Liebe Leserinnen,

Dezember 31st, 2008

der Jahreswechsel ist eine Zeit der Rückbesinnung und eine Zeit der Vorhersagen. Prophezeiungen wurden in den Jahrtausenden der Existenz von Menschen auf dieser Erde schon unzählige gemacht und Wahrsager hatten zu allen Zeiten Hochkonjunktur. Das verwundert nicht, müssen doch mindestens ein paar Aussagen der selbsternannten „Seher“ rein zufällig ins Schwarze treffen. Das letzte Jahr war natürlich wieder ein Fest für Skeptiker der Wahrsager – neudeutsch „Analysten“ – aller Art. Da wurde die Präsidentschaft Hillary Clintons vorhergesagt, der deutsche Gewinn des EM-Titels oder sogar die Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt prophezeit.

Wir werden in diesem Jahr in diesem Blog ein ganz besonderes Novum wagen. Wir treten der illustren Schar der extraordinären deutschen Propheten bei. Wir werden für das Jahr 2009 eine außergewöhnliche Prophezeiung abgeben, die zu hundert Prozent garantiert – d.h. definitiv und absolut, ohne jeden Zweifel – zutreffend sein wird. Sie wurde in der Weltgeschichte schon oft versucht und oft für unmöglich erklärt. Am 31. 12. 2009 werden alle Menschen, die diesen Blogeintrag noch einmal lesen, feststellen können, dass es Prognosen gibt, die absolut und uneingeschränkt zuverlässig sind. So unglaublich zuverlässig, dass man buchstäblich sein gesamtes Leben auf diese Vorhersage einrichten kann. Diese Prophezeihung ist so unerhört, dass vor allem sensible Menschen seelisch und moralisch vorbereitet und spirituell gereinigt sein sollten, ehe sie sie lesen.

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Wegen ihres besonderen, ja sogar ideell hochexplosiven Charakters (für das Eintreffen dieser Prophezeihung sind Menschen bereit, ihr Leben zu opfern) werden wir diese besondere Vorhersage deshalb nur einmal ganz kurz ab Mitternacht, also am 1.1.2009, von 0.00 bis 1.00 Uhr hier an dieser Stelle veröffentlichen und dann wieder – für immer – am 31.12.2009, ab 23.59 Uhr, vor allem um Menschenleben nicht unnötig zu gefährden.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen frohen Jahreswechsel und ein immer gesundes, so oft wie möglich glückliches und manchmal erfolgreiches Neues Jahr 2009.

Ihre Autoren sapere aude und Moses Immanuel Stern.

Wenn

Dezember 29th, 2008

Jesus Is My Friend

Dezember 29th, 2008

    „Kämpfe niemals gegen die Religion oder gegen anderes, was von Gott abzuhängen scheint, denn all dies hat zuviel Gewalt über die Geister von Toren.“
    Francesco Guicciardini

reli-intelligence.gifWas bisher eher aphoristisch oder polemisch durch atheistische Literatur und Blogs geisterte, hat in diesem Jahr erneut handfeste sozialwissenschaftliche Unterstützung erhalten. Klügere Menschen sind offenbar weniger religiös. Dass Religion dumm macht, dürfte dabei wohl eher die schwächere Hypothese sein. Dass sich geistig Minderbemitteltere eher zur übernatürlichen Welterklärungen hingezogen fühlen, ist da wahrscheinlich plausibler.

reli-intelligence2.gifEiner der meistzitiertesten dänischen Psychologen, Helmuth Nyborg, hat im September in einer aufsehenerregenden Studie zeigen können, dass Anhänger fundamentalistischer Religionsgemeinschaften bis zu zehn Punkte weniger auf der Intelligenzskala aufwiesen als Atheisten. Agnostiker wiederum lagen etwa zwei IQ-Punkte hinter den Atheisten.

Nyborg hatte in seiner Studie „The intelligence–religiosity nexus: A representative study of white adolescent Americans „, die er in der angesehenen Fachzeitschrift „Intelligence“ veröffentlichte, die IQ-Werte von 12–18jährigen weißen amerikanischen Jugendlichen verglichen und mit folgender Erkenntnis geschlossen:

„Im Sinne der Evolution reagieren moderne Atheisten rational auf emotional-kognitive Herausforderungen, während religiös Liberale und Fundamentalisten weiterhin in altertümlichem, irrationalem und übernatürlichem Wunschdenken verharren.“

Im Jahr 2006 hatte Nyborg übrigens zeigen können, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Sternzeichen und bestimmten Persönlichkeitseigenschaften, wie Extraversion, was zum Beispiel Kontaktfreudigkeit und Offenheit spiegelt, Neurotizismus, der unter anderem mit der Ängstlichkeit eines Menschen zusammenhängt, und Psychotizismus, der für Merkmale wie Impulsivität, Aggressivität und Kreativität steht, gibt.

Gotteswahn genetisch?

Dezember 27th, 2008

Ein schrecklicher Boom ist ausgebrochen. Eine intellektuelle Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes hat – von vielen unbemerkt und schleichend – im Jahresverlauf 2008 begonnen. Das Darwin-Jahr 2009 wird dann wohl als das Jahr der schwachsinnigsten Interpretation naturwissenschaftlich-evolutionsbiologischer Befunde und Theorien in die Geschichte eingehen. Der kollektivierte Gotteswahn hat zum Sturm auf die Festungen der seriösen Naturwissenschaft geblasen – und es wir munter drauflosspekuliert. Die These:

Gotteswahn ist ein evolutionärer Selektionsvorteil.

schnabel.gifMan sucht und findet Gottesgene, Gotteshirnareale, Gottesaltruismus, Gottessozialismus, ja, Gottesglück allerorten. Da liegt der FAZ „Die Gottesfürchtigkeit im Genpool“ und das Handelsblatt erklärt uns, „Warum die Menschen Gott finden„, Ulrich Schnabel fehlinterpretiert „Die Vermessung des Glaubens“ und Rüdiger Vaas und Michael Blume behaupten frech, dass „Glaube nützt“ und zaubern sich eine „Evolution der Religiosität“ herbei.

Ein beängstigender Trend. Hier werden in die eigene Überzeugung passende Befunde seriöser Wissenschaft herausgepickt wie Bibelverse und zusammen mit allerwildesten thelogischen Spekulationen zu einem ungenießbaren Brei pseudowissenschaftlichen Unsinns verrührt, der zeigen soll, dass der irrationale Glaube an imaginäre Freunde angeblich einen genetischen „Selektionsvorteil“ bringt.

Doch Wissenschaftler sind sich keineswegs einig darüber, was es mit den psychobiologischen Grundlagen des Gotteswahns auf sich hat. Religiositäts-Gene und Gottesareale im Hirn sind im besten Falle Pygmalioneffekte, selbsterfüllende Prophezeihungen der religiösen Interpreten mehrdeutiger wissenschaftlicher Befunde. Anhand von Hirnstrommessungen könne man nur sagen, wo Nervenzellen bei Gebeten aktiv sind, aber nicht welche Informationen sie verarbeiten, sagt Henning Scheich vom Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg der Stuttgarter Zeitung „Die Hirngebiete sind genauso aktiv, wenn man beispielsweise angestrengt über einer mathematischen Formel brütet (…) Religiosität, der Glaube an das Unerklärliche, ist natürlich eine sehr spezifisch menschliche Eigenschaft. Wir verfügen aber im Moment über keine Möglichkeit, die Gehirnzustände von religiösen und nichtreligiösen Menschen so miteinander so zu vergleichen, dass wir zu wissenschaftlich stichhaltigen Aussagen kommen.“ .

Überzeugte Christen wie Michael Blume halten trotzdem an ihrem obskuren Traum fest, „dass Gott die Evolution als Instrument benutzt, den Bauplan der Welt und damit sich selbst zu offenbaren.“

Was Blume behauptet und wozu eminente Religionskritiker, wie Michael Schmidt-Salomon, beipflichtend nicken, ist schlicht und einfach ein wohlfeiles Mißverständnis. Denn vererbt und ausgebildet werden auschließlich die gerüstartigen psychischen Grundlagen für sozio-kognitive Fähigkeiten. Die Grundlagen der Sprachgrammatik werden vererbt, auch wenn man die unterschiedlichsten Sprachfamilien erlernen kann. Vererbt wird die Fähigkeit zu möglichen Spielarten sozialer Interaktion oder Tendenzen für sexuelle Vorlieben, nicht aber das sexuelle Verhalten selbst. Was also nie vererbt wird, sind die Inhalte bestimmter menschlicher Informationsverarbeitungsprozesse. Faschisten werden nicht als solche geboren, so wenig wie Wissenschaftler oder Schreiner.

Selbstverständlich könnte man im Hirn eines Schreiners besondere Areale ausmachen, die für die Verarbeitung von Holzinformation zuständig sind und man wird vielleicht sogar eine Genkombination für die Ausprägung höherer psychomotorischer Fähigkeiten finden, die einem Menschen den Schreinerberuf erleichtern können, doch niemals wird die Schreinerei vererbt, sie wird erworben.

Als Religiöser wird man nicht geboren, man wird dazu gemacht.

Exakt genauso ist es um die Religion bestellt. Die Neigung zum Glauben an übernatürliche Männer, Geister und Hexen ist allen Menschen zueigen, ausgebildet werden sie aber vorwiegend bei Ungebildeten und Kranken. In einigen psychischen Wahnerkrankungen treten sie ungehindert zutage. „Ein Betroffener glaubt beispielsweise, von Außerirdischen oder Geistern aus dem Jenseits beobachtet zu werden (sog. Verfolgungswahn), dass Nachbarn oder andere ihn schädigen wollen, dass er nachts im Schlaf von elektronischen Geräten (durch die Wand hindurch) bestrahlt wird, dass seine Gedanken von anderen gehört werden können oder dass er aufgrund früherer Sünden Schuld an Naturkatastrophen trage. Häufig ist auch die wahnhafte Überzeugung, dass im Kopf ein Chip oder Ähnliches implantiert sei, mit dem die Gedanken oder das Handeln kontrolliert oder sogar gesteuert würden. Wahn bedeutet eine unerschütterliche Überzeugung, die auch durch Fakten nicht zu widerlegen ist, und ist dadurch gekennzeichnet, dass die eigene Person wesentlich darin verwickelt ist; für den Betroffenen besteht eine Gewissheit, dass das wahnhaft Vorgestellte tatsächlich geschieht.Wikipedia„.

Der Inhalt dieser extremen Ausbildung von Wahnvorstellungen ist dabei sehr stark an die Erfahrung und die aktuellen Lebensumstände des Betroffenen gebunden. Menschen, die in einer sehr religiösen Umgebung aufgewachsen sind, zeigen also deutlich stärker religiöse Wahninhalte als Nichtreligiöse.

Der Wahn, dass das Universum und seine Funktionsprinzipien aber auch das Leben sämtlicher Individuuen durch einen unsichtbaren, allmächtigen, übernatürlichen Mann geregelt und überwacht wird, ist eine milde Form dieser allgemeinen Prädisposition zum Verfolgungswahn, aber nicht weniger schwerwiegend, wenn es absurde Handlungskonsequenzen nach sich zieht, wie z.B. die Schenkung des gesamten Vermögens an eine kirchliche Einrichtung oder die Rechtfertigung von Mord und Totschlag.

Der Glaube an Übernatürliches wird nicht vererbt. Was vererbt wird, ist die Fähigkeit zur wahnhaften Interpretation der banalsten natürlichen Zusammenhänge. Da werden Hufeisen zu Glücksbringern, Hotelzimmer mit der Nummer 13 bleiben unbewohnt, vierblättrige Kleeblätter sollen das ewige Glück bringen. All diese Phänomene finden sich im Prinzip bereits bei Tieren.

Religiosiät ist also mitnichten eine rein menschliche „Fähigkeit“. Bereits in den 50ger Jahren konnte der Lernpsychologe Burrhus Frederic Skinner zeigen, dass auch Tiere merkwürdige Verhaltenweisen zeigen, wenn Belohnungen mit spontanem Verhalten gekoppelt wurde. Eingesperrt in eine Kiste, in die alle 15 Sekunden automatisch ein Leckerbissen fiel, entwickelten die Vögel merkwürdige, bizarr erscheinende Verhaltensweisen: Einige von ihnen drehten sich immer wieder im Kreis herum, andere streckten den Schnabel in regelmäßigen Abständen in eine bestimmte Ecke des Kastens und wieder andere machten schleudernde Bewegungen mit dem Kopf. Skinners Erklärung war ebenso einfach wie verblüffend: Die Vögel hätten eben genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Futter in die Kiste fiel, eine bestimmte Bewegung gemacht und diesen Zufall unbewusst so interpretiert, als habe die Bewegung das Erscheinen der Leckerei ausgelöst. Folgerichtig versuchten die Tauben daraufhin, weiteres Futter durch die gleiche Bewegung herbeizuzaubern – und wurden in ihrem neu entstandenen Aberglauben durch erneutes zufälliges Zusammentreffen von Bewegung und Futtergabe bestärkt, schreibt der Spiegel und Kia Aarnio hat in ihrer Dissertation zum Thema „Paranormal, superstitious, magical, and religious beliefs“ mit 3000 Teilnehmern zeigen können, dass „je mehr paranormale Überzeugungen jemand hatte, desto mehr religiöse Überzeugungen hatte er auch“.

Die Evolutionsbiologen Jan Beck und Wolfgang Forstmeier argumentieren in der Zeitschrift Human Nature, dass Aberglaube und Glaube schlicht Nebenprodukte einer evolutionär herausgebildeteten allgmeinen adaptiven Lernstrategie seien, nach dem Motto, Aberglaube sei immer noch besser als Ignoranz, um in einer komplexen Welt zu funktionieren und auch mögliche vorhandene Zusammenhänge zu entdecken.

Literatur:

Aarnio, K. (2007). „Paranormal, superstitious, magical, and religious beliefs“. Doctoral Dissertation. University of Helsinki.

Beck, J. and Forstmeier, W. (2007). Superstition and belief as inevitable by-products of an adaptive learning strategy. Human Nature 18, 35-46 .

Rudski, J. (2003). What does a „superstitious“ person believe? Impressions of participants. The Journal of
General Psychology, 130, 431-445.

Und noch mehr Unfug

Dezember 27th, 2008

    Nichts hat für uns einen häßlicheren Anblick als die Vernunft, wenn sie nicht auf unserer Seite ist.
    Halifax

Natürlich stößt man in Diskussionen mit religiösen Fanatikern immer wieder auf die immer gleichen Argumente. Ein paar dieser immer gleichen Argumente sind u.a. die Anwendung des kritischen Rationalismus auf die Gotteshypothese, die noch vorhandenen Lücken in der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, die angeblichen Lücken im Bibel-Wissen des Bibel-Kritikers, der Metaphorik-Vorwurf, der Intoleranzvorwurf, das Religiöse-sind-nicht-alle-doof-Argument und das Kultur=Religion-und-ist-deshalb-unvermeidlich-Argument.

Beim Reli-Blümchen entspann sich in den letzten Tagen wieder eine Diskussion um den Unsinn, den ein Rabbi verzapft hatte und den unser Blümchen zitierenswert fand.

Yitzack Block meint da:

    „Daher hättest du das Judentum widerlegt, könntest du G-tt beweisen. Würdest du etwas anbeten, das du sehen oder berühren kannst, so betetest du nicht zu G-tt, sondern zu einem Götzenbild (siehe die zehn Gebote.“

Absurd, oder? Ist doch ein Götzenbild ist eine Abbildung (!) einer Sache, nicht die Sache selbst. Damit man etwas „abbilden“ kann, muß die Sache aber eigentlich existieren. Ein orthodoxer, sprich konsequenter Judaismus, in der von Blümchen zitierten Form weitergedacht, müßte allerdings nicht nur die Vermeidung der Benennung eines Gottes, sondern schlicht auch jede larvierte Erwähnung, Umschreibung, ja alle Vorstellung und Erwägung der Existenz ablehnen – und damit natürlich auch jede Verherrlichung oder teleologische Interpretation.

Nun ja. Geschenkt. Nach dem Abbruch der Diskussion durch Blümchen sprang plötzlich „Yankel Moishe“ auf die Bühne der Diskussion und meinte, dass ich mich wohl fürchte. Wovor ich mich fürchten sollte, vergaß er dabei zu erklären. Er faselte etwas von Gödels „Unvollständigkeitssatz“ und „dunkler Materie“, die beide – in seinen Augen – wohl die prinzipielle Unbeweisbarkeit von Unbeweisbarem demonstrierten sollten und meinte, dass man an einen „Gott“ nur freiwillig glauben könne, weil, wenn man wisse, nicht mehr freiwillig glauben könne. Ja natürlich nicht, wird da der vernunftgeleitete Denker entgegnen. Und was ist wohl mehr wert, Wissen oder Glauben?

Hier nun meine weiterführende Antwort:

Yankel, wovor sollte ich mich fürchten? Sollte ich mich fürchten? Du hast Gödel offenbar nicht verstanden. Gödel hat mit seinem „Unvollständigkeitssatz“ lediglich die Unfähigkeit logischer Systeme belegt, die eigene „Abgeschlossenheit“ zu beweisen.

Mathematik, Logik, CL oder KI sind künstliche Systeme, die auf „natürlichen“ Algorithmen aufbauen, sich aber wegen ihrer systemisch abgeschlossenen Definition mit zunehmendem Abstraktionsgrad selbst widersprechen können – vor allem im absurden Versuch die eigene Abgeschlossenheit logisch zu fundieren.
Man kann die artifiziell-logische Selbstwidersprüchlichkeit bei zunehmendem Abstraktionsgrad vulgärlogisch mit der guten alten Geschichte vom Kreter, der behauptet, dass alle Kreter lügen, veranschaulichen.

Populärwissenschaft oder computerlinguistische Expertise helfen uns also bei der Frage nach der Beweisbarkeit nicht logisch-mathematischer, sondern auch angeblich physikalischer Wahrheiten nicht weiter.

Aber was Du mit Deinem mißglückten Beispiel sagen wolltest, war wohl, dass Logik – und die Sprache in der sie formuliert wird – und die Physik irgendwann notwendig an Grenzen kommen. Soweit so gut. Ich denke darin sind wir uns einig.

Worüber wir uns aber offenbar nicht einig sind, ist die Konsequenz, die wir aus dieser Erkenntnis ziehen. Wie in der Geschichte vom Philosophen und Theologen, die sich streiten, wer wohl die Wissenschaft betriebe, die der Wahrheit näher käme, behauptet der Theologe, Philosophie sei, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Theologie aber ist, erwidert der Philosoph, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum und mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und ruft: „Ich hab sie.“

Der Streit geht um die Beweisbarkeit der Behauptung, dass es ein Subjekt gibt, das nicht nur das Universum geschaffen hat, etwas, wofür es einiges an physikalischen und mathematischen Kenntnissen braucht, sondern das noch heute jeden Tag die Gebete von 3 Milliarden Menschen gleichzeitig erhört (eine bemerkenswerte Bandbreite), ihre Sünden vergibt, weiß, wenn sie böse Gedanken denken, sich Sorgen um unsere sexuellen Vorlieben macht und ganz schön wütend werden kann, wenn man es ignoriert. Ein Subjekt, das die Kreuzzüge, 30-jährigen Religionskrieg, den Holocaust oder den 11. September nicht verhindert hat, Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüche herstellt und damit hunderttausende Menschen auf einmal auslöscht. Ein Subjekt, das Menschen und Tiere mit Behinderung entstehen lässt, Seuchen, Hungersnöte und Kriege über die Welt verbreitet und uns alle liebt.

Wenn Du behauptest, das hat alles Dein „Gott“ gemacht, dann will ich dafür Beweise. So wie Du Beweise dafür verlangen würdest, wenn ich behaupten würde, dass ich Deine Frau geschwängert habe und dass Du mir 10.000 Euro schuldest. Bevor nicht irgendwie selbstevident ist oder es verlässliche Zeugenaussagen dafür gibt, dass die Dinge, die in der Welt passieren von einem unsichtbaren Mann gemacht wurden, solange glaube ich nur das, was einer empirischen Überprüfung zugänglich ist und sorge dafür, dass alle Menschen diese Überlegungen anstellen können.

Und solange bin ich wütend über Bemerkungen von Pfaffen, Bischöfen und Päpsten, dass Schwule es im Grunde auf Kinder abgesehen haben, dass Ostdeutsche missioniert werden müssen wie Indianer, dass der wütende Mob, der sich in islamischen Ländern wegen der Mohammed-Karikaturen gebildet hat völlig berechtigt ist, dass Kindern in der Schule erzählt werden muss, dass es Geister, Wunder und Zombies wirklich gibt.

Ich bin froh, dass Du mir Deinen Gotteswahn nicht aufzwingen willst. Aber Du schaffst mit Deiner Haltung den Nährboden für Religionszwang. Für solche Untaten wie „Schläge im Namen des Herrn
Darüber rege ich mich auf. Und darüber

Und genau aus diesen vielen Gründen erscheint es mir inzwischen mehr als angebracht, sich über die Frage klar zu werden, ob es so etwas wie Götter gibt oder nicht. Und diese Frage läßt sich – wegen ihres Intersubjektivitätsgebots – selbstverständlich nur mit einer Überprüfung beantworten.

Yankel, Du schreibst, dass man sich zu einem „Gott“ der den Namen verdient und zweifelsfrei bewiesen wäre, nicht freiwillig bekennen könnte, weil die Erfahrung so „überwältigend“ wäre.

Ich finde die Umstände, mit denen Du dazu gekommen bist mir 10.000 Euro zu schulden auch einfach viel zu faszinierend, als dass ich sie Dir erklären könnte. Du wärst einfach überwältigt von mir. Das will ich verhindern. Du sollst Dich freiwillig zu Deinen Schulden bei mir bekennen. Und ich werde jetzt allen Leuten in Deiner Umgebung erzählen, dass Du mir 10.000 Euro schuldest. Ich werde es Deinen Freunden erzählen und Deinem Arbeitgeber. Ich werde es Deinen Eltern erzählen und (falls Du Kinder hast) auf den Schulhof Deiner Kinder gehen, Deine Kinder raussuchen und ihnen und ihren Freunden und den Eltern ihrer Freunde erzählen, dass Du mir 10.000 Euro schuldest. Ich werde in Deinem Wohnort Plakate aufhängen auf denen steht, dass Yankel Moishe sapere aude 10.000 Euro schuldet. Ich werde außerdem Menschen bedrohen, die das Gegenteil behaupten und sich über mich lustig machen. Das werde ich 10 Jahr lang machen. Und dann werde ich dich nochmal fragen, ob Du Dir inzwischen freiwillig über Deine Schulden Gedanken gemacht hast.

Und wenn Du sagst, dass objektives Wissen über einen angeblichen „Gott“ weniger wert sei, als Glauben, dann kann ich Dir auch nicht mehr helfen.

Du schreibst „Der Kernsatz im referenzierten Artikel ist, dass G-tt „ueber der Welt“ ist. Dazu passt, dass der biblische Text nirgendwo versucht, G-tt zu beweisen, sondern ihn schlicht voraussetzt.“

Und ich sage Dir, dass genau das das Problem ist. Es wird Unsinn vorausgesetzt. Ein Phantasiegebilde, ein Hirngespinst. Crackpot-Idiotie.“Ein „Gott“ der Berge über Völker hält, um sie davon zu überzeugen, dass er selbst ganz toll ist“ ist absurder Schwachsinn und er bleibt es, auch wenn Du mir sagst, dass es sich dabei um eine Metapher handelt. Denn dann frage ich mich, welchen Wert diese Aussage noch hat? Wenn es sich hierbei um Poesie handelt, welchen verbindlichen Wert hat diese Bemerkung?

Yankel, Du fragst mich,

„Gut. Nehmen wir an, Du haettest recht, es gaebe Ihn nicht. Und ich lebe so, als ob es Ihn gaebe. Ich verhalte mich also beispielsweise so, als ob ich am Ende meiner Tage Rechenschaft fuer Denken, Reden und Handeln ablegen muesste. Warum stoert Dich das so?“

Du beleidigst mit Deiner durchschaubaren Frage meine Intelligenz. Dein persönlicher Aberglaube ist mir wurscht. Mich stören nur die Folgen, die sowas bei Menschen haben kann. Siehe oben.

Und nein, natürlich bin ich nicht der Ansicht, dass das Gewissen eine Verstümmelung des menschlichen Wesens ist (Was bitte soll die bescheuerte Frage?), ich brauche für mein Gewissen schlicht und einfach kein unsichtbares gasförmiges Wirbeltier.

Du fragst mich, wie ich mir abergläubische Naturwissenschaftler erkläre? Es gibt etwa 7% arme Naturwissenschaftler, die an einen persönlichen „Gott“ und an „Unsterblichkeit“ glauben. Und das kann man sehr leicht mit sehr wirksamer frühkindlicher Indoktrination erklären. Die grotesken Folgen solcher Kindesmißhandlung sind Menschen, die sagen, wenn wissenschaftliche Ergebnisse gegen „das Wort Gottes“ sprächen, würden sie sich immer für die Gültigkeit des „Gotteswortes“ entscheiden.

Eine größere Analyse fand kürzlich einen Zusammenhang zwischen Religiosität und Intelligenz. (Helmuth NyborgThe intelligence–religiosity nexus: A representative study of white adolescent Americans). Wie erklärst Du das?

„Für mich ist die jüdische Religion wie jede andere der Inbegriff des kindischsten Aberglaubens.

hat Albert Einstein einmal in einem Brief geschrieben.

Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.

Mich würde dann noch interessieren woher Du die Zahl 20% Prozent Nobelpreise hast?!

Was die Schriftzeichen betrifft, lieber, Herr Blume, sollten Sie sich mal mit der Entstehung der Schrift beschäftigen. Sie diente zunächst vor allem kaufmännischen und journalistischen Zwecken, als Notationssystem für Abrechnungen und zur Überlieferung wichtiger Ereignisse.

Dass für Sie jegliche Form von Kultur gleichbedeutend mit Religion ist, haben wir inzwischen bemerkt. Ich kann nur hoffen, dass auf Sie nicht der zweite Teil des Ciceroschen Spruches zutrifft, dass wohl jeder Mensch irren kann, nur der Dummkopf aber im Irrtum verharrt.

Und dies hier geht an Dich, ElsaLaska:

Erstens wüßte ich gern, was Du unter einem fundamentalistischen Atheisten verstehst. Wenn Du damit meinst, dass Atheisten sich allein auf ihre Vernunft und Tatsachen als Basis ihrer Erkenntnis verlassen, dann bin ich gern ein flexibler Vernunft-Fundamentalist, als – wie Du – ein Märchenbuchfundamentalist.

Du meinst, man müßte biblische Texte anders lesen als eine Pressemitteilung oder eine Anleitung zu einem Handy. Wie kommst Du darauf? Woher weißt Du das? Wenn Du folgende Worte als Metaphern, Allegorie, Literatur und Poetik verstehst, weiß ich nicht mehr, ob man dann bei Dir noch von normalem Leseverständnis sprechen kann:
„So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.“
(4. Mose 31,17-18)

„Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, …“
(5. Mose 21,18-21)

„Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; …“
(5. Mose 22,23-24)

„Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; …“
(3.Mose 20,13)

Ist das in Deinen Ohren Poesie? Literatur? Allegorie? Wo bitte liest Du da eine Allegorie? Kannst Du mir das bitte erklären?!

Wie würdest Du den Schießbefehl an der Berliner Mauer allegorisch-metaphorisch deuten? Wie den Befehl zur „Endlösung der Judenfrage“? Was soll der Unsinn von dem „immensen Reichtum“ der Schriftauslegung?

Kennst Du den Unterschied zwischen einem Buch von Else Lasker-Schüler und der Bibel? Der Bibel und ihres Inhalts wegen, sind bereits Millionen Menschen gestorben und ein paar weitere Millionen sind bereits in Planung.

Verstehst Du diesen Unterschied? Den Unterschied zwischen der harmlosen schöngeistigen Poesie einer mittelmäßigen Autorin und einem Buch, das von ein paar völlig durchgeknallten Leuten für das wahrhaftige Wort eines „Weltschöpfers“ verstanden wird?

Was die Bescheidung betrifft, so kann ich nur auf die Praxis in Schweden hinweisen:

Am 1. Oktober 2001 trat in Schweden – nach einer längeren öffentlichen Debatte wegen des Todes mehrerer Babys durch Beschneidungen – ein neues Gesetz in Kraft, das Beschneidungen ohne medizinische Begründung bei Jungen, die älter als 2 Monate sind, generell verbietet. Beschneidungen an jüngeren Babys dürfen nur noch unter Betäubung und in Anwesenheit eines Arztes vorgenommen werden. Schweden ist damit das erste Land der Welt, das rituelle Beschneidungen, die ohne Zustimmung der Betroffenen vorgenommen werden, durch Gesetz ausdrücklich eingeschränkt hat.

Insgesamt kannst Du also als Frau gern darüber spekulieren, ob eine Vorhautverletzung schmerzhaft ist – ich kann es Dir definitiv bestätigen. Es ist nicht nur sehr schmerzhaft, es ist ein absolut unangemessener Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes. Ich finde Deine *gg*lei in diesem Zusammenhang nicht nur unangebracht, sondern auch gefühl- und respektlos im Angesicht der Millionen Opfer der religiös bedingten Genitalverstümmelung weltweit – an jedem verdammten Tag.

Moses, Göring, Mielke

Dezember 26th, 2008

DIE BIBEL

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„Und Mose sprach zu ihnen: Habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? Siehe, sie haben ja in der Sache des Peor durch den Rat Bileams die Kinder Israels vom Herrn abgewandt, so daß der Gemeinde des Herrn die Plage widerfuhr! So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und tötet alle Frauen, die einen Mann im Beischlaf erkannt haben; aber alle Kinder weiblichen Geschlechts, die keinen Mann im Beischlaf erkannt haben, die laßt für euch leben.“

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DIE ENDLÖSUNG:

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„Ich beauftrage Sie weiter, mir in Bälde einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vozulegen.“

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DER SCHIESSBEFEHL:

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„Es ist Ihre Pflicht, Ihre Einzelkämpfer- und tschekistischen Fähigkeiten so zu nutzen, dass sie die List des Grenzverletzers durchbrechen, ihn stellen bzw. liquidieren, um somit die von ihm geplante Grenzverletzung zu vereiteln (…) Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zunutze gemacht haben.“

Equal (!) freedom of speech

Dezember 18th, 2008

Die Sache mit der Toleranz

Dezember 17th, 2008

Die Europäische Kommission organisiert mit seinem halbjährlichen Eurobarometer öffentliche Meinungsumfragen in den Mitgliedsstaaten, die für jedes Land repräsentativ sind. Im 69. Eurobarometer (Erhebungszeitraum 25. März bis 4. Mai 2008; Publikation November 2008) wurde in den beteiligten 31 Ländern (neben den 27 Mitgliedstaaten die drei Kandidaten Kroatien, Mazedonien und Türkei und die türkische Gemeinschaft in Zypern) nach allgemeinen ethisch-moralischen Werten gefragt.

Es waren zwölf Werte vorgegeben:

* Rechtsstaatlichkeit
* Respekt gegenüber menschlichem Leben
* Menschenrechte
* Freiheit des Einzelnen
* Demokratie
* Frieden
* Gleichheit
* Solidarität, Unterstützung anderer
* Selbstverwirklichung
* Toleranz
* Religion

Die Befragten wurden zweimal nach diesen Werten befragt. Zum einen lautetet die Frage: „Welche drei der folgenden Werte sind für Sie persönlich am wichtigsten? (Maximal 3 Nennungen), und beim zweiten Mal: „Welche drei der folgenden Werte repräsentieren am besten die Europäische Union?“

Korreliert man nun die am am häufigsten genannten Begriffe miteinander und betrachtet den Wert Religion genauer, stellt man ein nicht wirklich überraschendes Resultat fest:

Der einzige wirklich signifikante Zusammenhang scheint zwischen Religion und Toleranz zu bestehen. Und zwar ein negativer. D.h. bei den Ländern in denen Religion als Wert ganz oben auf der Liste stand, hatte Toleranz dort garantiert keinen Platz. Dieser Befund passt in das Bild, das man von ethnozentristischer Religiosität hat.

«Religiosität macht – unabhängig von der Religion – vorurteilsbereiter. »

Alle anderen Werte scheinen offenbar mit Religion nicht in Zusammenhang zu stehen, vor allem nicht Frieden, Gleichheit und Solidarität, die von Religiösen häufig für sich beansprucht werden, aber selbstverständlich vor allen auch nicht der Respekt für andere Kulturen. Lediglich Menschenrechte, Respekt vor menschlichem Leben, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und – ja auch – Selbstverwirklichung weisen eine winzige, aber unbedeutsame Tendenz auf.

Einen ebenfalls signifikanten negativen Zusammenhang gibt es zwischen Selbstverwirklichung und Menschenrechten, Respekt gegenüber menschlichem Leben und Demokratie, Solidarität und Rechtstaatlichkeit und natürlich gibt es einen positiven Zusammenhang zwischen Toleranz und Respekt für andere Kulturen. Den hat man übrigens vor allem in den Ländern Dänemark, Niederlande und Luxemburg, welche eher für ihre Gottlosigkeit bekannt sind.

Auf Webseiten von deutschen Sterndeutern muß Albert Einstein als Kronzeuge für ihre absurde Scheinwissenschaft herhalten. Er wird mit den folgenden Worten zitiert:

Die Astrologie ist eine Wissenschaft für sich; aber eine wegweisende. Ich habe viel aus ihr gelernt und vielen Nutzen aus ihr ziehen können. Die physikalischen Erkenntnisse unterstreichen die Macht der Sterne über irdisches Geschick. Die Astrologie aber unterstreicht in gewissem Sinne wiederum die physikalischen Erkenntnisse. Deshalb ist sie eine Art Lebenselixier für die Gesellschaft „

Im Sceptical Inquirer wurde die Zuschreibung des Zitats vor einem Jahr von Denis Hamel richtigestellt:

Einstein hat also nie behauptet, dass Astrologie eine „Wissenschaft“ sei. Dieses Zitat wurde ihm vermutlich erstmals in „Huters Astrologischer Kalender“ von 1960 zugeschrieben. Einstein selbst war aber tatsächlich eher der Ansicht, dass die Astrologie der „innere Feind“ Johannes Keplers gewesen sei:

„The reader should note [Kepler’s] remarks on astrology. They show that the inner enemy, conquered and rendered innocuous, was not yet completely dead.“

schrieb er in einem Vorwort zu einer Biographie Keplers von Carola Baumgardt. Dies sind seine einzigen nachprüfbaren Worte, die er je über die Astrologie verloren hat.

Aber nichtsdestotrotz gibt es in den USA ein College an dem ein „Bachelor of Arts: Astrological Studies“ und ein „Master of Arts in: Eastern and Western Traditions The History, Philosophy and Transmission of Astrology“ erworben werden kann. Und ausgemusterte Schauspielerinnen können an der Pariser Sorbonne mit einer „Kritischen Studie zur Astrologie und ihrer Ambivalenz Faszination/Ablehnung in den postmodernen Gesellschaften“ promovieren.

In einer Welt, in der die buchstäbliche „Himmelfahrt“ eines menschlichen Körpers, die Jungfrauengeburt und symbolischer Kannibalismus an einer Universität gelehrt werden, ist offenbar alles möglich, wenn es denkbar ist.