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	<title>Comments on: Der agnostische Fehlschluss</title>
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	<description>Wage Denken!</description>
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		<title>By: Evoluzzer</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5957</link>
		<dc:creator>Evoluzzer</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 20:52:10 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo topsecret, danke f&#252;r den Hinweis, zwar komme ich nicht ganz mit, was an einer 2D-Ansicht eines 3D-K&#246;rpers unlogisch sein soll, aber das hat mich auf eine Widerlegung des Widerspruchs &quot;Kann Gott einen Stein schaffen, den er selbst nicht heben kann?&quot; gebracht, siehe http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/12/der-agnostische-fehlschluss-oder-warum-richard-dawkins-irrt.php#comment74399

Da ist eh&#039; mehr los und sapere schreibt da auch mehr als bei sich zu Hause :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo topsecret, danke f&#252;r den Hinweis, zwar komme ich nicht ganz mit, was an einer 2D-Ansicht eines 3D-K&#246;rpers unlogisch sein soll, aber das hat mich auf eine Widerlegung des Widerspruchs &#8220;Kann Gott einen Stein schaffen, den er selbst nicht heben kann?&#8221; gebracht, siehe <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/12/der-agnostische-fehlschluss-oder-warum-richard-dawkins-irrt.php#comment74399" rel="nofollow">http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/12/der-agnostische-fehlschluss-oder-warum-richard-dawkins-irrt.php#comment74399</a></p>
<p>Da ist eh&#8217; mehr los und sapere schreibt da auch mehr als bei sich zu Hause <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>By: topsecret</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5954</link>
		<dc:creator>topsecret</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 19:46:53 +0000</pubDate>
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		<description>die definition &quot;gott ist allm&#228;chtig&quot; ist widerspruchsfrei. dass allmacht unlogisch ist, ist dabei kein argument. einerseits k&#246;nnen sich (auch ohne die logik generell auszuschalten) unlogische situationen ergeben, wenn man h&#246;herdimensionale vorg&#228;nge in einer wenigerdimensionalen welt abbildet. z.b. macht die definition eines w&#252;rfels aus 2-d-sicht keinen sinn, weil es nicht m&#246;glich ist, 6 quadrate in einem 2-d-&quot;raum&quot; (besser gesagt in einer &quot;ebene&quot;, da &quot;raum&quot; ein 3-d-begriff ist) so anzuordnen, dass jede kante an die kante eine anderen quadrats grenzt. ein 3-d-raum ist wiederum &quot;starr&quot;. ohne eine 4. (zeit-)dimension w&#228;re es unlogisch, warum sich ein 3-d-k&#246;rper z.b. von a nach b bewegen sollte, d.h. der k&#246;rper h&#228;tte entweder die position x,y,z oder eben nicht. es w&#228;re unlogisch, dass er sie hat und gleichzeitig nicht hat, ohne die zeitdimension. vermeintliche &quot;unlogik&quot; scheint sich durch zus&#228;tzliche dimensionen aufheben zu lassen. die allmacht k&#246;nnte jedoch ein sonderfall sein, da ein allm&#228;chtiges wesen f&#228;hig sein m&#252;sste, sich auf x dimensionen zu beschr&#228;nken und dennoch allm&#228;chtig zu bleiben, d.h. die unlogik NICHT durch eine h&#246;here dimension zu umgehen, sondern die logik direkt zu beugen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>die definition &#8220;gott ist allm&#228;chtig&#8221; ist widerspruchsfrei. dass allmacht unlogisch ist, ist dabei kein argument. einerseits k&#246;nnen sich (auch ohne die logik generell auszuschalten) unlogische situationen ergeben, wenn man h&#246;herdimensionale vorg&#228;nge in einer wenigerdimensionalen welt abbildet. z.b. macht die definition eines w&#252;rfels aus 2-d-sicht keinen sinn, weil es nicht m&#246;glich ist, 6 quadrate in einem 2-d-&#8221;raum&#8221; (besser gesagt in einer &#8220;ebene&#8221;, da &#8220;raum&#8221; ein 3-d-begriff ist) so anzuordnen, dass jede kante an die kante eine anderen quadrats grenzt. ein 3-d-raum ist wiederum &#8220;starr&#8221;. ohne eine 4. (zeit-)dimension w&#228;re es unlogisch, warum sich ein 3-d-k&#246;rper z.b. von a nach b bewegen sollte, d.h. der k&#246;rper h&#228;tte entweder die position x,y,z oder eben nicht. es w&#228;re unlogisch, dass er sie hat und gleichzeitig nicht hat, ohne die zeitdimension. vermeintliche &#8220;unlogik&#8221; scheint sich durch zus&#228;tzliche dimensionen aufheben zu lassen. die allmacht k&#246;nnte jedoch ein sonderfall sein, da ein allm&#228;chtiges wesen f&#228;hig sein m&#252;sste, sich auf x dimensionen zu beschr&#228;nken und dennoch allm&#228;chtig zu bleiben, d.h. die unlogik NICHT durch eine h&#246;here dimension zu umgehen, sondern die logik direkt zu beugen.</p>
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		<title>By: Evoluzzer</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5953</link>
		<dc:creator>Evoluzzer</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 15:31:52 +0000</pubDate>
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		<description>Das ist aber ein sehr spezielle, monotheistische Definition. Man sollte den Griechen, R&#246;mern und Germanen schon ihre Gottheiten lassen. Eine Definition sollte ohnehin widerspruchsfrei sein, wenn sie zu etwas taugen soll. 

Wenn nun also eine handlungs- oder erkenntnistechnische Beschr&#228;nkung f&#252;r einen Gott doch zul&#228;ssig w&#228;re, dann ist die Frage &quot;wer hat die Beschr&#228;nkung gesetzt?&quot; falsch gestellt, denn sie impliziert, das solche Beschr&#228;nkungen eines Manipulators bed&#252;rfen. Richtig w&#228;re die Frage &quot;Was macht die Beschr&#228;nkung aus?&quot;. &#220;ber den simulierten Wesen steht der Manipulator mit den *durch seine Welt gegebenen Einschr&#228;nkungen*, und die k&#246;nnen nat&#252;rlich sein, ein Universum wie dasjenige, das wir f&#252;r das unsrige, reale halten. Dar&#252;ber muss niemand mehr stehen, er kann &quot;nach unten hin&quot; Gott und &quot;nach oben hin&quot; Atheist sein :-) Frag&#039; mal ein Christen, ob er Gott f&#252;r einen Atheisten h&#228;lt, und wenn nicht, wer sein Gott ist!  

Klar, irgendwie ist er in seiner Welt kein Gott mehr, aber in einer von ihm geschaffenen Simulationswelt w&#228;re er de facto einer. 

Die Frage ist einfach: k&#246;nnte es mit beliebig geringer, aber positiver Wahrscheinlichkeit sein, dass wir (oder nur ich) in einer simulierten oder anderweitig einer anderen Welt &quot;untergeordneten&quot; Welt (z.B. als Traum eines Freak-Observers) leben?

Ich behaupte: es ist unm&#246;glich, das Gegenteil zu beweisen. Und unter gewissen Voraussetzungen (wie bereits erw&#228;hnt, viel Zeit, viel Raum) muss es sogar zwingend &quot;Betroffene&quot; geben, f&#252;r die der unwahrscheinliche Fall eingetreten ist, dass sie nicht wirklich physisch existieren. 
Da ich glaube, dass diese Voraussetzungen - nach derzeitigem Kenntnisstand wahrscheinlich - in unserem Universum tats&#228;chlich erf&#252;llt sind, bin ich eigentlich nur deswegen noch Atheist, weil ich mich eher auf der Seite der potenziellen G&#246;tter sehe, als auf der anderen...

Aber das ist alles eine Definitionsfrage ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist aber ein sehr spezielle, monotheistische Definition. Man sollte den Griechen, R&#246;mern und Germanen schon ihre Gottheiten lassen. Eine Definition sollte ohnehin widerspruchsfrei sein, wenn sie zu etwas taugen soll. </p>
<p>Wenn nun also eine handlungs- oder erkenntnistechnische Beschr&#228;nkung f&#252;r einen Gott doch zul&#228;ssig w&#228;re, dann ist die Frage &#8220;wer hat die Beschr&#228;nkung gesetzt?&#8221; falsch gestellt, denn sie impliziert, das solche Beschr&#228;nkungen eines Manipulators bed&#252;rfen. Richtig w&#228;re die Frage &#8220;Was macht die Beschr&#228;nkung aus?&#8221;. &#220;ber den simulierten Wesen steht der Manipulator mit den *durch seine Welt gegebenen Einschr&#228;nkungen*, und die k&#246;nnen nat&#252;rlich sein, ein Universum wie dasjenige, das wir f&#252;r das unsrige, reale halten. Dar&#252;ber muss niemand mehr stehen, er kann &#8220;nach unten hin&#8221; Gott und &#8220;nach oben hin&#8221; Atheist sein <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Frag&#8217; mal ein Christen, ob er Gott f&#252;r einen Atheisten h&#228;lt, und wenn nicht, wer sein Gott ist!  </p>
<p>Klar, irgendwie ist er in seiner Welt kein Gott mehr, aber in einer von ihm geschaffenen Simulationswelt w&#228;re er de facto einer. </p>
<p>Die Frage ist einfach: k&#246;nnte es mit beliebig geringer, aber positiver Wahrscheinlichkeit sein, dass wir (oder nur ich) in einer simulierten oder anderweitig einer anderen Welt &#8220;untergeordneten&#8221; Welt (z.B. als Traum eines Freak-Observers) leben?</p>
<p>Ich behaupte: es ist unm&#246;glich, das Gegenteil zu beweisen. Und unter gewissen Voraussetzungen (wie bereits erw&#228;hnt, viel Zeit, viel Raum) muss es sogar zwingend &#8220;Betroffene&#8221; geben, f&#252;r die der unwahrscheinliche Fall eingetreten ist, dass sie nicht wirklich physisch existieren.<br />
Da ich glaube, dass diese Voraussetzungen &#8211; nach derzeitigem Kenntnisstand wahrscheinlich &#8211; in unserem Universum tats&#228;chlich erf&#252;llt sind, bin ich eigentlich nur deswegen noch Atheist, weil ich mich eher auf der Seite der potenziellen G&#246;tter sehe, als auf der anderen&#8230;</p>
<p>Aber das ist alles eine Definitionsfrage <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: topsecret</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5952</link>
		<dc:creator>topsecret</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 13:49:45 +0000</pubDate>
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		<description>hallo Evoluzzer!

f&#252;r mich pers&#246;nlich muss ein gott unlimitiert sein, so&#228;hnlich wie unendlich. im moment der limitierung stellt sich f&#252;r mich immer die frage, wer das limit gesetzt hat und somit &#252;ber dem/den limitierten steht. unlimitiertheit/allmacht ist allerdings unlogisch, und jenseits der logik k&#246;nnen wir nicht argumentieren, bzw. es tritt das problem der widerspruchsschleife auf: &quot;kann ich beurteilen, ob ich etwas nicht beurteilen kann?&quot; - ein teufelskreis :-)  
insofern w&#252;rde ich die griechischen g&#246;tter oder computerspielprogrammierer als limitierte &quot;halbg&#246;tter&quot; bezeichnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>hallo Evoluzzer!</p>
<p>f&#252;r mich pers&#246;nlich muss ein gott unlimitiert sein, so&#228;hnlich wie unendlich. im moment der limitierung stellt sich f&#252;r mich immer die frage, wer das limit gesetzt hat und somit &#252;ber dem/den limitierten steht. unlimitiertheit/allmacht ist allerdings unlogisch, und jenseits der logik k&#246;nnen wir nicht argumentieren, bzw. es tritt das problem der widerspruchsschleife auf: &#8220;kann ich beurteilen, ob ich etwas nicht beurteilen kann?&#8221; &#8211; ein teufelskreis <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /><br />
insofern w&#252;rde ich die griechischen g&#246;tter oder computerspielprogrammierer als limitierte &#8220;halbg&#246;tter&#8221; bezeichnen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Evoluzzer</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5951</link>
		<dc:creator>Evoluzzer</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 10:27:30 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo topsecret,

beim ersten Teil Deines Posts bin ich mit dabei, bis zu der Widerspruchsschleife. Ich habe ja mal weiter oben versucht, eine Gottesdefinition mit minimalen Voraussetzungen (im wesentlichen: ist intelligent und kann Dinge veranlassen, die die Naturgesetze/die Logik nicht erlauben) zu formulieren. Ich sehe da noch nicht die Widerspruchsschleife. In einer Computer-Spielwelt k&#246;nnte es so etwas geben, und somit k&#246;nnte eine solche Welt G&#246;tter haben.

Allm&#228;chtigkeit ist &#252;brigens m.E. nach keine notwendige Voraussetzung f&#252;r eine Gottesdefinition. Der christliche Gott ist allm&#228;chtig, wohl auch der islamische und j&#252;dische, aber die griechischen G&#246;tter waren nicht allm&#228;chtig und allwissend, sonst h&#228;tten sie sich nicht gegenseitig ihre Schnippchen schlagen k&#246;nnen. Im Prinzip k&#246;nnten das Programmierer ja auch, Beispiel Second Life, wo viele Leute ihre eigenen Avatare steuern und auch nicht wissen, was die anderen Spieler vorhaben. Sie k&#246;nnen auch nicht die Spielregeln von Second Life &#228;ndern und sind somit den antiken G&#246;ttern vergleichbar.

Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, dass Intelligenz (g&#246;ttliche oder menschliche) ohne Logik funktioniert. Ohne Logik w&#228;re nichts wiederholbar, alles zuf&#228;llig. Logik besagt, wenn bestimmte Voraussetzungen erf&#252;llt sind, ergibt sich zwingend eine bestimmte Folge, das ist letztlich der Ursprung des Determinismus. Deswegen denke ich, dass die G&#252;ltigkeit der Logik eine notwendige Voraussetzung f&#252;r eine sinnvolle Gottesdefinition ist. Wenn Gott ohne Logik funktionieren w&#252;rde, k&#246;ntne er keine Intelligenz sein, sondern w&#228;re ein Zufallsgenerator, und das w&#228;re nach meiner Definition kein Gott mehr. Wenn es stimmt, dass mit jedem Urknall (oder jedem Auskondensieren eines Gebiets, das nicht mehr an der kosmischen Inflation teilnimmt) dessen Naturkonstanten (und vielleicht auch mehr) zuf&#228;llig gew&#252;rfet werden, dann w&#228;re dies ebenfalls nichtdeterministisch und w&#252;rde wohl eher als nat&#252;rlich denn als g&#246;ttlich gewertet werden.

Alan Guth, der Begr&#252;nder der Theorie der kosmischen Inflation (einer ungeheuer schnellen Ausdehnung des Raums in der Anfangszeit des Universums), hat gezeigt, dass diese niemals komplett enden kann, sondern immer nur lokal. Das impliziert, dass der Raum au&#223;erhalb unseres nicht-inflation&#228;ren Universums mit ungeheuerer Geschwindigkeit w&#228;chst und st&#228;ndig lokal neue &quot;normale&quot; Universen hervorbringt. Das ist ein unendlicher Prozess. Das faszinierende an solchen Unendlichkeiten ist, dass sie jedes noch so unwahrscheinliche, aber m&#246;gliche Ereignis mit Sicherheit irgendwann und immer wieder hervorbringen m&#252;ssen (nicht notwendigerweise in unserem Universum, das nach endlicher Zeit den K&#228;ltetod sterben wird, aber vielleicht in einem anderen, denn es gibt deren ja genug, wenn Guth recht hat). Zum Beispiel simulierte Intelligenzen. Es ist also *zwingend*, dass in einem inflation&#228;ren Universum (oder besser Multiversum) irgendwann mal irgendwer einen Gott haben wird, welcher seine Welt beliebig ver&#228;ndern kann. Und aus dieser Quelle kann der Agnostiker seine Unsicherheit n&#228;hren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo topsecret,</p>
<p>beim ersten Teil Deines Posts bin ich mit dabei, bis zu der Widerspruchsschleife. Ich habe ja mal weiter oben versucht, eine Gottesdefinition mit minimalen Voraussetzungen (im wesentlichen: ist intelligent und kann Dinge veranlassen, die die Naturgesetze/die Logik nicht erlauben) zu formulieren. Ich sehe da noch nicht die Widerspruchsschleife. In einer Computer-Spielwelt k&#246;nnte es so etwas geben, und somit k&#246;nnte eine solche Welt G&#246;tter haben.</p>
<p>Allm&#228;chtigkeit ist &#252;brigens m.E. nach keine notwendige Voraussetzung f&#252;r eine Gottesdefinition. Der christliche Gott ist allm&#228;chtig, wohl auch der islamische und j&#252;dische, aber die griechischen G&#246;tter waren nicht allm&#228;chtig und allwissend, sonst h&#228;tten sie sich nicht gegenseitig ihre Schnippchen schlagen k&#246;nnen. Im Prinzip k&#246;nnten das Programmierer ja auch, Beispiel Second Life, wo viele Leute ihre eigenen Avatare steuern und auch nicht wissen, was die anderen Spieler vorhaben. Sie k&#246;nnen auch nicht die Spielregeln von Second Life &#228;ndern und sind somit den antiken G&#246;ttern vergleichbar.</p>
<p>Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, dass Intelligenz (g&#246;ttliche oder menschliche) ohne Logik funktioniert. Ohne Logik w&#228;re nichts wiederholbar, alles zuf&#228;llig. Logik besagt, wenn bestimmte Voraussetzungen erf&#252;llt sind, ergibt sich zwingend eine bestimmte Folge, das ist letztlich der Ursprung des Determinismus. Deswegen denke ich, dass die G&#252;ltigkeit der Logik eine notwendige Voraussetzung f&#252;r eine sinnvolle Gottesdefinition ist. Wenn Gott ohne Logik funktionieren w&#252;rde, k&#246;ntne er keine Intelligenz sein, sondern w&#228;re ein Zufallsgenerator, und das w&#228;re nach meiner Definition kein Gott mehr. Wenn es stimmt, dass mit jedem Urknall (oder jedem Auskondensieren eines Gebiets, das nicht mehr an der kosmischen Inflation teilnimmt) dessen Naturkonstanten (und vielleicht auch mehr) zuf&#228;llig gew&#252;rfet werden, dann w&#228;re dies ebenfalls nichtdeterministisch und w&#252;rde wohl eher als nat&#252;rlich denn als g&#246;ttlich gewertet werden.</p>
<p>Alan Guth, der Begr&#252;nder der Theorie der kosmischen Inflation (einer ungeheuer schnellen Ausdehnung des Raums in der Anfangszeit des Universums), hat gezeigt, dass diese niemals komplett enden kann, sondern immer nur lokal. Das impliziert, dass der Raum au&#223;erhalb unseres nicht-inflation&#228;ren Universums mit ungeheuerer Geschwindigkeit w&#228;chst und st&#228;ndig lokal neue &#8220;normale&#8221; Universen hervorbringt. Das ist ein unendlicher Prozess. Das faszinierende an solchen Unendlichkeiten ist, dass sie jedes noch so unwahrscheinliche, aber m&#246;gliche Ereignis mit Sicherheit irgendwann und immer wieder hervorbringen m&#252;ssen (nicht notwendigerweise in unserem Universum, das nach endlicher Zeit den K&#228;ltetod sterben wird, aber vielleicht in einem anderen, denn es gibt deren ja genug, wenn Guth recht hat). Zum Beispiel simulierte Intelligenzen. Es ist also *zwingend*, dass in einem inflation&#228;ren Universum (oder besser Multiversum) irgendwann mal irgendwer einen Gott haben wird, welcher seine Welt beliebig ver&#228;ndern kann. Und aus dieser Quelle kann der Agnostiker seine Unsicherheit n&#228;hren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: topsecret</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5948</link>
		<dc:creator>topsecret</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 23:24:44 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=857#comment-5948</guid>
		<description>habe durch zufall den blog mit der diskussion gefunden und fand das thema interessant genug, um mal nachzufragen: 
meiner meinung nach widerspricht sich die kernaussage des blogs: 

&quot;Wir sind also prinzipiell dazu verdammt, nur Aussagen &#252;ber das Denkbare treffen zu k&#246;nnen.&quot;

denn die aussage, es w&#228;re keine aussage m&#246;glich, ist bereits eine aussage. oder liege ich falsch?

oder l&#228;nger formuliert, mithilfe des matrix-beispiels:
programmiert ein programmierer ein spiel mit intelligenten, selbstreflexiven spielweltbewohnern, nimmt er eine scheinbar gott&#228;hnliche position ein. die figuren im spiel sind durch die programmparameter (naturgesetze des universums) definiert, ausserhalb existieren sie nicht. der sch&#246;pferprogrammierer steht eine logische &quot;schaffens&quot;ebene &#252;ber den spielfiguren - er wirkt und ist pr&#228;sent in jedem programmierten atom der spielwelt, trotzdem k&#246;nnen die spielweltbewohner keine aussage &#252;ber ihn treffen, weil der progammierer &quot;&#252;ber&quot; dem programm steht. er definiert die spielparameter, ist durch diese jedoch selbst nicht (komplett)definiert/limitiert. hier beginnt das problem der allm&#228;chtigkeit: der menschliche sch&#246;pferprogrammierer ist aus sicht der spielweltbewohner allm&#228;chtig und ist es doch nicht - er kann s&#228;mtliche parameter ihres universums definieren, er kann ihr universum stoppen, anhalten, r&#252;ckw&#228;rts laufen lassen, unlogisch fortf&#252;hren etc. - eines kann er nicht: sich selbst vollst&#228;ndig im universum abbilden. k&#246;nnte sich ein menschlicher progammierer vollst&#228;ndig im spiel abbilden, w&#252;rde er seinen eigenen programmparametern unterliegen und somit seine allm&#228;chtigkeit verlieren, er muss daher stets &quot;mit einem bein&quot; au&#223;erhalb des programms bleiben, da er andernfalls seine allmacht verliert. 

dasselbe problem hat gott - sofern die logik f&#252;r ihn gilt. setzt man die logik au&#223;er kraft, kann gott gleichzeitig vollkommen teil des von ihm erschaffenen universums sein und gleichzeitig den von ihm geschaffenen naturgesetzen unterliegen und nicht unterliegen und nicht vollst&#228;ndig teil des universums sein. 

das problem mit gott ist daher die &quot;nichtdefinierbarkeit&quot;:

in dem moment, in dem die sprache auf gott kommt, ergibt sich eine endlose widerspruchsschleife, die nur falsch sein kann; es bleibt lediglich die gezwungenerma&#223;en ebenfalls falsche umschreibung der &quot;nichtdefinierbarkeit&quot;, oder anders gesagt: auf die frage existiert gott gibt es nicht die antworten &quot;ja&quot;, &quot;nein&quot;, &quot;vielleicht&quot;, sondern nur weisses rauschen. 

l&#228;sst man sich auf den logischen fehler des urteils &quot;&#252;ber gott (den bereich jenseits des bewusstseins) ist kein urteil m&#246;glich&quot; ein, erfordert die gew&#252;nschte allmacht, das gott &#252;ber der logik steht (und aufgrund seiner allmacht gleichzeitig nicht &#252;ber der logik steht). 

es ist dann ohne weiteres m&#246;glich, dass das universum anh&#228;lt (ohne das wir es merken), pl&#246;tzlich alles blau wird, oder geister aus dem nichts auftauchen. 

ein unlogisches universum, welches nur durch die gnade gottes einigerma&#223;en logisch gehalten wird, um uns nicht permanent vor den kopf zu sto&#223;en, f&#252;hrt dann zur diskussion der (nicht vorhandenen) objektivit&#228;t der naturwissenschaften - spielweltbewohner k&#246;nnen nicht wirklich die parameter der spielwelt beurteilen - und zur frage, inwieweit unsere existenz &#252;berhaupt real ist (vielleicht bilden wir uns unsere existenz nur ein, denn: kann eine computerspielfigur valide feststellen, dass sie eine existierende computerspielfigur ist? nein, denn dazu m&#252;sste sie &#252;berhalb/au&#223;erhalb des programms stehen). 

um einen allm&#228;chtigen gott zuzulassen, scheinen also einige mehr oder weniger geistvolle &quot;klimmz&#252;ge&quot; n&#246;tig. 

ein argument gegen diese umst&#228;ndliche implementation der allmacht gottes ist gew&#246;hnlich &quot;Ockhams Rasiermesser&quot;, wonach immer die einfachere l&#246;sung zu bevorzugen w&#228;re. bevor also allmacht ein- und logik ausgeschaltet wird, k&#246;nnte man einfacher sagen &quot;gott existiert nicht&quot;. demgegen&#252;ber gibt es nun wieder den einwand, dass eine komplexere theorie zul&#228;ssig ist, wenn sie den sachverhalt genauer beschreibt......</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>habe durch zufall den blog mit der diskussion gefunden und fand das thema interessant genug, um mal nachzufragen:<br />
meiner meinung nach widerspricht sich die kernaussage des blogs: </p>
<p>&#8220;Wir sind also prinzipiell dazu verdammt, nur Aussagen &#252;ber das Denkbare treffen zu k&#246;nnen.&#8221;</p>
<p>denn die aussage, es w&#228;re keine aussage m&#246;glich, ist bereits eine aussage. oder liege ich falsch?</p>
<p>oder l&#228;nger formuliert, mithilfe des matrix-beispiels:<br />
programmiert ein programmierer ein spiel mit intelligenten, selbstreflexiven spielweltbewohnern, nimmt er eine scheinbar gott&#228;hnliche position ein. die figuren im spiel sind durch die programmparameter (naturgesetze des universums) definiert, ausserhalb existieren sie nicht. der sch&#246;pferprogrammierer steht eine logische &#8220;schaffens&#8221;ebene &#252;ber den spielfiguren &#8211; er wirkt und ist pr&#228;sent in jedem programmierten atom der spielwelt, trotzdem k&#246;nnen die spielweltbewohner keine aussage &#252;ber ihn treffen, weil der progammierer &#8220;&#252;ber&#8221; dem programm steht. er definiert die spielparameter, ist durch diese jedoch selbst nicht (komplett)definiert/limitiert. hier beginnt das problem der allm&#228;chtigkeit: der menschliche sch&#246;pferprogrammierer ist aus sicht der spielweltbewohner allm&#228;chtig und ist es doch nicht &#8211; er kann s&#228;mtliche parameter ihres universums definieren, er kann ihr universum stoppen, anhalten, r&#252;ckw&#228;rts laufen lassen, unlogisch fortf&#252;hren etc. &#8211; eines kann er nicht: sich selbst vollst&#228;ndig im universum abbilden. k&#246;nnte sich ein menschlicher progammierer vollst&#228;ndig im spiel abbilden, w&#252;rde er seinen eigenen programmparametern unterliegen und somit seine allm&#228;chtigkeit verlieren, er muss daher stets &#8220;mit einem bein&#8221; au&#223;erhalb des programms bleiben, da er andernfalls seine allmacht verliert. </p>
<p>dasselbe problem hat gott &#8211; sofern die logik f&#252;r ihn gilt. setzt man die logik au&#223;er kraft, kann gott gleichzeitig vollkommen teil des von ihm erschaffenen universums sein und gleichzeitig den von ihm geschaffenen naturgesetzen unterliegen und nicht unterliegen und nicht vollst&#228;ndig teil des universums sein. </p>
<p>das problem mit gott ist daher die &#8220;nichtdefinierbarkeit&#8221;:</p>
<p>in dem moment, in dem die sprache auf gott kommt, ergibt sich eine endlose widerspruchsschleife, die nur falsch sein kann; es bleibt lediglich die gezwungenerma&#223;en ebenfalls falsche umschreibung der &#8220;nichtdefinierbarkeit&#8221;, oder anders gesagt: auf die frage existiert gott gibt es nicht die antworten &#8220;ja&#8221;, &#8220;nein&#8221;, &#8220;vielleicht&#8221;, sondern nur weisses rauschen. </p>
<p>l&#228;sst man sich auf den logischen fehler des urteils &#8220;&#252;ber gott (den bereich jenseits des bewusstseins) ist kein urteil m&#246;glich&#8221; ein, erfordert die gew&#252;nschte allmacht, das gott &#252;ber der logik steht (und aufgrund seiner allmacht gleichzeitig nicht &#252;ber der logik steht). </p>
<p>es ist dann ohne weiteres m&#246;glich, dass das universum anh&#228;lt (ohne das wir es merken), pl&#246;tzlich alles blau wird, oder geister aus dem nichts auftauchen. </p>
<p>ein unlogisches universum, welches nur durch die gnade gottes einigerma&#223;en logisch gehalten wird, um uns nicht permanent vor den kopf zu sto&#223;en, f&#252;hrt dann zur diskussion der (nicht vorhandenen) objektivit&#228;t der naturwissenschaften &#8211; spielweltbewohner k&#246;nnen nicht wirklich die parameter der spielwelt beurteilen &#8211; und zur frage, inwieweit unsere existenz &#252;berhaupt real ist (vielleicht bilden wir uns unsere existenz nur ein, denn: kann eine computerspielfigur valide feststellen, dass sie eine existierende computerspielfigur ist? nein, denn dazu m&#252;sste sie &#252;berhalb/au&#223;erhalb des programms stehen). </p>
<p>um einen allm&#228;chtigen gott zuzulassen, scheinen also einige mehr oder weniger geistvolle &#8220;klimmz&#252;ge&#8221; n&#246;tig. </p>
<p>ein argument gegen diese umst&#228;ndliche implementation der allmacht gottes ist gew&#246;hnlich &#8220;Ockhams Rasiermesser&#8221;, wonach immer die einfachere l&#246;sung zu bevorzugen w&#228;re. bevor also allmacht ein- und logik ausgeschaltet wird, k&#246;nnte man einfacher sagen &#8220;gott existiert nicht&#8221;. demgegen&#252;ber gibt es nun wieder den einwand, dass eine komplexere theorie zul&#228;ssig ist, wenn sie den sachverhalt genauer beschreibt&#8230;&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Evoluzzer</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5947</link>
		<dc:creator>Evoluzzer</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 09:24:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=857#comment-5947</guid>
		<description>Hallo sapere,

Intelligenz hat mit Informationsverarbeitung zu tun, und diese baut auf der mathematischen Logik auf. Mathematik ist keine Naturwissenschaft, sie gilt unabh&#228;ngig von der Natur. Wir k&#246;nnen mathematisch alle m&#246;glichen Naturgesetze beschreiben, ob sie nun in unserem Universum g&#252;ltig sind oder nicht, sondern w&#228;ren Theorien nicht falsifizierbar. Aber wir sind stets &#252;berzeugt, dass jegliches m&#246;gliche Naturgesetz der Logik gehorcht. Insofern k&#246;nnte man einen &quot;g&#246;ttlichen Eingriff&quot; dadurch kennzeichnen, dass er die Logik verletzt.

Kehren wir noch einmal zur&#252;ck zum Beispiel der Rechnersimulation. In diesem Falle gehorchen der Rechner und die Manipulatoren den Naturgesetzen in *ihrer* Welt, die nicht notwendigerweise mit denen in der simulierten Welt &#252;bereinstimmen m&#252;ssen, denn simulieren l&#228;sst sich alles m&#246;gliche, auch ein Bruch der Logik (der allerdings nur ein Pseudobruch w&#228;re, da er von au&#223;en angesto&#223;en w&#228;re, als Teil des Programms). Und deswegen k&#246;nnen die Manipulatoren auch die Naturgesetze der Simulation beliebig ver&#228;ndern. Insofern gehorchen sie schon Naturgesetzen, nur nicht &quot;den&quot; Naturgesetzen, die wir kennen. Alles was wir &#252;ber sie aussagen k&#246;nnen ist, wenn es sie gibt, dann m&#252;ssen sie die Intelligenz haben, eine Maschine (in einem sehr allgemeinen Sinne des Wortes) zu bauen, die zur Simulation eines denkenden Hirns und seiner Wahrnehmungen in der Lage ist. Zu dieser Aussage braucht es nur die Logik, keine konkrete Kenntnis irgendwelcher Naturgesetze.

Es ist auch durchaus m&#246;glich, sich Welten mit anderen Naturgesetzen vorzustellen, das ist sogar das Thema aktueller Kosmologie. Z.B. gibt es Hypothesen, nach denen bei der Entstehung eines Universums dessen Naturkonstanten zuf&#228;llige Werte annehmen, die dann sehr selten Materie und Leben erm&#246;glichen, aber in der allermeisten F&#228;llen nicht. In einer unendlichen Folge von Universen muss aber zwangsweise jede noch so unwahrscheinliche Kombination von Konstanten entstehen, so dass, wenn auch nur ein vernachl&#228;ssigbar kleiner Teil davon Intelligenz erm&#246;glicht, diese zwangsweise irgendwann entstehen *muss*. In einer gequantelten aber unendlichen gro&#223;en Welt kann man sogar hochrechnen, wie weit unsere n&#228;chsten Doppelg&#228;nger entfernt sind. In so einer Welt passiert alles, was m&#246;glich ist, irgendwann und irgendwo einmal mit Sicherheit, und in unendlicher Wiederholung, so wie bei einer unendlich oft wiederholten Ziehung der Lottozahlen jede Kombination unendlich oft wiederholt vorkommen muss. In so einer Welt k&#246;nnten gar &quot;Freak-Observer&quot; aus dem Nichts entstehen, die ihre ganze Umgebung nur tr&#228;umen (sie w&#228;ren dann gewisserma&#223;en ihre eigenen &quot;G&#246;tter&quot;). Und es w&#252;rden mit Sicherheit auch Wesenheiten entstehen, die ein denkendes Wesen im Rechner simulieren - ganz einfach weil es m&#246;glich ist.

Wir wissen allerdings nicht, ob die Welt tats&#228;chlich unendlich in Zeit und Raum ist, und schon gar nicht, ob wir dann Teil der Simulation sind, oder diejenigen, die demn&#228;chst eine solche Simulation durchf&#252;hren werden (ich tendiere allerdings stark zum letzteren). Insofern ist das oben alles Spekulation, m&#246;glicherweise wird es das auch immer bleiben. Aber es l&#228;sst sich einfach nicht *mit Sicherheit* ausschlie&#223;en, dass wir eine Simulation oder ein tr&#228;umender Freak-Observer sind. 

Im tats&#228;chlichen Falle eines unendlichen, gequantelten Universums muss es aber *mit Sicherheit* solche simulierten Wesen geben, die dann so etwas wie &quot;G&#246;tter&quot; h&#228;tten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo sapere,</p>
<p>Intelligenz hat mit Informationsverarbeitung zu tun, und diese baut auf der mathematischen Logik auf. Mathematik ist keine Naturwissenschaft, sie gilt unabh&#228;ngig von der Natur. Wir k&#246;nnen mathematisch alle m&#246;glichen Naturgesetze beschreiben, ob sie nun in unserem Universum g&#252;ltig sind oder nicht, sondern w&#228;ren Theorien nicht falsifizierbar. Aber wir sind stets &#252;berzeugt, dass jegliches m&#246;gliche Naturgesetz der Logik gehorcht. Insofern k&#246;nnte man einen &#8220;g&#246;ttlichen Eingriff&#8221; dadurch kennzeichnen, dass er die Logik verletzt.</p>
<p>Kehren wir noch einmal zur&#252;ck zum Beispiel der Rechnersimulation. In diesem Falle gehorchen der Rechner und die Manipulatoren den Naturgesetzen in *ihrer* Welt, die nicht notwendigerweise mit denen in der simulierten Welt &#252;bereinstimmen m&#252;ssen, denn simulieren l&#228;sst sich alles m&#246;gliche, auch ein Bruch der Logik (der allerdings nur ein Pseudobruch w&#228;re, da er von au&#223;en angesto&#223;en w&#228;re, als Teil des Programms). Und deswegen k&#246;nnen die Manipulatoren auch die Naturgesetze der Simulation beliebig ver&#228;ndern. Insofern gehorchen sie schon Naturgesetzen, nur nicht &#8220;den&#8221; Naturgesetzen, die wir kennen. Alles was wir &#252;ber sie aussagen k&#246;nnen ist, wenn es sie gibt, dann m&#252;ssen sie die Intelligenz haben, eine Maschine (in einem sehr allgemeinen Sinne des Wortes) zu bauen, die zur Simulation eines denkenden Hirns und seiner Wahrnehmungen in der Lage ist. Zu dieser Aussage braucht es nur die Logik, keine konkrete Kenntnis irgendwelcher Naturgesetze.</p>
<p>Es ist auch durchaus m&#246;glich, sich Welten mit anderen Naturgesetzen vorzustellen, das ist sogar das Thema aktueller Kosmologie. Z.B. gibt es Hypothesen, nach denen bei der Entstehung eines Universums dessen Naturkonstanten zuf&#228;llige Werte annehmen, die dann sehr selten Materie und Leben erm&#246;glichen, aber in der allermeisten F&#228;llen nicht. In einer unendlichen Folge von Universen muss aber zwangsweise jede noch so unwahrscheinliche Kombination von Konstanten entstehen, so dass, wenn auch nur ein vernachl&#228;ssigbar kleiner Teil davon Intelligenz erm&#246;glicht, diese zwangsweise irgendwann entstehen *muss*. In einer gequantelten aber unendlichen gro&#223;en Welt kann man sogar hochrechnen, wie weit unsere n&#228;chsten Doppelg&#228;nger entfernt sind. In so einer Welt passiert alles, was m&#246;glich ist, irgendwann und irgendwo einmal mit Sicherheit, und in unendlicher Wiederholung, so wie bei einer unendlich oft wiederholten Ziehung der Lottozahlen jede Kombination unendlich oft wiederholt vorkommen muss. In so einer Welt k&#246;nnten gar &#8220;Freak-Observer&#8221; aus dem Nichts entstehen, die ihre ganze Umgebung nur tr&#228;umen (sie w&#228;ren dann gewisserma&#223;en ihre eigenen &#8220;G&#246;tter&#8221;). Und es w&#252;rden mit Sicherheit auch Wesenheiten entstehen, die ein denkendes Wesen im Rechner simulieren &#8211; ganz einfach weil es m&#246;glich ist.</p>
<p>Wir wissen allerdings nicht, ob die Welt tats&#228;chlich unendlich in Zeit und Raum ist, und schon gar nicht, ob wir dann Teil der Simulation sind, oder diejenigen, die demn&#228;chst eine solche Simulation durchf&#252;hren werden (ich tendiere allerdings stark zum letzteren). Insofern ist das oben alles Spekulation, m&#246;glicherweise wird es das auch immer bleiben. Aber es l&#228;sst sich einfach nicht *mit Sicherheit* ausschlie&#223;en, dass wir eine Simulation oder ein tr&#228;umender Freak-Observer sind. </p>
<p>Im tats&#228;chlichen Falle eines unendlichen, gequantelten Universums muss es aber *mit Sicherheit* solche simulierten Wesen geben, die dann so etwas wie &#8220;G&#246;tter&#8221; h&#228;tten.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: sapere</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5932</link>
		<dc:creator>sapere</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 15:25:48 +0000</pubDate>
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		<description>Evoluzzer, unterliegt Intelligenz den Naturgesetzen? 

Und wenn es Ausnahmen geben soll, wie definierst Du Intellingenz, die nicht den Naturgesetzen unterliegt? 

Was sollen Dinge sein, die nicht den Naturgesetzen unterliegen. Kennst Du Beispiele? 

Sind Dinge, die nicht den Naturgesetzen unterliegen &#252;berhaupt m&#246;glich? 

Und sind sie innerhalb unseres Erkenntnishorizonts &#252;berhaupt sinnvoll denkbar?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Evoluzzer, unterliegt Intelligenz den Naturgesetzen? </p>
<p>Und wenn es Ausnahmen geben soll, wie definierst Du Intellingenz, die nicht den Naturgesetzen unterliegt? </p>
<p>Was sollen Dinge sein, die nicht den Naturgesetzen unterliegen. Kennst Du Beispiele? </p>
<p>Sind Dinge, die nicht den Naturgesetzen unterliegen &#252;berhaupt m&#246;glich? </p>
<p>Und sind sie innerhalb unseres Erkenntnishorizonts &#252;berhaupt sinnvoll denkbar?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Evoluzzer</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5931</link>
		<dc:creator>Evoluzzer</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 15:16:35 +0000</pubDate>
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		<description>Kleiner Nachtrag zur Definition: so, wie es da steht, trifft die Definition auch f&#252;r uns Menschen zu (intelligent, in der Lage, Einfluss auf das beobachtbare Universum zu nehmen. Nur in den Erl&#228;uterungen zu &quot;gezielter Einfluss&quot; wird dieser &#252;ber die Verletzung von Naturgesetzen definiert. Der Begriff &quot;gezielter Einfluss&quot; ist daher nicht gut gew&#228;hlt (ich hatte da implizit schon eine Wirkung von au&#223;erhalb des beobachtbaren Universums im Hinterkopf, aber das w&#228;re eine vielleicht nicht einmal notwendige Einschr&#228;nkung).

Sagen wir also lieber 

&quot;Ein Gott ist eine intelligente Entit&#228;t, die in die Naturgesetze ver&#228;ndernder oder verletzender Weise Einfluss auf das beobachtbare Universum nehmen kann.&quot;

Klingt jetzt allerdings ein bisschen wie Amtsdeutsch ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kleiner Nachtrag zur Definition: so, wie es da steht, trifft die Definition auch f&#252;r uns Menschen zu (intelligent, in der Lage, Einfluss auf das beobachtbare Universum zu nehmen. Nur in den Erl&#228;uterungen zu &#8220;gezielter Einfluss&#8221; wird dieser &#252;ber die Verletzung von Naturgesetzen definiert. Der Begriff &#8220;gezielter Einfluss&#8221; ist daher nicht gut gew&#228;hlt (ich hatte da implizit schon eine Wirkung von au&#223;erhalb des beobachtbaren Universums im Hinterkopf, aber das w&#228;re eine vielleicht nicht einmal notwendige Einschr&#228;nkung).</p>
<p>Sagen wir also lieber </p>
<p>&#8220;Ein Gott ist eine intelligente Entit&#228;t, die in die Naturgesetze ver&#228;ndernder oder verletzender Weise Einfluss auf das beobachtbare Universum nehmen kann.&#8221;</p>
<p>Klingt jetzt allerdings ein bisschen wie Amtsdeutsch <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Evoluzzer</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2009/11/14/der-agnostische-fehlschluss/comment-page-1/#comment-5930</link>
		<dc:creator>Evoluzzer</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 13:42:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=857#comment-5930</guid>
		<description>Hallo sapere,

ich bin ja auch auf der Suche nach dem ultimativen Nichtexistenzbeweis Gottes und lerne gerne dazu. Mein Stand ist seit dem Philosophieunterricht vor 25 Jahren: Gott l&#228;sst sich weder beweisen noch widerlegen (was wiederum seine Existenz nicht wahrscheinlich macht). Sch&#246;n, dass Du in dem Blog zu meinen Argmumenten Stellung genommen hast. Jedoch, um es mit den Worten unseres Ex-Au&#223;enministers zu sagen, &quot;I&#039;m not convinced.&quot;

Was Du letztlich vorbringst, ist das oben genannte Physiker-Argument: was ich nicht erfassen kann, gibt es f&#252;r mich nicht. Richtig ist, Atome sind prinzipiell erfassbar, und G&#246;tter wie in dem Computerbeispiel nicht, deswegen hinkt das historische Argument an dieser Stelle ein wenig. Ich habe unten ein anderes Beispiel aus der Kosmologie, vielleicht passt dieses als Analogie besser. 

Nat&#252;rlich sind viele Gottes-Definitionen wie &quot;allm&#228;chtig, allg&#252;tig und allwissend zugleich&quot; in sich widerspr&#252;chlich und damit unm&#246;glich, allerdings ist diese Definition ziemlich katholisch, da mag es bessere geben (s.u.).

Richtig ist auch, dass der simulierte Geist im Computer-Beispiel oder der Einzeller keine Chance hat, sich eine ann&#228;hrend zutreffende Vorstellung &#252;ber uns Menschen zu machen. Der einzige Schluss, den ich nicht mitmache, ist, dass dies eine Nichtexistenzaussage rechtfertigt. 

Ich verstehe Deinen Punkt schon: um eine Existenzaussage zu machen, muss man definieren, WAS existent sein soll, und wenn man mangels prinziieller Erkenntnisf&#228;higkeit eine solche Definition nicht hinbekommen kann, kann man getrost davon ausgehen, dass jede versuchte Definition konkret falsch sein wird.

Kommt drauf an, w&#252;rde ich sagen. Wenn die Definition hinreichend weit gefasst und nicht widerspr&#252;chlich ist, dann k&#246;nnte sie vielleicht doch sinnvoll und falsifizierbar sein. Zum Beispiel so: 

&quot;Ein Gott ist eine intelligente Entit&#228;t, die gezielten Einfluss auf das beobachtbare Universum nehmen kann.&quot;

Darin stecken drei weitere Definitionen:

- &quot;das beobachtbare Universum&quot; ist das, was Du als den f&#252;r den Menschen erfassbaren Bereich der Erkenntnis bezeichnet hast. Das mag den Bereich einschlie&#223;en, der erst zuk&#252;nftig erfassbar wird.

- &quot;gezielter Einfluss&quot; ist eine Ver&#228;nderung, etwas Messbares, das im Rahmen der Naturgesetze nicht zu erwarten w&#228;re. Das k&#246;nnte die spontane Entstehung eines Objekts (&quot;Fisch&quot;), eine Verletzung der Gesetze der Thermodynamik (&quot;Teilung des roten Meeres&quot;) oder irgendetwas subtileres sein, das sich durch kein Naturgesetz fassen l&#228;sst. Naturgesetze m&#252;ssen universell gelten und stets aufs Neue nachweisbar sein. Wenn eine Kugel immer die schiefe Ebene herunterrollt, aber genau einmal nicht (ohne Magneten oder andere erkl&#228;rbare Tricks), dann w&#228;re das ein Ph&#228;nomen im Sinne der Definition.

- &quot;intelligente Entit&#228;t&quot;: das ist der Kern der Definition, die Intelligenz. Was macht Intelligenz aus? Was ist &quot;Wille&quot;? Ich w&#252;rde sagen, in Abh&#228;ngigkeit von empfangener (wahrgenommener) und gespeicherter Information eine Entscheidung zu treffen (die dann im allgemeinen zu einer Handlung f&#252;hrt, die aber, etwa einem v&#246;llig Gel&#228;hmten, nicht notwendigerweise vollzogen werden kann). Das k&#246;nnen wir, das kann ein Tier, das kann sogar ein Computer (muss also nicht mal notwendigerweise &quot;lebendig&quot; sein, was immer diese Definition impliziert). Es reicht am Ende, ein Bit Information so rum oder so rum zu kippen, nur darf dies kein zuf&#228;lliges Rauschen sein.
Also ist die &quot;intelligente Entit&#228;t&quot; ein nicht n&#228;her bestimmtes &quot;Ding&quot;, das zu einer Informationsverarbeitung in der Lage ist.

Diese Definition w&#252;rde wunderbar auf das Beispiel des simulierten Geistes zutreffen. Er k&#246;nnte durchaus auf diese Definition f&#252;r seine unischtbaren Mnipulatoren kommen und dann behaupten, dass die Existenz der so definierten Manipulatoren nicht ausgeschlossen werden kann.

Sie beruht ausschlie&#223;lich auf denkbaren Eigenschaften, die in einen Bereich projiziert werden, der au&#223;erhalb des derzeitigen Horizonts liegt - obwohl dar&#252;ber ja eigentlich keine Aussage gemacht werden kann, wohl aber ein Hypothese aufgestellt werden. Das tun nun aber (und jetzt kommt das eingangs erw&#228;hnte Beispiel) auch Physiker, insbesondere Kosmologen, wenn sie sich Gedanken &#252;ber Multiversen, inflation&#228;re R&#228;ume au&#223;erhalb unseres nicht-inflation&#228;ren beobachtbaren Universums und h&#246;here Dimensionen machen. Und sie suchen nach Hinweisen, wie sie diese nachweisen k&#246;nnen. Entsprechend k&#246;nnte man nach den oben erw&#228;hnten &quot;gezielten Einfl&#252;ssen&quot; suchen. W&#252;rde einer gefunden, w&#228;re das ein starkes Indiz f&#252;r die Existenz einer gott-artigen Entit&#228;t. Solange keiner gefunden wird, kann man seine Existenz als nicht erwiesen betrachten, jedoch nicht seine Nichtexistenz als erwiesen. Die ist prinzipiell nicht beweisbar.

Am Ende dreht sich alles um Definitionen. Was ist ein Gott, was ist ein g&#246;ttlicher Einfluss, was ist Intelligenz. Was ist denkbar. Ich denke, genau hier wird der Unterschied zwischen unseren Ansichten liegen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo sapere,</p>
<p>ich bin ja auch auf der Suche nach dem ultimativen Nichtexistenzbeweis Gottes und lerne gerne dazu. Mein Stand ist seit dem Philosophieunterricht vor 25 Jahren: Gott l&#228;sst sich weder beweisen noch widerlegen (was wiederum seine Existenz nicht wahrscheinlich macht). Sch&#246;n, dass Du in dem Blog zu meinen Argmumenten Stellung genommen hast. Jedoch, um es mit den Worten unseres Ex-Au&#223;enministers zu sagen, &#8220;I&#8217;m not convinced.&#8221;</p>
<p>Was Du letztlich vorbringst, ist das oben genannte Physiker-Argument: was ich nicht erfassen kann, gibt es f&#252;r mich nicht. Richtig ist, Atome sind prinzipiell erfassbar, und G&#246;tter wie in dem Computerbeispiel nicht, deswegen hinkt das historische Argument an dieser Stelle ein wenig. Ich habe unten ein anderes Beispiel aus der Kosmologie, vielleicht passt dieses als Analogie besser. </p>
<p>Nat&#252;rlich sind viele Gottes-Definitionen wie &#8220;allm&#228;chtig, allg&#252;tig und allwissend zugleich&#8221; in sich widerspr&#252;chlich und damit unm&#246;glich, allerdings ist diese Definition ziemlich katholisch, da mag es bessere geben (s.u.).</p>
<p>Richtig ist auch, dass der simulierte Geist im Computer-Beispiel oder der Einzeller keine Chance hat, sich eine ann&#228;hrend zutreffende Vorstellung &#252;ber uns Menschen zu machen. Der einzige Schluss, den ich nicht mitmache, ist, dass dies eine Nichtexistenzaussage rechtfertigt. </p>
<p>Ich verstehe Deinen Punkt schon: um eine Existenzaussage zu machen, muss man definieren, WAS existent sein soll, und wenn man mangels prinziieller Erkenntnisf&#228;higkeit eine solche Definition nicht hinbekommen kann, kann man getrost davon ausgehen, dass jede versuchte Definition konkret falsch sein wird.</p>
<p>Kommt drauf an, w&#252;rde ich sagen. Wenn die Definition hinreichend weit gefasst und nicht widerspr&#252;chlich ist, dann k&#246;nnte sie vielleicht doch sinnvoll und falsifizierbar sein. Zum Beispiel so: </p>
<p>&#8220;Ein Gott ist eine intelligente Entit&#228;t, die gezielten Einfluss auf das beobachtbare Universum nehmen kann.&#8221;</p>
<p>Darin stecken drei weitere Definitionen:</p>
<p>- &#8220;das beobachtbare Universum&#8221; ist das, was Du als den f&#252;r den Menschen erfassbaren Bereich der Erkenntnis bezeichnet hast. Das mag den Bereich einschlie&#223;en, der erst zuk&#252;nftig erfassbar wird.</p>
<p>- &#8220;gezielter Einfluss&#8221; ist eine Ver&#228;nderung, etwas Messbares, das im Rahmen der Naturgesetze nicht zu erwarten w&#228;re. Das k&#246;nnte die spontane Entstehung eines Objekts (&#8221;Fisch&#8221;), eine Verletzung der Gesetze der Thermodynamik (&#8221;Teilung des roten Meeres&#8221;) oder irgendetwas subtileres sein, das sich durch kein Naturgesetz fassen l&#228;sst. Naturgesetze m&#252;ssen universell gelten und stets aufs Neue nachweisbar sein. Wenn eine Kugel immer die schiefe Ebene herunterrollt, aber genau einmal nicht (ohne Magneten oder andere erkl&#228;rbare Tricks), dann w&#228;re das ein Ph&#228;nomen im Sinne der Definition.</p>
<p>- &#8220;intelligente Entit&#228;t&#8221;: das ist der Kern der Definition, die Intelligenz. Was macht Intelligenz aus? Was ist &#8220;Wille&#8221;? Ich w&#252;rde sagen, in Abh&#228;ngigkeit von empfangener (wahrgenommener) und gespeicherter Information eine Entscheidung zu treffen (die dann im allgemeinen zu einer Handlung f&#252;hrt, die aber, etwa einem v&#246;llig Gel&#228;hmten, nicht notwendigerweise vollzogen werden kann). Das k&#246;nnen wir, das kann ein Tier, das kann sogar ein Computer (muss also nicht mal notwendigerweise &#8220;lebendig&#8221; sein, was immer diese Definition impliziert). Es reicht am Ende, ein Bit Information so rum oder so rum zu kippen, nur darf dies kein zuf&#228;lliges Rauschen sein.<br />
Also ist die &#8220;intelligente Entit&#228;t&#8221; ein nicht n&#228;her bestimmtes &#8220;Ding&#8221;, das zu einer Informationsverarbeitung in der Lage ist.</p>
<p>Diese Definition w&#252;rde wunderbar auf das Beispiel des simulierten Geistes zutreffen. Er k&#246;nnte durchaus auf diese Definition f&#252;r seine unischtbaren Mnipulatoren kommen und dann behaupten, dass die Existenz der so definierten Manipulatoren nicht ausgeschlossen werden kann.</p>
<p>Sie beruht ausschlie&#223;lich auf denkbaren Eigenschaften, die in einen Bereich projiziert werden, der au&#223;erhalb des derzeitigen Horizonts liegt &#8211; obwohl dar&#252;ber ja eigentlich keine Aussage gemacht werden kann, wohl aber ein Hypothese aufgestellt werden. Das tun nun aber (und jetzt kommt das eingangs erw&#228;hnte Beispiel) auch Physiker, insbesondere Kosmologen, wenn sie sich Gedanken &#252;ber Multiversen, inflation&#228;re R&#228;ume au&#223;erhalb unseres nicht-inflation&#228;ren beobachtbaren Universums und h&#246;here Dimensionen machen. Und sie suchen nach Hinweisen, wie sie diese nachweisen k&#246;nnen. Entsprechend k&#246;nnte man nach den oben erw&#228;hnten &#8220;gezielten Einfl&#252;ssen&#8221; suchen. W&#252;rde einer gefunden, w&#228;re das ein starkes Indiz f&#252;r die Existenz einer gott-artigen Entit&#228;t. Solange keiner gefunden wird, kann man seine Existenz als nicht erwiesen betrachten, jedoch nicht seine Nichtexistenz als erwiesen. Die ist prinzipiell nicht beweisbar.</p>
<p>Am Ende dreht sich alles um Definitionen. Was ist ein Gott, was ist ein g&#246;ttlicher Einfluss, was ist Intelligenz. Was ist denkbar. Ich denke, genau hier wird der Unterschied zwischen unseren Ansichten liegen.</p>
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