Kirchenmitglieder haben ungefähr genauso häufig und genau so intensiv rechtsextreme Einstellungen. Nach den Erhebungen des Thüringen-Monitors betrifft dies ca. 20 Prozent der Bevölkerung. D.h. ungefähr, jedes fünfte Kirchenmitglied hat rechtsextreme Einstellungen.

Dokumentation des evangelischen Pressedienstes 35/2007: Rechtsextremismus in der Gesellschaft. Und Kirche? Zum gesellschaftlichem und kirchlichem Umgang mit Rechtsextremismus

Im Jahr 2006 stellte ein Nationales Schweizer Forschungsprogramm «Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen» einen inneren Zusammenhang zwischen Religiosität und Menschenfeindlichkeit fest. Das heisst, dass jene Schweizerinnen und Schweizer, die sich selber als religiös verstehen, der Vielfalt in der Gesellschaft grundsätzlich mit weniger Toleranz begegnen – und zwar sowohl sowohl in Bezug auf Religion, Gleichstellung, gesellschaftlich «toleranzgefährdete» Gruppen wie Homosexuelle als auch soziale Randgruppen wie Bettler und Obdachlose. Religiöse Schweizer sind offenbar rassistischer, sexistischer, homophober und xenophober als Nichtreligiöse.

Aus der Sicht des deutschen Sozialpsychologen Andreas Zick, der sich im nördlichen Nachbarland mit vergleichbaren Fragestellungen befasst, bestätigen die Ergebnisse aus der Schweiz eines ganz klar: «Religiosität macht – unabhängig von der Religion – vorurteilsbereiter. » Darauf zu reagieren sei angesichts der vielerorts vermuteten «Rückkehr des Religiösen » unabdingbar.

Weitere Hintergründe in der Berner Tageszeitung “Der Bund”

One Response to “Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Kirche”

  1. sapere aude » Blog Archive » Die Sache mit der Toleranz Says:

    […] als Wert ganz oben auf der Liste stand, hatte Toleranz dort garantiert keinen Platz. Dieser Befund passt in das Bild, das man von ethnozentristischer Religiosität […]

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