Ist Gott nur eine Sinnestäuschung?
June 1st, 2008
Eigentlich wollte ich mich in diesem Eintrag mal wieder über Manfred Lütz aufregen. Aber öffentliche Aufregung über diesen Mann ist so nützlich wie ein Messer ohne Klinge, dem zu allem Überfluss auch noch der Griff fehlt. Aber in einem meiner folgenden Einträge werde ich mich über diesen eitlen Fatzke im Dienste der einzig wahren – also der katholischen – Kirche und sein Opus magnum noch ausführlich auslassen. Nur zur Triebabfuhr. Dafür werde ich mir seine kindisch-beleidigte Suada über die Inkonsequenz und Feigheit des Neuen Atheismus, “Gott – Eine kurze Geschichte des Größten” vornehmen müssen, denn es birgt ein schier unerschöpfliches Erheiterungspotential.
Bis hierhin muß die Einbettung einer “Nachtcafé”-Sendung, mit dem für sich schon unerträglichen Moderator Volker Panzer und den nicht weniger unerträglichen Gästen Henryk M. Broder und Manfred Lütz reichen.
In dieser Sendung geht es – natürlich, worum sonst – um Gott. Man hat dort zwei Atheisten und zwei Christen aufeinandergehetzt. Die meisten Gesprächsanteile hat dabei der Autor Lütz, der in unnachahmlicher Selbstverliebtheit und Arroganz glaubt, permanent auf seine Profession – Psychiater und Psychotherapeut – hinweisen zu müssen, um dann auf die Ungerechtfertigtheit der atheistischen Kritik an der christlichen und sonstigen Religionen zu verweisen. Er beißt sich dabei an dem Wort “Wahn” im Titel der deutschen Übersetzung des religionskritischen Buches von Richard Dawkins “Der Gotteswahn” fest.Vergessend, dass es sich bei dem Begriff in englischen Original um “delusion”, also auch übersetzbar mit “Sinnestäuschung”, handelt.
Lütz, jedenfalls, verkauft sein Buch, die ganze Sendung lang, während sich Broder auf provokant-humorige Religionskritik beschränkt und nur einmal in Fahrt gerät, als es um den – natürlich – Islam geht.
In der One-Man-Show Lütz’ gehen zwei etwas stillere und vom Moderator gern über den Mund gefahrene Gäste ziemlich unter: Michael Schmidt-Salomon, Vorzeigeatheist der Giordano-Bruno-Stiftung und eine recht blasse und unsichere “Kulturbeauftragte” der EKD, Petra Bahr, die ständig Richard “Dwakins” sagt.
Nun ja, eine Sendung, die in religionskritischen Fragen nicht viel Neues bringt, in religionspsychologischen aber wohl manch Einprägsames hinterläßt: