Raus da – und zwar schnell!

Dezember 3rd, 2007

Ich sage es mal so: Ich war gegen Afghanistan. Ich war natürlich auch gegen Bosnien und gegen Irak sowieso. Aber ich verstehe auch Vernunftgründe. Ich kann die Argumente verstehen, die ausdrücken: “Wer A sagt, muß auch B sagen!”, oder: “Was wäre ein Abzug für ein Signal? Die Taliban besiegen die Welt?” Alles richtig. Das mit den Frauen und Kindern sowieso, also Schleier und Schulen. Aber dass man Aufbauhilfe mit militärischen Mitteln schützen muß und dass von Afghanistan noch irgendeine wirklich ernsthafte Terrorgefahr ausgeht, das kann mir niemand erzählen. Und dass man mit Taliban nicht reden kann, ist ja inzwischen auch vom Tisch.

Die Grünen haben sich in Göttingen vielgescholtenerweise für ein Bleiben entschieden – und für einen Strategiewechsel. Hilfe ja, Militär nur bedingt, zum Schutz der Aufbau-Hilfe. Aber der Gedanke vom Heer als “Sozialarbeiter in Uniform”, ist mit der Regierungskoalition so nicht zu machen. Tornados, die als Bombenpropheten gelten, fliegen weiterhin, und die USA, die einen völkerrechtswidrigen Krieg im Irak führen, werden von uns weiterhin militärisch und logistisch in ihrem “war on terror” unterstützt.

Wie lange darf man eine solch prekäre Situation dulden? Wie lang darf man die Klappe halten und sich denken, es gibt Für und Wider – aber letztendlich geht es doch um die Menschen. Ja, die Menschen.

Das einzige Argument, das dafür spräche, Militär in Afghanistan zu lassen, auch wenn das den permanenten Krieg scheinbar nicht wirklich eindämmt, wäre die überwiegende und prinzipielle Unterstützung der Bevölkerung. Nur wenn die Menschen dort sagen, ja, wir nehmen das Opfer auf uns, weil wir wollen, dass wir in einem freien Land leben können, so wie es uns die Alliierten verprechen. Nur dann wäre – bei allem Abwägen – ein Verbleib in Afghanistan zu rechtfertigen. Und nur dann!

afghanistan.gif

Die Fernsehsender ABC, BBC ARD haben eine Umfrage im Afghanistan und im Irak gemacht. Die überwiegende Zahl der befragten Afghanen sprachen sich für einen Verbleib der Alliierten im Land aus, bis die Sicherheit wieder hergestellt ist.

Nun könnte mancher entgegnen, dass diese Umfragen überhaupt nichts beweisen, sind sie doch von “Aggressor” gemacht worden – und dem kann man ja wohl kaum die Wahrheit sagen. Schaut man sich jedoch die Zustimmungswerte der irakischen Bevölkerung zur sogenannten “Koalition der Willigen” an, so ergibt sich ein völlig anderes Bild:

irak.gif

Mich lassen die Werte aus Afghanistan etwas ruhiger schlafen, auch wenn die Zustimmungswerte zunehmend schlechter werden. Was aber im Irak passiert, muß aufhören, auch wenn republikanische Präsidentschaftskandidaten die “Erfolge” durch eine Erhöhung der Truppenstärke bejubeln, was dort abgeht ist schreiendes Unrecht.

Sag ich mal so, während ich hier in meinem kuschlig warmen Zimmer an meinem Notebook sitze, hin und wieder an einem Irish Cream nippe und Norah Jones lausche … aber nur bis ich das hier gepostet habe …

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