, dass Schwule es im Grunde auf Kinder abgesehen haben, dass Ostdeutsche missioniert werden müssen wie Indianer, dass der wütende Mob, der sich in islamischen Ländern wegen der Mohammed-Karikaturen gebildet hat völlig berechtigt ist, dass Kindern in der Schule erzählt werden muss, dass es Geister, Wunder und Zombies wirklich gibt.

Ich bin froh, dass Du mir Deinen Gotteswahn nicht aufzwingen willst. Aber Du schaffst mit Deiner Haltung den Nährboden für Religionszwang. Für solche Untaten wie „Schläge im Namen des Herrn
Darüber rege ich mich auf. Und darüber

Und genau aus diesen vielen Gründen erscheint es mir inzwischen mehr als angebracht, sich über die Frage klar zu werden, ob es so etwas wie Götter gibt oder nicht. Und diese Frage läßt sich – wegen ihres Intersubjektivitätsgebots – selbstverständlich nur mit einer Überprüfung beantworten.

Yankel, Du schreibst, dass man sich zu einem „Gott“ der den Namen verdient und zweifelsfrei bewiesen wäre, nicht freiwillig bekennen könnte, weil die Erfahrung so „überwältigend“ wäre.

Ich finde die Umstände, mit denen Du dazu gekommen bist mir 10.000 Euro zu schulden auch einfach viel zu faszinierend, als dass ich sie Dir erklären könnte. Du wärst einfach überwältigt von mir. Das will ich verhindern. Du sollst Dich freiwillig zu Deinen Schulden bei mir bekennen. Und ich werde jetzt allen Leuten in Deiner Umgebung erzählen, dass Du mir 10.000 Euro schuldest. Ich werde es Deinen Freunden erzählen und Deinem Arbeitgeber. Ich werde es Deinen Eltern erzählen und (falls Du Kinder hast) auf den Schulhof Deiner Kinder gehen, Deine Kinder raussuchen und ihnen und ihren Freunden und den Eltern ihrer Freunde erzählen, dass Du mir 10.000 Euro schuldest. Ich werde in Deinem Wohnort Plakate aufhängen auf denen steht, dass Yankel Moishe sapere aude 10.000 Euro schuldet. Ich werde außerdem Menschen bedrohen, die das Gegenteil behaupten und sich über mich lustig machen. Das werde ich 10 Jahr lang machen. Und dann werde ich dich nochmal fragen, ob Du Dir inzwischen freiwillig über Deine Schulden Gedanken gemacht hast.

Und wenn Du sagst, dass objektives Wissen über einen angeblichen „Gott“ weniger wert sei, als Glauben, dann kann ich Dir auch nicht mehr helfen.

Du schreibst „Der Kernsatz im referenzierten Artikel ist, dass G-tt “ueber der Welt” ist. Dazu passt, dass der biblische Text nirgendwo versucht, G-tt zu beweisen, sondern ihn schlicht voraussetzt.“

Und ich sage Dir, dass genau das das Problem ist. Es wird Unsinn vorausgesetzt. Ein Phantasiegebilde, ein Hirngespinst. Crackpot-Idiotie.“Ein “Gott” der Berge über Völker hält, um sie davon zu überzeugen, dass er selbst ganz toll ist“ ist absurder Schwachsinn und er bleibt es, auch wenn Du mir sagst, dass es sich dabei um eine Metapher handelt. Denn dann frage ich mich, welchen Wert diese Aussage noch hat? Wenn es sich hierbei um Poesie handelt, welchen verbindlichen Wert hat diese Bemerkung?

Yankel, Du fragst mich,

„Gut. Nehmen wir an, Du haettest recht, es gaebe Ihn nicht. Und ich lebe so, als ob es Ihn gaebe. Ich verhalte mich also beispielsweise so, als ob ich am Ende meiner Tage Rechenschaft fuer Denken, Reden und Handeln ablegen muesste. Warum stoert Dich das so?“

Du beleidigst mit Deiner durchschaubaren Frage meine Intelligenz. Dein persönlicher Aberglaube ist mir wurscht. Mich stören nur die Folgen, die sowas bei Menschen haben kann. Siehe oben.

Und nein, natürlich bin ich nicht der Ansicht, dass das Gewissen eine Verstümmelung des menschlichen Wesens ist (Was bitte soll die bescheuerte Frage?), ich brauche für mein Gewissen schlicht und einfach kein unsichtbares gasförmiges Wirbeltier.

Du fragst mich, wie ich mir abergläubische Naturwissenschaftler erkläre? Es gibt etwa 7% arme Naturwissenschaftler, die an einen persönlichen „Gott“ und an „Unsterblichkeit“ glauben. Und das kann man sehr leicht mit sehr wirksamer frühkindlicher Indoktrination erklären. Die grotesken Folgen solcher Kindesmißhandlung sind Menschen, die sagen, wenn wissenschaftliche Ergebnisse gegen “das Wort Gottes” sprächen, würden sie sich immer für die Gültigkeit des “Gotteswortes” entscheiden.

Eine größere Analyse fand kürzlich einen Zusammenhang zwischen Religiosität und Intelligenz. (Helmuth NyborgThe intelligence–religiosity nexus: A representative study of white adolescent Americans). Wie erklärst Du das?

„Für mich ist die jüdische Religion wie jede andere der Inbegriff des kindischsten Aberglaubens.

hat Albert Einstein einmal in einem Brief geschrieben.

Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.

Mich würde dann noch interessieren woher Du die Zahl 20% Prozent Nobelpreise hast?!

Was die Schriftzeichen betrifft, lieber, Herr Blume, sollten Sie sich mal mit der Entstehung der Schrift beschäftigen. Sie diente zunächst vor allem kaufmännischen und journalistischen Zwecken, als Notationssystem für Abrechnungen und zur Überlieferung wichtiger Ereignisse.

Dass für Sie jegliche Form von Kultur gleichbedeutend mit Religion ist, haben wir inzwischen bemerkt. Ich kann nur hoffen, dass auf Sie nicht der zweite Teil des Ciceroschen Spruches zutrifft, dass wohl jeder Mensch irren kann, nur der Dummkopf aber im Irrtum verharrt.

Und dies hier geht an Dich, ElsaLaska:

Erstens wüßte ich gern, was Du unter einem fundamentalistischen Atheisten verstehst. Wenn Du damit meinst, dass Atheisten sich allein auf ihre Vernunft und Tatsachen als Basis ihrer Erkenntnis verlassen, dann bin ich gern ein flexibler Vernunft-Fundamentalist, als – wie Du – ein Märchenbuchfundamentalist.

Du meinst, man müßte biblische Texte anders lesen als eine Pressemitteilung oder eine Anleitung zu einem Handy. Wie kommst Du darauf? Woher weißt Du das? Wenn Du folgende Worte als Metaphern, Allegorie, Literatur und Poetik verstehst, weiß ich nicht mehr, ob man dann bei Dir noch von normalem Leseverständnis sprechen kann:
“So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.”
(4. Mose 31,17-18)

“Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, …”
(5. Mose 21,18-21)

“Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; …”
(5. Mose 22,23-24)

“Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; …”
(3.Mose 20,13)

Ist das in Deinen Ohren Poesie? Literatur? Allegorie? Wo bitte liest Du da eine Allegorie? Kannst Du mir das bitte erklären?!

Wie würdest Du den Schießbefehl an der Berliner Mauer allegorisch-metaphorisch deuten? Wie den Befehl zur „Endlösung der Judenfrage“? Was soll der Unsinn von dem „immensen Reichtum“ der Schriftauslegung?

Kennst Du den Unterschied zwischen einem Buch von Else Lasker-Schüler und der Bibel? Der Bibel und ihres Inhalts wegen, sind bereits Millionen Menschen gestorben und ein paar weitere Millionen sind bereits in Planung.

Verstehst Du diesen Unterschied? Den Unterschied zwischen der harmlosen schöngeistigen Poesie einer mittelmäßigen Autorin und einem Buch, das von ein paar völlig durchgeknallten Leuten für das wahrhaftige Wort eines „Weltschöpfers“ verstanden wird?

Was die Bescheidung betrifft, so kann ich nur auf die Praxis in Schweden hinweisen:

Am 1. Oktober 2001 trat in Schweden – nach einer längeren öffentlichen Debatte wegen des Todes mehrerer Babys durch Beschneidungen – ein neues Gesetz in Kraft, das Beschneidungen ohne medizinische Begründung bei Jungen, die älter als 2 Monate sind, generell verbietet. Beschneidungen an jüngeren Babys dürfen nur noch unter Betäubung und in Anwesenheit eines Arztes vorgenommen werden. Schweden ist damit das erste Land der Welt, das rituelle Beschneidungen, die ohne Zustimmung der Betroffenen vorgenommen werden, durch Gesetz ausdrücklich eingeschränkt hat.

Insgesamt kannst Du also als Frau gern darüber spekulieren, ob eine Vorhautverletzung schmerzhaft ist – ich kann es Dir definitiv bestätigen. Es ist nicht nur sehr schmerzhaft, es ist ein absolut unangemessener Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes. Ich finde Deine *gg*lei in diesem Zusammenhang nicht nur unangebracht, sondern auch gefühl- und respektlos im Angesicht der Millionen Opfer der religiös bedingten Genitalverstümmelung weltweit – an jedem verdammten Tag.

6 Responses to “Und noch mehr Unfug”

  1. Yankel Moishe Says:

    “Moses”, wage lesen.
    1. Yitzchak Block ist nicht ein “Rabbi”, sondern laut Quellentext ein emeritierter Professor für Philosophie, Harvard Absolvent und Fachmann für Aristoteles (das ist der Kerl, die das Konzept “Formale Logik” erfunden hat).

    2. Es geht eben nicht um die “Beweisbarkeit”, das war ja gerade die Aussage des Texts!

    3. Bzgl Gödel: Du weisst aber schon was Hilberts Programm war (bis Gödel kam)?
    “Jedes hinreichend mächtige formale System ist entweder widersprüchlich oder unvollständig…. In jedem formalen System der Zahlen, das zumindest eine Theorie der natürlichen Zahlen (\N) enthält, gibt es einen unentscheidbaren Satz, also einen Satz, der nicht beweisbar und dessen Widerlegung ebenso wenig beweisbar ist (1. Gödelscher Unvollständigkeitssatz).” (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz)
    Nicht mal in der Mathematik ist jede wahre Aussage also beweisbar.

    Der 2. Satz sagt, dass man die Widerspruchsfreiheit der Mathematik nicht beweisen kann. Sie geht also auch letztlich von unbewiesenen Voraussetzungen aus.

    3. Dauert 10 Sekunden, das mit Google zu finden:
    http://www.jinfo.org/Nobel_Prizes.html
    Es gibt reichlich andere Seiten mit ähnlichen Ergebnissen, Herr Stern.

    4. Es stimmt natürlich, Religion läßt sich mißbrauchen und von daher potentiell gefährlich. Andere Dinge wie politische Macht oder menschliche Sprache lassen sich auch missbrauchen. Möchtest Du die auch abschaffen?

    5. Warum zitierst Du eigentlich nie Lev. 19, 18 oder ähnliche? Oder sowas wie dass es besser sei, sich in einen brennenden Ofen zu werden, als seine Mitmenschen öffentlich zu beschämen?

    Das muss für heute reichen.

    YM

  2. sapere Says:

    1. Als Jude könntest Du wissen, dass der Begriff Rabbi “Lehrmeister” bedeutet und auch entsprechend global verwendet wird.

    2. Es geht sehr wohl um die Beweisbarkeit. Das war die Aussage des Textes. Unabhängig davon geht es bei der Behauptung der Existenz objektiver Tatsachen – und als diese gilt Monotheisten ihr “Gott” – immer darum.

    3. Ja, ich weiß, was Hilberts Programm war. Es geht hier aber nicht um die Beweisbarkeit mathematischer Sätze und geradezu apriorischen Axiome, es geht um die Behauptung dass es ein gasförmiges Wirbeltier geben soll, dass die Welt geschaffen hat und noch heute damit rumspielt.

    4. Jüdischer und halbjüdischer “HERKUNFT” steht da. Nicht(!) “jüdischen Glaubens”. Mit ersterem sind vor allem auch jene gemeint – die unter den Juden die Mehrzahl ausmachen – die nicht an einen übernatürlichen Mann glauben.

    5. Yankel, ich habe kein Problem mit Religion per se. Ich habe ein Problem mit dem Glauben an Götter, Geister und sonstigen übernatürlichen Kram. Wer Mythos von Realität zu trennen weiß, der hat viel gewonnen. Was ich abschaffen will, sind nicht Vertrauen, Menschlichkeit und Mythos. Was ich abschaffen will, ist die Verwechslung von Mythos und Realität. Dazu gehört unter anderem die Erkenntnis, dass es real keine Götter gibt. Es mag sie so geben, wie es den Weihnachtsmann, Sherlock Holmes oder Mary Poppins gibt. Real gibt es aber nur Dich und mich, den bestirnten Himmel über uns und das moralische Gesetz in uns und wir wissen bisher bereits in Ansätzen auch woher – jedenfalls nicht von einem Gott.

    5. Ich könnte tausende gute Sätze aus Tanach und Talmud zitieren. Doch darum geht es nicht. Es geht mir nicht darum die Weisheit darzustellen, die wie Mauerblümchen aus den Ritzen des Dogmas wächst. Es geht mir darum, auf die offensichtliche Dummheit in Talmud und Bibel hinzuweisen und möglichst lautstark vor ihr zu warnen.

  3. Yankel Moishe Says:

    ad 1) von einem “Rabbi” würde ich heutzutage Smicha oder eine entsprechende Position erwarten. Abgesehen davon wurde Dr. Block hier als Philosoph und Aristoteliker, nicht als Lehrmeister des Judentums zitiert.

    ad 2) Sag mal, hast Du den verlinkten Text überhaupt mal gelesen, bevor Du Dich dazu geäußerst hast? “Da es also keinen wissenschaftlichen Weg gibt, G-tt zu beweisen, könnte man meinen, dass Glaube an G-tt irrational wäre. Tatsächlich sind die meisten unserer grundlegenden Annahmen über die Welt nicht beweisbar, nicht deduktiv und nicht induktiv, und gelten doch als rational. Zum Beispiel, das „Prinzip der Induktion“ – dass die Zukunft entlang derselben Linie verlaufen wird wie die Vergangenheit, oder das „Prinzip der Ursache“ – dass jedes Ereignis eine Ursache hat, sind weder durch Logik noch empirischen Nachweis beweisbar.”
    Nebenbei gesagt: Auch Kant (“sapere aude”) sagt ausdrücklich, dass sich G-tt weder beweisen noch widerlegen läßt.
    Jedes spirituelle Denken basiert auf der Hypothese, dass es eine Realität jenseits des sinnlich Wahrnehmbaren gibt. Hast Du übrigens den Film Matrix gesehen? Kannst Du da eine Relevanz zu unserer Diskussion erkennen?

    ad 3) Natürlich beweist Gödel nicht die Existenz G-ttes. Siehe 2. Aber es ist ein klassisches Beispiel, dass es sogar innerhalb der deduktivsten Wissenschaft nachweislich unbeweisbare Wahrheiten gibt. Warum also nicht auch anderswo?

    “Gasförmiges Wirbeltier”?? ROTFL!! Das ist wohl kaum der G-tt der monotheistischen Religionen. Der ist eher abstrakt und allmächtig. Als solcher sollte er auch keine Probleme damit haben zu verhindern, dass seine Geschöpfe ihn beweisen können.
    Vorher hattest Du rhetorisch gefragt, was mehr wert sei, Wissen oder Glauben. In der Wissenschaft (wie der Name schon sagt) sicher das Wissen. Solange Du Dich weigerst anzuerkennen, dass es Dinge ausserhalb der Naturwissenschaft gibt, beschneidest Du Dich selbst.
    Mal abgesehen davon: Weisst Du eigentlich, wie viele wissenschaftliche Publikationen zurückgezogen werden müssen? Und dass das Phänomen in den renommierten Magazinen sogar noch ausgesprägter ist?

    ad 4) War mir vollkommen bewusst.
    Übrigens hat der von Dir oben erwähnte Einstein, der in einer assimilierten Familie aufwuchs und daher kaum religiöse Unterweisung erhielt, durchaus an einen G-tt geglaubt, wie durch zahlreiche Zitate belegt.
    Es wurde nur schon verschiedentlich die Vermutung geäußert, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen einerseits dem Entstammen aus einer Kultur, in deren Zentrum ein abstrakter unbeweisbarer G-tt steht und einer damit eng verbundenen Kultur des Lernens und der Analyse (vgl. Deut 6, 7; 11, 19; etc) und spektakulären Erfolgen in der Wissenschaft gibt. Es wäre nicht erstaunlich, dass strikt orthodoxe bei den Nobelpreisträgern unterrepräsentiert sind. Eine akademische Laufbahn ist mit orthodoxem Lebenswandel nicht so einfach unter einen Hut zu bringen. Es gibt sie aber trotzdem.
    Wieso schon wieder “übernatürlichen Mann”?

    ad 5) Woher weisst Du eigentlich, dass es besser ist, in der “objektiven” “Realität” zu leben? Und wieso hälst Du Glauben für dumm? Stimmt es ist was anderes als Wissen. Aber wieso besser oder schlechter?
    “Moralisches Gesetz in Dir?” Kannst Du das irgendwie belegen? Ich weiss, dass das ein Kant-Zitat ist, aber hat er das irgendwie begründet oder bewiesen? Oder ist das eine Annahme?
    Mir scheint die Geschichte der Menschheit (und speziell auch die jüngere Deutschlands) eher stark darauf hinzudeuten, dass es mit dem moralischen Gesetz in den meisten Menschen nicht weit her ist.

    ad 6. Unterhalte Dich mal mit einem Talmudgelehrten. Du würdest intellektuell ziemlich blass aussehen (und ich auch…)
    Nebenbei: Das Konzept Dogma gibt es in Bibel und Talmud nicht.

    YM

  4. sapere Says:

    1. Ist das völlig wurst, wie ich wen bezeichne. Für mich ist Block ein Rebbe. Da können wir jetzt ewig diskutieren, was ihn dazu macht und was nicht. Schau ihn Dir halt einfach an: http://www.flickr.com/photos/epublicist/3115510435/ und lies, was er so schreibt.

    2. Habe ich den Text gelesen. Bei der Gotteshypothese handelt es sich – anders als bei den von Dir oben zitierten – um eine konkrete prinzipell testbare Hypothese: XY exisitert. Diese Hypothese kann man immer prüfen. Solange sie nicht bestätigt ist, gilt XY als nicht existent. Ich weiß gar nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

    Kant war, wie so viele, ein Kind seiner Zeit. Auch er hat einigen Unsinn verzapft. Zu seinem größten gehört die Einführung eines “Gottes” durch die philosophische Hintertür. Die Existenz einer Sache läßt sich immer prüfen.

    Und es ist absoluter Unsinn, dass JEDES spirituelle Denken auf Realität jenseits des sinnlich Wahrnehmbaren beruht. Meine eigene Spiritualtiät beruht ausschließlich auf sinnlich Wahrnehmbarem.

    Matrix ist ein Film. Fiktion. Interessant – aber mit logischen Mängeln.

    Unbeweisbare Wahrheiten sind notwendige Voraussetzungen abgeleiteter Wahrheiten oder Konventionen. Ohne den Satz vom Widerspruch z.B. wäre unsere gesamte Welt unsinnig. Er ist also notwendig. Ein “Gott” ist nicht notwendig für die Erklärung unserer Welt.

    Du schreibst, dass Dein persönlicher “Gott” abstrakt und allmächtig sei und keine Probleme damit hat, zu verhindern, dass seine Geschöpfe ihn beweisen können. Ich frage mich dann nur wozu? Zu welchem Zweck sollte ein “Gott” verhindern wollen, dass man sie/ihn erkennt? Weil wir davon überwältigt wären? Wie wäre es mit einem einfachen wöchentlichen Podcast. Das würde reichen. Muss ja nicht gleich das volle Programm sein.

    Und wenn Du das peer review Verfahren kritisierst: das ist die Voraussetzung einer jeden echt wahrheitssuchenden Wissenschaft. Fehler gehören zur Wissenschaft dazu. Das kannst du als Allmachtsanhänger sicher nicht verstehen.

    4. Einstein hat nie an einen “Gott” geglaubt:

    „Es war natürlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzete Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.“

    Albert Einstein in einem Brief vom 24. März 1954, von Albert Einstein: The Human Side. Hrsg. von Helen Dukas und Banesh Hoffman. Princton, New Jersey 1981, S. 43.

    Die jüdische Religion erschien ihm kindisch:

    „Für mich ist die jüdische Religion wie jede andere der Inbegriff des kindischsten Aberglaubens. Und das jüdische Volk, dem ich gerne angehöre und dessen Mentalität ich mit einer großen Verbundenheit gegenüberstehe, hat für mich keine andere Qualität als alle anderen Völker. So weit meine Erfahrung reicht, sind sie nicht besser als andere Gruppen von Menschen, obwohl sie von den schlimmsten Krankheiten durch einen Mangel an Macht beschützt werden. Davon abgesehen kann ich nichts ‚Außerwähltes‘ an ihnen erkennen.“

    Einstein in einem Brief an den Philosophen Eric Gutkind am 3. Januar 1954

    Deine Ansicht über die Kultur des Lernens und der Analyse würde ich übrigens teilen. Aber sie macht ja glücklicherweise erhbeliche Fortschritte, was man an der zunehmenden Irreligiosität vieler Juden sieht.

    5. Es ist nicht “besser” in einer objektiven Realität zu leben. Es gibt nichts anderes. Die Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben. Wir müssen solche Sachen, wie den Holocaust akzeptieren.

    Glaube ist dumm, weil er zu unangepasstem und menschenverachtendem Verhalten führt. Dass gute Menschen Gutes tun, dafür braucht es nicht viel – dass gute Menschen Böses tun, dafür braucht es Religion.

    Moral ist keine Einbahnstraße. Sie wird erworben und dieser psychologische Prozess ist extrem kompliziert. Mit mit dem Glauben an übernatürliche Männer hat er eigentlich nichts zu tun.

    Nebenbei: Das Dogma, dass es einen eifersüchtigen “Gott” gibt, gibt es auch im Judentum sehr wohl.

  5. Bac-Polska Says:

    When not in use, scissor style car lifts retract into a llow profile.
    There are plenty of companies to choose form but when youu
    are looking to begin a contract with someone make sure they ave enohgh experience in the area,
    own the right equipment and possess a number of highly qualified
    employees who know their job in and out. Mosst companies that have a scissor lift rental option will deliver and pick up the unit.

    My weeb site: Bac-Polska

  6. wordpress travel Says:

    Great beat ! I would like to apprentice whilst you amend
    your web site, how can i subscribe for a blog site?

    The account helped me a applicable deal. I have been tiny bit
    acquainted of this your broadcast offered vibrant transparent concept

    My web blog – wordpress travel

Leave a Reply