Mein Glaube ist erschüttert.

Noch vor ein paar Wochen wäre das undenkbar gewesen. Ich war sicher und glücklich im Glauben. Aber seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, wie sich ein Christ zur weltlichen Macht stellen soll … und welche Rolle das Christentum in der Hand der Mächtigen eigentlich spielt.

Ich bin irritiert darüber, dass die Kirche und die Christen in Deutschland und in der Welt nicht gegen sichtbarer und vehementer gegen Ungerechtigkeit und staatliche Zumutungen aufstehen. Wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die täglich Millionen verdienen und mit diesem Geld durch käufliche Politiker und Wähler das Schicksal von Millionen Menschen beeinflussen können? Wie kann es sein, dass ein Mann wie Donald Trump zum Präsidentschaftskandiaten des mächtigsten und christlichsten westlichen Landes der Welt werden kann? Wie ist es möglich, dass Kinder hunderttausende von Dollar für Uhren, Autos, Schmuck, Häuser, Parties verschwenden können, während woanders auf dieser Welt Menschen auf Müllkippen leben? Wie ist es möglich, dass immer mehr Menschen an Überlastungsdepression leiden – während andere in Saus und Braus leben?

Wie ist dieses ungeheuerliche Unrecht möglich? Kann es sein, dass das Christentum dieses System der Ungerechtigkeit und Ausbeutung durch eine Lehre der Duldung und Unterordnung stützt?

Das Evangelium lehrt Duldung von Gewalt (Wenn Dir einer auf die linke Wange schlägt …) und bedingungslose Unterordnung unter die weltlichen Autoritäten (Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist …) mit dem Versprechen einer jenseitigen Entschädigung.

Die sogenannte „Zwei-Regimenter-Lehre“ Luthers hat die Reformation und die gesellschaftliche Entwicklung Europas massiv beeinflusst. Luther ging davon aus, dass die weltliche Gewalt von Gott eingesetzt sei und dass man sich als Christ dem unterzuordnen habe … es sei denn, die weltliche Macht verführt zur Sünde, dann sei nach Apostelgeschichte 5:29 zu verfahren („Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“).


Was wäre, wenn das Christentum eine elegante und sehr wirksame Propagandastrategie sehr mächtiger Menschen zur Schaffung und Erhaltung einer Sklavenpopulation ist?

Im Jahr 2013 veröffentlichte der Privatgelehrte Joseph Atwill ein Buch mit dem Titel „Caesar’s Messiah: The Roman Conspiracy to Invent Jesus‘ (Cäsars Messias: Die römische Verschwörung zur Erfindung Jesu), in dem er die These vertrat, dass die Geschichte von Jesus Christus die dazugehörige Theologie von römischen Machthabern erfunden wurde, um die Armen und Entrecheteten ruhigzustellen und zu befrieden.

ATWILL

Atwill steht in einer langen Tradition von Thesen über eine Verschwörung der Reichen und Mächtigen zur Unterdrückung der Massen durch das Christentum.

Wahlweise waren es also Römer (Atwill-These), die Juden (Ludendorff-These) oder Christen selbst (Lenin-These), die im Verborgenen die Geschicke der Welt lenkten und dabei ganze Völker ausbeuteten, untergruben und gar systematisch vernichteten.

LUDENDORFF

So vertrat der Weltkriegsveteran und heimliche Reichskanzler Erich von Ludendorff die These, das Christentum sei eine Erfindung jüdischer Eliten, um das römische Imperium von innen heraus zu zersetzen. Was ja (folgt man dem Verlauf der Weltgeschichte) auch glänzend funktioniert haben muss. Erich von Ludendorff und seine Frau Mathilde schrieben in ihrem Buch „Die Judenmacht – Ihr Wesen und Ende„:

ludendorffkl

Das Christentum als Erfindung des Judentums, um andere – nicht auserwählte und nicht blutsverwandte Völker – unterwerfen und mit einem religiösen Kodex ausstatten zu können. Es setzte einen unterwürfigen Verlierer an seine Spitze und behauptete – in Anlehnung an die Kernthesen der griechischen Philosophie – eine „wirkliche“ Welt hinter der irdischen Scheinwelt (siehe Platons Höhlengleichnis), in die man einkehren würde, wenn man das irdische Leid genügsam überstanden hätte.

Gegen diese „verweichlichte“ Ideologie mit ihrer Liebe und Güte und grenzenlosen Geduld setzten Herr und Frau Ludendorff nichts weniger als ihre eigene Privatreligion von der bestimmten (nämlich den arischen) Rassen angeborenen „Gotterkenntnis“.

Der von ihnen gegründete „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.“ besteht übrigens bis heute und hat unter anderem den homosexuellen Politiker der Berliner Piratenpartei, Gerwald Claus-Brunner, hervorgebracht, der offenbar, in einer spektakulären Beziehungstat, zunächst einen Mann – den er zuvor gestalkt haben soll – und dann sich selbst tötete.

Ludendorff und seine Frau Mathilde waren der Überzeugung, dass das Christentum ein Volk zersetze, indem es seine Angehörigen zu Sklaven und Untertanen erzöge.

LENIN

Doch nicht nur völkische Rassenideologen und Nationalsozialisten waren vom Sklavenhaltercharakter der Religion überzeugt, auch Kommunisten, wie W.I. Lenin schrieben:

Die Religion ist eine von verschiedenen Arten geistigen Joches, das überall und allenthalben auf den durch ewige Arbeit für andere, durch Not und Vereinsamung niedergedrückten Volksmassen lastet. Die Ohnmacht der ausgebeuteten Klassen im Kampf gegen die Ausbeuter erzeugt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf mit der Natur den Glauben an Götter, Teufel, Wunder usw. erzeugt. Denjenigen, der sein Leben lang arbeitet und Not leidet, lehrt die Religion Demut und Langmut hienieden und vertröstet ihn mit der Hoffnung auf himmlischen Lohn.

Diejenigen aber, die von fremder Arbeit leben, lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden, womit sie ihnen eine recht billige Rechtfertigung ihres ganzen Ausbeuterdaseins anbietet und Eintrittskarten für die himmlische Seligkeit zu erschwinglichen Preisen verkauft. Die Religion ist das Opium des Volkes. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen.

Doch der Sklave, der sich seiner Sklaverei bewusst geworden ist und sich zum Kampf für seine Befreiung erhoben hat, hört bereits zur Hälfte auf, ein Sklave zu sein. Durch die Fabrik der Großindustrie erzogen und durch das städtische Leben aufgeklärt, wirft der moderne klassenbewusste Arbeiter die religiösen Vorurteile mit Verachtung von sich, überlässt den Himmel den Pfaffen und bürgerlichen Frömmlern und erkämpft sich ein besseres Leben hier auf Erden. Das moderne Proletariat bekennt sich zum Sozialismus, der die Wissenschaft in den Dienst des Kampfes gegen den religiösen Nebel stellt und die Arbeiter vom Glauben an ein jenseitiges Leben dadurch befreit, dass er sie zum diesseitigen Kampf für ein besseres irdisches Leben zusammenschließt.

Aus: W. J. Lenin, Über die Religion. Berlin: Dietz-Verlag „1974.

BIBEL

Und tatsächlich: Schrieb nicht Paulus vor 2000 Jahren in seinem Brief an die Römer (13:1-2):

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. (Johannes 19.11) (Titus 3.1) 2 Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.

Und Gott selbst sagt (Sprüche 8:15):

Durch mich regieren die Könige und setzen die Ratsherren das Recht. Durch mich herrschen die Fürsten und alle Regenten auf Erden

Und im Titusbrief (3:1) stehen folgende Zeilen:

Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit untertan und gehorsam seien, zu allem guten Werk bereit seien

Und Petrus (1. Petrus 2: 13) schreibt:

„Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des HERRN willen, es sei dem König, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als die von ihm gesandt sind zur Rache über die Übeltäter und zu Lobe den Frommen.“

Ist das Christentum also nichts anderes als eine Verschwörung gewissenloser Reicher und Mächtiger zur Befriedung der Massen und zur Verhinderung des Aufstandes gegen Ungerechtigkeit und diesen Machtmißbrauch?

Ist es gar eine Verschörung geheimer Eliten, wie Freimaurern, Juden oder Jesuiten zu verdanken?

Wenn Politiker wie Gregor Gysi, die sich selbst als nichtreligiös bezeichnen, Religionen allein deshalb für wichtig halten, weil sie eine gundlegend regulierende Funktion in Staat und Gesellschaft übernehmen, könnte man den Eindruck bekommen, Religion ist was für die „einfachen Leute“.

Der ehemalige Sprecher des US-amerikanischen Repräsentantenhauses, Newt Gringrich, hat 2009 ein Buch veröffentlicht über das es heißt:

„It explores “the role of religion in early [United States of] America and the belief that ‘our Creator’ is the source of our liberty, prosperity, and survival as an exceptional nation. From the first permanent English settlement at Jamestown in 1607, through the American Revolution, to the end of the Civil War in 1865, this film tells the story of the deep faith that motivated and sustained our great leaders, and dramatically presents our nation’s belief in religious freedom.”

Der Glaube an den christlichen Gott als „Quelle der Freiheit, des Wohlstandes und des Überlebens als außergewöhnliche Nation“. Menschen, die über außergewöhnliche weltliche Macht verfügen, die in einem Bestseller ihre persönlichen Macht- und Überlegenheitsphantasien ausbreiten können.

Ist das also der wahre Glaube an Jesus Christus? Ist er ein Machtinstrument einer gewissenlosen Elite? Soll damit die Überlegenheit des jüdischen Volkes ein für alle Mal auch den Heiden beigebracht werden? Sollen sie mit dem Neuen Testament zu Sklaven der allmächtigen Juden – die heute als „Finanzjudentum“ in der größten Weltmacht, den USA, an allen wesentlichen Schaltstellen sitzen – gemacht werden? Gibt es deshalb soviel Geld für Missionsarbeit (Personal, Material, Reisen) und repräsentative Kirchen und Gemeindehäuser aus den USA?

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Sehe ich mir diese Welt und die Hierarchien der Macht an, sehe ich, wieviel Geld – und damit Arbeit und Ressourcen- für sinnlosen Reichtum verschwendet wird, und sehe ich mir die Wirkungsweise von Propaganda an, beginne ich zunehmend an der Harmlosigkeit des Glaubens an Jesus Christus zu zweifeln und ich frage mich, ob dieser Glaube eine der wirksamsten Propagandawaffen der Eliten in den letzten Jahrtausenden war?

226 Responses to “Ist das Christentum Gehirnwäsche der Mächtigen?”

  1. Nemesis Says:

    “ Mein Glaube ist erschüttert.“

    Das ist gut, sehr gut sogar 3:-) Du wurdest schon einmal in Deinem Glauben erschüttert, als Du vom atheistischen und wissenschaftlich(-ökonomischem?) Materialismus abgefallen bist. Und nun bist Du wieder erschüttert. Nun denn, ich denke, ZURÜCK zum atheistischen Materialismus wirst Du nicht gehen^^ Aber was kommt nach atheistischem Materialismus und Christentum? Die Freiheit? 😎

    Ügrigens, das organisierte Christentum war’s nicht alleine, sondern es steht auf den historischen Schultern von sumerischen Titanen 😉

    Sterben, ja, das ist die eigentliche Meditation, die eigentliche Befreiung. Dem atheistischen Materialismus und der organisierten Religion abschwören und alle Begriffe und Bilder sterben lassen, bis man auf dem Grund, dem Urgrund angelangt, da braucht man nicht mehr glauben, da hat man dann Gewissheit. Glauben, Vertrauen ist gut, führt uU in die richtige Richtung. Aber Sterben ist besser, denn dann hat man, IST man Gewissheit.

    Übrigens, ich möchte Dir empfehlen, Carl Gustav Jung (oder zB auch Joseph Campbell) zu der gesamten Thematik, die wir bisher besprochen haben, zu lesen, der hat all das, was wir bisher während unzähliger Diskussionen besprochen haben, in unübertroffener Weise aufgeschlüsselt. Ich bin überzeugt davon, er wäre eine Offenbarung für Dich, Du bist ein cleverer Mann, ich bin sicher, Du würdest neue Universen entdecken, vollkommen jenseits der ausgetretenen, korrumpierten Pfade. Lies Carl Gustav Jung und Du wirst WIRKLICH verstehen, ENDGÜLTIG verstehen.

  2. Nemesis Says:

    Das hier wäre ein sehr guter Einstieg:

    “ Master of the Great Myth – C.G. Jung“

    https://www.youtube.com/watch?v=rf1obapb-Zg

    Ich schwöre, Du wirst es nicht bereuen, sondern Du wirst VERSTEHEN.

  3. Nemesis Says:

    Allerdings, es waren ganz gewiss nicht „die“ Juden, die das Christentum in die Welt gesetzt haben, um etwa die Menschheit zu versklaven. „Die“ Juden stehen dem Christentum konträr gegenüber, die können mit der gesamten (als angeblich historisch reale Ereignisse!) Heilsgeschichten, den Wundergeschichten, dem Christusmythos ect des Christentums nichts anfangen, das ist doch wohl allgemein bekannt. Für die Juden ist Jesus von Nazareth lediglich ein Prophet unter vielen, nicht mehr, nicht weniger.

    Nein, das Christentum wurde von ROM aus der Taufe gehoben, das lässt sich ganz unzweifelhaft historisch nachweisen. Paulus, den Du ja auch selbst ansprichst, verkörpert den RÖMISCHEN Impetus wie kein zweiter. Hinter dem Christus-Mythos verbirgt sich der römische Kaiser, der Sohn des Sonnengottes:

    SOL INVICTUS.

  4. Nemesis Says:

    Come on, schon der Terminus „CHRISTUS“ ist ein LATINISCHER, also RÖMISCHER Terminus 😎 Und Du weisst selbst, dass es der RÖMISCHE KAISER Konstantin war, der das CHRIST- entum schliesslich als Staatsreligion angeordnet hat 😎

  5. Nemesis Says:

    Na ja, ich dachte halt, C.G. Jung bzw die Tiefenpsychologie könnte für Dich eine hilfreiche Landkarte für die seelischen Erscheinungsformen der Mythologie, des Mythos bzw der Religion sein. Leute wie zB E. Drewermann (unnd sein weitreichend psychologisch/tiefenpsychologischer Ansatz) wären überhaupt nicht denkbar ohne die Tiefenpsychologie C.G. Jung’s.

    Die menschliche Seele funktioniert nach gewissen überzeitlichen Gesetzen, die sich in allen Religionen und Mythen, in allen Menschen, ob religiös oder areligiös, theistisch oder atheistisch, zu allen Zeiten niederschlagen. Wer um diese universellen Gesetzmässigkeiten nicht weiss, der läuft stets Gefahr, sich im buchstäblichen Bedeutungsgehalt der Mythen zu verlieren. Aber ich bin mir dessen bewusst, dass man dieses unendlich weite Feld nicht mal eben so abarbeiten kann. Ich jedenfalls habe dazu viele Jahre gebraucht. Ausserdem weiss ich nicht, wie gut Dein Englisch ist, also ob Du dem von mir verlinkten Vortrag von Stefan Höller über C.G. Jung überhaupt sprachlich folgen kannst. Vielleicht fühlst Du Dich ja auch einfach nur von mir belehrt 🙂

    Sei’s drum. Falls Du am Thema der überzeitlichen Tiefenpsychologie C.G. Jung’s interessiert sein solltest, dann sag Bescheid, ich könnte Dir einige deutschsprachige Sendungen mit C.G. Jung persönlich auf youtube im deutschen Originalton mitteilen. Falls Interesse besteht, lass es mich wissen, falls nicht, auch nicht schlimm 🙂

    “ Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht.“

    C.G. Jung

    “ Mein Weg ist nicht euer Weg, also kann ich euch nicht lehren. Der Weg ist in uns, aber nicht in Göttern, noch in Lehren, noch in Gesetzen. In uns ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

    C.G. Jung

    „Ein Mythos ist etwas, das nicht objektiv wahr, aber psychologisch wahr ist, somit bildet er eine Brücke zu allen größten Errungenschaften der Menschheit.“

    C.G. Jung

    Wünsche noch einen angenehmen Sonntag 🙂

  6. Nemesis Says:

    Übrigens, was Lenin betrifft:

    Lenin war selbst ein Bourgeois, ein Schreibtischtäter, der sich selbst nie die Hände mit harter Arbeit schmutzig gemacht hatte, denn er konnte es sich leisten, vom Vermögen seiner Familie zu leben. Im Übrigen hat er den Terror gegen sein eigenes Volk für sinnvoll und richtig befunden. Insgesamt hat der real existierende Kommunismus an die Stelle der Religion den Staat, die kommunistische Führungselite gesetzt. Wenn man die Religion abschafft, dann entsteht ein geistiges Vakuum, das gefüllt werden will, entweder mit der kommunistischen Ideologie oder eben mit der kapitalistischen Ideologie. Übrigens haben beide Ideologien so manches Wesentliche gemeinsam, so zB die Verherrlichung von Wissenschaft und Technik.

  7. Nemesis Says:

    Und Ludendorf war ein Antisemit, daher verwundert es nicht im Geringsten, dass er behauptete, das Christentum sei „eine Erfindung jüdischer Eliten“ 😎

  8. Nemesis Says:

    Die Behauptung, das Christentum sei „eine Erfindung jüdischer Eliten“ ist so ziemlich der grösste Schwachsinn, der mir je untergekommen ist.

    Genug für heute.

  9. Nemesis Says:

    Sei’s drum, ich möchte Dir, werter sapere aud, doch noch ein paar persönliche Worte mitteilen:

    Solange man zweifelt und in seinem Glauben erschüttert ist, solange ist man bei der Arbeit und geht voran. Erst, wenn man sich in einer organisierten Religion bequem eingerichtet hat, erstarrt man und folgt einer festgelegten Doktrin. Was haben die von Dir angesprochenen sog. „Eliten“ in dem kosmischen Spiel für eine Funktion? Sie sind Teil des Spiels und somit selbst denselben Regeln unterworfen, wie alle anderen auch. Egal, in welcher Galaxie wir uns bewegen, egal, ob wir reich oder arm, mächtig oder ohnmächtig, Christ, Hindu oder Busfahrer sind, die kosmischen Gesetze sind überall wirksam, wir tragen sie permanent in uns. Somit sind die „Eliten“ selbst Täter und Opfer zugleich. Sie sind Opfer der Resultate ihrer eigenen Taten. Gier, Hass, Ignoranz bringen einfach auf Dauer keinen inneren (und äusseren) Frieden, für niemanden, egal, ob gross oder klein, egal, ob Mensch oder Gott. Die „Eliten“ zahlen ihren Preis, jeder zahlt seinen Preis.

    Alle sehnen sich nach innerem Frieden, keiner möchte ernsthaft auf Dauer leiden, weder die Reichen und Mächtigen, noch die Armen und Ohnmächtigen. Kein Geld, keine Macht der Welt bewahrt einen vor den Leiden dieser Welt. Die Reichen und Mächtigen können sich hier und da eine kleine Weile betäuben, aber auch sie ereilen schnell die existenziellen Leiden, die alle ereilen:

    Verlust geliebter Menschen, ständige Angst um den Verlust materieller Privilegien, krankwerden, altern und schliesslich der Tod. Verlust, Verlust, Verlust. Das ist der Weltenbrand, dem nichts und niemand entgeht, kein Mensch und kein Gott. Das ist das, was die indische Philosophie „Samsara“ nennt, die „Hölle“ in christlicher Sprache. Allerdings wird man im Samsara, anders, als in der christlichen Hölle, nicht von irgendwelchen übernatürlichen Wesen bestraft, sondern man wird bestraft durch das Erleiden der Folgen der eigenen Taten, „Karma“ bzw „Vipaka“ genannt. Karma ist unsere Biographie, unsere Konditionierungen, Vorurteile, Weltbilder, unsere charakterlichen Eigenheiten, unsere Launen, Aversionen, unsere zuträglichen und unsere unzuträglichen Eigenschaften und Leidenschaften. Wörtlich übersetzt, bedeutet der Sanskrit-Terminus „Karma“ (Kr) Wille, der Wille als Kulmination der eigenen Prädispositionen und Bestrebungen. Mit diesem Karma ausgestattet handeln wir, planen wir, betrachten wir die Welt, wirken auf sie ein und ernten schliesslich die Folgen unserer Handlungen, „Vipaka“ genannt. Das ich leicht zu verstehen, jeder kann das verstehen, egal, ob Christ, Buddhist, Atheist oder Busfahrer. Es spielt keine Rolle, welcne Termini man für die genannten Gesetzmässigkeiten benutzt, die Tatsachen bleiben dieselben.

    Aber das ist nur die halbe Geschichte. Es gibt Wege zur Befreiung, zum inneren Frieden trotz aller Verluste. Manche erlangen diesen inneren Frieden durch Kontemplation (intensives, unbeirrbares, vorurteilsloses Nachdenken) oder durch Meditation oder durch Gebete oder vielleicht sogar durch eine Pilgerreise oder einen Autounfall, den sie nur knapp überleben oder weiss der Teufel, wodurch. Letztlich ist es jedoch unabdingbar, den einzigartigen, eigenen Weg zu gehen. Eines ist sicher:

    Wer jenen inneren Frieden wirklich erlangt hat, der ist jenseits aller organisierten Religion und ebenso jenseits aller rein materialistischen Wissenschaft angelangt, unbegreiflich und weit wie der Urozean, angelangt bei sich selbst, zuhause bei sich selbst.

    Das ist es, was ich Dir wünsche, werter sapere aude, dass Du die guten Früchte, die Du durch Überwindung des materialistischen Atheismus gewonnen hast, nicht über Bord wirfst und zurück zum materialistischen Atheismus gehst, sondern VORAN, weiter und immer weiter, bis Du schliesslich bei Dir selbst angelangst. Nur ein Mensch, der voll und ganz bei sich selbst angelangt ist, ist auch bei Gott angelangt.

  10. Nemesis Says:

    Übrigens, noch zu Ludendorfs demagogischer Behauptung, das Christentum sei „eine Erfindung jüdischer Eliten, um das römische Imperium von innen heraus zu zersetzen“:

    “ Als Antijudaismus (von griechisch-lateinisch anti judaios: „gegen Juden“) wird die pauschale Ablehnung des Judentums aus überwiegend religiösen Motiven bezeichnet. Meist umfasst der Begriff die Gesamtheit antijüdischer Theorien und Verhaltensweisen im Christentum. Bei einer weiteren Definition umfasst er auch vorchristliche, örtlich und zeitlich begrenzte antike Judenfeindschaft, seltener auch Judenfeindlichkeit in anderen Religionen, etwa in Teilen des Islam.

    Antijudaismus durchzog die Christentumsgeschichte seit ihren Anfängen. Er begleitete die Trennung des Christentums vom Judentum (~70–100), seinen Aufstieg zur Staatsreligion des Römischen Reiches (313–380), die Christianisierung Europas, den universalen Herrschaftsanspruch des Papsttums und die Religionspolitik vieler christlicher Landesherren. Da die meisten Juden nicht an Jesus Christus als den Messias und Sohn Gottes glauben, stellten sie das kirchliche „Wahrheitsmonopol“ schon durch ihr Dasein in Frage. Sie wurden daher seit dem 4. Jahrhundert im christlichen Europa rechtlich, sozial und ökonomisch benachteiligt, ausgegrenzt und (besonders im Hochmittelalter und in der frühen Neuzeit) oft verfolgt, vertrieben und vielfach ermordet. Dies rechtfertigten Christen wiederum als „Strafe“ oder „Fluch Gottes“ für die angebliche „Verstockung“ oder „Gotteslästerung“ der Juden.

    Der christliche Antijudaismus untermauerte überkommene judenfeindliche Stereotype mit einer Ideologie, die aus der Bibel hergeleitet, in gesamtkirchliche Lehren integriert, offiziell geschürt, europaweit verbreitet und so zu einem kulturellen Dauerzustand in der Geschichte Europas wurde. Er gilt deshalb als historische Voraussetzung des „modernen“, ab etwa 1800 entstandenen nationalistischen, sozialdarwinistischen und rassistischen Antisemitismus…

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Antijudaismus

  11. sapere Says:

    Nemesis, Du führst die Ludendorff-Hypothese durch den Antisemitismusvorwurf ad absurdum.

    ABER: Einigen wir uns doch mal darauf, dass wir hier – also beim Judentum – von einer Religion/Ideologie sprechen und nicht in erster Linie von einer „Rasse“. Insofern besteht in der Reflektion dieser Fragestellung keine Gefahr der Massenvernichtung von Menschen, sondern höchstens der Massenvernichtung verrückter Ideen …

    Und es mag ja sein, dass die Idee, das Christentum sei eine jüdische Erfindung zur Proselytisierung aller Nichtjuden, ziemlich verrückt klingt, aber sie ist jedenfalls sehr interessant und ich denke, dass es lohnenswert sein könnte, dieser Frage nachzugehen und die üblichen wissenschaftlichen Falsifikationskriterien anzuwenden.

    Unsere Hypothese ist also:

    Das Christentum ist eine geniale Propaganda-Erfindung (ideeller Synkretismus griechisch-römischer und jüdischer Tradition) jüdischer Eliten (u.a. Paulus et al.), um die Werte und die Überlegenheit des jüdischen „Volkes“ (in diesem Fall tatsächlich im Doppelsinne religiös und biologisch – siehe hierzu bitte auch den Vergleich der Eschatologien) unter Nichtjuden zu verbreiten und zu zementieren und jeglichen gewaltsamen Auf- und Widerstand mit göttlicher Bestrafung zu sanktionieren und sklavische Dienstbarkeit zu belohnen.

    Und jetzt die Gegenprobe: Was spricht DEFINITIV dagegen? Irgendein eindeutiger Beweis? 🙂

  12. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ ABER: Einigen wir uns doch mal darauf, dass wir hier – also beim Judentum – von einer Religion/Ideologie sprechen und nicht in erster Linie von einer „Rasse“. Insofern besteht in der Reflektion dieser Fragestellung keine Gefahr der Massenvernichtung von Menschen, sondern höchstens der Massenvernichtung verrückter Ideen …“

    Ich persönlich werde Dich nicht aufhalten, wenn Du „Massenvernichtung verrücker Ideen“ des Christentums betreiben möchtest, das musst Du mit den Christen ausmachen. Das wird angesichts der ökologisch-klimatischen Situation des Planeten Erde sehr bald sowieso keinerlei Rolle mehr spielen^^

    Welche definitiven Beweise willst Du im Übrigen neben den unzähligen historischen Belegen, dass das Christentum von ROM, nicht von den Juden in die Welt gesetzt wurde, noch haben? Ich dachte, Du kennst Dich wirklich aus in der Historie des Christentums? Um es mit Deinen eigenen Worten zu sagen:

    „… dass es lohnenswert sein könnte, dieser Frage nachzugehen und die üblichen wissenschaftlichen Falsifikationskriterien anzuwenden.“

    Eben drum:

    Die Historie des Christentums selbst ist eine eindeutige, wissenschaftliche Falsifikation der Behauptungen Ludendorf’s 🙂

  13. Nemesis Says:

    Piep, sorry, aber ich möchte ausdrücklich nochmal betonen:

    SOWOHL das Christentum, ALS AUCH das Judentum (und der Islam) UND die römische Staatsraison sind auf dem Boden sumerischen Gedankengut’s und sumerischer Staatsraison entstanden. Wenn man das alles WIRKLICH verstehen will, dann muss man in der Historie also noch um einiges weiter zurückgehen, als lediglich bis nach Rom oder dem Judentum 🙂

  14. sapere Says:

    Ich will das begründen. Ideen, sind das eine. Sicher hast Du nicht unrecht, Nemesis, dass religiöse Ideen meist Synkretismen sind. Aber die Frage ist doch nicht, welche Ideen sich durchgesetzt haben … sondern wodurch. Die Frage ist, gibt es Agenten mit vitalem Interesse, bestimmte religiöse Ideen – die sich entwickelt haben – massiv zu forcieren und mit anderen Ideen zu verknpüfen, die ihren Interessen dienen.

    Ich will es konkret machen: Musik kann sehr wirksam sein. Sie ist intuitiv und zieht schnell starke Aufmerksamkeit und Leidenschaft auf sich. Wir erleben jetzt z.B. aktuell im amerikanischen Wahlkampf, wie sich Hillary Clinton der Unterstützung vieler sehr populärer Künstler bedient. Clinton wird so zum Beispiel mit dem Lied „Happy“ von Pharrell Williams in Verbindung gebracht. So verbinden sich Kunst und Politik.

    Religion ist in gewisser Weise Kunst, die sehr populär werden kann. Wenn nun – nur so gesponnen – Paulus und Kollegen – das Potential christlicher Ideen erkannt und mit der jüdischen politischen Ethik verbunden haben, die die – ich will es noch einmal sagen – Überlegenheit des jüdischen Volkes und die stille Duldungshaltung konvertierter Nichtjuden beinhaltet, ware das doch sehr wirksam und machtvoll.

    Und was die Geschichte der jüngsten Christenheit angeht: Zuerst wurden jüdische Propagandisten geschult, die dann in die heidnischen Provinzen geschickt wurden und die Menschen dort zu einem jüdischen Messias zu bekehren.

    Ich sehe in der Entwicklung von Religionen vor allem Propaganda. Denn wenn man sich anschaut, wie heutzutage schnell wachsende christliche Gemeinschaften funktionieren, dann sehe ich vor allem klassische Propagandatechniken am Werk.

    Schau Dir die Megachurches in den USA an! Wie können solche Gemeinschaften so extraordinär wachsen? NAch dem gleichen Prinzip wie vor 2000 Jahren. Fähige Propagandisten.

  15. Nemesis Says:

    Lieber sapere aude, treibst Du Dich ezwa zZt zuviel auf youtube rum? 🙂 Kleiner Scherz 😉

    Du weisst selbst, dass ich letztlich jeder organisierten Religion sehr kritisch gegenüberstehe. Du wirfst hier sehr, sehr wichtige und delikate Fragen auf, die Dich ja auch bereits vor Deiner Bekehrung zum Christentum beschäftigt haben. Allerdings, den Missbrauch des Christentums den Juden anzulasten, ist ein wenig arg kurzgegriffen. Im Zentrum des Christentums steht der Sonnenkult und dieser ist historisch eindeutig weitaus älter als das Judentum. Wie bereits gesagt, man kann das alles nur schwer verstehen, wenn man sich nicht wirklich ausgiebig mit (vergleichender) Religionsgeschichte und auch den psychisch-menschlichen Ursachen, also der Tiefenpsychologie, befasst hat. Auch eine eingehende Beschäftigung mit dem Schamanismus ist hier angeraten. Ich weiss wirklich nicht, wie wir das in ein paar Kommentaren auf einem Blog aufarbeiten könnten…

  16. Nemesis Says:

    Um zu den Anfängen zurückzugehen:

    Betrachten wir zB die ägyptischen Pharaonen (oder auch die sumerischen Gottkönige):

    Diese waren ganz sicher elitäre Despoten. ABER, sie waren dennoch Teil des religiös-kosmischen Geschehens und standen nicht etwa als hyperclevere Agenten vollkommen ausserhalb jenes Geschehens. Sie haben tatsächlich geglaubt, sie seien die Söhne Gottes. Und dasselbe trifft auch auf die von Dir angesprochenen Megachurches und die evangelikale, amerikanische Kirche zu. Diese Leute GLAUBEN TATSÄCHLICH (zumindest weitestgehend) an das, was sie propagieren. Die Führer dieser religiösen Gemeinschaften sehen sich TATSÄCHLICH als wichtige Personen in Gottes Heilsplan. Wer hier lediglich die clevere Propaganda einer jüdischen Weltverschwörung sieht, der zielt weit am Eigentlichen vorbei. Die Juden sind während der gesamten Geschichte des Christentums von den Christen verfolgt und verteufelt worden- was würde es für einen Sinn machen, eine JÜDISCHE Weltverschwörung aufzubauen um dann DIE JUDEN zu verfolgen?! Was würde es für einen Sinn machen, dass die Juden das Christentum in die Welt zu setzen, um ihr eigenes Volk, also SICH SELBST zu verteufeln und zu verfolgen?!

    Um noch ein Wort zur sog. „Weltverschwörung“ zu sagen:

    Robert Anton Wilson, der sich in der Materie der Verschwörungen auskannte wie kein Zweiter, sagte mal vollkommen treffend:

    “ Es gibt nicht „die eine“ Weltschwörung, sondern es gibt hunderte Verschwörungen in jeder Stadt.“ 🙂

    https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Anton_Wilson

  17. Nemesis Says:

    Piep, sorry, aber leider kommen mir manche Dinge erst in den Sinn, wenn ich meinen Kommentar bereits abgesandt habe. Wenn Du Dich ernsthaft für die Historie des Christentums interessierst, dann empfehle ich die ausgezeichnete, 12-teilige Arte Dokumentation „Die Apokalypse“, in der die Creme de la Creme der Theologie und der wissenschaftlichen Geschichtsforschung des Christentums zu Wort kommen. Hier der erste Teil mit dem Titel „Die Synagoge des Satans“:

    https://www.youtube.com/watch?v=5S8X9cz9Q88

    Ich bin mir nicht sicher, ob noch alle 12 Teile im Netz verfügbar sind. Wenn Du interessiert bist, dann lass es mich wissen. Falls nicht mehr alle Teile verfügar sind, ich habe sie auf meiner Festplatte und könnte sie Dir zukommen lassen 🙂

    LG,
    Nemesis

  18. Nemesis Says:

    @sapere aude

    Hier einige unbestreitbare, historisch-wissenschaftliche Fakten zum weiter oben angesprochenen Sonnenkult („Das Licht der Welt“!), der (nicht nur) im Zentrum des Christentums steht:

    “ Im Rom der Kaiserzeit war der Sonnengott Sol Invictus höchst populär. Im dritten Jahrhundert nach Christus wurde dieser Kult, der henotheistischen Charakter trug, von einer Reihe von Kaisern (vor allem Aurelian) stark gefördert und fast zu einer Staatsreligion erhoben. Damals wurde der Sonntag (dies solis) zum allgemeinen Feiertag erklärt – woran man auch in christlicher Zeit festhielt, um sich vom jüdischen Sabbat abzugrenzen. Auch Konstantin der Große war vor seiner Konversion zum Christentum wie sein Vater ein Anhänger des Sonnengottes gewesen. Zahlreiche Elemente dieser Religion wurden von den Christen übernommen – angefangen mit der Licht- und Finsternismetaphorik bis hin zum Weihnachtstermin: Der 25. Dezember war zuvor als Geburtstag des Sonnengottes bzw. von Mithras gefeiert worden.

    Auch nach der Durchsetzung des Christentums hielt sich der Kult des Sol Invictus bis zum Ende der Spätantike. Einer der letzten großen Tempel (im syrischen Baalbek) wurde erst 554 n. Chr. unter Justinian I. zerstört.

    Für die christlich-abendländische Kultur bedeutsam ist die Übereinstimmung des Sol-Feiertags am 25. Dezember mit dem christlichen Weihnachtsfest und seiner Nähe zu den Saturnalien. Die Festschreibung des Geburtstages Christi auf den 25. Dezember geschah kirchlicherseits in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts, nach der konstantinischen Wende, am Vorabend des Mittelalters. Der wirkliche Geburtstag Jesu ist unbekannt…“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sonnenkult

    Jewish Calendar

    It is from the lineage of Abraham(as) that the Jews and Muslims trace their origins. Having served under the Egyptians for generations, even after the advent of Moses(as) to free them from slavery, the Jews still reverted back to idols and images. Gradually, however, monotheism was reinstated through the strong line of prophets.

    The Jewish calendar is called a lunisolar calendar in that it is based on the lunar calendar shorter than a 365-day solar calendar. Their calendar is filled with key events from Jewish history which are associated with particular seasons, for example Pesach, or Passover, is celebrated in the Spring (Christian Easter is meant to coincide with Passover) and so corrections are applied every few years to ensure that the Lunar and Solar calendars can be synchronised.

    Christianity and the Sun

    Christianity emerged out of Judaism and therefore all of the early Jewish Christians (Jews who had accepted Jesus(as) as their Messiah) were monotheistic. However, they lived in the context of other civilisations such as the Romans, Greeks, Egyptians and Persians, all of whom had strong cultures of their own. As Christians tried to politically distance themselves from the Jews, and also tried to gain acceptance in Europe, their theology sometimes became merged with local culture to the detriment of Christianity.

    A key example of this was the interaction of Christianity in the Roman Empire with traditional Roman beliefs. The Romans had been persecuting Christians and despised the Jews whom they had defeated in Jerusalem around 70 CE. They wanted all races in their empire to pay tribute to the Emperor and the Roman gods and goddesses. Over three centuries, gradually Christians began to associate Jesus(as) with the Roman god Sol Invictus by depicting Jesus(as) as having a solar halo around his head just like Sol Invictus, and by adopting the holy day of their god, December 25th, as the key date for Christianity, erroneously celebrated as the birthday of Jesus(as).

    In the early 17th century, Christianity had to debate the place of the sun in the universe with scientists such as Galileo. The Orthodox view of the Church at that time was that man was central and therefore the earth must be at the centre of the universe and the universe must revolve around the earth. Galileo was condemned for his ‘scientific’ beliefs that were seen to be at odds with Orthodox religious beliefs. Modern science has proven the scientific view to be correct.

    The long-term impact of Christian use of a Solar calendar is that its festivals are associated more with the seasons when they occur than the events they signify. Also, the legacy of the association with Sol Invictus is that the birthday of Jesus(as) is celebrated on December 25th, which used to be the winter solstice 2000 years ago.

    http://www.reviewofreligions.org/2306/ancient-sun-worship/

    “ Utu (Akkadian rendition of Sumerian dUD „Sun“, Assyro-Babylonian Shamash „Sun“) is the Sun god in Sumerian mythology…

    Utu is the god of the sun, justice, application of law, and the lord of truth. He is usually depicted as wearing a horned helmet and carrying a saw-edged weapon not unlike a pruning saw. It is thought that every day, Utu emerges from a mountain in the east, symbolizing dawn, and travels either via chariot or boat across the Earth, returning to a hole in a mountain in the west, symbolizing sunset. Every night, Utu descends into the underworld to decide the fate of the dead. He is also depicted as carrying a mace, and standing with one foot on a mountain. Its symbol is „sun rays from the shoulders, and or sun disk or a saw“…

    The sun god is only modestly mentioned in Sumerian mythology with one of the notable exceptions being the Epic of Gilgamesh. In the myth, Gilgamesh seeks to establish his name with the assistance of Utu, because of his connection with the cedar mountain. Gilgamesh and his father, Lugalbanda were kings of the first dynasty of Uruk, a lineage that Jeffrey H. Tigay suggested could be traced back to Utu himself. He further suggested that Lugalbanda’s association with the sun-god in the Old Babylonian version of the epic strengthened „the impression that at one point in the history of the tradition the sun-god was also invoked as an ancestor…“

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Utu

    Also:

    Egal, ob Du nach Sumer/Babylonien oder Ägypten oder Israel oder Griechenland oder Rom oder die USA blickst:

    ÜBERALL steht der Sonnenkult im Zentrum. Der Sonnenkult ist das Wesentliche in der sog. westlichen Kultur und Religion. Diese Tatsache einer „jüdischen Weltverschwörung“ anzulasten, wäre genauso weit zu kurz gegriffen, wie zB in den modernen Wissenschaften eine Verschwörung zB der griechischen Philosophen oder der Aufklärung zu sehen. Fakt ist:

    Das Christentum in Europa wurde politisch von Rom installiert.

  19. Nemesis Says:

    @sapere aude

    Ich weiss, es ist in gewisser Weise unverschämt von mir, soviele Kommentare hintereinander zu posten (kick mich einfach von Deinem Blog, wenn’s nervt). Aber wir haben ein echtes Problem:

    Die Kunst (und die Wissenschaft!) ist lang, jedoch das Leben ist kurz.

    Religion, Geschichte, Politik, Klimawandel sind unendlich weite Felder. Aber wir haben leider nur sehr, sehr wenig Zeit. Ich meinte das todernst:

    Die Frage zB, wie das Christentum entstand, wird sehr bald absolut keine Rolle mehr spielen. Die zu erwartenden ökologischen, politischen, sozialen, globalen Krisen werden so umwälzend sein, dass es überwiegend um’s Überleben gehen wird, da bleibt dann schlicht kaum noch Raum für Philosophie, Religion, Geschichtsforschung ect. Ich hatte bis zuletzt erwartet, dass die „Eliten“ wenigstens nicht so blöd sind, ihr eigenes Überleben und das Überleben ihrer eigenen Nachkommen auf’s Spiel zu setzen. Leider wurde ich in regelrecht überwältigender Weise vom Gegenteil überzeugt. Wirtschaft und Politik gehen blind weiter den althergebrachten Weg. Im Übrigen hatte ich gedacht, dass evt durch eine geistige Erneuerung, in der sich die Wissenschaft den diversen Religionen annähert, sich mit ihnen GEMEINSAM fruchtbar verständigt und auf diese Weise ein Paradigmenwechsel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in Gang kommt. Aber auch diese Erwartung war offenbar ein Trugschluss.

    “ Müd‘ von all‘ dem, ruf‘ ich den Tod herbei:
    ich seh‘ Talent in bettelarmer Not,
    und blankes Nichts in Jux und Tollerei,
    und reinste Treue vom Verrat bedroht,

    und reiche Ehre schamlos falsch verschenkt,
    und jungfräuliche Tugend roh entehrt,
    und meisterliches Können tief gekränkt,
    und Kraft in schlaffen Wankelmut verkehrt,

    und Kunst entmündigt von der Obrigkeit,
    und Sachverstand vom Unsinn kontrolliert,
    und Einfachheit beschimpft als Dümmlichkeit—
    das Gute, stets vom Schlechten dominiert!

    Müd‘ von all’dem, möcht‘ ich begraben sein,
    ließ‘ meine Liebe ich nicht hier allein.“

    William Shakespeare, Sonett 66

  20. Nemesis Says:

    Werter SAPERE AUDE, schick doch bitte mal ein paar WISSENSCHAFTLICHE BELEGE rüber hisichtlich Deiner angeblichen, JÜDISCHEN WELTVERSCHWÖRUNG. Ich habe Dir reichlich wissenschaftliche Belege geschickt, dass das lustige, real existierende Christentum von ROM in die Welt gesetzt wurde. Wo bleiben Deine wissenschaftlichen Belege?! Und komm mir bitte nicht mit den „Protokollen der Weisen von Zion“ oder ähnlichem Schwachsinn…

    Ich beginne mich ernsthaft zu fragen, ob dieser Blog hier auch nur annähernd meinem geistigen Niveau entspricht 3:-)

  21. Nemesis Says:

    Weisst Du, SAPERE AUDE, ich habe unendlich viel Verständnis, für die armen, gebeutelten Germanen, für irregeleitete Schäfchen jedweder „Denk“-Richtung, für verdrängte, ureigene Instinkte und Halbgarheiten, die auf andere Volks- oder Religionsgruppen projiziert werden, wenn’s eng wird mit der eigenen Weltdeutung usw usw. Aber ich habe kein Verständnis für eine Kultur, die selbst angesichts des drohenden, ultimativen Untergangs (liebe Grüsse vom banalen, aber höchst unangenehmen Klimawandel ect mäh mäh 🙂 ) nicht bereit ist, ihre IGNORANZ abzustellen und das GEHIRN einzuschalten 😎

    Was denkst Du, SAPERE AUDE (wage zu denken!), werde ich die europäische „Kultur“ wohl vermissen? 3:-)

    Ich sagte es bereits, ich glaube weder an den christlichen Zaubergott, noch an den Lattenjupp, aber ich vertraue zu 100% auf die NATURGESETZE. Mach Dir also keine Sorgen, die „Mächtigen“, die „Eliten“ werden gemeinsam mit dem machtlosen Rest den Bach runtergehen 😎 Ich wünsche weiterhin GUTE REISE.

    https://www.produktion.de/assets/images/9/teaser_image_post_image_146497_99-4817c7e9.jpg

    Glaub mir, sapere aude, ich habe connections zu Mächten, die Du Dir nichtmal im Ansatz erträumst 3:-) :

    http://eh2r.blogspot.de/2016/11/astounding-dark-arctic-night-heat.html

    Muhaaaahahaha hähähäh gnahahaha^^

    “ Todesfuge

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
    wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
    wir trinken und trinken
    wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
    Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
    der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
    er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
    er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
    er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
    wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
    wir trinken und trinken
    Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
    der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
    Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

    Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
    er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
    stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
    wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
    wir trinken und trinken
    ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
    dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
    Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
    er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
    dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
    wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
    wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
    der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
    er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
    ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
    er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
    er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

    dein goldenes Haar Margarete
    dein aschenes Haar Sulamith“

    Paul Celan

  22. Christina Says:

    @sapere aude:

    Schau Dir die Megachurches in den USA an! Wie können solche Gemeinschaften so extraordinär wachsen? NAch dem gleichen Prinzip wie vor 2000 Jahren. Fähige Propagandisten.

    Ich sehe da einen riesengroßen Unterschied zwischen den allermeisten dieser Megachurches in den USA und der Verkündigung der Apostel und eines Paulus vor 2000 Jahren. Während sich die Vertreter dieser Megachurches hauptsächlich auf die Weisheit dieser Welt stützen wie Psychologie und Marktforschung [die Bibel nennt das Torheit (1. Kor. 1, 19-20; 1. Kor. 3,19) ist], war die Verkündigung des Paulus dem diametral entgegengesetzt.
     
    1 Kor 2,1-5: 1 Und auch ich bin, als ich zu euch kam, Geschwister, nicht mit überragender Beredsamkeit oder Weisheit gekommen, um euch das Geheimnis (des) Gottes zu verkündigen. 2 Denn ich hatte mich dafür entschieden, unter euch nichts zu wissen, als Jesus Christus [allein], und zwar diesen als Gekreuzigten. 3 Und ich trat in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern bei euch auf; 4 und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht in überredenden Weisheitsworten, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, 5 damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit bestehe, sondern auf Gottes Kraft.

    Also bitte nicht alle in einen Topf werfen. ^^

    Man kann mit solcherlei Methoden wie in den USA wie es aussieht großen Erfolg erzielen, allerdings halte ich es fraglich, ob man damit wirklich „Christen“ (im Sinne des NT) produziert hat? Ich bezweifle das in vielen Fällen. Dazu kommt, dass der größte Teil des Wachstums dieser Megagemeinden – und das hat man statistisch festgestellt – auf Kosten des Schrumpfens kleinerer Gemeinden vonstatten geht und ging, das nur mal so nebenbei.

    Ansonsten bin ich schon etwas erstaunt, dass du jetzt unter die Verschwörungstheoretiker gegangen bist. Wer hätte das gedacht?!

  23. sapere Says:

    Nemesis, wenn Du soviel und so oft schreibst, ist es schwer, dem nachzukommen.

    Ich versuche Deine Kommentare deshalb jetzt Schritt für Schritt zu beantworten. Ich würde mich freuen, wenn DU die Systematik in die Kommentare bringen könntest und mir das Lesen und Verstehen damit erleichtern könntest. Also weniger und seltener, dafür aber konkreter und konziser schreiben wäre schön. Aber das ist nur eine Bitte.

    Also

    1. Ich laste „Den Juden“ gar nichts an. Ich denke nur, dass es denkbar ist, dass jüdische Eliten über ein veritables ideologisches System nachgesonnen haben könnten, mit dem sie ihre Werte – insbesondere ihre Überlegenheit als biologisches „Volk“ – auch unter den sogenannten „Heiden“ verbreiten könnten. Und was läge da näher als eine schnell wachsende Religionsgemeinschaft, die gnostische, platonische und jüdische Ideen vereint?

    Und ich betone noch einmal: Es geht mir hier nicht um Rassissmus. Es geht darum dass intelligente und begabte Eliten Kompetenzen bündeln und ihre Stellung festigen und ausbauen … bis hin zu der Zeit wenn es nur noch (biologische) Juden auf der Welt gibt.

    Es ist doch selbstverständlich, dass die Eliten dieser Welt nicht rein jüdisch sind. Die meisten Milliardäre auf dieser Welt sind Christen. Aber wenn man Zahl der Religionsanhänger mit dem Reichtum ins Verhältnis setzt, schneiden Juden deutlich besser ab als andere Religionsgemeinschaften.

    Auch das ist kein Verbrechen. Und ich sehe mich mit meinen Fragen und Überlegungen nicht in einer Traditionslinie mit Erich Ludendorff oder anderen Antisemiten. Ich bin kein Antisemit. Ich habe kein Problem damit, dass es Juden sind, die reich und mächtig sind. Es könnten meinetwegen auch Hindus oder Buddhisten sein.

    Es geht mir im Kern aber um die Hypothese, dass das Christentum von Eliten (egal, ob sie nun jüdisch, christlich oder szientistisch denken) benutzt wurde und weiter wird, um die überwiegend christliche Weltbevölkerung zu lenken und zu leiten.

    Und ich gehe hier nicht von einer sogenannten „VERSCHWÖRUNG“ aus, wie Du und Christina mir unterstellen. Ich glaube nicht an eine geheimnisumwitterte „VERSCHWÖRUNG“. Ich glaube an die Manipulierbarkeit der Massen (Siehe: Massenpsychologie Edward Bernays: Propaganda – Die Kunst der Public Relations. Gustave Le Bon: La Psychologie des foules. 1895. engl. The Crowd: A Study of the Popular Mind.) Nach Le Bons Ansteckungstheorie (engl. Contagion theory) üben soziale Gruppen eine hypnotische Wirkung auf ihre Mitglieder aus. Geschützt in der Anonymität der Menge, geben Menschen ihre persönliche Verantwortung auf und ergeben sich den ansteckenden Gefühlen der Masse. Die Menschenmenge entwickelt so ein Eigenleben, wühlt die Gefühle auf und verleitet die Personen tendenziell zu irrationalem Handeln.

    Propaganda läßt sich steuern. Walter Lippmann mit seinem „Public opinion“ ist hierfür ein beredter Zeuge. https://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Lippmann

    Wenn man also weiß, dass sich Menschenmassen nach Gesetzmäßigkeiten bewegen und dass sich diese Bewegung durch geeignete Propaganda beeinflussen läßt, ist man – als Besitzer der „Produktionsmittel“ und der Propagandamittel in der Lage eine gewisse Stimmung zu erzeugen. Dafür gibt es Kriegspropaganda und Werbung und und und … Religion ist nur eine(!) von vielen Formen der Nutzung irrationaler menschlicher Bewegungen für politische und wirtschaftliche Zwecke.

    Wenn Ihr beide mir also „VERSCHWÖRUNG“ unterstellt und „ANTISEMITISMUS“ wittert. Bitte ich Euch einfach zu überlegen, dass Eliten das verständliche Bedürfnis haben Elite zu bleiben und dass sie ihre Geschäfte nicht unbedingt vor aller Augen machen. Und dass Propaganda nicht unbedingt verschwörerisch ablaufen muss. Hierzu empfehle ich das Propagandamodell von Chromsky und Hermann
    https://de.wikipedia.org/wiki/Propagandamodell

    Und … Nemesis, Deine religionshistorischen Erklärungen zum Sonnenkult in allen Ehren. Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Sonnenkult heute praktisch keine Rolle mehr spielt. Stattdessen ist er vom allgegewärtigen Monotheismus abgelöst worden.

    Noch einmal, ich bestreite doch die zutiefst menschliche Suche nach Sinn und seine individuelle Entwicklung in den Weltreligionen nicht. ABER: Immer war – auch und gerade im Sonnenkultus – der aktuelle Herrscher der durch diesen Kult hauptsächlich Begünstigte, da er damit seine Macht stärkte und festigte.

    Und Du hast ganz recht, Nemesis, das Christentum konnte sich nur derart epedemisch über Europa ausbreiten, da es zur Staatsreligion wurde. Aber es wurde VON ELITEN, die über die Produktions- und Vervielfältigungsmittel verfügten dazu gemacht.

  24. sapere Says:

    Christina, auch für Dich noch einmal ganz klar: Ich sehe in meiner Überlegung keine Verschwörungstheorie. Ich bin ganz einig mit Dir – und dafür bin ich Dir dankbar – dass es Menschen gibt, die das Christsein sehr ernst nehmen und sich durch weltliche Propaganda nicht belatschern lassen. Aber das sind die wenigsten! Die meisten gehen – wie die ganz recht bemerktest – aus den kleinen Kirchen lieber in eine werbepsychologisch perfekt durchgestylte Megachurch und lassen sich das Evangelium vom bevorstehenden Riesenerfolg aufschwatzen. Sie bezeichnen sich dann als Christen(!) und sie sind es, die die Statistiken in die Höhe treiben.

    Also mach Dir keine Sorgen, ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Ich habe die Verschwörungstheoretiker oben nur zitiert, um darauf hinzuweisen, dass es da diverse Überlegungen in diese Richtung gibt.

  25. sapere Says:

    Christina, Du schreibst, „In der Kürze liegt die Würze. ^^“ und da muß ich Dir zustimmen. Ich wünschte, Nemesis würde diesen Ratschlag öfter beherzigen ^^
    Wenn ich Deinen Kommentar richtig verstehe, geht es Dir darum, zum Ausdruck zu bringen, dass mit den „Reichen“ in den Seligpreisungen nicht die materiell Reichen und auch nicht die Intelligenten gemeint sind, sondern die, die theologisch versiert und gebildet sind. Also die Pharisäer und so weiter. Und heute sind es – nach Deiner Lesart – wohl die liberalen, historisch-kritischen Theologen und letztlich wahrscheinlich auch ich, da ich ja Bücher gelesen habe, von denen Du noch nie hörtest … Du aber siehst Dich selbst wahrscheinlich als „geistlich arm“. Also theologisch ungebildet?
    Du schreibst:

    Nichtgläubige haben bei der Bergpredigt ja durchaus zugehört, was Jesus seinen Jüngern sagte. Am Ende der Bergpredigt steht: Sie „entsetzten“ sich über den Bergprediger. Sie waren also wohl eher erschrocken über diese Botschaft. Angezogen fühlen sich wohl eher solche Menschen, die die Bergpredigt falsch interpretieren.

    Ja, eben(!) die Bergpredigt richtete sich an das Volk. Steht nicht bei Lukas:

    „Als Jesus diese Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.“

    Und bei Matthäus:

    „Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre“

    Wie kannst Du dann ernstlich behaupten, die Bergpredigt habe sich nur an seine Jünger gerichtet???
    ________________________________________________
    Das Gleichnis vom ungerechten Verwalter
    Du bestreitest, dass es in diesem Gleichnis um viele Themen ginge. Weil Du der Ansicht bist, man müsse nicht mehr hineininterpretieren als darin steht. Soso. Du bist also für Sparsamkeit in der Interpretation aber glaubst, die Bergpredigt habe sich ausschließlich an die Jünger gerichtet :- )
    Auch ich bin für sparsame Interpretation – aber den Reichtum eines Gleichnisses sollte man schon schopfen, wenn er offen vor einem liegt. Und ich sehe in der „ungerechten“ Tat des Verwalters etwas, das von dem Herren offenbar gelobt wird. Und die Schuldvergebung (7 x 70 Mal) drängt sich hier geradezu auf.
    Und wieder kommst Du dann außerdem mit Deiner Sonderdeutung:

    Man könnte auch sagen: Denn (!) eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein geistlich Reicher (d. h. ein „Gebildeter“) in den Himmel (das Reich Gottes) kommt.

    Und Du ergänzt es mit einer persönlichen Einschätzung:

    Lieber sapere aude, ich habe eine Menge über dich nachgedacht. Steht auch dir, vielleicht manchmal deine enorme Bildung im Wege, der Wahrheit des Wortes Gottes zu glauben und zu akzeptieren? Könnte das vielleicht sein? Wenn ich mich auf deinem Blog so umschaue, du hast z. B. Bücher gelesen, von deren Autoren habe ich in meinem ganzen Leben bisher noch nicht mal die Namen gehört. Und was dir an der Bibel alles unglaubwürdig und unannehmbar erscheint, die Liste ist ja auch ganz schön lang. Wirf den ganzen Ballast aus deinem Kopf heraus und fange bei Null an. ^^

    Also, ich fasse zusammen, Du bist der Ansicht, gebildete Menschen werden das Reich der Himmel nicht zu Gesicht bekommen. Das ist Deiner Meinung nach die zentrale Aussage der Bergpredigt?
    Du schreibst weiter:

    Ein Prinzip der Schriftauslegung ist z. B., dass ich unklare, schwierige Stellen der Schrift im Licht von eindeutigen klaren Schriftaussagen beurteilen sollte. Wenn ich bei der Auslegung einer schwierigen Stelle zu einem Ergebnis komme, dass anderen eindeutigen klaren Schriftstellen widerspricht, dann kann an meiner Schriftauslegung etwas nicht stimmen. Dann muss ich weiter suchen. Grundlage dafür ist natürlich mein Glaube an die Inspiration der Bibel und dass die gesamten Schriften der Bibel aufeinander aufbauen und eine sich nicht widersprechende Einheit bilden.

    Du wirst es nicht glauben, aber hier sind wir uns einig. :- )
    Du schreibst jedoch weiter:

    Also kein wildes Kauderwelsch der Gedankenwelt von verschiedenen Autoren sind.

    Richtige Gedanken verschiedener Autoren müssen kein „wildes Kauderwelsch“ ergeben. Sie können sich sehr sinnvoll fügen.

    Und dann wirst Du logisch:

    Und überlegt mal, wäre es nicht auch völlig absurd, wenn jemandem (…) das Reich der Himmel verheißen werden würde? Ein Reich, dass er gar nicht haben will, das er gar nicht begehrt? Ein Reich, von dem wir weiter oben festgestellt haben, dass es nicht erst in ferner Zukunft, sondern schon im Jetzt und Hier völlig real existiert? Wenn du nun gegen deinen Willen dort hinein versetzt würdest? Fändest du das toll? Wärst du damit einverstanden, dass Gott deinen Willen gar nicht respektiert? Nur weil du materiell arm bist? Also alle Armen werden in den Himmel (auch später) gezwungen, obwohl sie eigentlich darauf pfeifen? Das wäre doch ziemlich gemein, was? Also schon aus diesem Grunde können mit den „geistlich Armen“ wohl nicht einfach ALLE „materiell Armen“ gemeint sein.

    Das ist totaler Quark. Christina, was glaubst denn Du, was das „Reich der Himmel“ sein soll? Glaubst Du ernstlich, dass das etwas ist, in das Menschen notfalls gezwungen werden müßten? Kannst Du Dir mit Deinem gesunden Menschenverstand nicht ausrechnen, dass alle Menschen, die ein halbwegs klares Verständnis des Himmels und der Gottesnähe – als Abwesenheit von Schmerz und Pein – haben, das ganz selbstverständlich haben wollen? Wer will schon ewigen Schmerz und ewiges Leid haben, wie sie von Jesus angedroht werden, wenn man ihm nicht nachfolgt?
    Also das ist Quatsch, Christina. Wer Jesus zugehört hat, der hat mitbekommen, dass er sich zwischen zwei Alternativen entscheiden muss: Himmel oder Hölle. Und die Armen leben bereits in der Hölle. Die Reichen aber leben in einer Art irdischem Himmel. Und deshalb sind sie sehr traurig, den irgendwann mit ihrem Tod aufgeben zu müssen. Wenn man aber im himmlischen Himmel ist, braucht man den irdischen gar nicht mehr. Dann tut auch materieller Reichtum nichts mehr zur Sache. Man kann ihn komplett verschenken. Denn man ist ja schon im Himmel.
    Und ich bin in sofern mit Dir einig, dass Glaube nicht durch Intelligenz oder Bildung zu ersetzen ist. Aber fromm kann man auch als Gebildeter Mensch sein. Deshalb teile ich Deine diesbezügliche Behauptung, „Geistlich Reiche“ also „Gebildete“ kämen nicht in den Himmel, nicht. : – )
    Du kämst dann nämlich da auch nicht hin. Denn Du bist außerordentlich gebildet, was theologische Erweckungsliteratur angeht.

  26. Nemesis Says:

    Werter sapere, Du wolltest die Frage, ob das Christentum Zitat „eine Erfindung der Juden“ sei anhand wissenschaftlicher Belege klären^^ Nur zu, ich habe Dir wissenschaftliche Fakten gesandt, die diese verquaste „These“ eindeutig widerlegen, warte aber immer noch auf wissenschaftliche Belege Deinerseits 🙂

  27. Nemesis Says:

    Sapere aude, Du gehst einfach über die von Dir selbst geforderte Prämisse einer, Zitat „wissenschaftlichen Verifikation“ hinweg und diskutierst einfach munter weiter. Das lässt Deinen Diskussions-Stil nicht besonders lauter erscheinen 🙂

    Gimme, gimme EVIDENCE 😎

  28. Nemesis Says:

    Ich kann nicht glauben, was die Amikaner da gewählt haben. Ich will das nicht glauben 🙂

  29. Nemesis Says:

    Die Amikaner hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sie haben sich für die Pest entschieden. Na dann:

    Bye, bye, climate mitigation 🙂

  30. Christina Says:

    @ sapere aude:

    Das ist totaler Quark. Christina, was glaubst denn Du, was das „Reich der Himmel“ sein soll? Glaubst Du ernstlich, dass das etwas ist, in das Menschen notfalls gezwungen werden müßten? Kannst Du Dir mit Deinem gesunden Menschenverstand nicht ausrechnen, dass alle Menschen, die ein halbwegs klares Verständnis des Himmels und der Gottesnähe – als Abwesenheit von Schmerz und Pein – haben, das ganz selbstverständlich haben wollen? Wer will schon ewigen Schmerz und ewiges Leid haben, wie sie von Jesus angedroht werden, wenn man ihm nicht nachfolgt?

    Also das ist Quatsch, Christina. Wer Jesus zugehört hat, der hat mitbekommen, dass er sich zwischen zwei Alternativen entscheiden muss: Himmel oder Hölle.

    Überlege doch mal, geht deine Rechnung bei Nemesis denn auf? Nein? Und er kennt die Seligpreisungen. Einzelfall? Sicher nicht!

    Und ich bin in sofern mit Dir einig, dass Glaube nicht durch Intelligenz oder Bildung zu ersetzen ist. Aber fromm kann man auch als Gebildeter Mensch sein. Deshalb teile ich Deine diesbezügliche Behauptung, „Geistlich Reiche“ also „Gebildete“ kämen nicht in den Himmel, nicht. : – )
    Du kämst dann nämlich da auch nicht hin. Denn Du bist außerordentlich gebildet, was theologische Erweckungsliteratur angeht.

    Du verwechselst hier Äpfel mit Birnen. Einmal geht es um irdische menschliche Weisheit, die nicht selten für Menschen zum Hindernis wird zum Glauben durchzudringen, weil sie sich für klug und überlegen halten der Torheit des Kreuzes gegenüber (hier kommen die Worte des Paulus zum Tragen 1. Kor. 1, 18-25), das andere Mal geht es um die Weisheit Gottes, die in Christus verborgen liegt („Denn in Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.“ Kol. 2, 3) )

    Aber zur Ergänzung und zu deiner Ermutigung: Was die „Reichen“ angeht, solltest du den Kontext weiter bis zum Ende lesen, da steht dann nämlich bezüglich der Reichen: „Aber was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Also braucht auch kein Reicher gleich zu verzagen. ^^

    Außerdem denke ich, uns plagt schon wieder unser altes Problem. Wir benutzen beide dieselben Begriffe und verstehen was völlig unterschiedliches darunter. So ist es wohl auch mit dem Begriff „Reich Gottes“. Und so kommt es, dass wir aneinander vorbeireden und keiner so recht versteht, was der andere nun wirklich meint. Ich kann aufgrund deiner Aussage

    Und die Armen leben bereits in der Hölle. Die Reichen aber leben in einer Art irdischem Himmel.

    nur vermuten, was du darunter verstehst. Aber ich verstehe was völlig anderes darunter. „Reich Gottes“ bedeutet Gemeinschaft mit Jesus zu haben. Das hat man nicht automatisch, weil man materiell arm ist. Nemesis hat z. B. keine Gemeinschaft mit Jesus und hat das anscheinend auch verstanden. Jedenfalls hat er mir (bzw. meinem Kommentar diesbezüglich) nicht widersprochen im Gegensatz zu dir.

    Doch mal was wirklich Positives. 🙂 Du hast anscheinend eine sehr, sehr soziale Ader (das lese ich immer wieder aus deinen Kommentaren zwischen den Zeilen heraus) – und das, obwohl du dich sicher eher zu den materiell Wohlhabenden zählst. Das vermute ich zumindest (du schriebst mal von Studium und gutbezahltem Job), auch wenn ich nicht viel von dir weiß. Und ich muss sagen, das finde ich wirklich ganz, ganz toll, dass du dich so für Arme einsetzt. Ist ja nicht selbstverständlich und findet man nicht bei allen in gleicher Position. Trotzdem finde ich, dass du in diesem Punkte der Seligpreisungen verkehrt liegst. Ich weiß aber nicht, wie ich selbst dir das noch besser verständlich machen könnte. Ich weiß zwar selbst sehr gut wie sich die Dinge verhalten, kann es aber anderen wahrscheinlich nicht so gut vermitteln. Mir fehlt das Talent dazu. ^^ Jeder hat halt andere Gaben. Meine ist wohl eher nicht die des Lehrens. Deshalb möchte ich dich einfach mal bitten, lies nur mal diese eine Sache hier. Das ist jetzt nicht so umfangreich und ist von dir sicher in 10 Minuten erledigt. Das erspart mir dann viel Rumgeschwafel (das du wahrscheinlich eh nicht verstehst) und ja, du weißt dann zumindest mit Sicherheit, warum ich so und nicht anders denke. Denn die Ansicht des Autors ist auch meine, keine Bange. Du kannst es ja dann meinetwegen immer noch anders sehen. Denn wie gesagt, ich vermute wir zwei verstehen unter „Reich Gottes“ auch wieder mal was völlig anderes. Das macht die ganze Unterhaltung so schwer und irgendwie aussichtslos.

    https://www.arche-gemeinde.de/predigten/?mid=617&cat=scripture&cid=2&tx_archetoolsmedia_pi1%5Baction%5D=feshow&tx_archetoolsmedia_pi1%5Bcontroller%5D=Media&cHash=dbf2b412ddb00741c1bd513d5e8e79b3

  31. Nemesis Says:

    … tick tick tick…

    http://www.independent.co.uk/news/science/climate-change-game-over-global-warming-climate-sensitivity-seven-degrees-a7407881.html

  32. Nemesis Says:

    @Christina

    “ Und überlegt mal, wäre es nicht auch völlig absurd, wenn jemandem (…) das Reich der Himmel verheißen werden würde? Ein Reich, dass er gar nicht haben will, das er gar nicht begehrt? Ein Reich, von dem wir weiter oben festgestellt haben, dass es nicht erst in ferner Zukunft, sondern schon im Jetzt und Hier völlig real existiert?…

    Überlege doch mal, geht deine Rechnung bei Nemesis denn auf? Nein? Und er kennt die Seligpreisungen. Einzelfall? Sicher nicht!“

    Liebe Christina, ich bin zufrieden, ich begehre da nix, ganz recht, insofern geht Deine „Rechnung“ tatsächlich nicht auf 🙂

    “ 47. „Er erkennt Einheit unmittelbar als Einheit. Nachdem er Einheit unmittelbar als Einheit erkannt hat, sollte er sich nicht Einheit vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen in Einheit machen, er sollte sich nicht Vorstellungen von Einheit ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen ‚Einheit ist mein‘, er sollte sich nicht an Einheit ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich.“

    48. „Er erkennt Vielfalt unmittelbar als Vielfalt. Nachdem er Vielfalt unmittelbar als Vielfalt erkannt hat, sollte er sich nicht Vielfalt vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen in Vielfalt machen, er sollte sich nicht Vorstellungen von Vielfalt ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen ‚Vielfalt ist mein‘, er sollte sich nicht an Vielfalt ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich.“

    49. „Er erkennt Alles unmittelbar als Alles. Nachdem er Alles unmittelbar als Alles erkannt hat, sollte er sich nicht Alles vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen in Allem machen, er sollte sich nicht Vorstellungen von Allem ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen ‚Alles ist mein‘, er sollte sich nicht an Allem ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich.“

    50. „Er erkennt Nibbāna unmittelbar als Nibbāna. Nachdem er Nibbāna unmittelbar als Nibbāna erkannt hat, sollte er sich nicht Nibbāna vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen in Nibbāna machen, er sollte sich nicht Vorstellungen von Nibbāna ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen ‚Nibbāna ist mein‘, er sollte sich nicht an Nibbāna ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich.“ “

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m001z.html

  33. Nemesis Says:

    In Kurzform:

    “ gate, gate, paragate, parasamgate— BODHI— svaha!“
    „gegangen, gegangen, ans andere Ufer gegangen, gänzlich hinüber gelangt-—ERWACHEN—aaah!“ “

    (Auszug aus dem Herz-Sutra)

    Das genügt mir VÖLLIG zur Seligkeit, liebe Christina. Und kein Gott und kein Teufel und keine Mensch, niemand kann/wird mir diese Seligkeit nehmen 🙂

  34. sapere Says:

    Christina, Du schreibst:

    Überlege doch mal, geht deine Rechnung bei Nemesis denn auf? Nein? Und er kennt die Seligpreisungen. Einzelfall? Sicher nicht!

    Ähem, Moment, wie kommst Du darauf, dass Nemesis Jesus nicht nachfolgt? Er ist kein buchstabengläubiger Christ wie Du, aber „Nachfolge“ bedeutet doch nicht, dass es alle so machen müssen wie Du, oder?

    Sicher hast Du recht, dass wir Probleme haben, weil wir mit den gleichen Worten unterschiedliche Dinge bezeichnen. Aber so ist das nun mal mit Sprache. 🙂 Und dann überlege Dir mal, wie sehr Du das was in der Bibel steht mißverstehen kannst.

    Du schreibst auf meinen Einwand, Du seist theologisch gebildet und kämst deshalb nicht in den Himmel:

    Du verwechselst hier Äpfel mit Birnen. Einmal geht es um irdische menschliche Weisheit, die nicht selten für Menschen zum Hindernis wird zum Glauben durchzudringen, weil sie sich für klug und überlegen halten der Torheit des Kreuzes gegenüber (hier kommen die Worte des Paulus zum Tragen 1. Kor. 1, 18-25), das andere Mal geht es um die Weisheit Gottes, die in Christus verborgen liegt („Denn in Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.“ Kol. 2, 3)

    Also was nun? Welcher Reichtum ist nun – Deiner Meinung nach – gemeint und hast Du den oder nicht?  
    Du schreibst:

    Aber zur Ergänzung und zu deiner Ermutigung: Was die „Reichen“ angeht, solltest du den Kontext weiter bis zum Ende lesen, da steht dann nämlich bezüglich der Reichen: „Aber was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Also braucht auch kein Reicher gleich zu verzagen. ^^

    Na ein Glück. Ich dachte schon ich müßte verzagen, weil Du Reichtum anders deutest als ich aber es nicht erklären kannst. Da kann ich ja noch hoffen. ^^

    Du schreibst:

    „Reich Gottes“ bedeutet Gemeinschaft mit Jesus zu haben. Das hat man nicht automatisch, weil man materiell arm ist. Nemesis hat z. B. keine Gemeinschaft mit Jesus und hat das anscheinend auch verstanden. Jedenfalls hat er mir (bzw. meinem Kommentar diesbezüglich) nicht widersprochen im Gegensatz zu dir.

    Du meinst „Reich Gottes“ bedeute „Gemeinschaft mit Jesus zu haben“. Was bedeutet dann aber „Gemeinschaft mit Jesus zu haben“? Du erklärst den einen unklaren Begriff mit einem anderen ^^

    Vielleicht bleiben wir lieber bei der Frage was „arm“ und was „reich“ in der Bergpredigt bedeuten sollen. ^^

    Ich lese jetzt Deinen Predigtvorschlag und ich versuche mir herauszuarbeiten was Du meinen könntest.

  35. Nemesis Says:

    “ Ähem, Moment, wie kommst Du darauf, dass Nemesis Jesus nicht nachfolgt? Er ist kein buchstabengläubiger Christ wie Du, aber „Nachfolge“ bedeutet doch nicht, dass es alle so machen müssen wie Du, oder?“ 🙂

    Und ich sah eine grosse, dunkle Wolke und unzählige Menschen aus allen Erdteilen, Christen und Hindus und Buddhisten und Juden und Muslime und konfessionslose Busfahrer gingen voll Vertrauen auf diese Wolke zu und sie zogen ihre Schuhe aus, liessen alles los und verschwanden in jener Wolke, gingen ein in die ewige, unaussprechliche Heimat, in die ewige Glückseligkeit. Da staunten die buchstabengläubigen Pharisäer und vermeintlich Besserwissenden nicht schlecht und es erhob sich ein Zetern und Klagen unter ihnen, da sie ihre Schuhe nicht auszogen und daher selbst nicht in jene Wolke gelangten 😎

    “ In der Liebe versinken und verlieren sich alle Widersprüche des Lebens. Nur in der Liebe sind Einheit und Zweiheit nicht in Widerstreit.“

    Rabindranath Tagore

    “ Die Wolke sprach zu mir: „Ich vergehe“; die Nacht sprach: „Ich tauche ein in den feurigen Morgen.“ Der Schmerz sprach: „Ich verharre in tiefem Schweigen als seine Fußspur.“ – „Ich sterbe hinein in die Vollendung“, sprach mein Leben zu mir. Die Erde sprach: „Mein Licht küßt deine Gedanken jeden Augenblick.“ – „Die Tage vergehen“, sprach die Liebe, „aber ich warte auf dich.“ Der Tod sprach: „Ich fahre das Boot deines Lebens über das Meer.“

    Rabindranath Tagore

  36. Nemesis Says:

    @Christina

    Für Dich, mit Liebe 🙂 :

    https://www.youtube.com/watch?v=xcMQWfMTfJ8

  37. Christina Says:

    @ sapere aude:

    Ich lese jetzt Deinen Predigtvorschlag und ich versuche mir herauszuarbeiten was Du meinen könntest.

    Super. 🙂

    @ Nemesis:

    Du weißt, ich verstehe ja kein Englisch und der Google-Übersetzer ist auch nicht immer so das Gelbe vom Ei. Aber, wenn ich den Text des Liedes der Stones (die eh nicht mein Fall sind) richtig deute, dann möchte ich mal Folgendes dazu sagen:

    Ich denke und schlußfolgere aus meinen Diskussionen, die ich in den letzten Jahren im Internet schon hatte, dass es für die allermeisten Menschen eigentlich weniger ein intelektuelles Problem darzustellen scheint, an die Existens speziell des Gottes der Bibel zu glauben (auch wenn sie das meist oder immer vorgeben), sondern dass es ein moralisches Problem zu sein scheint (was man natürlich ungern zugibt), und zwar bezüglich ihres eigenen Lebens und Lebenswandels. Man müßte zuviel aufgeben, man müßte sich von zu vielem trennen. Sünde kann einem ganz schön lieb werden. Und jeder hat so seine Lieblingssünden. Man erkennt nicht wirklich die eigentliche zerstörerische Kraft derselben. Und da stellt der Gott der Bibel natürlich ein Problem dar. Es hat was mit der Umkehr von falschen Wegen zu tun, was man einfach nicht will.

    Dazu fällt mir noch ein Zitat von Mark Twain ein:

    „Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten mit den Bibelstellen, die sie nicht verstehen. Ich für meinen Teil muß zugeben, daß mich gerade diejenigen Bibelstellen beunruhigen, die ich verstehe.“

    In diesem Sinne auch für dich alles Liebe. 😉

  38. Nemesis Says:

    @Christina

    „Und da stellt der Gott der Bibel natürlich ein Problem dar.“

    Falls Du denkst, der Gott der Bibel sei für mich ein Problem, dann irrst Du gewaltig:

    ICH BIN KEIN CHRIST (und auch kein Jude oder Muslim), also warum sollte der Gott der Bibel ein PROBLEM für MICH sein? 🙂

    Vermutlich wirst Du auch diese Frage, wie soviele andere, unbeantwortet lassen… MÜSSEN 🙂

  39. Nemesis Says:

    Übrigens, ich finde folgende Zeilen aus dem Stones Song sehr treffend:

    „Saint Paul the persecutor was a cruel and sinful man. Jesus HIT him with a BLINDING light and now his life began.“

    3:-)

    … I said a-yeah, oh yeah, oh yeah, you’ll never make a saint of me… 😎

  40. Nemesis Says:

    Die Christen haben den GOTT ISRAELS OKKUPIERT. Have fun:

    “ Die Geburt des Christentums – VERUS ISRAEL“

    https://www.youtube.com/watch?v=ZCpERAlDB9w

    Der Brunnen der Christenheit ist VERGIFTET, muahaha 3:-)

    Na denn Prost!

  41. Nemesis Says:

    Der Brunnen der Christenheit wurde von Rom vergiftet. Und dennoch haben so manche Christen zu Gott gefunden.

    ALLE Religionen sind Fahrzeuge zur Erlösung. Nicht alle Fahrzeuge sind für jeden geeignet und nicht jeder ist für jedes Fahrzeug geeignet. Wer jedoch an’s andere Ufer (zu Gott) gelangt, der wird jenes Fahrzeug, das er benutzte, sicher nicht gegen andere Fahrzeuge ausspielen, er wird das Fahrzeug sicher nicht bis an’s Ende aller Tage weiter auf seinem Kopf mit sich herumschleppen. Wer an’s andere Ufer gelangt ist, der ist FREI.

  42. Nemesis Says:

    “ Auf einer saitenlosen Zitter spielt der Frühling sein Lied.
    Seine Klänge sind hörbar durch allen Raum und alle Zeit.“

    Zen- Glosse

  43. Christina Says:

    @ Nemesis:

    ALLE Religionen sind Fahrzeuge zur Erlösung. Nicht alle Fahrzeuge sind für jeden geeignet und nicht jeder ist für jedes Fahrzeug geeignet. Wer jedoch an’s andere Ufer (zu Gott) gelangt, der wird jenes Fahrzeug, das er benutzte, sicher nicht gegen andere Fahrzeuge ausspielen, er wird das Fahrzeug sicher nicht bis an’s Ende aller Tage weiter auf seinem Kopf mit sich herumschleppen. Wer an’s andere Ufer gelangt ist, der ist FREI.

    Du vergißt, dass Jesus Christus einen Absolutheitsanspruch erhebt.(Joh. 14, 6) Und wenn das wahr ist, dann bist du gelackmeiert. Dann ist es so, dass es eben nicht viele Wahrheiten und Wege zu Gott gibt, sondern nur EINEN.

    Und damit wären wir dann auch schon bei dem Problem, dass du nicht zu haben meinst. Wenn es diesen Gott der Bibel nämlich wirklich gibt, dann darf er auch gewisse Vorstellungen davon haben, wie du dein Leben zu leben hast (und die hat er dir in seinem Wort, der Bibel mitgeteilt). Und weil diese Vorstellungen vielen Menschen einfach nicht in ihr Lebenskonzept passen, wünschen sie sich, dass es diesen Gott bitteschön nicht geben möge. Sie haben also ein Problem mit diesem biblischen Gott. Sie wollen ihn nicht. Alles klar? ^^

    Und ich weiß nicht, was dich an den ersten Zeilen des Stones-Liedes so beeindruckt? Das müßtest du mir noch mal erklären.

    Ich habe mir nach der lausigen Google-Übersetzung folgenden Reim darauf gemacht (weiß aber nicht, ob ich damit richtig liege): Die Stones besingen etliche Gestalten der Bibel und auch Kirchengeschichte (Augustinus) als Heilige und Märtyrer. Und stellen gleichzeitig fest, dass sie das nie sein werden … und wohl auch nicht sein WOLLEN. So würde ich das mal interpretieren wollen. Es würde ja auch zum Lebensstil von Mick Jagger (Sex, Drogen, Party) ganz gut passen. Liege ich mit meiner Vermutung richtig?

  44. Nemesis Says:

    @Ach Christina

    “ Du vergißt, dass Jesus Christus einen Absolutheitsanspruch erhebt.(Joh. 14, 6) Und wenn das wahr ist, dann bist du gelackmeiert. Dann ist es so, dass es eben nicht viele Wahrheiten und Wege zu Gott gibt, sondern nur EINEN.“

    Erzähl das mit dem Absolutheitsanspruch Christi mal einem Juden oder Muslim oder „Hindu“ (eigentlich besser: Vedanta) oder Buddhisten oder Atheisten, die werden darum allesamt nicht viel geben. Aber dennoch haben viele von ihnen Erlösung gefunden. Auch, wenn Du das nicht glauben magst, wird dass ihnen ihre Erlösung nicht nehmen. Im Übrigen vertrittst auch Du selbst wiederum offenbar nur eine relativ kleine Splittergruppe des Christentums, Du müsstest also wiederum all jenen anderen Christen, die nicht Deiner Splittergruppe angehören, erklären, dass Deine Vorstellung von Absolutheit die richtige sei, ihre aber die falsche. Und genau das geschieht ja auch tagaus-, tagein, seit Jahrtausenden 🙂 Buddha nannte das übrigens:

    “ Ein Dickicht, ein Gestrüpp von Ansichten und Meinungen.“

    Meinst Du wirklich, Gott interessiert es, welcher Religion oder welcher Splittergruppe einer Religion jemand angehört oder nicht angehört? Glaubst Du wirklich, Gott interessiert es, ob jemand die Bibel gelesen hat und sie gut auslegen kann oder nicht? Gott ist kein Hanswurst, der es nötig hätte, den Menschen irgendwelche Bibelzitate um die Ohren zu hauen oder ihnen die ewige Hölle anzudrohen, wenn ihnen der „Absolutheitsanspruch Christi“ nichts bedeutet.

    “ Und damit wären wir dann auch schon bei dem Problem, dass du nicht zu haben meinst….“

    Liebe Christina, es wird Dir auch mit noch soviel Anstrengung nicht gelingen, mir ein Problem einzureden, das ich nicht habe. Deinen Versuch, mir ein Problem an die Backe zu nageln, nennt man in manchen Gegenden „der Schlange Beine hinzufügen“ oder „dem Rasierten einen Bart ankleben“.

    “ Und ich weiß nicht, was dich an den ersten Zeilen des Stones-Liedes so beeindruckt? Das müßtest du mir noch mal erklären.“

    Die Übersetzung lautet:

    “ Der hl. Paulus, der Verfolger, war ein grausamer und sündhafter Mann. Jesus schlug ihn mit einem Blendlicht und dann begann sein Leben.“

    So ist das, wenn man eine Lehre auf die falsche Weise auffasst, dann wird man mit einem Blendlicht geschlagen. Buddha nannte das, bezogen auf seine eigene Lehre, „eine Schlange am falschen Ende anfassen“. Solches zu tun kann böse Folgen haben.

    Es stimmt, die Stones wollen ganz sicher keine Heiligen und Märtyrer sein 🙂 Aber sie wissen ganz bestimmt, dass man für alles im Leben bezahlt. Um „ewige Verdammnis“ allerdings machen sie sich ganz sicher keine Sorgen und das brauchen sie auch nicht 🙂

  45. Nemesis Says:

    Wo fasst man eine Schlange auf geschickte Weise an? NICHT am Schwanz-Ende, sondern am Kopf. Das erfordert MUT und Ausdauer in der Übung. Es erscheint gefährlich, eine Schlange am Kopf anzufassen und das ist es auch. Wer sich das nicht zutraut, der sollte besser ohne Religion leben ! Falsch aufgefasste Religion kann sehr grossen Schaden anrichten. Schau mal in die Psychiatrie, da wirst Du viele Menschen finden, die sich zB für Christus halten oder sich als vom heiligen Geist erfüllt betrachten. Auch in Indien sind die Psychiatrien voll von Leuten, die in ihren Gebeten, Meditationen und Übungen verloren gegangen sind. All jene haben die Schlange am falschen Ende angefasst.

    Echte, erfahrene Religionsausübung geht weit über jeden Buchstaben hinaus. Erlösung geht weit über jede Religion hinaus. Erleuchtung geht weit über jedes Wort und jeden Gedanken und jede Vision hinaus. Erst, wenn Deine Tasse leer ist, kann sie mit Tee gefüllt werden, erst, wenn Du vollkommen schweigst, kann Gott zu Dir reden. Wenn Du in den Urabgrund in Dir selbst hineintauchst und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als in der Ewigkeit geeint erfährst, erst dann bist Du vollkommen bei Dir selbst und bei Gott angekommen, erst dann erfährst seine unausprechliche Fülle. Dann brauchst Du wahrlich kein bedrucktes Papier mehr, sei es die Bibel, der Koran, die Bhagavad Gita oder der Pali Kanon.

  46. sapere Says:

    Christina, ich habe Deine Predigt nun gelesen. Und ich habe sie um ein paar Kommentare ergänzt. Ich habe die Kommentare gleich im –>PDF-Dokument vorgenommen. Ich hoffe, Du kannst die Kommentare lesen.

    Ganz grundsätzlich möchte ich folgendes zu dieser Predigt anmerken:

    Ich empfinden den Selbstbezichtigungstonfall abscheulich. Diese Vergottung der eigenen Minderwertigkeit ekelt mich an.

    „Armut im Geist“ ist für den Autor, die „Selbsterkenntnis“ ein „elender Sünder“ zu sein. Wer das erkennt und sich selbst „demütigt“, so glaubt er, der sei selig … und so spricht er sich selbst denn auch folgerichtig diese Seligkeit aus Selbsterkenntnis der elenden Sündhaftigkeit zu.

    Rechtfertigung aus Werken nennt sich das.

    Aber die Liebe Gottes ist allein Gnade(!) und auch durch „Selbsterkenntnis“ der eigenen Minderwertigkeit nicht zu erwerben. Man kann sich noch so sehr selbst erniedrigen … diese Art der masochistischen „Selbsterkenntnis“ führt nicht in das Himmelreich.

    Denn selig „sind“ die Armen (im Geiste). Sie sind es – oder sie sind es nicht. Es läßt sich nicht erarbeiten. Es ist eine Zustandsaussage. Es ist eine Zusage.

    Die Armen (im Geiste) sind nicht die, die sich selbst kasteien und sich – in weltlichem Reichtum schwelgend – sagen, dass sie ach so sündig sind. Es sind nicht die, die Familie, Haus, Auto usw. haben und sich dann vor Gott an die Brust schlagen und ihn um Vergebung für ihren Hochmut bitten, den sie endlich einsehen. Selbsterkenntnis? WTF?

    Nein, die Armen (im Geist) – also die psychisch krankenden – sind die, denen es buchstäblich schlecht geht. Die die traurig sind, weil sie einen Menschen verloren haben. Die, die sich krank fühlen, weil sie die Arbeit nicht schaffen, die ihnen aufgetragen wird. Es sind die, die sehen, wie ungerecht es in der Welt zugeht und die daran schier verzweifeln könnten … und so weiter und so fort.

    Und denen(!), denen, die wirklich, wirklich leiden, denen spricht Jesus zu: Selig seid ihr!

    Und diese Aussage ist die Befreiung. Es geht nicht darum, dass man sich das Leiden an der Welt künstlich herbeischaffen soll, damit man von Jesus erlöst werden kann.

    Es geht darum, dass es Menschen gibt, die leiden an der Welt. Es ist eine Tatsache. Und dann kommt ER und ER spricht nur ein Wort. Oder drei. Selig seid ihr. IHR! Ihr, die ihr arm seid. Ihr die ihr dürstet nach Gerechtigkeit. IHR(!) Nicht die Selbstbezichtiger. Nicht die Reichen mit der scheinheiligen Demut. Selig sind die Armen im Geiste. Also die psychisch Krankenden. Und selig werden sie durch Jesu Wort. Mit seinem Wort werden sie erlöst aus dieser Armut. Mit diesem Wort erkennen sie, dass sie genug haben, dass sie nichts mehr brauchen, dass ihnen Gerechtigkeit widerfahren wird.

    Und Eugen Drewermann hat das in folgende Worte gefasst:

    Deshalb offenbar rückt Jesus das Thema Armut an den Anfang der Seligpreisungen, und er wird in seinem ganzen Leben auch künftig nichts anderes sagen, als dass wir zu Gott aufblicken könnten als zu unserem Vater, mit einem Vertrauen, dass Gott alles weiß, was uns auf der Seele liegt, noch ehe wir’s aussprechen; ihm könnten wir ehrlich gegenübertreten, und es fiele das Gefühl der Schande und der Scham von uns ab; wir könnten uns zutrauen, aufrecht vor Gott zu stehen, und wir brauchten nicht mehr gegen uns selbst, gegen unsere Kleinheit und Armseligkeit anzukämpfen, wir könnten unser Dasein Gott überlassen, und augenblicklich würden wir die Schönheit unseres Lebens zurückgewinnen und die Macht Gottes spüren, die nichts weiter möchte, als dass wir so sind, wie seine Hände uns geformt haben.

    http://www.patmos.de/pdf/978-3-491-71320-8.pdf

    Gott will uns nicht in Selbstbezichtigungen windend auf der Erde sehen, Christina. Gott liebt uns. ER liebt Dich! Er will Dich selig sehen, nicht von Minderwertigkeitsgefühlen zerfressen, wie es Wolfgang Wegert suggeriert.

  47. sapere Says:

    Und was Dein Wolfgang Wegert für ein Typ ist, kannst Du Dir hier nochmal anschauen:

    https://www.youtube.com/watch?v=PIZ3ooLH_Rg

    Und er war der Meinung, dass die Germanwings-Absturz-Opfer schuldig waren und dass sie deshalb sterben mußten:
    https://www.youtube.com/watch?v=-5km0ws0_ns

    Was für ein armer Mann.

  48. Nemesis Says:

    Ihr sollt BRENNEN. Brennt im Himmel oder in der Hölle, aber brennt, bis ihr ganz im Feuer, bis ihr ganz Feuer seid. Das ist es, was William Blake „The Marriage of Heaven and Hell“ nennt.

    Und wenn ihr ganz verbrannt seid, dann seid ihr bei Gott und das ewige Feuer Gottes wird in Euch brennen. Aber nicht, weil ihr Märtyrer oder Heilige seid, sondern weil ihr Gott so sehr geliebt habt, dass ihr aus Liebe zu ihm verbrannt seid. Brennt, in Eurem Feuer der Liebe zu Gott. Brennt im Himmel oder in der Hölle, aber brennt, seid nicht lau, sondern brennt.

    Und vergesst vor allem das Singen nicht.

  49. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ Ich empfinden den Selbstbezichtigungstonfall abscheulich. Diese Vergottung der eigenen Minderwertigkeit ekelt mich an.

    „Armut im Geist“ ist für den Autor, die „Selbsterkenntnis“ ein „elender Sünder“ zu sein. Wer das erkennt und sich selbst „demütigt“, so glaubt er, der sei selig … und so spricht er sich selbst denn auch folgerichtig diese Seligkeit aus Selbsterkenntnis der elenden Sündhaftigkeit zu.

    Rechtfertigung aus Werken nennt sich das.

    Aber die Liebe Gottes ist allein Gnade(!) und auch durch „Selbsterkenntnis“ der eigenen Minderwertigkeit nicht zu erwerben. Man kann sich noch so sehr selbst erniedrigen … diese Art der masochistischen „Selbsterkenntnis“ führt nicht in das Himmelreich.“

    SEHR treffend gesagt, werter sapere aude. Gott hat Kriecher nicht nötig. WIE könnten die Kinder Gottes KRIECHER sein?!

    Den Herrschenden dieser Welt allerdings, und auch der Priesterkaste, ist jene Kriecherhaltung sehr willkommen 🙂

    War Jesus etwa ein KRIECHER ?! Ein Gott, ein Vater, der von seinen Kindern erwartet, dass sie sich selbst demütigen und vor ihm im Staub kriechen, ist ein armseliger, sadistischer „Gott“.

  50. Nemesis Says:

    Allerdings hat mein Verständnis von Liebe, meine Liebe, nichts mit Gnade zu tun. „Gnade“ ist ein zu sehr von weltlichen Obrigkeiten geprägter Begriff. „Gnade“ wirkt irgendwie von oben herab, so, wie Du Huld des Papstes oder eben eines Kaisers. Aber wenn ich liebe, dann auf Augenhöhe, nicht von oben herab. Gott liebt uns vollkommen auf Augenhöhe. Liebe auf Augenhöhe schafft ein Reifen in der Verantwortung, Gnade jedoch schafft Willkür und Abhängigkeit. Es reicht nicht, allein auf die imaginäre Gnade Gottes zu hoffen, wir müssen schon selbst unseren Beitrag leisten. Damit meine ich nicht die so. „Werke-Gerechtigkeit“, sondern schlicht den eigenen Beitrag, die eigene Bemühung, das Richtige zu tun und das Falsche zu lassen. Beachten wir das nicht, dann wird uns auch die grösste Gnade nicht helfen.

  51. Nemesis Says:

    Korrektur:

    „… so, wie Du Huld des Papstes oder eben eines Kaisers…“

    sollte heissen:

    „… so, wie die Huld des Papstes oder eben eines Kaisers…“

  52. Nemesis Says:

    Solange irgendwas von oben herabkommt oder man darauf hofft, dass etwas von oben herabkommt, solange steht man nicht auf eigenen Füssen und und kann noch ausweichen, sich was zurechtlegen, a la „der Papa wird den Scheiss, den ich gebaut habe, schon richten, gross ist die Gnade Gottes“.

    Aber wenn Gott Dir direkt auf Augenhöhe gegenübersteht und mit seinen feurigen Augen durchdringend in Deine Augen blickt, ganz nah und direkt, nicht von weit weg, nicht von irgendwo da oben, sondern von so nah auf Augenhöhe, dass Du quasi seinen feurigen Atem spürst, dann gibt es kein Ausweichen mehr 🙂

  53. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Du redest immer so viel von Gott. Warum eigentlich? Soviel ich weiß, gibt es sowas wie Gott im Buddhismus doch gar nicht. ^^

    @ sapere aude:

    Ich hoffe, Du kannst die Kommentare lesen.

    Ersteinmal möchte ich mich bei dir wirklich ganz herzlich bedanken, dass du die Predigt überhaupt gelesen hast. 🙂 Vielen Dank!!! Danke auch für deine Anmerkungen auf der PDF dazu. Ich kann sie alle auch lesen. Mann oh mann, dich hat die Predigt ja anscheinend ganz schön wütend gemacht. Das hätte ich jetzt nicht vermutet. Ich will ganz kurz vielleicht noch was dazu anmerken. Ja, die Formulierung mit „den Blöden“ kann einem aufstoßen, ist mir auch so gegangen, aber wenn man Wolfgang Wegert etwas besser kennt (und schon viele Predigten von ihm gehört und einige seiner Bücher gelesen hat – ich hatte die gesamte Seligpreisung Predigtreihe damals auch im Original im TV gesehen), dann kann man sich zwar fragen, warum hat er hier bloß in der Wortwahl so daneben gegriffen, aber man weiß, dass es nicht diskriminierend gemeint war und ist. Manchmal drückt man sich halt blöd aus. Ist dir sicher auch schon so gegangen. Wenn du nur annähernd wüßtest, wie viele soziale Projekte die Arche in vielen armen Ländern in der Welt betreibt, in denen sie sich gerade auch um Arme, Benachteiligte und Behinderte kümmert (ich staune manchmal, wie sie so viele Projekte überhaupt stemmen kann), würdest du dich an diesem einen Wort jetzt nicht so aufhängen. Und ja – ich gebe dir in der Hinsicht Recht, dass Herr Wegert das äußerst dumm formuliert hat und dass er dadurch sehr leicht mißverstanden werden kann (wie man an deinem Beispiel ja auch sieht). Aber ich weiß auch, was er mit diesem einen Satz eigentlich ausdrücken wollte. Und wenn du ehrlich bist, dann müßtest du wahrscheinlich auch zugeben, dass du nicht als neutraler Leser an die Predigt herangegangen bist. Da stößt man sich an allem dann auch viel schneller. Geht mir ja nicht anders.

    Du schreibst viel von Minderwertigkeitsgefühlen usw. Vielleicht wirst du erstaunt sein, wenn ich dir sage, dass ich früher sehr viel an Minderwertigkeitsgefühlen gelitten habe, sowohl als Kind, Jugendliche und auch noch als Erwachsene. Mir sind solche Gefühle also durchaus nicht fremd. Dass ich diese letztendlich überwunden habe, hat viel mit meinem Glauben zu tun und auch die Predigten von Herrn Wegert haben mit ihren Beitrag dazu geleistet. Das wird dich wahrscheinlich verwundern, wenn ich deine Anmerkungen zu der Predigt betrachte. Aber es ist so. 🙂

    Ich werde in einem späteren Kommentar vielleicht noch einmal versuchen (d. h. wenn du möchtest), dir das mit der „Schlechtigkeit des Menschen“ (die dich an Wegerts Predigt u. a. so störte) noch ein bißchen zu veranschaulichen. Mir fällt da gerade ein gutes Beispiel ein, dass mir persönlich beim Verständnis sehr geholfen hat, aber ich habe heute nicht mehr die Zeit das rauszusuchen.

    Jetzt noch direkt zu deinem Kommentar ein paar Sätze:

    Rechtfertigung aus Werken nennt sich das.

    Nein. Rechtfertigung aus Werken bedeutet, dass man annimmt, sich mit guten Werken den Himmel zu erarbeiten und verdienen zu können. Das versuchen viele Religionen (z. B. Judentum, Islam), das Christentum ist aber das Gegenteil davon und Wolfgang Wegert vertritt das ebenfalls nicht. Da täuscht du dich in seiner Person.

    WTF?

    Ich muss passen. Der Ausdruck ist mir fremd. Was bedeutet er?

    Und was Dein Wolfgang Wegert für ein Typ ist, kannst Du Dir hier nochmal anschauen:

    Ich kenne beide Videos bereits. ^^

    Zum ersten kurzen Videoausschnitt möchte ich sagen: Wegert kommt ursprünglich aus der Pfingstbewegung. Ich nehme mal an, du weißt als ehemaliger „Kampftatheist“ ^^, was das für eine Gruppe ist, das sind die sogenannten gemäßigten Charismatiker. Deshalb auch diese überschäumende Euphorie usw. in dem Video. Das ist auch nicht mein Fall. Er war also Pfingstler und die Arche früher mal eine Pfingstgemeinde. Inzwischen ist er und die Arche-Gemeinde aber aus dem Pfingstbund (das ist die Vereinigung der Pfingstgemeinden, so ähnlich wie bei den Evangelischen die EKD) ausgetreten. Weil sich seine Ansichten diesbezüglich geändert haben. Eine Stellungnahme über die Gründe, die zu seinem Wandel führten usw. stand mal früher auf der Homepage der Arche. Weiß nicht, ob sie immer noch dort zu finden ist. Ich suche jetzt auch nicht danach, da ich davon ausgehe, dass dich das nicht interessieren würde. Also um es kurz zu machen, Wegert hat einen Wandel durchgemacht. Der alte Wegert von heute ist nicht mehr der junge Wegert von früher um es mal salopp zu sagen. So wie der frühere sapere aude nicht mehr der jetzige sapere aude ist. Aber du weißt ja, das „World Wide Web“ vergißt nie etwas. ^^

    Was den zweiten Videoausschnitt betrifft, da sollte man vielleicht mal die ganze Predigt im Zusammenhang betrachten. Das ergibt ein vollständigeres Bild. Ich kenne sie. Wir haben als Familie jahrelang die Fernsehkanzel im TV geschaut. Ich wundere mich aber schon etwas über deine Entrüstung über diesen Predigtausschnitt, denn Jesus hat zur damaligen Zeit nämlich genau dasselbe gesagt wie Herr Wegert. Vielleicht ist dir das nicht bewußt? Kannst du hier nachlesen: Lukas 13, 1 – 5. Tut mir leid, aber wenn du mit Wegert’s Aussage ein Problem hast, dann bekommst du zwangsläufig auch mit Jesu seiner Aussage ein Problem. So ist das nun mal. Willst du das wirklich? ^^ Oder willst du nicht lieber versuchen tiefer in die ganze Materie einzudringen? Vielleicht macht das Ganze ja doch Sinn und ist letztendlich gar nicht so negativ wie du zur Zeit vermutest? Könnte doch sein!

    Und er war der Meinung, dass die Germanwings-Absturz-Opfer schuldig waren und dass sie deshalb sterben mußten:

    Nun alle Menschen sind schuldig. Oder etwa nicht? Gibt es überhaupt unschuldige Menschen? Bisher warst du in dem Punkt doch derselben Meinung. „Wir sind alle Sünder“ – das hast doch auch du in unseren Gesprächen oft genug gesagt. (Soll ich das jetzt raussuchen? ^^ ) Und jetzt siehst du das auf einmal nicht mehr so? Und Wegert sagt ja nicht, dass die Menschen in der Germanwings-Maschine schuldiger gewesen wären, als du und ich. Das waren sie nicht. Das betont er ausdrücklich.

    „Warum hat Gott diesen Absturz zugelassen?“ ist hier nämlich die falsche Frage, wie so oft, darauf will er hinaus. Die Frage müßte lauten: Warum hat Gott mich und dich (obwohl wir genauso schuldig sind) bis heute noch am Leben gelassen? So antwortet auch Jesus den Leuten, als der umstürzende Turm von Siloah damals viele Menschen erschlug. Er sagt genau dasselbe wie Wolfgang Wegert. [Jesus: „Wenn ihr nicht Buße (umkehrt) tut, werdet ihr alle genauso umkommen.“ Das sagt Jesus, als ihn die Menschen nach der Ursache dieses Unglücks fragen.] Das müßte dir dann genauso bitter aufstoßen. Wir meinen halt immer, wir hätten unser Leben prinzipiell und Gottes Güte im allgemeinen ja so arg verdient. Gott wäre uns das schuldig, ein gutes Leben usw. Aber das ist er seit dem Sündenfall im Garten Eden nicht mehr. Gott ist uns gar nichts schuldig.

    Und Eugen Drewermann hat das in folgende Worte gefasst:

    Drewermann ist ein Irrlehrer, den nicht mal die katholische Kirche mehr haben wollte. Und das will schon was heißten, da diese ja selbst viele Irrlehren vertritt.

    Für heute soll es reichen 🙂

  54. Nemesis Says:

    @Christina

    „Du redest immer so viel von Gott. Warum eigentlich? Soviel ich weiß, gibt es sowas wie Gott im Buddhismus doch gar nicht. ^^“

    WTF^^, wer hat Dir denn diesen Bären aufgebunden? 🙂

    Mal ehrlich:

    Wie gut kennst Du Dich aus in der Lehre des Buddha?

    Ich wette, jede Maus kennt die Quantenphysik besser, als Du die Lehre des Buddha kennst 🙂

  55. Nemesis Says:

    Werte Christina, tritt ein in die Welt des Buddhismus, in die Welt Gottes und der Götter und Nicht-Götter, in die Welt der Geister und Dämonen… und DANN bilde Dir eine Meinung…

    … irgendjemand sagte mal, der Teufel spricht Englisch…

    “ Rintrah roars & shakes his fires in the burden’d air;
    Hungry clouds swag on the deep
    Once meek, and in a perilous path,
    The just man kept his course along
    The vale of death.
    Roses are planted where thorns grow.
    And on the barren heath
    Sing the honey bees.
    Then the perilous path was planted:
    And a river, and a spring
    On every cliff and tomb;
    And on the bleached bones
    Red clay brought forth.

    Till the villain left the paths of ease,
    To walk in perilous paths, and drive
    The just man into barren climes.

    Now the sneaking serpent walks
    In mild humility.
    And the just man rages in the wilds
    Where lions roam.

    Rintrah roars & shakes his fires in the burden’d air;
    Hungry clouds swag on the deep.“

    Aus: William Blake, The Marriage of Heaven and Hell

    … komm ein Stück näääher, werte Christina, tritt ein in die Welt des Instant Karma^^…

  56. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Na ja, ein Sinnbild für bestimmte Bewußtseinszustände würde ich nicht wirklich als Gott bezeichnen. http://www.buddhateens.org/eine-religion-ohne-gott/ Unter Gott verstehe ich eine wirkliche Person, keine Phantasiegebilde. ^^

  57. sapere Says:

    Christina, Du schreibst:

    Wenn du nur annähernd wüßtest, wie viele soziale Projekte die Arche in vielen armen Ländern in der Welt betreibt, in denen sie sich gerade auch um Arme, Benachteiligte und Behinderte kümmert (ich staune manchmal, wie sie so viele Projekte überhaupt stemmen kann), würdest du dich an diesem einen Wort jetzt nicht so aufhängen. Und ja – ich gebe dir in der Hinsicht Recht, dass Herr Wegert das äußerst dumm formuliert hat und dass er dadurch sehr leicht mißverstanden werden kann (wie man an deinem Beispiel ja auch sieht). Aber ich weiß auch, was er mit diesem einen Satz eigentlich ausdrücken wollte. Und wenn du ehrlich bist, dann müßtest du wahrscheinlich auch zugeben, dass du nicht als neutraler Leser an die Predigt herangegangen bist. Da stößt man sich an allem dann auch viel schneller. Geht mir ja nicht anders.

    Ja, Christina, ich bin mir darüber im Klaren, dass man manchmal sehr mißverständliche Dinge von sich geben kann. Aber im Normalfall kann man den Betreffenden fragen, wie er meinte, was er da schrieb. Das geht hier jetzt leider nicht. Das eben ist das Problem, bei solchen Postings. Es findet keine Diskussion statt. Stattdessen stellst Du Mutmaßungen darüber an, was Wegert gemeint haben könnte. Aber vielleicht meinte er es genau so(!) wie es da steht?
    Ich weiß nicht, was diese Äußerung mit dem sozialen Engagement der Arche zu tun haben soll? Sozialarbeit ist ein Geschäft, das mit Spenden und Ehrenamt funktioniert und letztlich die Stelle Wegerts als Pfarrer rechtfertigt. Das heißt, Wegert lebt sicher nicht in Armut, weil er sein Einkommen den „Blöden“ spendet.
    Ja, ich bin sauer. Und ich bin nicht sauer über ein mißverständliche Formulierung. Ich bin sauer über den Geist der ganzen Predigt. Es ist eine Gehirnwäsche-Predigt. Wie bei Scientology. Erst redet man den Leuten ein ordentlich schlechtes Gewissen ein und dann bietet man ihnen die einzige Lösung für all ihre Probleme an. Diese Lösung gibt es aber nur bei der Arche. So toll wie bei der Arche wird man nirgendwo von seiner elenden Sündhaftigkeit erlöst. Da geht mir echt die Hutschnur hoch.
    Du schreibst dann folgerichtig weiter:

    Du schreibst viel von Minderwertigkeitsgefühlen usw. Vielleicht wirst du erstaunt sein, wenn ich dir sage, dass ich früher sehr viel an Minderwertigkeitsgefühlen gelitten habe, sowohl als Kind, Jugendliche und auch noch als Erwachsene. Mir sind solche Gefühle also durchaus nicht fremd.

    Nein. Darüber bin ich überhaupt nicht erstaunt. Und ich bin dir dankbar, dass Du diese sehr persönliche Information mit uns teilst. Du hast oft geschrieben, dass Du in eine bibeltreue Familie hineingewachsen bist. Und da sind extreme Minderwertigkeitsgefühle ein sehr verbreitetes Phänomen.
    In Freikirchen wird oft das Bild eines sehr strafenden und eifersüchtigen Gottes und damit einhergehend der extrem wertlosen menschlichen Existenz vermittelt – die sich allein durch den Glauben an Jesus Christus rechtfertigt und zwar einzig und allein – das ist jetzt ganz wichtig – wie dieser Glaube durch die jeweilige Gemeinde und deren Vorsteher vermittelt wird.
    Ja, ich spreche hier von Gehirnwäsche, Mißbrauch von Abhängigen, Betrug und mehr. Und wenn ich Herrn Wegert sehe und seine Predigten lese, dann sehe und lese ich einen Fanatiker.
    Du schreibst:

    Dass ich diese letztendlich überwunden habe, hat viel mit meinem Glauben zu tun und auch die Predigten von Herrn Wegert haben mit ihren Beitrag dazu geleistet. Das wird dich wahrscheinlich verwundern, wenn ich deine Anmerkungen zu der Predigt betrachte. Aber es ist so. 🙂

    Das wundert mich nicht. Ich denke, dass Wegert ein geschlossenes Weltbild anbietet. Und das hilft, wenn man sich wertlos fühlt.
    Du schreibst dann zu meiner Feststellung, dass Selbstgeißelung und Selbstdemütigung als „Rechtfertigung aus Werken“ gelten kann:

    Nein. Rechtfertigung aus Werken bedeutet, dass man annimmt, sich mit guten Werken den Himmel zu erarbeiten und verdienen zu können. Das versuchen viele Religionen (z. B. Judentum, Islam), das Christentum ist aber das Gegenteil davon und Wolfgang Wegert vertritt das ebenfalls nicht. Da täuscht du dich in seiner Person.

    Wegert fordert in seiner Predigt zur Buße und zur Selbsterkenntnis unserer Sündhaftigkeit, Wertlosigkeit und Niedrigkeit auf. Je niedriger desto besser. Je „ärmer im Geist“ – in seiner Lesart – desto eher Himmelreich. Wer sich nur ordentlich Mühe gibt, seine Bösartigkeit zu erkennen, der wird das Himmelreich ernten.

    WTF?

    Bedeutet: What the fuck – im übertragenen Sinne: Was zur Hölle???
    Du schreibst dann zu Wegerts Person und den Videos:

    Zum ersten kurzen Videoausschnitt möchte ich sagen: Wegert kommt ursprünglich aus der Pfingstbewegung. Ich nehme mal an, du weißt als ehemaliger „Kampftatheist“ ^^, was das für eine Gruppe ist, das sind die sogenannten gemäßigten Charismatiker. Deshalb auch diese überschäumende Euphorie usw. in dem Video. Das ist auch nicht mein Fall. Er war also Pfingstler und die Arche früher mal eine Pfingstgemeinde. Inzwischen ist er und die Arche-Gemeinde aber aus dem Pfingstbund (das ist die Vereinigung der Pfingstgemeinden, so ähnlich wie bei den Evangelischen die EKD) ausgetreten. Weil sich seine Ansichten diesbezüglich geändert haben.

    Mein Problem ist nicht, dass er als Pfingstler auftrat, sondern dass er mit dem religiösen Betrüger Benny Hinn auftrat. Und Benny Hinn sollte Dir ja vielleicht ein Begriff sein.
    Du schreibst:

    Was den zweiten Videoausschnitt betrifft, da sollte man vielleicht mal die ganze Predigt im Zusammenhang betrachten. Das ergibt ein vollständigeres Bild. Ich kenne sie. Wir haben als Familie jahrelang die Fernsehkanzel im TV geschaut. Ich wundere mich aber schon etwas über deine Entrüstung über diesen Predigtausschnitt, denn Jesus hat zur damaligen Zeit nämlich genau dasselbe gesagt wie Herr Wegert. Vielleicht ist dir das nicht bewußt?

    Christina, das Problem ist nicht, dass er der Ansicht ist, dass Menschen sterben weil sie Sünder sind. Darüber haben wir bereits des Langen und des Breiten diskutiert. Und wir haben festgestellt, dass wir da sehr unterschiedlicher Ansicht sind. : -)
    Das Problem ist, dass er die Menschen für DEN FLUGZEUGABSTURZ verantwortlich macht. Das ist menschenverachtender Unfug. Und das weißt Du.
    Du schreibst:

    Nun alle Menschen sind schuldig. Oder etwa nicht? Gibt es überhaupt unschuldige Menschen? Bisher warst du in dem Punkt doch derselben Meinung. „Wir sind alle Sünder“ – das hast doch auch du in unseren Gesprächen oft genug gesagt. (Soll ich das jetzt raussuchen? ^^ ) Und jetzt siehst du das auf einmal nicht mehr so?

    Christina, selbstverständlich machen wir uns täglich schuldig. Aber keine unserer Sünden rechtfertigt die Todesstrafe. Darüber hatten wir uns bereits auseinandergesetzt.
    Die Tatsache des Todes (und des Leidens per se) ist Gottes weiser Ratschluss, den ich versuche zu verstehen. Aber „Todesstrafe“ ist keine der aus meiner Sicht passenden Antworten.
    Du schreibst:

    Und Wegert sagt ja nicht, dass die Menschen in der Germanwings-Maschine schuldiger gewesen wären, als du und ich. Das waren sie nicht. Das betont er ausdrücklich.

    Er sagt, sie – also die Opfer der Germanwingsabsturzes – mußten sterben, weil sie schuldig sind – und er sagte das anläßlich dieser Absturzkatastrophe, also implizierte das, dass sie an dem Absturz Schuld tragen. Das ist natürlich Quatsch. Aber man könnte das so verstehen. Und vielleicht hat er es einfach als Provokation so gesagt – um die Menschen „aufzurütteln“. Aber was bleibt ist einfach eine unsensible Geschmacklosigkeit. Menschen in Trauer auch noch Schuld aufzuladen – das ist ein Muster bei Wegert – und das macht mich unendlich sauer.
    Du schreibst:

    „Warum hat Gott diesen Absturz zugelassen?“ ist hier nämlich die falsche Frage, wie so oft, darauf will er hinaus.

    Aber – sorry Christina – diese Frage stellen die Angehörigen. Und Du kommst ihnen ernstlich damit, dass das „Die falsche Frage“ ist? Geht’s noch? *ich muss mich wieder einkriegen*
    Du schreibst:

    Die Frage müßte lauten: Warum hat Gott mich und dich (obwohl wir genauso schuldig sind) bis heute noch am Leben gelassen? So antwortet auch Jesus den Leuten, als der umstürzende Turm von Siloah damals viele Menschen erschlug. Er sagt genau dasselbe wie Wolfgang Wegert. [Jesus: „Wenn ihr nicht Buße (umkehrt) tut, werdet ihr alle genauso umkommen.“ Das sagt Jesus, als ihn die Menschen nach der Ursache dieses Unglücks fragen.] Das müßte dir dann genauso bitter aufstoßen.

    Christina, in Jesu Beispiel geht es um die Mutmaßung, dass die Erschlagenen besonders (!) sündig seien. Und Jesus widerspricht dem, indem er sagt, „Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen.“ Können wir uns bessern? Kommen wir alle durch ein Unglück um, weil wir besonders schlecht sind? Und die, die sich bessern, sterben dann nicht durch ein Unglück?
    Oder anders gefragt: Waren die Germanwings-Opfer besondere Sünder? Nein. Sind sie durch den Absturz gestorben, weil sie sich nicht „gebessert“ haben? Nein. Werden wir durch ein ähnliches Unglück sterben, wenn wir uns nicht bessern? Nein. Also was soll der Quatsch?
    Du schreibst:

    Wir meinen halt immer, wir hätten unser Leben prinzipiell und Gottes Güte im allgemeinen ja so arg verdient. Gott wäre uns das schuldig, ein gutes Leben usw. Aber das ist er seit dem Sündenfall im Garten Eden nicht mehr. Gott ist uns gar nichts schuldig.

    Nein. Die Angehörigen dachten wahrscheinlich nicht, dass sie Gottes Güte „ja so arg“ verdient hätten. Und ich denke auch nicht, dass Gott mir etwas schuldig sei. Man leidet unter dem Schmerz des Verlustes. Und man kann unter diesem Schmerz ohne Hochmut, ohne Stolz und ohne Selbstsucht leiden. Man kann einfach sehr, sehr leiden. Man kann weinen und die Sehnsucht nach dem geliebten Menschen als wahnsinnigen Schmerz spüren. Und in der Tatsache des Bewußtseins über diesen Schmerz hilft es nicht weiter, wenn man dann hört: Selbst schuld. Gott ist dir gar nichts schuldig.
    Du schreibst abschließend:

    Drewermann ist ein Irrlehrer, den nicht mal die katholische Kirche mehr haben wollte. Und das will schon was heißten, da diese ja selbst viele Irrlehren vertritt.

    Weißt Du, warum Drewermann die Lehrerlaubnis entzogen wurde? Weil er die Fehler der Katholischen Kirche aufdeckte. Du hast bisher nur über ihn gelesen. So gut wie nichts von ihm. Aber Du bezeichnest ihn als „Irrlehrer“. Das ist schon harter Tobak. : – )
    Da Du mir so gern Literatur empfiehlst: Als Einstieg in Drewermanns Denken und in Dein eigenes empfehle ich Dir dringend eines seiner bedeutensten Werke: „Kleriker“!
    Es würde Dir die Augen öffnen. Wenn Du es nur läsest. Aber Du guckst ja lieber Arche-Predigten.

  58. sapere Says:

    Nemesis, Du verdienst eine Antwort auf Deinen Einwurf, ich solle Beweise für meine Behauptung (die gar nicht meine Behauptung ist) liefern. Ich arbeite daran und suche. : -) Ich bitte um Geduld.

  59. Nemesis Says:

    @Christina

    “ Na ja, ein Sinnbild für bestimmte Bewußtseinszustände würde ich nicht wirklich als Gott bezeichnen. http://www.buddhateens.org/eine-religion-ohne-gott/ Unter Gott verstehe ich eine wirkliche Person, keine Phantasiegebilde. ^^“

    Ach, Du schickst mir einen Link zu den „Buddha-Teens“, um mich über die Lehre des Buddha zu unterrichten?^^

    Was ist denn Deiner Ansicht nach eine Person? Jemand, der eine Adresse und einen Personalausweis besitzt? Jemand, den man materiell anfassen kann? Dann wäre Gott keine Person, denn Gott hat keine Adresse, keinen Personalausweis und anfassen kann man ihn auch nicht. Adresse, Personalausweis, materielle Anfassbarkeit sind also Kriterien, die eine Person nicht unbedingt braucht. Und da wären wir dann auch schon im Reich Gottes, im Reich der Bewusstseinszustände, im Reich der Götter und Nicht-Götter und der Geister und Dämonen.

    Du erlebst jeden Tag und jede Nacht Bewussseinszustände. Oder etwa nicht? Einen Bewusstseinszustand erlebt man, sobald man etwas wahrnimmt, zB etwas sieht oder hört oder fühlt oder riecht oder schmeckt oder denkt oder träumt, immer dann erlebt man einen Bewusstseinszustand. Wie real sind nun all jene Bewusstseinszustände, die Du jeden Tag erlebst? Was genau ist da Phantasie und was real? Wenn Du einer Tee-Dose Tee entnimmst und eine Tasse davon trinkst und jemand anderes trinkt ebenfalls eine Tasse vom Tee aus derselben Tee-Dose, schmeckt dann beiden Tee-Trinkern der Tee haargenau gleich oder doch eher ein klein wenig unterschiedlich? Wenn aber der Tee für beide auch nur ein klitzekleines Bischen unterschiedlich schmeckt, wie schmeckt dann der REALE Tee? Schau Dir den Sternhimmel an- jeder sieht ihn ein klein wenig anders. Aber wie sieht der reale Sternenhimmel hinter all den subjektiven Eindrücken und Vorstellungen und Bewusstseinszuständen der Leute aus ?! Was ist HINTER all Deinen, unseren Bewusstseinszuständen? Ein „reale“ Welt? Egal, was Du auf diese Frage antwortest, Du wirst nicht ohne Bewusstseinzustand antworten. Du lebst und atmest, permanent begleitet von Bewusstseinszuständen. Und was davon real ist oder nicht, das entscheidest in erster Linie Du allein, liebe Christina. Daher brauchst Du Vertrauen in das für das fleischliche Auge Unsichtbare und das hast Du ja offenbar auch 🙂

    Wenn Du nun die Bibel liest, die Bibel studierst, die Predigten hörst und darüber nachdenkst, gewissen Gedanken nachgehst und andere Gedanken verwirfst, bestimmte Schlüsse ziehst, andere Schlüsse verwirfst, dann bist Du permanent begleitet von Bewusstseinszuständen. Und manchmal (oder oft) denkst Du, Du bist ganz nahe bei Gott und seiner Wahrheit und Du fühlst Dich sicher, dass Gott es so und so gemeint hat mit diesem oder jenem Vers. Was macht Dich dann sicher, wenn Millionen von Menschen Abermillionen von Dingen sagen? Ist es nicht jene leise oder laute, für andere unhörbare und unsichtbare Stimme in Deinem Innern, die Dir sagt, was richtig ist und was nicht? Du vertraust auf Gott, oder? Gott aber kann man nicht sehen oder anfassen und doch vertraut Du auf ihn, denn nur, wer Vertrauen in das für das fleischliche Auge Unsichtbare hat, nur wer Vertrauen in das für das fleischliche Ohr Unhörbare hat, kann auch Vertrauen in Gott haben. Wenn Du aber Vertrauen in das Unsichtbare und Unhörbare hast, dann verunglimpfe niemals den Buddha oder irgendwelche Bewusstseinszustände, denn auch Buddha lehrte nicht nur über das Sichtbare und Hörbare, sondern auch über das Unsichtbare und Unhörbare. Buddha hat niemals behauptet, es gäbe keinen Gott. Buddha hat sich generell nicht an theologischen Spekulationen beteiligt. Um in seinem Stil diesen Post abzuschliessen:

    “ Vieles wird über den Erhabenen erzählt, Gutes und Schlechtes. Ihr aber, die ihr den Weg zur Befreiung gewählt habt, gehet nicht nach Hörensagen, verirrt Euch nicht im Gestrüpp, im Dickicht der Ansichten und Meinungen. Gehet nach dem, was Ihr selbst nach reiflicher Prüfung, nach reiflicher Überlegung selbst erkannt habt:

    Unheilsames Tun führt in’s Leiden, Heilsames Tun führt hinaus!

    Wir ernten, was wir säen. Etwas anderes hatte auch Jesus, der Nazarener nicht gelehrt.

  60. Nemesis Says:

    … übrigens, ich hoffe für Dich, dass Du weisst, was „Instant Karma“ bedeutet… 😎

  61. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Ach, Du schickst mir einen Link zu den „Buddha-Teens“, um mich über die Lehre des Buddha zu unterrichten?^^

    Nee, das ist der Blog einer Buddhistin, die u. a. eben auch den Buddhismus mal für Teens mit einfachen Worten ohne viel Schnickschnack erklärt hat. Find ich doch gut. Wenn dir ihre Erklärung nicht gefällt, musst du dich bei deiner Glaubensgenossis beschweren. ^^

    @ sapere aude:

    Erst redet man den Leuten ein ordentlich schlechtes Gewissen ein und dann bietet man ihnen die einzige Lösung für all ihre Probleme an. Diese Lösung gibt es aber nur bei der Arche. So toll wie bei der Arche wird man nirgendwo von seiner elenden Sündhaftigkeit erlöst.

    Was du dir da einredest. ^^ Es geht Wegert absolut nicht um die Arche. Wie kommst du nur darauf? Macht er in der Predigt etwa Werbung für die Arche? Nein. Auch in der Arche sind nur ganz normale, nicht außergewöhnliche Menschen. Die Lösung unserer Probleme finden wir nicht in der Arche oder irgend einer anderen Gemeinde, sondern nur bei Jesus Christus. Die Predigten aus der Arche helfen Menschen vielleicht dabei, ein bißchen besser zu verstehen, worum es geht, mehr nicht.

    Nein. Darüber bin ich überhaupt nicht erstaunt. Und ich bin dir dankbar, dass Du diese sehr persönliche Information mit uns teilst. Du hast oft geschrieben, dass Du in eine bibeltreue Familie hineingewachsen bist. Und da sind extreme Minderwertigkeitsgefühle ein sehr verbreitetes Phänomen.

    Woraus schließt du das? Kennst du denn soviel bibeltreue Familien persönlich? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Ich kenne ganz schön viele und das, was du hier behauptest, ist mir dort nicht aufgefallen. Ich denke mal, Minderwertigkeitsgefühle sind auch dort nicht mehr und nicht weniger verbreitet als anderswo auch und haben wenn, mit dem dort vermittelten Glauben eher nichts zu tun. Meine Minderwertigkeitsgefühle hatten jedenfalls absolut, aber auch absolut gar nichts mit unserer Gemeinde oder dem bibeltreuen Glauben an sich zu tun. Das hatte andere Gründe. Die Heilung dieser Minderwertigkeitsgefühle hatte aber sehr wohl etwas mit der Art des dort vermittelten Glaubens zu tun, aber vor allen Dingen damit, dass ich dort Gott und seinen Charakter immer besser kennengelernt habe. ^^

    Ich kenne ehrlich gesagt auch niemanden aus diesem Personenkreis, der sich wertlos fühlen würde, aufgrund der Tatsache, dass Gott u. a. auch ein strafender und eifersüchtiger Gott ist. Das sind doch ohnehin lediglich nur zwei seiner Eigenschaften und selbst die haben eigentlich ihren Ursprung in der Eigenschaft seiner Liebe. (Wer Kinder liebt muss praktizierte Pädophilie hassen. Das ist doch völlig normal. Liebe und Strafe schließen sich gegenseitig nicht aus.) Ich finde, es ist enorm wichtig, dass man ein ausgewogenes Gottesbild vermittelt bekommt, nicht von einer Seite vom Pferd fällt, weder rechts noch links. Und zu diesem Gottesbild gehört Gottes Liebe genauso wie Gottes Strenge. Ich bin froh und meinen Eltern sowie vielen anderen Personen dankbar, dass ich so ein ausgewogenes Gottesbild vermittelt bekommen habe. ^^ Es hat mir nicht geschadet, im Gegenteil. Geschadet haben mir ganz andere Sachen.

    Und schau mal, es ist doch auch vollkommen unlogisch, dass man als ein von Gott bis in den Tod hineingeliebter Mensch sich minderwertig fühlen sollte? Das ergäbe doch gar keinen Sinn irgendwie. ^^ Gott liebte uns schon, als wir noch seine Feinde waren. Und wo ist Gottes Liebe größer zu sehen, als am Kreuz von Golgatha?

    In Freikirchen wird oft das Bild eines sehr strafenden und eifersüchtigen Gottes und damit einhergehend der extrem wertlosen menschlichen Existenz vermittelt – die sich allein durch den Glauben an Jesus Christus rechtfertigt und zwar einzig und allein – das ist jetzt ganz wichtig – wie dieser Glaube durch die jeweilige Gemeinde und deren Vorsteher vermittelt wird.

    Darf ich mal fragen: In wieviel Freikirchen warst du schon? Sprichst du aus Erfahrung? Oder hast du das nur irgendwo gelesen? ^^

    Ja, ich spreche hier von Gehirnwäsche, Mißbrauch von Abhängigen, Betrug und mehr. Und wenn ich Herrn Wegert sehe und seine Predigten lese, dann sehe und lese ich einen Fanatiker.

    *Kopfschüttel*

    Mein Problem ist nicht, dass er als Pfingstler auftrat, sondern dass er mit dem religiösen Betrüger Benny Hinn auftrat. Und Benny Hinn sollte Dir ja vielleicht ein Begriff sein.

    Nun, dass war – wie schon gesagt – vor seiner Zeit. Seit wann bist du so nachtragend? Das liegt 30 Jahre zurück. Man kann sich ändern – auch seine Ansichten. Du hast dich doch auch geändert. ^^

    Der Benny Hinn ist natürlich ein Verführer ohnegleichen. Ja, der Abfall spielt sich nicht nur ausschließlich in der EKD ab.

    Christina, selbstverständlich machen wir uns täglich schuldig. Aber keine unserer Sünden rechtfertigt die Todesstrafe. Darüber hatten wir uns bereits auseinandergesetzt.

    Woher weißt du das? In Deutschland wird nach deutschem Recht gerichtet, in England nach englischem Recht, in Frankreich nach französischem Recht und bei Gott nach Gottes Recht. Das mag dir nun gefallen oder nicht. Was spielt das für eine Rolle? Gott wird sich nicht nach deiner Meinung richten. ^^

    Schau mal, wenn da jemand ist, der diese Welt ins Dasein rief, dann sind wir vollkommen abhängig von ihm. Er gab das Leben. Er ist die Quelle des Lebens. Ohne ihn gibt es kein Leben für uns. Wenn der Erhalter des Lebens, den wir mit Füßen weggetreten haben, weg ist – ist auch das Leben weg. Also, wenn wir uns absichtlich von dieser Quelle abschneiden (wie Adam und Eva es taten und seitdem ausnahmslos alle Menschen) und autonom, selbständig, unabhängig sein möchten – von Gott, also der Quelle des Lebens, dann ist das ganz schön dumm. Weil es ohne ihn nur noch Tod gibt – nichts anderes!!! Adam und Eva haben einer Lüge geglaubt. Sie glaubten, sie könnten auch unabhängig von Gott ihr Leben leben. Das ist so, als wenn du glaubst, deine Schreibtischlampe bräuchte um zu Leuchten keinen Strom aus der Steckdose mehr. Sie kann das auch so unabhängig vom Strom. Deshalb ziehst du den Stecker raus. Aber Gott hatte die Menschen vor diesem Irrtum gewarnt: „An dem Tag, an dem ihr esst (Ungehorsam), werdet ihr sterben.“ (Also, an dem Tag, an dem du den Stecker rausziehst, wirst du kein Licht mehr haben.) Nun, das ist passiert. Im Grunde genommen – wenn Gott nicht so außerordentlich barmherzig wäre – würden wir ja schon längst gar nicht mehr leben. Wenn Gott sich nach dem Sündenfall total von dieser Erde zurückgezogen hätte, dann wären alle Lampen aus – total – dann wäre alles Leben erloschen. Es gäbe uns Beide gar nicht. Wir wären erst gar nicht geboren worden. Wir können ohne Gott nicht existieren. Weil nur er das Leben ist und aus Barmherzigkeit sich diese Erde noch ein wenig weiter drehen ließ, existieren wir – du und ich – überhaupt. Würde Gott seine Hand auch nur für einen Augenblick ganz zurückziehen, wäre alles vorbei – aus – finito – und er hätte uns damit überhaupt kein Unrecht getan. Wir würden nur die Folgen unseres Handelns nun erleiden. Das, was du als Strafe bezeichnest, ist im Grunde genommen nur die Folge, die sich aus unserem Denken und Handeln dann letztendlich ergibt. Sieh‘ es mal so. Vielleicht kommst du damit ja besser klar. (Zieh‘ den Stecker raus – und das Licht ist weg. Wenn du das als Strafe sehen willst – Bitteschön. ^^)

    Jetzt habe ich viel geschrieben, habe aber das Gefühl, dass ich den Kern dessen, was ich eigentlich sagen wollte, doch noch nicht so richtig getroffen habe und du mich gar nicht verstehen wirst. Ich kann es aber leider nicht besser. Ich bin nun mal kein Lehrertyp. 🙁

    Für heute soll es auch genug sein. 🙂

  62. Nemesis Says:

    @Christina

    Übrigens halte ich sapere audes Vorschlag, „Kleriker“ zu lesen, für einen äusserst guten Vorschlag. Allerdings denke ich nicht, dass Du diesem Vorschlag folgen wirst. Aber das macht mir persönlich nix. Jeder Mensch hat unbedingt ein Recht auf sein eigenes Karma.

    Die Welt da draussen ist gross, gewaltig gross. Siddharta Gautama Buddha war ein Inder, aufgewachsen in der indischen Geisteswelt. Gegen die indische Geisteswelt schaut die westliche Welt samt Christentum aus wie ein winziger Spielzeugladen. Du wirst wohl nie auch den Zipfel eines Einblicks in die östliche Geisteswelt erhalten und Dich stattdessen weiterhin an die scheinbar sichere Puppenstube Deines Glaubens klammern. Ich kann das gut verstehen, denn Du bist halt in dieser winzigen Welt aufgewachsen und kennst nichts anderes.

  63. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Übrigens halte ich sapere audes Vorschlag, „Kleriker“ zu lesen, für einen äusserst guten Vorschlag. Allerdings denke ich nicht, dass Du diesem Vorschlag folgen wirst.

    Da denkst du richtig. ^^ Jeder, mit auch nur einem klitzekleinen Fünkchen an geistlichem Unterscheidungsvermögen, merkt schon anhand dieses kurzen Interviews, wes Geistes Kind Herr Drewermann ist. Da kann man sich alles weitere wirklich ersparen:

    http://www.spiegel.de/spiegel/a-56578.html

    Dazu passt gut: 1.Johannes 4

    „Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehört, daß er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt.…“

  64. Nemesis Says:

    Sämtliche schlafenden, träumenden und wachen Bewusstseinszustände, diesen ganzen Blog hier, ganz Deutschland, ganz Europa, die Erde, das Sonnensystem, die Galaxien und schwarzen Löcher und Voids und Gott und Götter und was da jenseits dessen ist oder sein mag, all dies würde Buddha mit einem einzigen, entschlossenen Griff als EIN Knäuel aufnehmen:

    Namarupa (Name und Form).

    Andere formulieren es so:

    Shunyata ( Leere = Form).

    Ist Gott nun ein Bewusstseinszustand oder ist Gott real?

    “ Zwei Möglichkeiten, eine Gelegenheit.“

    Zen-Glosse

  65. Nemesis Says:

    @Christina

    WTF ?!

  66. Nemesis Says:

    „Der Widerchrist“… gnahahahaha… Christina, alles wird guuut^^ Du selbst bist doch auf jeden Fall gerettet 🙂 Was also willst Du NOCH?! Den Satan, den WIDERCHRIST persönlich bekehren?! DAS wird Dir nicht gelingen 😎

    … und auch sapere aude wirst Du ganz sicher nicht zu Deinem Glauben bekehren, der hat nämlich keine Angst vor dem Teufel 🙂

  67. sapere Says:

    Nemesis, ich habe etwas gefunden, was meine Theorie zu bestätigen scheint:

    http://www.ekd.de/synode2016/beschluesse/s16_05_6_kundgebung_erklaerung_zu_christen_und_juden.html

    Die Einsicht in die bleibende Erwählung Israels ist seitdem in Theologie und Kirche bedacht, auf ihre Folgen hin befragt und für die kirchliche Lehre fruchtbar gemacht worden. Wir bekräftigen: Die Erwählung der Kirche ist nicht an die Stelle der Erwählung des Volkes Israel getreten. Gott steht in Treue zu seinem Volk. Wenn wir uns als Christen an den Neuen Bund halten, den Gott in Jesus Christus geschlossen hat, halten wir zugleich fest, dass der Bund Gottes mit seinem Volk Israel uneingeschränkt weiter gilt.

    Das bedeutet, der höchste Rat der evangelischen Kirche stellt fest, dass Israel das auserwählte Volk ist … so wie es in ihren Heiligen Texten steht … und Christen stehen damit in ihrer Tradition und damit letztlich auch in ihrem Dienst.

  68. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ Das bedeutet, der höchste Rat der evangelischen Kirche stellt fest, dass Israel das auserwählte Volk ist…“

    Das betrachtest Du also, nach langen und hoffentlich gewissenhaften Recherchen, als wissenschafts-historischen Beweis dafür, dass „die Elite der Juden“ das Christentum in die Welt gesetzt hätte?!^^

    WTF?

  69. Nemesis Says:

    Weisst Du, was der WIDERCHRIST dazu sagen würde?!

    Bwwaaaaaahahahahahaha, die christlichen Schafe haben sich verlaufen, die Kirchen sind am ENDE.

  70. sapere Says:

    Christina, zum Thema Drewermann als „Widerchrist“:

    Du hebst 1. Johannes 4 hervor:

    Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott.

    Drewerman bestreitet nicht, dass Jesus in das Fleisch gekommen ist. Und ich bestreite das auch nicht. Jesus ist eine historische Tatsache. Manche Menschen bestreiten das. Drewermann und ich bestreiten das nicht. Und das kannst Du auch in dem Interview nachlesen.

  71. sapere Says:

    Meine Lieblingsstelle in dem Drewermann-Interview:

    SPIEGEL: Ihr Buch „Kleriker“ ist die schärfste, umfassendste und kenntnisreichste Kritik an der katholischen Kirche, die es in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Ist Ihre Kirche in einem so desolaten Zustand wie zur Zeit Luthers?

    DREWERMANN: In gewissem Sinn ist sie in einem schlimmeren Zustand, und so, wie sie heute ist, hat Jesus sie nicht gewollt. Sie hat 450 Jahre lang versucht, Luther und die Reformation zu widerlegen, und ist dabei immer einseitiger, immer enger, immer starrer geworden. Seit dem Konzil von Trient Mitte des 16. Jahrhunderts hat sie Zuflucht genommen zu der Behauptung, ihre Bischöfe könnten objektive Wahrheiten garantieren und kraft Amtes weiterreichen durch die Jahrhunderte. Daß ich dies in Frage stelle, hat die Bischöfe gegen mich aufgebracht.

    SPIEGEL: Weil es um den Glauben geht?

    DREWERMANN: Nein, weil es um die Macht geht. Ich hatte ursprünglich nur dazu beitragen wollen, daß der einzelne Mensch von innen heraus seinen Glauben, sein Denken und Fühlen in Einklang bringen kann. Da gibt es ja manche Kluft, manchen Bruch. Aber es stellte sich heraus, daß ein Mensch, der mit sich selbst ins reine kommt, keine Außenleitung durch eine kirchliche Autorität mehr braucht. Sie wird überflüssig, lästig und schädlich.

    Es gibt Menschen, die klammern sich an autoritäre Glaubensvorgaben, weil ihnen selbst der Mut fehlt, Kontakt zu Gott aufzunehmen. Vielleicht weil sie von der Größe und Macht Gottes völlig überwältigt sind. Sie können ihm nicht direkt ins Gesicht schauen, sie brauchen Priester und Heilige, die den Kontakt indirekt ermöglichen, die eine Art Vorkoster spielen. Die die Brücke zu Gott schonmal auf Belastbarkeit geprüft haben. Aber es gibt viele, die sich eine Brückenwärteruniform anziehen und durch lautes Geschrei den Eindruck erwecken, sie könnten Brücken schlagen … auch wenn sie nur Uniformen tragen können. Es ist also besser, selbst zu schauen und zu prüfen und sich nicht von Autoritäten abhängig zu machen.

  72. sapere Says:

    Nemesis, ich habe nicht „gewissenhaft“ recherchiert. Ich habe auch noch andere Beschäftigungen als nach der wissenschaftlichen Bestätigungen von Verschwörungstheorien anerkannter Antisemiten zu suchen. 🙂

    Nein, ich stelle lediglich ein gewisses Muster („Auerwähltheitsideologie“) fest … und ich bleibe an diesem Thema dran.

  73. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ Nemesis, ich habe nicht „gewissenhaft“ recherchiert.“

    Ah, ok^^

    “ Nein, ich stelle lediglich ein gewisses Muster („Auerwähltheitsideologie“) fest …“

    „Auserwähltsideologie“, das hört sich an wie eine schlimme Krankheit 🙂

  74. Nemesis Says:

    “ Sie können ihm nicht direkt ins Gesicht schauen, sie brauchen Priester und Heilige, die den Kontakt indirekt ermöglichen, die eine Art Vorkoster spielen. Die die Brücke zu Gott schonmal auf Belastbarkeit geprüft haben.“

    Sie können Gott nicht direkt und auf Augenhöhe ins Gesicht schauen^^ Ich kann das verstehn. Und dann kommen halt die Pfaffen ins Spiel:

    “ Meine lieben Schäfchen, macht schön „määh“. Nein, nicht „määh hähähä“ sollt ihr machen, sondern „määh“!!! Ihr wollt doch etwa nicht dem Widerchristen in die Hände fallen und mit ewiger Verrrrrdammmmmnissss geschlagen werden ?!“

    Und so halten die Pfaffen weder den Schlüssel zum Himmelreich in der Hand, noch kommen sie selbst hinein, versperren aber anderen den Weg dorthin 🙂

  75. Nemesis Says:

    Übrigens, Korrektur:

    Ich hatte weiter oben Gautama Buddha als den „Erhabenen“ bezeichnet. Aber diese Übersetzung ist unzutreffend. Die korrekte Übersetzung lautet schlicht der „Erwachte“.

  76. Christina Says:

    @ sapere aude:

    Die Kritik an der katholischen Kirche ist schon Jahrhunderte alt. Die hat Herr Drewermann nicht erfunden. Da könnte ich dir haufenweise evangelikale Links zu Artikeln und Büchern schicken. Und auch wenn er manches Richtige über die katholische Kirche als Institution sagt (in manchem stimme ich ihm ja zu), ist er dennoch ein Irrlehrer, weil das nicht das Einzige ist, was er sagt. Er sagt ja noch viel mehr. ^^

    Drewerman bestreitet nicht, dass Jesus in das Fleisch gekommen ist. Und ich bestreite das auch nicht. Jesus ist eine historische Tatsache. Manche Menschen bestreiten das. Drewermann und ich bestreiten das nicht. Und das kannst Du auch in dem Interview nachlesen.

    Es geht hier nicht darum, ob Jesus eine historische Tatsache war. Das glauben auch viele Atheisten. Es geht darum, ob er Gott war!!! Drewermann behauptet z. B. Jesus hatte einen menschlichen Erzeuger (so wie du und ich ^^), hat keine Wunder getan (was für ein kleines ohnmächtiges Gottesbild er doch hat – falls er Jesus überhaupt für Gott hält, was ich aufgrund seiner Aussagen bezweifle), ist nicht leiblich auferstanden (warum sollten wir es dann tun? ^^), um nur mal ein paar Dinge zu nennen.

    Ich halte jetzt mal biblische Aussagen dagegen:

    Joh. 1, 14 + 15: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugt von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.…

    Von welchem WORT ist hier die Rede? Die Antwort finden wir ein paar Verse vorher:

    Joh. 1, 1 + 2: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.… „

    Aha…. das WORT ist also gleichzusetzen mit GOTT. Und mit FLEISCH ist ein Mensch allgemein gemeint, so wie du und ich. Da sind wir uns hoffentlich einig.

    Also fassen wir zusammen: Johannes sagt in Vers 14, dass GOTT ein MENSCH geworden ist. Johannes will uns hier NICHT mitteilen, dass Jesus eine historische Tatsache war. Das war den Lesern damals ohnehin klar. Sie waren ihm ja teilweise sogar begegnet. ^^ Solch eine Beweisführung mußte Johannes nicht vornehmen. Es ging ihm vielmehr darum, seinen Lesern klar zu machen, dass Gott eine menschliche Gestalt angenommen hat. Johannes sagt hier außerdem: Jesus hätte schon vor ihm existiert.. Wie kann das möglich sein, wenn er einen menschlichen Vater hatte und durch menschlichen Samen gezeugt wurde. ^^ Also ziemlich eindeutig, sagt Johannes hier das Gegenteil von dem, was Drewermann – der falsche Prophet – behauptet. ^^

    Es ist also besser, selbst zu schauen und zu prüfen und sich nicht von Autoritäten abhängig zu machen.

    Das tue ich. 🙂 Ich wünschte du würdest das auch viel mehr tun. 😉

  77. Christina Says:

    @ sapere aude:

    Eines habe ich ganz vergessen und möchte ich doch noch mal nachhaken. Ich hatte dir ja die Frage gestellt, wieviel bibeltreue Familien du kennst und in wie vielen Freikirchen du schon warst? Vielleicht kannst du dazu noch mal was sagen. Würde mich wirklich interessieren. Ich danke dir. 🙂

  78. Nemesis Says:

    @Christina

    “ Und schau mal, es ist doch auch vollkommen unlogisch, dass man als ein von Gott bis in den Tod hineingeliebter Mensch sich minderwertig fühlen sollte? Das ergäbe doch gar keinen Sinn irgendwie. ^^ Gott liebte uns schon, als wir noch seine Feinde waren. Und wo ist Gottes Liebe größer zu sehen, als am Kreuz von Golgatha?“

    Aha, ein liebender, allmächtiger Zaubergottvater, der jederzeit die selbstgeschaffenen Naturgesetze aushebeln kann, schaut, in seinem unerforschlichen Ratschluss, zu, wie sein allmächtiger Zaubersohn, als Schlachtopfer und Reinwaschung für die sündigen Christen, die römische Folter erleidet. Und das nennen die Christen dann:

    “ Kreuzes- Theologie.“

    Und der Widerchrist lacht höhnisch, schlägt mit seinem behörnten Kopf auf die Tischkante und fragt:

    WhAt The FUck ?!

  79. Christina Says:

    https://www.youtube.com/watch?v=qynjg15aQWs

  80. Nemesis Says:

    Und wenn einer wie Drewermann nicht an jene morbide Kreuzes-Theologie glaubt, dann wird er verketzert und als Widerchrist diffamiert.

    Es ist exakt so, wie Drewermann es in „Kleriker“ sagt, die Kirche ruht auf 3 Säulen:

    Demut, Keuschheit und Gehorsam.

    Eine sadistische Sklavenmoral, Gehirnwäsche. Das ist nicht die revolutionäre, prophetische Tradition, die gegen die Obrigkeiten Mahnungen und Warnungen ausruft, jene Tradition, aus der auch Jesus von Nazareth stammte, sondern das genaue Gegenteil:

    Eine sadistische Knute, um, unter Androhung von Höllenstrafen, Sklaven zur Raison zu bringen.

    Mit genau jener Kreuzes-Theologie macht man den Nazarener zum Affen, zum Popanz, zum übernatürlichen, Zauberkunstückchen vorführenden Handlanger und Hofnarren all dessen, gegen das die prophetische Tradition Jesu‘ prophezeite. Kein gutes Karma für jene Geschichts- und Gehirnverdreher. Und auch kein gutes Karma für jene, die solchen Gift- Cocktail über Jahrtausende durch Wort und Tat verbreiten und (nicht nur) in die westliche Kultur implementieren.

    Mene mene tekel u-parsin.

  81. Nemesis Says:

    Die gesamte Kreuz-Symbolik hat ihren Ursprung in heidnischen Mythen, die historisch weit, weit früher entstanden sind, als das Christentum. Hinter der astro-mythologischen Symbolik des Kreuzes verbirgt sich der Lauf der Jahreszeiten, der Lauf der Sonne durch die 12 Tierkreiszeichen, ihr „Tod“ während der Wintersonnenwende am 21. Dezember und ihre Wiederauferstehung nach drei Tagen, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Dieser Sonnenlauf wird mit einem Kreuz, das mit mit einem Kreis umschlossen ist, symbolisiert:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sonnensymbol

    Christus, als universales, mythologisches Bild, trägt dieses Sonnenrad in unzähligen christlichen Darstellungen um sein Haupt:

    https://thumbs.dreamstime.com/z/mosaik-des-jesus-christus-15264154.jpg

    Das uns heute bekannte Kreuz, samt seiner Symbolik, wurde schlussendlich vom römischen Kaiser Konstantin fest in die römische Staatskirche installiert:

    “ Die Entstehungsgeschichte des Kreuzes als Glaubenssymbol ergibt sich aus dem Neuen Testament. Die im griechischen Urtext benutzten Wörter σταυρός staurós, σταυρόω stauróō, ἀνασταυρόω anastauróō und ξύλον xýlon werden im biblischen Kontext zumeist mit „Kreuz“ beziehungsweise „Kreuzigung“ übersetzt. Das Wort staurós hat neben der Bedeutung „aufrecht stehender Pfahl“ oder „Holzstange“ (benutzt vor allem auch im Kontext von Palisaden und hölzernen Unterlagen) auch die von „Hinrichtungsgegenstand für eine Kreuzigung“. Xýlon, das im Neuen Testament öfters als Synonym für staurós auftaucht, bedeutet „Holz“. Es geht also entweder um den Querbalken, den ein zu Kreuzigender zum Hinrichtungsort tragen musste, oder um die Konstruktion aus Balken, die die Form eines T oder eines Kreuzes hatte.

    In frühchristlicher Zeit ist das Kreuz als christliches Symbol unbekannt. Die altchristliche Kunst stellte die Leidensgeschichte, und vor allem die Kreuzigung, nur selten dar. Als wahrscheinlich älteste Einzeldarstellung der Kreuzigung gilt ein aus Gaza (oder evtl. Syrien) stammender Jaspis ägyptisch-magischen Ursprungs aus dem späten zweiten bis frühen dritten Jahrhundert mit der Teilinschrift ΥIE ΠATEP IHCOΥ XPICTE (in etwa: „Sohn Vater Jesus Christus“). Die magischen Amulette der Frühchristen wurden von der Kirche selten geduldet, aber in der offiziellen christlichen Kunst selbst fand das Kreuz nur langsam nach der Abschaffung der Kreuzigungsstrafe (320) Eingang. Im Jahr 325 hatte der Tradition nach die Kaisermutter Helena das Kreuz Christi und seine Grabeshöhle aufgefunden. Im Jahr 312 hatte Kaiser Konstantin der Große seine von den zeitgenössischen Historikern unterschiedlich gedeutete Vision vor der Schlacht bei der Milvischen Brücke, woraufhin er ein entsprechendes Feldzeichen (labarum) mit dem als Staurogramm interpretierten Himmelszeichen anfertigen ließ, was ihm der Legende nach zum Sieg verholfen haben soll.“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kreuz_(Christentum)

    Sowohl das alte, als auch das neue Testament ist durchdrungen von astro-mythologischer Symbolik, die wiederum in ägyptische und sumerisch/babylonische Astro-Mythologie zurückreicht. Man findet sie, in verschiedenen Formen ausgeprägt, überall auf der Welt. Die Menschen haben seit Urzeiten am Himmel ihr eigenes Dasein erkannt und vice versa, „wie am Himmel, also auch auf Erden“.

    Die gesamte Schlachtopfer-Theologie, also jene Theologie (besser: Ideologie), die in der römischen Folter am Pfahl/Kreuz ein Sühne-Opfer für die Sünden der Christen zu erkennen vermeint, ist nichts anderes, als die Gehirnwäsche der römischen Staatskirche. Es gibt kein solches Sühne-Opfer, niemand, kein Gott und kein Mensch, wäscht Sünden durch römische Folter rein.

    Die wissenschaftliche Sachlage ist hier eindeutig und unwiderlegbar, Wer an diesen Tatsachen zweifelt, möge Belege liefern, die das, was ich hier sage, widerlegen 🙂

    Liebe Christina, das sind die Fakten. Glauben heisst Vertrauen und Vertrauen kann leicht missbraucht werden, die Wahrheit aber wird uns freimachen.

  82. Nemesis Says:

    Stell Dir mal vor, liebe Christina:

    Da wird ein jüdischer Wanderprophet, der GEGEN ROM, GEGEN DIE JÜDISCHEN HOHEPRIESTER prophezeit hatte, eben deswegen vom römischen Kaiser Pilatus als „KÖNIG DER JUDEN“ verurteilt und durch die römische Folter am Pfahl/Kreuz hingerichtet. Und einige Zeit später ernennt der heidnische, römische Kaiser Konstantin diesen jüdischen Wanderpriester zum Gott aller Menschen, als Schlachtopfer am Kreuz für die Reinwaschung der Sünden (im wesentlichen hatte bereits der Apostel Paulus dafür die theologischen Grundlagen gelegt) und macht das Christentum zur römischen Staatskirche, zur römischen Weltkirche und Rom unsterblich. Weil Kaiser Konstantin ja vor seiner Schlacht an der Milvischen Brücke jene Erscheinung Christi (SOL INVICTUS)gesehen hatte und so zu Christus bekehrt wurde:

    „In hoc signo vinces“ (In diesem Zeichen wirst Du siegen)

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/In_hoc_signo_vinces

    Wieder das Sonnenrad (SOL INVICTUS):

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/In_hoc_signo_vinces#/media/Datei:Labarum.png

    „In hoc signo vinces“.

    Um die Zeit, als die römische Folter der Kreuzigung abgeschafft wurde, hat Kaiser Konstantin sie durch die geistige Kreuzigung ersetzt, denn in diesem Zeichen des Kreuzes hat er gesiegt, der römische Kaiser.

    Ohne Kaiser Pilatus und ohne Kaiser Konstantin gäbe es KEIN Christentum, weder ein evamgelisches, noch katholisches, noch sonstiges Christentum und daher wärst Du ohne diese römischen Kaiser keine Christin, liebe Christina. Es gibt kein anderes Christentum, als jenes Christentum der römischen Kaiser. Wie findest Du das, liebe Christina? Also mir wäre da mulmig zumute 😎 Ich denke, Du solltest endlich lernen, zwischen Jesus von Nazareth und dem römischen Sonnengott, genannt Christus (SOL INVICTUS) zu unterscheiden, damit Du frei wirst von dieser hinterhältigen, römischen Gehirnwäsche.

  83. Nemesis Says:

    Ein jüdischer Wanderprophet, irgendwann, irgendwo hingerichtet, ein Aufrührer, ein als „König der Juden“ verspotteter Nobody aus Nazareth, wäre für immer in der Versenkung der Geschichte verschwunden, ausradiert wie unzählige andere vor ihm (deswegen gibt es ja praktisch keinerlei historische Fakten über ihn), wenn nicht die römischen Kaiser einen unschätzbaren Wert für sich in ihm erkannt hätten. Sie haben die Legenden und Geschichten um den unbekannten Mann aus Nazareth als trojanisches Pferd benutzt, um seiner Erscheinung ganz eigene, römische Herrscher/Sklavenmoral einzuhauchen:

    Christus, Sol Invictus.

    Der römische Kaiser als Herr über die geistige und weltliche Welt, eben die römische Staatskirche, die römische Weltkirche. Rom hatte gesiegt, hatte sich mit dem jüdisch-heidnischen Bastard des Christentums unsterblich gemacht und eine neue geistige und weltliche, römische Weltordnung geschaffen.

    Das alles hat mit dem historischen Nobody aus Nazareth nichts, rein garnichts zu tun. Die Welt war damals voll von grossen und kleinen Propheten und Wahrsagern und Gottes-Söhnen, das war damals nichts besonderes. Und doch hören wir eine für das fleischliche Ohr unhörbare Stimme über die Jahrtausende hinweg, die Stimme der Wahrheit. Unsichtbar, unhörbar für gewöhnliche Ohren, die Stimme eines Nobodies aus Nazareth.

  84. Christina Says:

    @ Nemesis:

    kein Gott und kein Mensch, wäscht Sünden durch römische Folter rein.

    Da stimme ich dir völlig zu. 🙂 Ich sehe schon jetzt die Verwunderung auf deinem Gesicht. ^^ Nein, ich habe meine Meinung nicht geändert. ^^ Du hast nur die Passion Christi nicht verstanden. ^^

    Und mich hat Rom nicht gehirngewaschen. ^^

    Du kannst ja mal googeln wenn du willst(sapere aude hat es nicht so gerne, wenn ich hier Links reinstelle): „Von Babylon nach Rom“, Alexander Hislop.

    Und was die Passion Christi angeht, kannst du mal googeln: „Das Kreuz Jesu Christi“, Paul Washer, PDF)

    Ich wünsche dir viele neue Erkenntnisse. 🙂

  85. Nemesis Says:

    Korrektur:

    „… die Stimme eines Nobodies aus Nazareth.“

    sollte sein:

    „… die Stimme eines Nobody’s aus Nazareth.“

    Tse… oder ist „eines Nobody“ richtiger?

    „kratz am Kopf“…

  86. Nemesis Says:

    Übrigens, die Haltung der rechten Hand des Christus auf diesem Mosaik hier erinnert stark an eine sogenannte Mudra:

    https://thumbs.dreamstime.com/z/mosaik-des-jesus-christus-15264154.jpg

    Diese Handhaltung wird in Indien „Prana Mudra genannt“:

    https://astrowave.files.wordpress.com/2015/02/prana-mudra.png

    “ Prana (Sanskrit, m., प्राण, prāṇa, Lebensatem, Lebenshauch) bedeutet im Hinduismus Leben, Lebenskraft oder Lebensenergie. Prana ist vergleichbar mit Qi im alten China und Ki in Japan bzw. dem tibetischen Lung.“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Prana

    Reiner Zufall?

  87. Nemesis Says:

    Hier die astro-mythologischen Aspekte des römischen, unbesiegbaren Sonnengottes Christus (Sol Invictus) nochmal im Detail:

    “ Die Geburtssequenz

    Er wurde am 25. Dezember* von der Jungfrau Maria in Bethlehem geboren. Ein Stern im Osten kündigte seine Geburt an, welchem drei heilige Könige folgten.
    Der Stern im Osten ist „Sirius“ (auch Hundsstern) im Sternbild „Großer Hund“. Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel, welcher mit den drei Sternen des Gürtels des Orion „Alnitak“, „Alnilam“ und „Mintaka“ eine gedachte Linie bildet. Diese drei Sterne werden heute, wie zur damaligen Zeit, „Die drei Könige“ genannt. Stets zur Zeit der Wintersonnenwende, also einschließlich der Tage zwischen dem 21. und 25. Dezember, zeigt diese gedachte Linie (am Abend, sobald der Stern “Sirius“ aufgegangen ist) ziemlich exakt auf den Punkt am Horizont, an dem am darauf folgenden Tag die Sonne aufgehen wird. Daher ‚folgen’ die drei Sterne dem Stern im Osten, um diesen Ort zu finden, den Ort der Geburt der Sonne, „Gottes Sonne“ bzw. „Gottes Sohn“, sprich Jesus Christus…

    Die Todessequenz

    Ab der Sommersonnenwende werden die Tage wieder kürzer. Der Punkt des Sonnenaufgangs am Horizont wandert immer weiter Richtung Süden (hier in Bezug auf die nördliche Hemisphäre). Zum Ende des Jahres hin, wird der Tagesbogen der Sonne immer kleiner, was in vielen vorzeitlichen Kulturen den ‚Tod’ der Sonne symbolisierte. Am 21. bzw. manchmal am 22. Dezember (schaltjahrabhängig**) bewegt sich der Aufgangspunkt (natürlich auch der Untergangspunkt) der Sonne nicht weiter südlich (scheinbar). Das ‚Ableben’ der Sonne ist damit erreicht. In den Nächten des 22., 23. und 24. Dezember zieht das Sternbild „Kreuz des Südens“ (Crux) seine kurzen Bahnen dicht über dem südlichen Horizont (Standort Jerusalem)…“

    http://www.zeit-wen.de/pages/book/kapitel_4/4.3_Jesus.html

    Es ist also absolut kein Zufall, dass der Geburtstag von Christus mit dem Geburtstag des Sonnengottes, Sol Invictus, identisch ist. Kaiser Konstantin selbst hatte das so eingerichtet…

  88. Nemesis Says:

    “ Im Jahr 312 griff Kaiser Konstantin die Stadt Rom an, um deren Besetzer Maxentius zu vertreiben. Bei der Milvischen Brücke kam es zur Schlacht. Obwohl zahlenmässig unterlegen, siegten Konstantins Truppen. Wie die Legende berichtet, hatte er am Vorabend der Schlacht eine Vision des Kreuzes Christi und führte seinen Sieg darauf zurück. Diese Christus-Vision brachte die Wende für das Christentum und den Sieg über den Mithraskult. Bereits im Jahr 313 kam es zum Edikt von Mailand, mit welchem der weströmische Kaiser Konstantin und der oströmische Kaiser Licinius die Religionsfreiheit ausriefen.

    Im Jahr 325 lud Kaiser Konstantin zum Konzil von Nicäa, wo der Geburtstag des römischen Sonnengottes Sol invictus in den Geburtstag von Christus umfunktioniert wurde. Weihnachten war aus dem Geburtstag des heidnischen Sonnengottes geboren, dessen Wurzeln noch viel weiter zurückreichten, nämlich in die Zeit der Perser und Ägypter. Bereits der Pharao Amenophis IV huldigte 1400 Jahre vor unserer Zeitrechnung dem Sonnengott Aton. Aber auch die Kelten und viele andere Völker feierten den Tag der Sonnenwende…“

    http://www.infosperber.ch/Gesellschaft/Weihnachten–Fest-des-romischen-Sonnengottes

  89. Nemesis Says:

    Allerdings ist der römische Mithraskult nicht tot, sondern er lebt weiter im Christentum 🙂

  90. sapere Says:

    Ergänzend zu den historischen Fakten, die Nemesis zitiert – und denen ich nichts entgegenzusetzen habe – möchte ich noch erwähnen, dass wir auch ohne die fortgesetzte Propagandamaschinerie der USA im Nachkriegs- und Nachwendedeutschland heute keine Christen wären.

    Es gab nach dem 2. Weltkrieg eine sogenannte „Reeducation“ der Deutschen. Sie sollten massiv umerzogen werden. Teil dieser Umerziehungsmaßnahmen war auch die religiös-christliche Bildung und die Demokratisierung der kirchlichen Institutionen nach US-amerikanischen Maßstäben:

    „A special branch for Education and Religious Affairs (ERA) was established within the American Office of Military Government of Germany (OMGUS) and tasked with promoting freedom of religion, preventing the re-emergence of National Socialism and militarism, and securing the churches’ cooperation. The work of the ERA was based on a grass-roots approach, starting with the “clear areas” theorized by Brickner. The basic conviction underlying this approach was the idea that democracy is a way of life rather than a government system. Democracy was understood as the spirit of humanity—a rather religious notion of democracy.

    The ERA mostly focused on democratizing West German society by democratizing the structures of the Protestant churches. To achieve this, the ERA offered the churches consultation services by American experts to help them develop new pedagogic methods and teaching materials for the public schools, exchange programs for students and teachers, and the reintegration of German churches into international organizations such as the World Council of Churches. Interdenominational cooperation was encouraged as a means of overcoming national socialist isolation.

    The churches participated in the process of re-education and democratization in two ways. First, they helped secure a stable commitment to democracy among West Germans by perpetuating Christian traditions and values, and second, they transformed spirituality by emphasizing the critical and eschatological content of the Christian message. The churches’ contributions helped create a sense that West Germany’s period of transformation was a positive phase rather than one of uncertainty.“

    https://divinity.uchicago.edu/sightings/role-religion-growth-democracy-germany-heike-springhart

    Das nur zur Ergänzung meiner Theorie über die religiösen Propaganda durch Eliten, um ihre Position zu erhalten. Es stützt meine These, dass Religion keine echte „Graswurzelbewegung“ ist, sondern dass diese Graswurzelbewegung durch Eliten gesät und genährt wird und so den Eindruck erwecken soll, dass es sich um eine echte basisdemokratische Entwicklung aus religiösem „Volksempfinden“ handelt.

  91. Nemesis Says:

    Excellentes Infobit, sapere aude. Allerdings muss man zwischen Religionspropaganda der Eliten und der echten, wahren Message von Religion ebenso unterscheiden, wie zwischen Christus Sol Invictus und Jesus von Nazareth. Ein westlich geprägter und erzogener Mensch kann das schwerlich ohne umfangreiche Kentniss der Religionswissenschaft, Psychologie, Tiefenpsychologie, Mythenforschung ect ect.

    Nun denn:

    Du hast den spanischen Stiefel des rationalistisch-materialistischen Weltbildes (Hirnfickerei^^) geknackt UND Du hast den spanischen Stiefel geistiger Religionspropaganda (Hirnfickerei^^) geknackt. Jetzt erst beginnt die wahre Freiheit, der Eintritt in die eigentlichen Tiefendimensionen menschlich-kosmischen Daseins. Erst wenn beide spanischen Stiefel überwunden sind, beginnt die eigentliche, echte, unverbrüchliche Befreiung und Erlösung, das eigentliche Erwachen (Erwachen meint hier nicht unbedingt buddhistisches Erwachen), die Wahrheit jenseits der Spielzeugläden und Puppenstuben.

    Wohlan, es gibt noch unendlich viel zu entdecken und zu erkennen 😎

  92. Nemesis Says:

    Nochmal, weil’s so schön war:

    https://m.youtube.com/watch?v=xcMQWfMTfJ8

    3:-)

  93. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ Ergänzend zu den historischen Fakten, die Nemesis zitiert – und denen ich nichts entgegenzusetzen habe – möchte ich noch erwähnen, dass wir auch ohne die fortgesetzte Propagandamaschinerie der USA im Nachkriegs- und Nachwendedeutschland heute keine Christen wären.

    Com on, werter sapere aude. Aufklärung und moderne Wissenschaft haben es nicht geschafft, das Christentum zu eliminieren, die Kommunisten haben es nicht geschafft, das Christentum zu eliminieren und die Nationalsozialisten haben es auch nicht geschafft. Auch ohne die Reeducation der Deutschen durch die pösen Amerikaner hätte das Christentum in Deutschland locker überlebt. Die Amerikaner haben, sowohl politisch, als auch wirtschaftlich nach dem zweiten Weltkrieg lediglich wesentlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Geschichte Deutschlands und Europas genommen:

    “ A special branch for Education and Religious Affairs (ERA) was established within the American Office of Military Government of Germany (OMGUS) and tasked with promoting freedom of religion, preventing the re-emergence of National Socialism and militarism, and securing the churches’ cooperation.“

    Da steckte nicht nur eiskaltes Kalkül, das Christentum erhalten zu wollen, dahinter. Es waren zum Teil tatsächlich ehrenwerte Gründe, aus denen heraus die Amerikaner agierten. Allerdings waren die amerikanischen Interessen damals wie heute zwiegespalten. Sie wollten dem Nationalsozialismus ein Ende setzen, haben aber dennoch nach dem zweiten Weltkrieg etlichen hochrangigen Nazis die Einreise in die USA ermöglicht (Operation „Paperclip“). Die Amerikaner sind halt, ebenso wie die Deutschen und Europäer, weder absolute Engel, noch absolute Teufel, sondern eine Mischung von beidem. Politik ist nunmal ein diffiziles, delikates und schmutziges Geschäft 🙂

    Man kann eine Religion nicht durch Politik, durch Gewalt abschaffen, weil in jeder Religion überzeitliche Kräfte wirken, jede Religion ist durch überzeitliche Kräfte gespeist und DIESE Kräfte lassen sich nicht abschaffen.

  94. Nemesis Says:

    Denk mal in Ruhe über Deine Behauptung nach, sapere aude. Glaubst Du wirklich, die Menschen in Deutschland wären nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus so mir nichtsdirnichts aus den Kirchen ausgetreten, hätten ihren Glauben einfach so aufgegeben, wenn die Amerikaner nicht gewesen wären ?!

    Übrigens hatten auch die Nationalsozialisten kein Interesse daran, das Christentum komplett abzuschaffen. Ihre Absicht war es vielmehr, die Kirchen zu infiltrieren und ihnen die nationalsozialistische Ideologie einzupflanzen. Und da waren sie auf perfekten Nährboden gestossen, wie die Geschichte beweist. Die Nazi-Elite selbst war schliesslich eine Truppe irregeleiteter, religiös-fanatischer Spinner, die einem Giftgemisch aus christlicher Opfer- und Erlöserideologie, falsch verstandenen, halbgaren Interpretationen der Bhagavad Gita und verklärtem Kelten- und Germanentum folgten. Die Nazis samt Hitler waren nunmal selbst Opfer jener überzeitlichen Kräfte, von denen ich weiter oben sprach, gnahahahahaha 3:-)

  95. Nemesis Says:

    Was war es denn, was Nationalsozialismus und Christentum ua verband?:

    Antisemitismus.

    „Der ewige Jude“ als eine Zerrbild-Projektion der eigenen, vergifteten, christlichen Geschichte Europas. Seit Beginn des organisierten, römischen Christentums wirkt jener Antisemitismus durch die Jahrtausende hindurch bis heute nach. Rom hatte die Religion Israels als trojanisches Pferd okkupiert und ihr seine eigene Herrscher/Sklaven- Ideologie eingepflanzt. Seither hinkt jener Zombie, jener antisemitische, römisch-christliche Untote wankend durch die Weltgeschichte:

    Ein Bein in der (mehr oder minder verleugneten) religiösen Tradition Israels und ein Bein in der weltlichen Tradition des römischen Weltreichs.

    Das ist es ua, was Nationalsozialismus und Christentum verband.

  96. sapere Says:

    Nemesis, Du fragst:

    Glaubst Du wirklich, die Menschen in Deutschland wären nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus so mir nichtsdirnichts aus den Kirchen ausgetreten, hätten ihren Glauben einfach so aufgegeben, wenn die Amerikaner nicht gewesen wären ?!

    Ja, das glaube ich. Und der beste Beweis dafür ist die Atheisten/Religiös Indifferentenquote in Ostdeutschland. 80%. Einfach so. Nur 40 Jahre Gegenpropaganda hat aus einem Volk von Christen ein Volk von Atheisten gemacht. Im Übrigen die höchste Atheistenquote der Welt.

    Du stellst fest:

    Übrigens hatten auch die Nationalsozialisten kein Interesse daran, das Christentum komplett abzuschaffen. Ihre Absicht war es vielmehr, die Kirchen zu infiltrieren und ihnen die nationalsozialistische Ideologie einzupflanzen.

    Ja. Und genau so funktioniert das heute auch noch. Über die an sich guten und oft sinnvollen religiös-spirituell-psychotherapeutischen Angebote der Kirchen wird Politik vermittelt. Aktuell die Flüchtlings- oder militärische Außenpolitik der Regierung.

  97. sapere Says:

    Nemesis, Du schreibst, die Kommunisten hätten es nicht geschafft, das Christentum zu eliminieren. Sicher haben sie es nicht ganz und gar geschafft, aber sie waren sehr sehr effektiv. Siehe letzter Kommentar. Und die säkularen Medien der Neuzeit in den industrialisierten Ländern sind noch effektiver. Die Atheistenrate steigt. Und sie steigt durch antireligiöse Propaganda. Dafür gehen die Leute heutzutage zum Psychologen.

    Ich will nicht bestreiten, dass die Religion ausschließlich eine Propagandalüge ist. Religion ist in wesentlichen Teilen richtig und wichtig. ABER(!) das richtige und wichtige wird durch die tragenden Institutionen mit Tagespolitik vermischt. Und das siehst Du doch auch heute in der Islamvermittlung in Deutschland. Es werden teure Lehrstühle an Universitäten eingerichtet, die einen „liberalen Islam“ vermitteln sollen, der dem Staat dient. So wie das Christentum. Fundamentalistische Christen stören diese herrliche Harmonie nur.

  98. sapere Says:

    Ja, da hast Du recht, Nemesis, unter Christen gibt es und gab es einen latenten und akuten Antisemitismus. ABER eben auch einen ausgeprägten und sehr einflußreichen Philosemitismus. Siehe „Christians for Israel“. Ich präzsiere mein Theorie: Das Christentum, ursprünglich von Juden entwickelt, um Heiden zum religiösen Philosemitismus und zur sklavischen Unterwürfigkeit zu erziehen, entwickelte eine starke Eigendynamik bis auch andere Eliten seine enorme Wirksamkeit und Nützlichkeit erkannten und für sich instrumentalisierten … bis heute. Es gibt Propagandaideen, die so stark sind, dass sie irgendwann nicht mehr kontrolliert werden können. Siehe z.B. die Zigarettenwerbung mit rauchenden Frauen. Eine Unglaublichkeit zum damaligen Zeitpunkt … aber ein Markstein der Emanzipationsbewegung. Oder der rote Weihnachtsmann von Coca Cola. Eigendynamik.

  99. sapere Says:

    Christina, Du hast mich gefragt, wieviele bibeltreue Familien ich kenne:

    Ich bin mit zweien befreundet und mit vielen bekannt. Wieviele kann ich nicht genau sagen. Sie füllen wahrscheinlich eine kleine Kirche.

    Ich war schon in 3 unterschiedlichen Freikirchen. Ich habe mir Gottesdienste von Freikirchen/Megachurches im Internet angesehen/angehört.

  100. sapere Says:

    Christina, Du versuchst mir mit dem Kommentar 76 klarzumachen, dass 1. Johannes 4:

    Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott.

    So gemeint sei, dass Jesus Gott sein solle. Ich muß Dir da widersprechen. Wir haben bereits länger über diese Frage diskutiert. Und wir sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Ich würde mich eher der „ketzerischen“ arianischen Schule zuordnen, nach der Jesus von sich sagte, er sei der Sohn Gottes und trage ihn damit IN sich. Aber nicht, dass er unteilbar identisch mit Gott sei.

    Und wenn Johannes das so gemeint haben sollte, warum schreibt er dann nicht

    Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Gott mit Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, daß Gott durch Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist nicht von Gott.

    Tut mir leid, Christina, ich neige dazu, eine einfache und plausible Erklärung einer Von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge-erklärung vorzuziehen. Du mußt so viele Nebenannahmen machen, dass das was Du Dir da zusammenreimst mit jedem Satz unplausibler für mich wird. Johannes schreibt, dass Jesus Christus (also der Messias) ins Fleisch gekommen sei. Und das ist die Aussage dieser Stelle. Sie sagt, der Messias ist gekommen. Er ist jetzt da. Nicht mehr.

  101. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ Und der beste Beweis dafür ist die Atheisten/Religiös Indifferentenquote in Ostdeutschland. 80%. Einfach so. Nur 40 Jahre Gegenpropaganda hat aus einem Volk von Christen ein Volk von Atheisten gemacht.“

    Sapere aude, Ost-Deutschland ist nicht Gesamt-Deutschland und Deutschland ist nicht Europa und Europa ist nicht die Welt. Die Kommunisten hatten ebensowenig ein Interesse daran, die christliche Kirche komplett abzuschaffen, wie die Nationalsozialisten. Hätten sie es gewollt, hätten sie es ohne mit der Wimper zu zucken getan. Es gab in der Sowjetunion immer eine Kirche und es gab in Ost-Deutschland immer eine Kirche, wenn auch die Verhältnisse zum Teil sehr gespannt waren. Die kommunistischen Hardliner hatten zwar die Vision, dass irgendwann die Kirche in der kommunistischen, atheistischen Ideologie aufgeht, aber auch die Kommunisten waren kein homogener Block. Letztlich gilt:

    Wenn Religion abgeschafft wird, entsteht ein geistiges Vakuum. Dieses Vakuum kann man dann mit Kommunismus, Kapitalismus, Materialismus, Atheismus oder was auch immer füllen. Aber die überzeitlichen Kräft bleiben davon vollkommen ungerührt, sie wirken immer und überall. Die DDR ist ua deswegen zerbrochen, weil ihrer Elite die Kontrolle entglitten war und so hatte letztlich die Kirche in der DDR wesentlich zum Zusammenbruch der DDR beigetragen. Ja, es ist gar erwiesen, dass der Zusammenbruch des Kommunismus nicht unwesentlich von Rom, vom Vatikan mitbeinflusst war, denn neben der antisemitischen Haltung hatte die Kirche immer auch eine antikommunistische Haltung.

    Hier die Zahlen der DDR:

    “ Die überwiegende Mehrheit der Christen gehörte einer evangelischen Kirche an, katholische Christen konzentrierten sich vor allem in bestimmten Regionen. So waren 1989 etwa 5,4 Millionen Menschen Mitglied einer zum Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR (BEK) gehörenden Kirche. Ungefähr eine Million Menschen gehörten der katholischen Kirche an. Weitere Religionen mit wesentlich weniger Mitgliedern waren 1989 die Neuapostolische Kirche (100.000), Methodisten (35.000), Zeugen Jehovas (30.000) und Baptisten (14.500). Darüber hinaus existierten zahlreiche weitere Freikirchen und Religionsgemeinschaften, die meist deutlich weniger als 10.000 Mitglieder aufwiesen.

    Der Großteil der Bevölkerung gehörte gar keiner Religionsgemeinschaft an: 1988 waren insgesamt etwa 6,6 Millionen Menschen Mitglied einer religiösen Gemeinschaft, also knapp 40 %. Diesbezüglich ist eine wesentliche Veränderung zum Ende der DDR hin zu verzeichnen. 1949 waren noch ca. 92 % der Bevölkerung Mitglied einer Kirchengemeinschaft. 1979 waren es noch etwa 57 %, allein die Landeskirchen des BEK hatten noch etwa 8 Millionen Mitglieder.“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Christen_und_Kirchen_in_der_DDR

    Die von Dir genannte Zahl von 80% Atheisten in der DDR ist also offenbar nicht richtig. Und was haben nun die meisten Ostdeutschen umarmt nach dem Zusammebruch der DDR? Richtig:

    Den Kapitalismus, also Bananen, Jeans, schöne Autos, amerikanisches Kino, Pizza, Coca Cola usw usw. Und so wurde das geistige Vakuum wieder gefüllt 🙂 Was ist nun besser? Christentum, Kommunismus, Kapitalismus, Theismus oder Atheismus?

  102. sapere Says:

    Nemesis, es geht nicht um die Frage was besser ist, es geht um die Fakten. Und die Fakten sehen heute(!) so aus:

    Indeed, the survey was unable to find a single person under the age of 28 in eastern Germany who believed in God.

    https://www.theguardian.com/commentisfree/belief/2012/sep/22/atheism-east-germany-godless-place

  103. Nemesis Says:

    Sapere aude, es wurde dann also der christliche Gott in Ost-Deutschland schlicht durch den atheistischen Gott des Kapitalismus ersetzt.

  104. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ Ich präzsiere mein Theorie: Das Christentum, ursprünglich von Juden entwickelt, um Heiden zum religiösen Philosemitismus und zur sklavischen Unterwürfigkeit zu erziehen, entwickelte eine starke Eigendynamik bis auch andere Eliten seine enorme Wirksamkeit und Nützlichkeit erkannten und für sich instrumentalisierten … bis heute.“

    Sapere aude, jetzt ist aus Deiner These schon eine Theorie geworden? Zu einer Theorie gehören wissenschaftliche Bausteine, die jene Theorie untermauern. Und jene Bausteine bist Du bisher schuldig geblieben.

    Ich sagte es schon einmal:

    Es gibt nicht die eine, weltumspannende Verschwörung, sondern es gibt hunderte, sich gegenseitig bekämpfende Verschwörungen.

    Du wirst nicht dem Christentum den Boden entziehen, indem Du es einfach als jüdische Weltverschwörung erklärst. So einfach ist das nicht. Aber es besteht auch gar keine Notwendigkeit, dem Christemtum den Boden zu entziehen, denn es wird von ganz alleine untergehen, weil es von innen heraus faul ist.

  105. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Nemesis, du schriebst u. a. in deinen meterlangen Kommentaren (ich weiß, du meinst es ja gut und meinst du müßtest mich aufklären 🙂 ):

    Hier die astro-mythologischen Aspekte des römischen, unbesiegbaren Sonnengottes Christus (Sol Invictus) nochmal im Detail:

    “ Die Geburtssequenz

    Er wurde am 25. Dezember* von der Jungfrau Maria in Bethlehem geboren. Ein Stern im Osten kündigte seine Geburt an, welchem drei heilige Könige folgten.
    Der Stern im Osten ist „Sirius“ (auch Hundsstern) im Sternbild „Großer Hund“. Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel, welcher mit den drei Sternen des Gürtels des Orion „Alnitak“, „Alnilam“ und „Mintaka“ eine gedachte Linie bildet. Diese drei Sterne werden heute, wie zur damaligen Zeit, „Die drei Könige“ genannt. Stets zur Zeit der Wintersonnenwende, also einschließlich der Tage zwischen dem 21. und 25. Dezember, zeigt diese gedachte Linie (am Abend, sobald der Stern “Sirius“ aufgegangen ist) ziemlich exakt auf den Punkt am Horizont, an dem am darauf folgenden Tag die Sonne aufgehen wird. Daher ‚folgen’ die drei Sterne dem Stern im Osten, um diesen Ort zu finden, den Ort der Geburt der Sonne, „Gottes Sonne“ bzw. „Gottes Sohn“, sprich Jesus Christus…

    Erstens mal schreibst du „STETS zur Zeit der Wintersonnenwende“. Also passiert das wohl in jedem Jahr und ist somit nichts Außergewöhnliches, was auf irgend ein außergewöhnliches Ereignis hinweisen könnte. Das nur mal so nebenbei.

    Nun zum Eigentlichen:

    Ja, es wurde ja schon viel über die Erscheinung des Sternes von Bethlehem spekuliert. War es ein Komet oder irgendeine außergewöhnliche Planetenkojunktion zu der damaligen Zeit? Da hat man astronomisch auch irgendwie was rausgefunden kann ich mich schwach erinnern. Aber ich bin der Ansicht, all das wird dem Ganzen nicht so richtig gerecht.

    Eine sehr interessante Erklärung und für mich am einleuchtendsten gibt Arnold Fruchtenbaum in seinem Buch „Das Leben des Messias“. Er schreibt dort auf S. 17-18:

    Das Prinzip, das wir für die Schriftauslegung verwenden wollen, ist Folgendes: Immer dann, wenn wir die Bibel wörtlich verstehen können, dann nehmen wir sie wörtlich, außer der Zusammenhang zeigt uns, dass dies nicht möglich ist. Hier handelt es sich um die Frage, ob es sich hier um einen buchstäblichen Stern handelt oder um etwas anderes. Es gibt fünf Aussagen über diesen Stern, die uns sagen, dass es kein wirklicher Stern sein kann. Erstens erscheint und verschwindet dieser Stern zu zwei oder mehreren Zeitpunkten. Zweitens wird in Matthäus 2,2 ausgesagt, dass sie „seinen Stern“ gesehen haben. Hier steht, dass dieser Stern der persönliche Besitz des Messias ist. Eine Aussage, die nicht von anderen Sternen gemacht wird. Drittens bewegt sich dieser Stern von Osten nach Westen. Viertens bewegt sich dieser Stern später von Norden nach Süden und fünftens stand dieser Stern direkt über einem Haus in Bethlehem. Wenn ein wirklicher Stern hernieder kommt und direkt über einem einzelnen Haus in Bethlehem steht, würde er den Planeten Erde zerstören. Ein wirklicher Stern ist wie unsere Sonne. Wenn die Sonne hernieder käme und über einem Haus in Starnberg verweilen würde, würde dieser Planet zur Geschichte werden.

    Es handelt sich also hier um keinen wirklichen Stern – es muss etwas anderes sein, denn ein wirklicher Stern verhält sich nicht so. Das griechische Wort für Stern bedeutet ursprünglich „Ausstrahlung“ oder „Brillanz“. Hier haben wir das Gleiche, wie bei den jüdischen Hirten. Die Shechinah-Herrlichkeit informiert auch hier über die Geburt des messianischen Königs.“

    Über die Shechinah und das Memra im AT schreibt er auf den Seiten vorher ausführlich. Ich kann das jetzt aber nicht alles wiedergeben. Jedenfalls ist es sehr einleuchtend. Arnold Fruchtenbaum ist ein messianischer Jude. Er beleuchtet als Jude in seinem Buch viele schlichte Evangeliumstexte im Licht ihres jüdischen Bezugsrahmens. Das hat nicht nur mir zu einem tieferen Verständnis der Schrift verholfen. Mir ist dadurch z. B. auch klar geworden, warum Jesus einmal einem Blinden einen Brei aus Spucke und Sand auf die Augen geschmiert hat (ich fand das immer irgendwie eklig ^^.Jesus hätte doch auch so nur durch ein Wort heilen können. Hat er ja oft genug gemacht. Warum also hier auf diese eklige Art und Weise? Das hatte für mich immer irgendwie so den Beigeschmack von ein bißchen Hokuspokus oder so. Scharlatanerie-Zauberei. Oder doch nicht?) Jedenfalls es lohnt sich, dieses Buch zu lesen. Es öffnen sich einem Horizonte kann ich nur sagen. Mir ist es erst vor noch gar nicht so vielen Jahren in die Hände gefallen (hatte es von einer Freundin geschenkt bekommen) und seitdem haben sich mir manche Texte des NT auf eine ganz neue Art erschlossen. Sorry, wenn ich hier so schwärme. ^^

    – – – – – – – – – – – – – – – – – –

    Hier wird mir warm uns Herz 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=apyFQbwlvmI

  106. Nemesis Says:

    Übrigens, kleiner Scherz am Rande:

    Wurde der sog. „Hinduismus“ (Vedanta) etwa auch von der „jüdischen Elite“ entwickelt? Oder der Buddhismus oder gar der Schamanismus ?!

    RELIGION IST KEINE ERFINDUNG DER JUDEN.

  107. Christina Says:

    @ sapere aude:

    Christina, Du hast mich gefragt, wieviele bibeltreue Familien ich kenne:

    Ich bin mit zweien befreundet und mit vielen bekannt. Wieviele kann ich nicht genau sagen. Sie füllen wahrscheinlich eine kleine Kirche.

    Ich war schon in 3 unterschiedlichen Freikirchen. Ich habe mir Gottesdienste von Freikirchen/Megachurches im Internet angesehen/angehört.

    Okay. 🙂 Darf ich mal fragen, welche Freikirchen/Megachurches du angesehen/angehört hast? Ich möchte mir nur ein Bild machen über den geistlichen Inhalt, der dir vermittelt wurde, mehr nicht.

    Johannes schreibt, dass Jesus Christus (also der Messias) ins Fleisch gekommen sei. Und das ist die Aussage dieser Stelle. Sie sagt, der Messias ist gekommen. Er ist jetzt da. Nicht mehr.

    Johannes sagt, dass das Wort Fleisch wurde. Und wer das Wort ist, habe ich dir ja ausführlich dargelegt. Dadurch wird klar, was er meint. 😉 Ob du das nun einsiehst oder nicht, es ändert nichts daran. Ich streite mich mit dir auch nicht länger darüber. 🙂

  108. Nemesis Says:

    Was jetzt?! Wie will man Religion abschaffen? Wer hat sie letztlich erfunden?

    RELIGION IST KEINE ERFINDUNG DER ELITEN.

    Religion ist ein überzeitliches Medium zwischen Mensch und Kosmos. Somit hat letztlich NIEMAND die Religion an sich erfunden. Auch die Eliten sind nicht allmächtig. Auch die Eliten können lediglich jenes Medium zu ihrem eigenen Unheil und zum Unheil anderer missbrauchen (schwarze Magie) oder zum eigenen Wohl und zum Wohl aller einsetzen (weisse Magie). That’s it. Aber jenes Medium zwischen Mensch und Kosmos wird weiterbestehen solange es Menschen gibt. Nimm dieses Medium fort und der Mensch, die Menschheit fällt in sich zusammen wie eine tote Gliederpuppe. Die überzeitlichen Kräfte, die den Kosmos durchwalten, jedoch bestehen ewig, mit oder ohne Mensch, mit oder ohne Eliten.

  109. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Doch noch ein allerletzter Kommentar. 🙂

    Aber es besteht auch gar keine Notwendigkeit, dem Christemtum den Boden zu entziehen, denn es wird von ganz alleine untergehen, weil es von innen heraus faul ist.

    Dein Satz erinnert mich an ein altes Lied aus meiner Jugend:

    Seht‘, man musste sie begraben,
    die der Welt Gebote gaben
    und ihr Wort hat nicht Bestand.
    Ihre Haüser wurden Trümmer,
    ihre Münzen gelten nimmer,
    die man in der Erde fand.

    Ihre Namen sind verklungen,
    ihre Lieder ausgesungen,
    ihre Reiche menschenleer.
    Ihre Siegel sind zerbrochen,
    ihre Sprachen ungesprochen.
    Ihr gedenkt man längst nicht mehr.

    Jesu Name wird bestehen
    und sein Reich nie untergehen,
    sein Gebot gilt alle Zeit.
    Jesu Wort muss alles weichen
    und ihn kann kein Tod erreichen.
    Jesus herrscht in Ewigkeit.

    Ja, Totgesagte leben anscheinend länger. ^^

  110. sapere Says:

    Nein, Nemesis, Religion ist keine Erfindung der Eliten. So wenig wie „Das Lied der Deutschen“ von Fallersleben eine „Erfindung der Eliten“ ist. Aber populäre Kunst – auch religiöse Kunst – wird in politische Zielrichtungen eingebettet. Für Hitler war es „die Vorsehung“, die ihn zum „Führer“ erhob und er baute sein politisches Handeln auch auf die Deutschen Christen auf. Für alle Kaiser vor Wilhelm II. war Gott derjenige, der sie zu dem machte, was sie waren. Und die Eliten fanden die Rechtfertigung für den feudalistischen Ständestaat im Neuen Testament und sie verkündeten es lauthals von der Kanzel. Wer sollte den vom Staat bezahlten Pfarrern und Bischöfen widersprechen? Wenige protestantische Freikirchler vielleicht, die dann auch konsequent verfolgt wurden … und ihre neue Heimat in den USA fanden, wo sie inzwischen assimiliert sind und wieder instrumentalisiert werden.

    Also, alles in allem keine Erfindung der Eliten – aber in der Hand der Eliten (durh Geld, Macht und Posten) ein wunderbares Instrument zur Kontrolle aufmüpfiger Massen.

  111. Nemesis Says:

    “ Nein, Nemesis, Religion ist keine Erfindung der Eliten… Also, alles in allem keine Erfindung der Eliten – aber in der Hand der Eliten (durh Geld, Macht und Posten) ein wunderbares Instrument zur Kontrolle aufmüpfiger Massen.“

    Also sind wir uns da einig, denn genau das sagte ich ja bereits.

  112. Nemesis Says:

    @sapere aude

    “ Nemesis, du schriebst u. a. in deinen meterlangen Kommentaren (ich weiß, du meinst es ja gut und meinst du müßtest mich aufklären)“

    Com on, es ist mir Wurst, ob Du „aufgeklärt“ bist oder nicht. Ich hatte jene Thematik des Sol Invictus, das Thema des Sonnengottes zigmal seit Beginn unserer Diskussionen erwähnt, aber Du warst bisher nie auch nur im Geringsten darauf eingegangen. Also habe ich mir erlaubt, jene Fakten mal ein wenig auszuführen.

    “ Erstens mal schreibst du „STETS zur Zeit der Wintersonnenwende“. Also passiert das wohl in jedem Jahr und ist somit nichts Außergewöhnliches, was auf irgend ein außergewöhnliches Ereignis hinweisen könnte. Das nur mal so nebenbei.

    Nun zum Eigentlichen:

    Ja, es wurde ja schon viel über die Erscheinung des Sternes von Bethlehem spekuliert….“

    Ach sapere, jenes „STETS“ habe nicht ich geschrieben, sondern lediglich zitiert. Du darfst jenes „STETS“ also gerne korrigieren, wenn Du möchtest. Die astrologischen Details waren überhaupt nicht mein Anliegen, es ging mir lediglich darum, die Zusammenhänge von römischem Christentum, dem Mythos des Sonnengottes Christus Sol Invictus und die astro-mythologischen Aspekte desselben zu erläutern.

  113. Christina Says:

    Ist euch schon mal der Gedanke gekommen, dass es einen Unterschied zwischen Religion und Jüngerschaft Jesu gibt?

    Bin gerade auf diesen Artikel gestoßen, deshalb jetzt doch noch mal ein Kommentar von mir.

    Ungläubige Pfarrer sind das größte Hindernis für die Mission

    Limbach-Oberfrohna (idea) – Das größte Hindernis für Mission und Evangelisation in Deutschland sind Pfarrer, die die Aussagen des Glaubensbekenntnisses selbst nicht für wahr halten. Diese Ansicht vertrat der Pastor der Bremer St.-Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, am 16. November beim Freundestag Evangelisation in Limbach-Oberfrohna bei Zwickau. Er gehe davon aus, dass 80 Prozent der Pfarrer „nicht wiedergeboren“ seien, sagte er vor 600 Besuchern in der Stadtkirche. Latzel: „Das Wichtigste, was wir in Deutschland brauchen, ist Pfarrermission. Wir müssen die Pfarrer missionieren.“ Viele hätten während des Theologiestudiums ihren Glauben an Christus verloren. Denn wesentliche Inhalte wie die Jungfrauengeburt oder die leibliche Auferstehung würden an Theologischen Fakultäten geleugnet. So verwundere es nicht, dass viele Pfarrer unter Mission verstehen, „in die Dritte Welt zu gehen und dort Brunnen zu bohren“. Das aber sei Diakonie und nicht Mission. Missionieren bedeute, den Menschen unmissverständlich von Jesus zu erzählen. Stattdessen betätigten sich führende EKD-Vertreter im interreligiösen Dialog mit dem Islam.

    Quelle und weiterlesen: http://www.idea.de/nachrichten/detail/la…sion-98978.html

  114. sapere Says:

    Ich habe Baptisten besucht und eine regionale Freikirche, deren klare denominationale Ausrichtung mir nicht bekannt ist. Außerdem gibt es in der örtlichen EKD-Gemeinde eine evangelikale Splittergruppe, die sehr viel Zulauf hat und den interessanterweise den Spagat zwischen freikirchlicher Theologie und EKD-Zugehörigkeit schafft.

    Ich kann mich nicht mehr an alle Gottesdienste erinnern, die ich mir per Podcast angehört oder per Youtube angeschaut habe. Kürzlich habe ich aber ganz gern mal in der Lakewood-Church vorbeigeschaut. Die haben sehr unterhaltsame Gottesdienste – sind aber weit ab von der Botschaft des Evangeliums. 🙂
    Und ich habe kürzlich mal bei Rick Warren reingeschaut. War mir aber zu langweilig.

    Du schreibst außerdem:

    Johannes sagt, dass das Wort Fleisch wurde. Und wer das Wort ist, habe ich dir ja ausführlich dargelegt.

    Johannes sagt in diesem Abschnitt mitnichten, dass das Wort Fleisch wurde. Es steht nicht ein einziges Mal das Wort „Wort“ in diesem Abschnitt. Es ist von Jesus Christus die Rede, der tatsächlich(!) leiblich auftrat. Da steht nichts von Wort und nichts von Gott. Du interpretierst in diese Worte etwas hinein, was da nicht steht. Du warst doch die Verfechterin des Sparsamkeitsgedankens in der Interpretation des Wortes Gottes. Wo ist das jetzt hin? 🙂

    Und im Übrigen heißt es im griechischen Original in Johannes 1 Vers 1:

    Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ Λόγος, καὶ ὁ Λόγος ἦν πρὸς τὸν Θεόν, καὶ Θεὸς ἦν ὁ Λόγος.

    Am Anfang war der LOGOS. Nicht unbedingt „das Wort“. Logos ist ein Wort, das viele Bedeutungen hat. Aber eine Bedeutung ist auch: „Vernunft“ oder „Sinn“ oder „Geist“. Und wenn man das so versteht, dann macht das auch Sinn 🙂

    Der Sinn oder die Vernunft oder der Geist Gottes kam in das Fleisch und war in Jesus unter uns. ABER der Vater ist NICHT der Sohn. Vater und Sohn sind Gott (wenn Gott der Logos ist) aber Vater ist nicht Sohn und Sohn nicht Vater.

    Klar, oder? 🙂

  115. Nemesis Says:

    Sapere aude, was ich nicht verstehe, das ist die Tatsache, dass Du auf der einen Seite die jüdische Elite bezichtigst, dass Christentum erfunden zu haben, während auf der anderen Seite christliche Lieder Dein Herz erwärmen.

    Sapere, was denkst Du, wieviele Söhne Gottes gibt es?

  116. sapere Says:

    Das mit den „meterlangen Kommentaren“ hat Christina geschrieben, nicht ich. 🙂 Aber es könnte auch von mir sein 🙂

  117. sapere Says:

    Nein, Nemesis, hier verstehst Du mich falsch. Ich bezichtige die jüdische Elite nicht. 🙂 Ich habe nur eine mögliche Theorie referiert, die es über den möglichen Zweck einer solchen Religion gäbe. Religiöse Grundideen sind und bleiben richtig. Da ich diese Grundideen in vielen unterschiedlichen Religionen und auch in der modernen Psychotherapie wiederfinde. Christliche Lieder zur Unterwerfung unter weltliche Autortiäten kenne ich nicht, aber die fände ich auch blöde. 🙂

  118. Nemesis Says:

    Dann sind wir uns ja einig.

  119. Nemesis Says:

    Es gibt EINEN überzeitlichen Sohn Gottes. Dieser EINE Sohn jedoch erschien nicht nur in der Gestalt des Jesus von Nazareth, sondern er erschien und erscheint in ungezählten Gestalten. Die einen nennen diesen Sohn ATMAN, andere nennen ihn INDRA, andere nennen ihn KRISHNA, andere nennen ihn CHRISTUS, wieder andere nennen ihn JESUS. Unzählig ist die Gestalt des EINEN Gottes-Sohnes, so, wie die Gestalt des EINEN Gottes unzählig ist. Wenn Du nun glaubst, Jesus sei der einzige, wahre Sohn Gottes, so magst Du das gerne tun. Aber das wird absolut niemanden daran hindern, ihn mit einem seiner anderen unzähligen Namen anzureden. Und das ist gut so.

  120. sapere Says:

    Ja, aber weißt Du was, was wir hier vor uns hindenken und theoretisieren ist unbedeutend und wird verwehen wie Sand. Denn wir haben keine Professur und keinen Buchvertrag und sitzen nicht in irgendeiner Synode. Was wir denken, ist eine Randerscheinung und den Mächtigen unnütz. „Die Mächtigen“ brauchen Theologen, die eine Theologie des Machterhalts des status quo verbreiten. Der wird dann in Stein gemeißelt und in Gold gegossen und als das einzig wahre Wort Gottes verbreitet. 🙂 … während wir weiter nach Perlen im Mist suchen.

  121. Nemesis Says:

    „Die Eliten“ sind selbst Teil des Kosmos. Die Elite ist nicht homogen, die Elite besteht aus vielen, vielen Einzelindividuen, von denen jeder wiederum unterschiedliche Interessen verfolgt. Es gibt nicht die eine, globale Elite. Deswegen sehe ich auch so schwarz, was die weitere globale Entwicklung in Sachen Ökologie und Klimawandel betrifft.

    Um etwas ganz Grundsätzliches zu sagen:


    Am Anfang jeder Religion steht ein einzelnes, einsames Individuum, ein Mensch, der in der Regel eine schwere, existenzielle Krise, viele existenzielle Krisen durchläuft. Kosmische Kräfte werden in ihm wirksam, formen ihn um und so wird ein solches einzelnes Individuum zum Medium zwischen Mensch und Kosmos. Das ist der urzeitliche, überzeitliche Weg des Schamanen und somit die Quelle jeder Religion und auch jeder Kultur, egal, ob im südamerikanischen Dschungel, egal, ob im Morgenland oder im Abendland, egal, im ob Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, „Hinduismus“ usw usw.

    Ein solches Individuum ist IMMER gezwungen, die Bilder und Visionen der Kultur, in der er aufgewachsen is, zu benutzen, um die überzeitlichen Kräfte in eine sprachlich-bildhafte Form zu giessen und mit seinem Stamm, mit seinem Volk zu kommunizieren. Egal, wie er es auch anstellt, er braucht die gegebenen Bilder und Namen, um als Medium zwischen Mensch und Kosmos seine Aufgabe erfüllen zu können. Das ist der Grund, warum der Eine Gott unzählige Namen hat, das ist der Grund, warum der EINE Sohn Gottes, der jeweiligen Zeit und Kultur entsprechend, unzählige Namen hat.

  122. Nemesis Says:

    Die schamanische Ur-Erfahrung steht am Ur-Anfang des Menschen, die schamanisch-kosmische Erfahrung hat den Affen zum Menschen transformiert.

    Das ist der Zeit-Rahmen, aus dem heraus ich hier schreibe, das ist die Erfahrung, aus der heraus ich hier mitteile.

  123. Nemesis Says:

    Ich rede also letztlich nicht aus der Perspektive von Heute oder aus der Perspektive von Jahrtausenden oder Jahrhunderttausenden, sondern aus der Perspektive von Jahrmillionen, mehr noch, ich rede aus der Perspektive der Ewigkeit 🙂

    Kommunismus, Kapitalismus, Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, moderne Wissenschaft, Theismus, Atheismus, Eliten, Nicht-Eliten usw blahblah, was ist all dies aus der Perspektive der Ewigkeit? Ganz recht, sapere aude:

    Sand.

  124. Nemesis Says:

    Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, welche Perspektive ich in etwa meine, der möge eine kleine Zeitreise mit mir unternehmen:

    Lass die Gegenwart hinter Dir, tauche ein in die Vergangenheit, durch die Jahrhunderte und Jahrtausende, durch unzählige entstandene und zerfallene Weltreiche hindurch, zurück, zurück, weiter zurück, in den Dschungel, hinein in die zeitlose Zeit, hinein in die Zeit vor der Zeit. Die Welt war noch jungfräulich, der Mensch war noch halb Affe, halb Mensch. Die Sprache war im Wesentlichen noch Gesang und Geste, jede einzelne Handlung im direkten Austausch mit den Göttern, mit dem Kosmos, es gab keine Trennung zwischen Mensch, Kosmos und Göttern. Blitz, Donner, Sturm, Regen, das Wetter, die Natur, die Erde, Sonne, Mond, der Sternenhimmel, all dies war noch eins mit dem Menschen, der Mensch folgte der Natur und den Göttern und die Natur und die Götter folgten dem Menschen. Ein einziges Paradies? Nicht nur, denn es gab auch schon die Hölle. Aber die Menschen wussten die Hölle zu besänftigen. Hier, in dieser urzeitlichen Welt, war der Schamane das Medium zwischen Mensch und Kosmos. Und auch heute noch gibt es jene Schamanen, irgendwo da draussen, im südamerikanischen Dschungel, in Afrika, in Tibet, in Indien. Ohne die Schamanen und ohne die Religion wäre die Menschheit am Ende. Ohne ein Medium zwischen Mensch und Kosmos ist der Mensch, ist die Menschheit nicht mehr.

  125. Nemesis Says:

    Ihr haltet Euren Gott und Eure Lieder hoch und das ist gut und richtig. Aber missbraucht Euren Gott niemals, um andere Götter und andere Lieder als unter Eurem Gott und Euren Liedern stehend zu diffamieren, denn dann wird Euer Gott zum Mörder und Eure Lieder werden zu Schlachtgesängen und dieses Unheil würde auf Euch selbst zurückfallen. Damit meine ich insbesondere Dich, liebe Christina 🙂

    Ein Licht, aber viele Lampen.

    Und vergesst nicht, auch, und ganz besonders, den Schamanen zu danken, denn ohne die Schamanen wären wir allesamt Affen geblieben.

  126. Nemesis Says:

    Ein Sturm zieht auf. Nicht nur Schamanen, auch die Naturgewalten sind ein Medium der überzeitlichen, kosmischen Kräfte. Wir sollten einswerden mit diesem Sturm und achtsam darüber meditieren, was im Laufe der Klimaerhitzung noch zu erwarten sein wird^^

    Es gibt keine Einswerdung mit den überzeitlichen Kräften ohne Einswerdung mit den Naturgewalten, ohne Einswerdung mit dem Wetter, mit Blitz und Donner und Sturm und Regen, Einswerdung mit den sichtbaren und unsichtbaren Kräften und Elementen, Einswerdung mit dem gesamten Kosmos. Eins-Sein ist der Urgrund des Kosmos.

    Lasst uns den Sturm willkommen heissen, lasst uns einswerden mit dem Sturm, so, wie die Schamanen mit dem Sturm Eins wurden und Eins werden, muhahahahahaha 😎

  127. Nemesis Says:

    https://m.youtube.com/watch?v=cHJRIlNXwdk

    https://m.youtube.com/watch?v=NBEoK25CMIU

  128. Nemesis Says:

    Inspiriert von der (eindeutig satanischen) Musik Jimi Hendrix‘ und Stevie Ray Vaughan’s komme ich auf ein weiteres Infobit:

    “ Satan has been plotting since the beginning of civilization (evidenced by the city and tower of Babel), to achieve world government and lead humanity into a global rebellion against God. This is why homosexuality, the lies of Evolution, and all manner of wickedness are being unleashed upon American society and the world today—to demoralize our youth in an effort to alienate them from Christianity…“

    Übersetzung:

    “ Satan hat sich seit Beginn der Zivilisation (bewiesen durch die Stadt und den Turm Babel) verschworen, um Weltherrschaft zu erlangen und die Menschheit in eine globale Rebellion gegen Gott zu führen. Das ist der Grund, weshalb heutzutage Homosexualität, die Lügen der Evolution und alle Arten der Sündhaftigkeit gegen die amerikanische Gesellschaft und die Welt entfesselt werden- um unsere Jugend zu demoralisieren, in dem Versuch, sie von der Christenheit zu entfremden…“

    http://www.jesus-is-savior.com/False%20Religions/Wicca%20&%20Witchcraft/signs_of_satan.htm

    Krasse Sache^^ Der Deibel hat sich mithilfe der Homosexualität, der Evolutionslehre und aller Arten widerwärtiger Sünde gegen Amerika und die Welt verschworen, um die Weltherrschaft zu erlangen… 😎

    Wir sollten also Homosexualität und Evolutionslehre (sind ja auch fast dasselbe) besser meiden, sonst holt uns noch der Deibel 😎

  129. Nemesis Says:

    Mmmh… Evolutionslehre und Reinkarnation/Wieder- Geburt liegen garnicht soweit auseinander… und Reinkarnation/Wieder- Geburt war unzweifelhaft fester Bestandteil des Urchristentums:

    „Wir erlangen die nächste Welt [das nächste Erdenleben] nach dem, was wir in dieser gelernt haben. Lernen wir nichts hinzu, so wird unsere nächste Welt nicht anders sein als diese, sie bietet die gleichen Beschränkungen, und es gilt, die gleiche bleischwere Last zu überwinden.“

    Jonathan Livingston Seagull, Die Möwe Jonathan

    Für Jesus und die Urchristen war die Reinkarnation eine Tatsache…

    Im Vierten Allgemeinen Konzil von 451 wurde die Reinkarnation noch als fundamentales Dogma der christlichen Kirche bekräftigt. Origines (185-254), der Begründer der Kirchenwissenschaft und Theologie, lehrte ebenfalls die Seelenwanderung. Für ihn bestand der Sinn des Lebens in der materiellen Welt darin, daß sich alle Seelen durch viele Inkarnationen hindurch läutern und veredeln, bis alle, durch Befolgen der Gebote Jesu und durch ihre Liebe und Hingabe zu Gott, wieder zurück in die Arme ihres Schöpfers gelangen, der sie einst erschaffen hatte, lange bevor diese physische Welt existierte. Folgerichtig glaubte Origines auch an die Allversöhnung, daß also keine einzige Seele auf immer und ewig verloren ist. Der Kirchenvater schrieb: „Diese Rückkehr zu Gott muß man sich aber nicht als ein plötzliches Geschehen vorstellen [also keine ‚Ich-nehme-Jesus-als-meinen-Erlöser-an-und-bin-gerettet‘-Mentalität], sondern als ein Allmähliches, stufenweise im Laufe von unzähligen und unendlich langen Zeiträumen sich Vollziehendes.“ (Peri Achon‘ III, 6,6).

    Origines leitete die Katechetenschule von Alexandria, wo sich auch die größte Bibliothek des Altertums befand. Kein Kirchengelehrter nach ihm konnte jemals wieder auf ihre Schätze zurückgreifen, denn die Bibliothek wurde 389 in Brand gesteckt. Damit wurde wertvollstes Kulturgut zerstört, darunter nicht zuletzt die Schriften des Urchristentums, die einen sehr genauen Einblick in die Anfänge christlicher Lehren gaben und bezeugt hätten, daß die Reinkarnation einst ein fundamentaler Teil des Christentums war. In Brand gesteckt wurde die Bibliothek übrigens von einem christlichen Glaubensfanatiker, dem Patriarchen Theophilus (vgl. ZS 20, Seite 26).
    Die Lehre von der Wiedergeburt und der Selbstläuterung bricht das Monopol der Kirche über das Seelenheil ihrer Gläubigen. Deshalb wollten gewisse Minderheiten innerhalb der frühen Kirche die Reinkarnation aus der christlichen Theologie entfernen. Dies strebte auch Theodora an, die raffgierige Tochter eines Bärenbändigers. Justinian, der Kaiser von Ostrom, hatte Theodora, eine talentierte Kurtisane, im Jahre 523 zur Frau genommen.

    Theodora, von brennendem Ehrgeiz erfüllt, wollte unbedingt den alten Cäsaren ebenbürtig werden. Es war nämlich noch nicht allzulange her, daß die römischen Imperatoren nach ihrem Tod automatisch zu Göttern erhoben wurden. Das Christentum, nunmehr Staatsreligion, hatte dem jedoch ein Ende bereitet. Theodora wollte ihre eigene Apotheose aber um jeden Preis. Dabei stand ihr die Lehre der Wiedergeburt im Wege. Das Volk würde niemals eine sündige Kaiserin als Göttin verehren, solange es um die Tatsache wußte, daß diese Kaiserin in einem späteren Leben vielleicht als Sklavin wiedergeboren würde.

    Der Einfluß des ihr hörigen Kaisers, die Macht seiner Armeen und die geschickte Manipulation von unzufriedenen Kirchenfraktionen ermöglichten es Theodora, ihren Plan zu verwirklichen. Die Reinkarnation wurde fortan aus der christlichen Lehre verbannt. Im Jahre 543 berief Theodora in Konstantinopel eine Synode der Ostkirche ein, welche unter anderem das Dogma der Reinkarnation widerrufen sollte. Zehn Jahre später kam es in Konstantinopel zum Fünften Allgemeinen Konzil von 553, an welchem von über dreitausend Bischöfen nur gerade 165 teilnahmen. Auf Druck des Kaisers Justinian (Theodora war wenige Jahre zuvor gestorben) verdammte die Handvoll Bischöfe die Lehre der Wiedergeburt als Ketzerei und ließen alle frühchristlichen Werke zu diesem Thema vernichten…

    https://www.zeitenschrift.com/artikel/die-16-fundamentalen-irrtmer-der-kirche

    Wer weitere Belege dafür möchte, dass die Reinkarnation/Wiedergeburt fester Bestandteil des Urchristentums war, möge das sagen…

  130. Nemesis Says:

    Au weia… wenn das stimmt mit der Reinkarnation/Wiedergeburt, dann wären aber einige Christen ganz schön am Arsch… Die gutgläubigen spanischen Konquistadoren zB, die in der sog. „Neuen Welt“ indigene Völker abgeschlachtet haben, würden sich kraft ihres eigenen Glaubens am Ende womöglich irgendwo in der Nähe von Golgatha wiederfinden… 😎

  131. Nemesis Says:

    Weiterführende Informationen:

    “ 1. Der Reinkarnationsgedanke gehört zum grundsätzlichen, universellen Urwissen des Menschen (Archetypus) und ist in der einen oder anderen Form in den schriftlichen Zeugnissen jeder zivilisierten Kultur und in jeder Zeitepoche der gesamten Weltgeschichte anzutreffen. Er ist also, entgegen weitverbreiteten Mißverständnissen, nicht etwas Indisches, ja nicht einmal etwas rein Asiatisches oder Östliches. Durch diese wichtige Erkenntnis wird die Frage der Reinkarnation aus den kleinlichen und engen Begrenzungen verschiedener ethnischer, kultureller, philosophischer und religiöser (besser: theologischer) Anschauungen gehoben und schlicht zu einem Naturgesetz erklärt. Wir müssen also nicht mehr von einem Glauben an ein Weiterleben nach dem Tode sprechen, sondern von dem Wissen um die Gesetze von Karma und Reinkarnation…

    Viele Christen behaupten heute, die Lehre von der Reinkarnation sei dem Urchristentum fremd gewesen und sei erst nachträglich von Anhängern der griechischen Philosophen Pythagoras und Platon in die christliche Doktrin eingebracht worden. Darauf hin hätte sich
    die Kirche veranlaßt gesehen, diese Lehre auf einem Konzil als Irrlehre zu verurteilen. Im vorliegenden Kapitel wollen wir anhand historischer Beispiele, unter anderem des anschaulichen Beispiels des Kirchenvaters Origenes, sowie auch anhand von Textstellen aus dem Neuen Testament der Frage nachgehen, ob diese Behauptung den Tatsachen entspricht. Wir wollen untersuchen, ob und inwieweit sowohl Jesus Christus selbst als auch die ersten frühchristlichen Gelehrten mit dem Wissen um Karma und Reinkarnation vertraut waren oder dieses sogar unterstützt und gepredigt haben. Dabei wird sich zeigen, daß die Reinkarnationslehre zur Zeit Jesu sowie in den ersten Jahrhunderten unmittelbar nach ihm noch zum allgemeinen urchristlichen Glauben gehörte.

    Erst später wurde sie – zunächst im vierten, dann vor allem im sechsten Jahrhundert – aus höchst fragwürdigen Gründen, auf die wir noch eingehen werden, bewußt aus den christlichen Schriften verbannt und ausgemerzt. Trotzdem sind auch in der heute gültigen Bibelfassung noch gewisse Hinweise erhalten geblieben, die aufschlußreich sind und die wir in diesem Kapitel ebenfalls darlegen werden…“

    http://www.allan-kardec.de/medien/Downloads/Ronald-Zuerrer-Reinkarnation.pdf

  132. Nemesis Says:

    Wann begann man damit, die Urchristliche Lehre der Reinkarnation/Wiedergeburt zu unterlaufen? Mir fällt da zunächst ganz besonders der hl. Paulus ein:

    “ Seine neue Lehre enthält in wichtigen Teilen Aspekte der griechischen Philosophie (Logostheologie) und des persischen Dualismus (Zoroastrismus; vgl. Gal 5,19 f. EU: „sündiges Fleisch“, Ursünde), die er mit Eigeninterpretationen des Tanach zur so sprichwörtlich gewordenen paulinischen Theologie vermischt. Besonders wichtig für die Entwicklung des Christentums ist die paulinische Lehre von der Rechtfertigung des Menschen und seiner Versöhnung mit Gott (Röm 5,1 EU) sowie seine Sündentheologie, welche als Grundlage der späteren kirchlichen Erbsündenlehre gilt…

    Paulus grenzte sich später als Christ von der im Diasporajudentum gepflegten Weisheit ab (1 Kor 2,1–4 EU). Die von Lukas stilisierte Paulusrede auf dem Areopag (Apg 17 EU) wird daher als spätere apologetische Umdeutung genuin paulinischer Kreuzestheologie beurteilt…“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Tarsus

    Die Theologie des hl Paulus lässt sich mit der Reinkarnations/Wiedergeburtslehre usw sicher nicht vereinbaren:

    “ Im Christentum werden die jüdischen heiligen Schriften des Alten Testaments sowie die zum christlichen Neuen Testament gehörenden Schriften Wort Gottes oder Bibel genannt. Darüber hinaus wird aber schon im Prolog des Johannesevangeliums der Begriff Wort (gr. Logos) auf Jesus Christus selbst bezogen, der als der Schöpfungsmittler fungiert und als fleischgewordenes Wort Gottes zugleich im Gottesverhältnis eines einzigen Sohnes zum Vater steht und im Auftrag dieses Vaters die Welt erlöst…“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wort_Gottes

    Paulus hatte sich mit seiner Theologie massiv gegen die Judenchristen abgegrenzt:

    “ Das Christentum ist aus dem Judentum entstanden. Es gab erwiesenermaßen zu allen Zeiten innerhalb vom Judentum Menschen, die an die Reinkarnation glaubten, auch wenn dies nicht ein allgemeines Glaubensgut war. Dies fand schriftlichen Ausdruck in der Kabbalah, wo Isaak Luria und Chaim Vital Bücher darüber verfassten und Bücher wie Bahir Zeugnis davon ablegten. Heute glauben besonders die Chassidim an die Reinkarnation und lehren sie.

    Auf dem Boden, wo es auch solche Glaubensrichtungen gab, entstand das Christentum. Um Jesus herum entstand eine Gruppe, die man in der Theologie als Judenchristen bezeichnet, fast ein wenig abwertend, wie wenn sie keine richtigen Christen seien, und das nur weil sie sich immer noch an manchen jüdischen Gebräuchen hielten, womit sie ja aufgewachsen waren. Aber echtere Christen kann es doch nicht gegeben haben, da sie ja von Jesus selbst gelernt hatten! Unter ihnen gab es die Ebioniten, die an die Reinkarnation glaubten. Bei den anderen Judenchristen weiß man es nicht mehr so genau.

    Hieraus entstand das gnostische Christentum, das ebenfalls die Reinkarnation lehrte. Es war die erste große christliche Bewegung. Man hat sich darum bemüht, sie mit der Behauptung als Häretiker abzuwerten, dass ihre Lehre auf eine vorchristliche Gnosis zurückzuführen wäre. Eine berühmte moderne Enzyklopädie, die Theologische Realenzyklopädie, macht damit ein Ende und sagt aus, dass keiner der gnostischen Texte die Annahme einer vorchristlichen Gnosis erlaubt, auch keine Vorstufen. Sie waren also wirkliche Christen. Dass sie viel später zu Häretiker erklärt wurden, war eine rein politische Maßnahme.

    Diese ersten Christen wurden von Saulus bekämpft, bis er seine Bekehrung hatte und selbst eine christliche Bewegung gründete. Übernahm er damit die Lehre seiner früheren Gegner? Nein, er fing an, eine eigene, abgewandelte Variante der christlichen Lehre zu vertreten. Das war eine erste Abkehr von der Lehre des Jesus, den Paulus nie gekannt hatte. Danach bestanden die zwei Formen von Christentum nebeneinander weiter, bis im Konzil von Nicäa 325 der Kaiser Konstantin das Kirchentum gründete. Es waren am Konzil auch Vertreter des gnostischen Christentums anwesend, aber der Kaiser ließ sie nie zu Wort kommen und übergab ihre Anträge und Bittschriften ungeöffnet dem Feuer. Danach galten sie als Häretiker und für das so entstandene Kirchentum war Reinkarnation kein Thema mehr.

    Der größte Vertreter des gnostischen Christentums war Origenes. Man hat immer wieder behaupten wollen, dass er keine Reinkarnation gelehrt habe, befindet sich dabei aber in Beweisnot, da die Urtexte seiner Schriften im Mittelalter verbrannt wurden. Übrig blieben nur lateinische Übersetzungen v.a. des Rufinus, die erwiesenermaßen zensiert sind. Eine Studie eines der wichtigsten seiner Schriften, Perì Archon, zeigt aber, dass er höchstwahrscheinlich getan hat, was ihm auch zeitgenössische Kritiker vorgeworfen haben: die Reinkarnationslehre vertreten. Diese Studie habe ich in einem Buch veröffentlicht.

    Die letzten Gnostiker auf europäischem Boden waren die Katharer, die im 13. Jahrhundert in einem veritablen Holocaust von den Männern der Kirche restlos abgeschlachtet wurden. Ein besonderer Dorn im Auge für die Kirche wird ihre Reinkarnationslehre gewesen sein, und man hat sie stets als Irrlehrer dargestellt. Auch sie werden in der Theologischen Realenzyklopädie rehabilitiert: »die Christlichkeit ihres Lebens, aber auch ihres Glaubens, ist in allen Punkten nachweisbar … Vor allem die jüngere französische Forschung … beweist, dass die Wertung der Katharer als unchristlich‹ nicht mehr aufrechterhalten werden kann.«…“

    http://www.christian-reincarnation.com/Referat.htm

    @sapere aude

    Hast Du eigentlich mal inzwischen zB in die 12-teilige Arte- Dokumentation „Apokalypse“ reingeschaut oder in die Dokumentation „VERUS ISRAEL“? Da wirst Du fündig, was den jüdischen Teil des Christentums betrifft.

  133. Nemesis Says:

    https://www.youtube.com/watch?v=be4iZ6XMs_U

    https://www.youtube.com/watch?v=Scus9teTdjo

  134. Nemesis Says:

    “ Wir verdanken den Essenern und anderen vorkirchlichen Quellen wertvolle zusätzliche
    Zeugnisse über das Leben und die Lehren Jesu. Das Heliand-Evangelium, das Friedensevangelium der Essener, enthält folgende aufschlußreiche Predigt Jesu zum Thema der Reinkarnation:

    Jesus saß in der Vorhalle des Tempels, und viele waren gekommen, um seine Lehre zu hören. Und einer fragte ihn: – Und er sagte zu ihm: (37,1-2)

    (94,2-4)“

    http://www.allan-kardec.de/medien/Downloads/Ronald-Zuerrer-Reinkarnation.pdf

    http://tinyurl.com/h9g53ds

    Krasse Sache, wenn der 13jährige holde Knabe das wirklich im Alter von 13 Jahren gelehrt hatte 😎

    Erinnert übrigens auch frappierend an die Bergpredigt^^

  135. Nemesis Says:

    Sorry, Formatfehler. Korrektur:

    “ Wir verdanken den Essenern und anderen vorkirchlichen Quellen wertvolle zusätzliche
    Zeugnisse über das Leben und die Lehren Jesu. Das Heliand-Evangelium, das Friedensevangelium der Essener, enthält folgende aufschlußreiche Predigt Jesu zum Thema der Reinkarnation:

    Jesus saß in der Vorhalle des Tempels, und viele waren gekommen, um seine Lehre zu hören. Und einer fragte ihn: Herr, was lehrest du vom Leben? – Und er sagte zu ihm: Selig sind, die viele Erfahrungen durchmachen; denn sie werden durch Leiden vollkommen werden. Sie werden sein wie die Engel Gottes im Himmel, und sie werden nimmer sterben, noch werden sie wiedergeboren werden; denn Tod und Geburt haben keine Herrschaft mehr über sie. (37,1-2)

    So wie alle Geschöpfe aus dem Unsichtbaren hervorgehen in diese Welt, so kehren sie zurück zu dem Unsichtbaren, und so werden sie wiederkommen bis sie gereinigt sein werden….. Es gibt eine Auferstehung aus dem Körper und eine Auferstehung in den Körper. Es gibt ein Aufsteigen des Lebens aus dem Fleische und ein Herabsteigen in das Leben des Fleisches.

    Der Körper, den ihr in das Grab leget oder der durch das Feuer verzehrt wird, ist nicht der Körper, der sein wird; denn die kommen, werden andere Körper erhalten, wenn auch ihre eigenen, und was sie in einem Leben gesät haben, das werden sie ernten in einem anderen. Selig sind, die Unrecht leiden in diesem Leben; denn sie werden größere Freude erleben in dem kommenden Leben. Selig sind, die Rechtschaffenheit geübt haben in diesem Leben; denn sie werden die Krone des Lebens empfangen. (94,2-4)“

    http://www.allan-kardec.de/medien/Downloads/Ronald-Zuerrer-Reinkarnation.pdf

    http://tinyurl.com/h9g53ds

  136. Nemesis Says:

    Das oben verlinkte „Heliand Evangelium“ stammt aus dem 900 Jahrhundert. An die bei Zürrer erwähnte „Jesus in Indien“ Geschichte glaube ich persönlich nicht, solange es dafür keine historischen Belege gibt.

    Dennoch bleiben offene Fragen hinsichtlich der Urchristen. Jesus hatte sich mit den althergebrachten, jüdischen Autoritäten angelegt. Sicher kannte er die diversen zur damaligen Zeit kursierenden Lehren, Jesus war ein gelehrter Mann. Irgendetwas muss er von jenen damaligen Lehren übernommen haben, das die damaligen Hohepriester gegen ihn erzürnt hatte. Er stellte die jahrhundertealten religiösen Gesetze und priesterlichen Hierarchien in Frage, er war einer, der sagte „Nicht Deine Brandopfer, nicht Deine unzähligen Tempelriten- und Gesetze, nicht die Einhaltung des vorgeschriebenen Sabbat um jeden Preis, nicht Deine Stellung als Priester machen Dich rein, sondern allein die Frage, wie Du dastehst vor Gott in Deinen Werken, im wirklichen Leben da draussen!“. Auf diese Weise stellte er die gesamte Priesterkaste in Frage und prophezeite gegen sie. Und ebenso prophezeite er gegen Rom, gegen die weltliche Macht.

    Jesus stand also genau im Kreuzfeuer geistiger und weltlicher Mächte. Was bedeutet es, die Priesterkaste in der geschilderten Weise infrage zu stellen? Es bedeutete, dass der Mensch für die eigenen Taten in erster Linie allein vor Gott, nicht aber vor der Priesterkaste verantwortlich war. Jesus hatte damit der gesamten Pristerkaste den Boden entzogen, denn er stellte auf diese Weise radikal die MITTLERFUNKION zwischen den Priestern und Gott infrage, er stellte jeden einzelnen Menschen, egal, ob Zöllner oder Priester, radikal vor seine eigene Verantwortung Gott gegenüber, da war kein Ausweichen mehr auf priesterliche Tricks und Hokuspokus.

    Wo aber steht ein Mensch einsam und allein in seiner eigenen Verantwortung, jenseits der Priesterkaste, vor Gott? Da, wo eben KEIN Mittler der Priesterkaste, kein Lippenbekenntnis, kein von einem Priester bezeugtes Glaubensbekenntnis, kein Stellvertreter-Schlachtopfer (Kreuzestheologie), kein bedrucktes Papier, kein priesterliches Tingeltangel benötigt wird, da steht der Mensch wirklich Auge in Auge vor Gott. Wenn aber der Mensch all diesen untoten, priesterlichen Mist nicht benötigt, wenn das alles wegfällt, wenn sich alles das als Gehirnwäsche erweist, wo geht der Mensch dann hin nach dem Tod? Er geht entsprechend seinen eigenen Werken, entweder geht er zu Gott oder er geht in die nächste Geburt, das ergibt sich aus seinen eigenen Taten. Die gesamte christliche Theologie, die von der angeblich notwendigen Priesterfunktion lügt, die von abstrusen und nebulösen Schlachtopfer- und Sühne-Phantasien schwafelt, die mit allen Mitteln versucht, den Priesterstand, die Kirchen, den Klerus usw usw zu erhalten, ist nichts weiter als ein vergifteter Pfeil, der die Menschen lähmt und krank macht.

    Wo aber gehen die hin, die in ihrem Leben schlimme Verbrechen begangen haben, ohne sich zum Christentum bekannt zu haben? Endgültig in die ewige Hölle? Jesus legte keinen Wert auf priesterliche Funktionen und kirchliche Glaubensbekenntnisse, er machte Heil und Unheil eines Menschen nicht von theologischen Spitzfindigkeiten einer imaginären Schlacht-Opfer-Glaubensbekenntnis-Sühne- Theologie abhängig. Also würde der ungläubige Verbrecher in der ewigen Hölle braten? Oder würde er eine Weile im Fegefeuer braten, bis er dann endgültig zu Gott kommt? In den Himmel wird er ja wohl kaum aufsteigen. Und was geschieht mit einem Verbrecher, der kurz vor seiner letzten Ölung zum christlichen Glaubensbekenntnis Zuflucht nimmt und die letzte Beichte ablegt? Wo geht er hin? In den endgültigen Himmel?

    Oder was geschieht mit dem Prister, der Kinder missbraucht, Lügen über den lieben Gott verbreitet, einen dicken Mercedes fährt und sich für einen guten Mann hält? Geht er nach dem Tod in den endgültigen Himmel, weil er Priester ist und zum christlichen Glaubensbekenntnis Zuflucht genommen hatte? Oder geht er trotz seiner äusserlichen Funktionen und Glaubensbekenntnisse in die endgültige Hölle? Oder wird er erst eine Weile im Fegefeuer braten und geht dann in den endgültigen Himmel?

    All diese Fragen lassen sich nur plausibel beantworten, wenn Jesus entweder die Wiedergeburt gelehrt hatte oder tatsächlich den ganzen Schwachsinn, den die Priester- und Theologenkaste seit annähernd 2000 Jahren verbreitet, verkündete. Dann aber hätte man jenen Mann, der einst gegen die Priesterkaste prophezeit hat, schlussendlich selbst in den Priesterstand erhoben 🙂

  137. Nemesis Says:

    Übrigens:

    “ Jesus stand also genau im Kreuzfeuer geistiger und weltlicher Mächte. Was bedeutet es, die Priesterkaste in der geschilderten Weise infrage zu stellen? Es bedeutete, dass der Mensch für die eigenen Taten in erster Linie allein vor Gott, nicht aber vor der Priesterkaste verantwortlich war. Jesus hatte damit der gesamten Priesterkaste den Boden entzogen, denn er stellte auf diese Weise radikal die MITTLERFUNKION zwischen den Priestern und Gott infrage, er stellte jeden einzelnen Menschen, egal, ob Zöllner oder Priester, radikal vor seine eigene Verantwortung Gott gegenüber, da war kein Ausweichen mehr auf priesterliche Tricks und Hokuspokus.“

    Auch Siddharta Gautama Buddha hatte etwa 500 Jahre vor Jesus von Nazareth exakt dasselbe getan. Auch er hatte die Priesterkaste radikal und in exakt derselben Weise infrage gestell. In Indien herrscht bis heute das Kastensystem. Die Priesterkaste (Brahmanenkaste) in Indien hält sich per eingeborenem Priesterrecht für den Mittler zwischen Mensch und Gott. Sie haben denselben undurchdringlichen Dschungel an Ge- und Verboten, Riten, Hokuspokus und Tingeltangel, wie jene Priester, die auch Jesus in Jerusalem vorfand. Auch Siddharta Gautama Buddha stellte all das radikal infrage, auch er stellte den Menschen radikal in seine eigene Verantwortung vor dem Göttlichen, jenseits aller Lippen- und Glaubensbekenntnisse.

  138. Nemesis Says:

    Genau DAS ist es, was der Priesterkaste, jedernPriesterkaste höchst hochnotpeinlich erscheinen muss:

    Nacktsein, allein vor Gott, kein Verstecken mehr hinter „Glaubensbekenntnissen“, „Kreuzestheologien“, „unerforschlichen Ratschlüssen“, „Rechtfertigungslehren“ usw usw usw 🙂

  139. sapere Says:

    Nemesis, bitte! Einen Kommentar am Tag!

  140. Nemesis Says:

    Take it easy, dude, ist alles nur Sand 🙂

  141. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Take it easy, dude, ist alles nur Sand

    Ja, Nemesis, nicht alle haben so massenhaft Zeit wie du und können auf so viele Kommentare eingehen. Wenn du so viel Langeweile hast, dann lies doch mal das Buch, dass ich dir empfohlen hatte online, Kostet absolut nichts, also finanziell meine ich jetzt: „Von Babylon nach Rom“, Alexander Hislop. Mußte mal nach googeln.

    Aber ich vermute mal, mein Kommentar (der erst ein bißchen später freigeschaltet wurde) ist in deinem ganzen Kommentarwust untergegangen. Du hast den bestimmt überhaupt nicht entdeckt. Scrollst bestimmt nicht jeden Tag mehrere Meter am Monitor nach oben, oder? ^^ Das ist eben der Nachteil, wenn man so viel schreibt wie du. Aber vielleicht hat mein Kommentar ja jetzt eine Chance bei dir. ^^

  142. Nemesis Says:

    @Christina

    “ Ja, Nemesis, nicht alle haben so massenhaft Zeit wie du…“

    „Gääääähn… kratzamkopf, gliederstreck, kurzschüttel, breites Grinsen“…

    Sorry, ich hab grad keine Zeit, ich komm später wieder, für die Sandkiste ist auch später noch Zeit… :green:

  143. Nemesis Says:

    @Christina

    Nun denn, Deine Vermutung entspricht nicht den Tatsachen, mir ist keiner Deiner Kommentare entgangen. Das Scrollrad meiner Maus erlaubt es mir, innerhalb weniger Sekunden alle Kommentare zu sichten. Wer kein Scrollrad an seiner Maus hat, kann ohne Probleme die Scrollleiste seines Browsers benutzen.

    „… dann lies doch mal das Buch, dass ich dir empfohlen hatte online, Kostet absolut nichts, also finanziell meine ich jetzt: „Von Babylon nach Rom“, Alexander Hislop.“

    Wozu? Ich kenne mich, für meine Zwecke als Nichtchrist, mehr als ausreichend mit der Geschichte Babylons und Roms, aus. Und wenn das in Deinem Fall auch so ist, dann ist doch alles bästens 🙂

    Übrigens, falls die Zahl meiner Kommentare hier irgendjemanden stört oder ihn beim Lesen dieses Blogs hier in irgendeiner Weise behindert, so möchte ich sapere aude unbedingt bitten, meine Kommentare bis auf einen Kommentar pro Tag zu löschen. Ich hänge nicht im geringsten an meinen Kommentaren hier 🙂

    Sand.

  144. Nemesis Says:

    Noch mehr Sand:

    “ 21.11.2016 – Absurdes Wetter in der Arktis

    Trotz Polarnacht spielt das Klima in der Arktis verrückt: Es ist viel zu mild – und das Meereis schmilzt weiter, statt zu wachsen…

    Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Klimaanomalie noch einige Zeit bestehen bleibt und warme Luft in die Arktis strömt. Dieses Jahr lagen die Durchschnittstemperaturen in der Region großflächig vier bis sieben Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Dadurch stellt sich ein für das Eis fataler Rückkopplungseffekt ein. Die Wärme heizt den Ozean auf, was wiederum die Bildung von neuem Eis erschwert, so dass das Meer längere Zeit Wärme an die Umgebung abgeben kann. Und das behindert dann mit der einströmenden Warmluft weiterhin die Eisbildung. “

    http://www.spektrum.de/news/absurdes-wetter-in-der-arktis/1430240

  145. Nemesis Says:

    @Christina

    Solange Du glaubst, Du seiest aufgrund irgendeines Glaubensbekenntnisses „gerettet“, ich aber hingegen sei verloren, weil ich kein Christ bin und nicht Zuflucht zu jenem schwachsinnigen christlichen Glaubensbekenntnis genommen habe, können wir U.N.M.Ö.G.L.I.C.H. übereinkommen, das verstehst Du doch, oder? Ich würde jederzeit die Hölle vorziehen, bevor ich an so einen SCHWACHSINN glauben würde 🙂

    Sand, Sand und noch mehr SAND.

    Viel interessanter und auch buchstäblich einschlägiger ist die derzeitige Entwicklung in der Arktis, denn diese Entwicklung ist REAL, kein Glaube. Es ist WINTER, aber das arktische Eis SCHRUMPFT, jetzt, IM WINTER 😀

    Das wird sehr, sehr harte, extrem unangenehme Folgen mit sich bringen 😎

    Sandsandsandsandsandsand……………………….

  146. Nemesis Says:

    Übrigens ist der derzeitige, absurde Absturz der Meereisbedeckung nicht nur in der Arktis zu verzeichen, sondern global:

    https://pbs.twimg.com/media/Cx0UTefXEAE9cuc.jpg

  147. Christina Says:

    Für Nemesis mit den besten Wünschen:

    https://www.youtube.com/watch?v=-rqVWGOgKtM

    PS: Ich glaube ja nicht, dass ich durch irgendein „Glaubensbekenntnis“ (davon gibt es viele) gerettet bin, sondern durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, der sein Leben für mich dahingegeben hat. 🙂

  148. Christina Says:

    Lieber sapere aude, ich schaue mir hin und wieder mal ganz gerne die kleinen Videos von Abdul (einem zum Christentum konvertierten Moslem an). Er hat die Gabe geistliche Wahrheiten sehr anschaulich darzulegen. Und wie es der Zufall oder soll ich besser sagen die Führung Gottes so will, habe ich eben gerade dieses kleine Video geschaut (geht nur 17 Minuten), dass ich dir auch gerne mal ans Herz legen möchte (Nemesis ist davon natürlich auch nicht ausgeschlossen ^^). Es ist zwar an die Zeugen Jehovas adressiert, aber er spricht dort genau über das Thema „Gott wurde Fleisch“, das wir vor Kurzem hier hatten. Ich verweise insbesondere dabei auf deinen Kommentar 100. Ich selbst hatte zwar in Kommentar 107 geschrieben, dass ich mit dir nicht mehr darüber streiten möchte und daran hat sich auch nichts geändert (Klarheit kann dir da nur Gott selbst schenken). Aber Abdul hat hier noch ein paar Argumente, die du dir vielleicht mal anhören solltest, bevor du deine Meinung weiter verfestigst. Ich wollte dir das Video und seine Argumentationskette jedenfalls nicht vorenthalten. 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=zf-wKmWRfhM

  149. Christina Says:

    Für Nemesis:

    Ein Chinese erzählte einmal in seiner bildhaften Sprache die Erfahrungen seines Lebens: „Ich war in eine tiefe Grube gefallen. Mit allen Anstrengungen versuchte ich herauszukommen, doch es gelang mir nicht.“ Endlich kam Konfuzius vorbei und sprach: „Mein Sohn hättest du meiner Lehre gehorcht, würdest du jetzt nicht in dieser Grube sitzen!“Das weiß ich“, schrie ich, „aber das hilft mir jetzt nichts. Hilf mir, dann werde ich deine Lehre befolgen“.Aber Konfuzius setzte seinen Weg unbekümmert fort und ließ mich ohne Hoffnung zurück.

    Da schaute ein anderer über den Rand der Grube. Es war Buddha. Er kreuzte die Arme und sagte:
    „Mein Sohn wenn du nur die Arme kreuzest und deine Augen schließt und in einen Zustand völliger Ruhe und Unterwerfung kommst, so wirst du einmal das Nirwana (das ewige Nichts) erreichen, gleich wie ich. Du musst dich gleichgültig verhalten in allen äußeren Umständen; so wirst du Ruhe finden.“

    Mit stürmischen Schritten näherte sich Mohammed, beugte sich über den Rand und schaute in die Grube.“Mann, mache keinen solchen Lärm. Gewiss, du bist in einer elenden Lage. Hast du Angst, du brauchst dich nicht zu fürchten. Siehe, es ist der Wille Allahs, dass du da hineingefallen bist. ….Bedenke das! Wer kann sich seinem Willen widersetzen? Und Mohammed ging weg … Aber er tat nichts für mich!

    Danach hörte ich eine Stimme: „Mein Sohn!“
    Aufblickend sah ich das Antlitz Jesu – voller Liebe und Mitgefühl. Kein Vorwurf kam über seine Lippen. Sofort kam er zu mir in die Grube herab.
    Er umschlang mich, hob mich aus der Grube und setzte meine Füße auf festen Boden. Er setzte sein Leben für mich ein, um meines zu retten. Darum bin ich Christ geworden!

    Quelle: Der Weg zum Glück, Frohe Botschaft, Hagen-Haspe

  150. Nemesis Says:

    @Christina

    “ Da schaute ein anderer über den Rand der Grube. Es war Buddha. Er kreuzte die Arme und sagte:
    „Mein Sohn wenn du nur die Arme kreuzest und deine Augen schließt und in einen Zustand völliger Ruhe und Unterwerfung kommst, so wirst du einmal das Nirwana (das ewige Nichts) erreichen, gleich wie ich. Du musst dich gleichgültig verhalten in allen äußeren Umständen; so wirst du Ruhe finden.“ “

    Was für eine schöne, kranke, bösartige Christenpropaganda 🙂 Mit dieser hinterhältigen Hirnfickerei kam man mir schon vor 40 Jahren im Katechetenunterricht, gnahahahaha 😎 Das hat mich allerdings nicht im Geringsten daran gehindert, mich mit allen Weltreligionen ausgiebig auseinanderzuseztzen, ganz im Gegenteil 3:-)

    Lassen wir das einfach so stehen, ich habe keine Lust, Dir diesen Schwachsinn zu widerlegen. Glaub, was Du willst. Ich werde die selbstgewählte Hölle geniessen, während Du vom Himmel aus auf den bösen Buddha herab blickst.

  151. Nemesis Says:

    Du weisst ja, liebe Christina, wer anderen eine Grube gräbt… 😎

    https://m.youtube.com/watch?v=FNlUhW0azKI

  152. Nemesis Says:

    Zitat Christina:

    “ Da schaute ein anderer über den Rand der Grube. Es war Buddha. Er kreuzte die Arme und sagte:
    „ Mein Sohn wenn du nur die Arme kreuzest und deine Augen schließt und in einen Zustand völliger Ruhe und Unterwerfung kommst, so wirst du einmal das Nirwana (das ewige Nichts) erreichen, gleich wie ich. Du musst dich gleichgültig verhalten in allen äußeren Umständen; so wirst du Ruhe finden.“

    Nur, um mal ein wenig Aufklärung hinsichtlich „Nirvana“ zu betreiben:

    “ Der Begriff ist schwer zu definieren und hat in der Rezeptionsgeschichte des Buddhismus im Westen zu Missverständnissen geführt. Im Verlauf einer längeren Übersetzungsgeschichte aus dem Sanskrit bis ins Thailändische wurde das Wort von dort aus zunächst mit „Nichts“ in den westeuropäischen Sprachraum übertragen. Diese irreführende Übersetzung hat dem Buddhismus aus der Perspektive der westeuropäischen Philosophie den Vorwurf eingebracht, es handele sich um eine nihilistische Lehre.“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nirwana

    Buddha selbst sagte über das Nirvana/Nibbana:

    “ Er erkennt Nibbāna unmittelbar als Nibbāna. Nachdem er Nibbāna unmittelbar als Nibbāna erkannt hat, sollte er sich nicht Nibbāna vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen in Nibbāna machen, er sollte sich nicht Vorstellungen von Nibbāna ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen ‚Nibbāna ist mein‘, er sollte sich nicht an Nibbāna ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich.“

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m001z.html

    Jenes angebliche „Nichts“ in Deiner entzückenden, kleinen Geschichte beschreibt also offenbar nichts weiter, als das Nichts in den Köpfen der Christenheit.

    Und was die angebliche Unterwerfung betrifft- die wird eindeutig von der Christenheit gefordert, das hast Du selbst oft genug mit Deinen Kommentaren belegt. Im Buddhismus hingegen gibt es keine Unterwerfung, da ist jeder für sich selbst verantwortlich, Buddha hatte sich schliesslich selbst nie als Gott oder Gottes-Sohn ausgegeben, Buddha hat Unterwerfung verabscheut, deshalb mochte ihn die Priesterkaste in Indien nicht 🙂

  153. Nemesis Says:

    Der Terminus des Nirvana (Sanskrit = Sprache der Priesterkaste) bzw Nibbana (Pali = Sprache des Buddha) ist im Übrigen wesentlich älter, als der Buddhismus.

    Um eine vernünftige Umschreibung des Nirvana zu liefern:

    Nirvana/Nibbana ist die völlige Entbindung von allen Konditionierungen, eine totale Entbindung von der gesamten, oberflächlich-eindimensionalen Biographie der konventionellen Person in Raum und Zeit. Nirvana/Nibbana wird auch als „Das Todlose“ bezeichnet. Gemeint ist hier das Todlose jenseits aller Vorstellungen, Meinungen, Ansichten und Konditionierungen. Nibbana ist unaussprechliche Glückseligkeit, ein Verwehen im unaussprechlichen Eins-Sein, Ganz-Sein, Heil-Sein. Allerdings bedeutet jenes Verwehen keine Auflösung der Person, sondern eine totale Umformung der Person, eine vollkommene Entbindung von sämtlichen überflüssigen Schlacken, falschen Vorstellungen und Konditionierungen der Persönlichkeit. Das endgültige Ergebnis jener Entschlackung ist kosmische Freiheit jenseits aller Vorstellungen und Konditionierungen.

    DAS allerdings MUSS ja die Christenheit in Aufruhr versetzen, sodass sich die Christenheit offenbar genötigt sieht, derlei bösartige Geschichten, wie die von Dir zitierte Geschichte, liebe Christina, zu verbreiten, muahahahaha, määh hähähä 😎

  154. Nemesis Says:

    Ach ja, der wichtigste Punkt hinsichtlich jener Verwirklichung Nibbanas:

    <bNUR man selbst kann sich jene Verwirklichung erarbeiten, NIEMAND anders kann einem jene Arbeit abnehmen, kein Mensch und auch kein Gott.

    Du siehst, liebe Christina, das ist nix für Warmduscher und unterwürfige Gemüter 🙂

  155. Nemesis Says:

    Nicht genug damit, dass man die Erde ausplündert, auf das Schicksal der Erde und der nachfolgendenden Generationen scheisst, nein, man beansprucht auch noch den gesamten Himmel für sich und masst sich an, den Rest zur Hölle schicken !

    FLUCH auf diese „Mentalität“ !

  156. Nemesis Says:

    Weiter oben hatte ich in einem Kommentar gesagt:

    Und ich sah eine grosse, dunkle Wolke und unzählige Menschen aus allen Erdteilen, Christen und Hindus und Buddhisten und Juden und Muslime und Schamanen und konfessionslose Busfahrer gingen voll Vertrauen auf diese Wolke zu und sie zogen ihre Schuhe aus, liessen alles los und verschwanden in jener Wolke, gingen ein in die ewige, unaussprechliche Heimat, in die ewige Glückseligkeit. Da staunten die buchstabengläubigen Pharisäer und vermeintlich Besserwissenden nicht schlecht und es erhob sich ein Zetern und Klagen unter ihnen, da sie ihre Schuhe nicht auszogen und daher selbst nicht in jene Wolke gelangten 😎

    Buddha hat eigentlich genau dasselbe mit seinen eigenen Worten gesagt:

    “ Er erkennt Nibbāna unmittelbar als Nibbāna. Nachdem er Nibbāna unmittelbar als Nibbāna erkannt hat, sollte er sich nicht Nibbāna vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen in Nibbāna machen, er sollte sich nicht Vorstellungen von Nibbāna ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen ‚Nibbāna ist mein‘, er sollte sich nicht an Nibbāna ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich.“

    Und da gehen nun die Christen hin und ziehen ihre Schuhe nicht aus, stellen Behauptungen über Gott, den Unaussprechlichen auf, bezichtigen Gott, beanspruchen sein Reich, besetzen seinen Himmel und ergötzen sich an ihrem „Gerettetsein“ (während andere in der ewigen Hölle schmoren sollen) und machen sich Vorstellungen, Bilder, Meinungen, Vorurteile, anstatt die Schuhe auszuziehen und alle Vorstellungen und Konditionierungen abzulegen. Mit bedrucktem Papier und religiösem Kolonialismus lässt sich das Nirvana gerechterweise nicht erobern, in Ewigkeit nicht 😎

  157. Christina Says:

    @ Nemesis:

    Zwei alte Kommentare von mir warten immer noch auf Freischaltung (sapere aude scheint zur Zeit sehr eingespannt zu sein), aber da mein letzter Kommentar hier erstaunlicherweise durchgekommen ist (Wunder gibt es immer wieder….heute oder morgen können sie geschehen ^^ ….. wer sang das noch mal?), probiere ich mein Glück einfach nochmal. Vielleicht klappt es ja wieder. 🙂

    Auf eine Sache in deinen letzten Kommentaren möchte ich gerne mal eingehen:

    Und was die angebliche Unterwerfung betrifft- die wird eindeutig von der Christenheit gefordert, das hast Du selbst oft genug mit Deinen Kommentaren belegt.

    Mit „angeblich“ hast du genau das richtige Wort getroffen, obwohl das sicher von dir ein Versehen war und „angeblich“ gar nicht dastehen sollte. ^^ (vermute ich jetzt mal)

    Und ich glaube, du mißverstehst hier etwas doch ziemlich in der Beziehung eines Christen zu Gott. Mal ein Beispiel: Du hattest doch mal eine Lebenspartnerin und eine sozusagen „Adoptivtochter“ (wenn ich das so sagen darf), die du beide sehr geliebt hast (nehme ich jetzt mal an). Wenn diese dich nun um etwas gebeten haben, dann bist du ihrem Wunsch, wenn es in deiner Möglichkeit lag, doch sicherlich sehr gerne nachgekommen – aus Liebe zu ihnen. Fühltest du dich dabei als ein ihnen „Unterworfener“? Wahrscheinlich nicht. Siehst du, und genauso ist es in der Beziehung des Christen zu Gott. Der Christ fühlt sich nicht als Unterworfener, sondern er tut den Willen Gottes gerne – aus Liebe. Und dabei merkt er sogar noch, dass das alles auch noch zu seinem Besten ist und wirkt, wenn er auf das hört, was Gott sagt und nicht seine eigenen Wege geht.

    Und noch eines möchte ich dir auch mal sagen. Ich meine es ja nicht böse mit dir, ich lehne dich als Person nicht ab. Gott meinst es auch nicht böse mit dir. Ich kann dir aber leider nicht das sagen, was du so gerne hören würdest – nämlich, dass alle Wege irgendwie in den Himmel führen – und dass es ganz gleich ist, auf welchem man geht. Wenn ich das sagen würde, nur damit du dich zufrieden und glücklich fühlst, würde ich dir damit keinen Dienst erweisen, weil es nach meiner Überzeugung nicht der Wahrheit entspricht. 🙂

  158. Nemesis Says:

    @Ach Christina

    Zitat:

    “ Auf eine Sache in deinen letzten Kommentaren möchte ich gerne mal eingehen:

    “ Und was die angebliche Unterwerfung betrifft- die wird eindeutig von der Christenheit gefordert, das hast Du selbst oft genug mit Deinen Kommentaren belegt.“

    Mit „angeblich“ hast du genau das richtige Wort getroffen, obwohl das sicher von dir ein Versehen war und „angeblich“ gar nicht dastehen sollte. ^^ (vermute ich jetzt mal)“

    Das Christentum verlangt Unterwerfung unter den christlichen Gott und das christliche Glaubensbekenntnis. Und wer sich dem nicht unterwirft, der wird in der Hölle braten. Und das ist auch genau das, was Du hier von Anfang an predigst.

    Und was zum Teufel hat meine ehemalige Beziehung zu einer Frau und ihrer Tochter mit der Unterwerfung unter den christlichen Gott und das christliche Glaubensbekenntnis zu tun? Ich habe nie einen solchen Schwachsinn von meiner Ex oder ihrer Tochter verlangt als Gegenleistung für meine Liebe.

    “ Der Christ fühlt sich nicht als Unterworfener, sondern er tut den Willen Gottes gerne – aus Liebe. Und dabei merkt er sogar noch, dass das alles auch noch zu seinem Besten ist und wirkt, wenn er auf das hört, was Gott sagt und nicht seine eigenen Wege geht.“

    Jaja, das weiss ich 🙂 Dann ist doch alles gut und schön und richtig für die Christen 🙂

    “ Und noch eines möchte ich dir auch mal sagen. Ich meine es ja nicht böse mit dir, ich lehne dich als Person nicht ab. Gott meinst es auch nicht böse mit dir. Ich kann dir aber leider nicht das sagen, was du so gerne hören würdest – nämlich, dass alle Wege irgendwie in den Himmel führen – und dass es ganz gleich ist, auf welchem man geht. Wenn ich das sagen würde, nur damit du dich zufrieden und glücklich fühlst, würde ich dir damit keinen Dienst erweisen, weil es nach meiner Überzeugung nicht der Wahrheit entspricht.“

    Das ist lieb, dass Du und der liebe Gott es nicht böse mit mir meint 🙂 Nein, nein, liebe Christina, hier liegt ganz offenbar ein Missverständnis vor, ich glaube ganz und garnicht, dass jeder Weg in den Himmel führt^^ Du hast ja auch selbst oft genug dargelegt, wer in den Himmel kommt und wer nicht. Sei doch einfach froh, dass Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite bist und in den Himmel kommst. Im Übrigen:

    WTF ?! Glaubst Du tatsächlich, ich würde Wert legen auf Deinen Zuspruch, was meinen Weg oder den Weg ausserchristlicher Religionen betrifft? Glaubst Du wirklich, mein Glücklichsein hinge von Deiner Meinung hinsichtlich ausserchristlicher Wege ab ?!

    ICH FASS ES NICHT.

  159. Nemesis Says:

    “ Liebster Nemesis, naaaain, der liebe Gott und ich haben Dich seeeehr liiiieb^^… aaaaber leider nur, wenn Du NICHT DEINEN WEG, sondern meinen, also den Weg Gottes gehst. Nein, tut uns leid, lieber Nemesis, wenn Du unsere Liebe nicht möchtest, dann können wir Dir leider auch nicht helfen, wenn Du unbedingt unglücklich sein oder werden möchtest, bitteschööön, dann ist das Deine freie Entscheidung.“

    Ich nehme an, ich muss Dir nicht sagen, welchem Schicksal ich einen solchen Brief übergeben muss? Richtig:

    ICH TRETE DIESE LIEBENSWÜRDIGE, AUSSERORDENTLICH GNÄDIGE OFFERTE IN DIE TONNE.

    https://m.youtube.com/watch?v=7kGPhpvqtOc

  160. Christina Says:

    WTF ?! Glaubst Du tatsächlich, ich würde Wert legen auf Deinen Zuspruch, was meinen Weg oder den Weg ausserchristlicher Religionen betrifft?

    Ja, einige deiner Kommentare an sapere aude haben mir diesen Eindruck vermittelt (bin jetzt zu faul entsprechende Passagen rauszusuchen), dass du großen Wert darauf legst, dass andere Menschen deinen Weg als einen richtigen von vielen anderen richtigen Wegen ansehen (das ist dir ganz wichtig!!!), die alle zum gleichen Ziel führen. Und sobald jemand da nicht mitgeht oder widerspricht (so wie ich), wirst du sauer.

  161. Christina Says:

    ICH FASS ES NICHT.

    ICH FASS ES AUCH NICHT !!! Dieser Spamfilter macht einfach was er will. Mein Kommentar wurde wieder geschluckt. Grund unbekannt. 🙁

  162. Nemesis Says:

    @sapere aude

    Was ist mit dem letzten Kommentar von Christina, auf den sich meine beiden letzten Kommentare beziehen, geschehen? Warum ist besagter Kommentar von Christina verschwunden? 🙂

  163. Nemesis Says:

    @Christina

    “ Ja, einige deiner Kommentare an sapere aude haben mir diesen Eindruck vermittelt (bin jetzt zu faul entsprechende Passagen rauszusuchen), dass du großen Wert darauf legst, dass andere Menschen deinen Weg als einen richtigen von vielen anderen richtigen Wegen ansehen (das ist dir ganz wichtig!!!), die alle zum gleichen Ziel führen. Und sobald jemand da nicht mitgeht oder widerspricht (so wie ich), wirst du sauer.“

    Oh, hier verdrehst Du bewusst die Tatsachen, liebe Christina 🙂 Ich habe ja nirgendwo behauptet, mein Weg sei der einzig richtige, sondern ich betone permanent, dass es nicht davon abhängt, welcher Religion jemand angehört, welches Lippen- bzw Glaubensbekenntnis er/sie abgelegt hat, sondern es hängt vom MENSCHEN selbst, es hängt von seinen Taten ab, ob er Befreiung/Erlösung findet oder nicht.

    Du hingegen behauptest permanent, dass nur ein Christ Erlösung finden kann. Und da Du Christ bist, glaubst Du, Du seiest auf der sicheren Seite. Wie praktisch 🙂 Für mich aber, der ich konfessionslos bin, der ich also weder Buddhist, noch Muslim, noch Christ, noch Atheist, noch Theist bin, siehst Du die ewige Verdammnis bereitet, solange ich Deinem christlichen Weg nicht folge 😎 Ich aber sehe keine ewige Verdammnis für Dich bereitet. Dennoch:

    Der Aufenthalt in der Hölle und auch der Aufenthalt in Samsara kann lange dauern. Hölle und Samsara sind ewig, aber der Aufenthalt darin muss es nicht sein. Jeder entscheidet letztlich selbst, wie lange er/sie darin verweilt, das hängt nicht von der Gnade eines Gottes ab, sondern was ein Mensch erntet, hängt allein davon ab, was er sät.

    Buddha hat jenen (christlichen) Irrwahn bereits lange vor Jesus von Nazareth, lange vor dem gesamten Christentum entlarvt:

    “ Jene Asketen und Priester nun, die da behaupten und der Ansicht sind, daß alles bedingt sei durch Gottes Schöpfung, die habe ich aufgesucht und also gefragt:

    »Ist es wahr, Verehrte, daß ihr, wie es heißt, behauptet und der Ansicht seid: was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe, daß dies alles bedingt ist durch Gottes Schöpfung?«

    Also von mir befragt, stimmten jene mit »Ja« bei.

    Ich aber sprach zu ihnen: »Demnach also, Verehrte, würden die Menschen infolge von Gottes Schöpfung zu Mördern, Dieben, Unkeuschen, Lügnern, Zuträgern, Schimpfbolden, Schwätzern, Habgierigen, Gehässigen und Irrgläubigen!«

    Wahrlich, ihr Mönche, denjenigen, die sich auf Gottes Schöpfung als das Entscheidende berufen, fehlt es an Willensantrieb und Tatkraft und [an einem Anlaß], dieses zu tun oder jenes zu lassen. Weil sich nun aber hieraus wirklich und gewiß keine Notwendigkeit ergibt für ein [bestimmtes] Tun oder Lassen, so verdienen solche geistig Unklare und unbeherrscht Lebende nicht die Bezeichnung als Befreite, Erlöste, Erwachte.“

  164. Nemesis Says:

    Hier, liebe Christina, genau das trifft auf Dich und Deine Glaubensgenossen zu:

    Fundamentalismus (von lateinisch fundamentum ‚Unterbau‘, ‚Grund‘, ‚Fundament‘) ist eine Überzeugung oder eine Geisteshaltung einer sozialen Bewegung, die ihre Interpretation einer inhaltlichen Grundlage (Fundament) als einzig wahr annimmt. Fundamentalismus wird durch eine stark polarisierte Auslegung einer Letztbegründung umgesetzt.

    Im weiteren Sinne stellt sich der Fundamentalismus gegen die Moderne und fordert eine Rückbesinnung auf die Wurzeln einer bestimmten Religion oder Ideologie, welche notfalls mit radikalen und teilweise intoleranten Mitteln durchgesetzt werden soll. Der Vorwurf des Fundamentalismus wird auch auf soziale oder politische Gruppen bezogen, die – angeblich oder tatsächlich – ihre ideologische Orientierung absolut setzen und um die gesellschaftliche Vormacht kämpfen.“

    Das Wort Fundamentalismus trat erstmals im Zusammenhang mit einer von Reuben Archer Torrey herausgegebenen Schriftenreihe The Fundamentals A Testimony to the Truth auf, die sich gegen liberale Theologie und insbesondere die historisch-kritische Methode wandte. Zu den Autoren gehörten namhafte konservative Theologen wie Benjamin Breckinridge Warfield. Die fünf wesentlichen Punkte ihrer Haltung wurden 1910 von der Generalkonferenz der presbyterianischen Kirche zusammengefasst:

    Die Irrtumslosigkeit und Autorität der Bibel

    Die Gottheit Jesu Christi

    Die Jungfrauengeburt und Wunder

    Dein Tod für die Sünden der Menschen

    Deine leibliche Auferstehung und seine Wiederkunft

    Die in den Fundamentals vertretene Haltung genügt nicht, um den christlichen Fundamentalismus trennscharf zu definieren. Von anderen Strömungen unterscheidet sich der christliche Fundamentalismus durch eine biblizistische Auslegung der Bibel, die so eng mit dem Heilsglauben verbunden ist, dass andersdenkenden Christen ihr Christsein abgesprochen wird. Ergänzend kommen dazu eine konservative politische Haltung und der Wille, religiös begründete Überzeugungen auch politisch durchzusetzen…“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus

  165. Nemesis Says:

    Um es in einem Satz zu sagen:

    Ich verlange von niemandem, dass er meinen Weg geht, denn MEINEN Weg kann niemand anderes gehen, als ICH ALLEIN, so, wie Du nur Deinen eigenen Weg gehen kannst.

    Das ist doch wunderbar oder etwa nicht? 🙂

  166. Nemesis Says:

    Wassup? Hats Euch die Sprache verschlagen? 🙂

  167. sapere Says:

    Ich denke nach … 🙂

    Neuer Beitrag kommt bald.

  168. Nemesis Says:

    Hey danke für Deine Nachricht, lieber sapere aude. Nachdenken konntest Du schon immer gut seit ich Dich kenne, das ist eine Qualität, die ich sehr schätze an Dir 🙂

  169. Nemesis Says:

    Zwischendurch ein Beispiel dafür, wie Buddha Meditation gelehrt hat:

    „Wo hält sich Meister Ānanda zur Zeit auf?“

    „Ich halte mich zur Zeit im Bambushain auf, Brahmane.“

    „Ich hoffe, Meister Ānanda, daß der Bambushain angenehm, ruhig und von Stimmen ungestört ist, mit einer Atmosphäre der Abgeschiedenheit, von den Menschen abgelegen, günstig für die Zurückgezogenheit.“

    „In der Tat, Brahmane, daß der Bambushain angenehm, ruhig und von Stimmen ungestört ist, mit einer Atmosphäre der Abgeschiedenheit, von den Menschen abgelegen, günstig für die Zurückgezogenheit, das liegt nur an euren Wächtern und Aufsehern.“ „In der Tat, Meister Ānanda, daß der Bambushain angenehm, ruhig und von Stimmen ungestört ist, mit einer Atmosphäre der Abgeschiedenheit, von den Menschen abgelegen, günstig für die Zurückgezogenheit, das liegt an den Ehrwürdigen, die Meditierende sind und die Meditation pflegen. Die Ehrwürdigen sind Meditierende und pflegen die Meditation. Einmal, Meister Ānanda, hielt sich Meister Gotama bei Vesālī, in der Halle mit dem Spitzdach, im Großen Wald auf. Da ging ich dort hin und trat an Meister Gotama heran, und auf vielfache Weise gab er einen Vortrag über Meditation. Meister Gotama war ein Meditierender und pflegte die Meditation, und er pries jede Art der Meditation.“

    „Der Erhabene, Brahmane, pries nicht jede Art der Meditation, noch verdammte er jede Art der Meditation. Welche Art der Meditation pries der Erhabene nicht? Brahmane, da verweilt jemand mit einem Herzen, besessen von Sinnesbegierde, eine Beute der Sinnesbegierde, und er versteht das Entkommen von der Sinnesbegierde nicht der Wirklichkeit entsprechend. Während er Sinnesbegierde in sich beherbergt, meditiert er, grübelt er, denkt er nach und überlegt er. Er verweilt mit einem Herzen, besessen von Übelwollen, eine Beute des Übelwollens, und er versteht das Entkommen vom Übelwollen nicht der Wirklichkeit entsprechend. Während er Übelwollen in sich beherbergt, meditiert er, grübelt er, denkt er nach und überlegt er. Er verweilt mit einem Herzen, besessen von Trägheit und Mattheit, eine Beute von Trägheit und Mattheit, und er versteht das Entkommen von Trägheit und Mattheit nicht der Wirklichkeit entsprechend. Während er Trägheit und Mattheit in sich beherbergt, meditiert er, grübelt er, denkt er nach und überlegt er. Er verweilt mit einem Herzen, besessen von Rastlosigkeit und Gewissensunruhe, eine Beute von Rastlosigkeit und Gewissensunruhe, und er versteht das Entkommen von Rastlosigkeit und Gewissensunruhe nicht der Wirklichkeit entsprechend. Während er Rastlosigkeit und Gewissensunruhe in sich beherbergt, meditiert er, grübelt er, denkt er nach und überlegt er. Er verweilt mit einem Herzen, besessen von Zweifel, eine Beute des Zweifels, und er versteht das Entkommen vom Zweifel nicht der Wirklichkeit entsprechend. Während er Zweifel in sich beherbergt, meditiert er, grübelt er, denkt er nach und überlegt er. Der Erhabene pries jene Art der Meditation nicht.“

    „Und welche Art der Meditation pries der Erhabene? Brahmane, da tritt ein Bhikkhu, ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens enthält, ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ‚Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin. Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt er in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Der Erhabene pries jene Art der Meditation.“

    „Es scheint, Meister Ānanda, daß Meister Gotama die Art der Meditation, die zu mißbilligen ist, mißbilligte, und die Art der Meditation, die zu loben ist, lobte. Und jetzt, Meister Ānanda, nehmen wir Abschied. Wir sind beschäftigt und haben viel zu tun.“

    „Jetzt ist es an der Zeit, Brahmane, das zu tun, was du für richtig hältst.“

    Dann erhob sich der Brahmane Vassakāra, der Minister von Magadha, und nahm Abschied, entzückt und erfreut über die Worte des ehrwürdigen Ānanda.“

    (Majjhima Nikāya 108: Mit Gopaka Moggallāna – Gopakamoggallāna Sutta)

  170. Nemesis Says:

    Ihr seht also, Buddha war kein böser Mensch 😉

  171. Nemesis Says:

    Wer Gott ausserhalb von sich selbst sucht, der wird Gott nicht finden.

  172. sapere Says:

    Nemesis, ich bin mit Deiner Handlungsanweisung zur Meditation ganz bei Dir und teile Deine Überzeugung, dass die Meditation, die Versenkung, die Kontemplation essentielle Wege zur Entspannung, Entlastung und Einsicht sind. Und man kann diese Erkenntisse nicht hoch genug bewerten.

    Noch wichtiger ist, dass dieses Mittel der Wahrheitssuche vor Hörigkeit und Unterwerfung unter Dogmen und Doktrinen und vor der Anbetung Goldener Kälber bewahrt.

    Die Kontemplation ist mein Korrektiv, wenn Intellektualismus meinen Geist zu beherrschen droht.

    Andererseits ergänzen das Leben und die Worte Jesu – aber auch vieler anderer – meine Kontemplation wie ein Mosaik, das erst in dieser Verbindung vollkommen wird. Oder vielleicht wie in dieser japanischen Reparationskunst. Da sind sie das Gold, das die Bruchstücke des zuvor vollkommenen Gefäßes kindlicher Kontemplation verbindet und so wieder zu Schale für das Brot und den Wein des Lebens wird.

    null

  173. Nemesis Says:

    Eine sehr schöne Metapher, diese Schale.
    Wunderbar, werter sapere aude. Ich habe in meinem Leben nicht viele Menschen kennengelernt, die weder im modernen, naturwissenschaftlichen Materialismus, noch in religiösen Dogmen und Doktrinen verhaftet sind 🙂

    Ich werde ein wenig später noch einiges zur Meditation aus meiner Sicht sagen. Allerdings, Du hast meiner Ansicht nach im Kern schon das Wesentliche dazu gesagt, ich werds halt aus meiner Sicht noch etwas ausführlicher beschreiben. Also dann bis später.

  174. Nemesis Says:

    Hier nun einige Gedanken zur Meditation, wie ich sie betrachte. Es gibt einen sehr einfachen, aber vielsagenden Spruch:

    “ Der Herr gibt es den seinen im Schlaf.“

    Diese Aussage ist eine Ohrfeige für die Theologie, für den von Dir angesprochenen Intellektualismus. Im Schlaf betreiben wir keine Theologie oder Philosophie, auch keine Werke-Gerechtigkeit oÄ, wir leisten im Schlaf nichts im herkömmlichen Sinne, wir verfolgen keinen bestimmten Zweck im Schlaf, wir lassen einfach nur los und vertrauen uns, wie kleine Kinder, dem in uns selbst wohnenden kosmischen Urgrund an, egal, ob Theist oder Atheist, Theologe oder Wissenschaftler. Und genau hier hat Gott endlich Gelegenheit, mit uns in Kontakt zu treten, im Schlaf, im Traum ist Gott uns meist näher, als im herkömmlichen Wachbewusstsein, denn die gewöhnlichen, intellektuellen Konzepte, Konditionierungen und Vorurteile, die wir der Welt und den Menschen überstülpen, fallen da weg, im Schlaf sind wir in gewisser Weise im Urzustand, nackt, unverstellt, authentisch. Da hat Gott dann Gelegenheit, über die Intuition mit uns in Kontakt zu treten. Natürlich ist das vielen Menschen garnicht bewusst, sie vergessen es, wenn sie aufwachen und geben Schlaf und Traum keinerlei Bedeutung- weil man ja nichts leistet im Schlaf, werden Schlaf und Traum in unserer geld- und zweckorientierten Gesellschaft im Grunde als lästig und minderwertig betrachtet.

    In der Meditation geht es meiner Ansicht nach darum, in jenen unverstellten, intuitiven Zustand des Schlafes zu gelangen, aber dabei wach zu bleiben. Daher wird Meditation meist im aufrechten Sitzen praktiziert. Liegend besteht die Gefahr, schläfrig zu werden oder gar einzuschlafen, während Stehen zu anstrengend wäre und für eine entspannte körperlich-geistige Haltung hinderlich ist. Unser Geist ist im gewähnlichen, alltäglichen Wachzustand zumeist permanent in Bewegung, er wandert hierhin, dorthin, sucht dies, sucht jenes, macht sich Sorgen um dies oder jenes, verliert sich in Pläne für die Zukunft oder in Erinnerungen der Vergangenheit. In den östlichen, spirituellen Lehren wird ein solcher Geist als „Affengeist“ bezeichnet, ein Geist, der ständig umherschweift und nie zur Ruhe kommt. In der Meditation geht es darum, diesen Affengeist zur Ruhe zu bringen, denn ein solcher Affengeist kann niemals die Wirklichkeit so erkennen, wie sie ist und in Einklang mit dieser Wirklichkeit kommen. Nach der Lehre des Buddha gibt es drei sog. Geistesgifte:

    Gier, Hass und Verblendung.

    Diese drei Geistesgifte gilt es in der Meditation durch Achtsamkeit zu überwinden, denn solange diese Geistesgifte wirksam sind, verzerren sie unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit. Gier, Verlangen lässt uns in Wunschvorstellungen und Tagträume verfallen. Hass, Wut, Zorn, Ärger verhindern, dass wir emotional zur Ruhe kommen. Verblendung, Unwissenheit, Illusionen, falsche Konzepte und Vorstellungen verzerren ebenfalls unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit. Wie ein Teich oder See, der aufgewühlt ist durch einen Wind oder Sturm, das Wasser eingetrübt durch Algen und eine Unzahl von Schwebstoffen, so ist ein Geist, der von den drei Geistesgiften umhergetrieben ist. Es besteht keine Möglichkeit, den Grund eines solchen Sees, eines solchen Geistes zu erkennen. Erst wenn der See zur Ruhe kommt, ist es möglich, den Grund zu erkennen, erst, wenn die drei Geistesgifte überwunden sind, können wir Achtsamkeit entwickeln und die Wirklichkeit erkennen. Dazu gibt es verschiedene Techniken. Ein Meditations-Objekt kann sehr hilfreich sein. Das kann ein Rosenkranz sein oder ein Gebet oder ein Mantra usw.

    Ich persönlich nutze den Atem als Meditationsobjekt. Der Atem ist immer da, ganz nah bei uns, direkt mit uns verbunden. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Wahrnehmung, grob oder fein, wirkt auf unseren Atem und umgekehrt wirkt unser Atem wiederum auf unsere Wahrnehmung, auf unser gesamtes Sein. In Indien wird der Atem, der Lebenshauch „Atman“ genannt ( https://de.m.wikipedia.org/wiki/Atman ) . Unser deutsches Wort „Atem“ stammt daher. Die Hebräer nennen den Atem „Ruach“ ( https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ruach ). In beiden Kulturen ist der Atem sehr wichtig, ganz zentral, ganz nah bei Gott. In der Konzentration auf den Atem beruhigt sich unsere Wahrnehmung, der Affengeist kommt zur Ruhe, die drei Geistesgifte verlieren ihre Macht, Gier, Hass, Verblendung, falsche Konzepte und Konditionierungen fallen ab und der Geist wird klar und ruhig und weit wie ein See, der zur Ruhe kommt. Und so kann Gott, der Urgrund in uns selbst, über die Intuition, die jenseits der zweckorientierten Ratio, jenseits des permanent kategorisierenden Intellekts wirksam ist, zu uns sprechen, Kontakt mit uns aufnehmen, sodass wir lernen, die gegenwärtige Wirklichkeit so zu erkennen, wie sie wirklich ist und wir lernen, mit ihr in Einklang zu sein, achtsam, ruhig, gegenwärtig, fest gegründet auf unseren Atem und fest gegründet auf Gott, auf den Urgrund jenseits aller Konzepte und Konditionierungen.

  175. Nemesis Says:

    Auch in der christlichen Mystik spielt die Meditation eine wichtige Rolle. Das Sichversenken in Gott dient auch in der christlichen Mystik dazu, alle Konzepte und Konditionierungen abzuwerfen und in jenen intuitiven, kindlichen, authentischen Urzustand jenseits aller Unruhe, jenseits der drei Geistesgifte zu gelangen.

    “ Wenn Ihr nicht werdet, wie die Kinder, könnt Ihr nicht ins Himmelreich.“

    Auch das ist eine Ohrfeige für die Theologie. Kinder dürfen keine theologische Fakultät besuchen, sie dürfen keine professionelle Theologie betreiben. Ein Kind, das die Theologen belehren wollte, würde schlichtweg von jenen Theologen ausgelacht werden. Und doch sagte Jesus von Nazareth genau dies: Wenn wir nicht wie Kinder werden, dann können wir nicht ins Himmelreich.

    In der Meditation, im Sichversenken in Gott geht es genau darum, nämlich in jenen vertrauensvollen, offenen, unverstellten, spontanen, vorurteilslosen, ganz gewärtigen, SCHAUENDEN, EMPFANGENDEN Zustand eines Kindes zu gelangen, leer von allen Konzepten über die Welt, aber gewärtig seiend in der Welt, offen für die Intuition, die aus dem inneren Urgrund kommt, anteilhabend am Mysterium jenseits aller Zweckorientierung und rationalistischen Weltbemächtigung. Wenn jemand eine solche kindliche Haltung hat, dann kann Gott in ihn einziehen und ganz in ihm wohnen. Ein solcher Mensch ist den inneren, mystischen sog. Grossen Tod gestorben und hat den kleinen, fleischlichen Tod überwunden, er hat sich ganz in den Urgrund versenkt, hat sein kleines Personalausweis-Ich abgeworfen wie eine alte Haut und ist einsgeworden mit dem Urgrund, einsgeworden mit dem All, einsgeworden mit Gott.

    Blasphemie!, schreien da die amtlichen Himmelsbeamten- und Wächter. „Einswerden mit Gott“, das ist Ketzerei! Und doch ist dieses Einswerden mit Gott (nicht nur) in der christlichen Mystik ganz zentral:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mystische_Hochzeit

    Wer ganz bei sich selbst angekommen ist, im eigenen Innern, der ist bei Gott, in der Ewigkeit angekommen.

  176. Nemesis Says:

    Dennoch:

    Wer Schwierigkeiten mit der sog. „Unio Mystica“, dem Einswerden mit Gott hat, der sollte dem nicht weiter nachgehen und dies einfach beiseite legen. Es geht um eine Erfahrung, nicht um ein theologisches Konzept. Es spielt keine grosse Rolle, ob man die „Unio Mystica“ ablehnt oder nicht. Letztlich ist auch die „Unio Mystica“ nur ein Begriff. Wichtiger als alle Begriffe ist das vorurteilslose Schauen in der Einsamkeit, in der Meditation. Das Loslassen der eigenen Konditionierungen und Konzepte, das ist das wirklich Wichtige in der Meditation.

    Mal wieder drei Kommentare von mir an einem Tag. Aber nun halte ich für heute die Klappe 🙂

  177. Nemesis Says:

    Ouumpah… Temperaturen in weiten Teilen der Arktis zZt bis zu 20°C über Normal:

    https://twitter.com/climate_ice/status/806751726573191168

    Globale Meereis- Bedeckung voll in den Keller gestürzt:

    http://www.accuweather.com/en/weather-blogs/climatechange/global-sea-ice-extent-was-lowest-on-record-for-the-month-of-november/70000215

    Der globale Albedo- Verlust ist verheerend.

    Von Winter keine Spur in Deutschland:

    http://wetter.tagesschau.de/deutschland/aussichten.html#aussichten

    Aber immerhin läuft das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren, es wird ein erneuter Rekordumsatz erwartet:

    http://www.einzelhandel.de/index.php/weihnachten/item/110202-ums%C3%A4tze-im-weihnachtsgesch%C3%A4ft

    In den Supermärkten gibt es bereits seit September Weihnachtsgebäck ect. Warum eigentlich nicht 365 Tage im Jahr Weihnachten feiern? 🙂

  178. Nemesis Says:

    Gewisse Ignoranten hatten ja gehofft, es würde in Europa/Deutschland insgesamt kühler, während der restliche Globus sich aufheizt. Man hatte gehofft, es würde nur die Menschen treffen, die weit weg leben. Aber es war von vornherein klar, dass das reines Wunschdenken ist. Die horrende Aufheizung der Arktis killt den europäischen Winter, so einfach ist das. Es kann ja wohl auch nicht angehen, dass jene Länder, die am meisten für die globalen CO2- Emissionen verantwortlich sind, von der Klimaerhitzung verschont bleiben, das wäre doch nicht wirklich gerecht, oder? 😎

    Wie ich bereits seit Jahren vorhersage, wird es mit Aussterben des Winters in Europa/Deutschland trockener und trockener:

    http://www.ufz.de/index.php?de=37937

    Diese Trockenheit wird sich permanent verschärfen. Und das ist nur eine grausige Folge der Klimaerhitzung, neben unzähligen weiteren Folgen.

  179. Nemesis Says:

    Wozu suchen die Leute mit Mikroskopen und Teleskopen nach dem Ursprung des Universums, wenn sie nichtmal in der Lage sind, die Zerbrechlichkeit des eigenen Heimatplaneten erkennen?

    Wozu suchen die Leute nach Gott oder nach Erleuchtung, wenn sie ignorieren, dass ihre eigene Lebensgrundlage aufgrund von Ausbeutung und Ignoranz den Bach runtergeht?

    Ich kann verstehen, dass sie den Ursprung nicht finden, dass sie Gott nicht finden oder sich in kleinen, winzigen, selbstgezimmerten Dogmen und Ansichten „über“ Gott verlieren, können sie doch nichtmal das Naheliegende erkennen. Wer das Naheliegende ignoriert, der kann unmöglich den Ursprung finden.

  180. Nemesis Says:

    Warum haben die Menschen unterschiedliche Vorstellungen von Gott? Weil unterschiedliche Menschen unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Wahr- nehmungen, unterschiedliche Zuneigungen und Abneigungen haben. Ein Protestant hat eine andere Vorstellung von Gott, als ein Katholik, ein Jude hat eine andere Vorstellung von Gott, als ein Hindu.

    Warum haben Menschen unterschiedliche Vorstellungen von der Wirklichkeit? Weil unterschiedliche Menschen unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Wahr- nehmungen, unterschiedliche Zuneigungen und Abneigungen haben. Ein Theist hat eine andere Vorstellung von der Wirklichkeit, als ein Atheist, mein Nachbar hat eine andere Vorstellung von der Wirklichkeit, als ich.

    Aber wie ist dann Gott WIRKLICH? Wie ist dann die Wirklichkeit wirklich? Nur, wer alle Vorstellungen und Konzepte ablegt, kann die Wirklichkeit so erkennen, wie sie wirklich ist. Erkennen meint hier mehr, als intellektuelles Erfassen. Intellektuelles, rationales Erkennen klebt an Konzepten, klebt an Modellen ÜBER die Wirklichkeit. Aber wirkliches Erfassen der Wirklichkeit meint ERFAHREN der Wirklichkeit jenseits aller Konzepte. Es ist ein Unterschied, ob wir uns über eine Tasse Tee Vorstellungen machen oder ob wir eine Tasse Tee trinken. Unsere Konzepte über eine Tasse Tee können noch so ausgefeilt und clever sein, sie können niemals die wirkliche Erfahrung des Trinkens einer Tasse Tee ersetzen.

    Wer alle Konzepte über Gott, wer alle Konzepte über die Wirklichkeit ablegt, der wird Gott, die Wirklichkeit so erfahren, wie sie wirklich ist. Jene Erfahrung übersteigt alle Vorstellungen und Konzepte, so, wie das Licht der Sonne das Licht von Kerzen übersteigt. Dieses Loslassen aller Vorstellungen und Konzepte kann in der Meditation geübt werden. Echte Meditation bedeutet, alle Vorstellungen und Konzepte loszulassen. Wer alle Vorstellungen und Konzepte, alle Identifikationen losgelassen hat, der wird zu einem Wesen jenseits aller Vorstellungen und Konzepte, jenseits aller Identifikationen. Tiefschlaf, Traum, Wachzustand, Leben und Tod sind für ein solches Wesen ein- und dasselbe.

  181. Nemesis Says:

    “ Ich suchte Gott und fand mich selbst,
    ich suchte mich selbst und fand Gott.“

    Diese Worte stammen von irgendeinem Sufi Mystiker, ich habe vergessen, von wem.

    Wenn ein Mensch Gott sucht, dann sucht er im Grunde sich selbst. Ein Mensch auf der Suche nach Gott sucht den Urgrund, die Quelle, den Ursprung des Daseins. Gott schuf den Menschen nach seinem Angesicht und der Mensch erschafft Gott nach seinem Angesicht. Daher sehen die Götter oder Gott in verschiedenen Kulturen unterschiedlich aus, daher sehen die Vorstellungen der Menschen über Gott unterschiedlich aus, weil sie nach dem Angesicht der Menschen geschaffen sind. Solange ein Mensch Gott im Aussen sucht, macht er sich verschiedene Vorstellungen über Gott, liest bestimmte Bücher, spricht mit bestimmten Leuten, denkt bestimmte Gedanken und Konzepte, folgt einer betimmten Religion usw usw. Und so projiziert der Mensch verschiedene Ängste und Hoffnungen auf Gott, Gott wird zum Spiegel, in dem der Mensch sich selbst erkennt und der Mensch wird zum Spiegel, in dem sich Gott erkennt. Solange man jedoch im Aussen nach Gott sucht, solange bleibt Gott eine Projektionsfläche der eigenen Sehnsüchte und Ängste. Solange Gott im Aussen gesucht wird, solange bleibt Gott ein Anbetungs-OBJEKT in der Objekt- Welt. Aber Gott ist kein Objekt, sondern vollkommen Subjekt.

    Gott ist nicht irgendwo da draussen, in Büchern oder Predigten oder Lehrern oder Gottessöhnen oder Meistern. Gott ist Innen, im eigenen Innern. Erst im eigenen Innern kann Gott als Subjekt erfahren werden, nicht da draussen in der Welt der 6 Sinne (tasten, riechen, schmecken, hören, sehen, denken), nicht in der Welt der äusseren Objekte, nicht in der Welt der Sinneswahrnehmungen. Wer auf einen alten Mann mit weissem Bart, der vom Himmel steigt, wartet, der wartet entweder vergeblich oder er halluziniert. Gott wohnt im eigenen Innern. Was erfahren wir im eigenen Innern jenseits der äusseren Objekt- Welt? Wir erfahren uns selbst und in dieser subjektiven Selbsterfahrung wohnt Gott, in dieser subjektiven Selbsterfahrung offenbart sich Gott, zeitlos und ewig.

    Aus der Nahtodforschung weiss man, dass nicht alle Menschen dasselbe erleben, wenn sie sterben. Die Menschen erleben, ihren biographischen und kulturellen Unterschieden entsprechend, unterschiedliche Erfahrungen. Ein Hindu wird im Tod eher Hindu- Göttern begegnen, ein Christ eher dem christlichen Gott, ein Atheist wiederum anderen Dingen. Es kann allerdings auch durchaus sein, dass zB ein Atheist während seines Nahtoderlebnisses Engeln und Jesus von Nazareth begegnet. Manche sehen zB nahe, verstorbene Verwandte, andere nicht. Die meisten Leute haben angenehme Erlebnisse während einer Nahtoderfahrung, manche wiederum haben unangenehme Erfahrungen. Aber eines haben alle echten Nahtoderlebnisse gemeinsam: Das Gehirn arbeitete nicht mehr, das EEG zeigte eine Null- Linie während jener Erfahrungen. Es wurden also eindeutig Erfahrungen gemacht, obwohl das Gehirn keinerlei Aktivität zeigte. Das ist ein eindeutiger Indizien- Beweis dafür, dass Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existiert. Allerdings gibt es zZt keine experimentellen Beweise, anhand derer unter Laborbedingungen nachgewiesen wurde, wie genau Bewusstsein ohne Gehirn existieren kann. Hier stösst die Wissenschaft schlicht an ihre derzeitigen Grenzen. Leider respektieren die Vertreter des naiven Materialismus/Physikalismus diese Grenze jedoch nicht und behaupten weiterhin, Bewusstsein entstehe allein aus dem Gehirn heraus, ohne Gehirn gäbe es kein Bewusstsein. Aber sie können bisher nicht belegen, wie denn Bewusstsein aus dem Gehirn entsteht. Im Übrigen predigen sie „die Materie“, können aber bis heute Materie nicht klar und eindeutig definieren. Das Problem ist die SUBJEKTIVE Erfahrung eines einzelnen Individuums. Man kann zwar das Gehirn scannen und quasi die Spuren, welche die bewusste, subjektive Erfahrung hinterlässt, aufzeichnen, aber man kann das subjektive Erleben des Individuums nicht reproduzieren. Das ist das sog. „hard problem“ der Bewusstseinsforschung:

    Wie lässt sich die inner-subjektive Erfahrung eines Individuums anhand der Gehirnaktivitäten scannen und reproduzieren?

    Antwort:

    Garnicht, denn das innersubjektive Bewusstsein selbst ist kein Objekt in der Welt der messbaren Objekte. Tee ist ein Objekt in der äusseren Welt der Objekte, aber Teetrinken, der Geschmack von Tee ist eine innersubjektive Erfahrung, kein messbares, reproduzierbares Objekt. Das Gehirn hat mehr Neuronen, als das Universum Atome hat. Das menschliche Gehirn ist die erstaunlichste, komplexeste Erscheinung im gesamten Universum. Aber die Materialisten betrachten das Gehirn wie ein totes Stück Materie, aus der auf wundersame Weise Bewusstsein hervorgegangen sein soll. Das ist eine Sinnestäuschung. Das Gehirn, der Körper ist ein Vehikel des Bewusstseins, aber das Gehirn, der Körper, die Materie ist nicht das Bewusstsein selbst. Das Bewusstsein verleiht dem Gehirn seine Aktivitäten, nicht umgekehrt. Es ist nicht so, dass das Bewusstsein stirbt, wenn das Gehirn stirbt, wenn der Körper stirbt. Es ist vielmehr so, dass das Gehirn, der Körper stirbt, wenn das Bewusstsein längere Zeit den Körper verlässt. Das Gehirn, der Körper erlangt seine Lebendigkeit durch das Bewusstsein. Verlässt das Bewusstsein längere Zeit den Körper, dann zerfällt der Körper, dann stirbt der Körper. Der Körper ist nichts weiter als die Form, in der sich individuelles Bewusstsein in Zeit und Raum manifestiert. Aber das Bewusstsein selbst bleibt unberührt von Zeit und Raum, unberührt vom Körper. Die Bewusstseins-Objekte können wechseln, grosse und kleine, angenehme und unangenehme Objekte usw, aber das Bewusstsein bleibt davon unberührt, so, wie die Sonne unberührt bleibt von den Objekten, welche sie beleuchtet.

    Im Tiefschlaf, also jenseits des REM-Schlafes, da gibt es keine Wahrnehmungsobjekte mehr. Und dennoch gibt es da Bewusstsein, reines Bewusstsein, ohne Wahrnehmungsobjekte, vollkommen Subjekt, ohne jedes Objekt, die Spaltung zwischen Subjekt und Objekt ist vollkommen aufgehoben, Eins-Sein. Das ist der Urzustand im kosmischen Mutterleib, „das göttliche Kind“, schlafend, selig, jenseits von Geburt und Tod. Wenn wir erwachen aus dem Tiefschlaf, dann erinnern wir uns und sagen „Da war Nichts, schwarzes, unnennbares Nichts“. Aber dieses Erinnern an jenes schwarze Nichts ist nur möglich, weil da Bewusstsein war im Tiefschlaf. Ohne dieses Bewusstsein im Tiefschlaf hätten wir vergessen, dass wir geschlafen haben, dass wir im Tiefschlaf waren. Wir sagen „schwarzes Nichts“, weil da im Tiefschlaf die Objekt-Welt der 6 Sinne weggefallen war, aber da war Bewusstsein, jenes Bewusstsein, das wir im Nachhinein als „namenlose Schwärze“ identifizieren, benennen. Wenn das Auge keine Objekte mehr hat, dann sieht es Schwärze. Wenn das Bewusstsein keine Objekte mehr hat, keine Unterscheidung mehr stattfindet, dann sieht es Schwärze. Sobald jedoch das erste Wahrnehmungsobjekt in Augenschein genommen wird, träumen wir (REM-Schlaf) oder werden wach und die Subjekt-Objekt-Spaltung ist wieder da.

    Sehr viele Leute sagen, sie hätten in ihrer Nahtoderfahrung ein helles Licht gesehen, das sie magisch angezogen habe. Manche identifizierten dieses Licht mit Gott. Die tibetischen Buddhisten nennen dieses Licht „das klare Licht des Todes“. Wenn jemand stirbt und er geht in dieses Licht, dann wird er sich in jenem Licht auflösen, genauso, wie er sich im Tiefschlaf jenseits der Subjekt-Objekt-Spaltung auflöst. Übrig bleibt jenes klare Licht des Todes, das subjektive Bewusstsein ohne Objekte. Aber es bleibt noch etwas übrig: Die subjektiven, individuellen Eigenheiten und Bestrebungen bleiben als Potential erhalten und nehmen nach Wunsch gewisse Formen an, zB Träume, Visionen und nach einer gewissen Zeit werden jene Formen konkreter und konkreter, bis sie sich schliesslich, nach Wunsch, nach individuellen Bestrebungen, zB in einer menschlichen Form in Zeit und Raum neu manifestieren. „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“, so heisst es. Damit ist gesagt, dass es letztlich der eigene Wille ist, der einen Menschen antreibt. So, wie ein Mensch sein möchte, so wird er. Dahin, wo es ein Wesen hinzieht, dahin geht es. Ist jedoch jemand voll und ganz bei sich selbst angekommen, wo sollte es ihn noch hinziehen? Ein solcher Mensch kennt kein Kommen und kein Gehen, keine Geburt und keinen Tod mehr. Ein solcher Mensch ist älter, als der Kosmos und jünger, als jedes Neugeborene. Er betrachtet Tiefschlaf (Tod), Traum und Wachbewusstsein als eine einzige, grosse, ewige Meditation. Ein solcher Mensch befindet sich nach indischer Auffassung in Satchitananda, Seinbewusstseinseligkeit.

  182. Nemesis Says:

    Korrektur:

    Das Gehirn enthält nicht mehr Neuronen, als das Universum Atome enthält, sondern die möglichen Verbindungen der Neuronen im Gehirn übersteigt die Zahl der Atome im Universum.

    “ Das menschliche Gehirn ist demnach der Inbegriff an Komplexität, denn nach aktuellen Schätzungen kommunizieren rund hundert Milliarden Nervenzellen über elektrische und biochemische Signale, wobei jede einzelne Zelle Informationen mit zehntausend Nachbarzellen austauscht. John Eccles hat einmal errechnet, dass die Anzahl der möglichen Kombinationen von Nervenzellverbindungen im Gehirn sogar die Gesamtzahl der Atome im Universum übersteigt, d.h., das ganze Universum würde nicht ausreichen, um die potentiellen Möglichkeiten von Gedanken und Vorstellungen eines einzelnen Menschen darzustellen.“

    Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEHIRN/Gehirn-Neuronen.shtml
    © [werner stangl]s arbeitsblätter

  183. Nemesis Says:

    Durchschnittsmenschen verbinden mit dem Tod in der Regel das Schlimmste, was ihnen passieren kann. Der Tod ist für den modernen, materialistisch orientierten Menschen gewissermassen der Supergau:

    Totalverlust sämtlicher materieller Güter, Verlust des Kontakts zu geliebten Menschen, Verlust des Körpers, Verlust der eigenen Persönlichkeit usw usw usw. Der moderne, materialistisch orientierte Mensch betrachtet den Tod als seinen schlimmsten Feind, er fühlt sich dem Tod vollkommen hilflos ausgeliefert.

    Aber es gibt Menschen, die haben mit dem Tod vollkommen Frieden geschlossen, kein Verlust, kein Schmerz, keine Angst kann sie aus der Ruhe bringen:

    http://tinyurl.com/jxrrjte

    Dieser tibetische Mönch sitzt da brennend wie eine Fackel und dennoch in vollkommener Ruhe. Die chinesischen Besatzer fürchten diese Art der Selbstverbrennung mehr, als jeden bewaffneten Widerstand, denn jene Selbstverbrennungen demonstrieren vollkommene Losgelöstheit von allen weltlichen Ängsten und Schmerzen. Menschen, die eine derartige Losgelöstheit demonstrieren, sind nicht durch weltliche Mächte einzuschüchtern oder kontrollierbar, sie sind unbeherrschbar.

    Westliche Menschen betrachten jene Selbstverbrennungen als inakzeptablen Selbstmord. Die Sicht jener Mönche ist jedoch eine ganz andere: Sie bringen ein Liebesopfer für ihr unterdrücktes und gemartertes Volk dar, indem sie demonstrieren, dass selbst der Tod einen wahren Menschen nicht brechen kann. Nur vollkommene Selbstbeherrschung, vollkommene Überwindung weltlicher Schmerzen und Ängste befähigen einen Menschen dazu, in vollkommener Ruhe lichterloh zu brennen. Jeder Durchschnittsmensch würde, von Schmerzen und Fluchtinstinkt überwältigt, panikartig, schreiend duch die Gegend rennen. Nicht jedoch jener Mönch.

  184. Nemesis Says:

    @Christina

    Selbst die christliche Androhung der Hölle würde einen solchen Mönch vollkommen kalt lassen, weder ein Gott, noch ein Teufel hätte auch nur die geringste Macht über einen solchen Menschen. Der „allmächtige“ Gott der Christen und auch der christliche Deibel wirken angesichts derartiger Selbstbeherrschung geradezu lächerlich 😎

  185. Nemesis Says:

    Ich möchte jenen letzten Kommentar von mir nochmal aufgreifen und erklären, warum ich das so gesagt habe:

    Selbst die christliche Androhung der Hölle würde einen solchen Mönch vollkommen kalt lassen, weder ein Gott, noch ein Teufel hätte auch nur die geringste Macht über einen solchen Menschen. Der „allmächtige“ Gott der Christen und auch der christliche Deibel wirken angesichts derartiger Selbstbeherrschung geradezu lächerlich.

    Diese Aussage mag so mancher Christ als Beleidigung auffassen. Aber so ist es nicht gemeint. Ich habe jene Aussage gemacht, um mit dem IRRTUM abzurechnen, der in der Behauptung eines äusserlichen Gottes steckt:

    Ein Gott, der von „oben“ herab mit Höllenverdammnis droht, der von „oben“ herab, von weit weg, von AUSSEN den Menschen bedroht, wenn der Mensch nicht gehorcht, ist ein durch und durch ÄUSSERER Gott, ein Gottes- Bild, eine PROJEKTION der eigenen, boshaften Verfluchung all jener, die nicht bereit sind, sich jener selbstgeschaffenen Projektion zu unterwerfen. Und da es sich hier eben lediglich um eine kümmerliche Projektion handelt, ist jener äussere Gott ein lächerlicher Gott, ein von Menschenhand geschaffener Gott, eine misslungene Karrikatur Gottes.

    Aber jene lächerliche Verfluchung kann jenen buddhistischen Mönch nicht treffen, mag der Fluch auch mit noch soviel Überzeugung, Neid und Hass ausgesprochen werden. Jener Mönch ist vollkommen jenseits äusserer Gottesbilder, jenseits äusserer Dogmen, jenseits äusserer Spekulationen und Glaubensbekenntnisse. Jener Mönch hat vollkommene Verwirklichung im ureigenen INNERN erlangt. Jener Mönch hat den URGRUND allen Seins im eigenen Innern verwirklicht, daher kann ihn nichts treffen, nichts kann ihn schädigen, kein Feuer, keine Angst, kein Schmerz, ganz genau so, wie Gott, den Urgrund selbst, die Quelle allen Daseins, nichts schädigen kann.

    “ Wenn die Seele völlig verloren ist, dann erkennt man, dass es das eigene Selbst war, das so lange vergeblich gesucht hat. Die Seele ist Gott. Sie erfreut sich an höchstem Verzücken. Sie ist sich selbst genug. Sie scheint mit ihrem eigen Leuchten. Sie entdeckt selbst, dass das Königreich Gottes sie selbst ist! “

    Meister Eckhart

    Mit diesen Worten beschreibt Meister Eckhart genau das, was auch jener Mönch verwirklicht hat, nämlich die EINHEIT mit Gott, die Einheit mit dem Mysterium des Urgrunds. Alle Menschen, die den Weg wirklich zuende gegangen sind und nicht in irgendwelchen äusseren Formen und Dogmen steckengeblieben sind, machen jene Erfahrung des Urgrundes im eigenen Innern, ganz egal, welcher Religion sie angehören oder nicht angehören. Wie man jenen Urgrund letztlich benennt, spielt absolut keine Rolle, denn jener Urgrund ist doch der Urgrund, die Quelle ALLER Benennungen. Manche nennen jenen Urgrund „Gott“ oder „Jahwe“ oder „Brahman“ oder „Allah“, andere nennen jenen Urgrund „Nirvana“ oder sonstwie. Es spielt keine Rolle, wie man jenen Urgrund benennt, denn jener Urgrund ist die Quelle allen Seins, die Quelle aller Benennungen. Solange man an einer jener Benennungen hängt und klebt, solange hat man den Urgrund im eigenen Innern nicht verwirklicht. Wer jedoch wirklich in jenen Urgrund im eigenen Innern vollkommen eingetaucht ist und alle Konzepte, alle Namen hat fallenlassen, der findet sich in Einheit mit allen Sehern und Heiligen und Meistern und Gottessöhnen ect, die jemals auf Mutter Erde erschienen sind.

    “ Deshalb sage ich: Wenn ein Mensch von dem Selbst und von den erschaffenen Dingen abkehrt, dann wirst du – in dem Umfang, wie du es tust – die Einheit und Glückseligkeit in deinem Seelenfunken erreichen, welcher Zeit und Raum niemals berührte. “

    Meister Eckhart

    “ Niemals ist irgendetwas so ähnlich, so verwandt, so eins geworden mit einem anderen, wie die Seele mit Gott in dieser Geburt wird … In dieser Geburt fließt Gott in die Seele mit einem solch blendenden Licht, dass Gott und die Seele zu einem gemeinsamen Geist, einer Substanz, einer Einheit verschmelzen.“

    Meister Eckhart

  186. Nemesis Says:

    Schaut Euch jenen brennenden Mönch an und dann schaut Euch Jesus von Nazareth am Kreuz an:

    BEIDE haben denselben inneren Urgrund verwirklicht, BEIDE vertrauen sich vollkommen jenem inneren Urgrund an und überwinden so den Tod, ja beide hatten den kleinen, fleischlichen Tod schon im Leben überwunden, da sie den Grossen, spirituellen, mystischen Tod in der Versenkung in den eigenen, inneren Urgrund erlangten.

    Wer ein derartiges Vertrauen hat, der geht dem Tod entgegen, gleich so, als ginge er dem Leben entgegen. Ein solcher Mensch ist EINS geworden mit dem Urgrund allen Seins und ist daher einsgeworden mit Leben und Tod. Wer aber einsgeworden ist mit Leben und Tod, der braucht beides nicht zu fürchten.

  187. Nemesis Says:

    Wenn wir eins sind mit Gott, warum erfahren sich dann manche Leute als getrennt von Gott?

    Wenn wir den Ozean betrachten, dann sind da Wellen im Ozean zu sehen, hier eine Welle, da eine Welle, grosse Wellen, kleinere Wellen tauchen auf und verschwinden wieder. Und so haben wir eine Unterscheidung getroffen: Ozean und Wellen. Und so denken manche Leute: Gott und Menschen, hier Ozean, da Wellen, hier Gott, da Menschen. Aber die Unterscheidung zwischen Ozean und Wellen ist eine Illusion. Und ebenso ist die Unterscheidung zwischen Gott und den Menschen eine Illusion. So, wie beide, Ozean und Wellen ganz aus Wasser bestehen, so ist Gott ganz im Menschen und der Mensch ganz in Gott. Jesus selbst hat gesagt „Das Himmelreich ist inwendig, in Euch, im eigenen Innern, nicht irgendwo da draussen“. Und dennoch suchen manche Leute das Himmelreich draussen, im Aussen, in der Welt der Konzepte und Dogmen und Vorstellungen „über“ Gott, sie suchen das Himmelreich als ein Objekt in Zeit und Raum irgendwo da draussen.
    Wenn das Himmelreich im eigenen Innern ist, warum sehen es dann manche Leute nicht? Weil sie sich mit allen möglichen, äusseren Dingen identifizieren:

    “ Mein Geburtsdatum, mein Name, meine Adresse, mein Körper, meine Gedanken, meine Vorstellungen, meine Gefühle, meine Person, mein Ich, mein Haus, meine Frau, meine Kinder, mein Bankkonto, mein dies, mein das, mein jenes…“

    Solange man sich mit all diesen äusseren Dingen identifiziert, macht man sich selbst zu einem Objekt in der Welt der Objekte. Aber alle diese äusseren Objekte sind der Vergänglichkeit, sind Alter, Krankheit und Tod unterworfen. Und so ist eben auch das, womit wir uns identifizieren, was wir fälschlicherweise für uns selbst halten, jener Vergänglichkeit unterworfen. Da wir uns mit vergänglichen Dingen identifizieren, entsteht Leiden, entstehen Illusionen, Enttäuschungen, Verlustangst usw usw. Dann habe wir vergessen, wer wir wirklich sind:

    Subjekte in, aber nicht Objekte von der Welt.

    Wenn wir aufhören, uns mit all jenen äusseren Dingen zu identifizieren, all diese äusseren Identifikationen in der Objekt-Welt fallenlassen, dann erst können wir das Himmelreich im eigenen Innern erfahren. Die Identifikation mit äusseren Wahrnehmungsobjekten aufzugeben bedeutet keinesfalls, die Wertschätzung geliebter Dinge und Menschen aufzugeben! Es geht lediglich darum, nicht mehr an den Dingen und Menschen zu haften, sich nicht mehr an Dinge und Menschen zu klammern, sich selbst nicht mehr mit jenen Dingen und Menschen zu verwechseln, also Dinge und Menschen nicht mehr mit den eigenen Vorstellungen ÜBER jene Dinge und Menschen zu verwechseln. Solange wir unsere Vorstellungen ÜBER Dinge und Menschen mit der Wirklichkeit verwechseln, können wir den Dingen und Menschen nicht wirklich gerecht werden. Solange wir uns selbst mit der äusseren Wirklichkeit der Wahrnehmungswelt identifizieren, kann unser inneres, eigentliches Wesen, das Himmelreich im Innern nicht zum Vorschein kommen.

    Da mag nun manch einer fragen „Ja, und? Wie fühlt sich das an? Was sieht man da, was erfährt man da im Himmelreich im eigenen Innern?“ Wer so fragt, der macht jenes INNERE Himmelreich wiederum zu einem äusseren Ding in der Objektwelt, denn er erwartet eine Antwort hinsichtlich seines EIGENEN Innern von aussen, von jemand anderem. Genausogut könnte jemand fragen „Ja, und? Wie fühlt es sich an, mit den eigenen Augen zu sehen?“ Verzweifelt versucht der Gewohnheitsmensch, irgendwo in der äusseren Objektwelt irgendetwas zu erhaschen, zu ergreifen und festzuhalten. Und genau das ist das Problem:

    Da draussen ist NICHTS zum Festhalten.

    Wir könnten genausogut versuchen, einen Nagel in den offenen, blauen Himmel einzuschlagen, einen Siemens Lufthaken, an dem wir uns endlich, nach Äonen der gescheiterten Versuche, festhalten können. All diese Versuche, sich im Äusseren, in Objekten, in Konzepten oder was auch immer festzumachen, müssen auf ewig scheitern. Das ist eine harte Ansage, wenn man es recht überlegt:

    Egal, was auch immer wir uns ausdenken mögen, egal, welches Ziel wir auch immer während weiterer Äonen des Geborenwerdens und Sterbens zu erreichen versuchen, ist genau betrachtet, auf längere Sicht zum Scheitern verurteilt, haargenauso, wie Sisyphos mit seinem Stein zum Scheitern verurteilt war. Da ist NICHTS, an das wir uns klammern können, alles brennt, das gesamte Weltall brennt, egal, welches Objekt wir ergreifen, es zerinnt uns über kurz oder lang zwischen den Fingern, wie Asche, verbrannt im ewig brennenden Feuer von Zeit und Raum.

    Ja aber ist denn das nicht eigentlich die HÖLLE?! Wo bleibt denn da dann noch das Himmelreich?!

    Ganz recht, was ich da beschrieben habe, das ist die Hölle, Samsara. Und wie kommt man da raus? Indem man alle Identifikationen und Konditionierungen und Konzepte und Pläne und Vorstellungen und Erwartungen fallenlässt, indem man leer wird von Konzepten und Vorstellungen und Plänen und Identifikationen, vollkommen leer, wie ein kleines Kind, wie ein Neugeborenes, wie ein Gestorbener, ganz verinnerlicht, ganz weit, ganz offen, mit dem Blick fest im Nirgendwo verankert, jenseits aller Identifikationen. Aber muss man dazu nicht in ein Kloster oder in eine Höhle im Himalaya oder in die Wüste? So ist es. Aber die Wüste ist nicht weit entfernt, die Wüste liegt direkt vor den eigenen Füssen, da, wo nichts festzuhalten ist, da ist die Wüste, ihr könnt sie garnicht verfehlen, die Wüste. „Es ist alles ein Haschen nach Wind“, heisst es im alten Testament. Wir können auch sagen, es ist alles ein Haschen nach Sand. Um uns herum ist nur Wüste, nur Sand, der uns zwischen den Fingern zerrinnt, Objekte, brennend im Weltenbrand, nichts davon bleibt, garnichts. Ganz so, wie Jesus sagte:

    “ Himmel und Erde werden vergehn, aber Inhalt und Sinn meiner Worte werden in Ewigkeit nicht vergehen.“

    Also jede Menge Wüste, in der wir wunderbar das Himmelreich im eigenen Innern meditieren können. Wenn wir die WÜSTE, den permanenten, ewigen WELTENBRAND um uns herum wirklich realisieren, dann fällt die Meditation, das Loslassen leicht. Und dann kommen die wirklichen, die echten Antworten von ganz alleine, wie eine sprudelnde Quelle im eigenen Innern. Je mehr wir im Äusseren loslassen, desto mehr verwirklicht sich das Himmelreich im eigenen Innern von ganz alleine, ganz ohne Anstrengung, ganz ohne Forcierung, ganz ohne Leistung, ganz ohne Dogma.

  188. Nemesis Says:

    Es gibt eine kleine Geschichte aus dem Vedanta („Hinduismus“), die das Vergessen unseres wahren Wesens, jene Tatsache der Verwechslung unserer Selbst mit der äusseren Objekt-Welt beschreibt:

    Einst wurde ein kleiner Löwe geboren. Eines Tages jedoch verirrte sich der kleine Löwe und verlor den Anschluss an sein Rudel. Aus lauter Verzweiflung schloss er sich einer Schafherde an, wurde von Schafen grossgezogen, blökte wie ein Schaf, fras Gras wie ein Schaf, verhielt sich ganz wie ein Schaf und vergass vollkommen seine eigentliche Herkunft. Eines Tages beobachtete ein alter Löwe jene Schafherde und er erblickte den jungen Löwen inmitten der Schafe, blökend und Gras fressend wie ein Schaf. Das verwunderte den alten Löwen ausserordentlich und er schnellte auf die Schafherde zu, packte den jungen Löwen im Nacken und trennte ihn von der Schafherde. Der junge Löwe blökte verzweifelt und wollte wieder zurück zur Schafherde, aber der alte Löwe liess ihn nicht los, sondern schleppte ihn zu einem See. Am Ufer des Sees angelangt sprach der alte Löwe: “ Was soll das?! Du benimmst Dich wie ein Schaf, blökst wie ein Schaf, frisst Gras wie ein Schaf, aber Du bist kein Schaf, sondern ein Löwe!“ Der kleine Löwe blickte den alten Löwen verwundert an und sagte: “ Ich bin kein Löwe, ich bin ein Schaf!“ Da zerrte der alte Löwe den jungen Löwen ganz nah an die Wasseroberfläche des Sees und sagte: “ Sieh Dich an, schau in Dein Spiegelbild! Was siehst Du?!“ Und der junge Löwe blickte auf die Oberfläche des Sees und was er sah, das schockte und verwunderte ihn zutiefst, denn was er sah, das war kein Schaf wie all die anderen Schafe unter denen er aufgewachsen war. Der junge Löwe sah tatsächlich, dass er in Wahrheit ein Löwe und kein Schaf war. Da reckte und streckte sich der junge Löwe, erhob sein Haupt, schüttelte seine Löwenmähne und brüllte zum ersten Mal in seinem Leben wie ein richtiger Löwe eben brüllt.

  189. sapere Says:

    Nemesis, ich stimme Deinen Kommentaren überwiegend zu. Und ich freue mich, dass Du meine Bitte um die Beachtung meiner Kommentarregeln berücksichtigst. Das macht das Lesen leichter … auch wenn ich inhaltlich nicht so viel zu ergänzen habe 🙂

    Nur zwei Nachfragen zu Deinen Kommentaren habe ich … mit Bitte um kurze und prägnante Antworten … also bitte(!) keine Textwände oder Kommentarflutwelle! Sonst bin ich künftiger vorsichtiger mit Nachfragen 🙂 Vielleicht schreibst Du pro Frage einen Antwortkommentar? Könnte ich Dich darum bitten? Vielleicht formulierst Du es in Word vor und optimierst es noch und denkst nochmal drüber nach und dann postest Du es? Ginge das? Bitte?

    1. Wenn Du so in Dir ruhst, wie es in der von Dir beschriebenen Meditationspraxis angstrebt wird, wieso hasst Du dann und äußerst Dich böse und voll Niedertracht in manchen Deiner Beiträge?

    2. Und wieso beschäftigst Du Dich so exzessiv mit dem Klimawandel und versuchst auch andere darein zu involvieren?

  190. sapere Says:

    Ach ja und meinerseits noch eine Ergänzung zum Thema „zionistische Weltverschwörung“. Donald Trump will seinen Anwalt – ein Zionist – zum Botschafter in Israel machen. Dieser Anwalt vertritt die Idee, Jerusalem sei jüdisch.

    „Er sieht auch die Zwei-Staaten-Lösung kritisch, nach der es neben Israel einen eigenen Palästinenserstaat geben muss, und die lange zur amerikanischen Staatsräson gehört.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-botschafter-der-usa-friedman-will-us-botschaft-nach-jerusalem-verlegen-a-1126147.html

    Das ist Weltpolitik. Und da geht es nicht um Öl. Es geht nicht um Ressourcen. Nicht um Frieden. Es geht wohl eher um die Verwirklichung einer eschatologischen Prophezeihung.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zion#Zionstheologie_im_Tanach

  191. Nemesis Says:

    Hi sapere aude,

    “ 1. Wenn Du so in Dir ruhst, wie es in der von Dir beschriebenen Meditationspraxis angstrebt wird, wieso hasst Du dann und äußerst Dich böse und voll Niedertracht in manchen Deiner Beiträge?“

    Öhm, Du musst mir schon genauer sagen, welche Kommentare bzw welche Bosheit und Niedertracht Du genau meinst 🙂

    “ 2. Und wieso beschäftigst Du Dich so exzessiv mit dem Klimawandel und versuchst auch andere darein zu involvieren“

    Ich fass es nicht 😀 Soll das ein Witz sein? Wir sind ALLE in den Klimawandel involviert, ob wir das anerkennen oder nicht, interessiert Mutter Natur einen Dreck. War diese Antwort niederträchtig?^^ Glaub mir, lieber sapere aude, die reichen Industriestaaten werden an ihrer eigenen Ignoranz zugrunde gehen 🙂 Ich beschäftige mich so intensiv mit dem Klimawandel, weil ich es liebe, das Karma/Vipaka dieses Systems zu studieren, ich tue das schon mein Leben lang. Das Studium des Karma/Vipaka kann auf dem spirituellen Weg garnicht hoch genug bewertet werden. Ernten und säen- das verstehst Du doch als Christ, nicht wahr? Übrigens, wenn Du Dir keine Sorgen machst wegen des anthropogenen Klimawandels, dann lach doch einfach drüber 🙂 Du kannst auch gerne meine Kommentare bezüglich Klimawandel löschen, das würde mich überhaupt nicht weiter stören. Mich interessiert lediglich die Funktionsweise von Karma/Vipaka. Weisst Du, das ist wie bei einer Reihe aufgestellter Dominosteine, das geht alles von ganz allein 🙂

    “ Ach ja und meinerseits noch eine Ergänzung zum Thema „zionistische Weltverschwörung“. Donald Trump will seinen Anwalt – ein Zionist – zum Botschafter in Israel machen. Dieser Anwalt vertritt die Idee, Jerusalem sei jüdisch.“

    Na, dann beschäftige Dich mal mal schön weiter mit Deiner „jüdischen Weltverschwörung“, wenn Dich das weiter bringt. Immerhin ist Trump ein Leugner des anthropogenen Klimawandels und so hat er denn konsequenterweise einen ExxonMobil Mann und ausgewiesenen Leugner des anthropogenenen Klimawandels zum Chef der EPA ernannt. Deutschland bzw Europa werden ihre Klimaziele auch nicht erreichen, Australien ist komplett ausgeschert usw usw usw. Du kannst also ganz getrost sein:

    Was ich hier in Deinem einsamen Blog über den anthropogenen Klimawandel schreibe, wird an der Tagespolitik absolut nichts ändern, alles wird schön so weitergehen, wie bisher. Am Ende geht es ja auch nicht um Lesen und Schreiben in irgendwelchen Blogs, sondern ums FÜHLEN. Ob man dann am Ende den Total-Kollaps auf eine göttliche, eschatologische Apokalypse, das Weltjudentum oder schlicht auf lächerlichen Grossenwahn und unsägliche Ignoranz (sie haben Augen zum sehen und sehen nicht ect, you know^^) zurückführen wird, ist mir persönlich vollkommen Wurst 🙂

  192. sapere Says:

    Nein, was Du schreibst ändert nichts. Aber warum schreibst Du Deine Beobachtungen des Karma dann in mein „einsames Blog“?

  193. Nemesis Says:

    Noch eines vielleicht:

    Ich muss leider feststellen, dass ich Deine intellektuellen Fähigkeiten masslos überschätzt habe. Aber das macht nichts, ich habe trotzdem extrem viel in der Diskussion mit Dir und Christina gelernt, unendlich viel und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

    Ich wünsche Dir an dieser Stelle schonmal fröhliche Weihnachten, ein frohes neues Jahr und tralala und hoppsassa. Du weisst schon, was ich meine, angemessener kann und will ich es als Nicht-Christ nicht formulieren. In nomine Patris et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

  194. Nemesis Says:

    „Nein, was Du schreibst ändert nichts. Aber warum schreibst Du Deine Beobachtungen des Karma dann in mein „einsames Blog“?“

    Weil ich Dich fälschlicherweise für einen intelligenten Mann hielt, mit dem man über den Untergang der modernen Zivilisation reden kann. Sorry, war halt ein Irrtum meinerseits.

  195. sapere Says:

    Siehst Du, genau das meine ich:

    „Ich muss leider feststellen, dass ich Deine intellektuellen Fähigkeiten masslos überschätzt habe.“

    Warum dieser gehässige Tonfall? „Tralala und Hoppsassa“?

  196. sapere Says:

    Warum sollte ich über den Untergang reden wollen? Und was hat das mit meiner Intelligenz zu tun? Du hältst mich für dumm? Oder für Dich nicht klug genug? wow ^^

  197. Nemesis Says:

    Leider bist Du offenbar auch nur ein Schaf, ganz sicher kein Löwe.

  198. sapere Says:

    Das hab ich doch auch nie behauptet.

  199. sapere Says:

    … ein verlorenes dazu.

  200. Nemesis Says:

    „Du hältst mich für dumm? Oder für Dich nicht klug genug? wow ^^“

    Lieber sapere aude, was soll ich denn noch sagen? Du bist als Atheist gestorben und als Antisemit wiederauferstanden. Lies Dir mal Deinen eigenen Blog in Ruhe durch 😎

  201. sapere Says:

    Ich bin kein Antisemit. Ich habe nichts gegen Juden. Ich habe was gegen rücksichtslose Verwirklicher religiöser Prophezeihungen.

  202. Nemesis Says:

    Wenn Du, wie Du ja selbst sagst, ein verlorenes Schaf bist, dann ist doch alles bästens, dann bist Du doch, ganz im Gegensatz zu mir, gerettet !!!

    Ich bin nur ein einsamer Löwe, der seine Einsamkeit (solitude) geniesst, ich brauche keine Rettung 🙂

  203. sapere Says:

    So wie Du den Klimawandel beobachtest und Dich davon distanzierst, so beobachte ich religiös motivierte Machtpolitik und versuche sie von der Religion, die ich schätze zu unterscheiden.

  204. sapere Says:

    Ich kann und will Dich auch nicht retten. Das müßtest Du von einem anderen erbitten. Ich bin nur interessiert, worum Du eigentlich kämpfst und worüber Du so wütend bist, wenn Du doch eigentlich – ausgehend von Deiner Selbstwahrnehmung als Löwe – ganz ruhig und freundlich sein könntest.

  205. Nemesis Says:

    „Ich bin kein Antisemit. Ich habe nichts gegen Juden. Ich habe was gegen rücksichtslose Verwirklicher religiöser Prophezeihungen.“

    Ja, dann sollte man mal laaaangsam was gegen den anthropogenen Klimawandel unternehmen, denn sonst wird sich jene apokalyptishe Prophezeiung garantiert 100% erfüllen 🙂 Der anthropogene Klimawandel jedenfalls ist keine „jüdische Weltverschwörung“, das kann ich Dir versichern 😀

  206. sapere Says:

    Ich kann und will nichts gegen den Klimawandel unternehmen, was meine Kräfte übersteigt. Deine Warnungen überfordern mich. Ich kann Dir da doch mit konkreten Taten nicht helfen. Ich kann Dir nur vermitteln, dass Du Dir darüber keine Sorgen machen mußt.

  207. Nemesis Says:

    „So wie Du den Klimawandel beobachtest und Dich davon distanzierst, so beobachte ich religiös motivierte Machtpolitik und versuche sie von der Religion, die ich schätze zu unterscheiden.“

    Öhm, eben hast Du Dich noch darüber beschwert, dass ich den Klimawandel in Deinem Blog anspreche und nun unterstellst Du mir, ich würde mich vom Klimawandel distanzieren. Siehst Du, genau so funktioniert instant Karma, man merkt es nichtmal, ist nur ein kleiner Pieks, tut erstmal garnicht weh 😎

  208. sapere Says:

    Hab ich doch zugegeben. Ich gebe zu, dass mich das quält. Und dass ich meinen Frieden damit suche. Aber ich weiß, dass der Frieden mit diesem Problem nicht außerhalb von mir zu finden ist. Weißt Du das auch?

    Und ist Deine Gehässigkeit der funktionierende Versuch Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erzwingen, die Du auf dem Weg der Selbstmitteilung nicht erlangst?

    Versuch doch mal positiv zu provozieren!

  209. Nemesis Says:

    „Ich kann und will nichts gegen den Klimawandel unternehmen, was meine Kräfte übersteigt. Deine Warnungen überfordern mich. Ich kann Dir da doch mit konkreten Taten nicht helfen. Ich kann Dir nur vermitteln, dass Du Dir darüber keine Sorgen machen mußt.“

    Habe ich irgendetwas von Dir verlangt? Du kannst tun und lassen, was Dir beliebt, das interessiert mich nicht, ist nicht mein Punkt, nicht mein Karma. Und dass man sich keine Sorgen über den anthropogenen Klimawandel machen muss, dass erzähl mal bitte all jenen Menschen, die bereits darunter leiden oder schon daran verreckt sind oder demnächst deswegen verrecken werden. Und bitte:

    Erzähl das mal insbesondere den Kindern dieser Welt.

  210. sapere Says:

    Aber warum erzählst du es mir?

  211. Nemesis Says:

    „Positiv provozieren“? Ok, ich provoziere mal positiv:

    Ich habe keine Kinder, ich habe nichts zu verlieren, daher mache ich mir um meine persönlichen Belange hinsichtlich des anthropogenen Klimawandels absolut keine Sorge. Im Übrigen liegt mein persönlicher ökologischer Fussabdruck weit, weit unter dem Durchschnitt, daher kann ich ganz entspannt auf mein Karma/Vipaka blicken. Ich habe im Leben alles erreicht, was ich erreichen wollte, ich habe das System vollkommen durchschaut und sein baldiges Ende 100% erkannt. Ich bin in vollkommenem Frieden mit mir. Ich muss keine Erleuchtung, keinen Gott, keine Erlösung, keine Religion, kein Wissen mehr erlangen, ich habe alles erlangt, was ich wollte.

  212. Nemesis Says:

    „Aber warum erzählst du es mir?“

    Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ehrlich gesagt, es macht gar keinen Sinn, ich verschwende nur meine Zeit.

  213. sapere Says:

    Du. Ich lese nur „Ich“.

  214. sapere Says:

    Ich habe keine Kinder, ich habe nichts zu verlieren, daher mache ich mir um meine persönlichen Belange hinsichtlich des anthropogenen Klimawandels absolut keine Sorge. Im Übrigen liegt mein persönlicher ökologischer Fussabdruck weit, weit unter dem Durchschnitt, daher kann ich ganz entspannt auf mein Karma/Vipaka blicken. Ich habe im Leben alles erreicht, was ich erreichen wollte, ich habe das System vollkommen durchschaut und sein baldiges Ende 100% erkannt. Ich bin in vollkommenem Frieden mit mir. Ich muss keine Erleuchtung, keinen Gott, keine Erlösung, keine Religion, kein Wissen mehr erlangen, ich habe alles erlangt, was ich wollte.

  215. Nemesis Says:

    „Siehst Du, genau das meine ich:

    „Ich muss leider feststellen, dass ich Deine intellektuellen Fähigkeiten masslos überschätzt habe.“

    Warum dieser gehässige Tonfall? „Tralala und Hoppsassa“?“

    Com on, die Welt geht den Bach runter und die Leute schlagen sich den weihnachtlichen Bauch voll. Das nenne ich trallala und hopsassa.

    “ Ich kann und will Dich auch nicht retten. Das müßtest Du von einem anderen erbitten. Ich bin nur interessiert, worum Du eigentlich kämpfst und worüber Du so wütend bist, wenn Du doch eigentlich – ausgehend von Deiner Selbstwahrnehmung als Löwe – ganz ruhig und freundlich sein könntest.“

    Wer andere braucht, um Rettung, Erlösung zu finden, der ist eben ein Schaf, kein Löwe. Löwen sind nicht immer freundlich, aber immer sehr direkt, ohne Umschweife, Löwen blöken nicht, sondern sie sagen, was sie zu sagen haben, auch dann, wenns nicht gefällt.

  216. sapere Says:

    Du bist nicht allein. Nur getrennt.

  217. Nemesis Says:

    “ Ich habe keine Kinder, ich habe nichts zu verlieren, daher mache ich mir um meine persönlichen Belange hinsichtlich des anthropogenen Klimawandels absolut keine Sorge. Im Übrigen liegt mein persönlicher ökologischer Fussabdruck weit, weit unter dem Durchschnitt, daher kann ich ganz entspannt auf mein Karma/Vipaka blicken. Ich habe im Leben alles erreicht, was ich erreichen wollte, ich habe das System vollkommen durchschaut und sein baldiges Ende 100% erkannt. Ich bin in vollkommenem Frieden mit mir. Ich muss keine Erleuchtung, keinen Gott, keine Erlösung, keine Religion, kein Wissen mehr erlangen, ich habe alles erlangt, was ich wollte.“

    Ganz recht, lieber sapere aude. ICH habe nichts zu verlieren. ICH habe alle erreicht, was ich im Leben erreichen wollte usw. Und warum hatte ICH das gesagt?! WEIL DU MICH DANACH GEFRAGT HATTEST:

    „Aber warum erzählst du es mir?“

  218. sapere Says:

    Warum erzählst Du es mir?

    Ich glaube weil auch Du mit Deinem Ich nicht allein sein willst.

  219. Nemesis Says:

    “ Du bist nicht allein. Nur getrennt.“

    Oh doch, ich bin allein, All-Ein. Und ich geniesse dieses Allein-Sein, diese Ein-Sam-Sein über alle Masse, I enjoy SOLITUDE. Horch mal gaaaaanz tief in Dich hinein, dann wirst Du lernen, dass auch Du allein bist. Gott selbst ist der Inbegriff des Allein-Seins 🙂

    Allerdings, getrennt bin ich nicht, sondern ich bin mit allem untrennbar verbunden, gerade, weil ich All-Ein bin 🙂

  220. Nemesis Says:

    „Warum erzählst Du es mir?

    Ich glaube weil auch Du mit Deinem Ich nicht allein sein willst.“

    Du kannst gerne glauben, was Du möchtest, das ist ja das Schöne am Glauben, das jeder glauben darf, was er möchte 🙂

  221. sapere Says:

    Wir sind beide Verlorene. Du bist – wie ich – kein Löwe. Du bist ein Mensch. Ein Du. Du.

  222. sapere Says:

    Hier, hör Dir das mal an so als ob Gott das singen würde:

  223. Nemesis Says:

    “ Wir sind beide Verlorene. Du bist – wie ich – kein Löwe. Du bist ein Mensch. Ein Du. Du.“

    Du redest genau so, wie alle anderen christlichen Schafe. Und wäre ich verloren, so würde ich dennoch immer Zuflucht zu mir selbst, zu meiner eigenen kosmischen Einsamkeit nehmen, niemals zu irgendjemand anderem, zu keinem Gott und keinem Menschen.

    Vielleicht verstehst Du nicht, was ich mit All-Ein-Sein meine. Ich versuche das mal zu erklären:

    Horch mal in tief Dich hinein. Deine Gedanken, Deine Gefühle, Deine Wahrnehmungen, Dein Glaube usw usw usw. WER denkt das alles? WER fühlt das alles ? WER hat all jene Wahrnehmungen? WER glaubt dieses und jenes? DU ALLEIN. Niemand kann Deine Innen-Perspektive einnehmen, niemand kann Deine ureigene Innenwelt fühlen, wahrnehmen, nur Du ganz allein. Alles um Dich herum kommt und geht, Dinge und Menschen, aber Du allein bleibst. Du siehst die Dinge entstehen und vergehen, aber Du bleibst, ganz allein. Du siehst die Menschen geboren werden und sterben, aber Du bleibst, ganz allein. Man sieht immer nur die anderen kommen und gehen, niemals sich selbst. Du bist allein gekommen und Du wirst allein wieder gehen. Man kann sich gegen diese Einsicht wehren, man kann diese Einsicht abwehren, leugnen, verdrängen- Solange man nicht zu sich selbst heimgekehrt ist, solange flieht man eben vor sich selbst, solange flieht man eben vor der kosmischen Einsamkeit im eigenen Innern. Das nennt man:

    IN- DIVIDUUM.

    Unteilbar ist jenes In- dividuum. In- dividuum sein heisst ein- sam sein. Und ich liebe dieses In- dividuum sein, ich liebe die Einsamkeit. Ich habe genügend Freunde und dennoch wähle ich die meiste Zeit das Versenken in der inneren kosmischen Einsamkeit.

    Du verstehst nichts von mir, garnichts. Könntest Du auch nur eine Minute jene innere Freiheit und Extase fühlen, die ich fühle, dann würdest Du verstehen, dann würdest Du erkennen, dass ich vollkommen meine eigene Zuflucht bin, dass ich durch und durch ein einsamer, seliger Löwe und kein Schaf bin.

  224. Nemesis Says:

    Nur Löwen lieben die Einsamkeit. Schafe hingegen lieben die Herde, brauchen die Herde, sind verloren ohne Herde.

  225. Nemesis Says:

    Einsamkeit ist das, was der moderne Mensch mehr fürchtet, als die Pest oder den Teufel. Ich weiss, dass es so ist, ich habe es gesehen, bei 99.9% aller Menschen, die ich kennnengelernt habe. Alle wollen sich an andere Menschen klammern, wollen die schwüle Wärme der Herde fühlen. In der Einsamkeit gehen sie zugrunde wie Schafe, die den Anschluss an die Herde verloren haben. Und sogar, wenn sie ihre Freunde oder ihre Kinder oder ihre Lebenspartner hassen, so klammern sie sich doch an sie. Und sogar, wenn sie sich jeden Tag gegenseitig hassen, so können sie doch nicht voneinander lassen. Ich habe dieses einsam/zweisame Schicksal hundertfach und tausendfach gesehen 🙂

  226. Nemesis Says:

    Und dennoch habe ich all jene Schäfchen sehr lieb, denn ich weiss ja, dass sie leiden und ich weiss ja, woran sie leiden 🙂