Der McCarthy aus Kassel: KREATIONISMUS: Ein Professor wittert die Weltverschwörung

Neokreationismus oder Intelligent Design nennt sich in den USA eine Bewegung, die entgegen evolutionstheoretischer Ansätze die Welt als Produkt einer Schöpfungsintelligenz erklärt. Allerdings schießen auch die „Kreationistenjäger“ gelegentlich übers Ziel hinaus.

Der Autor dieses Beitrags in der linken Wochenzeitung FREITAG, der Wissenschaftsjournalist Benno Kirsch (Weblog des Autors), hat übrigens auch folgende Überschrift in der rechten Tageszeitung DIE WELT verbrochen wird auch im Kommentarteil eines Artikels der Welt diskutiert:

Kreationismus überzeugt immer mehr Menschen

Auch in Deutschland stößt die Evolutionstheorie zunehmend auf Ablehnung: Besonders Freikirchen und unabhängige Gemeinden nehmen die biblische Schöpfungsgeschichte wörtlich. Nach ihrem Verständnis gehört die Verankerung der Schöpfungsgeschichte in den schulischen Biologieunterricht.

Warum dieser pseudowissenschaftliche Kreationismus so wichtig ist, erklärt uns Philip J. Rayment (Administrator (sysop) on Conservapedia who has accepted Jesus Christ as his Lord and Savior) bei JLT:

„So if evolution is true, there was no original sin, and therefore no need of a Saviour—Jesus is out of a job! This is a very simple explanation, but basically if evolution is true, then the entire teaching of the Bible (not just the first chapter or so of Genesis) is dead wrong.“

Noch irgendwas unklar?

Bloggerpreis zu gewinnen

Juni 26th, 2008

Die TBZ macht auch diese Jahr wieder ihren alljährlichen Wettbewerb zur Wahl des besten deutschen Blogeintrags. Deshalb die Bitte an Euch: Falls Euch ein Blogeintrag bei mir gut gefallen hat, schlagt ihn doch vor! Ihr könnt Euch natürlich auch selbst vorschlagen 🙂


Und falls Ihr als Atheisten Probleme mit dem Titel haben solltet: Denkt abstrakt! :-*

Jetzt mal ehrlich

Juni 24th, 2008

Ich mag Christen. Ich mag Juden. Ich mag Muslime nicht so sehr, aber das liegt nicht daran, was sie glauben, sondern eher daran, was sie tun. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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Viel wichtiger ist die Tatsache, dass ich der Meinung bin, dass auch unter Christen natürlich sehr intelligente Menschen sind – auch mir an Intelligenz überlegene und mit größerer Freundlichkeit ausgestattete Menschen.

Warum glauben solche Menschen an die Bibel, also das Buch, von dem Noam Chomsky mal sagte, es sei eins der „most genocidal books in history“? Denn diese Frage ist die eigentliche, die man einem Christen stellen muß: „Glaubst Du an die Bibel?“. Nicht ob er an Gott, Jesus, die Auferstehung, das Leben nach dem Tod glaubt, nein, man muß ihn fragen, ob er an die Bibel glaubt.

Verneint der Befragte dies, so ist er kein Christ. Denn der einzige Beweis für die Existenz ihres Gottes ist die Bibel. Sie ist quasi der
Gottesersatz. Verneint der Christ die Bibel, so glaubt er noch offensichtlicher an Hörensagen und Magie als es sonst – eben mit diesem Buch, also einem Ding, einer Sache – auffiele.

Doch mal abgesehen von dem unzutreffenden Autoritätsargument, dass es das meistverkaufte Buch aller Zeiten sei, was eigentlich für Harry Potter (auch eine schöne Fabel) gilt, hat natürlich auch die Bibel einige bekannte Mängel, die sie nicht unbedingt als „Gottes Wort “ auszeichnen.

Warum also glauben hochintelligente Menschen an die unglaublich widersprüchlichen und teilweise schlimmen Dinge, die in dieser Bibel stehen? Warum picken sie sich ihnen Nützliches heraus und ignorieren Dummes oder Schlechtes, oder deuten es um?

Weil sie Angst haben.

Denn die der Glaube an einen Gott funktioniert vermutlich nach demselben Prinzip wie der gemeine Aberglaube: Magisches Denken.

Irgendetwas tun (Beten) oder unterlassen (Atheismus) um eine Belohnung zu bekommen (Seelenruhe) und ein Strafe zu vermeiden (Höllenqualen).

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Nehmt dem Glauben an Gott den Aberglauben. Nehmt ihm den Himmel, nehmt ihm die Hölle und ihr erhaltet einen schlaffen Sack mit hohlen Phrasen.

Jeffrey Rudski konnte in einer Studie, die im Journal of General Psychology veröffentlicht wurde, zeigen, dass Menschen, die an einen Gott glaubten auch Geister, Telepathie, Geistheilung, Kommunikation mit Verstorbenen, Reinkarnation und Telekinese für möglich hielten.

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Kia Aarnio hat in ihrer Dissertation zum Thema „Paranormal, superstitious, magical, and religious beliefs“ mit 3000 Teilnehmern zeigen können, dass „the more paranormal beliefs one had, the more religious beliefs one had“.

Jan Beck und Wolfgang Forstmeier argumentieren in Human Nature, dass Aberglaube und Glaube unvermeidliche Nebenprodukte einer evolutionär herausgebildeteten adaptiven Lernstrategie seien, nach dem Motto, Aberglaube sei immer noch besser als Ignoranz, um in einer komplexen Welt zu funktionieren und auch mögliche vorhandene Zusammenhänge zu entdecken.

Aber zum Glück ist die Evolution ja noch nicht am Ende.

Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
(Georg Christoph Lichtenberg)

Literatur:

Aarnio, K. (2007). „Paranormal, superstitious, magical, and religious beliefs“. Doctoral Dissertation. University of Helsinki.

Beck, J. and Forstmeier, W. (2007). Superstition and belief as inevitable by-products of an adaptive learning strategy. Human Nature 18, 35-46 .

Rudski, J. (2003). What does a „superstitious“ person believe? Impressions of participants. The Journal of
General Psychology, 130, 431-445.

… an illogical belief in the occurrence of the impossible.

Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen.
(Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftst., 1904-1987)

Religion ist die einzige Philosophie, die das Durchschnittshirn verstehen und annehmen kann.
(Joseph Joubert, franz. Moralist, 1754-1824)

Irgendwie hat jedes Bekenntnis etwas lächerliches.
(Georges Bernandos, franz. Dichter, 1888-1948)

Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen.
(Kurt Tucholsky, dt. Schriftsteller, 1890-1935)

Was die Welt braucht, ist nicht ein Dogma, sondern eine Bejahung der wissenschaftlichen Forschung zusammen mit dem Glauben, daß die Qualen von Millionen nicht wünschenswert sind, ob sie nun von Stalin oder einer Gottheit, die sich der Gläubige als sein Ebenbild vorstellt, verhängt werden.
(Bertrand Russell, engl. Phil., Religion und Moral)

Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.
(Charles-Lois Baron de Montesquieu, fr. Philosoph, 1689-1755)

Das Christentum ist eine gewaltige Macht. Daß zum Beispiel protestantische Missionare aus Asien unbekehrt wieder nach Hause kommen – das ist eine große Leistung.
(Kurt Tucholsky, dt. Schriftsteller, 1890-1935)

und noch viel viel mehr

Dark Lords

Juni 23rd, 2008

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Stauffencruise

Juni 20th, 2008

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Original oder Fälschung? Die Produzenten des Films „Valkyrie“ sollen ein Foto von Claus Schenk Graf von Stauffenberg verändert haben, damit er Hauptdarsteller Tom Cruise ähnlicher sieht.

Dude, it’s goddamn true

Juni 18th, 2008

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Universelles Leben

Juni 18th, 2008

Wenn die Befragten den Kirchen noch etwas zu Gute hielten, dann war es die Ansicht, dass die Kirchen mit ihren Einnahmen aus der Kirchensteuer und ihren übrigen Einnahmen (2003 rund 17 Milliarden Euro) doch mit ihren sozialen Einrichtungen soviel Gutes für die Gesellschaft tun würden.

Wie hoch ist also die „Kirchenquote“, d.h. den Anteil von Kirchengeldern in der Finanzierung aller Tätigkeiten von Caritas und Diakonie. Diese Kirchenquote beträgt 1,8 Prozent. In Summen ausgedrückt finanzieren die beiden Kirchen von den 44,5 Milliarden Euro Kosten der Einrichtungen in der Trägerschaft von Caritas und Diakonie insgesamt nur 828 Millionen Euro. Es sind nur 4,8 Prozent des Geldes der Kirchen, die für soziale Zwecke eingesetzt werden.)

Carsten Frerk in „Jungle World“ Nummer 14 vom 6. April 2005

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