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Juli 20th, 2008

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… comments off. But you can send me an email. If you like.

Eins kann man den Religionsgemeinschaften zugute halten; sie haben es geschafft, dass offen ausgesprochene Kritik an dem Glauben an ein übernatürliches Wesen „Gott“ als intolerant gilt. Wer den Gottesglauben kritisiert, bloßstellt oder verlacht, wird zum Zwietracht-Beschwörer erklärt und als unhöflich und unfair gebrandmarkt.

In Artikel 3 Absatz 3 der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland steht:

    „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Das Geschlecht, die Abstammung, Rasse, Muttersprache, Heimat und Herkunft sind Eigenschaften, die keiner rationalen Argumentation zugänglich und nicht veränderbar sind. Glaube, Religiöse und politische Anschauungen sind Gegenstand einer kontinuierlichen persönlichen und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung und durchaus veränder- oder wandelbar und deshalb auch Ziel erzieherischer Einflußnahme unterschiedlichster Weltanschauungsgemeinschaften. Religiösen Anschauungen kommt in unserer Gesellschaft offenbar trotzdem eine bedeutendere Stellung zu, als nichtreligiösen oder politischen Weltanschauungen.

Ist Monotheismus etwas anderes als Faschismus und Kommunismus?

Der Glaube an einen „Gott“ ist eine Weltanschauung, die wie jede andere Weltanschauung auch vereinfachende Annahmen über Ziele der Natur macht und Vorhersagen trifft, aufgrund derer Entscheidungen getroffen und Handlungen unternommen werden, die die Hypothesen über das Ziel der Natur bestätigen sollen.

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Da wir aber nicht in der Lage sind – oder sein werden – über das Ziel der Natur irgendwelche verlässlichen Aussagen zu treffen, sollten Annahmen, die solche Möglichkeiten für sich reklamieren, so laut und so heftig wie möglich infrage gestellt, verlacht oder bloßgestellt werden dürfen, ohne sich dem beständigen Vorwurf der fehlenden Fairness oder Toleranz aussetzen zu müssen.

So dürfen z.B. Neonazis (zu Recht) ohne größeren Widerspruch als tumbe Toren bezeichnet werden – doch wird auch von Nichtchristen darum gebeten, Menschen, die an einen Gott glauben, nicht als intelligenzgemindert zu attribuieren, obwohl es nachweislich als ein Merkmal geringerer Intelligenz gilt, (von Monotheisten selbst zugegeben) unlogischer und fehlerhafter Argumentation zugänglich zu sein.

Und auch Intelligenzforscher sind der Ansicht, dass es einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Religiosität gäbe. Diese These wird in ihrer Umstrittenheit der steilen These gleichgesetzt, dass es einen Zusammenhang zwischen Ethnie und Intelligenz gäbe – doch auch hier gilt wieder das gleiche Problem wie oben: Ethnie ist keine Sache mehr oder weniger freiwilliger Wahl und auch keiner Argumentation und Entwicklung zugänglich. Ethnie ist angeboren – der Glaube an Jesus Christus Auferstehung, die Himmelfahrt des Propheten und den „Sündenfall“ keinesfalls. Das ist ebensolch kranker Schwachsinn, wie „Purity balls“ und „Faith healing„.

Aber natürlich kann eine frühe Indoktrination in sensiblen Phasen der Persönlichkeitsentwicklung zu unfreiwilliger Neigung zu einer unlogischen Weltanschauung führen. Aber gerade deshalb ist es so wichtig diese, mit allem gebotenen Respekt dem Einzelnen gegenüber, grundsätzlich und immer und immer wieder infrage zu stellen – vor allem weil sie politisch erschreckend einflußreich ist.

Von einigen Anti-Naturalisten wird gern postuliert, Christen seien im „Dritten Reich“ systematisch verfolgt worden. Häufig wird auch die Behauptung aufgestellt, die Nazis seien Atheisten gewesen, um deutlich zu machen, welche Konsequenzen die „Amoralität des Atheismus“ haben kann.

Eine systematische Christenverfolgung hat es im Dritten Reich (1933-1945) nicht gegeben. Das Parteiprogramm der NSDAP von 1925 bekannte sich zu einem „positiven Christentum“; der einschränkende Zusatz „soweit es mit dem Deutschtum vereinbar ist“ wurde von Christen kaum problematisiert. Die Kirchenleitungen begrüßten anfangs die Machtergreifung Adolf Hitlers begeistert als Erlösung von der Gefahr des „Bolschewismus“. Hitler garantierte ihnen in seiner Regierungserklärung den Fortbestand und bezeichnete das Christentum als eine der geistigen Grundlagen des deutschen Volkes.

Doch die NSDAP sah sich als Weltanschauungspartei mit totalitärem Machtanspruch. Alles sollte dem Dienst am „deutschen Volkstum“ und an der „arischen Rasse“ unterworfen werden. Das Christentum wurde zur „Nationalreligion“ umgedeutet, die den „Willen zur Macht“ (Friedrich Nietzsche) betonte und sich vor allem gegen das „jüdische Untermenschentum“ definierte. Hitlers Antisemitismus war rassistisch begründet, knüpfte aber ausdrücklich an den christlichen Antijudaismus an, indem er 1923 in Mein Kampf schrieb:

Indem ich mich des Juden erwehre, erfülle ich das Werk des Herrn.

Am 20. Juli 1933 – also heute vor 75 Jahren – unterzeichneten im Vatikan der Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli – vordem mehrere Jahre Nuntius in Deutschland, ab 1939 Papst Pius XII. – und der deutsche Vizekanzler Franz von Papen, Hitlers Stellvertreter in dessen Eigenschaft als Regierungschef, ein Abkommen: das sogenannte Reichskonkordat, mit dem die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich auf eine vertragliche Basis gestellt wurden.

Weiterlesen bei Junge Welt

Das stetig wachsende kollektive Gedächtnis der Menschheit, das Online-Lexikon Wikipedia, zeigt mit einer plausiblen Rechnung, dass die Menschheit etwa 9000 Jahre alt sein müßte, und nicht, wie von Darwinisten behauptet, mehrere Millionen. In der Wikipedia steht also, unter dem Unterpunkt „Historische Bevölkerungsentwicklung

Zur Zeit Christi Geburt gab es etwa 300 Millionen Menschen auf der Welt, […] Rechnet man mit den oben angegebenen Werten von der Zeit der Geburt Christi zurück, braucht man, um auf eine Weltbevölkerung von 300 Millionen Menschen zu kommen, bei einer Verdopplung der Bevölkerung alle 240 Jahre, etwa 28 Generationen, das sind ungefähr 6800 Jahre: log(300.000.000)/log(2) * 240 Jahre = 6758 Jahre.

Das ist der Beweis. Die Menschheit ist genau 8766 Jahre alt! Hier gibt es noch mehr Hintergrundinformationen.

Wir Atheisten können jetzt offenbar einpacken, oder?

Party the Homophobics away!

Juli 16th, 2008

Leserbriefe

Juli 13th, 2008

Ich habe vor einiger Zeit einen Kommentar zu meinem Eintrag „Atheismus ist eine Religion“ erhalten. Ekeldude schreibt:


„ich finde schon, dass deine seite diese ausmaße bekommt. der titel lautet “sapere aude!”, doch davon merke ich wenig. du hängst dich an all den schlimmen und dummen gläubigen auf, veralberst sie, ja verurteilst sie gar.

doch was hat wissen mit denken zu tun? kann nicht auch ein denker nur glauben? (tut er es nicht sogar??) und ist es überhaupt das ziel, nur mit (scheinbar) unbestreitbares wissen umzugehen. wird die welt nich kalt und einfarbig durch atheisten?

und komm jetzt bitte nicht mit all den fanatikern. die gibts es immer und überall. wenn sie nicht der kirche nachlaufen, laufen sie den atheisten, schufachverkäufern oder sonstwem hinterher, nein ich denke die welt würde nicht sicherer.

die probleme die die kirche verursacht, liegen nicht in ihrer natur, sondern am fälschlichen verständnis dessen.

DENK DA MAL DRÜBER NACH“

Ich habe nun darüber nachgedacht und da der Kommentar exemplarisch für das steht, was so mancher denkt, der dieses Blog schon las, als es noch nicht so vordergründig atheistisch war, möchte an dieser Stelle ausführlich auf die Kritik antworten. Dazu möchte ich den Kommentar in Bestandteile aufspalten, die ich verstanden habe und die ich dann Schritt für Schritt beantworten kann.


1. Das Ausnahme-Argument:
du hängst dich an all den schlimmen und dummen gläubigen auf

Das Ausnahme-Argument ist eins der beliebtesten. Die Grundaussage ist, dass die meisten Menschen, die an einen Gott glauben, eigentlich ganz nette Menschen sind; aber es gibt, wie bei allen Weltanschauungen, fundamentalistische Ausnahmen. Man sollte also von den abweichenden Vertretern der „im Grunde gut gemeinten“ Weltanschauung nicht auf die Masse schließen.

Das ist wie beim Kommunismus. Eigentlich meinen es die Kommunisten ja gut. Allen Menschen solle es gleich schlecht gehen. Dass dafür ein paar wenige Reiche bluten müssen und dass dafür die Meinungs- und Wahlfreiheit kurzzeitig eingeschränkt werden muss, ist ja alles nur für einen guten Zweck. Und weil es ein paar Verrückte, wie Stalin oder Pol Pot oder Mao gab, die diese Ideologie mißbraucht haben, heißt das ja nicht, dass der Kommunismus im Grunde falsch ist. Eigentlich ist er harmlos. Wenn es da nicht immer diese Leute gäbe, die völlig verblendet diese Ideologie mißbrauchen.

Oder das Schußwaffenverbot. Im Prinzip sollten dann auch überall auf der Welt Schusswaffen frei verkauft werden können. Nur weil es manchmal ein paar Verrückte oder Verzweifelte gibt, die die Waffen, die eigentlich an sich ja nichts Schlechtes sind, mißbrauchen, heißt das doch nicht, dass so eine schöne Waffe nicht in jeden Haushalt gehören sollte. Man kann doch von den Verrückten nicht auf die stinknormalen Waffenbesitzer schließen.

2. Das Blasphemie-Argument: „veralberst sie, ja verurteilst sie gar

Auch das natürlich ein beliebtes Argument. Man sollte Menschen, die einem skurrilen Aberglauben nachgehen, nicht verulken, sondern Ihnen Respekt entgegenbringen. Und das ist vollkommen richtig. Jeder Mensch, mag er/sie glauben was auch immer er/sie will, hat zumindest einen grundsätzlichen Respekt verdient. Nicht aber ihre Weltanschauungen. Diese haben genau denselben Respekt verdient, wie jede andere Theorie vom Funktionieren der Welt auch.

„Wir müssen die Religion des Anderen respektieren, aber nur in dem Sinne und dem Maße, wie wir seine Theorie respektieren müssen, dass seine Frau schön ist und seine Kinder klug.“

Man kann – ja man soll – sich über den Kommunismus, den Kapitalismus, die Ökobewegung und natürlich den Glauben an Übernatürliches aber selbstverständlich auch den Atheismus lustig machen dürfen. Und nicht nur das. Man muß auch scharf polemisieren können. Dies ist ein Gebot der Meinungsfreiheit. Eine Sache, die an anderer Stelle in diesem Blog schon einmal – und natürlich zu Recht – heftig eingefordert wurde. Keine Sache auf dieser Welt ist so heilig, dass man nicht über sie scherzen dürfte – es sei denn, man verletzt damit ein schwaches Individuum in seiner Persönlichkeit. Aber für mächtige Institutionen und Weltanschauungen gibt es keine Schonzeit.

3. Das Wissensargumentdoch was hat wissen mit denken zu tun? kann nicht auch ein denker nur glauben? (tut er es nicht sogar??)

Es gibt Dinge in dieser Welt die sind eher eine Sache des Glaubens, als andere. Wenn ich zum Arzt gehe, weil ich mir mit der Kreissäge den Finger abgesägt habe, dann sage (und denke) ich nicht, ich glaube, ich habe mir den Finger abgesägt, sondern dann weiß ich dies mit nahezu an absolute Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Wenn der Arzt mir dann sagt, das läßt sich nicht mehr reparieren, dann muß ich ihm das glauben, da ich nicht über genügend Wissen verfüge, eine fundierte ärztliche Entscheidung zu treffen. Aber ich gestehe dem Arzt selbstverständlich das Wissen darüber zu. Wenn ich wüßte, auch der Arzt entscheidet über das Wiederannähen meines Fingers nur nach irgendwelchen Glaubensgrundsätzen, die nicht aus naturwissenschaftlicher Beschäftigung mit der menschlichen Anatomie rühren, würde ich selbstverständlich nicht zu ihm gehen. Nur sehr wenige würden dann mit einer schweren Verletzung zu ihm gehen. Mit psychischen Problemen dann vielleicht schon eher. (Siehe auch Exorzismus)

Als es die Evolutionstheorie noch nicht gab, mußte man glauben, dass die Welt vor 10.000 Jahren von einem übernatürlichen Wesen erschaffen wurde, heute kann man sich das sparen, da die Indizien alle für eine Entstehung der Arten nach evolutionstheoretischen Prinzipien sprechen.

Selbstverständlich kann kein Mensch alles wissen. Aber er kann versuchen, soviel Weisheit durch Erfahrung zu erlangen wie möglich und alle blinde Dogmatik (wie Schriftgläubigkeit) zu vermeiden.

4. Das Emotionale-Kälte-Argument:wird die welt nich kalt und einfarbig durch atheisten?

Stimmt. Die Kinderbücher von Janosch sind wirklich wirklich kalt und einfarbig. Und auch Urmel ist natürlich ganz schön langweilig. Marcel-Reich-Ranicki ist auch öde, Joschka Fischer, kalt, Douglas Adams, einfarbig, Noam Chomsky, kalt, Georg Schramm, einfarbig, Terry Pratchett, öde, natürlich, George Clooney, Jürgen von der Lippe, Barbara Schöneberger, Peter Sodann, öde, öde, öde, Woody Allen, Lance Armstrong, Isaac Asimov, Ingmar Bergman, John Carpenter, Francis Crick, David Cronenberg, Ani DiFranco, Richard Feynman, Jodie Foster, Bill Gates, Bob Geldof, Katharine Hepburn, Billy Joel, Angelina Jolie, Diane Keaton, Bruce Lee, H.P. Lovecraft, John Malkovich, Barry Manilow, Sir Ian McKellen, Arthur Miller, Marvin Minsky, Julianne Moore, Jack Nicholson, Keanu Reeves, Salman Rushdie, Linus Torvalds, Margaret Atwood, Antonio Banderas, Richard Dreyfuss, Umberto Eco, Stephen Jay Gould, Matt Groening, Bob Hoskins, Larry King, Sean Penn, Roman Polanski, Bertrand Russell, Carl Sagan, Uma Thurman, – die alle würden die Welt ganz schön kalt und einfarbig machen, wenn sie könnten.

… übrigens glauben 70% der Ostdeutschen und die Hälfte der Weltbevölkerung nicht an „Gott“.

5. Das Fanatiker-Argument:und komm jetzt bitte nicht mit all den fanatikern.

Stimmt, die Fanatiker gibt es überall. Auch unter Schuh- und Fleischfachverkäufern und sogar unter Biologen und Psychologen. Aber was war jetzt gleich der Unterschied zwischen einer Fleischereifachverkäuferin und dem Papst?

6. Missverständnis-Argument: „die probleme die die kirche verursacht, liegen nicht in ihrer natur, sondern am fälschlichen verständnis dessen.

Genau. Der Glaube an übernatürliche Wesen ist im Grunde eine gute Sache. Der Glaube, dass Menschen von Dämonen besessen sind (wie uns die katholische Kirche weismachen will), dass man Wasser mit „Information“ anreichern kann, womit das Wasser heilende Kräfte bekommt, dass man mit Jesus, der Heiligen Mutter Maria und „Gott“ höchstpersönlich sprechen kann und sich dafür fürstlich bezahlen lässt, das alles liegt nicht in der Natur des Glaubens, sondern sind nur unerhebliche Ausnahmen. Viel wichtiger ist all das Gute, das die Kirche tut, in Diakonie und Caritas z.B. oder in der Missionsarbeit in der Dritten Welt.

Und im Grunde wird die Bibel nur mißverstanden. Hier mal ein paar unmißverständliche Worte aus der Bibel:

Im fünften Buch Mose (Deut 25:11) steht:

Wenn zwei Männer miteinander hadern und des einen Weib läuft zu, daß sie ihren Mann errette von der Hand dessen, der ihn schlägt, und streckt ihre Hand aus und ergreift ihn bei seiner Scham, so sollst du ihr die Hand abhauen, und dein Auge soll sie nicht verschonen.

in Markus 16, 16-17

Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.

in Moses 13, 7-11:

Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Laß uns gehen, und anderen Göttern dienen! … so willige nicht darein, und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge seiner nicht schonen, und sollst dich seiner nicht erbarmen, noch ihn verbergen, sondern sollst ihn erwürgen. Deine Hand soll die erste über ihm sein, daß man ihn töte, und darnach die Hand des ganzen Volks. Man soll ihn zu Tode steinigen …

Und wer meint, diese ollen Gesetze haben sich mit Jesus erledigt, der lese hier (Matthäus 5;17-19):

Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, denn daß ein Tüttel am Gesetz falle. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.

Und, übrigens, Jesus sagt z.B. in Lukas 19, 27:

Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.

und in Matthäus

Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.

Als dann, in diesem Sinne. Rein metaphorisch, versteht sich.

Heike K. wurde nachts von einer unheimlichen Macht an die Wand geworfen. Immer wieder packte sie eine unsichtbare Gewalt und machte ihr Angst. Was war los mit ihr? Weder Ärzte noch Psychologen konnten der jungen Frau helfen. Bis ein Gebet der besonderen Art Heike von ihrer Not befreite: Priester trieben ihr die Dämonen aus.

Prof. Theo Payk, Psychiater, Chefarzt an der Düsseldorfer Fliedner-Klinik und Exorzismus-Kritiker zum Thema:

Exorzismus ist Unfug, der gefährlich werden kann

MP3-PODCAST

Brights Thüringen

Juli 9th, 2008

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Webseite der Brights Thüringen

Menschen, die ein naturalistisches Weltbild haben, sollten nicht kulturell übergangen oder politisch an den Rand gedrängt werden, sondern stattdessen als Mitbürger und im kulturellen wie politischen Leben Gleichberechtigte akzeptiert werden.

Diese egalitäre Vision ist heute nicht überall Realität. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, daß jeder, dessen Weltbild naturalistisch ist, auch öffentlich dazu steht. Die Idee hinter den verschiedensprachigen Brights-Internetauftritten ist es, die Bewegung sichtbar zu machen, uns gegenseitig zu unterstützen, und zu einer Gemeinschaft zu wachsen, die auf effektiv an ihren sozialen und politischen Zielen arbeiten kann. Wer Teil dieser Internet-Gemeinschaft ist, pflegt ein Weltbild, das frei ist von übernatürlichen Gottheiten, Mächten und Wesen, an die so viele andere Menschen glauben. Sie stehen ein für „faire Wettbewerbsbedingungen“, die ihnen den gleichen gesellschaftlichen Halt bieten wie denen, die an das Übernatürliche glauben. Es ist Zeit, an die Öffentlichkeit zu gehen und für soziale Akzeptanz und politische Mitwirkung einzustehen.

Was ist ein Bright?

* Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen Weltbild.
* Das Weltbild eines Bright ist frei von übernatürlichen und mystischen Elementen.
* Die Ethik und Handlungen eines Bright basieren auf einem naturalistischen Weltbild.

Anlass und Ziel

Gegenwärtig wird das naturalistische Weltbild innerhalb der meisten Kulturen unzureichend zum Ausdruck gebracht und teilweise sogar politisch oder gesellschaftlich unterdrückt.

Zwischen den Menschen mit einem naturalistischen Weltbild bestehen große Unterschiede. Einige sind Mitglied in Organisationen, die eine Anschauung fördern, die frei von übernatürlichen Komponenten ist. Die allermeisten sind jedoch nicht in einer Gruppe organisiert und identifizieren sich nicht mit einem bestimmten Begriff.

Unter dem Dachbegriff des naturalistischen Weltbilds kann die Bewegung der Brights auf einer gesellschaftlichen und bürgerlichen Ebene aktiv werden und so Einfluss auf eine Gesellschaft nehmen, die stark von übernatürlichen Betrachtungsweisen durchdrungen ist.

Die drei Hauptziele der Bewegung sind:

* Das Verständnis und die gesellschaftliche Anerkennung des naturalistischen Weltbilds, das frei von übernatürlichen und mystischen Elementen ist, zu fördern.
* Die öffentliche Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass Personen mit einem solchen Weltbild wichtige gesellschaftliche Entscheidungen mit positiven Aktionen beeinflussen können.

* Die Gesellschaft dazu zu bewegen, dass sie die vollständige und gleichberechtigte Teilhabe solcher Individuen an der Gesellschaft akzeptiert.

Aktionen

Brights beteiligen sich an Aktionen, die von individuellen Teilnehmern initiiert werden. Man erfährt von diesen Aktionen im Blog. „Brights Deutschland“ als Organisation führt gelegentlich auch Aktionen durch oder unterstützt sie, um für die Bewegung zu werben, was jeweils große Zustimmung der aktiven Brights erfordert. Die Brights leben als basisdemokratische Bewegung von der Eigeninitiative ihrer Teilnehmer.

Prinzipien der Brights gibts hier die FAQ hier

Wer mitmachen will, kann sich per Mail oder Kommentar bei mir melden. Dann können wir Treffen und Aktionen vereinbaren. Ich würd mich freuen 🙂

Die Diskussion um den „McCarthy aus Kassel“ nimmt kein Ende. Und nun haben wir einen weiteren Kombattanten im Ring, den wir schon sehr gut kennen: Alexander Kissler. Das war der, über dessen Einlassungen zum Thema „Neuer Atheismus“ wir uns erst letzte Woche mächtig amüsiert haben. Wir erinnern uns; Kissler ist der Ansicht, dass Atheisten „Abtreibung bis zur Geburt“ und die „Tötung von schwerstbehinderten Kindern oder Wachkomapatienten, die sich nicht äußern können, ethisch als weniger bedenklich“ betrachten.

Alexander Kissler ist Kulturjournalist und schreibt unter anderem für „Die Tagespost“ (Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur), das „Vatican Magazin“ (katholisches Kultur- und Nachrichtenmagazin aus Rom, das den Anspruch verfolgt, über die „Schönheit und Drama der Weltkirche“ zu berichten) aber auch für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“. In letzterer veröffentlichte Kissler nun einen Aufsatz, in dem er seinem Glaubensgenossen Benno Kirsch zur Seite springt, der in der Wochenzeitung FREITAG einen Artikel veröffentlicht hatte, in dem er den Biologen und Kreationismus-Kritiker Ulrich Kutschera als „McCarthy aus Kassel“ bezeichnete und ihm die Anführung einer wissenschaftspolitischen Verschwörung unterstellte.

Ulrich Kutschera hat sich zu diesem Beitrag noch nicht geäußert; stellvertretend für Kutschera haben aber hpd und der brightsblog einen Aufsatz Kutscheras aus der Fachzeitschrift „Laborjournal“, zum Verhältnis von Natur- und Geisteswissenschaften, veröffentlicht. Kutschera wählte hierfür den kontroversen Titel „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie„.

Mit diesem Credo provozierte er wohl nicht nur den Kulturjournalisten Kissler. Und der schrieb sich denn auch in der Süddeutschen von der Seele, was für ihn, den Geisteswissenschaftler, ein gehöriger Affront sein mußte; die Ansicht des Naturwissenschaftlers Kutschera, „dass immer solide Fakten an der Basis aller theoretischer Deduktionen zu stehen haben„. Kutschera wendet sich in seinem Aufsatz gegen die „Verbalwissenschaftler„, die in ihrer „in Buchform verbreiteten Tertiärliteratur“ auf „verlässlichem, technologisch verwertbaren Wissensschatz“ der „Realwissenschaftler“ aufbauen und sich deshalb in ihren Analysen nicht über diese erheben sollten.

Genau dies tut nun Kissler in seinem Artikel in der „Süddeutschen“, feststellend, dass es keine „voraussetzungslose Wissenschaft“ gäbe und die Theologie damit implizit in die gleiche Position versetzend wie die Biologie.

Was Kissler und Kirsch betreiben ist bemerkenswert. Sie verdrehen die Tatsachen und bauschen sie auf. Kutschera befindet sich keineswegs auf einem Kreuzzug gegen die Geisteswissenschaften, wie von Kissler unterstellt. Er wehrt sich nur verständlich vehement gegen die Eingriffe der Geisteswissenschaften und der Theologie in die Naturwissenschaften. Gegen die scheinwissenschaftlichen Argumente der Kreationisten und der Anhänger des Intelligent Design.

Denn die Theologie und der ihr verwandte Kreationismus hat in der Naturwissenschaft nichts verloren. Aus einem ganz einfachen Grund: Sie sind nicht naturwissenschaftlich.

Die Naturwissenschaft bedarf für ihre Nützlichkeit test- und überprüfbarer Theorien. Die Hypothese, dass ein „intelligenter Designer“ die Erde erschaffen hat, ist nicht test- oder überprüfbar. Deshalb handelt es sich nicht um naturwissenschaftliche Annahmen und deshalb hat der Glaube an einen „Gott“ in der Naturwissenschaft nichts zu suchen – vor allem dann nicht, wenn er von einem „Gott“ geschaffene „Grundtypen“ annimmt.

Wir dürfen gespannt sein, was Ulrich Kutschera zu den jüngsten Angriffen gegen seine Person zu sagen hat. Er steht jedenfalls nicht allein.

Wie es um die geisteswissenschaftliche Logik bestellt ist, sieht man jedenfalls bei Alexander Kissler selbst sehr gut. Bei der Vorstellung seines Buches „Der aufgeklärte Gott“, in der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche in München, saß er mit dem evangelischen Theologen und Philosophen Daniel von Wachter auf dem Podium. Der meinte dortselbst, dass „wenn die Evolutionstheorie wegbräche, wäre das ein starkes Argument für die Existenz Gottes“.

Kissler wird wohl leise lächelnd genickt haben.

„Es ist aufgrund aller mir verfügbaren Evidenz wesentlich wahrscheinlicher, dass ich so wie jetzt auch vor 5 Minuten vor dieser Tastatur saß und diesen Brief begann, als dass ich zu dieser Zeit gerade probeweise im Fegefeuer schmorte oder als Osterhase mit Raumanzug auf dem Mars einherhoppelte, selbst dann wenn aus unabhängigen Quellen, beispielsweise Erleuchtungen anderer Personen oder heiligen Schriften für Letzteres etwas beigebracht werden kann, was als Evidenz deklariert wird (für meine Gedächtnislücken findet sich dann auch schon eine Erklärung).[…] Warum sollten Adepten telekinetischen Tischerückens und Gabelbiegens nicht in physikalischen Fachzeitschriften publizieren? […] Warum sollten Anhänger der Hohlerde-Theorie nicht in geologischen Zeitschriften publizieren? Ist nicht, da Bohrungen allenfalls bis ca. 10 km Tiefe reichen, alle Inferenz auf den inneren Aufbau der Erde indirekt und damit völlig hypothetisch? Und ist nicht eine Hypothese so gut wie die andere? Kann nicht die Hohlerde-Theorie manches ebensogut erklären wie die klassische Geophysik? Und wenn sie etwa durch die Veränderung der Erdmasseannahmen unter anderem eine Revision des Newtonschen Gravitationsgesetzes erzwingt, kann das nicht wissenschaftlich fruchtbar sein, da doch Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie das auch erzwang?“

schreibt Priv. Doz. Dr. Rudolf A. Jörres in einem Leserbrief an die Wochenzeitung FREITAG, die kürzlich einen Artikel des evolutionskritischen Wissenschaftsjournalisten Dr. Benno Kirsch, mit dem Titel „Der McCarthy aus Kassel„, veröffentlichte. Kirsch geht darin der Verschwörungstheorie nach, dass die verschworene Gemeinschaft der deutschen Evolutionsbiologie Angst vor einer kreationistischen Verschwörung hat und deshalb jeden kritischen Gedanken mit aller Macht unterdrückt. Was auch kein Wunder ist, würde doch die Widerlegung der Evolutionstheorie zweifelsfrei nachweisen, dass der christliche Schöpfungsmythos kein Mythos, sondern die reine Wahrheit ist. „Denn wenn die Evolutionstheorie wegbräche, wäre das ein starkes Argument für die Existenz Gottes“ bemerkte der Theologe und Philosoph Daniel von Wachter kürzlich sehr hellsichtig. Und vor nichts ängstigen sich Evolutionsbiologen sosehr wie vor dem Fegefeuer, dem sie dann unmöglich entgehen könnten.