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	<title>Comments on: Lieber Herr Dr. Blume,</title>
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	<description>Wage Denken!</description>
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		<item>
		<title>By: sapere</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3218</link>
		<dc:creator>sapere</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 08:25:36 +0000</pubDate>
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		<description>Die Antwort darauf findet sich hier: 

http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=320</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Antwort darauf findet sich hier: </p>
<p><a href="http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=320" rel="nofollow">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=320</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Michael Blume</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3216</link>
		<dc:creator>Michael Blume</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 08:23:31 +0000</pubDate>
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		<description>Ein sch&#246;ner, aber langer Text...
Lieber sapere aude,

danke f&#252;r Ihren langen Text, auf den ich beim besten Willen nur noch in Ausz&#252;gen eingehen kann:

1. Im freiheitlichen Wettbewerb der Religionen verlieren die Mainstream-Religionen h&#228;ufig an Mitgliedern zugunsten kleiner, aufstrebender Wettbewerber. Das ist z.B. auch in den USA der Fall - und nat&#252;rlich auch in Deutschland. Dass die Zahl der Mitglieder der Gro&#223;kirchen in Deutschland weiter zur&#252;ck geht, belegt doch zun&#228;chst einmal nur, dass sie nicht mehr &quot;die&quot; religi&#246;sen Anbieter sind. Wir haben bl&#252;hende Freikirchen, Synagogen, Moscheen, buddhistische Zentren etc. pp. In Langzeitstudien werden S&#228;kularisierungsprozesse zunehmend als wellenf&#246;rmig erkannt - auf Zeiten religi&#246;ser Schrumpfung folgen Wellen religi&#246;ser Erweckungsbewegungen. Der reproduktive Vorteil, mein Schwerpunkt und entscheidender Faktor der Evolution, bleibt nach heutigem Kenntnisstand unabh&#228;ngig davon wirksam.

&quot;Wir diskutieren die N&#252;tzlichkeit und Richtigkeit des Glaubens, da auch die Menschen, die daran glauben keine verl&#228;ssliche Begr&#252;ndung daf&#252;r geben k&#246;nnen, als allein ihre ganz pers&#246;nliche &#220;berzeugung.&quot;

Verstehen Sie doch: F&#252;r die &quot;Richtigkeit&quot; f&#252;hle ich mich als Religionswissenschaftler schlicht nicht zust&#228;ndig - da fragen Sie am Besten den Philosophen oder Theologen Ihres Vertrauens. Mich interessiert die Evolution der Religiosit&#228;t, ob dahinter eine Gottheit steht oder nicht, ist empirisch nicht kl&#228;rbar, ist Glaubenssache.

&quot;F&#252;r mich der “Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren” kein vererbliches Merkmal auf das die Evolution hinwirkt, sondern ein Beiprodukt begrenzter, wenn auch in Teilen bemerkenswerter Rationalit&#228;t, wie der Blinddarm eben, f&#252;r sich genommen, nat&#252;rlich ein erstaunliches St&#252;ck Natur – f&#252;r uns g&#228;nzlich unn&#252;tz, wenn nicht gar sch&#228;dlich.&quot;

Tja, und das ist eben der Unterschied: Rein evolutionsbiologisch gesehen bemessen sich Nutzen und Schaden nicht an unseren Geschmacksurteilen, sondern am relativen Reproduktionserfolg. Und die Daten sind nun einmal eindeutig... Dass Religiosit&#228;t einmal als Beiprodukt anderer Strukturen gestartet ist - geschenkt, klar! Das ist der evolution&#228;re Normalfall, man nennt dies Exaptation.

&quot;Was glauben Sie, wie ich mich f&#252;hle, wenn ich als, in Ihrer Definition Nichtreligi&#246;ser, h&#246;re, dass Religion eine so wichtige Kulturleistung wie Musik und Mathematik ist? Denken Sie nicht, dass ich mich dadurch als kulturloser oder -armer Mensch dargestellt sehe?&quot;

Das w&#252;rde mir Leid tun - denn, wie oben geschrieben, Religion ist ein Teil menschlicher Kultur, z.B. Musik oder Sport sind andere. Sie sind nichtreligi&#246;s, ich bin recht unmusikalisch und unsportlich. Macht das einen von uns kulturlos? Also, ich finde, dass nicht.

&quot;Ist Ihnen denn schon mal aufgefallen, dass dieser &#252;bernat&#252;rliche Mann immer dann aus der Mottenkiste geholt wird, wenn man keine gerade keine naturwissenschaftliche Erkl&#228;rung zur Hand hat?&quot;

Ja, ich nenne das L&#252;ckenb&#252;&#223;er-Gott und halte es f&#252;r wissenschaftlich und theologisch sehr fragw&#252;rdig. Da machen religi&#246;se Menschen den gleichen Kategorienfehler wie Sie: zu meinen, man k&#246;nnte Gott auf dem kruden Stand heutigen Wissens ernsthaft empirisch verorten. Genau dagegen wendet sich beispielsweise auch die oben zitierte, j&#252;dische Stimme. Ein empirisch bewiesener Gott kann kaum Gott sein.

Zwei Kleinigkeiten noch: Im Link zu dem Schweden-Artikel wollte ich auf diesen Bericht hinweisen, hier direkt:
http://online.wsj.com/article/SB118434936941966055.html?mod=googlenews_wsj

Und den Zusammenhang zwischen Ehrenamt und Religiosit&#228;t zeigen sogar Ihre Daten: Im Westen liegt die Ehrenamtsquote um 10% (!) h&#246;her und in spezialisierten Auswertungen ist der Zusammenhang noch deutlicher zu sehen. Nat&#252;rlich engagieren sich aber auch Nichtreligi&#246;se, wie sie ja auch Kinder kriegen (und es umgekehrt nichtengagierte und kinderlose Religi&#246;se gibt), aber der wechselseitige Zusammenhang ist eben da. Sehr sch&#246;n zu sehen &#252;brigens auch an der Spendenbeteiligung, hier getrennt nach Religi&#246;sen und Konfessionslosen in West- und Ostdeutschland ausgewiesen:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4922836/

&quot;Wie w&#228;re es, an dieser Stelle einfach mal die Klappe zu halten und weiterzuforschen?&quot;

Da haben Sie wohl Recht - ich sollte jetzt lieber weiter forschen anstatt mich zu verzetteln. Mit diesem &quot;sch&#246;nen Schlusswort&quot; von Ihnen an mich betrachte ich diese Debatte gerne als beendet und forsche jetzt lieber weiter.
;-)

Mit herzlichem Dank f&#252;r die muntere Diskussion!

Michael Blume</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein sch&#246;ner, aber langer Text&#8230;<br />
Lieber sapere aude,</p>
<p>danke f&#252;r Ihren langen Text, auf den ich beim besten Willen nur noch in Ausz&#252;gen eingehen kann:</p>
<p>1. Im freiheitlichen Wettbewerb der Religionen verlieren die Mainstream-Religionen h&#228;ufig an Mitgliedern zugunsten kleiner, aufstrebender Wettbewerber. Das ist z.B. auch in den USA der Fall &#8211; und nat&#252;rlich auch in Deutschland. Dass die Zahl der Mitglieder der Gro&#223;kirchen in Deutschland weiter zur&#252;ck geht, belegt doch zun&#228;chst einmal nur, dass sie nicht mehr &#8220;die&#8221; religi&#246;sen Anbieter sind. Wir haben bl&#252;hende Freikirchen, Synagogen, Moscheen, buddhistische Zentren etc. pp. In Langzeitstudien werden S&#228;kularisierungsprozesse zunehmend als wellenf&#246;rmig erkannt &#8211; auf Zeiten religi&#246;ser Schrumpfung folgen Wellen religi&#246;ser Erweckungsbewegungen. Der reproduktive Vorteil, mein Schwerpunkt und entscheidender Faktor der Evolution, bleibt nach heutigem Kenntnisstand unabh&#228;ngig davon wirksam.</p>
<p>&#8220;Wir diskutieren die N&#252;tzlichkeit und Richtigkeit des Glaubens, da auch die Menschen, die daran glauben keine verl&#228;ssliche Begr&#252;ndung daf&#252;r geben k&#246;nnen, als allein ihre ganz pers&#246;nliche &#220;berzeugung.&#8221;</p>
<p>Verstehen Sie doch: F&#252;r die &#8220;Richtigkeit&#8221; f&#252;hle ich mich als Religionswissenschaftler schlicht nicht zust&#228;ndig &#8211; da fragen Sie am Besten den Philosophen oder Theologen Ihres Vertrauens. Mich interessiert die Evolution der Religiosit&#228;t, ob dahinter eine Gottheit steht oder nicht, ist empirisch nicht kl&#228;rbar, ist Glaubenssache.</p>
<p>&#8220;F&#252;r mich der “Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren” kein vererbliches Merkmal auf das die Evolution hinwirkt, sondern ein Beiprodukt begrenzter, wenn auch in Teilen bemerkenswerter Rationalit&#228;t, wie der Blinddarm eben, f&#252;r sich genommen, nat&#252;rlich ein erstaunliches St&#252;ck Natur – f&#252;r uns g&#228;nzlich unn&#252;tz, wenn nicht gar sch&#228;dlich.&#8221;</p>
<p>Tja, und das ist eben der Unterschied: Rein evolutionsbiologisch gesehen bemessen sich Nutzen und Schaden nicht an unseren Geschmacksurteilen, sondern am relativen Reproduktionserfolg. Und die Daten sind nun einmal eindeutig&#8230; Dass Religiosit&#228;t einmal als Beiprodukt anderer Strukturen gestartet ist &#8211; geschenkt, klar! Das ist der evolution&#228;re Normalfall, man nennt dies Exaptation.</p>
<p>&#8220;Was glauben Sie, wie ich mich f&#252;hle, wenn ich als, in Ihrer Definition Nichtreligi&#246;ser, h&#246;re, dass Religion eine so wichtige Kulturleistung wie Musik und Mathematik ist? Denken Sie nicht, dass ich mich dadurch als kulturloser oder -armer Mensch dargestellt sehe?&#8221;</p>
<p>Das w&#252;rde mir Leid tun &#8211; denn, wie oben geschrieben, Religion ist ein Teil menschlicher Kultur, z.B. Musik oder Sport sind andere. Sie sind nichtreligi&#246;s, ich bin recht unmusikalisch und unsportlich. Macht das einen von uns kulturlos? Also, ich finde, dass nicht.</p>
<p>&#8220;Ist Ihnen denn schon mal aufgefallen, dass dieser &#252;bernat&#252;rliche Mann immer dann aus der Mottenkiste geholt wird, wenn man keine gerade keine naturwissenschaftliche Erkl&#228;rung zur Hand hat?&#8221;</p>
<p>Ja, ich nenne das L&#252;ckenb&#252;&#223;er-Gott und halte es f&#252;r wissenschaftlich und theologisch sehr fragw&#252;rdig. Da machen religi&#246;se Menschen den gleichen Kategorienfehler wie Sie: zu meinen, man k&#246;nnte Gott auf dem kruden Stand heutigen Wissens ernsthaft empirisch verorten. Genau dagegen wendet sich beispielsweise auch die oben zitierte, j&#252;dische Stimme. Ein empirisch bewiesener Gott kann kaum Gott sein.</p>
<p>Zwei Kleinigkeiten noch: Im Link zu dem Schweden-Artikel wollte ich auf diesen Bericht hinweisen, hier direkt:<br />
<a href="http://online.wsj.com/article/SB118434936941966055.html?mod=googlenews_wsj" rel="nofollow">http://online.wsj.com/article/SB118434936941966055.html?mod=googlenews_wsj</a></p>
<p>Und den Zusammenhang zwischen Ehrenamt und Religiosit&#228;t zeigen sogar Ihre Daten: Im Westen liegt die Ehrenamtsquote um 10% (!) h&#246;her und in spezialisierten Auswertungen ist der Zusammenhang noch deutlicher zu sehen. Nat&#252;rlich engagieren sich aber auch Nichtreligi&#246;se, wie sie ja auch Kinder kriegen (und es umgekehrt nichtengagierte und kinderlose Religi&#246;se gibt), aber der wechselseitige Zusammenhang ist eben da. Sehr sch&#246;n zu sehen &#252;brigens auch an der Spendenbeteiligung, hier getrennt nach Religi&#246;sen und Konfessionslosen in West- und Ostdeutschland ausgewiesen:<br />
<a href="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4922836/" rel="nofollow">http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4922836/</a></p>
<p>&#8220;Wie w&#228;re es, an dieser Stelle einfach mal die Klappe zu halten und weiterzuforschen?&#8221;</p>
<p>Da haben Sie wohl Recht &#8211; ich sollte jetzt lieber weiter forschen anstatt mich zu verzetteln. Mit diesem &#8220;sch&#246;nen Schlusswort&#8221; von Ihnen an mich betrachte ich diese Debatte gerne als beendet und forsche jetzt lieber weiter.<br />
 <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Mit herzlichem Dank f&#252;r die muntere Diskussion!</p>
<p>Michael Blume</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Kolumnistenschwein</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3165</link>
		<dc:creator>Kolumnistenschwein</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 13:59:32 +0000</pubDate>
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		<description>Berufskrankeit bei Pfarrern: Sie haben&#039;s mit dem Kreuz.

Ansonsten: Als Brief w&#228;re dieser Beitrag jeden Cent Porto wert.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Berufskrankeit bei Pfarrern: Sie haben&#8217;s mit dem Kreuz.</p>
<p>Ansonsten: Als Brief w&#228;re dieser Beitrag jeden Cent Porto wert.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: sapere</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3128</link>
		<dc:creator>sapere</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2008 13:04:37 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Herr Dr. Blume,
in Ihrer letzten Antwort schreiben Sie:
„Auch Ihr Recht, Atheist zu sein, achte ich also nicht nur, sondern verteidige es aus vollster &#220;berzeugung.“
So auch ich. So auch ich Ihr Recht verteidige, Christ zu sein. Ihr Glaube ist Ihre Privatangelegenheit und somit jedes erdenklichen Schutzes w&#252;rdig.
Sollten Sie allerdings Ihren Glauben an einen &#252;bernat&#252;rlichen Mann in die &#214;ffentlichkeit tragen und mit diesem Glauben auch gesellschaftspolitische Handlungen begr&#252;nden, erzieherischen Einfluss nehmen und diesen wissenschaftlich zur Disposition stellen, m&#252;ssen Sie nat&#252;rlich damit rechnen, dass Ihnen der kalte Wind des rationalen Pragmatismus ins Gesicht bl&#228;st.
Aberglaube, also &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot;, in meinem Verst&#228;ndnis, hat in Politik, Gesundheit, Wissenschaft und Bildung nichts zu suchen. Er mag als Folklore in Privathaushalte geh&#246;ren und Enkeln von Gro&#223;m&#252;tterchen vermittelt werden, wie alle anderen Sagen und M&#228;rchen auch, doch sp&#228;testens im Schulalter sollten Kinder lernen, was es mit der Welt wirklich auf sich hat. Dazu geh&#246;ren die Verbrechen der Religionen in Geschichts- und Sozialkundeunterricht und die Entstehung und das Funktionieren von Welt und Mensch in Biologie, Physik und Chemie, also wir und die Welt als OBJEKTE. In den Kunst-, Musik- und Ethikunterricht, sowie in Freizeitgestaltung geh&#246;ren alle Dinge, die uns als SUBJEKTE ausmachen. Unser Hoffen, Wollen und Sollen. 
Aber auch dar&#252;ber sind wir uns ja eigentlich einig. Weswegen ich das hier eigentlich so ausf&#252;hrlich schreibe, hat eigentlich nur einen Grund: Die intensive individuelle Vermittlung des Glaubens an &#252;bernat&#252;rliche M&#228;nner durch Autorit&#228;ten ist die Ursache f&#252;r ihre Weiterverbreitung. 
Hielten sich die Religionen an ein selbst auferlegtes Gesetz, Kindern alle religi&#246;sen Fragen zun&#228;chst vorzuenthalten, so wie bei der Sexualit&#228;t, w&#252;rde – allerdings anders als bei der Sexualit&#228;t – der Glaube an &#252;bernat&#252;rliche M&#228;nner zunehmend aussterben.
Ich frage mich, wie Sie zu der &#220;berzeugung kommen, dass das Gegenteil der Fall ist, schauen Sie sich doch die Statistiken der Kirchenmitglieder an: 
&lt;iframe src=&quot;http://de.statista.org/statistik/embedded/embType/StatSec/studie/1226/umfrage/anzahl-der-katholiken-in-deutschland-von-1965-bis-2006-/&quot; id=&quot;iframe&quot; name=&quot;input&quot; scrolling=&quot;no&quot; width=&quot;510px&quot; height=&quot;1047px&quot; style=&quot;border: 0px;&quot;&gt;&lt;p&gt;Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter &lt;a href=&quot;http://de.statista.org/statistik/daten/studie/1226/umfrage/anzahl-der-katholiken-in-deutschland-von-1965-bis-2006-/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Link zur Statistik &quot;Anzahl der Katholiken in Deutschland von 1965 bis 2006 &quot;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/iframe&gt;  
&lt;iframe src=&quot;http://de.statista.org/statistik/embedded/embType/StatSec/studie/1229/umfrage/anzahl-der-mitglieder-der-evangelischen-kirche-in-deutschland-von-2003-bis-2006/&quot; id=&quot;iframe&quot; name=&quot;input&quot; scrolling=&quot;no&quot; width=&quot;510px&quot; height=&quot;445px&quot; style=&quot;border: 0px;&quot;&gt;&lt;p&gt;Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter &lt;a href=&quot;http://de.statista.org/statistik/daten/studie/1229/umfrage/anzahl-der-mitglieder-der-evangelischen-kirche-in-deutschland-von-2003-bis-2006/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Link zur Statistik &quot;Anzahl der Mitglieder der evangelischen Kirche in Deutschland von 2003 bis 2006&quot;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/iframe&gt;
Warum gibt es so hektische Bestrebungen in Berlin den schulischen Religionsunterricht wieder einzuf&#252;hren? Warum werden die Kinder nicht einfach in au&#223;erschulischen Religionsunterricht geschickt? Weil man f&#252;r die Vermittlung von Unlogischem und &#220;bernat&#252;rlichem die Autorit&#228;t der Schule braucht. 
&#220;berall dort, wo es keinen Religionsunterricht gibt, wird Religion auch nicht spontan angenommen. Anders &#252;brigens als Musik. 
Sie fragen also was wir diskutieren. Wir diskutieren nature vs. nurture. Die alte Frage: angeboren oder vermittelt. Und nat&#252;rlich wissen wir, so einfach ist es nicht. Es ist nat&#252;rlich beides. Doch wie? Hat der Mensch ganz generell die F&#228;higkeit zur Abstraktion und geht ihm dabei manchmal angesichts gewisser rationaler Grenzen die Phantasie durch, oder gibt es etwa tats&#228;chlich sowas wie Wunder, auch wenn Sie noch niemand je bewiesen hat?  
Wir diskutieren die N&#252;tzlichkeit und Richtigkeit des Glaubens, da auch die Menschen, die daran glauben keine verl&#228;ssliche Begr&#252;ndung daf&#252;r geben k&#246;nnen, als allein ihre ganz pers&#246;nliche &#220;berzeugung. 
Und wenn wir die N&#252;tzlichkeits- und Richtigkeitsfrage eines Tuns, n&#228;mlich des &quot;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; stellen, kommen wir leider zu der Erkenntnis, dass die guten Seiten, die schlechten nicht aufwiegen, im Gegenteil. Das mag in Ihrer pers&#246;nlichen Wahrnehmung anders sein, aber f&#252;r dieses Problem gibt es ja gl&#252;cklicherweise die Aufkl&#228;rung. Der &quot;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; f&#252;hrt zur psychischen und physischen Beeintr&#228;chtigung von Beteiligten UND Unbeteiligten. Deshalb ist das nicht nur ein etwas skurriles Hobby, an „&#252;bernat&#252;rliche Akteure“ zu glauben, sondern eine sehr gef&#228;hrliche Angelegenheit und sollte mit ausreichender Aufkl&#228;rung verbunden sein. 
Wer wissen m&#246;chte, was an diesem &quot;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; eigentlich so schlecht ist, der schaue doch gelegentlich auf meinem Blog vorbei, oder hier: http://hpd.de/ oder hier: http://brightsblog.wordpress.com , oder lese ein gutes Buch, wie Christopher Hitchens „Der Herr ist kein Hirte“ oder Richard Dawkins „Der Gotteswahn“.  
Sie fragen mich, ob ich daran interessiert bin, Religiosit&#228;t auch als Teil der menschlichen Evolutionsgeschichte zu verstehen, oder ob ich mich mit Polemik begn&#252;gen will. 

Und ich kann Ihnen sagen, dass ich dies tue (also den ersten Teil des Satzes), doch w&#228;hle ich eben andere Beispiele als Sie. F&#252;r mich der &quot;Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; kein vererbliches Merkmal auf das die Evolution hinwirkt, sondern ein Beiprodukt begrenzter, wenn auch in Teilen bemerkenswerter Rationalit&#228;t, wie der Blinddarm eben, f&#252;r sich genommen, nat&#252;rlich ein erstaunliches St&#252;ck Natur – f&#252;r uns g&#228;nzlich unn&#252;tz, wenn nicht gar sch&#228;dlich. 

Sie werfen mir Polemik vor, weil ich die Kulturleistung Religion mit der Kulturleistung Rauchgiftsucht vergleiche. Was glauben Sie, wie ich mich f&#252;hle, wenn ich als, in Ihrer Definition Nichtreligi&#246;ser, h&#246;re, dass Religion eine so wichtige Kulturleistung wie Musik und Mathematik ist? Denken Sie nicht, dass ich mich dadurch als kulturloser oder -armer Mensch dargestellt sehe? Unterschiedliche Ansichten f&#252;hren zu Verletzungen. Die mu&#223; man manchmal einfach hinnehmen. Was meinen Sie, wie oft ich mir anh&#246;ren musste, was ich doch f&#252;r ein bedauernswertes Wesen bin, weil ich nicht an einen &#252;bernat&#252;rlichen Mann glaube. Man stumpft irgendwann ab. Das kann ich Ihnen auch empfehlen! Was allerdings nicht abstumpft ist die Angst vor religi&#246;s bedingtem Terror. Haben Sie den Karikaturenstreit noch in Erinnerung? Wissen Sie, dass der Kabarettist Bruno Jonas keine Witze &#252;ber den Islam macht? http://www.netzeitung.de/kultur/1117198.html 

Und ich habe, weil ich das Rauschgiftbeispiel gew&#228;hlt habe, nicht gemeint, dass Menschen, die an einen &#252;bernat&#252;rlichen Mann glauben, mehr Rauschgift konsumieren, genausowenig wie sie wohl meinten, dass es unter Menschen die &quot;Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; zeigen, mehr Musiker oder Mathematiker zu finden sind. Obwohl, wahrscheinlich glauben Sie das wirklich?   

Und ja nat&#252;rlich ist &quot;Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; auch mit Angst verbunden, so wie Rauchgiftgenuss auch. 

Sie fragen mich, woher ich wei&#223;, dass die religi&#246;sen Lehren nur Illusion sind? Weil alle bisherige Evidenz v.a. auch der psychologischen Forschung daf&#252;r spricht. Wir k&#246;nnen nat&#252;rlich nicht „hinter die Dinge sehen“ aber wir k&#246;nnen so weit gucken wie wir k&#246;nnen, und wir sind – St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck – ziemlich weit gekommen und haben den R&#252;ckzugsgott in immer abstrusere Ecken getrieben. Ist Ihnen denn schon mal aufgefallen, dass dieser &#252;bernat&#252;rliche Mann immer dann aus der Mottenkiste geholt wird, wenn man keine gerade keine naturwissenschaftliche Erkl&#228;rung zur Hand hat? Wie w&#228;re es, an dieser Stelle einfach mal die Klappe zu halten und weiterzuforschen? 

Was machen Sie, wenn die Naturwissenschaften auch den Ursprung des Lebens nahezu restlos aufgekl&#228;rt haben? Wird dann triumphierend die Frage gestellt, wie denn die Elemente, aus denen das Leben entstand entstanden sind? Und wenn man das erkl&#228;rt hat … usw.? 

Kant hat &#252;brigens einen objektiven Gott verneint, einen subjektiven aber f&#252;r notwenig gehalten und w&#252;rde nicht soweit gehen, einen subjektiven Gott f&#252;r notwendig zu betrachten, da war Kant noch zu sehr Kind seiner Zeit. 

Sie sprechen in Ihrer letzten Antwort davon, dass die Textexegesen der unterschiedlichen Gewaltaufforderungen in den „heiligen B&#252;chern“ der monotheistischen Religionen, v&#246;llig unerheblich sei, dass allein das Verhalten z&#228;hle. Dann verstehe ich nicht, was dann z.B. Ehrenamt mit Religiosit&#228;t zu tun haben soll? Und das hat es ja nat&#252;rlich auch nicht, sonst d&#252;rfte es so etwas wie Engagement in Vereinen, Gruppen und Organisationen in Ostdeutschland n&#228;mlich gar nicht geben. 

&lt;img src=&#039;http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-content/uploads/2008/08/clip_image002.gif&#039; alt=&#039;clip_image002.gif&#039; /&gt;
  
http://www.stk.brandenburg.de/media/lbm1.a.1173.de/studie_ehrenamt.pdf

Ich wei&#223;, Sie haben da wieder ganz andere Zahlen. Immer her damit!

Sie fragen, ob ich Daten dar&#252;ber habe, dass religi&#246;se Menschen in freiheitlichen Gesellschaften h&#228;ufiger Gewalt aus&#252;ben als nichtreligi&#246;se. 
Sie kennen ja sicher die Studie von Gregory Paul im „Journal of Religion and Society“. Wie schrieb es die TIMES:
“RELIGIOUS belief can cause damage to a society, contributing towards high murder rates, abortion, sexual promiscuity and suicide, according to research published today. According to the study, belief in and worship of God are not only unnecessary for a healthy society but may actually contribute to social problems.  In general, higher rates of belief in and worship of a creator correlate with higher rates of homicide, juvenile and early adult mortality, STD infection rates, teen pregnancy and abortion in the prosperous democracies. The United States is almost always the most dysfunctional of the developing democracies, sometimes spectacularly so.” 
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article571206.ece
Man k&#246;nnte also kurz schlie&#223;en, Religiosit&#228;t korreliert positiv mit Kriminalit&#228;t und asozialem Verhalten. 
Was sie also wieder als meine „antiamerikanischen Klischees“ bezeichnen w&#252;rden, wenn ich z.B. von Fernsehpredigern schreibe, die Millionen Menschen ihre angeblichen Geistheilungskr&#228;fte vorgaukeln, sind offenbar Fakten. Schauen Sie doch auch mal hier: 
http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=301 


Sie scheinen es &#252;brigens immer noch nicht verstanden zu haben, dass die vereinfachenden Vorstellungen von Richtig und Falsch, sowohl in Kommunismus, wie Faschismus als auch Monotheismus zu den gr&#246;&#223;ten Verbrechen f&#252;hrten. Sie sind der Ansicht, dass die gewaltsamen und menschenverachtenden Folgen von Religion nicht in ihren Wurzeln liegen, Sie glauben, dass das bedauerliche Mi&#223;verst&#228;ndnisse religi&#246;ser &#220;berzeugungen sind.

Nein, lieber Herr Dr. Blume, das sind sie nicht. So wie Nationalsozialismus und Kommunismus im Kern menschenverachtende Begr&#252;ndungen haben, so haben dies auch die monotheistischen Religionen. 

Und auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die gebetsm&#252;hlenartig behaupten, dass das Missverst&#228;ndnisse sind, so gibt es auch immer wieder Leute, die sich davon nicht abhalten lassen, zu morden, zu pl&#252;ndern, zu versklaven und zu verachten.    

Weil ich schrieb, &quot;Gl&#228;ubige sind nicht verfolgt worden, weil sie Gl&#228;ubige waren, sondern weil sie die „Wir schaffen den neuen Menschen“-Spielchen nicht mitspielen wollten. Ein Ph&#228;nomen &#252;brigens, dass uns von dem &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; schon hinl&#228;nglch bekannt ist.&quot;

Antworteten Sie:

„Sehe ich ganz genauso! Und daran k&#246;nnen Sie also wundervoll ersehen, dass totalit&#228;re Ideologien sowohl unter religi&#246;sen wie atheistischen Vorzeichen auftreten k&#246;nnen.“

Nein, nein. Nicht Vorzeichen: Kern! Der Religionen nat&#252;rlich. Der Kern des Atheismus ist die Gottlosigkeit. Das verf&#252;hrt wohl kaum zum T&#246;ten. 

Jaja, Kommunisten sind Atheisten. Ich wei&#223; schon. Ihr Argument ist, dass Kommunisten Millionen Menschen umgebracht haben, nicht weil sie Kommunisten waren, sondern weil sie Atheisten waren, weil ihnen ihr Atheismus befohlen hat, andere zu t&#246;ten. Weil in ihren heiligen Schriften steht, dass Menschen, die &quot;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; zeigen, umzubringen sind. 

Sie sehen schon, da gibt es einige Unterschiede in unseren Gewichtungen. Auch darin, wie wir z.B. &#252;ber Richard Dawkins denken. 

Da Sie das Thema Eugenik ansprechen: Euthanasie und Kirche, ein spannendes Kapitel, lesen Sie mal rein:

http://www.theologe.de/euthanasie.htm 

Zum Thema Skandinavien und Religion haben Sie mir einen Link empfohlen, der mir nicht viel sagt. Wollten Sie mir zeigen, dass auch Schweden nichts gegen Religionsfreiheit haben? 

Was aber das generelle Nachlassen der Religiosit&#228;t in Europa betrifft, schauen Sie doch bitte hier:

http://en.wikipedia.org/wiki/Religion_in_Europe 

Wie kann es sein, dass Religiosit&#228;t an der einen Stelle dramatisch nachl&#228;sst, aber an der anderen zunimmt, wenn sie doch vererbt wird. Dann m&#252;ssten sich doch alle Atheisten ganz einfach wegmendeln? Vor allem in Europa. Haben Sie mal ernsthaft in Betracht gezogen, dass es sich bei Religiosit&#228;t um ein REIN kulturelles Ph&#228;nomen handelt, dass nicht vererbt wird? Genauso wenig wie das Telefonieren oder Brezelbacken?

&lt;object width=&quot;325&quot; height=&quot;244&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/-M-vnmejwXo&amp;hl=en&amp;fs=1&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/-M-vnmejwXo&amp;hl=en&amp;fs=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;325&quot; height=&quot;244&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Dr. Blume,<br />
in Ihrer letzten Antwort schreiben Sie:<br />
„Auch Ihr Recht, Atheist zu sein, achte ich also nicht nur, sondern verteidige es aus vollster &#220;berzeugung.“<br />
So auch ich. So auch ich Ihr Recht verteidige, Christ zu sein. Ihr Glaube ist Ihre Privatangelegenheit und somit jedes erdenklichen Schutzes w&#252;rdig.<br />
Sollten Sie allerdings Ihren Glauben an einen &#252;bernat&#252;rlichen Mann in die &#214;ffentlichkeit tragen und mit diesem Glauben auch gesellschaftspolitische Handlungen begr&#252;nden, erzieherischen Einfluss nehmen und diesen wissenschaftlich zur Disposition stellen, m&#252;ssen Sie nat&#252;rlich damit rechnen, dass Ihnen der kalte Wind des rationalen Pragmatismus ins Gesicht bl&#228;st.<br />
Aberglaube, also &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221;, in meinem Verst&#228;ndnis, hat in Politik, Gesundheit, Wissenschaft und Bildung nichts zu suchen. Er mag als Folklore in Privathaushalte geh&#246;ren und Enkeln von Gro&#223;m&#252;tterchen vermittelt werden, wie alle anderen Sagen und M&#228;rchen auch, doch sp&#228;testens im Schulalter sollten Kinder lernen, was es mit der Welt wirklich auf sich hat. Dazu geh&#246;ren die Verbrechen der Religionen in Geschichts- und Sozialkundeunterricht und die Entstehung und das Funktionieren von Welt und Mensch in Biologie, Physik und Chemie, also wir und die Welt als OBJEKTE. In den Kunst-, Musik- und Ethikunterricht, sowie in Freizeitgestaltung geh&#246;ren alle Dinge, die uns als SUBJEKTE ausmachen. Unser Hoffen, Wollen und Sollen.<br />
Aber auch dar&#252;ber sind wir uns ja eigentlich einig. Weswegen ich das hier eigentlich so ausf&#252;hrlich schreibe, hat eigentlich nur einen Grund: Die intensive individuelle Vermittlung des Glaubens an &#252;bernat&#252;rliche M&#228;nner durch Autorit&#228;ten ist die Ursache f&#252;r ihre Weiterverbreitung.<br />
Hielten sich die Religionen an ein selbst auferlegtes Gesetz, Kindern alle religi&#246;sen Fragen zun&#228;chst vorzuenthalten, so wie bei der Sexualit&#228;t, w&#252;rde – allerdings anders als bei der Sexualit&#228;t – der Glaube an &#252;bernat&#252;rliche M&#228;nner zunehmend aussterben.<br />
Ich frage mich, wie Sie zu der &#220;berzeugung kommen, dass das Gegenteil der Fall ist, schauen Sie sich doch die Statistiken der Kirchenmitglieder an:<br />
<iframe src="http://de.statista.org/statistik/embedded/embType/StatSec/studie/1226/umfrage/anzahl-der-katholiken-in-deutschland-von-1965-bis-2006-/" id="iframe" name="input" scrolling="no" width="510px" height="1047px" style="border: 0px;">
<p>Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter <a href="http://de.statista.org/statistik/daten/studie/1226/umfrage/anzahl-der-katholiken-in-deutschland-von-1965-bis-2006-/" rel="nofollow">Link zur Statistik &#8220;Anzahl der Katholiken in Deutschland von 1965 bis 2006 &#8220;</a></p>
<p></iframe><br />
<iframe src="http://de.statista.org/statistik/embedded/embType/StatSec/studie/1229/umfrage/anzahl-der-mitglieder-der-evangelischen-kirche-in-deutschland-von-2003-bis-2006/" id="iframe" name="input" scrolling="no" width="510px" height="445px" style="border: 0px;">
<p>Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter <a href="http://de.statista.org/statistik/daten/studie/1229/umfrage/anzahl-der-mitglieder-der-evangelischen-kirche-in-deutschland-von-2003-bis-2006/" rel="nofollow">Link zur Statistik &#8220;Anzahl der Mitglieder der evangelischen Kirche in Deutschland von 2003 bis 2006&#8243;</a></p>
<p></iframe><br />
Warum gibt es so hektische Bestrebungen in Berlin den schulischen Religionsunterricht wieder einzuf&#252;hren? Warum werden die Kinder nicht einfach in au&#223;erschulischen Religionsunterricht geschickt? Weil man f&#252;r die Vermittlung von Unlogischem und &#220;bernat&#252;rlichem die Autorit&#228;t der Schule braucht.<br />
&#220;berall dort, wo es keinen Religionsunterricht gibt, wird Religion auch nicht spontan angenommen. Anders &#252;brigens als Musik.<br />
Sie fragen also was wir diskutieren. Wir diskutieren nature vs. nurture. Die alte Frage: angeboren oder vermittelt. Und nat&#252;rlich wissen wir, so einfach ist es nicht. Es ist nat&#252;rlich beides. Doch wie? Hat der Mensch ganz generell die F&#228;higkeit zur Abstraktion und geht ihm dabei manchmal angesichts gewisser rationaler Grenzen die Phantasie durch, oder gibt es etwa tats&#228;chlich sowas wie Wunder, auch wenn Sie noch niemand je bewiesen hat?<br />
Wir diskutieren die N&#252;tzlichkeit und Richtigkeit des Glaubens, da auch die Menschen, die daran glauben keine verl&#228;ssliche Begr&#252;ndung daf&#252;r geben k&#246;nnen, als allein ihre ganz pers&#246;nliche &#220;berzeugung.<br />
Und wenn wir die N&#252;tzlichkeits- und Richtigkeitsfrage eines Tuns, n&#228;mlich des &#8220;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; stellen, kommen wir leider zu der Erkenntnis, dass die guten Seiten, die schlechten nicht aufwiegen, im Gegenteil. Das mag in Ihrer pers&#246;nlichen Wahrnehmung anders sein, aber f&#252;r dieses Problem gibt es ja gl&#252;cklicherweise die Aufkl&#228;rung. Der &#8220;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; f&#252;hrt zur psychischen und physischen Beeintr&#228;chtigung von Beteiligten UND Unbeteiligten. Deshalb ist das nicht nur ein etwas skurriles Hobby, an „&#252;bernat&#252;rliche Akteure“ zu glauben, sondern eine sehr gef&#228;hrliche Angelegenheit und sollte mit ausreichender Aufkl&#228;rung verbunden sein.<br />
Wer wissen m&#246;chte, was an diesem &#8220;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; eigentlich so schlecht ist, der schaue doch gelegentlich auf meinem Blog vorbei, oder hier: <a href="http://hpd.de/" rel="nofollow">http://hpd.de/</a> oder hier: <a href="http://brightsblog.wordpress.com" rel="nofollow">http://brightsblog.wordpress.com</a> , oder lese ein gutes Buch, wie Christopher Hitchens „Der Herr ist kein Hirte“ oder Richard Dawkins „Der Gotteswahn“.<br />
Sie fragen mich, ob ich daran interessiert bin, Religiosit&#228;t auch als Teil der menschlichen Evolutionsgeschichte zu verstehen, oder ob ich mich mit Polemik begn&#252;gen will. </p>
<p>Und ich kann Ihnen sagen, dass ich dies tue (also den ersten Teil des Satzes), doch w&#228;hle ich eben andere Beispiele als Sie. F&#252;r mich der &#8220;Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; kein vererbliches Merkmal auf das die Evolution hinwirkt, sondern ein Beiprodukt begrenzter, wenn auch in Teilen bemerkenswerter Rationalit&#228;t, wie der Blinddarm eben, f&#252;r sich genommen, nat&#252;rlich ein erstaunliches St&#252;ck Natur – f&#252;r uns g&#228;nzlich unn&#252;tz, wenn nicht gar sch&#228;dlich. </p>
<p>Sie werfen mir Polemik vor, weil ich die Kulturleistung Religion mit der Kulturleistung Rauchgiftsucht vergleiche. Was glauben Sie, wie ich mich f&#252;hle, wenn ich als, in Ihrer Definition Nichtreligi&#246;ser, h&#246;re, dass Religion eine so wichtige Kulturleistung wie Musik und Mathematik ist? Denken Sie nicht, dass ich mich dadurch als kulturloser oder -armer Mensch dargestellt sehe? Unterschiedliche Ansichten f&#252;hren zu Verletzungen. Die mu&#223; man manchmal einfach hinnehmen. Was meinen Sie, wie oft ich mir anh&#246;ren musste, was ich doch f&#252;r ein bedauernswertes Wesen bin, weil ich nicht an einen &#252;bernat&#252;rlichen Mann glaube. Man stumpft irgendwann ab. Das kann ich Ihnen auch empfehlen! Was allerdings nicht abstumpft ist die Angst vor religi&#246;s bedingtem Terror. Haben Sie den Karikaturenstreit noch in Erinnerung? Wissen Sie, dass der Kabarettist Bruno Jonas keine Witze &#252;ber den Islam macht? <a href="http://www.netzeitung.de/kultur/1117198.html" rel="nofollow">http://www.netzeitung.de/kultur/1117198.html</a> </p>
<p>Und ich habe, weil ich das Rauschgiftbeispiel gew&#228;hlt habe, nicht gemeint, dass Menschen, die an einen &#252;bernat&#252;rlichen Mann glauben, mehr Rauschgift konsumieren, genausowenig wie sie wohl meinten, dass es unter Menschen die &#8220;Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; zeigen, mehr Musiker oder Mathematiker zu finden sind. Obwohl, wahrscheinlich glauben Sie das wirklich?   </p>
<p>Und ja nat&#252;rlich ist &#8220;Glaube an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; auch mit Angst verbunden, so wie Rauchgiftgenuss auch. </p>
<p>Sie fragen mich, woher ich wei&#223;, dass die religi&#246;sen Lehren nur Illusion sind? Weil alle bisherige Evidenz v.a. auch der psychologischen Forschung daf&#252;r spricht. Wir k&#246;nnen nat&#252;rlich nicht „hinter die Dinge sehen“ aber wir k&#246;nnen so weit gucken wie wir k&#246;nnen, und wir sind – St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck – ziemlich weit gekommen und haben den R&#252;ckzugsgott in immer abstrusere Ecken getrieben. Ist Ihnen denn schon mal aufgefallen, dass dieser &#252;bernat&#252;rliche Mann immer dann aus der Mottenkiste geholt wird, wenn man keine gerade keine naturwissenschaftliche Erkl&#228;rung zur Hand hat? Wie w&#228;re es, an dieser Stelle einfach mal die Klappe zu halten und weiterzuforschen? </p>
<p>Was machen Sie, wenn die Naturwissenschaften auch den Ursprung des Lebens nahezu restlos aufgekl&#228;rt haben? Wird dann triumphierend die Frage gestellt, wie denn die Elemente, aus denen das Leben entstand entstanden sind? Und wenn man das erkl&#228;rt hat … usw.? </p>
<p>Kant hat &#252;brigens einen objektiven Gott verneint, einen subjektiven aber f&#252;r notwenig gehalten und w&#252;rde nicht soweit gehen, einen subjektiven Gott f&#252;r notwendig zu betrachten, da war Kant noch zu sehr Kind seiner Zeit. </p>
<p>Sie sprechen in Ihrer letzten Antwort davon, dass die Textexegesen der unterschiedlichen Gewaltaufforderungen in den „heiligen B&#252;chern“ der monotheistischen Religionen, v&#246;llig unerheblich sei, dass allein das Verhalten z&#228;hle. Dann verstehe ich nicht, was dann z.B. Ehrenamt mit Religiosit&#228;t zu tun haben soll? Und das hat es ja nat&#252;rlich auch nicht, sonst d&#252;rfte es so etwas wie Engagement in Vereinen, Gruppen und Organisationen in Ostdeutschland n&#228;mlich gar nicht geben. </p>
<p><img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-content/uploads/2008/08/clip_image002.gif' alt='clip_image002.gif' /></p>
<p><a href="http://www.stk.brandenburg.de/media/lbm1.a.1173.de/studie_ehrenamt.pdf" rel="nofollow">http://www.stk.brandenburg.de/media/lbm1.a.1173.de/studie_ehrenamt.pdf</a></p>
<p>Ich wei&#223;, Sie haben da wieder ganz andere Zahlen. Immer her damit!</p>
<p>Sie fragen, ob ich Daten dar&#252;ber habe, dass religi&#246;se Menschen in freiheitlichen Gesellschaften h&#228;ufiger Gewalt aus&#252;ben als nichtreligi&#246;se.<br />
Sie kennen ja sicher die Studie von Gregory Paul im „Journal of Religion and Society“. Wie schrieb es die TIMES:<br />
“RELIGIOUS belief can cause damage to a society, contributing towards high murder rates, abortion, sexual promiscuity and suicide, according to research published today. According to the study, belief in and worship of God are not only unnecessary for a healthy society but may actually contribute to social problems.  In general, higher rates of belief in and worship of a creator correlate with higher rates of homicide, juvenile and early adult mortality, STD infection rates, teen pregnancy and abortion in the prosperous democracies. The United States is almost always the most dysfunctional of the developing democracies, sometimes spectacularly so.”<br />
<a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article571206.ece" rel="nofollow">http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article571206.ece</a><br />
Man k&#246;nnte also kurz schlie&#223;en, Religiosit&#228;t korreliert positiv mit Kriminalit&#228;t und asozialem Verhalten.<br />
Was sie also wieder als meine „antiamerikanischen Klischees“ bezeichnen w&#252;rden, wenn ich z.B. von Fernsehpredigern schreibe, die Millionen Menschen ihre angeblichen Geistheilungskr&#228;fte vorgaukeln, sind offenbar Fakten. Schauen Sie doch auch mal hier:<br />
<a href="http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=301" rel="nofollow">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=301</a> </p>
<p>Sie scheinen es &#252;brigens immer noch nicht verstanden zu haben, dass die vereinfachenden Vorstellungen von Richtig und Falsch, sowohl in Kommunismus, wie Faschismus als auch Monotheismus zu den gr&#246;&#223;ten Verbrechen f&#252;hrten. Sie sind der Ansicht, dass die gewaltsamen und menschenverachtenden Folgen von Religion nicht in ihren Wurzeln liegen, Sie glauben, dass das bedauerliche Mi&#223;verst&#228;ndnisse religi&#246;ser &#220;berzeugungen sind.</p>
<p>Nein, lieber Herr Dr. Blume, das sind sie nicht. So wie Nationalsozialismus und Kommunismus im Kern menschenverachtende Begr&#252;ndungen haben, so haben dies auch die monotheistischen Religionen. </p>
<p>Und auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die gebetsm&#252;hlenartig behaupten, dass das Missverst&#228;ndnisse sind, so gibt es auch immer wieder Leute, die sich davon nicht abhalten lassen, zu morden, zu pl&#252;ndern, zu versklaven und zu verachten.    </p>
<p>Weil ich schrieb, &#8220;Gl&#228;ubige sind nicht verfolgt worden, weil sie Gl&#228;ubige waren, sondern weil sie die „Wir schaffen den neuen Menschen“-Spielchen nicht mitspielen wollten. Ein Ph&#228;nomen &#252;brigens, dass uns von dem &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; schon hinl&#228;nglch bekannt ist.&#8221;</p>
<p>Antworteten Sie:</p>
<p>„Sehe ich ganz genauso! Und daran k&#246;nnen Sie also wundervoll ersehen, dass totalit&#228;re Ideologien sowohl unter religi&#246;sen wie atheistischen Vorzeichen auftreten k&#246;nnen.“</p>
<p>Nein, nein. Nicht Vorzeichen: Kern! Der Religionen nat&#252;rlich. Der Kern des Atheismus ist die Gottlosigkeit. Das verf&#252;hrt wohl kaum zum T&#246;ten. </p>
<p>Jaja, Kommunisten sind Atheisten. Ich wei&#223; schon. Ihr Argument ist, dass Kommunisten Millionen Menschen umgebracht haben, nicht weil sie Kommunisten waren, sondern weil sie Atheisten waren, weil ihnen ihr Atheismus befohlen hat, andere zu t&#246;ten. Weil in ihren heiligen Schriften steht, dass Menschen, die &#8220;Glaubens an und Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; zeigen, umzubringen sind. </p>
<p>Sie sehen schon, da gibt es einige Unterschiede in unseren Gewichtungen. Auch darin, wie wir z.B. &#252;ber Richard Dawkins denken. </p>
<p>Da Sie das Thema Eugenik ansprechen: Euthanasie und Kirche, ein spannendes Kapitel, lesen Sie mal rein:</p>
<p><a href="http://www.theologe.de/euthanasie.htm" rel="nofollow">http://www.theologe.de/euthanasie.htm</a> </p>
<p>Zum Thema Skandinavien und Religion haben Sie mir einen Link empfohlen, der mir nicht viel sagt. Wollten Sie mir zeigen, dass auch Schweden nichts gegen Religionsfreiheit haben? </p>
<p>Was aber das generelle Nachlassen der Religiosit&#228;t in Europa betrifft, schauen Sie doch bitte hier:</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Religion_in_Europe" rel="nofollow">http://en.wikipedia.org/wiki/Religion_in_Europe</a> </p>
<p>Wie kann es sein, dass Religiosit&#228;t an der einen Stelle dramatisch nachl&#228;sst, aber an der anderen zunimmt, wenn sie doch vererbt wird. Dann m&#252;ssten sich doch alle Atheisten ganz einfach wegmendeln? Vor allem in Europa. Haben Sie mal ernsthaft in Betracht gezogen, dass es sich bei Religiosit&#228;t um ein REIN kulturelles Ph&#228;nomen handelt, dass nicht vererbt wird? Genauso wenig wie das Telefonieren oder Brezelbacken?</p>
<p><object width="325" height="244"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/-M-vnmejwXo&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/-M-vnmejwXo&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="325" height="244"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Michael Blume</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3127</link>
		<dc:creator>Michael Blume</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2008 13:04:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=303#comment-3127</guid>
		<description>Was diskutieren wir?
Lieber sapere aude,

ich bin mir immer noch nicht schl&#252;ssig, &#252;ber was Sie mit mir diskutieren wollen. Dass Sie Religion ablehnen, nehme ich gerne zur Kenntnis.

Religiosit&#228;t ist evolvierter Teil der menschlichen Natur wie Musikalit&#228;t oder mathematische F&#228;higkeiten, genau. Und selbstverst&#228;ndlich hatten alle (auch atheistischen) Bewegungen auch ihre Lieder und Hymnen, mit denen sie die eigene Gemeinschaft festigten und andere herabsetzten, ja zum Hass aufstachelten. Und die Mathematik (die &#252;brigens von Pythagoras &#252;ber die Kabbala bis Newton meist als auch religi&#246;se Disziplin betrieben wurde) diente den Menschen vom Bau stabiler Br&#252;cken bis zur Konstruktion von Atomwaffen. Es gibt kein menschliches Merkmal, dass nicht auch f&#252;r Zwecke von Hass und Gewalt gebraucht wurde.

Die Frage ist also einfach nur, ob Sie daran interessiert sind, Religiosit&#228;t auch als Teil der menschlichen Evolutionsgeschichte zu verstehen, oder ob Sie sich mit Polemik begn&#252;gen wollen. Diese Frage m&#252;ssen Sie sich selbst beantworten und ich bin immer wieder &#252;berrascht, wie viele vermeintlich rationale Menschen dann doch von Wissenschaft nichts mehr wissen wollen, sobald sie den eigenen Vorurteilen widerspricht.

&quot;Dann sind wir uns also einig, dass der Glaube an &#220;bernat&#252;rliches nicht mit Kultur zu verwechseln ist. Es mag ein Bestandteil der Weltkultur sein, aber nat&#252;rlich nur einer von vielen.&quot;

Exakt. Soweit wir wissen, sehr sp&#228;t entstanden (wahrscheinlich erst Altsteinzeit) und dann von enormen, reproduktiven Erfolg.

&quot;Ich w&#252;rde es deshalb vorziehen &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; mit der Kulturleistung des Rauschgiftgenusses zu vergleichen.&quot;

Lieber sapere aude, es ist sch&#246;n, dass Sie uns Ihre &#228;sthetischen Urteile (...w&#252;rde es deshalb vorziehen...) mitteilen - nur diskutieren wir dann eben nicht &#252;ber Wissenschaft. Religi&#246;s vergemeinschaftete Menschen bekennen sich im Durchschnitt h&#228;ufiger zu gesellschaftlich akzeptierten Regeln, heiraten h&#228;ufiger und stabiler und haben mehr Kinder. Bewu&#223;tseinsver&#228;ndernde Substanzen (Weihrauch, Wein, Peyote etc.) spielen in vielen Religionskulturen eine Rolle, werden jedoch meist rituell reglementiert, Alkohol und Drogenmissbrauch dar&#252;ber hinaus regelm&#228;&#223;ig abgelehnt. Wenn Sie anderslautende, empirische Daten zu Religion-Rauschgiftabh&#228;ngigkeit haben, sind wir daran sehr interessiert.

&quot;Denn was ist Religiosit&#228;t anderes. Die Freude &#252;ber eine Illusion.&quot;

Zun&#228;chst einmal hat Religiosit&#228;t nicht nur mit Freude zu tun, sondern oft auch mit Angst, apokalyptischen Naherwartungen, Aufrufen zur Bu&#223;e etc. Und woher wissen Sie, ob hinter allen religi&#246;sen Lehren eine Illusion ist oder nicht? Auch unsere Erkenntnisapparate (Gehirne) sind nur Produkte der Evolution, Erkenntnis - gerade in der Wissenschaft ! - ist immer nur vorl&#228;ufig. Wir k&#246;nnen nicht hinter die Dinge sehen. Da Sie sich in Ihrem Nickname auf Kant berufen (der die Existenz Gottes &#252;brigens angenommen hat), ist Ihnen das sicher gel&#228;ufig.

&quot;Die Tora, die Bibel und der Koran dagegen enthalten hunderte Aufforderungen zu und Rechtfertigungen von Gewalt, V&#246;lkermord, Fremdenhass, Sklaverei und Folter.&quot;

Auch hier interessiert wieder nicht Textexegese, sondern vergleichendes Verhalten - gerade auch weil es erstaunlich ist, wieviel unterschiedliche Interpretationen die Menschen aus ihren Heiligen Schriften beziehen. Und die allermeisten Glaubenden z.B. in Europa haben mit Gewalt etc. eben nichts am Hut, daf&#252;r spenden sie h&#228;ufiger, engagieren sich h&#228;ufiger ehrenamtlich und gr&#252;nden h&#228;ufiger Familien. Haben Sie empirische Daten dar&#252;ber, dass Religi&#246;se in freiheitlichen Gesellschaften grunds&#228;tzlich h&#228;ufiger Gewalt aus&#252;ben als Nichtreligi&#246;se? Mir sind keine bekannt.

&quot;Die Gewalt und der Irrsinn des &quot;Glaubens an und des Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; ist keine Ausnahme. Das sind Millionen von Menschen, die an den Lippen eines Fernsehpredigers h&#228;ngen, der angeblich mit dem Geist Jesus Christus’ heilen kann. Da sind Millionen Menschen, die einem bestimmten Pr&#228;sidentschaftskandidaten ihre Stimme geben, weil er gegen Abtreibung und Homosexualit&#228;t steht und Menschen als spirituelle und moralische F&#252;hrer bezeichnet, die zur r&#252;cksichtslosen Vernichtung eines anderen Glaubens aufrufen – Prediger einer Massenkirche mit Millionen (Gl&#228;ubigen).&quot;

Ich g&#246;nne Ihnen ja Ihre antiamerikanischen Klischees - auch wenn ich darauf hinweisen mag, dass dieses in Deutschland traditionell mies gemachte Land gerade unter religi&#246;sen Vorzeichen seit langem eine freiheitliche Demokratie geblieben ist, w&#228;hrend hier in Europa von roten und braunen Sozialisten Abermillionen ermordet wurden. Dass die USA demografisch, wirtschaftlich und milit&#228;risch eine m&#228;chtigere Nation geworden sind, als ihnen selbst wohl manchmal gut tut, d&#252;rfte in der Tat mit der erfolgreichen Kombination von Freiheit und Religiosit&#228;t zu tun haben. Die hohe Vitalit&#228;t der US-Gesellschaft einschlie&#223;lich der hohen Geburtenrate h&#228;ngt wesentlich mit der starken Religiosit&#228;t zusammen, die im freiheitlichen Wettbewerb ohne Staatsgeld erwuchs. Wenn Sie auch dazu ein paar Daten haben wollen?
http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-06-02/religionsdemografischer-fanpost

Wie gesagt: Ich will Sie ja gar nicht von Ihren antiamerikanischen Klischees abbringen - nur darauf hinweisen, dass wissenschaftlich orientierte Menschen doch erst einmal versuchen sollten, die Ph&#228;nomene zu verstehen, bevor sie sie bejubeln oder aburteilen.

&quot;Die friedliche Opposition war eine erstaunliche Graswurzelbewegung, deren christlicher Anteil von Christen gern deutlich &#252;bersch&#228;tzt wird. Und welche Rolle der Vatikan im Polen spielte ist eine Geschichte, die ihrer Aufarbeitung harrt.&quot;

In beiden F&#228;llen sammelten sich die &quot;Graswurzelbewegungen&quot; eben interessanterweise um die Kirchen. Und auch die m&#228;chtige KP Chinas zittert vor nichts so sehr wie vor Kirchen, Falun Gong und Dalai Lama. Ist doch ein interessantes Ph&#228;nomen, oder!? ;-)

&quot;Gl&#228;ubige sind nicht verfolgt worden, weil sie Gl&#228;ubige waren, sondern weil sie die „Wir schaffen den neuen Menschen“-Spielchen nicht mitspielen wollten. Ein Ph&#228;nomen &#252;brigens, dass uns von dem &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; schon hinl&#228;nglch bekannt ist.&quot;

Sehe ich ganz genauso! Und daran k&#246;nnen Sie also wundervoll ersehen, dass totalit&#228;re Ideologien sowohl unter religi&#246;sen wie atheistischen Vorzeichen auftreten k&#246;nnen.

Und wenn wir beide unsere Positionen, so ganz unter uns, vergleichen - so pl&#228;diere ich daf&#252;r, den Menschen so, wie er nun einmal evolvierte, zu akzeptieren, w&#228;hrend Sie von einem neuen, besseren, religionslosen Menschen tr&#228;umen.

&quot;Ihr behaupteter Reproduktionvorteil von &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; ist die schiere Quantit&#228;t. Was Sie nicht bedenken, ist die Qualtit&#228;t, dieser „Evolution“. Aber das soll zu einem anderen Zeitpunkt diskutiert werden.&quot;

Au weia. Zun&#228;chst einmal behaupte ich nicht nur, sondern liefere daf&#252;r auch empirische Belege. Und biologische Evolutionsprozesse verlaufen &#252;ber den relativen Reproduktionserfolg - das ist der darwinsche Fitnessindikator, nur daran ergibt sich, welche Gene in die kommenden Generationen weiter gegeben werden. Von eugenischen Fantasien, den Menschen zu z&#252;chten, halte ich nichts. Wohl nicht zuf&#228;llig hat ja zuletzt auch wieder Richard Dawkins in diese Richtung geschielt:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4047853/

&quot;Als in Beispiel f&#252;r eine freiheitliche Kultur die schon lange und zunehmend atheistisch gepr&#228;gt ist, m&#246;chte ich Ihnen die skandinavischen Regionen vorschlagen.&quot;

Sind Sie sicher? Dann haben Sie das noch nicht gelesen, oder? http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4189552/

Auch in den skandinavischen L&#228;ndern kehrt die Religiosit&#228;t l&#228;ngst zur&#252;ck, neben die schrumpelnden Staatskirchen und alternden, s&#228;kularen Milieus treten auch hier hoch verbindliche, bisweilen fundamentalistische Religionsgemeinschaften sowie die Religionen von Zuwanderern. Nein, stabil atheistisch sind auch die skandinavischen L&#228;nder beim besten Willen nicht!

&quot;Ihre „empirischen Daten“, die Sie sich aus irgendwelchen Massenerhebungen zusammenklauben und wild interpretieren, sind mir durchaus liebsam. Ich werde mich dazu auch noch &#228;u&#223;ern.&quot;

Da bin ich gespannt. Es sind ja nicht nur meine Daten. Die Zahl der religionsdemografischen Studien Dutzender verschiedener Forscher nimmt sprunghaft zu - mit dem immer gleichen Ergebnis. Ganz abgesehen von den Fallstudien: Oder haben Sie eine Erkl&#228;rung, die ohne Religion auskommt, f&#252;r den Kinderreichtum der Amisch, Mormonen, Hutterer, orthodoxen Juden im Vergleich zu ihrer jeweiligen Umgebung? Warum kennt die Geschichte keine einzige s&#228;kulare Gemeinschaft, die solchen Reproduktionserfolg auch nur zwei, drei Generationen hindurch vollbracht h&#228;tte?

&quot;Zusammenfassend k&#246;nnen wir konstatieren, dass &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; sich gl&#252;cklicherweise zunehmend selbst diskreditiert. Eigentlich m&#252;&#223;ten sich rationalistische Naturalisten nur zur&#252;cklehnen und abwarten – das Problem erledigt sich wahrscheinlich am Ende von selbst.&quot;

Auf das gelassene Abwarten k&#246;nnten wir uns m.E. wirklich einigen! Schlie&#223;lich will ich Sie von gar nichts &#252;berzeugen, sondern lieber wissenschaftlich arbeiten und diskutieren. Und ob es die Religi&#246;sen sind, die aussterben... nun, das wird sich ja zeigen, oder!? In den vergangenen Jahrzehntausenden waren sie offensichtlich sehr erfolgreich und die Daten sagen derzeit zumindest, dass sie h&#228;ufiger &quot;Seid fruchtbar und mehret euch&quot; befolgen... Warten wir es doch einfach ab! ;-)

&quot;In einem sind wir uns allerdings einig, in einer freiheitlichen Gesellschaft zu leben, in der wir durch keinerlei ideologische Zw&#228;nge, seien es j&#252;dische, christliche, muslimische, faschistische, kommunistische oder sonstwie diktatorische, gezwungen sind, unsere Meinung zu verheimlichen, ist ein wahres Gl&#252;ck.&quot;

Ja, da sind wir uns wirklich einig - das ist es! Und etwas anderes w&#252;nsche ich nicht. So begr&#252;&#223;e ich es sehr, dass die konservative Regierung in Griechenland in diesen Tagen gegen erbitterten Widerstand der Staatskirche endlich die M&#246;glichkeit geschaffen hat, dass sich Sch&#252;ler vom christlichen Religionsunterricht abmelden. Religionsfreiheit hei&#223;t sowohl, sie aus&#252;ben wie auch, sich ihr entziehen zu d&#252;rfen. Auch Ihr Recht, Atheist zu sein, achte ich also nicht nur, sondern verteidige es aus vollster &#220;berzeugung.

Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en

Michael Blume</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was diskutieren wir?<br />
Lieber sapere aude,</p>
<p>ich bin mir immer noch nicht schl&#252;ssig, &#252;ber was Sie mit mir diskutieren wollen. Dass Sie Religion ablehnen, nehme ich gerne zur Kenntnis.</p>
<p>Religiosit&#228;t ist evolvierter Teil der menschlichen Natur wie Musikalit&#228;t oder mathematische F&#228;higkeiten, genau. Und selbstverst&#228;ndlich hatten alle (auch atheistischen) Bewegungen auch ihre Lieder und Hymnen, mit denen sie die eigene Gemeinschaft festigten und andere herabsetzten, ja zum Hass aufstachelten. Und die Mathematik (die &#252;brigens von Pythagoras &#252;ber die Kabbala bis Newton meist als auch religi&#246;se Disziplin betrieben wurde) diente den Menschen vom Bau stabiler Br&#252;cken bis zur Konstruktion von Atomwaffen. Es gibt kein menschliches Merkmal, dass nicht auch f&#252;r Zwecke von Hass und Gewalt gebraucht wurde.</p>
<p>Die Frage ist also einfach nur, ob Sie daran interessiert sind, Religiosit&#228;t auch als Teil der menschlichen Evolutionsgeschichte zu verstehen, oder ob Sie sich mit Polemik begn&#252;gen wollen. Diese Frage m&#252;ssen Sie sich selbst beantworten und ich bin immer wieder &#252;berrascht, wie viele vermeintlich rationale Menschen dann doch von Wissenschaft nichts mehr wissen wollen, sobald sie den eigenen Vorurteilen widerspricht.</p>
<p>&#8220;Dann sind wir uns also einig, dass der Glaube an &#220;bernat&#252;rliches nicht mit Kultur zu verwechseln ist. Es mag ein Bestandteil der Weltkultur sein, aber nat&#252;rlich nur einer von vielen.&#8221;</p>
<p>Exakt. Soweit wir wissen, sehr sp&#228;t entstanden (wahrscheinlich erst Altsteinzeit) und dann von enormen, reproduktiven Erfolg.</p>
<p>&#8220;Ich w&#252;rde es deshalb vorziehen &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; mit der Kulturleistung des Rauschgiftgenusses zu vergleichen.&#8221;</p>
<p>Lieber sapere aude, es ist sch&#246;n, dass Sie uns Ihre &#228;sthetischen Urteile (&#8230;w&#252;rde es deshalb vorziehen&#8230;) mitteilen &#8211; nur diskutieren wir dann eben nicht &#252;ber Wissenschaft. Religi&#246;s vergemeinschaftete Menschen bekennen sich im Durchschnitt h&#228;ufiger zu gesellschaftlich akzeptierten Regeln, heiraten h&#228;ufiger und stabiler und haben mehr Kinder. Bewu&#223;tseinsver&#228;ndernde Substanzen (Weihrauch, Wein, Peyote etc.) spielen in vielen Religionskulturen eine Rolle, werden jedoch meist rituell reglementiert, Alkohol und Drogenmissbrauch dar&#252;ber hinaus regelm&#228;&#223;ig abgelehnt. Wenn Sie anderslautende, empirische Daten zu Religion-Rauschgiftabh&#228;ngigkeit haben, sind wir daran sehr interessiert.</p>
<p>&#8220;Denn was ist Religiosit&#228;t anderes. Die Freude &#252;ber eine Illusion.&#8221;</p>
<p>Zun&#228;chst einmal hat Religiosit&#228;t nicht nur mit Freude zu tun, sondern oft auch mit Angst, apokalyptischen Naherwartungen, Aufrufen zur Bu&#223;e etc. Und woher wissen Sie, ob hinter allen religi&#246;sen Lehren eine Illusion ist oder nicht? Auch unsere Erkenntnisapparate (Gehirne) sind nur Produkte der Evolution, Erkenntnis &#8211; gerade in der Wissenschaft ! &#8211; ist immer nur vorl&#228;ufig. Wir k&#246;nnen nicht hinter die Dinge sehen. Da Sie sich in Ihrem Nickname auf Kant berufen (der die Existenz Gottes &#252;brigens angenommen hat), ist Ihnen das sicher gel&#228;ufig.</p>
<p>&#8220;Die Tora, die Bibel und der Koran dagegen enthalten hunderte Aufforderungen zu und Rechtfertigungen von Gewalt, V&#246;lkermord, Fremdenhass, Sklaverei und Folter.&#8221;</p>
<p>Auch hier interessiert wieder nicht Textexegese, sondern vergleichendes Verhalten &#8211; gerade auch weil es erstaunlich ist, wieviel unterschiedliche Interpretationen die Menschen aus ihren Heiligen Schriften beziehen. Und die allermeisten Glaubenden z.B. in Europa haben mit Gewalt etc. eben nichts am Hut, daf&#252;r spenden sie h&#228;ufiger, engagieren sich h&#228;ufiger ehrenamtlich und gr&#252;nden h&#228;ufiger Familien. Haben Sie empirische Daten dar&#252;ber, dass Religi&#246;se in freiheitlichen Gesellschaften grunds&#228;tzlich h&#228;ufiger Gewalt aus&#252;ben als Nichtreligi&#246;se? Mir sind keine bekannt.</p>
<p>&#8220;Die Gewalt und der Irrsinn des &#8220;Glaubens an und des Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; ist keine Ausnahme. Das sind Millionen von Menschen, die an den Lippen eines Fernsehpredigers h&#228;ngen, der angeblich mit dem Geist Jesus Christus’ heilen kann. Da sind Millionen Menschen, die einem bestimmten Pr&#228;sidentschaftskandidaten ihre Stimme geben, weil er gegen Abtreibung und Homosexualit&#228;t steht und Menschen als spirituelle und moralische F&#252;hrer bezeichnet, die zur r&#252;cksichtslosen Vernichtung eines anderen Glaubens aufrufen – Prediger einer Massenkirche mit Millionen (Gl&#228;ubigen).&#8221;</p>
<p>Ich g&#246;nne Ihnen ja Ihre antiamerikanischen Klischees &#8211; auch wenn ich darauf hinweisen mag, dass dieses in Deutschland traditionell mies gemachte Land gerade unter religi&#246;sen Vorzeichen seit langem eine freiheitliche Demokratie geblieben ist, w&#228;hrend hier in Europa von roten und braunen Sozialisten Abermillionen ermordet wurden. Dass die USA demografisch, wirtschaftlich und milit&#228;risch eine m&#228;chtigere Nation geworden sind, als ihnen selbst wohl manchmal gut tut, d&#252;rfte in der Tat mit der erfolgreichen Kombination von Freiheit und Religiosit&#228;t zu tun haben. Die hohe Vitalit&#228;t der US-Gesellschaft einschlie&#223;lich der hohen Geburtenrate h&#228;ngt wesentlich mit der starken Religiosit&#228;t zusammen, die im freiheitlichen Wettbewerb ohne Staatsgeld erwuchs. Wenn Sie auch dazu ein paar Daten haben wollen?<br />
<a href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-06-02/religionsdemografischer-fanpost" rel="nofollow">http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-06-02/religionsdemografischer-fanpost</a></p>
<p>Wie gesagt: Ich will Sie ja gar nicht von Ihren antiamerikanischen Klischees abbringen &#8211; nur darauf hinweisen, dass wissenschaftlich orientierte Menschen doch erst einmal versuchen sollten, die Ph&#228;nomene zu verstehen, bevor sie sie bejubeln oder aburteilen.</p>
<p>&#8220;Die friedliche Opposition war eine erstaunliche Graswurzelbewegung, deren christlicher Anteil von Christen gern deutlich &#252;bersch&#228;tzt wird. Und welche Rolle der Vatikan im Polen spielte ist eine Geschichte, die ihrer Aufarbeitung harrt.&#8221;</p>
<p>In beiden F&#228;llen sammelten sich die &#8220;Graswurzelbewegungen&#8221; eben interessanterweise um die Kirchen. Und auch die m&#228;chtige KP Chinas zittert vor nichts so sehr wie vor Kirchen, Falun Gong und Dalai Lama. Ist doch ein interessantes Ph&#228;nomen, oder!? <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8220;Gl&#228;ubige sind nicht verfolgt worden, weil sie Gl&#228;ubige waren, sondern weil sie die „Wir schaffen den neuen Menschen“-Spielchen nicht mitspielen wollten. Ein Ph&#228;nomen &#252;brigens, dass uns von dem &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; schon hinl&#228;nglch bekannt ist.&#8221;</p>
<p>Sehe ich ganz genauso! Und daran k&#246;nnen Sie also wundervoll ersehen, dass totalit&#228;re Ideologien sowohl unter religi&#246;sen wie atheistischen Vorzeichen auftreten k&#246;nnen.</p>
<p>Und wenn wir beide unsere Positionen, so ganz unter uns, vergleichen &#8211; so pl&#228;diere ich daf&#252;r, den Menschen so, wie er nun einmal evolvierte, zu akzeptieren, w&#228;hrend Sie von einem neuen, besseren, religionslosen Menschen tr&#228;umen.</p>
<p>&#8220;Ihr behaupteter Reproduktionvorteil von &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; ist die schiere Quantit&#228;t. Was Sie nicht bedenken, ist die Qualtit&#228;t, dieser „Evolution“. Aber das soll zu einem anderen Zeitpunkt diskutiert werden.&#8221;</p>
<p>Au weia. Zun&#228;chst einmal behaupte ich nicht nur, sondern liefere daf&#252;r auch empirische Belege. Und biologische Evolutionsprozesse verlaufen &#252;ber den relativen Reproduktionserfolg &#8211; das ist der darwinsche Fitnessindikator, nur daran ergibt sich, welche Gene in die kommenden Generationen weiter gegeben werden. Von eugenischen Fantasien, den Menschen zu z&#252;chten, halte ich nichts. Wohl nicht zuf&#228;llig hat ja zuletzt auch wieder Richard Dawkins in diese Richtung geschielt:<br />
<a href="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4047853/" rel="nofollow">http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4047853/</a></p>
<p>&#8220;Als in Beispiel f&#252;r eine freiheitliche Kultur die schon lange und zunehmend atheistisch gepr&#228;gt ist, m&#246;chte ich Ihnen die skandinavischen Regionen vorschlagen.&#8221;</p>
<p>Sind Sie sicher? Dann haben Sie das noch nicht gelesen, oder? <a href="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4189552/" rel="nofollow">http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4189552/</a></p>
<p>Auch in den skandinavischen L&#228;ndern kehrt die Religiosit&#228;t l&#228;ngst zur&#252;ck, neben die schrumpelnden Staatskirchen und alternden, s&#228;kularen Milieus treten auch hier hoch verbindliche, bisweilen fundamentalistische Religionsgemeinschaften sowie die Religionen von Zuwanderern. Nein, stabil atheistisch sind auch die skandinavischen L&#228;nder beim besten Willen nicht!</p>
<p>&#8220;Ihre „empirischen Daten“, die Sie sich aus irgendwelchen Massenerhebungen zusammenklauben und wild interpretieren, sind mir durchaus liebsam. Ich werde mich dazu auch noch &#228;u&#223;ern.&#8221;</p>
<p>Da bin ich gespannt. Es sind ja nicht nur meine Daten. Die Zahl der religionsdemografischen Studien Dutzender verschiedener Forscher nimmt sprunghaft zu &#8211; mit dem immer gleichen Ergebnis. Ganz abgesehen von den Fallstudien: Oder haben Sie eine Erkl&#228;rung, die ohne Religion auskommt, f&#252;r den Kinderreichtum der Amisch, Mormonen, Hutterer, orthodoxen Juden im Vergleich zu ihrer jeweiligen Umgebung? Warum kennt die Geschichte keine einzige s&#228;kulare Gemeinschaft, die solchen Reproduktionserfolg auch nur zwei, drei Generationen hindurch vollbracht h&#228;tte?</p>
<p>&#8220;Zusammenfassend k&#246;nnen wir konstatieren, dass &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; sich gl&#252;cklicherweise zunehmend selbst diskreditiert. Eigentlich m&#252;&#223;ten sich rationalistische Naturalisten nur zur&#252;cklehnen und abwarten – das Problem erledigt sich wahrscheinlich am Ende von selbst.&#8221;</p>
<p>Auf das gelassene Abwarten k&#246;nnten wir uns m.E. wirklich einigen! Schlie&#223;lich will ich Sie von gar nichts &#252;berzeugen, sondern lieber wissenschaftlich arbeiten und diskutieren. Und ob es die Religi&#246;sen sind, die aussterben&#8230; nun, das wird sich ja zeigen, oder!? In den vergangenen Jahrzehntausenden waren sie offensichtlich sehr erfolgreich und die Daten sagen derzeit zumindest, dass sie h&#228;ufiger &#8220;Seid fruchtbar und mehret euch&#8221; befolgen&#8230; Warten wir es doch einfach ab! <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8220;In einem sind wir uns allerdings einig, in einer freiheitlichen Gesellschaft zu leben, in der wir durch keinerlei ideologische Zw&#228;nge, seien es j&#252;dische, christliche, muslimische, faschistische, kommunistische oder sonstwie diktatorische, gezwungen sind, unsere Meinung zu verheimlichen, ist ein wahres Gl&#252;ck.&#8221;</p>
<p>Ja, da sind wir uns wirklich einig &#8211; das ist es! Und etwas anderes w&#252;nsche ich nicht. So begr&#252;&#223;e ich es sehr, dass die konservative Regierung in Griechenland in diesen Tagen gegen erbitterten Widerstand der Staatskirche endlich die M&#246;glichkeit geschaffen hat, dass sich Sch&#252;ler vom christlichen Religionsunterricht abmelden. Religionsfreiheit hei&#223;t sowohl, sie aus&#252;ben wie auch, sich ihr entziehen zu d&#252;rfen. Auch Ihr Recht, Atheist zu sein, achte ich also nicht nur, sondern verteidige es aus vollster &#220;berzeugung.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Michael Blume</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: sapere</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3126</link>
		<dc:creator>sapere</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2008 13:03:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=303#comment-3126</guid>
		<description>Lieber Herr Dr. Blume
Sie schreiben:

“also, zun&#228;chst einmal: Religion und Kultur halte ich nicht f&#252;r identisch.“

Dann sind wir uns also einig, dass der Glaube an &#220;bernat&#252;rliches nicht mit Kultur zu verwechseln ist. Es mag ein Bestandteil der Weltkultur sein, aber nat&#252;rlich nur einer von vielen.

Sie vergleichen &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; in Ihren Antworten h&#228;ufig mit bedeutenden Kulturleistungen wie Musik oder Mathematik. Ich finde, Sie tun diesen beiden Disziplinen erhebliches Unrecht. Noch kein Mensch hat sich mit den Worten „Es lebe Johann Sebastian Bach oder Pythagoras“ selbst geopfert und andere mit in den Tod gerissen (&#252;brigens genausowenig Menschen, wie mit den Worten „ Es lebe Ludwig Feuerbach“ in den M&#228;rtyrertod gegangen sind). Ich w&#252;rde es deshalb vorziehen &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; mit der Kulturleistung des Rauschgiftgenusses zu vergleichen. Denn was ist Religiosit&#228;t anderes. Die Freude &#252;ber eine Illusion. Manchmal gef&#228;hrlich, sogar lebensgef&#228;hrlich f&#252;r manche Menschen (was man von Musik oder Mathematik nicht behaupten kann) aber f&#252;r die meisten Menschen ein Genu&#223;mittel.

Sie werden einwenden, auch Mathamatik kann nat&#252;rlich auch gef&#228;hrlich werden. Aber bitte, beachten Sie, bevor Sie dieses Argument einbringen, doch die Ebenen. In keinem mathematischen Satz steht irgendetwas von Gewalt gegen Personen, in keinem einzigen Ton ist Gewalt zu finden (auch wenn so manche Lieder vor Gewalt strotzen – aber das ist ja schon Sprache). Die Tora, die Bibel und der Koran dagegen enthalten hunderte Aufforderungen zu und Rechtfertigungen von Gewalt, V&#246;lkermord, Fremdenhass, Sklaverei und Folter.

Hat man schon erlebt, dass Anh&#228;nger einer bestimmten mathematischen Schule mit Gewalt aufeinander losgegangen sind? Die Anh&#228;nger einer bestimmten Musik?

Sie wollen nicht &#252;ber Gewalt diskutieren? Und ich sage Ihnen auch warum. Weil Gewalt zum Glauben an &#252;bernat&#252;rliche Akteure geh&#246;rt. Vor allem wenn sie sich selbst als einzigartig bezeichnen.

Die Gewalt und der Irrsinn des &quot;Glaubens an und des Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; ist keine Ausnahme. Das sind Millionen von Menschen, die an den Lippen eines Fernsehpredigers h&#228;ngen, der angeblich mit dem Geist Jesus Christus’ heilen kann. Da sind Millionen Menschen, die einem bestimmten Pr&#228;sidentschaftskandidaten ihre Stimme geben, weil er gegen Abtreibung und Homosexualit&#228;t steht und Menschen als spirituelle und moralische F&#252;hrer bezeichnet, die zur r&#252;cksichtslosen Vernichtung eines anderen Glaubens aufrufen – Prediger einer Massenkirche mit Millionen (Gl&#228;ubigen).

„Dass das Ende der Diktatur sowohl in Polen wie in der DDR ma&#223;geblich auch aus den Resten der Kirchenbewegungen heraus erreicht wurde, geh&#246;rt m.E. &#252;brigens zu den Beispielen freiheitlichen Wirkens von Religionen.“

Sie schreiben „auch“. Das ist sehr fein beobachtet. Die hundertausende von Menschen, die auf Leipzigs Stra&#223;en f&#252;r ihre Freiheit demonstrierten waren mehrheitlich keine Christen, sondern Atheisten. Die friedliche Opposition war eine erstaunliche Graswurzelbewegung, deren christlicher Anteil von Christen gern deutlich &#252;bersch&#228;tzt wird. Und welche Rolle der Vatikan im Polen spielte ist eine Geschichte, die ihrer Aufarbeitung harrt. .

Da Sie hier marginal erfreuliche Folgen von Religionen ansprechen, nehme ich mir das Recht heraus, auch die unerfreulichen zu erw&#228;hnen. Und an diesen Beispielen sehen Sie, weswegen kommunistische Regime Kirchen bek&#228;mpft haben: Weil sie in anders dogmatischen Gesellschaftsformen eine Parallelgesellschaft schaffen, die einer Diktatur nicht wirklich recht sein kann, es sei denn, diese Paralellgesellschaft ordnet sich unter, wie das im Dritten Reich geschah. Aber da der Kommunismus schon immer zu den Erzfeinden des papistischen Feudalismus geh&#246;rte, war er den Kommunisten ein Dorn im Auge. Gl&#228;ubige sind nicht verfolgt worden, weil sie Gl&#228;ubige waren, sondern weil sie die „Wir schaffen den neuen Menschen“-Spielchen nicht mitspielen wollten. Ein Ph&#228;nomen &#252;brigens, dass uns von dem &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; schon hinl&#228;nglch bekannt ist.

Wenn Sie also glauben, mit &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; k&#246;nnten Sie Kommunismus oder Faschismus bek&#228;mpfen, glauben Sie, dass Sie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben k&#246;nnen.

Ihr behaupteter Reproduktionvorteil von &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; ist die schiere Quantit&#228;t. Was Sie nicht bedenken, ist die Qualtit&#228;t, dieser „Evolution“. Aber das soll zu einem anderen Zeitpunkt diskutiert werden.

Als in Beispiel f&#252;r eine freiheitliche Kultur die schon lange und zunehmend atheistisch gepr&#228;gt ist, m&#246;chte ich Ihnen die skandinavischen Regionen vorschlagen.

Ihre „empirischen Daten“, die Sie sich aus irgendwelchen Massenerhebungen zusammenklauben und wild interpretieren, sind mir durchaus liebsam. Ich werde mich dazu auch noch &#228;u&#223;ern.

Zusammenfassend k&#246;nnen wir konstatieren, dass &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; sich gl&#252;cklicherweise zunehmend selbst diskreditiert. Eigentlich m&#252;&#223;ten sich rationalistische Naturalisten nur zur&#252;cklehnen und abwarten – das Problem erledigt sich wahrscheinlich am Ende von selbst. Ich f&#252;rchte nur, ich werde es wohl trotzdem nicht mehr erleben.

In einem sind wir uns allerdings einig, in einer freiheitlichen Gesellschaft zu leben, in der wir durch keinerlei ideologische Zw&#228;nge, seien es j&#252;dische, christliche, muslimische, faschistische, kommunistische oder sonstwie diktatorische, gezwungen sind, unsere Meinung zu verheimlichen, ist ein wahres Gl&#252;ck</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Dr. Blume<br />
Sie schreiben:</p>
<p>“also, zun&#228;chst einmal: Religion und Kultur halte ich nicht f&#252;r identisch.“</p>
<p>Dann sind wir uns also einig, dass der Glaube an &#220;bernat&#252;rliches nicht mit Kultur zu verwechseln ist. Es mag ein Bestandteil der Weltkultur sein, aber nat&#252;rlich nur einer von vielen.</p>
<p>Sie vergleichen &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; in Ihren Antworten h&#228;ufig mit bedeutenden Kulturleistungen wie Musik oder Mathematik. Ich finde, Sie tun diesen beiden Disziplinen erhebliches Unrecht. Noch kein Mensch hat sich mit den Worten „Es lebe Johann Sebastian Bach oder Pythagoras“ selbst geopfert und andere mit in den Tod gerissen (&#252;brigens genausowenig Menschen, wie mit den Worten „ Es lebe Ludwig Feuerbach“ in den M&#228;rtyrertod gegangen sind). Ich w&#252;rde es deshalb vorziehen &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; mit der Kulturleistung des Rauschgiftgenusses zu vergleichen. Denn was ist Religiosit&#228;t anderes. Die Freude &#252;ber eine Illusion. Manchmal gef&#228;hrlich, sogar lebensgef&#228;hrlich f&#252;r manche Menschen (was man von Musik oder Mathematik nicht behaupten kann) aber f&#252;r die meisten Menschen ein Genu&#223;mittel.</p>
<p>Sie werden einwenden, auch Mathamatik kann nat&#252;rlich auch gef&#228;hrlich werden. Aber bitte, beachten Sie, bevor Sie dieses Argument einbringen, doch die Ebenen. In keinem mathematischen Satz steht irgendetwas von Gewalt gegen Personen, in keinem einzigen Ton ist Gewalt zu finden (auch wenn so manche Lieder vor Gewalt strotzen – aber das ist ja schon Sprache). Die Tora, die Bibel und der Koran dagegen enthalten hunderte Aufforderungen zu und Rechtfertigungen von Gewalt, V&#246;lkermord, Fremdenhass, Sklaverei und Folter.</p>
<p>Hat man schon erlebt, dass Anh&#228;nger einer bestimmten mathematischen Schule mit Gewalt aufeinander losgegangen sind? Die Anh&#228;nger einer bestimmten Musik?</p>
<p>Sie wollen nicht &#252;ber Gewalt diskutieren? Und ich sage Ihnen auch warum. Weil Gewalt zum Glauben an &#252;bernat&#252;rliche Akteure geh&#246;rt. Vor allem wenn sie sich selbst als einzigartig bezeichnen.</p>
<p>Die Gewalt und der Irrsinn des &#8220;Glaubens an und des Verhaltens zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; ist keine Ausnahme. Das sind Millionen von Menschen, die an den Lippen eines Fernsehpredigers h&#228;ngen, der angeblich mit dem Geist Jesus Christus’ heilen kann. Da sind Millionen Menschen, die einem bestimmten Pr&#228;sidentschaftskandidaten ihre Stimme geben, weil er gegen Abtreibung und Homosexualit&#228;t steht und Menschen als spirituelle und moralische F&#252;hrer bezeichnet, die zur r&#252;cksichtslosen Vernichtung eines anderen Glaubens aufrufen – Prediger einer Massenkirche mit Millionen (Gl&#228;ubigen).</p>
<p>„Dass das Ende der Diktatur sowohl in Polen wie in der DDR ma&#223;geblich auch aus den Resten der Kirchenbewegungen heraus erreicht wurde, geh&#246;rt m.E. &#252;brigens zu den Beispielen freiheitlichen Wirkens von Religionen.“</p>
<p>Sie schreiben „auch“. Das ist sehr fein beobachtet. Die hundertausende von Menschen, die auf Leipzigs Stra&#223;en f&#252;r ihre Freiheit demonstrierten waren mehrheitlich keine Christen, sondern Atheisten. Die friedliche Opposition war eine erstaunliche Graswurzelbewegung, deren christlicher Anteil von Christen gern deutlich &#252;bersch&#228;tzt wird. Und welche Rolle der Vatikan im Polen spielte ist eine Geschichte, die ihrer Aufarbeitung harrt. .</p>
<p>Da Sie hier marginal erfreuliche Folgen von Religionen ansprechen, nehme ich mir das Recht heraus, auch die unerfreulichen zu erw&#228;hnen. Und an diesen Beispielen sehen Sie, weswegen kommunistische Regime Kirchen bek&#228;mpft haben: Weil sie in anders dogmatischen Gesellschaftsformen eine Parallelgesellschaft schaffen, die einer Diktatur nicht wirklich recht sein kann, es sei denn, diese Paralellgesellschaft ordnet sich unter, wie das im Dritten Reich geschah. Aber da der Kommunismus schon immer zu den Erzfeinden des papistischen Feudalismus geh&#246;rte, war er den Kommunisten ein Dorn im Auge. Gl&#228;ubige sind nicht verfolgt worden, weil sie Gl&#228;ubige waren, sondern weil sie die „Wir schaffen den neuen Menschen“-Spielchen nicht mitspielen wollten. Ein Ph&#228;nomen &#252;brigens, dass uns von dem &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; schon hinl&#228;nglch bekannt ist.</p>
<p>Wenn Sie also glauben, mit &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; k&#246;nnten Sie Kommunismus oder Faschismus bek&#228;mpfen, glauben Sie, dass Sie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben k&#246;nnen.</p>
<p>Ihr behaupteter Reproduktionvorteil von &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; ist die schiere Quantit&#228;t. Was Sie nicht bedenken, ist die Qualtit&#228;t, dieser „Evolution“. Aber das soll zu einem anderen Zeitpunkt diskutiert werden.</p>
<p>Als in Beispiel f&#252;r eine freiheitliche Kultur die schon lange und zunehmend atheistisch gepr&#228;gt ist, m&#246;chte ich Ihnen die skandinavischen Regionen vorschlagen.</p>
<p>Ihre „empirischen Daten“, die Sie sich aus irgendwelchen Massenerhebungen zusammenklauben und wild interpretieren, sind mir durchaus liebsam. Ich werde mich dazu auch noch &#228;u&#223;ern.</p>
<p>Zusammenfassend k&#246;nnen wir konstatieren, dass &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; sich gl&#252;cklicherweise zunehmend selbst diskreditiert. Eigentlich m&#252;&#223;ten sich rationalistische Naturalisten nur zur&#252;cklehnen und abwarten – das Problem erledigt sich wahrscheinlich am Ende von selbst. Ich f&#252;rchte nur, ich werde es wohl trotzdem nicht mehr erleben.</p>
<p>In einem sind wir uns allerdings einig, in einer freiheitlichen Gesellschaft zu leben, in der wir durch keinerlei ideologische Zw&#228;nge, seien es j&#252;dische, christliche, muslimische, faschistische, kommunistische oder sonstwie diktatorische, gezwungen sind, unsere Meinung zu verheimlichen, ist ein wahres Gl&#252;ck</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Freddy</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3036</link>
		<dc:creator>Freddy</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 23:59:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=303#comment-3036</guid>
		<description>Ich habe alles mit sehr gro&#223;em Interesse gelesen, gespeichert, und werde es bei Zeiten auch vern&#252;nftig verarbeiten.

Nur soviel von meiner Seite: Wie auch immer man es betrachtet, entweder man glaubt oder eben nicht. Eine Religion, die Ungl&#228;ubigen die H&#246;lle prophezeit, bei&#223;t sich allerdings in den eigenen Schwanz, weil sie sich Allgemeing&#252;ltigkeit auf den Weg gibt. Netterweise ist das Christentum derart tolerant geworden, dass [...warum weiterschreiben wenn das Weitere eindeutig ist...]
Zur&#252;ck: Es ist nicht nur der Glaube an Gott, sondern der Glaube an (uU) die Bibel, die Kirche, die Prediger, die Gl&#228;ubigen, [...].
Wissenschaftliches, empririsches Arbeiten ist also AUSSCHLIESSLICH bez&#252;glich der gesellschaftlichen (politischen, kulturellen) Konsequenzen m&#246;glich. Das habt ihr aber beide mehr oder weniger gut hinbekommen, mit einem inhaltlich weitaus fundierterem Wissen als ich es bis jetzt aufbringen k&#246;nnte. Mehr oder weniger, schlie&#223;lich werden hier gelegentlich Urteile gef&#228;llt, die ebenso Allgemeing&#252;ltigkeit beanspruchen.

Nunja, eigentlich will ich nur &quot;danke&quot; sagen. 

Mit besten Gr&#252;&#223;en, 
ein agnostischer Student der Soziologie.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe alles mit sehr gro&#223;em Interesse gelesen, gespeichert, und werde es bei Zeiten auch vern&#252;nftig verarbeiten.</p>
<p>Nur soviel von meiner Seite: Wie auch immer man es betrachtet, entweder man glaubt oder eben nicht. Eine Religion, die Ungl&#228;ubigen die H&#246;lle prophezeit, bei&#223;t sich allerdings in den eigenen Schwanz, weil sie sich Allgemeing&#252;ltigkeit auf den Weg gibt. Netterweise ist das Christentum derart tolerant geworden, dass [...warum weiterschreiben wenn das Weitere eindeutig ist...]<br />
Zur&#252;ck: Es ist nicht nur der Glaube an Gott, sondern der Glaube an (uU) die Bibel, die Kirche, die Prediger, die Gl&#228;ubigen, [...].<br />
Wissenschaftliches, empririsches Arbeiten ist also AUSSCHLIESSLICH bez&#252;glich der gesellschaftlichen (politischen, kulturellen) Konsequenzen m&#246;glich. Das habt ihr aber beide mehr oder weniger gut hinbekommen, mit einem inhaltlich weitaus fundierterem Wissen als ich es bis jetzt aufbringen k&#246;nnte. Mehr oder weniger, schlie&#223;lich werden hier gelegentlich Urteile gef&#228;llt, die ebenso Allgemeing&#252;ltigkeit beanspruchen.</p>
<p>Nunja, eigentlich will ich nur &#8220;danke&#8221; sagen. </p>
<p>Mit besten Gr&#252;&#223;en,<br />
ein agnostischer Student der Soziologie.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Michael Blume</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3030</link>
		<dc:creator>Michael Blume</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 08:50:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=303#comment-3030</guid>
		<description>Lieber sapere aude,

also, zun&#228;chst einmal: Religion und Kultur halte ich nicht f&#252;r identisch - auch Primaten und Fr&#252;hmenschen zeigen z.B. kulturelles Verhalten (z.B. Werkzeuggebrauch, der nat&#252;rlich ebenfalls tradiert wird), aber eben (noch) kein religi&#246;ses. Die Bestattungen gelten als erste, fassbare Bez&#252;ge, weil sie darauf hindeuten, dass den Toten eine &#252;bernat&#252;rliche Existenz zugestanden wird, die rituell zu begleiten ist (auch z.B. mit Beigaben u.&#228;.). Ahnen und Geister spielen auch heute noch in den Glaubenssystemen von Wildbeutern und fr&#252;hen Agrarv&#246;lkern bestimmende Rollen.

Und, nein, zur Erkl&#228;rung des Evolutionsvorteils von Religiosit&#228;t setze ich eben kein &#252;bernat&#252;rliches Eingreifen voraus, sondern beschreibe es naturalistisch: als biokulturelles Verhaltensmerkmal wie Musik, Mathematik etc. auch. Auch zu dieser sind wir nur aufgrund unserer genetischen und dann neurobiologischen Veranlagung bef&#228;higt, erlernen sie aber in konkreten Traditionen (oder sehen Sie das ernsthaft anders???). Und nat&#252;rlich verkn&#252;pfen sich alle Kulturmerkmale untereinander, wir haben z.B. religi&#246;se und politische Musik, obwohl wir Religion, Politik und Musik nat&#252;rlich unterscheiden.

Aus nichtreligi&#246;sen Familien aus den neuen Bundesl&#228;ndern stammen wir &#252;brigens beide und schon deshalb kann ich Ihrer Annahme, ich w&#252;rde Ostdeutsche oder Nichtreligi&#246;se als &quot;kulturelle Kretins&quot; betrachten, nur entschieden widersprechen. Erstens werden auch in atheistischen Familien vielf&#228;ltige Traditionen weitergegeben - angefangen von der Sprache &#252;ber soziale Verhaltensnormen, Musik, politische Einstellungen etc. Nur hat eben das DDR-Regime bestimmte, u.a. religi&#246;se Traditionsstr&#246;me gezielt gekappt und damit gewachsene Kultur(en) zerst&#246;rt - und diese lassen sich nicht auf Knopfdruck wieder herstellen. (Dass das Ende der Diktatur sowohl in Polen wie in der DDR ma&#223;geblich auch aus den Resten der Kirchenbewegungen heraus erreicht wurde, geh&#246;rt m.E. &#252;brigens zu den Beispielen freiheitlichen Wirkens von Religionen.)

Da sowohl der reproduktive Vorteil von Religiosit&#228;t auch in Ostdeutschland zu beobachten ist und wir eine Bl&#252;te auch von konfessionellen Bildungseinrichtungen u.&#228;. haben, ist m.E. davon auszugehen, dass auch in Ostdeutschland und Osteuropa mittel- und l&#228;ngerfristig ein Wiedererwachen von Religiosit&#228;t und Religionskulturen geben d&#252;rfte. Mir ist noch keine Menschengesellschaft bekannt, die unter freiheitlichen Bedingungen dauerhaft atheistisch gepr&#228;gt geblieben w&#228;re.

Und zu Angeborenheit religi&#246;ser Glaubenspr&#228;ferenzen: V&#246;llig entsprechend zur Musikalit&#228;t kommt es nat&#252;rlich immer auch auf die soziokulturelle Auspr&#228;gung an, klar. Aber wir haben ja nicht nur die Genstudien zur Religiosit&#228;t, sondern auch Geschlechterunterschiede in Glaubenspr&#228;ferenzen etwa bez&#252;glich der Gottheit, Wundern oder auch Au&#223;erirdischen, die genau zum evolutionsbiologischen Modell passen, siehe hier:
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-04-04/gretchenfrage-sind-religi-se-frauen-dumm

Die empirischen Daten m&#252;ssen Ihnen ja nicht gefallen, aber wenn Sie hier wissenschaftlich argumentieren wollen, hilft ein Ausblenden unliebsamer Befunde nicht wirklich weiter.

Wenn Sie, was ich doch hoffe, wie ich davon ausgehen, dass das gesamte menschliche Gehirn einschlie&#223;lich aller Erfahrungs- und Verhaltensf&#228;higkeiten und -pr&#228;ferenzen durch Evolution gepr&#228;gt wurde, ergibt sich nicht, wie irgendeine Form der Tradition (Sprache, Musik, oder eben Religion) ohne biologische Basis bestehen k&#246;nnte. Und Religiosit&#228;t ist ja in den letzten paar tausend Generationen nicht nur bestanden, sondern erbl&#252;ht. Und tut es, siehe den reproduktiven Vergleich, schlicht weiterhin.

Meine &quot;Mission&quot; hier ist die (evolution&#228;re) Religionswissenschaft und ich habe tats&#228;chlich nicht vor, diese einzustellen. Und ich bin froh und dankbar, in einer Gesellschaft zu leben, in der mir das niemand mehr aus ideologischen Gr&#252;nden untersagen kann. Ich gehe doch fest davon aus, Sie auch.

Mit herzlichen Gr&#252;&#223;en

Michael Blume</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber sapere aude,</p>
<p>also, zun&#228;chst einmal: Religion und Kultur halte ich nicht f&#252;r identisch &#8211; auch Primaten und Fr&#252;hmenschen zeigen z.B. kulturelles Verhalten (z.B. Werkzeuggebrauch, der nat&#252;rlich ebenfalls tradiert wird), aber eben (noch) kein religi&#246;ses. Die Bestattungen gelten als erste, fassbare Bez&#252;ge, weil sie darauf hindeuten, dass den Toten eine &#252;bernat&#252;rliche Existenz zugestanden wird, die rituell zu begleiten ist (auch z.B. mit Beigaben u.&#228;.). Ahnen und Geister spielen auch heute noch in den Glaubenssystemen von Wildbeutern und fr&#252;hen Agrarv&#246;lkern bestimmende Rollen.</p>
<p>Und, nein, zur Erkl&#228;rung des Evolutionsvorteils von Religiosit&#228;t setze ich eben kein &#252;bernat&#252;rliches Eingreifen voraus, sondern beschreibe es naturalistisch: als biokulturelles Verhaltensmerkmal wie Musik, Mathematik etc. auch. Auch zu dieser sind wir nur aufgrund unserer genetischen und dann neurobiologischen Veranlagung bef&#228;higt, erlernen sie aber in konkreten Traditionen (oder sehen Sie das ernsthaft anders???). Und nat&#252;rlich verkn&#252;pfen sich alle Kulturmerkmale untereinander, wir haben z.B. religi&#246;se und politische Musik, obwohl wir Religion, Politik und Musik nat&#252;rlich unterscheiden.</p>
<p>Aus nichtreligi&#246;sen Familien aus den neuen Bundesl&#228;ndern stammen wir &#252;brigens beide und schon deshalb kann ich Ihrer Annahme, ich w&#252;rde Ostdeutsche oder Nichtreligi&#246;se als &#8220;kulturelle Kretins&#8221; betrachten, nur entschieden widersprechen. Erstens werden auch in atheistischen Familien vielf&#228;ltige Traditionen weitergegeben &#8211; angefangen von der Sprache &#252;ber soziale Verhaltensnormen, Musik, politische Einstellungen etc. Nur hat eben das DDR-Regime bestimmte, u.a. religi&#246;se Traditionsstr&#246;me gezielt gekappt und damit gewachsene Kultur(en) zerst&#246;rt &#8211; und diese lassen sich nicht auf Knopfdruck wieder herstellen. (Dass das Ende der Diktatur sowohl in Polen wie in der DDR ma&#223;geblich auch aus den Resten der Kirchenbewegungen heraus erreicht wurde, geh&#246;rt m.E. &#252;brigens zu den Beispielen freiheitlichen Wirkens von Religionen.)</p>
<p>Da sowohl der reproduktive Vorteil von Religiosit&#228;t auch in Ostdeutschland zu beobachten ist und wir eine Bl&#252;te auch von konfessionellen Bildungseinrichtungen u.&#228;. haben, ist m.E. davon auszugehen, dass auch in Ostdeutschland und Osteuropa mittel- und l&#228;ngerfristig ein Wiedererwachen von Religiosit&#228;t und Religionskulturen geben d&#252;rfte. Mir ist noch keine Menschengesellschaft bekannt, die unter freiheitlichen Bedingungen dauerhaft atheistisch gepr&#228;gt geblieben w&#228;re.</p>
<p>Und zu Angeborenheit religi&#246;ser Glaubenspr&#228;ferenzen: V&#246;llig entsprechend zur Musikalit&#228;t kommt es nat&#252;rlich immer auch auf die soziokulturelle Auspr&#228;gung an, klar. Aber wir haben ja nicht nur die Genstudien zur Religiosit&#228;t, sondern auch Geschlechterunterschiede in Glaubenspr&#228;ferenzen etwa bez&#252;glich der Gottheit, Wundern oder auch Au&#223;erirdischen, die genau zum evolutionsbiologischen Modell passen, siehe hier:<br />
<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-04-04/gretchenfrage-sind-religi-se-frauen-dumm" rel="nofollow">http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-04-04/gretchenfrage-sind-religi-se-frauen-dumm</a></p>
<p>Die empirischen Daten m&#252;ssen Ihnen ja nicht gefallen, aber wenn Sie hier wissenschaftlich argumentieren wollen, hilft ein Ausblenden unliebsamer Befunde nicht wirklich weiter.</p>
<p>Wenn Sie, was ich doch hoffe, wie ich davon ausgehen, dass das gesamte menschliche Gehirn einschlie&#223;lich aller Erfahrungs- und Verhaltensf&#228;higkeiten und -pr&#228;ferenzen durch Evolution gepr&#228;gt wurde, ergibt sich nicht, wie irgendeine Form der Tradition (Sprache, Musik, oder eben Religion) ohne biologische Basis bestehen k&#246;nnte. Und Religiosit&#228;t ist ja in den letzten paar tausend Generationen nicht nur bestanden, sondern erbl&#252;ht. Und tut es, siehe den reproduktiven Vergleich, schlicht weiterhin.</p>
<p>Meine &#8220;Mission&#8221; hier ist die (evolution&#228;re) Religionswissenschaft und ich habe tats&#228;chlich nicht vor, diese einzustellen. Und ich bin froh und dankbar, in einer Gesellschaft zu leben, in der mir das niemand mehr aus ideologischen Gr&#252;nden untersagen kann. Ich gehe doch fest davon aus, Sie auch.</p>
<p>Mit herzlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Michael Blume</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: sapere</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3027</link>
		<dc:creator>sapere</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 21:06:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=303#comment-3027</guid>
		<description>Lieber Herr Dr. Blume,

vielen Dank f&#252;r Ihre schnelle Antwort. 


Sie definieren Religion also f&#252;r sich als: 

&quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot;

Das w&#228;re eine Definition auf die man sich einigen k&#246;nnte, wenn Sie sich in Ihren sonstigen Anmerkungen nicht so &#228;u&#223;ern w&#252;rden, als sei Religion f&#252;r Sie gleichbedeutend mit Kultur, wenn selbst Begr&#228;bnisriten, Mathematik, Politik und Musik als Vergleichsbeispiele religi&#246;ser Praxis herhalten m&#252;ssen. Sollten Sie Religion also als Kultur definieren und auf dieser Definition beharren, dann k&#246;nnen wir unsere Diskussion hier abbrechen. 

Wir sollten also meiner Ansicht nach nicht &#252;ber kulturelle Praktiken sprechen, die Schl&#252;sselereignisse des Lebens betreffen, wie Geburts-, Initiations-, Heirats- und Begr&#228;bnisriten, womit nat&#252;rlich auch atheistische Gesellschaften dienen k&#246;nnen, sondern &#252;ber alle &#220;berzeugungen zur Einwirkung &#252;bernat&#252;rlicher Wesen, vor allem von G&#246;ttern.

Ich m&#246;chte also keine Diskussion &#252;ber per se wertfreie menschliche Kultur und religi&#246;se Praxis im Allgemeinen f&#252;hren, sondern eine Diskussion zu einer bestimmten Auspr&#228;gung dieser Kultur, zu der &#228;u&#223;erst folgenschweren &#220;berzeugung der Existenz und des Eingreifens eines oder mehrer &#252;bernat&#252;rlicher, vorzugsweise m&#228;nnlicher Wesen in unsere reale Welt, u.a. als Folge von Gebeten oder sonstigen rituellen Handlungen - oder auch unabh&#228;ngig davon. 

Insbesondere geht es mir auch um die individuell-psychischen und soziokulturellen Auswirkungen einer monotheistischen Religion – Stichwort: Mosaische Unterscheidung.  

Wenn Sie also schreiben, dass wir religi&#246;se Vergemeinschaftungen und Institutionen schon Jahrzehntausende vor jeder Staatlichkeit hatten und haben, und damit wie oben beschrieben Schl&#252;sselriten meinen, dann kann man dem Ihre G&#252;ltigkeit nicht absprechen. 

Aber wie ich schon schrieb, meine Frage war nicht die nach Riten im Allgemeinen, sondern nach abergl&#228;ubischen Riten, v.a. bezogen auf einen unsichtbaren Mann.

Dass f&#252;r Sie Theismus und religi&#246;se Praxis identisch sind, kann ich mir allerdings nicht vorstellen – auch wenn Sie diese Begriffe in Ihrer Argumentation durcheinanderwirbeln.

Insofern er&#252;brigen sich zun&#228;chst auch Antworten meinerseits auf Ihre Bemerkungen. Da wir offenbar von einem unterschiedlichen Religionsbegriff ausgegangen sind. 

Sie fragen mich, ob es „denn nicht auch f&#252;r Sie faszinierend (sei), dass empirisch nicht nachweisbare Akteure (Ahnen, G&#246;tter, Gott) solche nachweisbaren Verhaltensauswirkungen haben k&#246;nnen?“ 

Und u.a. auch hier sehen wir einen fundamentalen Verst&#228;ndnisunterschied. Sie gehen davon aus, dass, wenn angebliche &#252;bernat&#252;rliche Akteure schon naturwissenschaftlich nicht nachweisbar sind, agieren sie wenigstens durch die Menschen, die an sie glauben – oder auch nicht glauben. Dass hier eine Vielzahl psychischer Ph&#228;nomene am Werk sind, ziehen  Sie sicher in Betracht, verwerfen diese Hypothese aber offenbar – in mindestens einem Fall - zugunsten der wesentlich leichter verstehbaren, n&#228;mlich der Einwirkung eines oder mehrerer G&#246;tter. 

Sie wollen zeigen, dass Religiosit&#228;t vererbt wird und – was noch viel interessanter ist, einen Evolutionsvorteil darstellt. Wenn Religion f&#252;r Sie gleichbedeutend mit Kultur ist, sind wir uns vollkommen einig. Da Sie allerdings bereits eine andere Definition angeboten haben, so halte ich den Glauben an die Einwirkung &#252;bernat&#252;rlicher Wesen nicht f&#252;r vererbar. Genausowenig wie den Glauben an Astrologie, Tarot, Schwarze Katzen oder Vierbl&#228;ttrige Kleebl&#228;tter. 

Ahnenkult ist m&#246;glicherweise ein sehr weit verbreitetes Ph&#228;nomen - vielleicht sogar ein unvermeidliches. Ein Evolutionsvorteil ist der Glaube an eine unsterbliche Seele und an &#252;bernat&#252;rliche Akteure allerdings sicher nicht. Ganz wie viele Kollegen sehe ich es eher als Beiprodukt und Zwischenschritt der zunehmenden Fortentwicklung unseres Denkverm&#246;gens, so n&#252;tzlich wie der Blinddarm wohl einst gewesen sein muss. Insofern sind Sie in Ihrem Glauben ein erfreuliches Relikt der zunehmenden Weiterentwicklung menschlichen Erkenntnisverm&#246;gens.

Ein wenig erschreckend finde ich &#252;brigens Ihre Phantasie von den „bl&#252;henden Religionskulturen“, wie Sie sich sicherlich denken k&#246;nnen. Offenbar gibt es f&#252;r Sie keine richtige Kultur in der falschen. Menschen, die im Bereich der ehemaligen DDR leben und ausgesprochen zufrieden mit ihrem Atheismus sind – die j&#252;ngeren nat&#252;rlich noch weit mehr als die Alten – sind in Ihren Augen offenbar bedauernswerte kulturelle Kretins in einer betonschweren sinn- und wertlosen &#214;dnis. Wie sonst w&#252;rde sich Ihre Hoffnung erkl&#228;ren, dass die religi&#246;se Kultur in den Neuen Bundesl&#228;ndern wieder bl&#252;hen m&#246;ge?

Ich bin in den neuen Bundesl&#228;ndern aufgewachsen. Und ich bin bereits mindestens in der dritten Generation Atheist – wie meine Frau. Glauben Sie, dass wir ungl&#252;cklicher sind als Sie? 
Dass uns unsere Familien weniger Kultur, weniger Werte und weniger Sinn vermittelt haben? Glauben Sie, dass zu einem vern&#252;nftigen, wertvollen und guten Leben mit gegenseitiger Achtung und Hilfsbereitschaft, W&#228;rme, Herzlichkeit und Ehrlichkeit der Glaube an &#252;bernat&#252;rliche Akteure vonn&#246;ten ist?      

Sie haben mit ihrer Bewertung der Menschen in den neuen Bundesl&#228;ndern &#252;brigens noch nicht erkl&#228;rt, wie es sein kann, dass 70-80% nicht an &#252;bernat&#252;rliche Wesen glauben, wenn das Ph&#228;nomen vererbt wird. Wenn es vererbt wird, d&#252;rfte es durch eine Kulturrevolution nicht  
ausrottbar sein. 

Und Sie haben sich im Prinzip selbst verraten: Sie sprechen von einem „gekappten Traditionsstrom“. Und richtig. Der Aberglaube an &#252;bernat&#252;rliche Wesen ist tradiertes Ph&#228;nomen, kein angeborenes. 

Noch ein zwei S&#228;tze zu unserem jeweiligen missionarischen Impuls. 

Meine Mission ist sofort beendet, wenn die Ihre beendet ist. Doch leider ist die Ihre niemals zuende.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Dr. Blume,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre schnelle Antwort. </p>
<p>Sie definieren Religion also f&#252;r sich als: </p>
<p>&#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221;</p>
<p>Das w&#228;re eine Definition auf die man sich einigen k&#246;nnte, wenn Sie sich in Ihren sonstigen Anmerkungen nicht so &#228;u&#223;ern w&#252;rden, als sei Religion f&#252;r Sie gleichbedeutend mit Kultur, wenn selbst Begr&#228;bnisriten, Mathematik, Politik und Musik als Vergleichsbeispiele religi&#246;ser Praxis herhalten m&#252;ssen. Sollten Sie Religion also als Kultur definieren und auf dieser Definition beharren, dann k&#246;nnen wir unsere Diskussion hier abbrechen. </p>
<p>Wir sollten also meiner Ansicht nach nicht &#252;ber kulturelle Praktiken sprechen, die Schl&#252;sselereignisse des Lebens betreffen, wie Geburts-, Initiations-, Heirats- und Begr&#228;bnisriten, womit nat&#252;rlich auch atheistische Gesellschaften dienen k&#246;nnen, sondern &#252;ber alle &#220;berzeugungen zur Einwirkung &#252;bernat&#252;rlicher Wesen, vor allem von G&#246;ttern.</p>
<p>Ich m&#246;chte also keine Diskussion &#252;ber per se wertfreie menschliche Kultur und religi&#246;se Praxis im Allgemeinen f&#252;hren, sondern eine Diskussion zu einer bestimmten Auspr&#228;gung dieser Kultur, zu der &#228;u&#223;erst folgenschweren &#220;berzeugung der Existenz und des Eingreifens eines oder mehrer &#252;bernat&#252;rlicher, vorzugsweise m&#228;nnlicher Wesen in unsere reale Welt, u.a. als Folge von Gebeten oder sonstigen rituellen Handlungen &#8211; oder auch unabh&#228;ngig davon. </p>
<p>Insbesondere geht es mir auch um die individuell-psychischen und soziokulturellen Auswirkungen einer monotheistischen Religion – Stichwort: Mosaische Unterscheidung.  </p>
<p>Wenn Sie also schreiben, dass wir religi&#246;se Vergemeinschaftungen und Institutionen schon Jahrzehntausende vor jeder Staatlichkeit hatten und haben, und damit wie oben beschrieben Schl&#252;sselriten meinen, dann kann man dem Ihre G&#252;ltigkeit nicht absprechen. </p>
<p>Aber wie ich schon schrieb, meine Frage war nicht die nach Riten im Allgemeinen, sondern nach abergl&#228;ubischen Riten, v.a. bezogen auf einen unsichtbaren Mann.</p>
<p>Dass f&#252;r Sie Theismus und religi&#246;se Praxis identisch sind, kann ich mir allerdings nicht vorstellen – auch wenn Sie diese Begriffe in Ihrer Argumentation durcheinanderwirbeln.</p>
<p>Insofern er&#252;brigen sich zun&#228;chst auch Antworten meinerseits auf Ihre Bemerkungen. Da wir offenbar von einem unterschiedlichen Religionsbegriff ausgegangen sind. </p>
<p>Sie fragen mich, ob es „denn nicht auch f&#252;r Sie faszinierend (sei), dass empirisch nicht nachweisbare Akteure (Ahnen, G&#246;tter, Gott) solche nachweisbaren Verhaltensauswirkungen haben k&#246;nnen?“ </p>
<p>Und u.a. auch hier sehen wir einen fundamentalen Verst&#228;ndnisunterschied. Sie gehen davon aus, dass, wenn angebliche &#252;bernat&#252;rliche Akteure schon naturwissenschaftlich nicht nachweisbar sind, agieren sie wenigstens durch die Menschen, die an sie glauben – oder auch nicht glauben. Dass hier eine Vielzahl psychischer Ph&#228;nomene am Werk sind, ziehen  Sie sicher in Betracht, verwerfen diese Hypothese aber offenbar – in mindestens einem Fall &#8211; zugunsten der wesentlich leichter verstehbaren, n&#228;mlich der Einwirkung eines oder mehrerer G&#246;tter. </p>
<p>Sie wollen zeigen, dass Religiosit&#228;t vererbt wird und – was noch viel interessanter ist, einen Evolutionsvorteil darstellt. Wenn Religion f&#252;r Sie gleichbedeutend mit Kultur ist, sind wir uns vollkommen einig. Da Sie allerdings bereits eine andere Definition angeboten haben, so halte ich den Glauben an die Einwirkung &#252;bernat&#252;rlicher Wesen nicht f&#252;r vererbar. Genausowenig wie den Glauben an Astrologie, Tarot, Schwarze Katzen oder Vierbl&#228;ttrige Kleebl&#228;tter. </p>
<p>Ahnenkult ist m&#246;glicherweise ein sehr weit verbreitetes Ph&#228;nomen &#8211; vielleicht sogar ein unvermeidliches. Ein Evolutionsvorteil ist der Glaube an eine unsterbliche Seele und an &#252;bernat&#252;rliche Akteure allerdings sicher nicht. Ganz wie viele Kollegen sehe ich es eher als Beiprodukt und Zwischenschritt der zunehmenden Fortentwicklung unseres Denkverm&#246;gens, so n&#252;tzlich wie der Blinddarm wohl einst gewesen sein muss. Insofern sind Sie in Ihrem Glauben ein erfreuliches Relikt der zunehmenden Weiterentwicklung menschlichen Erkenntnisverm&#246;gens.</p>
<p>Ein wenig erschreckend finde ich &#252;brigens Ihre Phantasie von den „bl&#252;henden Religionskulturen“, wie Sie sich sicherlich denken k&#246;nnen. Offenbar gibt es f&#252;r Sie keine richtige Kultur in der falschen. Menschen, die im Bereich der ehemaligen DDR leben und ausgesprochen zufrieden mit ihrem Atheismus sind – die j&#252;ngeren nat&#252;rlich noch weit mehr als die Alten – sind in Ihren Augen offenbar bedauernswerte kulturelle Kretins in einer betonschweren sinn- und wertlosen &#214;dnis. Wie sonst w&#252;rde sich Ihre Hoffnung erkl&#228;ren, dass die religi&#246;se Kultur in den Neuen Bundesl&#228;ndern wieder bl&#252;hen m&#246;ge?</p>
<p>Ich bin in den neuen Bundesl&#228;ndern aufgewachsen. Und ich bin bereits mindestens in der dritten Generation Atheist – wie meine Frau. Glauben Sie, dass wir ungl&#252;cklicher sind als Sie?<br />
Dass uns unsere Familien weniger Kultur, weniger Werte und weniger Sinn vermittelt haben? Glauben Sie, dass zu einem vern&#252;nftigen, wertvollen und guten Leben mit gegenseitiger Achtung und Hilfsbereitschaft, W&#228;rme, Herzlichkeit und Ehrlichkeit der Glaube an &#252;bernat&#252;rliche Akteure vonn&#246;ten ist?      </p>
<p>Sie haben mit ihrer Bewertung der Menschen in den neuen Bundesl&#228;ndern &#252;brigens noch nicht erkl&#228;rt, wie es sein kann, dass 70-80% nicht an &#252;bernat&#252;rliche Wesen glauben, wenn das Ph&#228;nomen vererbt wird. Wenn es vererbt wird, d&#252;rfte es durch eine Kulturrevolution nicht<br />
ausrottbar sein. </p>
<p>Und Sie haben sich im Prinzip selbst verraten: Sie sprechen von einem „gekappten Traditionsstrom“. Und richtig. Der Aberglaube an &#252;bernat&#252;rliche Wesen ist tradiertes Ph&#228;nomen, kein angeborenes. </p>
<p>Noch ein zwei S&#228;tze zu unserem jeweiligen missionarischen Impuls. </p>
<p>Meine Mission ist sofort beendet, wenn die Ihre beendet ist. Doch leider ist die Ihre niemals zuende.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Michael Blume</title>
		<link>http://blog.dignitatis.com/wordpress/2008/08/24/lieber-herr-dr-blume/comment-page-1/#comment-3026</link>
		<dc:creator>Michael Blume</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 19:16:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=303#comment-3026</guid>
		<description>Lieber sapere aude,

gerne greife ich Ihre zentralen Anfragen heraus und versuche mich an kurzen Antworten. Vielleicht sollten wir uns auf eher kurze Texte einigen - bei langen geht zuviel Inhalt verloren und auch f&#252;r die anderen Leser ist es kaum schaffbar.

Sie fragten:

&quot;Sie w&#228;ren potentiell dazu in der Lage, zu erkl&#228;ren, warum der Glaube an &#252;bernat&#252;rliche Wesen in unserem Staat eine Sonderstellung einnehmen darf.&quot;

Selbstverst&#228;ndlich. Wir haben religi&#246;se Vergemeinschaftungen und Institutionen schon Jahrzehntausende vor jeder Staatlichkeit - und nie gab es eine Menschengesellschaft ohne Religion (ohne Staat gibt es sie auch heute noch). Das hei&#223;t &#252;brigens nicht, dass alle Staat-Kirchen-Verflechtungen positiv wirken m&#252;ssen. Es ist kein Zufall, dass die Religiosit&#228;t in den USA besonders stark ausgepr&#228;gt ist - wo es keinerlei staatliche Finanzmittel f&#252;r Kirchen und Religionen, daf&#252;r einen pluralen Wettbewerb gibt. Falls Sie das Thema weiter interessiert, hier:

http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf

&quot;Warum Kindern in der Schule erz&#228;hlt wird, dass es Wunder und Engel gibt. Und warum wir uns vor religi&#246;s bedingtem Wahn f&#252;rchten m&#252;ssen.&quot;

Siehe oben. Und vor religi&#246;sem Wahn brauchen wir uns m.E. nicht mehr f&#252;rchten als vor jedem anderen.

&quot;Au&#223;erdem sind Sie publizistisch t&#228;tig. Weil auch Sie verstehen wollen, was das mit der Religion eigentlich soll. Und Sie haben ein Ziel. Sie wollen zeigen, dass Religiosit&#228;t eine n&#252;tzliche(!), wenn nicht sogar gute Komponente menschlicher Gesellschaften ist.&quot;

Einspruch: Ich wollte und will Religiosit&#228;t und Religionen schlicht wissenschaftlich verstehen und beschreiben. Und ihre Entstehung im Rahmen der Evolution untersuchen. Dass die Befunde so stark waren und sind, hat mich selbst &#252;berrascht und &#252;berrascht mich auch weiterhin. Um bewusste oder auch vorbewusste Einseitigkeiten der Perspektiven zu vermeiden, pl&#228;diere ich &#252;brigens ausdr&#252;cklich f&#252;r die Zusammenarbeit religi&#246;ser, agnostischer und atheistischer Kolleginnen und Kollegen gerade in diesem Forschungsbereich! Siehe ggf. hier:
http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BlumeWahreNaturwissenschaftlerAtheistenWeingarten0608.pdf

&quot;Sie gehen sogar so weit, zeigen zu wollen, dass Religiosit&#228;t ein Evolutionsvorteil ist, dass Atheismus also im Prinzip St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck ausgemendelt wird.&quot;

Ich hoffe doch, Sie erwarten nicht von mir, wissenschaftliche Befunde zur&#252;ck zu halten, weil sie einigen nicht in die Weltanschauung passen? Und halten wir doch einfach einmal ganz sachlich fest:

1. Befunde, die auf religi&#246;ses Verhalten schlie&#223;en lassen, kennen wir bislang lediglich von Homo Sapiens und Homo Neanderthalensis, beginnend mit einfachen Bestattungen seit der mittleren Altsteinzeit. Seitdem hat dieses Verhaltensmerkmal innerhalb weniger tausend Generationen schnell an Umfang und Komplexit&#228;t zugenommen und ist heute eine menschliche Universalie.

2. Auch heute stellen wir fest, dass sich weltweit und insbesondere in den freiheitlicheren, wohlhabenderen Gesellschaften religi&#246;se Populationen deutlich erfolgreicher fortpflanzen als s&#228;kulare. Sowohl empirische Daten wie auch Fallstudien deuten also darauf hin, dass das Merkmal Religiosit&#228;t nicht nur bisher erfolgreich evolvierte, sondern auch weiter evolviert.

Das ist schlicht der evolutionshistorische und demografische Befund - und ich w&#252;rde ihn gerne auch weiterhin wissenschaftlich, nicht ideologisch diskutieren.

&quot;Aber gerade als Wissenschaftler sollten Sie ja verstehen, dass ein Ph&#228;nomen wie Religiosit&#228;t viel zu komplex ist, als dass man hier einen Evolutionsvor- oder Nachteil ausmachen k&#246;nnte.&quot;

Schon Charles Darwin war anderer Meinung und hielt Religiosit&#228;t ebenfalls f&#252;r ein evolutiv entstandenes und erfolgreiches Merkmal. Und warum sollten wir Wissenschaftler von vornherein aufh&#246;ren, komplexe Ph&#228;nomene wie Musik, Politik oder eben auch Religion zu erforschen und zu beschreiben? Wie es aussieht, finden wir doch viel Spannendes dabei heraus! Lassen Sie uns doch Wissenschaft betreiben und schauen, wie weit wir kommen!

Und den Reproduktionsvorteil &quot;behaupte&quot; ich ja nicht nur, wir messen ihn in inzwischen Dutzenden unabh&#228;ngigen Studien (sowohl empirischen Erhebungen wie Fallstudien) mit unterschiedlichsten Gruppen und Perspektiven in unterschiedlichen L&#228;ndern.

&quot;Allein die Schwierigkeit Religiosit&#228;t oder den Glauben an einen „Gott“ zu definieren ist schon sehr, sehr schwer.&quot;

Klar. Es gibt auch keine eindeutigen Definitionen von Musik, Mathematik, Politik etc. - denn Sprache n&#228;hert sich Wirklichkeiten immer nur an. Ich arbeite, auf Darwin aufbauend, mit der Arbeitsdefinition, wonach Religiosit&#228;t &quot;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&quot; umfasst. Und ist es denn nicht auch f&#252;r Sie faszinierend, dass empirisch nicht nachweisbare Akteure (Ahnen, G&#246;tter, Gott) solche nachweisbaren Verhaltensauswirkungen haben k&#246;nnen?

&quot;Und da wollen Sie zeigen, dass Religiosit&#228;t vererbt wird?&quot;

Was denn sonst? Unsere gesamten Verhaltensmerkmale sind in Gehirn und Genen veranlagt und werden dann soziokulturell ausgepr&#228;gt. Es w&#228;re eine Sensation und w&#252;rde im &#220;brigen auch den naturalistischen Monismus sprengen, wenn es menschliche Universalien ohne biologische Grundlage geben w&#252;rde. Und die Vererbbarkeit behaupte ja nicht nur ich, sie ergibt sich auch aus den Befunden der Zwillingsforschung - ganz genau so, wie zu Musikalit&#228;t, Intelligenz usw. auch. Siehe z.B. (mit Link zu Studienartikel) hier:
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-16/gene-f-r-glauben-neues-aus-der-verhaltensgenetik

&quot;Und wie ist das mit der ehemaligen DDR? Hier behaupten 70% der Einwohner nicht an einen Gott zu glauben. Wenn der Glaube an &#220;bernat&#252;rliches vererbt wird, wo ist der Glaube hin?&quot;

Hier haben sozialistisch-atheistische, totalit&#228;re Regime den Traditionsstrom der Familien erfolgreich gekappt - ebenso, wie sich z.B. Musikalit&#228;t nur noch sehr eingeschr&#228;nkt entfalten kann und Musikkulturen nur sehr langsam erholen, wenn die musikalische F&#246;rderung abw&#252;rgt und musikalische Bet&#228;tigung bei Strafe untersagt. Es wird lange, vielleicht Jahrhunderte, dauern, bis der religi&#246;s-kulturelle Kahlschlag &#252;berwunden ist und bl&#252;hende Religionskulturen nachgewachsen sind. Den reproduktiven Unterschied zwischen Religi&#246;sen und S&#228;kularen aber messen wir nat&#252;rlich heute schon auch in den ostdeutschen und osteurop&#228;ischen Regionen (dazu gibt es eine eigene Studie, Beitrag dazu mache ich bei Gelegenheit).

&quot;Sie sind zahlendes Mitglied einer Gemeinschaft mit einer Mission: Beweise f&#252;r die Richtigkeit des eigenen Tuns zu finden.&quot;

Ganz unter uns: Mein missionarischer Impuls scheint weniger ausgepr&#228;gt zu sein als Ihrer. Sehen wir es doch einfach mal mit Humor: Wenn morgen alle Menschen religi&#246;s w&#252;rden und genau das gleiche glauben w&#252;rden, h&#228;tten sich meine Daten zum Zusammenhang von religi&#246;ser Vergemeinschaftung und Demografie wohl schnell erledigt. ;-) Sie d&#252;rfen also ganz sicher sein, dass ich z.B. Ihren Atheismus v&#246;llig respektiere - als Teil einer bunten Welt und vielf&#228;ltigen Menschengesellschaft im Prozess faszinerender biokultureller Evolution.

Mit herzlichen Gr&#252;&#223;en

Michael Blume</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber sapere aude,</p>
<p>gerne greife ich Ihre zentralen Anfragen heraus und versuche mich an kurzen Antworten. Vielleicht sollten wir uns auf eher kurze Texte einigen &#8211; bei langen geht zuviel Inhalt verloren und auch f&#252;r die anderen Leser ist es kaum schaffbar.</p>
<p>Sie fragten:</p>
<p>&#8220;Sie w&#228;ren potentiell dazu in der Lage, zu erkl&#228;ren, warum der Glaube an &#252;bernat&#252;rliche Wesen in unserem Staat eine Sonderstellung einnehmen darf.&#8221;</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich. Wir haben religi&#246;se Vergemeinschaftungen und Institutionen schon Jahrzehntausende vor jeder Staatlichkeit &#8211; und nie gab es eine Menschengesellschaft ohne Religion (ohne Staat gibt es sie auch heute noch). Das hei&#223;t &#252;brigens nicht, dass alle Staat-Kirchen-Verflechtungen positiv wirken m&#252;ssen. Es ist kein Zufall, dass die Religiosit&#228;t in den USA besonders stark ausgepr&#228;gt ist &#8211; wo es keinerlei staatliche Finanzmittel f&#252;r Kirchen und Religionen, daf&#252;r einen pluralen Wettbewerb gibt. Falls Sie das Thema weiter interessiert, hier:</p>
<p><a href="http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf" rel="nofollow">http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf</a></p>
<p>&#8220;Warum Kindern in der Schule erz&#228;hlt wird, dass es Wunder und Engel gibt. Und warum wir uns vor religi&#246;s bedingtem Wahn f&#252;rchten m&#252;ssen.&#8221;</p>
<p>Siehe oben. Und vor religi&#246;sem Wahn brauchen wir uns m.E. nicht mehr f&#252;rchten als vor jedem anderen.</p>
<p>&#8220;Au&#223;erdem sind Sie publizistisch t&#228;tig. Weil auch Sie verstehen wollen, was das mit der Religion eigentlich soll. Und Sie haben ein Ziel. Sie wollen zeigen, dass Religiosit&#228;t eine n&#252;tzliche(!), wenn nicht sogar gute Komponente menschlicher Gesellschaften ist.&#8221;</p>
<p>Einspruch: Ich wollte und will Religiosit&#228;t und Religionen schlicht wissenschaftlich verstehen und beschreiben. Und ihre Entstehung im Rahmen der Evolution untersuchen. Dass die Befunde so stark waren und sind, hat mich selbst &#252;berrascht und &#252;berrascht mich auch weiterhin. Um bewusste oder auch vorbewusste Einseitigkeiten der Perspektiven zu vermeiden, pl&#228;diere ich &#252;brigens ausdr&#252;cklich f&#252;r die Zusammenarbeit religi&#246;ser, agnostischer und atheistischer Kolleginnen und Kollegen gerade in diesem Forschungsbereich! Siehe ggf. hier:<br />
<a href="http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BlumeWahreNaturwissenschaftlerAtheistenWeingarten0608.pdf" rel="nofollow">http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BlumeWahreNaturwissenschaftlerAtheistenWeingarten0608.pdf</a></p>
<p>&#8220;Sie gehen sogar so weit, zeigen zu wollen, dass Religiosit&#228;t ein Evolutionsvorteil ist, dass Atheismus also im Prinzip St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck ausgemendelt wird.&#8221;</p>
<p>Ich hoffe doch, Sie erwarten nicht von mir, wissenschaftliche Befunde zur&#252;ck zu halten, weil sie einigen nicht in die Weltanschauung passen? Und halten wir doch einfach einmal ganz sachlich fest:</p>
<p>1. Befunde, die auf religi&#246;ses Verhalten schlie&#223;en lassen, kennen wir bislang lediglich von Homo Sapiens und Homo Neanderthalensis, beginnend mit einfachen Bestattungen seit der mittleren Altsteinzeit. Seitdem hat dieses Verhaltensmerkmal innerhalb weniger tausend Generationen schnell an Umfang und Komplexit&#228;t zugenommen und ist heute eine menschliche Universalie.</p>
<p>2. Auch heute stellen wir fest, dass sich weltweit und insbesondere in den freiheitlicheren, wohlhabenderen Gesellschaften religi&#246;se Populationen deutlich erfolgreicher fortpflanzen als s&#228;kulare. Sowohl empirische Daten wie auch Fallstudien deuten also darauf hin, dass das Merkmal Religiosit&#228;t nicht nur bisher erfolgreich evolvierte, sondern auch weiter evolviert.</p>
<p>Das ist schlicht der evolutionshistorische und demografische Befund &#8211; und ich w&#252;rde ihn gerne auch weiterhin wissenschaftlich, nicht ideologisch diskutieren.</p>
<p>&#8220;Aber gerade als Wissenschaftler sollten Sie ja verstehen, dass ein Ph&#228;nomen wie Religiosit&#228;t viel zu komplex ist, als dass man hier einen Evolutionsvor- oder Nachteil ausmachen k&#246;nnte.&#8221;</p>
<p>Schon Charles Darwin war anderer Meinung und hielt Religiosit&#228;t ebenfalls f&#252;r ein evolutiv entstandenes und erfolgreiches Merkmal. Und warum sollten wir Wissenschaftler von vornherein aufh&#246;ren, komplexe Ph&#228;nomene wie Musik, Politik oder eben auch Religion zu erforschen und zu beschreiben? Wie es aussieht, finden wir doch viel Spannendes dabei heraus! Lassen Sie uns doch Wissenschaft betreiben und schauen, wie weit wir kommen!</p>
<p>Und den Reproduktionsvorteil &#8220;behaupte&#8221; ich ja nicht nur, wir messen ihn in inzwischen Dutzenden unabh&#228;ngigen Studien (sowohl empirischen Erhebungen wie Fallstudien) mit unterschiedlichsten Gruppen und Perspektiven in unterschiedlichen L&#228;ndern.</p>
<p>&#8220;Allein die Schwierigkeit Religiosit&#228;t oder den Glauben an einen „Gott“ zu definieren ist schon sehr, sehr schwer.&#8221;</p>
<p>Klar. Es gibt auch keine eindeutigen Definitionen von Musik, Mathematik, Politik etc. &#8211; denn Sprache n&#228;hert sich Wirklichkeiten immer nur an. Ich arbeite, auf Darwin aufbauend, mit der Arbeitsdefinition, wonach Religiosit&#228;t &#8220;Glauben an und Verhalten zu &#252;bernat&#252;rlichen Akteuren&#8221; umfasst. Und ist es denn nicht auch f&#252;r Sie faszinierend, dass empirisch nicht nachweisbare Akteure (Ahnen, G&#246;tter, Gott) solche nachweisbaren Verhaltensauswirkungen haben k&#246;nnen?</p>
<p>&#8220;Und da wollen Sie zeigen, dass Religiosit&#228;t vererbt wird?&#8221;</p>
<p>Was denn sonst? Unsere gesamten Verhaltensmerkmale sind in Gehirn und Genen veranlagt und werden dann soziokulturell ausgepr&#228;gt. Es w&#228;re eine Sensation und w&#252;rde im &#220;brigen auch den naturalistischen Monismus sprengen, wenn es menschliche Universalien ohne biologische Grundlage geben w&#252;rde. Und die Vererbbarkeit behaupte ja nicht nur ich, sie ergibt sich auch aus den Befunden der Zwillingsforschung &#8211; ganz genau so, wie zu Musikalit&#228;t, Intelligenz usw. auch. Siehe z.B. (mit Link zu Studienartikel) hier:<br />
<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-16/gene-f-r-glauben-neues-aus-der-verhaltensgenetik" rel="nofollow">http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-16/gene-f-r-glauben-neues-aus-der-verhaltensgenetik</a></p>
<p>&#8220;Und wie ist das mit der ehemaligen DDR? Hier behaupten 70% der Einwohner nicht an einen Gott zu glauben. Wenn der Glaube an &#220;bernat&#252;rliches vererbt wird, wo ist der Glaube hin?&#8221;</p>
<p>Hier haben sozialistisch-atheistische, totalit&#228;re Regime den Traditionsstrom der Familien erfolgreich gekappt &#8211; ebenso, wie sich z.B. Musikalit&#228;t nur noch sehr eingeschr&#228;nkt entfalten kann und Musikkulturen nur sehr langsam erholen, wenn die musikalische F&#246;rderung abw&#252;rgt und musikalische Bet&#228;tigung bei Strafe untersagt. Es wird lange, vielleicht Jahrhunderte, dauern, bis der religi&#246;s-kulturelle Kahlschlag &#252;berwunden ist und bl&#252;hende Religionskulturen nachgewachsen sind. Den reproduktiven Unterschied zwischen Religi&#246;sen und S&#228;kularen aber messen wir nat&#252;rlich heute schon auch in den ostdeutschen und osteurop&#228;ischen Regionen (dazu gibt es eine eigene Studie, Beitrag dazu mache ich bei Gelegenheit).</p>
<p>&#8220;Sie sind zahlendes Mitglied einer Gemeinschaft mit einer Mission: Beweise f&#252;r die Richtigkeit des eigenen Tuns zu finden.&#8221;</p>
<p>Ganz unter uns: Mein missionarischer Impuls scheint weniger ausgepr&#228;gt zu sein als Ihrer. Sehen wir es doch einfach mal mit Humor: Wenn morgen alle Menschen religi&#246;s w&#252;rden und genau das gleiche glauben w&#252;rden, h&#228;tten sich meine Daten zum Zusammenhang von religi&#246;ser Vergemeinschaftung und Demografie wohl schnell erledigt. <img src='http://blog.dignitatis.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Sie d&#252;rfen also ganz sicher sein, dass ich z.B. Ihren Atheismus v&#246;llig respektiere &#8211; als Teil einer bunten Welt und vielf&#228;ltigen Menschengesellschaft im Prozess faszinerender biokultureller Evolution.</p>
<p>Mit herzlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Michael Blume</p>
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