Hölle, Hölle, Hölle

August 13th, 2016

Dringt man tiefer in den christlichen Glauben ein, wird man unweigerlich mit der Hölle konfrontiert. Auch wenn die Vorstellung der „Ewigen Verdammnis“ aus den Sonntagsgottesdiensten in den evangelischen Landeskirchen keine Rolle mehr spielt … für fundamentalistische, bibeltreue, evangelikale Christen ist die Vorstellung des „Gerichts“ äußerst präsent. Die Angst vor der Höllenstrafe für die Sünden, der man nur durch den „wahren“ Glauben an Jesus Christus entrinnen kann, ist ein wichtiges Kriterium für die massiven Missionsbemühungen evanglikaler Christen.

Die Vorstellung, die wir mit der Hölle verbinden ist stark durch die mittelalterliche Bildsprache geprägt. Insbesondere Hieronymus Bosch, dessen wir an seinem 500sten Todestag, am 9. August gedachten, hat eindrucksvolle Visionen der Hölle gestaltet. Aber auch Michelangelos „Jüngstes Gericht“ in der Sixtinischen Kapelle ist eine der bekanntesten Darstellungen der möglichen Folgen, die eine Verurteilung für begangenen Sünden nach sich ziehen kann.

In der Weltliteratur ist es die Darstellung Dantes in seiner „Göttlichen Komödie“, die wohl den tiefsten Eindruck auf künstlerische Nachfolger hinterlassen hat.

Aber auch Hollywoodfilme, u.a. mit Robin Williams geben uns einen Eindruck davon, was uns nach dem Tod erwarten kann:

Aber all diese Darstellungen über die Jahrtausende sind eindrucksvolle Dichtungen und geniale Übertreibungen, entbehren aber jeder Grundlage im Neuen Testament.

Eher entstammen die Ideen für diese bildgewaltigen Darstellungen sogenannten Apokryphen. Das sind frühchristliche Schriften, die oft bekannten Autoren wie den Aposteln Petrus oder Paulus zugeschrieben werden, die es aber nicht in das Neue Testament geschafft haben.

Eine der bekanntesten und grausamsten Höllenvorstellungen ist die sogenannte „Petrus-Offenbarung“ aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, die von Kirchenvätern sogar teilweise dem Neuen Testamtent zugeordnet wurden. In dieser Schrift liest man von grausamen Foltermethoden für Sünder, Lästerer werden an ihren Zungen aufgehängt

Man bereitet ihnen ein nie verlöschendes Feuer. Ein anderer Strafort ist eine große mit brennendem Schlamm gefüllte Grube. Darin sind Menschen, welche die Gerechtigkeit verleugnet haben. Strafengel foltern sie und zünden das Feuer ihrer Strafe an.

Es ist eine schauerliche Vorstellung, die sich tief in unser kollektives Unbewußtes eingebrannt hat.

Bei all dem, was da geschildert wird, kann einem schon ein wenig gruseln, vor dem was da nach dem Tod kommen soll.

Aber was steht eigentlich in den 4 Evangelien über die Hölle?

Nichts.

Im griechischen Origninal gibt es den Begriff „Hölle“ gar nicht. An den Stellen, an denen in der deutschen Übersetzung Hölle steht, steht entweder „Hades“, „Tartaros“ oder „Gehenna„. Hades oder Tartaros sind aus der griechischen Mythologie bekannte Begriffe, die die Unterwelt beschreiben. Gehenna aber beschreibt einen realen Ort. Das vor Jesrusalem liegende Tal Ge-hinnom. In diesem Tal sollen Anhänger des Moloch-Kultes Kinder geopfert haben … später sei es eine reine Begräbnisstätte gewesen, in der Tote verbrannt oder in der Erde bestattet wurden.

Gehenna findet sich im griechischen Original in folgenden Versen:

Matthäus 5:22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. (Im griechischen Original steht nichts von „Schuld“. Dort steht eigentlich „Wer aber sagt Du Narr kommt nach Gehinnom in das Feuer“ Zum Nachlesen: Griechisches Original)

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Matthäus 5:29 Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.

Matthäus 5:30 Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.

Matthäus 10:28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.

Matthäus 18:9 Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und wirst in das höllische Feuer geworfen.

Matthäus 23:15 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, daß ihr einen Judengenossen macht; und wenn er’s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr denn ihr seid!

Matthäus 23:33 Ihr Schlangen und Otterngezücht! wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?

Markus 9:43 So dich aber deine Hand ärgert, so haue sie ab! Es ist dir besser, daß du als ein Krüppel zum Leben eingehest, denn daß du zwei Hände habest und fahrest in die Hölle, in das ewige Feuer

Markus 9:45 Ärgert dich dein Fuß, so haue ihn ab. Es ist dir besser, daß du lahm zum Leben eingehest, denn daß du zwei Füße habest und werdest in die Hölle geworfen, in das ewige Feuer,

Markus 9:47 Ärgert dich dein Auge, so wirf’s von dir! Es ist dir besser, daß du einäugig in das Reich Gottes gehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen

Lukas 12:5 Ich will euch aber zeigen, vor welchem ihr euch fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, zu werfen in die Hölle. Ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch.

In Jesu Worten im Neuen Testament findet sich also als Strafe überwiegend die Verbringung nach Gehenna. Dieser Ort wird immer wieder vor allem bei Jeremia als der Ort benannt an dem die Israeliten dem Gott Baal oder Moloch opferten:

Jeremia 7:31 „Denn die Kinder Juda tun übel vor meinen Augen, spricht der HERR. Sie setzen ihre Greuel in das Haus, das nach meinem Namen genannt ist, daß sie es verunreinigen, und bauen die Altäre des Thopheth im Tal Ben-Hinnom, daß sie ihre Söhne und Töchter verbrennen, was ich nie geboten noch in den Sinn genommen habe.“

Jeremia 32: 35 „und haben die Höhen des Baal gebaut im Tal Ben-Hinnom, daß sie ihre Söhne und Töchter dem Moloch verbrennten, davon ich ihnen nichts befohlen habe und ist mir nie in den Sinn gekommen, daß sie solche Greuel tun sollten, damit sie Juda also zu Sünden brächten.“

So spricht nun der HERR: Gehe hin und kaufe dir einen irdenen Krug vom Töpfer, samt etlichen von den Ältesten des Volks und von den Ältesten der Priester, und gehe hinaus ins Tal Ben-Hinnom, das vor dem Ziegeltor liegt, und predige daselbst die Worte, die ich dir sage, und sprich: Höret des HERRN Wort, ihr Könige Juda’s und Bürger zu Jerusalem! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will ein solch Unglück über diese Stätte gehen lassen, daß, wer es hören wird, dem die Ohren klingen sollen, darum daß sie mich verlassen und diese Stätte einem fremden Gott gegeben haben und andern Göttern darin geräuchert haben, die weder sie noch ihre Väter noch die Könige Juda’s gekannt haben, und haben die Stätte voll unschuldigen Bluts gemacht 5 und haben dem Baal Höhen gebaut, ihre Kinder zu verbrennen, dem Baal zu Brandopfern, was ich ihnen weder geboten noch davon geredet habe, was auch in mein Herz nie gekommen ist. Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, daß man diese Stätte nicht mehr Thopheth noch das Tal Ben-Hinnom, sondern Würgetal heißen wird. Und ich will den Gottesdienst Juda’s und Jerusalems an diesem Ort zerstören und will sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren Feinden, unter der Hand derer, die nach ihrem Leben stehen, und will ihre Leichname den Vögeln des Himmels und den Tieren auf Erden zu fressen geben und will diese Stadt wüst machen und zum Spott, daß alle, die vorübergehen, werden sich verwundern über alle ihre Plage und ihrer spotten. Ich will sie lassen ihrer Söhne und Töchter Fleisch fressen, und einer soll des andern Fleisch fressen in der Not und Angst, damit sie ihre Feinde und die, so nach ihrem Leben stehen, bedrängen werden. Und du sollst den Krug zerbrechen vor den Männern, die mit dir gegangen sind, und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth: Eben wie man eines Töpfers Gefäß zerbricht, das nicht kann wieder ganz werden, so will ich dies Volk und diese Stadt auch zerbrechen; und sie sollen im Thopheth begraben werden, weil sonst kein Raum sein wird, zu begraben. So will ich mit dieser Stätte, spricht der HERR, und ihren Einwohnern umgehen, daß diese Stadt werden soll gleich wie das Thopheth. Dazu sollen ihre Häuser zu Jerusalem und die Häuser der Könige Juda’s ebenso unrein werden wie die Stätte Thopheth, ja, alle Häuser, wo sie auf den Dächern geräuchert haben allem Heer des Himmels und andern Göttern Trankopfer geopfert haben.

Wenn also Jesus von Gehenna, dem Tal des Moloch-Kults spricht, in das man kommt, wenn man bestimmte Regeln nicht beachtet, was meint er dann. Meint er eine Zeit nach dem leiblichen Tod?

Oder meint Jesus hier, dass wer nicht ihm nachfolgt, anderen Göttern folgen muss, die grausam und menschenverachtend sind, Göttern, die Kinderopfer fordern und diese werden, wie in der Prophezeihung des Jeremia, einst den Vögeln zum Fraß vorgeworfen werden.

Unsere Vorstellung von der „Hölle“ ist eine Jenseitsvorstellung. Es gilt als Strafe für begangene Sünden. Jesus selbst aber spricht nicht von Strafe für begangene Sünden nach dem Tod. Er spricht davon, dass man sich fürchten soll vor denen die Leib und Seele verderben in Gehenna, also in einem Todeskult. Dass man sicher lieber fernhalten sollte von denen, dass man sich eher sogar Glieder abtrennen solle, um nicht mit Leib UND Seele in Gehenna zu verderben.

Wie sollen die Schriftgelehrten und Pharisäer dem Todeskult entrinnen? Jesus warnt sie, die sich loben, dass sie hunderte Gesetze einzuhalten in der Lage sind. Sie hoffen mit der Einhaltung dieser Gesetze Gottes Zorn über ihre Sündhaftigkeit zu beschwichtigen. So wollen sie Krankheit, Schicksalsschläge und Verluste fernhalten. Der Tod galt letztlich als die gerechte Strafe für die von Adam ererbte Sündhaftigkeit. Aber wie lebt man, wenn man immer die Todesstrafe vor Augen hat? Wenn das Leben ein einziger Todestrakt ist, der nur zu einem Ziel führt, dem Tod?

Jesus spricht aber nicht nur von Gehenna, sondern auch vom Hades, in den die Toten kommen. In dem Gleichnis von Lazarus und dem Reichen Mann, muss der Reiche im Hades furchtbare Qualen im Feuer erleiden, während Lazarus in Abrahams Schoß liegt:

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren und begehrte sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre. Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Hier spricht Jesus mit Metaphern. Metaphern, von denen es eine in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft hat, der sprichwörtliche „Abrahams Schoß“. Jesus spricht von „Feuer“ und „Qualen“, die der Reiche im Hades zu erleiden habe.

Bedeutet das, dass den Menschen faktisch genau dieses Schicksal ereilt … in Abrahams Schoß oder in den Flammen? Abrahams Schoß wäre arg voll, wenn Jesus hier von tatsächlichen Ereignissen spräche. Es geht in diesem Gleichnis um eine Veranschaulichung dessen, was Lazarus und den Reichen im Tod (also eigentlich der Vorstellung vom Tod) erwarten. Für den Reichen ist der sicher bevorstehende Tod ein ungeheuerlicher Verlust. Für ihn ist es das größte denkbare Grauen. All das Gute und Schöne verlieren zu müssen, dass er im Leben genießen durfte. Die Angst vor dem Tod macht so sein Leben sauer. Ganz anders Lazarus. Was hat er zu verlieren. Doch nur seine jämmerliche Existenz und seine Geschwüre. Wie sehr sehnt er den Tod herbei, als Erlösung von den unerträglichen Leiden. Wie sehr muss ihm, der in Verachtung und Depression leben muss, der Tod als Erlösung und Hoffnung erscheinen. Endlich Ruhe! Endlich Frieden!

Die Unterscheidung zwischen Hades und Gehenna ist keine zufällige. Zehn Mal gibt es den Hades im Neuen Testament:

Matthäus 11: 23 Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden. Denn wenn in Sodom die Taten geschehen wären, die in dir geschehen sind, es stünde noch heutigen Tages.

Matthäus 16:18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.

Lukas 10:15 Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden.

Lukas 16:23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.

Apostelgeschichte 2:27 Denn du wirst mich nicht dem Tod überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.

Apostelgeschichte 2:31 hat er’s vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen.

Offenbarung 1:18 Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 6:8 Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Der Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Pest und durch die wilden Tiere auf Erden.

Offenbarung 20:13 -14 Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und sein Reich gaben die Toten heraus, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl. Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl.

Der Hades gilt als das Totenreich. Dieser Ort ist nichts weiter als ein Aufenthaltsort. Das wird nirgendwo deutlicher als im letzten zitierten Abschnitt der Offenbarung: „Der Tod und sein Reich gaben die Toten heraus“ und dann(!) wurden sie „gerichtet“. Und „Wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl“. Dieser „feurige Pfuhl“ ist jedoch nicht der Hades. Und dieser feurige Pfuhl befindet sich auch nicht im Hades, sondern Hades und Tod selbst werden in den Feuersee geworfen.

Die Gleichnisse des Hades als Reich des (bevorstehenden) Todes ist eine Warnung vor der Vergottung des Genusses, des materiellen Reichtums, des Glücks im Hier und Jetzt um den Tod zu vergessen. Die Warnung vor Gehenna, ist die Warnung vor dem Wahnsinn eines Todeskults in dem selbst Kinder geopfert werden um einen Gott zu beschwichtigen.

Was bedeutet das für uns?

Es gibt ein Lied von Gerhard Schöne mit dem Titel „Die zurückgelassenen Kinder“. Hier werden die Kinder der Suche nach dem Reichtum geopfert. Das ist die Hölle. Wenn die Eltern ihre Kinder verlieren und erst zu spät merken, dass sie selbst zurückgelassen sind.

Diese Eltern haben dem Gott Mammon ihre Kinder geopfert und haben sich selbst damit nach Gehinnom gebracht. Wären sie ihrem Herzen, ihrer Liebe gefolgt, wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass sie das Wichtigste übersehen.

Es gehört viel dazu, eines Tages zu verstehen, was wirklich zählt. Immer sind wir auf der Suche nach dem Eigentlichen und opfern dabei verschiedensten Göttern. Im Neuen Testament wird ein Gott beschworen, der keine „Opfer“ zur Beschwichtigung mehr braucht, sondern der sich selbst geopfert hat um uns ein für alle Mal zu zeigen, was als einziges wirklich zählt: Die Liebe.

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Literaturhinweise:

Dimitris J. Kyrtatas „The Origins of Christian Hell“ Numen: International Review for the History of Religions 56 (2009) 282–297

Chaim Milikowski „Which Gehenna? Retrebution and eschatology in the synoptic gospels and in early jewish texts“ New Testament Studies Vol. 34, 1988, pp. 238-249