Proof

November 25th, 2008

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Phil Zuckerman, ein US-amerikanischer Soziologe, war sehr überrascht, als er die beiden skandinavischen Länder Dänemark und Schweden besuchte. Er fand eine Gesellschaft, in der ein Glauben an übernatürliche Männer (Götter) sehr selten ist. Ausgehend von dem objektiven Wissen, das es in einem mehrere tausend Jahre alten Buch (sog. „Bibel“) über die Folgen gibt, die Gottlosigkeit auf eine Gesellschaft haben kann, müßte man nun davon ausgehen, dass in Dänemark Mord und Totschlag, Armut und Unglück, entfesselter Egoismus und schrankenloser Hedonismus an der Tagesordnung sind.

So wie in Ostdeutschland.*

Während allerdings der Rationalismus in Ostdeutschland staatlich verordnet wurde und die schwerpunktmäßig naturwissenschaftliche Schulbildung sich sehr fruchtbringend auf die Ausprägung der Fähigkeit auswirkte, zwischen Phantasie und Wirklichkeit unterscheiden zu können, 70%-80% der Ostdeutschen sind areligiös, entwickelte sich die Weltanschauung der Skandinavier deutlich selbständiger. Dänen und Schweden wurden freiwillig zu Atheisten. Das ist es, was sie von Bürgern sogenannter „atheistischer Regime“, wie der Sowjetunion oder China unterscheidet. Sie haben sich eine von Übernatürlichem, Geistern und Göttern weitgehend freie Gesellschaft geschaffen, die nicht nur funktioniert, sondern vorbildhaft ist, für ihre Demokratie, ihre soziale Gerechtigkeit und ihren überdurchschnittlichen Wohlstand.

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Nicht täuschen lassen sollte man sich von den Zahlen zur Kirchenzugehörigkeit der Schweden und Dänen. Die ist exzeptionell hoch und ein Ausdruck des allzu verständlichen Bedürfnisses nach Identität, Integration und Tradition. In einer großen Umfrage der Europäischen Kommission zu Werten, Wissenschaft und Technologie in der EU fühlten sich 69% der Dänen und 77% der Schweden mit der Formulierung „Ich glaube, dass es einen Gott gibt“ nicht korrekt umschrieben.

Phil Zuckermann hat ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben. Und das ist sehr, sehr lesenswert:

„Society without God: What the Least Religious Nations Can Tell Us About Contentment“

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*Ironie!

Leserbriefe

November 24th, 2008

Hier wieder ein Leserbrief, der uns gestern zu den Beiträgen „What is atheism“ und „Erklärung“ erreichte. Michael Fielding schreibt:

„The BBC does offer some interesting resources on atheism. However, I do feel the BBC did not adequately cover the unseemly aspects of atheism which is covered in this article on atheism: http://www.conservapedia.com/Atheism

Was will uns der Autor damit sagen? Dass die BBC keine seriöse Nachrichtenquelle ist? Dass Atheisten dumm, schlecht und faul sind? Dass Konservative in den USA dem Stereotyp, das man von ihnen hat, voll und ganz entsprechen? Wir werden es wohl nie erfahren. Wir wollen allerdings unseren Leser die unterhaltsam-humorvolle Beschreibung der realistischen Weltsicht des Atheismus durch einen phantasiebegabten Amerikaner nicht vorenthalten. Enjoy!

Change, we can believe in?

November 7th, 2008

Barack Obama about his secularistic view on politics. Quote:

„And so the best we can do, is act in accordance with those things that we all see and that we all hear (Ann. and not what religious believers hear, when they say „god“ speaks to them) – common laws or basic reason.“ but „Secularists are wrong, when they’re ask believers to leave their religion at the door before entering into the public square.“

Atheistischer Gottesdienst?

November 2nd, 2008

Es ist eine verrückte contradictio in adiecto, scheinbar himmelschreiender Unsinn … und doch ist es exakt genau das, was Menschen wollen, die mit naturwissenschaftlichem Schulunterricht groß geworden, durch Nachrichten und Bildungsprogramme vor manipulativen Scharlatanen ausgiebig gewarnt worden und bisher mit offenen Sinnen und Herzen und einem flexiblen Verstand durch die Welt gegangen sind:

Eine vernünftige Religion.

Und im Grunde kann man es auf einen einfachen Nenner bringen: Befreien wir die Religionen von allen Wundern, Mystik und Übernatürlichem, Mummenschanz und Hokuspokus, Personenkult und Hierarchien und belassen wir alles Emotionale, Soziale und Vernünftige, welche Kraft könnte von dieser Idee ausgehen.

Und selbstverständlich ist diese Idee nicht neu. Humanisten und Unitarier, Pantheisten und Brights, sie alle versuchen ihr Bedürfnis nach Sinnstiftung und Gemeinschaft, Würde und Trost, Liebe und Hoffnung auf eine weltanschauliche Basis zu stellen, die einem der wichtigsten Bedürfnisse des Menschen gerecht wird:

Wahrheitsfindung

Wahrheitsfindung ohne Rücksicht auf Autoritäten, weder persönlicher, noch ideeller. Der Ablehnung eines Glaubens auf der Basis von Inspiration, Tradition und Autorität. Die Hinwendung zu einer Weltanschauung, die sich aus getesteten falsifizierbaren Hypothesen zusammensetzt, denen wir vertrauen können – nicht blind, sondern sehenden Auges.

Atheist zu sein, heißt nicht, auf Rituale verzichten zu wollen. Atheist zu sein, heißt nicht, alles Irrationale abzulehnen, Märchen, Sagen und Legenden zu verdammen und aller wilden Phantasie beraubt, nur Freude am Lesen trockener naturwissenschaftlicher Abhandlungen zu finden. Mitnichten. Atheisten sind nicht weniger irrational, emotional und verrückt als Supernaturalisten. Sie können offenbar nur besser trennen, zwischen Phantasie und Realität.

Am 11. Juni diesen Jahres fand im schottischen Parlament (erneut) eine kleine Revolution statt. Die traditionelle Gedenkminute („Time for Reflection“) vor der Sitzungseröffnung, die üblicherweise den Vertretern der unterschiedlichsten Übernatürlichkeits-Glaubensrichtungen vorbehalten ist, wurde dieses Mal von einer Atheistin begleitet. Juliet Wilson, eine Vertreterin der „Humanist Society of Scotland“ , sprach etwa drei Minuten vor dem Hohen Haus. Sie eröffnete mit einem Zitat von Billy Connolly:


„Vermeide Menschen, die meinen, sie wüßten die Antwort. Verweile in der Gesellschaft der Menschen, die versuchen, die Frage zu verstehen.“

aus einer Art Desiderata für Ungläubige. Und sie schloß mit einem chinesischen Sprichwort:

„Wer eine Frage stellt, ist ein Tor für fünf Minuten, wer die Frage nie stellt, bleibt ein Tor für immer.“

Hoffen wir, dass solch wichtige Ereignisse bald auch in Deutschland stattfinden. Dass Atheisten die Kanzeln und Altäre erobern, dass Atheisten, die an Kranken- und Totenbetten sitzen, sich offenbaren, dass Atheisten, die würdevolle Hochzeiten und Totenfeiern wollen, diese auch in einer Kirche zelebrieren dürfen und dass Atheisten, die Sinn und Verstand haben, diesen so nutzen dürfen, dass er auch vielen anderen, vielleicht weniger oder anders Begabten zugute kommt – so wie im schottischen Parlament.

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Is god just simple?

November 1st, 2008

It’s an utterly preposterous idea that the god who, not only creates the universe, which, you’d think, would be something you need about to have a fairly good knowledge of physics and mathematics in order to do, not only does that, but listens to the prayers of everyone on 6 Billion people simultainously, such bandwidth, forgives their sins, knows when they’re thinking evil thoughts, worries about their sexual proclivities … how could anybody seriously suggest that such a being, whos capeable of doing all the things that are attributet to him could possibly be simple? If god is simple (…) if you want to make god equal to energy or Planck’s constant, that’s fine, make him simple, make him the bare minimun that you need in the way of physical constance lets say in order the get the universe going. If that’s what god means to you, that’s finde, but then you’re totally wasting your time praying to him, sucking up to him, asking forgiveness from him, expecting him to make you survive your own death, you cannot have it both ways, either god is simple, in which case it’s not worth worshipping, or he’s complex, in which case he doesn’t exist.

Ist Gott einfach?

Es ist eine komplett groteske Vorstellung, dass der Gott, der nicht nur das Universum geschaffen hat, etwas, wofür es einiges an physikalischen und mathematischen Kenntnissen braucht, und nicht nur das, sondern dass dieser Gott auch die Gebete von 3 Milliarden Menschen gleichzeitig erhört (eine bemerkenswerte Bandbreite), ihre Sünden vergibt, weiß, wenn sie böse Gedanken denken, sich Sorgen um ihre sexuellen Vorlieben macht … wie kann jemand ernsthaft behaupten, dass ein solches Wesen, das für all diese Dinge zuständig sein soll, die ihm zugesprochen werden, möglicherweise ganz einfach sein könnte? Wenn Gott einfach sein sollte (…) also wenn man ihn mit Energie oder dem Planckschen Wirkungsquantum gleichsetzt, wunderbar, macht ihn einfach, macht ihn zu dem notwendigen Minimum in der Form einer physikalischen Konstante, die man braucht, um das Universum am Laufen zu halten. Wenn das Gott sein soll, wunderbar, aber dann verschwendet man komplett seine Zeit, zu ihm zu beten, ihn anzuschleimen, ihn um Vergebung zu bitten und zu erwarten, dass man durch ihn seinem eigenen Tod überleben kann. Entweder – oder! Wenn Gott einfach ist, ist es überflüssig ihn anzubeten, wenn er komplex ist, existiert er nicht (heißt, ist seine Existenz noch deutlich unwahrscheinlicher als die Existenz von Leben an sich).