Eins kann man den Religionsgemeinschaften zugute halten; sie haben es geschafft, dass offen ausgesprochene Kritik an dem Glauben an ein übernatürliches Wesen “Gott” als intolerant gilt. Wer den Gottesglauben kritisiert, bloßstellt oder verlacht, wird zum Zwietracht-Beschwörer erklärt und als unhöflich und unfair gebrandmarkt.

In Artikel 3 Absatz 3 der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland steht:

    “Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.”

Das Geschlecht, die Abstammung, Rasse, Muttersprache, Heimat und Herkunft sind Eigenschaften, die keiner rationalen Argumentation zugänglich und nicht veränderbar sind. Glaube, Religiöse und politische Anschauungen sind Gegenstand einer kontinuierlichen persönlichen und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung und durchaus veränder- oder wandelbar und deshalb auch Ziel erzieherischer Einflußnahme unterschiedlichster Weltanschauungsgemeinschaften. Religiösen Anschauungen kommt in unserer Gesellschaft offenbar trotzdem eine bedeutendere Stellung zu, als nichtreligiösen oder politischen Weltanschauungen.

Ist Monotheismus etwas anderes als Faschismus und Kommunismus?

Der Glaube an einen “Gott” ist eine Weltanschauung, die wie jede andere Weltanschauung auch vereinfachende Annahmen über Ziele der Natur macht und Vorhersagen trifft, aufgrund derer Entscheidungen getroffen und Handlungen unternommen werden, die die Hypothesen über das Ziel der Natur bestätigen sollen.

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Da wir aber nicht in der Lage sind – oder sein werden – über das Ziel der Natur irgendwelche verlässlichen Aussagen zu treffen, sollten Annahmen, die solche Möglichkeiten für sich reklamieren, so laut und so heftig wie möglich infrage gestellt, verlacht oder bloßgestellt werden dürfen, ohne sich dem beständigen Vorwurf der fehlenden Fairness oder Toleranz aussetzen zu müssen.

So dürfen z.B. Neonazis (zu Recht) ohne größeren Widerspruch als tumbe Toren bezeichnet werden – doch wird auch von Nichtchristen darum gebeten, Menschen, die an einen Gott glauben, nicht als intelligenzgemindert zu attribuieren, obwohl es nachweislich als ein Merkmal geringerer Intelligenz gilt, (von Monotheisten selbst zugegeben) unlogischer und fehlerhafter Argumentation zugänglich zu sein.

Und auch Intelligenzforscher sind der Ansicht, dass es einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Religiosität gäbe. Diese These wird in ihrer Umstrittenheit der steilen These gleichgesetzt, dass es einen Zusammenhang zwischen Ethnie und Intelligenz gäbe – doch auch hier gilt wieder das gleiche Problem wie oben: Ethnie ist keine Sache mehr oder weniger freiwilliger Wahl und auch keiner Argumentation und Entwicklung zugänglich. Ethnie ist angeboren – der Glaube an Jesus Christus Auferstehung, die Himmelfahrt des Propheten und den “Sündenfall” keinesfalls. Das ist ebensolch kranker Schwachsinn, wie “Purity balls” und “Faith healing“.

Aber natürlich kann eine frühe Indoktrination in sensiblen Phasen der Persönlichkeitsentwicklung zu unfreiwilliger Neigung zu einer unlogischen Weltanschauung führen. Aber gerade deshalb ist es so wichtig diese, mit allem gebotenen Respekt dem Einzelnen gegenüber, grundsätzlich und immer und immer wieder infrage zu stellen – vor allem weil sie politisch erschreckend einflußreich ist.

2 Responses to “Faschismus, Kommunismus, Monotheismus”

  1. Robby Says:

    Meines Wissens nach glaube (*höhö*) ich mal gehört zu haben, dass Spiritualität, der Glaube an Geister/Übernatürliches etc. auch irgendwie angeboren ist. Quellenerinnerung fehlt dafür momentan, aber so “war” das glaub’ ich 😀

  2. sapere Says:

    Die Neigung dazu ja – konkrete Inhalte nein! Heißt, Glaube an einen “einzigen Gott” ist nicht angeboren, genausowenig wie Glaube an Astrologie, Pendeln, Homöopathie oder vierblättrige Kleeblätter.

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