Viele Menschen beten, weil sie Angst vor Gott haben. Viele Menschen singen, gehen in den Gottesdienst, beteiligen sich an einer Gemeinde, missionieren und heilen – ja segnen sogar – aus Angst vor Gott.

Diese Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen und dann von Gott dafür bestraft zu werden. Diese Menschen versuchen dann auch ihre Furcht vor Gott anderen beizubringen.

Ich habe Menschen kennengelernt, die langweilige Gottesdienste veranstalten, schreckliche Lieder singen, beängstigende Bibelauslegungen vornehmen und sich geißeln, peinigen, martern aus Angst vor Gott.

Ich habe Menschen kennengelernt, die behaupten ernstlich, ein Christ ist nur jemand, der bestimmte Regeln befolgen müsse. Regeln aus dem Alten Testament und Regeln aus dem Neuen Testament oder selbst ausgedachte Regeln. Erst dann(!) seien die Menschen erlöst.

Es gibt Menschen, die meinen, dass man die Bibel richtig auslegen muss, um von dieser Angst vor Gott erlöst zu werden. Richtig auslegen bedeutet aber immer „in ihrem Sinne“ auslegen. Und diese Menschen diskutieren und reden und bringen Zitat um Zitat um zu beweisen, dass ihre Sicht der Dinge die richtige sei und sie deshalb keine Angst fürchten müßten … der andere aber schon.

Ich habe Menschen kennengelernt, die so große Angst vor Gott haben, dass sie sich ihm nur gebückt nähern. Sie sind so voller Furcht, dass sie sich extrem anspannen und sich in komplizierten Ritualen ergehen und sich bei Autoritäten rückversichern, dass sie alles richtig machen, nur um Gott nicht zu erzürnen.

Es gibt Menschen, die lieben Gott, aber sie haben so große Angst vor seiner Macht, dass sie sich ihm nur mit allerlei Schutzmechanismen nähern. Sie singen zum Beispiel besonders gekünstelt, weil sie hoffen, damit wertvoller zu erscheinen. Sie sprechen eine besonders aufgesetzte Sprache, die Würde simuliert, aber letztlich nur Anspannung und Angst verdecken soll. Diese Menschen gehen zu einem Gottesdienst, weil sie seine erlösende Macht spüren … aber sie nicht zulassen können, aus Angst sich vor den Menschen zu blamieren.

Jesus aber sagte: „Fürchte dich nicht! Sondern liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Alles andere, auch sein Leben und sein Sterben sind letztlich eine Auslegung dieser Worte.

Deshalb braucht es auch keine weiteren Voraussetzungen, zu Gott zu kommen und erlöst zu werden, als nur diese: Dass man sich ihm in Wahrhaftigkeit nähern will, dass die Sehnsucht nach seiner Liebe und der eigenen Liebe zu ihm spürt und ihr nachgeht. Nichts weiter.

Man muss die Bibel nicht auslegen können. Man muss keine langweiligen und komplizierten Kirchenlieder singen. Man muss keine Gottesdienste besuchen, man muss keine Regeln befolgend und keine Sätze auswendig lernen, um erlöst zu werden. Es gibt keine Grundvoraussetzungen als diese, dass man etwas von ihm ahnt, sich nach ihm sehnt und ihn überall sucht … dann wird man ihn finden.

Wenn aber der Glaube an Gott eine Pflicht aus Angst wird, dann hält man Gott auf Abstand. Dann stellt man nicht Gott, sondern sich selbst auf ein Podest. Dann betet man die eigenen Rituale an. Man verherrlicht die eigenen menschlichen Fähigkeiten, noch höher singen und noch gestelzter reden zu können, noch schöner und ausgefeilter musizieren, noch schönere, üppigere Feiern organisieren, noch grandiosere Kirchen bauen zu können.

Und dann greift die Kritik von Richard Dawkins, dass der Glaube zu „des Kaisers neuen Kleidern“ wird. Als Theologen Dawkins vorwarfen, dass er seine Religionskritik aus mangelnden philosophischen und theologischen Kenntnisse betrieb, antwortete PZMyers für ihn:

I have considered the impudent accusations of Mr Dawkins with exasperation at his lack of serious scholarship. He has apparently not read the detailed discourses of Count Roderigo of Seville on the exquisite and exotic leathers of the Emperor’s boots, nor does he give a moment’s consideration to Bellini’s masterwork, On the Luminescence of the Emperor’s Feathered Hat. We have entire schools dedicated to writing learned treatises on the beauty of the Emperor’s raiment, and every major newspaper runs a section dedicated to imperial fashion; Dawkins cavalierly dismisses them all. He even laughs at the highly popular and most persuasive arguments of his fellow countryman, Lord D. T. Mawkscribbler, who famously pointed out that the Emperor would not wear common cotton, nor uncomfortable polyester, but must, I say must, wear undergarments of the finest silk. Dawkins arrogantly ignores all these deep philosophical ponderings to crudely accuse the Emperor of nudity.[1]

Sie feiern sich selbst und ihre Feinsinnigkeit und Eloquenz … und dabei ist es mit Gott doch so wie in diesem Lied von Gerhard Schöne:

32 Responses to “Wenn der Glaube an Gott zur Pflicht aus Angst wird”

  1. Nemesis Says:

    Schöner Artikel, schöner Song. Angenehme Person, der Gerhard Schöne. Kannte ich noch nicht den Mann.

    Trotz all unserer Unstimmigkeiten denke ich, dass ich mit Dir vemutlich mehr gemeinsam habe, als mit jenen von Amts wegen geretteten Christen 😉 Gott lässt sich in keine eilfertigen Schubladen packen oder gegen Andersdenkende instrumentalisieren oder psychologisieren 🙂 Ich denke, Gott ist ein Anarchist 🙂

  2. sapere Says:

    Vielen Dank für das Lob. 🙂

    Und gleich muss ich Dir widersprechen: Gott ist mit Sicherheit kein Anarchist. 😀

  3. Nemesis Says:

    Ich finds wirklich cool, dass Du nicht nach Deinem Tod als extremer Atheist nach Deiner Auferstehung zum extremen Christen mutiert bist 😉

    “ Gott ist mit Sicherheit kein Anarchist“

    Sooo? Na, welcher politischen Richtung gehört Er denn dann an, wenn er kein Anarchist ist?^^ 🙂

    “ Anarchismus (abgeleitet von altgriechisch ἀναρχία anarchia ‚Herrschaftslosigkeit‘; Derivation aus α privativum und ἀρχή arche ‚Herrschaft‘) ist eine politische Ideenlehre und Philosophie, die Herrschaft von Menschen über Menschen und jede Art von Hierarchie als Form der Unter­drückung von Freiheit ablehnt…“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Anarchismus

  4. Nemesis Says:

    Deshalb braucht es auch keine weiteren Voraussetzungen, zu Gott zu kommen und erlöst zu werden, als nur diese: Dass man sich ihm in Wahrhaftigkeit nähern will, dass die Sehnsucht nach seiner Liebe und der eigenen Liebe zu ihm spürt und ihr nachgeht. Nichts weiter.

    Man muss die Bibel nicht auslegen können. Man muss keine langweiligen und komplizierten Kirchenlieder singen. Man muss keine Gottesdienste besuchen, man muss keine Regeln befolgend und keine Sätze auswendig lernen, um erlöst zu werden. Es gibt keine Grundvoraussetzungen als diese, dass man etwas von ihm ahnt, sich nach ihm sehnt und ihn überall sucht … dann wird man ihn finden…

    Sie feiern sich selbst und ihre Feinsinnigkeit und Eloquenz … “

    Erstaunliche Aussage^^ Ich stimme hier vollkommen mit Dir überein. Ich schaue gerade Scobels Sendung „Was glaubte Jesus?“… und auch in dieser Diskussionsrunde wieder diese gelahrten, studierten Schriftgelehrten, die angeblich genau wissen, was Jesus dachte und was seine Intention war. ABER sie wissen es nicht von innen heraus, aufgrund ihrer eigenen, PRIVATEN, INTIMEN Erfahrung, sondern eben weil sie ja studiert haben, also professionelle, amtliche Verwalter Jesu‘ sind. Und da habe ich so bei mir gedacht:

    Wenn ich Gott, dem Mysterium nicht jenseits aller Bücher, jenseits aller studierten Theologen und amtlichen Vermittler begegnen kann, wenn ich ihm nicht jenseits aller amtlichen, organisierten Religion ganz direkt da draussen in seiner Schöpfung, in der Natur, in den Menschen begegnen kann, dann brauche ich, dann will ich keinen Gott, keine Religion.

  5. Nemesis Says:

    Im Schweigen herrscht Friede und Eins-Sein 🙂

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Sommer^^

    Gassho

  6. sapere Says:

    Gott ist so wenig ein Anarchist, so wie kein Vater je Anarchist war. Als Vater mußt Du Regeln vorgeben und auf Einhaltung achten. It’s that simple. 🙂

    Und Du begegnest Gott natürlich jederzeit in seiner Schöpfung. Aber es gibt eine Schöpfung Gottes, der eine Besondere Kraft innewohnt: Die Kommunikation/Information/Sprache/Gesang … kurz, der Geist, der von Wesen zu Wesen übermittelt wird.

    Hier kann es sich um einen „Guten Geist“ oder einen „Bösen Geist“ handeln. Ob es sich um das eine oder das andere handelt, erkennen wir daran, welche Gefühle es in uns auslöst.

    Und es gibt starken und schwachen Geist. Äquivalent dazu ist, wie stark das Gefühl ist, das in uns ausgelöst wird.

    Es gibt nach dieser Systematik also Strong Bad Spirit, Weak Bad Spirit, Weak Good Spirit und Strong Good Spirit.

    Beispiele für Dinge die SBS, WBS, WGS, SGS übertragen sind:

    SBS: (Massen)mord, Pogrome, Vertreibung, Satanismus also jede Art von Zerstörung, Chaos und Unvorhersagbarkeit

    WBS: Üble Nachrede, Gier, Hass, Faulheit etc.

    WGS: Nachbarschaftshilfe, Naturgenuß, Freundschaft

    SGS: Tiefe Erkenntnis … also gute Prophetie bzw. Evidenzbasierte Hypothesenbildung

    Und SGS finde ich ganz ganz viel in der Bibel oder im Gespräch mit anderen Gläubigen. Deshalb sind Bibel und die Kirche für mich heilig und unverzichtbar … Auch wenn ich natürlich nicht auf die Natur und andere Menschen verzichten möchte. 🙂

  7. Nemesis Says:

    Find ich für Dich als Christen alles durchaus legitim und einleuchtend 😉

    Meine Kirche/Tempel und mein heiliges Buch ist die Natur, der ganze Kosmos mit allem drum und dran 🙂

  8. sapere Says:

    Fühlst Du Dich von der Natur und dem Kosmos mit allem drum und dran geliebt? Sagen Dir Natur und Kosmos regelmäßig, dass sie Dich lieben und wertschätzen? Ermutigen und trösten Dich Natur und Kosmos wenn es Dir schlecht geht? Findest Du Erkenntnis in Natur und Kosmos? Kannst Du mit Natur und Kosmos reden, singen, feiern? Helfen Dir Natur und Kosmos in der Not? Erlösen Dich Natur und Kosmos von Schuld und Tod?

    Denn das sind Dinge, die Kirche (im Sinne der Gruppe echt Glaubender) und Bibel leisten können.

  9. Nemesis Says:

    Auf alle Deine Fragen kann ich mit einem eindeutigen JA antworten.

    Aus meiner Sicht ist alles mit allem untrennbar verbunden, ich existiere nicht ohne die Dinge und die Dinge existieren nicht ohne mich. Ich empfinde da genauso, wie zB die Upanishaden bzw der Advaita Vedanta oder der Buddhismus. Ich empfinde eine Einheit, eine Verbundenheit mit dem Kosmos, mit der Natur, mit allem. Ich vermisse da keinen Gott, der irgendwie ausserhalb des Kosmos existiert.

    Natürlich gibt es in der Natur unendlich viel Leiden, die Daseinswelten sind ein Ozean, gefüllt mit salzigen Tränen. ABER, in eben diesem Ozean ist auch alle Medizin vorhanden. Die Natur tötet, aber sie heilt auch. Die Natur tötet nicht aus Gier, Hass oder Verblendung, die Natur tötet aus Not- wendig- keit. Unser Körper zB tötet jeden Tag, jede Minute unzählige Lebewesen, die versuchen, unseren Körper zu penetrieren. Ohne dieses permanente Töten wären wir nicht eine Sekunde lebensfähig. Ist das schrecklich? Natürlich ist das schrecklich. Das gesamte Dasein ist ausserordentlich schrecklich, jede Geburt eine Heldentat mit ungewissem Ausgang. Aber ändert das irgendein Gott? NEIN, denn kein Gott kann die Naturgesetze ausser Kraft setzen. Alles, was wir tun können, ist, uns in Achtsamkeit zu üben und das Leiden nicht noch zu vermehren, sondern es aktiv SELBST zu lindern. Der Volksmund sagt:

    “ Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.“

    Man könnte auch sagen „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir die Natur“. Für mich IST die Natur, ist der Kosmos Gott in Seiner raumzeitlichen Erscheinung. Erst jenseits des Raumzeitlichen, im Absoluten erst enden alle Unstimmigkeiten, alles Leiden, aber eben auch alle Worte 🙂

    So meine persönliche Sicht der Dinge.

  10. sapere Says:

    Nemesis, Gott ist weder gleichzusetzen mit der Natur, noch unterliegt er ihren Gesetzen. Gott ist dieses etwas mehr, das Du spürst, wenn alle Deine Hypothesen versagen.

    Gott ist Dein Papa, der Dich spüren läßt, dass Du trotz Deines Hasses und Deiner Abscheu, Deiner Ablehnung, Deiner Verachtung und Deiner Gleichgültigkeit ihm gegenüber von ihm beschützt und getragen wirst. Gott ist der, auf den Du Dich verlassen kannst, wenn Du von Panik durchschüttelt und von schwersten Depressionen niedergehalten wirst. Gott ist der, der an Deiner Seite ist, wenn Du Dich so verdammt einsam fühlst, als ob es Dir den Magen rausreißt. Gott ist da, geduldig, trotzig, ruhig, sanft. Und er nimmt Dich in seinen Arm heute Nacht, dass Du im Vertrauen auf ihn und seine Kraft ruhen kannst. Und er sagt Dir immer wieder und wieder … Hab keine Angst!

  11. Nemesis Says:

    Ich empfinde Deinen letzten Kommentar doch arg als Bekehrungs- bzw Missionierungsversuch. Wenn Du wüsstest, wie aussichtslos dieses Unterfangen ist, dann würdest Du es ganz sicher garnicht erst versuchen. Ich ruhe so dermassen in mir selbst, dass jede Missionierung vollkommen aussichtslos ist.

    Du schreibst von Hass. Ich sagte bereits mehrfach, dass ich keinen Hass empfinde. Du schreibst von Depressionen. Die harten Erfahrungen meines Lebens haben mich gegen Depressionen immunisiert. Wer auf dem Boden der Tatsachen lebt, der kriegt keine Depressionen. Frag mal die Menschen, die auf Müllkippen leben. Oder frag die Naturvölker, die im Dschungel überleben müssen. Oder frag die Leute, die im Ghetto leben. Oder frag die Tiere und Pflanzen. Die haben allesamt keine Depressionen. Weisst Du, warum? Weil sie sich gar keine Depressionen leisten können. Depression ist im Wesentlichen, so, wie Fettleibigkeit, ein Symptom der Überflussgesellschaft.

    Und ich leide auch überhaupt nicht unter Einsamkeit. Im Gegenteil, ich liebe die Einsamkeit und ziehe mich immer wieder ganz bewusst für eine gewisse Zeit aus der menschlichen Gesellschaft zurück. Wie bereits gesagt, mein oberstes Ziel in diesem Leben war es, das System zu durchschauen und bei mir selbst anzukommen. Als ich noch ein Teenager war, da fühlte ich mich einsam und wollte unbedingt unter den Rock einer Frau fliehen. Das war vor mehr als 30 Jahren. Ich hatte einige Beziehungen zu Frauen, aber ich habe immer schön meine eigene Wohnung behalten 🙂 Ich liebe es ausserordentlich, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann und mich nicht an anderen Menschen oder irgendwelchen Göttern festhalten muss. Das bedeutet für mich echte Freiheit. Ich mache meinen Haushalt völlig alleine, ich bereite mein Essen jeden Tag alleine und ich esse jeden Tag alleine. Ich bin kein Herdenschaf, sondern ein Steppenwolf 😎

    Warum versuchst Du mich zum Christentum zu bekehren? Ich versuche doch auch nicht, Dich zu irgendeiner Religion zu bekehren. Ich respektiere, dass Du für Dich Dein Glück in der Bibel und in der Kirche gefunden hast, ja, ich freue mich sogar für Dich. Aber es gibt nunmal MILLIARDEN Menschen auf dem Planeten Erde, die das eben nicht brauchen und trotzdem glücklich sind. Kümmert Dich, besorgt Dich diese Tatsache? Dann hast Du ein unlösbares Problem, denn niemals werden sich 7.5 Milliarden Menschen zu Deiner Religion bekehren lassen und das ist auch gut so. Inspiration, Gott, der Spirit, das Tao oder wie immer man es nennen mag, kommt eben auf vielfältige Weise zu den Menschen, nicht bloss in christlicher Form.

    “ Und er nimmt Dich in seinen Arm heute Nacht, dass Du im Vertrauen auf ihn und seine Kraft ruhen kannst.“

    Na, aber dann ist doch alles bestens, dann fehlt es mir doch an nichts 🙂

  12. Nemesis Says:

    Nochmal auf den Punkt:

    Du bist angekommen, ich bin angekommen. Also, wir sollten uns doch einfach darüber FREUEN. Bitte suche keine Probleme bei mir, die schlicht nicht existieren, denn damit verschwendest Du nur unsere Zeit !!!

    Gassho

  13. sapere Says:

    Warum glaubst Du, dass ich Dich bekehren will?

  14. Nemesis Says:

    Na, wenn dem nicht so ist, dann habe ich wohl Deinen Kommentar #10 missverstanden^^ Nun denn, wenn Du mich nicht bekehren willst, dann ist alles bestens. Wie gesagt:

    Du hast das Wesentliche in Deinem Leben gefunden und ich habe das Wesentliche in meinem Leben gefunden. So lass uns denn einfach darüber freuen. Ich jedenfalls freue mich 🙂

  15. sapere Says:

    Mich würde aber schon interessieren wie bei Dir der Eindruck entstehen konnte, ich wolle Dich mit meinem Kommentar bekehren … magst Du mir das erklären?

  16. Nemesis Says:

    Konkret:

    “ Gott ist Dein Papa, der Dich spüren läßt, dass Du trotz Deines Hasses und Deiner Abscheu, Deiner Ablehnung, Deiner Verachtung und Deiner Gleichgültigkeit ihm gegenüber von ihm beschützt und getragen wirst. Gott ist der, auf den Du Dich verlassen kannst, wenn Du von Panik durchschüttelt und von schwersten Depressionen niedergehalten wirst. Gott ist der, der an Deiner Seite ist, wenn Du Dich so verdammt einsam fühlst, als ob es Dir den Magen rausreißt…“

    Du unterstellst mir hier zum wiederholten Male „Hass, Abscheu, Ablehnung, Verachtung, Gleichgültigkeit, Panik, schwerste Depressionen, Einsamkeit“ und bietest mir als Heilmittel Deinen christlichen Gott an:

    “ Gott ist da, geduldig, trotzig, ruhig, sanft. Und er nimmt Dich in seinen Arm heute Nacht, dass Du im Vertrauen auf ihn und seine Kraft ruhen kannst. Und er sagt Dir immer wieder und wieder … Hab keine Angst!“

    Wundert es Dich da wirklich, dass das bei mir eben als Bekehrungsversuch ankam?^^

  17. sapere Says:

    Oh, ah, verstehe. Du hast das Gefühl, dass ich Dir etwas völlig aus der Luft Gegriffenes (Hass, Angst, Einsamkeit) unterstelle, um Dir anschließend das Vedemecum (den Gott der Bibel) anzubieten. Mutmaßlich um Dich an einen toten Kult zu ketten? Aber Du willst Dich keinen menschlichen Regeln unterwerfen, sondern frei sein
    So ungefähr?

  18. Nemesis Says:

    Lieber sapere aude, ich „unterwerfe“ mich jeden Tag menschlichen Regeln. Ich achte andere Menschen, ich halte die Gesetze ein, ich beleidige und bedränge niemanden mit irgendeiner Religion ect. Aber ich muss mich nicht der christlichen Religion, der Bibel oder der Kirche unterwerfen, ebensowenig, wie Milliarden andere Menschen das müssen. Wir haben in Deutschland zum Glück gesetzlich geregelte Religionsfreiheit, wir leben nicht im Iran oder in Saudi Arabien- GENAU DIES besagen die in unserem Land geltenden, menschlichen Regeln.

  19. Nemesis Says:

    https://www.youtube.com/watch?v=F69PBQ4ZyNw

    “ Preacher man don’t tell me
    Heaven is under the earth
    I know you don’t know
    What life is really worth

    It’s not all them glitters is gold
    Half the story has never been told…

    Most people think
    Great God will come from the skies
    Take away everything
    And make everybody feel high

    But if you know what life is worth
    You would look for yours on earth…“

    Bob Marley, Get Up, Stand Up

  20. Nemesis Says:

    Wenn ich Deine letzten Kommentare hier lese, dann wird mir eins sonnenklar:

    Wenn DAS die Inspiration ist, die Du von Deinem christlichen Gott beziehst, dann ist dieser Gott ein sehr armseliger, arroganter und hintertriebener Gott. Um genauer zu sein:

    Ein Hirnficker.

  21. Nemesis Says:

    Wirklich, ich habe mich noch nie weiter vom Christentum entfernt gefühlt, als während unserer „Gespräche“.

    DANKE für eine weitere Lehre hinsichtlich der psychologischen Verfassung der Christenheit. Ja, tatsächlich, ich bin Dir diesbezüglich wirklich ungemein zu Dank verpflichtet.

    DANKE für unsere äusserst erhellenden Gespräche.

  22. Nemesis Says:

    Wenn Du einen Mixer hast, dann tu Dir was Gutes rein:

    200 – 250 Gramm Maferquark ( sehr gesund: http://www.muskelaufbau1.de/muskelaufbau-ernaehrung-grundlagen/magerquark-warum-er-so-gesund-und-wichtig-ist/ ), eine gute Portion frische Erdbeeren, eine gute Portion tiefgekühlte Beerenmischung (gibts zB bei der Netto-Schlampe), das Ganze nach Belieben mit Milch auffüllen, evt noch ein guter Schuss Zironensäure und dann alles schön durchmixen^^

    Whooaaah, das flashed richtig, besonders an heissen Tagen, schlürf…

    GOIL! 😛

  23. Nemesis Says:

    Entschuldige, Korrektur:

    MaGerquark, nicht Maferquark 😉

  24. Nemesis Says:

    “ Es steht niemandem frei, Christ zu werden: man wird nicht zum Christentum „bekehrt“, — man muss krank genug dazu sein…“

    Friedrich Nietzsche, Antichrist

  25. Nemesis Says:

    Bist Du nicht ein vollkommen unnützer Arbeiter im Weinberg des Herrn? Was hast Du bisher bewirkt mit Deinem Blog, mit Deiner Küchenpsychologie gegen mich? Du hast bewirkt, dass DER EINZIGE noch verbliebene Kommentator auf Deinem Blog sich weiter denn je vom Christentum entfernt hat. Sonst hast Du mit Deinem Blog und Deinen halbgaren, hinterhältigen Kommentaren REIN GARNICHTS bewirkt.

    Und so erntet denn jeder, was er sät. Deine Saat ist verkümmert, verdorrt, unnütz, vollkommen unfruchtbar.

    Nun denn, ich wünsche Dir noch viel Vergnügen beim „Moderieren“/Zensieren auf diesem einsamsten Blog des Internets.

    Gassho _()_

  26. sapere Says:

    Und Du fragst mich, was ich mit „Hass“ meine? 🙂

    Nemesis, Du hast gelernt, dass Du Dir mit Deiner Wut und Deinem Furor zumindest Aufmerksamkeit und damit Zuwendung verschaffst. Aber Du brauchst Liebe. Und die erfahrst Du nur, wenn Du selbst beginnst zu lieben und Dich der Liebe zu öffnen. Auch wenn Du viel durchgemacht hast und wahnsinnig verletzt wurdest. Auch wenn Du es wieder und wieder versucht hast Dich zu öffnen und eins in die Fresse bekommen hast. Das macht zynisch. Das macht agressiv. Das verstehe ich.

    Aber seine Liebe wächst unermüdlich wie das Gras. Auch unter dem Beton des Hasses und der Gleichgültigkeit und der Entwertung und der Lieblosigkeit wächst seine Liebe zu Dir beständig weiter. Siegfried, er liebt Dich. Und er ist da auch wenn Du das partout nicht glauben kannst.

  27. Nemesis Says:

    “ Nemesis, Du hast gelernt, dass Du Dir mit Deiner Wut und Deinem Furor zumindest Aufmerksamkeit und damit Zuwendung verschaffst. Aber Du brauchst Liebe. Und die erfahrst Du nur, wenn Du selbst beginnst zu lieben und Dich der Liebe zu öffnen. Auch wenn Du viel durchgemacht hast und wahnsinnig verletzt wurdest. Auch wenn Du es wieder und wieder versucht hast Dich zu öffnen und eins in die Fresse bekommen hast. Das macht zynisch. Das macht agressiv. Das verstehe ich.“

    Und WIEDER unterstellst Du mir Hass ect. Wenn auf meiner Seite Hass wäre, dann müsste ich doch Hass FÜHLEN. Aber ich fühle keinen Hass. Wenn ich Hass empfände, dann würde ich Dir einfach sagen „Ich hasse Dich“!. WAS sollte mich davon abhalten, das offen zu sagen ?! Glaub mir, lieber sapere aude, NICHTS könnte mich davon abhalten, meine Gefühle offen zu äussern.

    Ich empfinde vielmehr Enttäuschung, denn ich hätte gedacht, dass jemand wie Du, der dem radikalen Atheismus entwachsen ist und daher ein gewisses spirituelles Potential entwickelt haben sollte, einen GRÖSSEREN, WEITEREN Geist entwickelt hätte. Aber leider verhälst Du Dich immer noch wie ein Schulmeister, der meint, er könne mal eben irgendwelche psychologischen Ferndiagnosen stellen. Ganz offen:

    Deine Unterstellungen sind haltlos und unverschämt.

    Im Übrigen:

    Glaubst Du wirklich, ich hätte es nötig, als Nichtchrist auf einem anonymen Christenblog um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu betteln ?! Diese Behauptung ist doch schlichtweg LÄCHERLICH. Wenn ich Aufmerksamkeit und Zuwendung benötigen würde, dann könnte ich jederzeit die Telefonseelsorge anrufen oder auf irgendeinem Blog kommentieren, der besser besucht ist und auf dem man mir keinen haltlosen Schwachsinn unterstellt. Com on, es gibt MILLIONEN Blogs im Internet, auf denen man weitaus besser behandelt wird, als hier bei Dir.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Du wohl besser Atheist geblieben wärst, denn da warst Du zwar auch schon recht von Dir selbst überzeugt, aber Du legtest doch nicht eine gar so christlich verbrämte Selbstgerechtigkeit an den Tag, wie jetzt.

  28. Nemesis Says:

    Willst Du wirklich den einzigen Kommentator auf Deinem Blog vergraulen?! Es scheint mir so, dass Du genau das mit allen Mitteln versuchst 😀

  29. Nemesis Says:

    Und noch eins:

    Wenn ich wieder mal eins hier auf Deinem Blog gelernt habe, dann die Tatsache, dass es absolut keine Rolle spielt, ob jemamd Theist oder Atheist ist. Entscheidend ist allein seine charakterliche Integrität und Aufrichtigkeit. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott das genauso sieht.

    Mach mit meinen Kommentare, was immer Du willst, behalte sie tagelang in der „Moderation“ oder lösche sie oder was auch immer. Aber sei Dir gewiss:

    Deine „Moderation“ ändert nicht das Geringste an den Tatsachen.

  30. Nemesis Says:

    Deine Entgegnungen sind voller unauflöslicher Widersprüche:

    Du behauptest, ich würde Dich hassen. Gleichzeitig behauptest Du, ich würde mir hier von Dir Aufmerksamkeit und Zuwendung erhoffen. Mal ehrlich, wie passt das zusammen ?! WARUM sollte ich Aufmerksamkeit und Zuwendung ausgerechnet von jemandem erhoffen, den ich doch, laut Deiner Behauptung, angeblich hasse ?!

    Das ergibt doch absolut keinen Sinn, werter sapere aude.

  31. Nemesis Says:

    Nun denn, ich verspreche Dir und vor allem mir selbst hiermit eines:

    Ich werde keine weiteren Kommentare mehr auf Deinem Blog posten, ich werde nun weiterziehen, denn LOSLASSEN ist eine meiner vornehmlichsten Übungen.

    Sollte ich dieses Versprechen auch nur ein einziges Mal brechen, so möge ich auf ewig im Samsara schmoren.

    Alles Gute für Dich ! Mögen alle Wesen Befreiung vom Leiden finden.

    “ Alles was blüht, vergeht.“

    Zen-Weisheit

    Gassho _()_

  32. sapere Says:

    Nemesis, was Du schreibst schreibst Du aus dem Gefühl der Verletztheit heraus. Was ich geschrieben habe, hat Dich gekränkt. Das tut mir leid. Ich bedaure das, weil es nicht mein Wunsch war Dich zu kränken oder Dir wehzutun. Es ist nicht in meinem Interesse, Dir etwas zu unterstellen. Ich möchte Dich nicht in Deiner Integrität beeinträchtigen. Ich spreche nur darüber, was ich in mir spüre, wenn ich deine Kommentare lese. Und ich spüre da ganz viel Wut. Wut gegen mich, die sich darin entlädt, dass Du mich kränken möchtest, indem Du mein Blog als irrelanvantes Nischenblog und mich als Schulmeister bezeichnest …

    Du fühlst Dich missioniert. Weil ich Gott für mich in Anspruch nehme. Weil ich behaupte, für ihn zu sprechen und mich damit zu seinem Boten mache. Was Dich in die Rolle des Botschaftsempfängers bringt.

    Aber wie soll ich Dir noch anders sagen, was ich von Gott erfahren habe? Dass ich selbst nicht mehr wütend, einsam und ängstlich sein muss?

    Wut ist eigentlich ein Zeichen von Angst. Und solange Du wütend auf das was ich schreibe reagierst, sehe ich Deine Angst.

    Und solange versuche ich Dir auf alle erdenklichen Weisen zu sagen: Fürchte Dich nicht, liebe!

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