Eine der bekanntesten atheistenfeindlichen Phrasen ist die Feststellung, dass es „Schützengräben keine Atheisten“ gäbe. Forscher haben diese Fragestellung jetzt indirekt geprüft. Wer hat mehr Angst vor dem Tod? In einer Metaanalyse fand man einen umgekehrt U-Förmigen Zusammenhang. Das heißt überzeugte Atheisten und überzeugte Christen haben am wenigsten Todesangst. In Übereinstimmung mit der sogenannten Terror-Management-Theorie, die annimmt, dass vor allem Unsicherheit angstauslösend ist, hatte man erwartet, dass weniger klare Überzeugungen zu entsprechend stärkerer Todesangst führen würden.

5 Responses to “Wer fürchtet den Tod mehr? Atheisten oder Theisten?”

  1. Nemesis Says:

    Die Identifikation mit dem Körper beruht auf einer Sinnestäuschung, auf Konditionierung und illusorischer Identifikation. Ich bin nicht dieser Körper mit Kopf, Hals, Torso, Armen, Beinen. Ich bin keine Gehirnmasse, keine Muskeln, Knochen, Haut ect. Ich bin auch kein Gedanke, ich bin nicht das Bewusstsein, nicht der Geist. Schneide ich einen Finger ab, werde ich nicht weniger. Näht man den Finger wieder an, werde ich nicht mehr. Ich werde auch nicht mehr, weil meine Haare wachsen oder meine Fingernägel. Und wenn ich mir Haare oder Fingernägel schneide, werde ich nicht weniger. Der Geist, die Gedanken kommen und gehen wie das Rascheln der Blätter in den Bäumen an einem windigen Tag. Ich bin nicht diese Gedanken, ich bin weder Geist, noch Bewusstsein. Ich bin auch nicht all diese Dinge zusammengenommen. All diese Dinge sind Spiegelungen, Spuren im Sand von Zeit und Raum, Reflexionen, Geschichten, Worte, Buchstaben 😉

    Ich bin auch kein Personalausweis, kein Geburtsdatum, kein Name ect. All diese Dinge sind Spuren am Strand von Zeit und Raum.

    Ich bin der, der die Spuren hinterlässt, aber ich bin nicht jene Spuren.

    Wenn also eines Tages dieser Körper hier begraben wird, so werde nicht ich begraben werden, sondern Kopf, Hals, Torso, Arme, Beine, Gehirnmasse, Muskeln, Knochen, Haut ect werden dann begraben werden. Und wo gehe ich dann hin, wenn dieser Körper hier eines Tages begraben wird? Ich gehe dann nirgendwo hin, weder ins Nichts, noch ins Grab, noch sonstwohin. Ich werde da bleiben, wo ich immer bin:

    Jenseits aller Bezeichnungen, jenseits aller Formen und Gestaltungen, jenseits von Erblühen und Verwelken, jenseits von Geburt und Tod.

    “ Der grosse Ozean ist nicht gross genug für einen einzigen Leichnam.“

    Zen- Glosse

    “ AM MEERUFER

    Am Meerufer endloser Welten treffen sich Kinder.

    Der grenzenlose Himmel zu Häupten ist ohne Bewegung, und das ruhlose Wasser ist ungestüm.

    Am Meerufer endloser Welten treffen sich Kinder mit Jubeln und Tanzen.

    Sie bauen ihre Häuser aus Sand, und sie spielen mit leeren Muscheln. Aus welken Blättern flechten sie ihre Boote und lassen sie lächelnd über der ungeheuren Tiefe treiben. Kinder haben ihr Spiel am Meerufer der Welten.

    Sie können nicht schwimmen, sie können nicht Netze werfen. Perlenfischer tauchen nach Perlen, Kaufleute segeln in ihren Schiffen, während Kinder Kiesel sammeln und sie wieder verstreun. Sie suchen nicht nach verborgenen Schätzen, sie können nicht Netze werfen.

    Das Meer schäumt auf in Gelächter, und fahl glänzt das Lächeln des Gestades. Todbringende Wellen singen verständnislose Balladen den Kindern, wie eine Mutter beim Einwiegen. Das Meer spielt mit Kindern, und fahl glänzt das Lächeln des Gestades.

    Am Meerufer endloser Welten treffen sich Kinder. Sturm streicht am pfadlosen Himmel, Schiffe kentern in dem spurlosen Wasser, der Tod ist unterwegs, und Kinder spielen. Am Meerufer endloser Welten ist das große Begegnen der Kinder.“

    Rabindranath Tagore, Gitanjali

  2. Nemesis Says:

    Hahaha 😀

  3. sapere Says:

    Danke, Nemesis, für Deinen schönen Beitrag. 🙂

  4. Nemesis Says:

    Sei gegrüsst, werter sapere aude 🙂

    Es gibt wohl gute Gründe, vor Schmerzen, vor dem Leiden, vor dem PROZESS des Sterbens Angst zu haben, aber es gibt keinen Grund, vor dem Tod als ZUSTAND Angst zu haben. Die Ratio sagt uns, dass es nur Zwei Möglichkeiten gibt:

    Entweder mündet der Prozess des Sterbens in das endgültige, ewige Nichts (materialistisch-wissenschaftlicher Ansatz) oder jener Prozess ist nur ein Übergang, eine Passage (spiritueller bzw religiöser Ansatz).

    Gibt es irgendeinen Grund, Angst vor dem Nichts zu haben?! Wenn man wirklich konsequent zuende denkt, dann gibt es absolut überhaupt keinen Grund, vor jenem hypothetischen „Endzustand“ des Nichts Angst zu haben. Falls sich der Mensch „nach“ dem Tod komplett ins Nichts auflösen sollte, dann wäre ja die verstorbene Person schlicht nicht mehr da und somit wäre dann ja niemand mehr da, der in irgendeiner Form an was auch immer leiden könnte. Alles Leid würde also im Nichts komplett wegfallen. Natürlich würden für die verstorbene Person auch alle Freuden wegfallen, aber es wäre niemand da, der irgendwelche Freuden vermissen würde 😉

    Na, und falls es diesen Endzustand namens „Tot-Sein“ (Sprache ist ein seltsames Ding, nicht wahr?^^) nicht gibt, dann gehts nach dem Prozess des Sterbens eben weiter, dann ist der Tod nur ein Übergang, eine Passage hinein in andere Welten, andere Seins- u. Werdenszustände.

    Die Sprache, die Ratio ist ein seltsames Ding:

    Der Horizont erscheint uns als ein Ende. Wenn wir jedoch dem Horizont entgegengehen, dann verschiebt sich jenes Ende, es wandert uns voraus, aber wir erreichen den Horizont, das Ende nie. „Das Ende“ ist bloss der äusserste Rand unserer eingeschränkten optisch-rationalen Perspektive 🙂

  5. Nemesis Says:

    Sei gegrüsst, werter sapere aude 🙂

    Es gibt wohl gute Gründe, vor Schmerzen, vor dem Leiden, vor dem PROZESS des Sterbens Angst zu haben, aber es gibt keinen Grund, vor dem Tod als ZUSTAND Angst zu haben. Die Ratio sagt uns, dass es nur Zwei Möglichkeiten gibt:

    Entweder mündet der Prozess des Sterbens in das endgültige, ewige Nichts (materialistisch-wissenschaftlicher Ansatz) oder jener Prozess ist nur ein Übergang, eine Passage (spiritueller bzw religiöser Ansatz).

    Gibt es irgendeinen Grund, Angst vor dem Nichts zu haben?! Wenn man wirklich konsequent zuende denkt, dann gibt es absolut überhaupt keinen Grund, vor jenem hypothetischen „Endzustand“ des Nichts Angst zu haben. Falls sich der Mensch „nach“ dem Tod komplett ins Nichts auflösen sollte, dann wäre ja die verstorbene Person schlicht nicht mehr da und somit wäre dann ja niemand mehr da, der in irgendeiner Form an was auch immer leiden könnte. Alles Leid würde also im Nichts komplett wegfallen. Natürlich würden für die verstorbene Person auch alle Freuden wegfallen, aber es wäre niemand da, der irgendwelche Freuden vermissen würde 😉

    Na, und falls es diesen Endzustand namens „Tot-Sein“ (Sprache ist ein seltsames Ding, nicht wahr?^^) nicht gibt, dann gehts nach dem Prozess des Sterbens eben weiter, dann ist der Tod nur ein Übergang, eine Passage hinein in andere Welten, andere Seins- u. Werdenszustände.

    Die Sprache, die Ratio ist ein seltsames Ding:

    Der Horizont erscheint als ein Ende. Wenn wir jedoch dem Horizont entgegengehen, dann verschiebt sich jenes Ende, es wandert uns voraus, aber wir erreichen den Horizont, das Ende nie 😎

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