Der Sinn des Lebens

Juni 13th, 2008


Fallen
by nicop

Danke, Roland, ääh Jesus

Dr. Blume, unser Religionswissenschaftler aus Freude, den ich mir immer so vorstelle, obwohl er eigentlich so aussieht, stellt seit einiger Zeit faszinierende quasiwissenschaftliche Thesen ins Internet, so dass man fast gar nicht mehr hinterherkommt mit Wundern und Lachen – und Vom-hohen-Ross-runtersteigen.

Aaalso, Herr Dr. Blume setzte sich in letzter Zeit mit zwei wesentlichen Fragen auseinander:

1. Sind Religiöse hilfsbereiter als Atheisten?

2. Sind Religiöse dümmer als Atheisten?

Er beantwortet die Fragen einer klassischen sozialpsychologischen Theorie gemäß. Und auch stellvertretend für die Argumentationsweise, die in den Auseinandersetzungen zwischen Atheisten und ProTheisten immer mitspielt.

Unsere beiden Gruppen, die Gruppe der Atheisten und die Gruppe der Protheisten können auch als “Ingroup” und als “Outgroup” bezeichnet werden. Jeweils abhängig von der Wahrnehmung. Für Atheisten z.B. gehören Atheisten zur Ingroup und Protheisten zur Outgroup.

Die klassische sozialpsychologische Theorie des “ultimativen Attributionsfehlers” (Pettigrew, 1979) sagt nun voraus, dass man die positiven Eigenschaften der Ingroup “dispositional” begründet. Das heißt, wenn sich Ingroupmitglieder positiv verhalten, so hat das Gründe, die in der Natur der handelnden Personen liegen (also am besten genetisch). Negative Eigenschaften der Ingroup dagegen, werden “situativ” attribuiert, d.h., bestimmte äußere Umstände führen zu dem Problem, das auch nur in ganz bestimmten Konstellationen auftritt.

Übertragen auf die Diskussion um die Spendenbereitschaft der Atheisten und Protheisten, zeigt sich das sehr gut: Dr. Blume ist der Ansicht, dass die Spendenbereitschaft ein durch Religiosität vermittelter Prozess, also damit ein “Evolutionsvorteil” ist. Auf Seiten der Atheisten wird das ganze wegerklärt mit der Unmöglichkeit der Klärung des Kausalzusammenhangs, weil ja z.B. in hochsekularen Staaten die Spendenbereitschaft am höchsten ist.

Das Intelligenzproblem, dass also Protheisten dümmer sein sollen, also durchschnittlich eine schlechtere Ausbildung besitzen als Atheisten, wofür so manche Statistik spricht, erklärt nun Dr. Blume weg, indem er darauf hinweist, dass es einen Zusammenhang zwischen Religiosität und Nationalität gibt. Was ihn darüber hinaus dazu verleitet, sich indirekt über einen scheinbar verdeckten Rassismus bei Atheisten zu beschweren.

Alles in allem also ein bekanntes Muster. Hüben wie drüben. Doch wer hat die Lösung? Sind Protheisten dümmer und besteht da ein direkter Kausalzusammenhang?

Führt Religiosität zu Dummheit oder umgekehrt?

Was wir jedenfalls wissen, ist, dass Naturwissenschaftler den Glauben an einen “persönlichen Gott” zu 95% ablehnen, auch wenn so mancher Evolutionsbiologe den alten Dualismus nicht aufgeben mag, wie die NZZ im September letzen Jahres schrieb.

Und Spendenbereitschaft unter Gläubigen ist sicher kein mit Religiosität genetisch verbundenes Phänomen. Daniel Batson, der berühmte Altruismus-Forscher, der noch immer daran glaubt, dass es sowas wie Atruismus wirklich gibt, stellte in mindestens zwei Studien fest, dass das Motiv für die Spendebereitschaft von Protheisten die egoistische Motivation ist, positive soziale Rückmeldungen zu bekommen. Vom wem sie diese Rückmeldungen erhalten, bleibt unbeantwortet … ob nun von ihren sichtbaren oder unsichtbaren Freunden.

Goal-Relevant Cognitions Associated with Helping by Individuals High on Intrinsic, End Religion. By: Batson, C. Daniel; Flory, Janine Dyck. Journal for the Scientific Study of Religion, Sep90, Vol. 29 Issue 3, p346-361

1.250.000 $ zu gewinnen

Juni 13th, 2008

Für den, der beweisen kann, dass Jesus nicht der Sohn des fliegenden Spaghettimonsters ist und für den, der die Evolution empirisch zweifelsfrei nachweisen kann. Und zwar nach folgenden absolut nachvollziehbaren Kriterien:

“Wenn ich das Wort “Evolution” benutze, dann beziehe ich mich nicht auf die kleineren Veränderungen, die innerhalb der verschiedenen Gattungen gefunden werden (Mikroevolution). Ich beziehe mich auf die generelle Theorie der Evolution welche glaubt, dass folgende fünf größere Ereignisse ohne göttlichen Eingriff stattfanden:

1. Zeit, Raum und Materie entstanden von selbst.
2. Planeten und Sterne bildeten sich aus Weltraum-Staub.
3. Materie erzeugte das Leben von selbst.
4. Frühe Lebensformen haben gelernt, sich selber zu reproduzieren.
5. Größere Veränderungen geschahen zwischen den diversen Lebensformen (d. h. Fische verwandelten sich in Amphibien, Amphibien verwandelten sich in Reptilien, und Reptilien veränderten sich in Vögel oder Säugetiere).”

Die 1.250.000 Dollar sind doch schnell gewonnenes Geld!

Ich glaube übrigens fest daran, dass Jesus der Sohn des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns ist. Und das werde ich denen bei Boingboing jetzt auch beweisen!

via friendly atheist

“Warum Atheismus?” fragt ein Leser dieses Blogs. Und wir können ihm die Antwort nicht geben. Denn genau wie die Homosexualität ist Atheismus offenbar mit einer etwas geringeren Kinderzahl verbunden:

Das jedenfalls fand man u.a. bei der Schweizer Volkszählung 2000 heraus. Das veranlasst Dr. Blume, einen Religionswissenschaftler aus Freude, zu der Hypothese, dass:

Religiosität (verstanden als biologische Veranlagung zur religiösen Deutung von Erfahrung und zu religiösem Verhalten) und Religionen (verstanden als kulturelle Ausprägungen gemeinschaftlicher Religiosität) sich in der Evolution des Menschen primär über Reproduktionsvorteile. entwickelten.

Ob das Hecken wie die Kaninchen, also die Menge der Kinder und nicht deren Lebensqualität, nun vorteilhafter für die Gesamtfitness der Menschheit ist, sei dahingestellt.

Aber noch viel schöner ist die Erkenntnis, dass die Kinderzahl offenbar auch mit der Zahl von Gebeten korreliert:

Sollte also Eva Köhler, die Frau unseres verehrten Bundespräsidenten, Recht haben und ist der Religionsunterricht ein notwendiges Mittel, Kindern

“das Bewußtsein zu vermitteln, daß es noch eine andere Kraft gibt, wir nicht alles selbst und allein machen können.”

… und dass sie deshalb möglichst bald viele Kinder zeugen sollten, damit noch ein paar Hände mitbeten können?

Ein anderes Ergebnis des Schweizer Total-Zensus ist jedenfalls ebenso deutlich. Atheismus ist immer mit höherem Bildungsstand und Haushaltseinkommen verbunden (Anklicken zum Vergrößern):

Bleibt die Frage nach dem Kausalzusammenhang. Führt Beten dazu, dass Gott den Menschen mehr Kinder und ein geringeres Haushaltseinkommen schenkt oder umgekehrt? Oder besteht überhaupt gar kein Zusammenhang zwischen Religiösität und Kindermenge? Haben Religiöse einfach mehr Spaß im Bett? Finden sie deshalb die Verhütungsmittel nicht so schnell?

Dr. Blume jedenfalls stellt abschließend fest:

“In der Summe habe ich inzwischen keine Zweifel mehr, dass sich die Evolution von Religiosität und Religionen maßgeblich über Reproduktionsvorteile vollzogen hat – und vollzieht. Zu deutlich scheinen mir die Daten (und übrigens auch die innere Logik des Evolutionsprozesses selbst, der ja biologisch schädliches Verhalten längst abgeschüttelt hätte), um nicht vom empirisch belegten biologischen Erfolg des Glaubens auszugehen.”

… nicht ohne erwähnt zu haben, dass die Zugehörigkeit zu einer Religion die Attraktivität von Männern steigert. Sollte man sich das mit dem Atheismus also doch lieber nochmal überlegen?

Dr. Blume jedenfalls nimmt die Herausforderung an, uns zu beweisen, dass Religiosität keineswegs nur ein Beiprodukt menschlicher Phylogenese, sondern ein handfester Evolutionsvorteil ist. Bleibt die Frage, was eigentlich die Kreationisten/IDler dazu sagen würden?

Schmickler spricht

Juni 10th, 2008

“Dreiundvierzig Prozent aller Deutschen finden den Buddhismus inzwischen sympathischer als den hierzulande herrschenden Aberglauben.”

Jesus war schwul

Juni 10th, 2008

“Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.” (Joh 13,23)

via

Gottesbeweis

Juni 10th, 2008

Du schuldest mir 100 Euro.

Solltest Du anderer Ansicht sein, mußt Du mir die Nichtexistenz Deiner Schulden beweisen!

Da ich fest daran glaube, dass Du, liebe/r Leser/in, mir diese hundert Euro schuldest, werde ich dafür sorgen, dass Du nicht nicht mehr ruhig schlafen wirst, bis Du mir die hundert Euro überwiesen hast. Ich werde in Deiner unmittelbaren Umgebung permanent dafür sorgen, dass Dir Deine Schulden immer und immer wieder vor Augen stehen. Ich werde bei Behörden, Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern in freundlichen Gesprächen darauf hinweisen, dass Du mir hundert Euro schuldest.

Ich werde Dir außerdem ein paar Bücher übers Schuldenmachen zuschicken und Dich bitten, diese gründlich zu lesen, ehe Du mit mir über Deine 100 Euro Schulden diskutierst.

Ich werde auf Deinem Arbeitsweg Plakate aufhängen, auf denen steht, dass Geldschulden Ehrenschulden sind. Ich werde mich unter Dein Fenster stellen und Lieder über Schulden und deren Rückzahlung singen. Und ich werde in die Schule Deiner Kinder gehen und sie und ihre Mitschüler und Lehrer in allen Einzelheiten über Deine Schuldenmacherei aufklären. Ich werde mich natürlich auch hier im Internet ausführlich über Deine Geldschulden verbreiten.

Ich möchte Dich also bitten, Deine Schuld einzugestehen und mein Verlangen auf Rückzahlung zu respektieren und Dich nicht künstlich über meine so berechtigten, wie zurückhaltend formulierten Ansprüche zu ereifern. Denn wenn Du mich fragst, ob ich Deine Schuld beweisen könne, so werde ich natürlich sagen, dass ich das nicht kann, aber Du kannst mir eben auch nicht das Gegenteil beweisen.

Außerdem habe ich verschiedene Indizien, die dafür sprechen, dass Du mir die hundert Euro schuldest, nämlich unter anderem dieses, dass ein paar Zeilen weiter oben geschrieben steht, dass Du mir hundert Euro schuldest! Oder willst Du behaupten, dass das da oben nicht so geschrieben steht?

Du wirst einwenden, dass das nur, weil es dort geschrieben steht, nicht wahr sein müsse. Ich aber entgegne Dir, dass ich jedoch völlig davon überzeugt bin, dass es wahr ist und das wirst Du mir nicht ausreden können. Du wirst zu beweisen versuchen, dass ich selbst das dort hingeschrieben habe, um auf leichtem Wege zu Geld zu kommen. Ich werde Dir dagegen lange Aufsätze, Bücher, ja ganze Bibliotheken darüber zukommen lassen, wie Schrift auf einem Bildschirm überhaupt entsteht und ich werde in langen Essays die Zusammenhänge von Schuld und deren Darstellung im WWW aufzeigen.

Außerdem werde ich nachweisen, dass die Aussage, dass du mir hundert Euro schuldest, ja irgendeine Ursache haben muß und nicht aus dem Nichts heraus entstanden sein kann. Ich werde beweisen, dass die Ursache für diese Aussage die Existenz Deiner Schulden ist. Wenn Du psychologisch und biologisch nachzuweisen versuchst, wie ich zu dieser Aussage gekommen sein könnte, werde ich anhand der unvermeidlichen post-hoc-Lücken in Deiner Argumentation aufzeigen, dass es auch völlig anders gewesen sein könnte und dass die plausibelste aller Ursachen eigentlich nur Deine 100 Euro Schulden bei mir sein können.

Ich werde außerdem einwenden, dass ich mir den ganzen Sermon hier hätte sparen können, wenn ich nicht Gründe hätte, davon auszugehen, dass Du mir die hundert Euro, die Du mir schuldest, noch nicht zurückgezahlt hast.

Ich werde also mit allen legalen Mitteln versuchen, meine hundert Euro einzutreiben. Solltest Du nun noch immer nicht bereit sein, Deine Schulden zu bezahlen, verspreche ich Dir, dass ganz ganz furchtbar schreckliche, unerträgliche Dinge auf Dich zukommen, die ich Dir hier öffentlich so nicht beschreiben kann, so schrecklich werden sie sein.

Du siehst also sicher ein, dass alles Leugnen nichts nützt. Solange ich davon überzeugt bin und sobald ich auch ein paar andere Leute in Deinem Freundes- und Bekanntenkreis davon überzeugt habe, wirst Du es mir irgendwann glauben müssen und Deine Schulden – inklusive Zinsen, weil es solange gedauert hat – zurückzahlen. Also sieh es lieber jetzt als später ein.

Ich danke Dir, liebe/r Leser/in, im Voraus, mit den wahren Worten aus Röm.13,8: “Bleibt keinem etwas schuldig!”

Bitte trage das Eingeständnis Deiner Schuld in die Kommentare und ich kann Dir 5 Euro Nachlass gewähren. Ich setze mich dann umgehend per Email mit Dir in Verbíndung, um Dir meine Kontodaten zur Überweisung zukommen zu lassen.

Dein sapere aude

“Am Ende einer Therapie –
welcher Art sie auch sei – muss ein Religiöser psychisch in der Lage sein, seine Religion aufzugeben.
Ich sage nicht: er muss es tun. Ich sage nur: er muss dazu psychisch in der Lage sein. Wie
dies „in der Lage sein“ aussieht, wird man im Vokabular der jeweiligen Therapierichtung formulieren.
Was ich damit meine ist, dass im Patienten das areligiöse Gefühl, selber über den Sinn seines
Lebens verfügen zu können, und das Bewusstsein der Freiheit, selber darüber zu entscheiden,
was gut und was böse ist – welchen Normen er folgen will und welchen nicht – gestärkt wird. Im
oben zitierten theologischen Vokabular heißt das, dass die Idee der Psychotherapie darin liegt,
den zur Sünde nicht fähigen Menschen sündefähig zu machen. Wir Nicht-Religiösen nennen das:
Freiheit.”

Eröffnungsrede von Jan Philipp Reemtsma beim Philosophicum in Lech (PDF) via Skepticker

gott.gif