Jugend mit einer Mission

Oktober 26th, 2009

Mehr Informationen zum Thema “Jugend mit einer Mission” gibt es →hier

Much Ado about Nothing

Oktober 24th, 2009

Playlist

Fast hätte ich es vergessen — Anno 1658 hat Erzbischof James Ussher festgelegt, dass die Erde genau am am 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, um 9 Uhr morgens plötzlich da war. Das macht diesen Tag zum offiziellen Tag der “Schöpfung” – und die Erde genau 6012 Jahre alt.

Nicht lachen, Leute! Auch heute gibt es noch Menschen, die diesen Unsinn ernsthaft glauben und im Biologieunterricht vermitteln wollen.

Originalpost bei Pharyngula via astrodicticum

Warum gibt es noch Theisten?

Oktober 23rd, 2009

Mein Lieblingsreligionspublizist, Michael Blume, hat mal wieder zugeschlagen. In seinem Blog stellt er die absurde Frage, warum es eigentlich noch(!) Atheisten gäbe. Dabei müßte man die Frage eigentlich umgekehrt stellen. Ich habe das mal für ihn übernommen, da er es selbst sowieso nicht zustande bringt. Da er mir das Kommentieren auf seinem Blog nicht ermöglicht, veröffentliche ich meine Antwort hier.

Evolutionsforschung zum Phänomen des Gotteswahns

In der Diskussion geht es meistens v.a. um die Frage, warum es – trotz der erheblichen Zunahme religionsfrei vergemeinschafteter Menschen in höherentwickelten Kulturen, deren höherer Lustfreundlichkeit und damit auch des erheblichen Reproduktionsvorteil des Atheismus – überhaupt noch religiöse Menschen gibt.

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Ich stelle die vorherrschenden Hypothesen dazu dar und auch meine (noch etwas unsichere) Präferenz für den Ansatz einer zwar aufsteigenden, dabei aber balancierten (“rollenden”) Evolution des Merkmals. Aber es gibt noch einen weiteren Ansatz.

Knapp geschrieben geht es bei der balancierten Evolution von Merkmalen darum, dass sich diese nicht einfach linear entfalten (a la umso mehr, umso besser), sondern durch Nutzen und Kosten in Glockenform ausbalanciert werden – wie beispielsweise das Schlafbedürfnis oder ggf. auch Musikalität. Sowohl die empirischen Beobachtungen wie auch der Umstand, dass Atheismus aus einem Bündel anderer Merkmale heraus evolviert(e), hatten mich für diese Annahme auch im Bezug auf die Evolution des Atheismus eingenommen. Das hieße: Wenn auch Atheismus insgesamt reproduktiv erfolgreich vererbt wird, so doch nicht einfach linear aufsteigend, sondern in kulturellen Wellenbewegungen (siehe unten) und je in atheistischen, pragmatischen und skeptischen Verteilungen innerhalb der Populationen.

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Dies sein noch einmal am Beispiel des Vogelzuges diskutiert: Auch hier liegt eine oft glockenförmige Verteilung des Merkmals “Zugzeitpunkt” vor, manche Tiere (z.B. Rauchschwalben) fliegen früher oder später als ihre Artgenossen, einige sogar gar nicht. Da das Zugverhalten unstreitig adaptiv ist, gab es durchaus Rätselraten um den evolutionären Hintergrund dieser erstaunlichen Variationsbreite. Inzwischen ist jedoch klar: Klimaschwankungen, aber auch Veränderungen der Gefahrenlage, des Nahrungsangebots etc. durch Konkurrenz, Räuber etc. können den “optimalen” Zeitpunkt für den Vogelzug, die optimale Route etc. immer wieder verschieben, so dass “abweichendes” Verhalten -z.B. früher, später, gar nicht ziehen- zwar risikoreich ist, unter Umständen aber auch größere Chancen mit sich bringen kann. Tatsächlich ist es gerade diese Vielfalt an Strategien, die den einzelnen Vogelarten auch die Anpassung an längerfristige Veränderungen beispielsweise des Klimas erlaubt – frühere Abweichler-Minderheiten prägen durch Erfolg den neuen Schwerpunkt aus, das Zugverhalten pendelt sich zum neuen Optimum. Die Variationsbreite und Risikoverteilung des Vogelzuges entspräche damit genau dem Bedürfnis nach den richtigen Dosen an “Rigidität und Flexibilität”, die Friedrich August von Hayek als evolutionäres Erfolgsmerkmal atheistischer Traditionen erkannte!

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So prägt z.B. “jede” erfolgreiche, religionsfreie Gemeinschaft bald liberale, konservative und orthodoxe Flügel aus, die miteinander um die Deutungshoheit ringen, Abspaltungen hervorrufen etc. Auch passt das Modell im Hinblick auf die Risikoverteilung sehr gut zum unterschiedlichen Geschlechterverhalten: Während Frauen stärker (und klug!) im Bereich des atheistischen Pragmatismus auftreten, prägen Männer heftigere Flügel je atheismusskeptischen oder atheismusstrengen Verhaltens aus. Sowohl atheistische wie religiöse Extremismen sind regelmäßig männlich dominiert. Mich hat der Vogelzug-Vorschlag im Hinblick gerade auf die Evolution von Religiosität unter Jägern und Sammlern auf jeden Fall überzeugt und bin gespannt, ob und wie er kommende Diskussionen und weitere Studien besteht!

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Dieser Beitrag soll übrigens nicht dem Beweis der Überlegenheit des Atheismus dienen. Er soll zeigen, wie absurd die Argumente Blumes sind. Theismus und Atheismus sind kulturelle Epiphänome komplexer soziokognitiver Vorgänge. Kurz: Atheismus und Theismus werden nicht vererbt und sind deshalb auch der Evolution nicht zugänglich.

A wake up call by Pat Condell

Oktober 22nd, 2009

Vom Atheisten zum Christen

Oktober 22nd, 2009

In letzter Zeit findet sich im Internet immer wieder folgender Aphorismus:

“Im Flugzeug gibt es, während starker Turbulenzen, keine Atheisten.”

Ein selten dämlicher Spruch. Denn der Theist, der diesen Spruch zur Rechtfertigung der eigenen Angst vor der Strafe eines unsichtbaren, gasförmigen Wirbeltiers im Internet publiziert, fühlt sich besonders klug indem er dem Atheisten Feigheit unterstellt – ihm damit aber eigentlich Mut attestiert. Denn ein Atheist bleibt Atheist auch bei “starken Turbulenzen” im Flugzeug.

Das faktische Wissen, dass es keine Götter gibt, ist doch nicht an Angst oder Mut gebunden. Um zu wissen, dass wir nicht plötzlich ins Weltall fallen, bedarf es keiner Angst vor diesem Fall. Die Gravitation, also die Erdanziehungskraft ist ein Fakt.

Zu wissen, dass wir sterben werden, dafür ist unsere Angst davor irrelevant. Wir werden sterben, ob wir wollen oder nicht, ob wir das fürchten oder nicht.

Für die Tatsache, dass es keine Götter gibt, ist es unerheblich, ob wir Angst haben oder nicht. Es gibt keine Götter. Deshalb sind wir im Grunde alle Atheisten. Sterbliche Atheisten. Natürlich auch bei starken Turbulenzen im Flugzeug. Denn ob wir glauben, dass es übernatürliche Männer gibt oder nicht, ist für den Absturz eines Flugzeugs völlig egal.

Ursprünglich lautete der Aphorismus eigentlich:

In Schützengräben gibt es keine Atheisten.

Gemeint war hier natürlich auch die Todesangst, die die Menschen angeblich feige “zu Kreuze kriechen” läßt. Allerdings darf man den Spruch – mit Recht – durchaus auch anders verstehen: Wer weiß, dass er nur ein Leben hat, wird es nicht in einem Krieg verschwenden.

Der Spruch “Es gibt keine Atheisten in Schützengräben” ist kein Argument gegen den Atheismus, sondern gegen den Krieg!

Ja, die säkulare Szene in Deutschland ist zerstritten. Da streiten die Humanisten mit der Giordano-Bruno-Stiftung, die GBS mit den Brights und die Brights untereinander. Man ist sich natürlich einig in einer ganz wesentlichen Frage – aber wie man diese Frage beantwortet, darüber herrscht mehr Streit als in einer Waschküche. Dies hat seine Gründe vor allem in den übergroßen Egos der Beteiligten. Jeder ist der neue Messias und posaunt das auch möglichst laut in die Öffentlichkeit.

Kürzlich gab es Streit um die “Prüfung” des Berliner Religionsunterrichts zur Aufdeckung kreationistischen Gedankengutes. Ohne hier ins Detail gehen zu müssen: Wenn der Brightsblog meint, hier für das säkulare Spektrum zu sprechen, wenn er diese Maßnahme kritisiert, dann irrt er sich gewaltig.

Denn bereits im ersten Artikel des Berliner Schulgesetzes “§ 1 Auftrag der Schule” finden sich mindestens 5 Widersprüche zur Lehre der christlichen Kirchen:

“Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln. Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Frie-dens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten. Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen, von der Achtung vor jeder ehrlichen Überzeugung und von der Anerkennung der Notwendigkeit einer fortschrittlichen Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse sowie einer friedlichen Verständigung der Völker. Dabei sollen die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen gesellschaftlichen Bewegungen ihren Platz finden.”

1. “Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten”

Das Christentum ist eine Ideologie, die Gewaltherrschaft nicht nur anstrebt, sondern ausübt (Beispiel: Die völkerrechtswidrige Außenpolitik der USA).

2. “…das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie … “

Demokratie wiederspricht der autoritär-faschistoiden Ideologie des Christentums nach dem Motto “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns” oder mit Jesus Christus in eigenen Worten:

“Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.” [Lk 19:27]

“Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.” [Mt 10:34/35]

“So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.” [Lk 14:26]

“Meinet ihr, daß ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht.” [Lk 12:51]

3. “… des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde”

Christliche Lehren von der Ermordung von Atheisten, Homosexuellen, der Haltung von Sklaven und der Bekämpfung allen Andersdenkens und der restlosen Missionierung zur Christlichen Ideologie widerspricht dem Gedanken des Friedens, der Freiheit und der Menschenwürde zutiefst.

Homosexualität:

“Wenn ein Mann sich mit einem anderen Mann wie mit einer Frau vergeht, haben beide Schändliches begangen. Sie sollen mit dem Tode bestraft werden; es lastet Blutschuld auf ihnen.” [3. Mose 20, 13]

Ehebruch:

“Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe gebrochen hat.” [3. Mose 20, 10]

Atheistenmord:

“Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten.” [Psalm 139,19]

Sklaverei:

“Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie kaufen von den Heiden, die um euch her sind” [3. Mose 25,44]

4. “…der Gleichstellung der Geschlechter”

Bilbische Aufforderungen zur bedingunslosen Unterordnung von Frauen unter den Mann widersprechen diesen Forderungen.

“Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem HERRN.” [Eph 5,23]

5. “ihre Haltung muss bestimmt werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen”

Dem widersprechen diverse biblische Aussagen. Siehe oben!

Alles in allem widerspricht der konfessionsgebundene Religionsunterricht dem Berliner Schulgesetz schon im Kern. Jeder vernünftige Bürger hat das Recht, das selbst zu überprüfen und die zuständigen Behörden darüber zu informieren.

Die hysterische Kritik an dieser sachlichen korrekten Aufforderung der GBS, vor allem vonseiten der Kirchen, ist diffamierend, atmet Atheismusfeindlichkeit und zeigt die extrem antisäkulare Stimmung in der christlichen Szene in Deutschland.

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Der “Feuerbringer” hat sich dieser Frage übrigens auch gewidmet.

T
o —————

Cravenstreet, Dec. 13. 1757

Dear Sir,

I have read your Manuscrit with some Attention. By the Arguments it contains against the Doctrine of a particular Providence, tho’ you allow a general Providence, you strike at the Foundation of all Religion: For without the Belief of a Providence that takes Cognizance of, guards and guides and may favour particular Persons, there is no Motive to Worship a Deity, to fear its Displeasure, or to pray for its Protection. I will not enter into any Discussion of your Principles, tho’ you seem to desire it; At present I shall only give you my Opinion that tho’ your Reasonings are subtle, and may prevail with some Readers, you will not succeed so as to change the general Sentiments of Mankind on that Subject, and the Consequence of printing this Piece will be a great deal of Odium drawn upon your self, Mischief to you and no Benefit to others. He that spits against the Wind, spits in his own Face. But were you to succeed, do you imagine any Good would be done by it?
Think how great a Proportion of Mankind consists of weak and ignorant Men and Women, and of inexperienc’d and inconsiderate Youth of both Sexes, who have need of the Motives of Religion to restrain them from Vice
You yourself may find it easy to live a virtuous Life without the Assistance afforded by Religion; you having a clear Perception of the Advantages of Virtue and the Disadvantages of Vice, and possessing a Strength of Resolution sufficient to enable you to resist common Temptations. But think how great a Proportion of Mankind consists of weak and ignorant Men and Women, and of inexperienc’d and inconsiderate Youth of both Sexes, who have need of the Motives of Religion to restrain them from Vice, to support their Virtue, and retain them in the Practice of it till it becomes habitual, which is the great Point for its Security; And perhaps you are indebted to her originally that is to your Religious Education, for the Habits of Virtue upon which you now justly value yourself. You might easily display your excellent Talents of reasoning on a less hazardous Subject, and thereby obtain Rank with our most distinguish’d Authors. For among us, it is not necessary, as among the Hottentots that a Youth to be receiv’d into the Company of Men, should prove his Manhood by beating his Mother. I would advise you therefore not to attempt unchaining the Tyger, but to burn this Piece before it is seen by any other Person, whereby you will save yourself a great deal of Mortification from the Enemies it may raise against you, and perhaps a good deal of Regret and Repentance. If Men are so wicked as we now see them with Religion what would they be if without it? I intend this Letter itself as a Proof of my Friendship and therefore add no Professions of it, but subscribe simply Yours

B.F.

Source(s):
Draft: Library of Congress; also copy: Yale University Library; and French translation: The Rosenbach Foundation

Dieser Satz wird auf einer →Webseite einer evangelikalen “Nachrichtenagentur” affirmativ →recycelt. Evangelikale sind – als extremistische Monotheisten – besonders “fromm” und damit auch außergewöhnlich überzeugte Anhänger einer RELIGION.

Bedeutet das nun, dass Evangelikale Homosexualität plötzlich gut finden?

Wir erinnern uns, die Evangelische Allianz, möglicherweise die einflussreichste Organisation christlicher Fundamentalisten in Deutschland, verbreitet auf ihrer Webseite →Dokumente in denen Homosexualität als “schöpfungswidrige Anomalie” bezeichnet wird und untersützt Organisationen, die Veranstaltungen zur “Heilung” von Homosexualität anbieten.

Wenn aber ein evangelikales Nachrichtenorgan Homosexualität als Religion bezeichnet, hat das merkwürdigerweise nichts damit zu tun, dass man auch bei Evangelikalen zur Besinnung gekommen wäre.

Man zitiert die stinkend homophoben Thesen eines Autors der →WELT und der →WELTWOCHE nämlich u.a. →folgendermaßen:

„Nach der erfolgreichen Emanzipation dürfte man eigentlich erwarten, dass die Homosexuellenbewegung etwas lockerer wird und die penetrante ‚Sichtbarkeit’ zurückstellt. Schwulsein wäre dann einfach eine sexuelle Veranlagung, eine Privatsache, die nach den Regeln des guten Geschmacks endlich wieder diskreter behandelt würde. Man läuft ja auch sonst nicht dauernd mit offenem Hosenladen herum.“

Merkwürdig nur, dass der Autor und das “Nachrichtenportal” der fundamentalistischen Christen dabei vergessen, dass es sich bei Heterosexualität ebenfalls um “eine sexuelle Veranlagung” handelt, die vor allem von christlichen Kirchen gern und oft mit großer Vehemenz unterstützt wird. Man könnte im Duktus des WELT-Autors auch zurückfragen:

„Nach der erfolgreichen Emanzipation dürfte man eigentlich erwarten, dass die Heterosexuellenbewegung etwas lockerer wird und die penetrante ‚Sichtbarkeit’ zurückstellt. Straightsein wäre dann einfach eine sexuelle Veranlagung, eine Privatsache, die nach den Regeln des guten Geschmacks endlich wieder diskreter behandelt würde. Man läuft ja auch sonst nicht dauernd mit offenem Hosenladen herum.“

Eine kurze Klarstellung, falls die Gegenüberstellung es nicht klar genug gemacht hat: Homosexualität bedeutet nicht, dass man mit einem außergwöhnlichen sexuellen Appetit ausgestattet ist und seinen gesamten Alltag komplett durchsexualisiert. Es bedeut, dass man liebt und geliebt werden und sich dabei nicht dazwischenreden lassen will, schon gar nicht von Leuten, die das Wort “Liebe” wie eine Monstranz vor sich her tragen.

Übrigens, was den variantenreichen sexuellen Appetit evangelikaler Christen angeht, ein →prominentes Beispiel verdeutlicht vielleicht die Gemeinsamkeiten von Menschen aller Denominationen: Die Folgen öffentlicher Bekenntnisses der Homosexualität können verheerend für den Betroffenen sein – vor allem da, wo Menschen sich offen zum Glauben an Götter bekennen. Der Unterschied zwischen Sexualität und Weltanschauung ist:

Religion kann man Menschen aufzwingen.