journalist.gifInzwischen mindestens einmal die Woche widmet sich irgendein Leitmedium mit einem Artikel, einer Radiosendung oder einem Fernsehbeitrag dem brandaktuellen Thema „Weblogs“.

In aller Regel wird hier, mit mehr oder minder großer Kenntnis der Materie, das Phänomen Bloggen in toto marginalisiert. Die Reaktionen der verehrten Damen und Herren Bloggerkollegen ist immer ausführlich und oft fast ebenso selbstgerecht, wie der Tonfall der „Holzmedien“.

Den dieswöchigen Blogtrivalizer bietet die Süddeutsche (nein kein Link) unter dem Titel: „Immer schön im Bild bleiben“, dessen Autor, Simon Feldner, der im Zeitschriftenblog schon mal als „unbekannt“ beschimpft wurde, eine bemerkenswerte Kenntnis der unwichtigen Bestandteile der Blogosphäre aufweist.

Es lohnt nicht, die immergleichen langweiligen Phrasen von der schönen Zeit der Onlinetagebücher, der starken Verlinkung von Nachrichtenseiten und den tollen Weblogangeboten „anspruchsvoller“ Journalisten – im Gegensatz wiederum zum bunte.t-online-Angebot – zu diskutieren.

Der Autor schließt jedenfalls mit einer Erwähnung der „BIG BROTHER-MODERATORIN“ und Bloggerin Ruth Moschner und ihrer Vorliebe für Waldmeistergötterspeise, die sie in ihrem „Star-Blog“ beschreibt. In der Druckausgabe der Süddeutschen endet der Artikel so:

„Die Frage ist dabei eigentlich immer: Will man das wirklich so genau wissen?“ (in der Onlineversion steht dann: „So genau wollte man das alles im Grunde doch wieder nicht wissen.“)

Auf die Frage kann man so antworten: Nein, das will niemand wissen. Dass Sie es jetzt wissen, zeugt von Ihrer offenbar schwach ausgebildeten Fähigkeit Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen. Neben ausführlicher Recherche (die Sie beherrschen) und Objektivität (die Ihnen offenbar schwer fällt) eine der wesentlichen journalistischen Primärtugenden. Und sie wird offenbar immer wichtiger …

blogger.gifGlücklicherweise sind Blogger weder zu Recherche noch zu Objektivität verpflichtet. Sonst hätten Sie diesen Blogeintrag gar nicht verdient, lieber Herr Feldner.

Die Frage ist dabei eigentlich immer: Wann werden wir es endlich lernen, diesen Unsinn einfach zu ignorieren?

Macht es aber offensichtlich nicht. Ich habe, laut einer Umfrage in der Gesamtstichprobe, 10 – in Worten: zehn – Leser meines RSS-Feeds. Damit kann man getrost behaupten, dass das FeedStats-Plugin nichts misst, was irgendwie interessant ist.

Dank an alle, die bei der kleinen Umfrage mitgemacht haben. Wenn ich Euch demnächst treffe, bekommt Ihr Euer verdientes Küsschen!

An all die anderen 90 feigen und heimlichen RSS-Leser: Lest lieber ein gutes Buch! Hier gibt’s nichts zu sehen.

Was aber sagt mir die Zahl über die Bedeutung dieses Blogs? Nichts, wie wir wissen. Denn bekanntlich gilt der folgende Spruch von Dieter Hildebrandt auch im Umkehrschluß:

„Leute, fresst Scheiße! Millionen Fliegen können nicht irren…“

In diesem Sinne, eine schöne Woche!

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Das Jenaer Volkshaus während eines Konzerts.

Jaa, eine ganz neue und spannende Frage. Und Experten hat man zu der Diskussion, die heute abend, um 19.30 Uhr im Deutschlandfunk ausgestrahlt wird auch eingeladen: Tissy Bruns, (Tagesspiegel) Hans Janke (ZDF), Manfred Bissinger (Publizist, ehem. „Die Woche“), Prof. Siegfried Weischenberg (Professor f. Journalistik u. Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg) und endlich mal keinen Blogger. Es moderiert unter anderem der Online-Chef der Süddeutschen, Hans Jürgen Jakobs.

NACHTRAG: Und ich dachte, ich hatte mich verhört

… läsen dieses Blog ca. 100 Feedabonnenten täglich. Wen interessiert denn dieser Kram hier? Sind bestimmt nur die automatischen Abrufe irgendwelcher netzbasierter Feedreader oder so …

… also, ich weiss, dass jabb, jojo und strudel den Feed abonniert haben … wer noch? Los, überwindet euch mal kurz, reicht ein kurzes, meinetwegen auch anonymes „ich“ ! Gibt auch ’ne Belohnung:

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Schizophren

Mai 24th, 2007

„Merken die’s noch?“ trifft’s wahrscheinlich nicht richtig. Das Call-in-TV-Forum wird abgemahnt, weil es Begriffe verwendet, die andere, bereits abgemahnte Begriffe ersetzt. Stefan Niggemeier zitiert den Anwalt der Firma CallActive, die für MTV Call-in-Formate produziert::

“Inzwischen hat sich (…) auf der Website der Begriff ‘verwirrte Anrufer’ als Synonym für ‘Fake-Anrufer’ durchgesetzt. Jeder User weiß, dass mit ‘verwirrte Anrufer’ tatsächlich ‘gefakte’ Anrufe gemeint sind, und die User benutzen inzwischen den Begriff ‘verwirrte Anrufer’ auch entsprechend.

Bei den von unserer Mandantin produzierten Programmen gibt es keine gefälschten bzw. gefakten Anrufe. Durch die bewusste Verwendung des Wortes ‘verwirrte Anrufer’ für ‘Fake-Anrufe’ behaupten Sie aber gerade dies.”

Doehler wird aufgefordert, es künftig zu unterlassen,

“unter Bezug auf Quizsendungen in den Fernsehprogrammen VIVA plus [gemeint ist vermutlich Viva], NICK oder Comedy Central, zu behaupten und/oder behaupten zu lassen,

dort gäbe es ‘verwirrte Anrufer’, insbesondere wenn dieser Begriff ‘verwirrte Anrufer’ als Synonym für ‘Fake-Anrufe’ verwendet wird.”

Ja, wie soll man sie denn nennen? Faxgeräte? …

Geil? Ungeil!

Mai 24th, 2007

ich hab mir jetzt mal dieses neue chat-email-blog-sms-programm „twitter“ angeguckt. das ist ja echt cool. chatten und smsen in echtzeit mit allen deinen freunden!! müßt ihr echt mal ausprobieren!

ich weiss nur noch nicht, wie ich das in meine seite einbinden kann. das machen ja jetzt neuerdings alle!! also ein absolutes musthave! ein echter geheimtip!

mir wurde gerade mitgeteilt, dass twitter schon lange wieder out ist.

Terry Jones (Monty Pythons Flying Circus) erklärt die Behandlung der Golfregion durch die USA am Beispiel eines Nachbarschaftsstreits:

„Like Mr Bush, I’ve run out of patience, and if that’s a good enough reason for the President, it’s good enough for me. I’m going to give the whole street two weeks – no, 10 days – to come out in the open and hand over all aliens and interplanetary hijackers, galactic outlaws and interstellar terrorist masterminds, and if they don’t hand them over nicely and say ‚Thank you‘, I’m going to bomb the entire street to kingdom come.“

Jones prangert außerdem die Behandlung der iranischen Gefangenen während der britisch-iranischen Krise im Marz an:

„And as for compelling poor servicewoman Faye Turney to wear a black headscarf, and then allowing the picture to be posted around the world – have the Iranians no concept of civilised behaviour? For God’s sake, what’s wrong with putting a bag over her head? That’s what we do with the Muslims we capture: we put bags over their heads, so it’s hard to breathe.“

Beides via Klingsor

Apropos nicht oberflächlicher Antiamerikanismus: Das Volker Pispers-Video zum Thema bei Youtube wurde inzwischen ca. 40.000 mal angeschaut, 210 mal favorisiert, 67 mal kommentiert und liegt nun – seit gestern – sogar in einer OmU-Version für Englischsprechende vor: