Liebe Leser,

September 9th, 2008

wegen diverser Buchprojekte und Reisen wird es in diesem Blog bis zum Ende Oktober zunächst keine weiteren täglich aktualisierten Einträge geben. Bitte besucht unterdessen die älteren Einträge und stöbert in den Links – bleibt uns also trotzdem treu und besucht uns ab November wieder täglich!

Über Aufmunterungen freuen wir uns selbstverständlich jederzeit.

btw. A steady stream of devoted evolutionists continued to gather in this small Tennessee town today to witness what many believe is an image of Charles Darwin—author of The Origin Of Species and founder of the modern evolutionary movement—made manifest on a concrete wall in downtown Dayton.

Kirchenmitglieder haben ungefähr genauso häufig und genau so intensiv rechtsextreme Einstellungen. Nach den Erhebungen des Thüringen-Monitors betrifft dies ca. 20 Prozent der Bevölkerung. D.h. ungefähr, jedes fünfte Kirchenmitglied hat rechtsextreme Einstellungen.

Dokumentation des evangelischen Pressedienstes 35/2007: Rechtsextremismus in der Gesellschaft. Und Kirche? Zum gesellschaftlichem und kirchlichem Umgang mit Rechtsextremismus

Im Jahr 2006 stellte ein Nationales Schweizer Forschungsprogramm «Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen» einen inneren Zusammenhang zwischen Religiosität und Menschenfeindlichkeit fest. Das heisst, dass jene Schweizerinnen und Schweizer, die sich selber als religiös verstehen, der Vielfalt in der Gesellschaft grundsätzlich mit weniger Toleranz begegnen – und zwar sowohl sowohl in Bezug auf Religion, Gleichstellung, gesellschaftlich «toleranzgefährdete» Gruppen wie Homosexuelle als auch soziale Randgruppen wie Bettler und Obdachlose. Religiöse Schweizer sind offenbar rassistischer, sexistischer, homophober und xenophober als Nichtreligiöse.

Aus der Sicht des deutschen Sozialpsychologen Andreas Zick, der sich im nördlichen Nachbarland mit vergleichbaren Fragestellungen befasst, bestätigen die Ergebnisse aus der Schweiz eines ganz klar: «Religiosität macht – unabhängig von der Religion – vorurteilsbereiter. » Darauf zu reagieren sei angesichts der vielerorts vermuteten «Rückkehr des Religiösen » unabdingbar.

Weitere Hintergründe in der Berner Tageszeitung „Der Bund“

Sarah McCain zum Kreationismus

September 5th, 2008

Die Gattin des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain äußerte sich kürzlich in einem Interview zu den Überzeugungen der Vizepräsidentenkandidatin Palin, dass Schwangerschaftsunterbrechungen auch bei Vergewaltigung nicht erlaubt sein und dass Kreationismus in Schulen gleichwertig zur Evolution unterrichtet werden solle.

Paul Schmid-Hempel, Professor für Experimentelle Ökologie, erklärt im Interview mit ETH Life, weshalb Kreationismus in Schulbüchern und letztlich in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren hat:

„In Europa hat laut Umfragen der Stellenwert der Evolutionstheorie in den letzten 10 Jahren gegenüber dem Kreationismus sogar zugenommen. Gleichzeitig haben aber auch die Aktivitäten von pressure groups zugenommen. Eine Gefahr besteht vor allem im heutigen Klima des anything goes und der political correctness, den Kreationisten nachzugeben. Sie versuchen, Einfluss zu nehmen auf die Unterstufen, auf Politik und auf die Entscheidungsträger der Wirtschaft und so eine Deutungshoheit zu erreichen.“

„Nichts wurmt die „Neuen Atheisten“ mehr, als dass Comtes „theologisches oder fiktives Stadium“ einen großen, nämlich den jüngsten Teil der Menschheit im Klammergriff halten könnte. Die armen Kinder, heißt es dann, können sich nicht wehren gegen die absurden Zumutungen des jeweiligen Glaubens, und das werde ihnen womöglich lebenslang zum Verhängnis. Natürlich kann man auch umgekehrt fragen, ob es nicht einem ganzen Land zum Verhängnis geraten kann, wenn die nachfolgende Generation ganz glaubenslos heranwächst. Oft füllen die emotionale Lücke im Seelenhaushalt und den Leerraum im Kopf dann leider nicht die Bücher der Humanisten, tritt kein Seneca oder Epikur an die Stelle der Bibel, sondern dumpfester Egoismus. Wer daran zweifelt, der besuche des Nachts eine tschechische oder russische oder ostdeutsche Kleinstadt und frage eine tumbe Jugend, wer denn nun ihr Nächster sei.“

„Der eigene Gott“

September 4th, 2008

Mich bewegt die tiefe Ambivalenz des religiösen Glaubens in Toleranzfragen sehr. Da ist einerseits die Fähigkeit der Religion, von dem, was dem Verständnis der modernen Gesellschaft scheinbar existenziell eingebrannt ist, nämlich Nation, Ethnizität, Ungleichheit, nicht nur abzusehen, sondern einen Begriff von Gesellschaft zu entwickeln, der das alles übergreift.

Der Soziologe Ulrich Beck über die Friedensfähigkeit und das Gewaltpotenzial der Religionen Frankfurter Rundschau

Die Muslime in Italien haben nur einen Wunsch: Sie möchten einen ruhigen Ort, an dem sie beten können. Doch die Politik der Lega Nord machte das bislang unmöglich. Für die Muslime gibt es dennoch Grund zur Hoffnung.

schreibt die Deutsche Welle

„Erleuchtet vom christlichen Glauben fühlen sich immer weniger Deutsche – in Ost und West. Seit 1945 gerieten Katholiken und Protestanten in den Strudel des gesellschaftlichen Wandels. War im Osten die SED „bedauerlich erfolgreich“ in ihrem Kulturkampf gegen die Kirchen, wie Hans-Ulrich Wehler meint?“

fragt die FAZ in ihrem Diskussionsforum „Lesesaal“

„Scientists at Penn State have developed a new computational method that they say will help them to understand how life began on Earth. The team’s method has the potential to trace the evolutionary histories of proteins all the way back to either cells or viruses, thus settling the debate once and for all over which of these life forms came first.“

ist bei Richard Dawkins zu lesen

„Während Darwins Abstammungslehre, die zur Ablösung des wissenschaftlich unbrauchbaren biblischen Weltentstehungsmodells führte, sich als unumstößlich richtig erwiesen hat, scheinen andere darwinistische Thesen möglicherweise nicht mehr haltbar zu sein. Einer der Glaubenssätze der Biologie seit Darwin war und ist, dass es rein zufallsbedingte Veränderungen der Gene gewesen seien, die – wenn sie sich als hinreichend lebenstüchtig erwiesen – aus bestehenden Arten immer wieder neue Spezies haben entstehen lassen. “Spätestens seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und kurz darauf auch dem der Maus wissen wir, dass das so nicht stimmt”, so Bauer. “Das System der Gene gleicht einer Werkstatt, die mit genetischen Werkzeugen ausgestattet ist. Mit Hilfe dieser Werkzeuge kann der Organismus die Architektur seines Genoms selbst umbauen. Dieser Umbau erfolgt nach Regeln, die im biologischen System selbst begründet sind, ist also alles andere als ein reines Zufallsgeschehen”

schreibt Joachim Bauer in seinem Buch „Das kooperative Gen – Abschied vom Darwinismus„, das morgen in die Läden kommt

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Atheist der Woche: Dario Fo, Nobelpreisträger für Literatur

„Zwei Tage nach dem Attentat auf Guru Swami Laxmananda traf der schlimmste Scharfmacher der indischen Hindunationalisten in Bhubaneshwar ein. Noch bevor Pravin Bhai Tagodia, der Chef des berüchtigten „Welthindurates“ (VHP), den Flughafen in der Hauptstadt Orissas verließ, diktierte er den Journalisten in den Block, was er rasch im Bundesstaat verbreitet wissen wollte: „Dies war ein Angriff der Kirchen auf die Religion der Hindus – die Aktivitäten der Kirchen in Orissa gehören verboten.“

schreibt die FAZ

„Kill him“

September 3rd, 2008

So die Aufforderung in einer großen Londoner Moschee, auf die Frage, was mit Muslimen passieren soll, die zu einem anderen Glauben übertreten. Die Dokumentation „Undercover mosque„, des britischen Fernsehsenders Channel 4, zur Frage, ob extremistische Glaubensinhalte in britischen Moscheen weiterhin gelehrt werden.

Dies ist eine Nachfolge-Dokumentation (Erstausstrahlung vorgestern, 1. September 2008) einer früheren Reportage von vor anderthalb Jahren, die zu einer kontroversen Diskussion führte:
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Investigating Atheism

September 1st, 2008

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