Man muß wissen, dass die Comedien Sarah Silverman und der Late Night Talker Jimmy Kimmel tatsächlich ein Paar sind. Und man muß wissen, dass Jimmy Kimmel im Laufe seiner Show öfter Scherze auf Kosten des „sexiest man alive“, Matt Damon, gemacht hat. Zur Jubiläumsausgabe seiner Show „Jimmy Kimmel Live“ schenkte Silverman ihrem Lebensgefährten dann ein Lied:

Kimmel revanchierte sich nun:

Es gibt keinen größeren Fanatiker als den, der all jene des Fanatismus anklagt, die nicht seine Meinung teilen.

Ali Shir Nava

Es ist an der Zeit wieder ein paar Worte zu verlieren. Ein paar Worte zum Thema Meinungsfreiheit vs. Ringen um eine bessere Welt. In einem Blogeintrag von vor ein paar Wochen, mit nachfolgend geradezu ausufernder Diskussion, stellte ich die – zugegeben provokante – Frage, ob die Freiheit der Rede uneingeschränkt gelten solle. Gleichzeitig spreche ich mich in diesem Blog seit einiger Zeit vehement für eine Neue Aufklärung aus – als Gegengewicht zur zunehmenden Entsäkularisierung von Staat, Kultur und Gesellschaft.

Mancher legt mir diese, sich scheinbar widersprechenden Ansinnen als verblendeten Fanatismus aus: Die Welt aus den morschen Angeln reißen und dabei Andersdenkenden das Maul verbieten wollen.

Doch ich bin mitnichten ein Vertreter der Blödes-Arschloch-Fraktion. Die nahezu uneingeschränkte Freiheit der Rede gehört zu den bedeutensten Errungenschaften der Neuzeit. Rede und Gegenrede, Unsinn und Wahrheit, These, Antithese und Synthese sind gar wunderbare Dinge in den Mündern und Ohren von wohlmeinenden und rechtgebildeten Zeitgenossen.

Doch was mit mit den wirkungsmächtigen Demagogen und Volksverhetzern? Was ist mit den Hasspredigern und Meinungsmachern?

In einer Zeit, in der Vertreter der Kirchen die Deutungshoheit über die Begriffe des öffentlichen Diskurses zurückgewinnen, scheint es wichtig, sich an dieser sprengstoffgeladenen Auseinandersetzung zu beteiligen.

Vor allem auch deshalb, weil die Wohlmeinenden und Toleranten sich an die Seite der religiösen Fanatiker stellen und mit unermüdlicher Borniertheit gegen ihre Kritiker argumentieren, dass keiner im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit sei und dass man deshalb den Gläubigen ihren Glauben lassen solle.

AAAARRGGH

Um einen Glauben im Stillen Kämmerlein geht es doch gar nicht. Hallooo. Ist da jemand? Es geht um blutdurstige Organisationen der Gewalt. Es geht um unterdrückende Ideologien. Es geht um – ja natürlich – um die allerschlimmsten negativen Auswüchse religiöser Verblendung.

Warum lehnt jeder wackere Demokrat landauf landab den Kommunismus als schöne aber unrealistische, ja gar gefährliche Ideologie rundweg ab? Weil hier ein diktatorisches System Verhältnisse herzustellen versucht, die in verschiedenen – wie ein Heiligtum verehrten – Schriften gedanklich antizipiert wurden.

Nur in einem unterscheiden sich religiöser und politischer Fundamentalismus: Politischer Fundamentalismus trägt in sich das Bewußtsein über die Menschlichkeit und damit Fehlbarkeit der Vordenker und ihrer Ideologien. Die Religionen dagegen versuchen für sich eine Art göttliche Unfehlbarkeit zu abonnieren. Allein damit sind sie gefährlicher und anfälliger für demagogischen Mißbrauch aller Art.

Der Atheismus stellt nur fest, dass es keinen Gott gibt und zieht daraus hauptsächlich die Konsequenz, dass man von jeder Göttlichkeit verschont bleiben möchte. Geschieht das nicht, wehrt man sich dagegen, so wie man sich z.B. gegen die hanebüchene Argumentation eines Deutschlandfunk-Interviews wehren muß, in der doch die Physikerin Prof. Dr. Barbara Drossel ernsthaft behauptet, dass Naturgesetze Glaubenssache seien.

Man möchte glatt im Dreieck springen.

Ähnlich schlimm die immergleich Argumentation, dass die Kritiker der Elche selber welche seien. Da schreibt doch ein Evolutionsbiologe in der Wiener Zeitung:

Ein „Atheist“ leugnet etwas, von dem er nichts weiß (wissen kann). Damit stellt er sich auf eine Stufe mit seinen verachteten Gottesgläubigen und ihres phantasiebegabten Umfelds, das von Vorbedeutungs- und Schicksalsgläubigen aller Art über das naive Volk der Glücksspieler und Wettenden (einschließlich ihrer mathematischen Funktionäre) bis hin zur großen Mehrheit der Geister- und Seelen-Sichtigen reicht.

Was ist so kompliziert daran, zu begreifen, dass der Atheist im Grunde ein Agnostiker ist. Nur durch die Theisten wird er zum Atheisten!

Dawkins für Dummies

Februar 22nd, 2008

Atheismusverdacht

Februar 6th, 2008

Der aufmerksame Leser wird es bemerkt haben, dieses Blog ist in den letzten Wochen mehr und mehr zur Sammelstelle für religionskritische Fragen und Antworten geworden. Als Atheist, d.h. als Mensch, der der Überezugung ist, dass es mit relativ großer Wahrscheinlichkeit keinen Gott gibt, fühlt man sich manchmal ein bißchen allein in einer Welt voller Leute, die zumindest annehmen, dass das, was für sie unerklärlich ist, wie z.B. die Funktionsprinzipien des Universums, getrost als Gott bezeichnet werden kann.

Nun ja. Eine lange Geschichte, eine lange Diskussion. Und neben den Agnostikern, also denen, denen der ganze religiöse Kram eigentlich so wurscht ist, dass sie keinerlei Stellung dazu beziehen möchten, und neben den toleranten Heiden, also Leuten die Religion im Prinzip gut finden (vor allem wegen der Zehn Gebote, die eigentlich die Acht Verbote heißen müßten) gibt es eben die Atheisten. Und auch unter diesen gibt es natürlich verschiedene Gruppierungen. So gibt es z.B. aktive und passive Atheisten. Passive Atheisten lehnen die Vorstellung eines Gottes für sich ab, gestehen aber allen anderen ihre uneingeschränkte Glaubens- und Religionsfreiheit zu. Aktive Atheisten wiederum sind beseelt von einer starken Ablehnung jeder Form von religiöser Traumtänzerei – aber vor allem auch fundamentalistischer Sektiererei gegenüber.

Man kann die Überzeugungen aktiver Atheisten wohl auf ein paar knappe und prägnante – wenn auch vereinfachende – Aussagen bringen:

1. Es gibt keinen Gott
2. Glaube an einen personalen Gott, der Bücher schreibt, verursacht – neben dem wenigen Guten und manchmal einfach nur Skurrilem – hauptsächlich schlimmes Unheil

Dieser Überzeugung ist auch der Verfasser diese Blogs. Und damit ist er nicht allein. Weltweit gibt es Millionen von aktiven Atheisten. Manche von ihnen betreiben – getrieben von einem gewissen aufklärerischen Impuls – Blogs. Die meisten Atheisten-Blogs gibt es natürlich in den USA. Aber auch in Deutschland gibt es inzwischen eine kleine aber feine Gemeinde von Atheisten-Blogs. Diese ist nun im Begriff, sich ein wenig stärker zu vernetzen. Dabei möchten wir natürlich helfen!

Hier also eine (unvollständige und ständig aktualisierbare) Liste Blogs mit atheistischem Impetus:

Evil under the sun
Unsere engagierte Vordenkerin

Sceptic as hell

Skepticker

Memlog

Brightsblog

Atheist und gut

Bad Ass Mood

Kritisch gedacht

Die Skeptiker

Begrenzte Wissenschaft

Selber Satan

Fehlt noch wer?

Vorgeschlagen wir übrigens auch eine sogenannte Blogparade. Blogparaden sind ein lustige Veranstaltung – wenn da nicht das SEO-Teufelchen im Hintergrund winken würde.
Ich bin eher dafür, sich immer schön zu lesen, fleißig zu kommentieren und bei Gefallen zu Verlinken. Auch ein Metablog ist eine sehr gute Idee!

Wir sind gespannt auf die Zukunft :o)

Who’s the fool?

Februar 3rd, 2008

more

– EKD-Vorsitzender Huber: „Kirche mit Ausschschließlichkeitsanspruch könne nicht mehr ökumenisch genannt werden“

– UN-Berichterstatterin warnt vor Erstarken religiöser Fundamentalisten in Israel: Religionslose von Ehe ausgeschlossen

– Bahai in Ägypten müssen Religionszugehörigkeit im Personalausweis nicht mehr angeben

MP3-Audio-file des Deutschlandfunk


Religiöser Wahlkampf der Demokraten in den USA

1. Das Erbe Gandhis – zum 60. Todestag des Mahatma

2. Die Queen und die Church of England

3. Das Kabbala-Zentrum in New York