Schirrmacher: Was ist mit der Bedrohung von traditionellen Medienhäusern: Wird es eine Konzentration geben, in der am Ende die großen Konzerne die Bewusstseinsindustrie unter sich aufteilen?

MÜLLER: Die Medienkonzentration erleichtert die bisher schon grassierende Gleichschaltung des Denkens.

BURDA: Aber die Tausende oftmals hervorragenden Blogger bringen völlig neue Sehweisen auf die Themen. Auch auf Wahlen nimmt diese neue Netzöffentlichkeit Einfluss. Das sah man bei der Präsidentenwahl in Frankreich, wo der Blogger Loïc Le Meur Unterstützer für Nicolas Sarkozy mobilisierte. Ich glaube, dass die Bedeutung des Fernsehens für den Ausgang der nächsten Bundestagswahl zurückgeht.

Schirrmacher: Die Gesellschaft wird durch das Internet auch kreativer, freier im Kopf.

BURDA: Wir haben da großen Veränderungsbedarf bei journalistischen Berufen. Video-Publishing zum Beispiel wird die herkömmliche Print-Berichterstattung erweitern. Bewegte Bilder für das Internet zu produzieren war bis vor einiger Zeit noch viel zu teuer. Heute brauchen wir hier neue Formate. Auch die Werbung verändert sich. Sehen Sie sich allein die Online-Kampagne von VW mit Hape Kerkeling an. Die lief wie verrückt.

Hubert Burda und Albrecht Müller im Gespräch mit Frank Schirrmacher

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