West-östlicher Blogwa(h)n

April 26th, 2007

SPIEGEL ONLINE: Gäbe es denn ein weiteres Massenmedium, das eine vergleichbare Beobachtung verdiente?

Niggemeier: Ich glaube tatsächlich „Der Spiegel“, doch der Aufwand, dies fundiert zu machen, wäre ungleich höher als bei „Bild“. Ein gutes Objekt wäre auch die typische Lokalzeitung mit Monopolstellung. Ein solches Blog, das zum Beispiel die Kungeleien zwischen Chefredakteur und Bürgermeister aufdeckt, könnte lokal eine große Wirkung erzielen.

Da muss man leider widersprechen. Der Blogger würde vom Lokalchefredakteur in Grund und Boden geklagt (Beispielfälle auf Anfrage). Und das Grundproblem wird schon weiter oben beschrieben:

„Wir arbeiten ja fast alle nebenbei noch als Medienjournalisten und hatten mit der Pressestelle ständig zu tun. Sobald wir aber als Bildblog anfragen, herrschen ganz andere Verhaltenregeln. In der Regel kriegen wir nicht einmal die Antwort, keine Antwort zu erhalten.“

Blogger werden nicht ernst genommen, nicht mal, wenn sie 50.000 Leser täglich haben. Zumindest nicht so ernst, wie eine Tageszeitung mit einigen tausend Mitarbeitern … und einer Auflage von 400.000 gedruckten Stück. Irgendwie ja auch verständlich.


„In Malaysia stehen zwei Autoren von Internettagebüchern vor Gericht. Der Premierminister Abdullah Badawi wirft ihnen vor, in ihren Artikeln Lügen zu verbreiten, um seiner Regierung zu schaden. Der Tourismusminister Adnan Mansor schimpfte, sämtliche Blogger des Landes seien Lügner und „überwiegend arbeitslose Frauen“. Folgerichtig forderte das Ministerium für Innere Sicherheit in einem Rundschreiben an ein Dutzend Zeitungen und fünf Fernsehsender, in der Berichterstattung keinesfalls Weblogs zu berücksichtigen.“

schreibt die FAZ heute.

Irgendwie spricht einiges für die Gründung einer Interessengemeinschaft der Blogger, so ähnlich wie die für Journalisten.

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