“Allerdings hängt es auch immer von gesellschaftlichen Übereinkünften ab, was als verrückt gilt und was nicht. Schauen Sie sich doch nur die katholische Kirche und ihre Wunder an. Man kann offen sagen, dass man daran glaubt, und dennoch ernst genommen werden. Was ich sagen will, ist, dass allgemein akzeptiertes Denken nicht unbedingt etwas mit Rationalität zu tun haben muss. Die Realität ist immer eine Art von Fiktion, der alle zustimmen.”

Der Nobelpreisträger John Nash im Tagesspiegel-Interview
via Ulrich Berger

3 Responses to “A beautiful mind über Religion”

  1. Robby Says:

    Naja, im Endeffekt sagt er ja nur, dass es keine Objektivität, sondern nur Inter-Subjektivität gibt. Das hab ich vor einiger Zeit auch mal gebloggt. Hätten sie auch mich zitieren können, aber ich hab ja keinen Nobelpreis 😀

    Wobei man den Konstruktivismus wiederum mit sich selbst in Frage stellen kann, was wiederum bedeutet, dass eine objektive Sicht doch möglich ist.

  2. sapere Says:

    Nein, das sagt er nicht.

    Er sagt, dass “es auch von gesellschaftlichen Übereinkünften” abhängt, was als verrückt gilt und was nicht. Das heißt nicht, dass alles von gesellschaftlichen Übereinkünften abhängt. Dass Du sterben wirst, ist keine Frage beliebiger subjektiver Konstruktion der Wirklichkeit. Es ist ein Fakt, den Du jetzt bereits mit absoluter Sicherheit vorhersagen kannst. Übrigens mit derselben Sicherheit, mit der man sagen kann, dass es keinen “Gott” gibt.

  3. Robby Says:

    Sterben (der “Prozess”) hat ja auch nichts mit Einstellungen, Meinungen und Kognitionen zu tun. Diese Tilgung in meinen Ausführungen sei hiermit behoben. Ich bezog mich daher in meinem Kommentar nur auf Meinungen, Einstellungen, Sprache etc.

    Hmm, basale Emotionen gehören wohl auch nicht dazu. Die sind dann, wenn man so mag, wohl auch “genetische Übereinkunft”.

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