Routiniertes Bloggen?

Juni 1st, 2007

Ferner inspirieren weiterhin das Web 2.0 und seine interaktiven Möglichkeiten viele Wissenschafter. Wilson Lowry (University of Alabama) hat sich etwa mit den «Routinen des Blogging» beschäftigt und damit eine Forschungsfrage zu seinem Thema gemacht, die man vor kurzem noch gar nicht hätte stellen können. Spannend daran ist, dass Blogger offenbar mit der Veralltäglichung ihres Tuns Erfahrungen sammeln, die den Herangehensweisen professioneller Journalisten ähneln: Je öfter ein Weblog angeklickt werde, desto mehr würden sich die Blogger ihres Publikums «out there» bewusst und desto mehr orientierten sie sich an Erwartungen ihrer jeweiligen virtuellen Gemeinschaften. Sie würden mit unfundierten Behauptungen vorsichtiger, es bildeten sich Recherche- und Berichterstattungsroutinen heraus, um Glaubwürdigkeit nicht zu verspielen. Anderseits, so Lowry, würden Journalisten sich ihr Publikum noch immer konstruieren: Statt sich mit ihm zu treffen, um es kennenzulernen und um sich mit ihm auseinanderzusetzen, entwerfen sie sich ein Wunschbild von ihm. Blogger hätten hingegen aufgrund der Interaktivität des Internets zu ihren Zielgruppen einen engeren Kontakt.

NZZ zur Jahrestagung der International Communication Association

One Response to “Routiniertes Bloggen?”

  1. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Blogzählung: Wieviele Blogs gibt es? Says:

    […] der wachsenden Professionalisierung stellen sich natürlich definitorische und formale Fragen: Können Blogs, die hauptamtlich von […]

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